
In einer Zeit, in der rechtspopulistische Diskurse zunehmend zur gesellschaftlichen Normalität werden, haben Vera Klocke und Freya Herrmann die Veranstaltungsreihe TIKTOK KOLLOQUIUM ins Leben gerufen, um einen öffentlichen Reflexionsraum für die politischen Dimensionen digitaler Inszenierungen zu schaffen. Die Live-Podcast-Reihe, in der sie gemeinsam mit Gästen ästhetische Strategien auf TikTok – an der Schnittstelle von Konsum, digitaler Praxis und Bildpolitik – analysieren, findet im Roten Salon der Volksbühne Berlin statt.
Die erste Ausgabe am 28. September widmete sich – gemeinsam mit Theatermacher:in und Professor:in Caspar Weimann – den „Ästhetiken von Longevity als rechte Überlegenheitsphantasien“: Dabei treffen Bluttransfusionen, High-Tech-Wearables und Anti-Aging-Supplements auf makellose Körper, klinische Ästhetiken und ein transhumanistisches Zukunftsversprechen.
Die nächste Ausgabe am 11. Dezember thematisiert unter dem Titel „Precarity Core“, wie Lebensverhältnisse im Kontext der Obdach- und Wohnungslosigkeit bei Social Media inszeniert werden. Dabei geht es um Konsumkultur unter prekären Bedingungen und die Frage, welche Rolle Plattformlogiken spielen, wenn Armut zur Content Creation genutzt wird.
Alle Gespräche werden nach den Veranstaltungen auf dem Podcast Fashion The Gaze (dt.: forme den Blick) veröffentlicht – als digitale Erweiterung des Diskurses und Einladung zur weiteren Auseinandersetzung.