Jahresrückblick Forschungsdatenmanagement 2019, Universitätsbibliothek Hildesheim.

2019 – ein Jahr mit vielen Weiterentwicklungen im Forschungsdatenmanagement an der Stiftung Universität Hildesheim (UB Hildesheim, ’neues‘ Aufgabenfeld).

Es war ein Jahr voller Beschäftigung mit allen Themen entlang des Datenlebenszyklus und darüber hinaus, denn eigentlich ist der Life Cycle längst ’so yesterday‘, und das FDM ist auch in unterschiedlichen Prozessen zu denken und zu verstehen, die digitale Langzeitarchivierung immer mit eingeschlossen. Unterstützt werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Stiftung Universität Hildesheim im nachhaltigen Forschungsdatenmanagement, und deshalb müssen wir alle Servicestrukturen weiterentwickeln, wozu auch eine verlässliche technische Infrastruktur gehört. Es wurde eine dauerhafte Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet (unbefristet), denn Forschungsdatenmanagement läßt sich schwer nebenbei in kurzen (2-3 Jahre) Projekten realisieren. Die Themen Speicherung und Archivierung, Recht und Datensicherheit standen vorrangig im Interesse der Forscherinnen und Forscher unserer Universität. In 8 Coffee Lectures und 17 unterschiedlichen Workshops an der SUH kamen hier 2019 Studierende, Forscherinnen und Forscher mit Expertinnen und Experten aus der FDM-Fachcommunity (in allen Kooperationen über Ländergrenzen hinaus) und anderen Vertretern der Universitäten und externen Partnerinnen und Partnern zusammen. FDM wurde und wird weiterhin sowohl generisch als auch disziplinspezifisch betrachtet. Durch das praktische FDM ist die UB auch in diesem Bereich als Partner in der Forschung interessant. Open Access ist ein Teil des FDM. Datenveröffentlichungen und mögliches Teilen der erhobenen Forschungsdaten spielen hierbei eine sehr wichtige Rolle. Beides beschäftigt das FDM vor Ort. Das Forschungsdatemmanagement wurde mit in die Lehre integriert (Seminare). Dies soll weiter ausgebaut werden. 2020 wird die Möglichkeit der Datenspeicherung (Forschungsdatenspeicherung) an der SUH weiter in Kooperation entwickelt werden. Es wird wieder Schulungen und Beratung aller Art zum FDM geben. Außerdem hat das Thema der Forschungsethik Fahrt aufgenommen. Dies ist u.a. in der qualitativen Sozialforschung an der SUH bisher ein Thema gewesen.

Das FDM wird deshalb im Jahr 2020 weiterhin ein wichtiges Thema an Universitäten, in UBs und für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für andere Akteure bleiben, nicht nur in Hildesheim. Dann wird es ganz sicherlich immer noch nicht für alle Bedarfe und Anforderungen Lösungen geben, aber im neuen Jahrzehnt werden die neuen Angebote mehr und mehr in Verstetigungen übergehen. Es wird möglich sein, sich besser an Use-Cases / Fallbeispielen orientieren zu können. Webseiten werden verbessert, mit der Möglichkeit von Downloads, z.B. von Mustereinwilligungserklärungen (Informed Consent) oder Musterdatenmanagementplänen mit RDMO. 2019 wurde häufig nach solchen Formularen gefragt. Die NFDI mit allen Konsortien bleibt natürlich interessant. Allerdings ist der praktische Support wichtiger als die ewige Beschäftigung mit dem Aufbau von Organisationsstrukturen, die häufig zu lange dauern oder keine (schnellen) Lösungen / Ergebnisse für die praktische Forschung bieten. Nachhaltige Tools / Werkzeuge, bleiben weiter stark im Fokus!

