Forschungsdatenspeicherung – Leitfragen zur Ermittlung des Bedarfs

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Forschungsdatenspeicherung.
Leitfragen zur Ermittlung des Bedarfs:

  1. Wie viel Speicher benötigen Sie im Durchschnitt?
  2. Welche Kriterien müsste eine Infrastruktur erfüllen, um Ihren Anforderungen gerecht zu werden?

Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, sondern umfasst einen komplexen Gesamtprozess, der Daten auffindbar, zugreifbar, verstehbar und nachnutzbar macht. Neben der Sicherung der Daten während des laufenden Projektes, durch Backup-Routinen und Speicherung, sollten Forschungsdaten gemäß den Empfehlungen zur guten wissenschaftlichen Praxis[1] mindestens für 10 Jahre gesichert werden. Um Forschungsdaten sachgemäß zu bewahren und anderen zu Nachnutzung- oder Replikationszwecken zur Verfügung zu stellen, empfiehlt es sich, diese in einem fachlichen oder institutionellen Repositorium zu publizieren. Für die Archivierung von Forschungsdaten werden Dateiformate empfohlen, die nicht proprietär sind.

Innerhalb eines Forschungsprojekts können verschiedene Domänen – auch Arbeitsumgebungen – identifiziert werden (Domänenmodell).[2]

 

Sowohl fachmethodische Bedürfnisse, als auch Werkzeuge, die Betreuung von fachlichen Datenbeständen und ihre Qualitätssicherung sowie anhaltende Kuratierung, sind aus den Fächern und anhand einzelner Fallbeispiele (Use-Cases), vom Forschungsdatenmanagement, in allen Kooperationen, auszubauen. Die Beantwortung der Frage nach dem Speicherbedarf (Volumen) hilft dabei, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern.

Die Fragen an das Forschungsprojekt beziehen sich auf Ihre Forschungsdaten:

  • Welche Datentypen und welche Datenformate fallen in Ihrem Projekt an?
  • Bitte schätzen Sie Umfang/Volumen der Forschungsdaten ein (ungefähre Größenordnung, d.h. weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB)?
  • Können Sie Aussagen zur Datenqualität machen? (z.B. Text: Wie viele Seiten? PDF, Word? Printqualität, Webqualität u.ä.; Audiointerview: Wieviel Stunden? Stereo, Mono? Ist eine Sendequalität erforderlich?
  • Sind die Daten besonders schutzwürdig oder öffentlich (Frage nach der Sensibilität)?
  • Wo speichern Sie die Forschungsdaten, die im Rahmen Ihrer Projekte anfallen und zu welchem Zweck sollen die Daten aufbewahrt werden? (mit Angabe der Aufbewahrungsdauer, wenn möglich)
  • Werden Sie Ihre Daten lokal oder in einem fachspezifischen, externen Repositorium speichern (mit Begründung, wenn möglich)?
  • Mit welchen Metadaten bzw. Metadatenstandards arbeiten Sie im Projekt (sofern dies schon der Fall sein sollte)?
    Metadaten sind strukturierte Informationen, die die vorliegenden Daten näher beschreiben. Während formatspezifische Metadaten, auch technische Metadaten genannt, Auskunft über Dateityp, -größe und Erstelldatum geben, enthalten deskriptive Metadaten Informationen über den Inhalt der Daten, die die Auffindbarkeit, Nachnutzung und Zitierbarkeit der Daten erleichtern.

[1] DFG Webseite, Gute wissenschaftliche Praxis: http://www.dfg.de/foerderung/grundlagen_rahmenbedingungen/gwp/, zuletzt geprüft am 14.02.2019

[2] Webseite forschungsdaten.org. Curation Domain Model: http://www.forschungsdaten.org/index.php/Curation_Domain_Model, zuletzt geprüft am 14.02.2019

 

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