Vortrag von Prof. Dr. Carolin Höfler

Auf Einladung der Forschungsstelle Konsumkultur hält Prof. Dr. Carolin Höfler von der Köln International School of Design (KISD) auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg einen Vortrag zum Thema „Kritische Dinge. Widerständiges Design im ästhetischen Kapitalismus“. Er findet am 20. Juni 2017 um 18 Uhr im Hohen Haus, Raum 402 statt.
Seit den radikalen Design- und Architekturbewegungen der späten 1960er und frühen 1970er Jahre ist nicht mehr in solcher Intensität über Formen und Praktiken kritischer Gestaltung nachgedacht worden wie in den letzten Jahren. Vordergründig geht dieser Boom auf eine nie dagewesene Dominanz öffentlicher Kritik an exzessiven Produktions- und Lebensweisen der industrialisierten Gesellschaften zurück. Doch hinter der Intensivierung der Debatten verbirgt sich ein tieferliegendes Problem: Seit den 1960er Jahren werden zunehmend kulturelle Werte und ästhetische Prinzipien, die bislang außerhalb der Marktlogik standen, in die ökonomische Produktion eingebunden, wodurch ehemalige Gegenkulturen und gestalterische Kritikformen augenscheinlich an Wirkmacht verlieren. Der Vortrag befasst sich mit der Frage, was sich als kritische Gestaltung bezeichnen lässt, welche Akteure, Erwartungen und Kriterien hierbei eine Rolle spielen, welche Traditionen und Strategien sie motivieren und prägen, und wie sie sich angesichts der Entwicklung der modernen Ökonomie artikulieren kann. Dabei wird von der Krise der Kritik, dem Verlust ihrer normativen Grundlagen und der Suche nach ihren Bedingungen die Rede sein.