Weitere Informationen finden Sie hier:

Forschungsdatenmanagement an der Stiftung Universität Hildesheim
Praktische Unterstützung für Forschende und Studierende durch die Universitätsbibliothek

Annette Strauch , M. A.
Online erschienen: 12.11.2019 | DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2019-2052

 

„Sharing Knowledge Through Research Data (Management) And Keeping Data Alive For Always New Knowledge“. Neues Wissen aus Daten an der SUH in Hildesheim. E-Science-Tage 2019 in Heidelberg: Data to Knowledge – Universitätsbibliothek Hildesheim, Forschungsdatenmanagement

Vom 27. bis 29. März 2019 finden die E-Science-Tage 2019 „Data to Knowledge“ in Heidelberg statt, an denen Annette Strauch aus der Universitätsbibliothek Hildesheim teilnehmen wird.

In diesem Jahr ist der Forschungsaspekt mehr in den Mittelpunkt gerückt. Die Sicht auf Daten wird ergänzt durch die Suche nach dem Wissen, das in den Daten steckt. Die E-Science-Tage 2019 orientieren sich an den Leitfragen:

  • Wie entsteht aus Daten neues Wissen?
  • Wie wird das Wissen geteilt und erhalten?

Es wird eine Brücke geschlagen von Konzepten, Technik, Infrastrukturen und Diensten hin zur Forschung und zum Erkenntnisgewinn, der aus der Untersuchung von Daten entsteht.

E-Science-Tage Logo

Impulscafé. Veranstalter: VDB-Kommission für forschungsnahe Dienste und FDM Hildesheim

Am 20. März 2019 beim Bibliothekskongress Leipzig stellte sich die neu gegründete Kommission für forschungsnahe Dienste vor (Veranstalter: VDB-Kommission für forschungsnahe Dienste).

Annette Strauch, Universitätsbibliothek Hildesheim, Forschungsdatenmanagement, gab ein Impulsvortrag zum Thema Forschungsdatenmanagement und (Open Science).

Forschungsnahe Dienste durch ein nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Bibliotheken.

Das Zitat

“Bad Libraries build collections. Good libraries build services (of which a collection is only one). Great libraries build Communities.”[1]

passt sehr genau in den Kontext der Integration des Forschungsdatenmanagement als Service von Bibliotheken auf dem Campus, nicht nur an der Universitätsbibliothek Hildesheim.

Folgende Fragen, die im Impulsvortrag genannt wurden und später an den Thementischen (Flipcharts) als Leitlinien für die Diskussion gedacht waren, standen im Fokus:

  1. Wie können Bibliotheken Forscherinnen/Forscher von der Forschungsidee bis zur Publikation eines Forschungsdatums bestmöglich unterstützen?
  2. Im Forschungsdatenmanagement ist ”Open“ sehr oft nicht möglich (z.B. bei sensiblen Daten in der qualitativen Sozialforschung/in den qualitativen Geisteswissenschaften). Wie sollten sich Bibliotheken (als forschungsunterstützende Services) in Kooperation mit dem Datenschutzbeauftragten der Universität z.B. mit rechtlichen Fragen im Forschungsdatenmanagement vorbereiten, damit sich Forscherinnen und Forscher nicht mit dem Thema „Open Science“ alleingelassen fühlen?

[1] Lankes, R. David: Beyond the bullet points. Bad libraries build collections, good libraries build services, great libraries build communities (11.3.2012). http://quartz.syr.edu/blog/?p=1411 (14.3.2019), zuletzt geprüft am 23.03.2019

Zentrum für Digitalen Wandel

Im Rahmen der Gründung des Zentrums für Digitalen Wandel gab es  einen Slot der Universitätsbibliothek am 23. November 2018 mit dem Titel: Universitätsbibliothek Hildesheim: Den digitalen Wandel mitgestalten.

Eines der Themen aus der UB war das Forschungsdatenmanagement, das auf großes Interesse stieß. Die Frage lautete: wie können Forschungsdaten auf der Grundlage eines soliden Forschungsdatenmanagements langfristig zugänglich, nachnutzbar und nachprüfbar gehalten werden?

