Forum Bildungsforschung

Das Forum Bildungsforschung des CeLeB steht für den fachübergreifenden Austausch und das gemeinsame Arbeiten an Themen, die Bildungsprozesse begleiten oder bestimmen. Diese Themen berühren die Forschung in allen Fächern und Disziplinen der Bildungsforschung, sie werden aber in unterschiedlicher Tiefe und mit verschiedenen methodologischen Ansätzen bearbeitet wie auch von verschiedenen theoretischen Sichtweisen motiviert.

Seit dem Sommersemester 2019 liegt der Schwerpunkt des Forums Bildungsforschung auf dem Thema Bildung im Digitalen Wandel.

 

Veranstaltungen im Sommersemester 2021

Parametrische Optimierung und konstitutive Unverfügbarkeit: Selbst- und Weltbeziehungen in sportpädagogischen Konstellationen

Ein Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie)

Termin: 03. Juni 2021 um 10:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Der spätmoderne Alltag ist durch und durch, und das heißt: auch und gerade im Bereich des Sports, von einer nahezu universellen Tendenz zur ‚parametrischen Optimierung‘ gekennzeichnet. Alle möglichen Lebensäußerungen werden 1) quantitativ und digital (parametrisch) erfasst (z. B. im Bereich des Sports: Schrittzahl, Antrittsgeschwindigkeit, Passquote, Reaktionsgeschwindigkeit, Aufschlaggeschwindigkeit etc.), sodann 2) synchron mit den Zahlen anderer Akteure bzw. eines erwartbaren ‚Normalmaßes‘ sowie diachron mit den eigenen Ergebnissen zu früheren Zeitpunkten verglichen und schließlich 3) systematisch zu steigern versucht. Sichtbarmachen, Vergleichen, Verbessern: Der Vortrag wird zunächst die technischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieser Handlungslogik und sodann ihre Folgen für das Selbst- und Weltverhältnis der Akteure und für die Lehr-Lernbeziehungen deutlich machen. Im Anschluss daran stellt er gleichsam als Alternative die Idee von Resonanzbeziehungen sowohl im pädagogischen Verhältnis als auch im (körperlichen und psychischen) Selbstverhältnis vor und lotet aus, welche Spielräume und Wechselwirkungen es zwischen den beiden Orientierungen gibt. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle von ‚Unverfügbarkeit‘ im sportlichen Handeln: So oft und so systematisch z. B. ein Aufschlag oder ein Freistoß auch immer eingeübt werden, am Ende bleibt ihr situatives Gelingen für die Akteure doch konstitutiv unverfügbar. Sportpädagogik kann und sollte diesem Moment der Unverfügbarkeit, so die These, systematisch Rechnung tragen. 

 

Digitalisierung im Bildungsbereich: Die Lehrkraft macht den Unterschied?!

Ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Lachner (Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft)

Termin: 09. Juni 2021 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Die aktuelle Pandemie hat verdeutlicht, welche zentrale Rolle digitalisierungsbezogene Kompetenzen für das Unterrichten spielen. Bislang ist jedoch eine offene Frage, welche Gelingensbedingungen zu einem elaborierten Einsatz digitaler Medien beitragen. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Vortrag empirische Studien vorgestellt, die Gelingensbedingungen von medien-gestütztem Unterricht unter besonderer Berücksichtigung der professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen fokussieren. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt darin, evidenzbasierte Verfahren zur Förderung digitalisierungsbezogener professioneller Kompetenzen zu eruieren.

 

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