Interview

Konsum als Narrativ: Modepolitiken in dem Film „Der Teufel trägt Prada 2″

Der Film „Der Teufel trägt Prada“ von David Frankel (2006) ist mit einem geschätzten Kostümwert von über einer Million Dollar berühmt für seine (von der Kostümbildnerin Patricia Field gestylten) ikonischen Looks und operiert an der Schnittstelle von Heldenreise und Konsumideologie. Mode fungiert hier nicht als Dekoration, sondern als Inszenierungsebene mit semiotischen Potenzial: Sie erzählt sozialen Aufstieg, markiert Zugehörigkeit und macht Transformation sichtbar.
Vera Klocke hat mit dem Filmdienst über die Fortsetzung „Der Teufel trägt Prada 2“ (2026) gesprochen und die modische Inszenierung der Figuren analysiert (Kostümbild Molly Rogers), die unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen stattfindet. So stehen Luxuskonsum und Modeindustrie unter Legitimationsdruck: Die ökologischen Kosten der Fast-Fashion-Produktion sind diskursiv präsent und eine Generation von Konsument:innen verhandelt auf TikTok unter Hashtags wie #deinfluencing öffentlich die Ambivalenzen des eigenen Kaufverhaltens. Die Fortsetzung wird damit zum Porträt einer Konsumkultur, die sich vor dem Hintergrund der Dauerkrise versucht zu legitimieren.

Die Podcastfolge „THE DEVIL WEARS ZARA: Zwischen KI-Dystopie und Lean-In-Feminismus“ kann hier gehört werden.