Im Rahmen der MA Critical Studies Lecture Series der Kunstakademie Wien haben Vera Klocke und Freya Herrmann den Workshop „Main Character Energy: Wenn Content Creator_innen zu faschistischen Worldbuildern werden“ geleitet.
Auf TikTok und Instagram inszenieren sich Millionen als Protagonist*innen kohärenter Welten; ästhetisiert, algorithmisch optimiert, affektiv aufgeladen. Diese Selbststilisierung zur Hauptfigur des eigenen Lebens ist untrennbar mit Konsumkultur verknüpft: Plattformen wie TikTok Shop sind nahtlos integrierte Warenmärkte, in denen Selbstnarration und Kaufhandlung ineinander übergehen, Identität und Produkt kaum mehr zu trennen sind. Warentausch, parasoziale Bindung und Selbstmythologisierung verschränken sich zu einer Konsumlogik, die das Subjekt zugleich als Käufer*in und Marke adressiert.
Klocke und Herrmann haben gemeinsam mit den Teilnehmer*innen untersucht, wie diese „Main Character Energy“ und obsessive Kurator*innenschaft in technofeudalistische Plattformökonomien eingebettet sind und welche Nähe sie zu neo-faschistischen Ästehtiken aufweisen.