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand ein Dialog statt, angefangen von einer Datendefinition, der Forschungsförderung, hin zu Datenmanagementplänen und Werkzeuge, um solche DMPs zu erstellen, bis weiter zu Datenrepositorien, verlässlichem Speicher, Nachhaltigkeit der Forschung (inkl. Publikationen von Daten, Weiterverarbeitung der Daten, etc.), zu rechtlichen Fragestellungen und zur digitalen Langzeitarchivierung von Forschungsdaten.

Um die analogen und digitalen Forschungsdaten langfristig nutzen zu können, braucht es an der Universität Hildesheim ein übergreifendes Forschungsdatenmanagement. Die Universitätsbibliothek Hildesheim beschäftigt sich aus diesem Grund mit der komplexen Aufgabe und mit allen dafür nötigen Kooperationen, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum. Informationsinfrastrukturen (HilData, digitale Zugangssysteme) werden durch die neuen Angebote kontinuierlich weiterentwickelt sowie Dienstleistungen (z.B. im Bereich Open Access) ausgebaut und Schnittstellen zu vorhandenenen Services (z.B. dem RDMO-Werkzeug für Datenmanagementpläne) geschaffen. Digitaler Wandel ist zum einen im Zusammenhang mit Open Science zu sehen, zum anderen bestimmen rechtliche Fragestellungen und Forschungsethik das Forschungsdatenmanagement. Kurationskriterien und Qualitätsstandards spielen im Zuge des Digitalen Wandel, auch an der Universität Hildesheim, eine sehr wichtige Schlüsselrolle!

(Universität Hildesheim I Zentrum für Digitalen Wandel – https://www.uni-hildesheim.de/zfdw/)

„Forschungsdaten sind ein wertvolles Gut“: Forschungsdatenmanagement an der Universität Hildesheim – Webseite der Universität Hildesheim

Auf der Webseite der Universität Hildesheim wurde ein Bericht über die Bedeutung des Forschungsdatenmanagements für die Universität Hildesheim veröffentlicht.

„Das Management von Forschungsdaten steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ und den expliziten Anforderungen von Forschungsförderern. Denn Forschungsdaten müssen sicher aufzubewahrt, zugänglich und nachnutzbar gemacht werden. „Dieser Forderung kann sich heute keine wissenschaftliche Einrichtung mehr entziehen. Dafür schaffen wir Strukturen und Verfahren auf allen Ebenen, die es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, diese Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig unbelastet forschen zu können“.

(Photo by rawpixel on Unsplash)

„Das Forschungsdatenmanagement gehört mit in den Bereich der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie der Hochschulen. In enger Kooperation mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für ihre Forschungen eigenverantwortlich sind, möchte ich das Forschungsdatenmanagement weiterentwickeln. Zu den alltäglichen Aufgaben gehören somit die Grundlagenvermittlung zum Forschungsdatenmanagement durch Workshops, Schulungen und „Coffee Lectures“ an unserer Universitätsbibliothek und natürlich viele Einzelberatungen. Dazu zählen auch die Beschäftigung mit Datenmanagementplänen, die Beteiligung am kooperativen Ausbau von Forschungsdateninfrastrukturen unter Berücksichtigung neuer Use-Cases und Workflows, der Einsatz von Werkzeugen im Forschungsdatenmanagement mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Überlegungen zu Policies. Besonders wichtig für mich ist die Ermittlung von Anforderungen und Bedarfen sowie die Analyse von Nutzergruppen. Hinzu kommt der regelmäßige Austausch mit dem Datenschutzbeauftragten der Universität, der Forschungsförderung und der Ethikkommission. Und schließlich erfordert die Verknüpfung von Forschungsdaten und Forschungspublikationen besondere Aufmerksamkeit.“

(Annette Strauch)