„Was mache ich mit meiner Germanistik?“

Caroline Franke, 1966 geboren, 1986 Abitur, 1987–89 Ausbildung zur Industriekauffrau, verheiratet, zwei Kinder.

Mit meinem Abitur stellte sich die Frage: Studium oder Ausbildung? Zunächst interessierte mich das Studium der Germanistik. Dies wäre in der Nähe meines damaligen Wohnortes an der Universität Germersheim möglich gewesen. Doch dann kam die Frage: Und was mache ich mit meiner Germanistik?! Danach? Die Berufsaussichten waren schlecht. Eine finanzielle Unterstützung meiner Eltern wäre nur begrenzt möglich gewesen. Die Doppelbelastung Arbeit und Studium sah ich als zu große Herausforderung. Außerdem war ich in der Schule auch keine Musterschülerin.

So ging ich als Au-pair zunächst nach London, dann nach Paris. Ich hatte mich gegen ein Studium entschieden und nahm stattdessen einen Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau an. Mit dieser Ausbildung habe ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet: in der Filmbranche, in einem Lottoladen, bei einem Anwalt und in einer Physiotherapie. Mein Können habe ich bei IKEA in der Assistentenstelle unter Beweis gestellt. Ich hatte ein Ziel: eine unabhängige Frau zu sein. Was ich aber auch wusste: Ich möchte Familie. Beides hat sich erfüllt, mein Beruf hat mir viele Erfahrungen ermöglicht. Ich weiß, was ich erreicht habe. Wenn ich heute studieren würde, wäre das wohl eher etwas im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.