Das Center for World Music im Kurzporträt

 

 

 

Herr Moradis Instrumentenwerkstatt

Ein Film von Mariya Kashyna und dem Center for World Music

Es ist filigrane Handarbeit, Kulturgutschutz und die Beschäftigung mit der Materialität von Klang: Sabour Moradi baut Instrumente. Sie heißen zum Beispiel Tambur oder Sitar und werden in weiten Teilen West- und Zentralasiens gespielt. Herr Moradi kommt aus Afghanistan, musste von dort fliehen und seine Werkstatt zurücklassen. Von April 2018 bis März 2019 förderte ihn das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur als Artist in Residence am Center for World Music und Roemer- und Pelizaeusmuseum. Im CWM errichtete er eine neue Instrumentenwerkstatt – der Film von Mariya Kashyna zeigt ihn bei seiner Arbeit.

Für sein Material muss Herr Moradi mitunter bis nach Frankfurt reisen: Aus Maulbeerholz müssen die Streifen sein, aus denen er den Klangkörper seiner Saiteninstrumente aus der Familie der Langhalslaute, ähnlich wie die Gitarre, baut. Man sieht ihn das Holz im Film schleifen, behutsam biegen, leimen und lackieren. Mit Fahrradschläuchen fixiert er die zusammengefügten Teile.

Das schlanke Saiteninstrument im Regal mit langem Hals und zehn Wirbeln ist eine Afghanische Tambur. Auch die hat er selbst gebaut, erkennbar an der roten Markierung am Ende des Halses. Herr Moradi hält sein Handy ins Bild. Es zeigt ein Video eines Konzerts afghanischer Musiker in Weimar; ein Klangbeispiel der Instrumente, die auch er herstellt. „Afghanische Musik kommt nach Deutschland!“ sagt er stolz.

Der Film hält den wertvollen Beitrag Moradis fest, den er für ein Verständnis von Instrumentenbau geleistet hat. Wir am CWM danken ihm für diese Erkenntnisse und Mariya Kashyna für den Film, der mit Unterstützung seitens RPM, der Stiftung Universität Hildesheim, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, KSM Castings und dem Afghanistan Research Centre der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar entstanden ist.