DFG und Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim in Kooperationen.

Die Digitalisierung hat seit einiger Zeit den Einzug in die Forschung gehalten. Für Forscherinnen und Forscher der Stiftung Universität Hildesheim gibt es neue Potentiale, die eigene Forschung bestmöglich zu gestalten. Daraus haben sich neue Herausforderungen ergeben.

(Photo by Antonio Janeski on Unsplash)

Das Management der Forschungsdaten gehört in den Bereich der „guten wissenschaftlichen Praxis”, gemäß der „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ (Kodex), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die im Sommer 2019 in Kraft traten. Auch eigene, hochschulinterne Leitlinien für eine institutionelle Forschungsdaten-Politik sind nach Abstimmung in den einzelnen Gremien verabschiedet worden.

Die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim” wurden am 05.02.2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet und bieten den Forschenden der SUH einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft. Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Europäische Union zum Umgang mit Forschungsdaten. Im Sinne von Open Science und Open Access fördern die Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten die Transparenz von Wissenschaft und Forschung ebenso, wie die Leitlinien der Stiftung Universität Hildesheim zum Open Access-Publizieren von Forschungsdaten.

„Die SUH engagiert sich gemäß dem Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine Kultur der wissenschaftlichen Integrität. Die vorliegenden Leitlinien geben Orientierung und nehmen insbesondere Bezug auf die „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten“der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und auf die „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ der DFG.

DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten.

Empfohlen wird von der FDM-Stelle der UB Hildesheim ein Datenmanagement rund um den „Data Life Cycle” und entlang der Fragen aus den Fragenkatalogen, die in einem Datenmanagementplan (DMP) vorkommen können. Deshalb richten sich die Beratungs- und Dienstleistungsangebote sowie die konkreten Schulungen zunächst immer an diesen beiden Grundpfeilern des Forschungsdatenmanagements aus.

Die UB Hildesheim gehört der „Research Data Management Organiser“ (RDMO)-Community an. RDMO wurde im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts entwickelt und wurde dann in der zweiten Projektphase verbessert und erweitert. Es haben hochschulweite Workshops zu RDMO stattgefunden.

Ein Datenmanagementplan (DMP) strukturiert den Umgang mit Forschungsdaten eines wissenschaftlichen Projekts. Viele Drittmittelgeber (DFG, EU Horizon 2020) erwarten für die Vergabe von Mitteln aus bestimmten Förderlinien einen DMP als Teil eines Förderantrags. In einem Datenmanagementplan sollte stehen, wie Sie mit Ihren Forschungsdaten umgehen werden und wie Sie sich die Speicherung, Verzeichnung, Pflege und Verarbeitung Ihrer Daten vorstellen.

Sinnvoll ist es, bereits vor Projektbeginn festzulegen, welche Verantwortlichkeiten im Umgang mit Forschungsdaten vorliegen und beispielsweise folgende Aspekte zu klären:

●      Welche Daten werden erzeugt und genutzt?

●      Um welche Art von Daten handelt es sich?

●      Welche Daten sollen oder müssen warum aufbewahrt werden?

●      Welche Zusatzinformationen sind für das Verstehen der Daten notwendig?

●      Wann erfolgt die Datenauswahl?

●      Wie lange sollen die Daten aufbewahrt werden?

●      Wann werden die Daten übergeben?

●      Wer darf die Daten nutzen?

Mit dem Research Data Management Organiser (RDMO) können Institutionen und Forschende das Forschungsdatenmanagement ihrer Projekte strukturiert planen und durchführen. Es ist ein Werkzeug, das das Erfassen aller relevanten Planungsinformationen in Datenmanagementplänen und die Verwaltung aller Datenmanagementaufgaben erlaubt.

Einen Bericht finden Sie hier: https://rdmorganiser.github.io/docs/RDMO_20191007_TRathmann+Strauch-Praxis.pdf

Die SUH beteiligt sich an der neu gegründeten RDMO-Arbeitsgemeinschaft weiter (Contentgruppe), denn m Herbst 2020 endet die DFG-Förderung für RDMO, die Forschungsdatenmanagementsoftware Research Data Management Organiser. Die Grundlage der Weiterarbeit wird in einem Memorandum of Understanding (MoU) formuliert.

Contentgruppe

„Die Contentgruppe (CG) setzt sich aus Freiwilligen zusammen, die die inhaltliche Koordination und Weiterentwicklung von RDMO vorantreiben. Eine niedrigschwellige Beteiligung einer größeren Anzahl von Freiwilligen ist wünschenswert und möglich. Diese können z. B. projektgebunden zur Entwicklung beitragen. Im Fokus der Arbeit stehen die Pflege und die kontrollierte Zusammenführung bestehender und neu generierter Inhalte wie beispielsweise Attribute oder Fragenkatalog-Templates. Es erfolgt eine Moderation und Begleitung der einzelnen Prozesse sowie Domänen-Anpassungen. Die CG dient dazu User Feedback einzusammeln und die allgemeine Usability vor dem Hintergrund des Feedbacks zu prüfen und ggf. zu verbessern.“

Auf dieser Seite zum Forschungsdatenmanagement der Bergischen Universität Wuppertal werden Eigenentwicklungen zu DFG-Fragenkatalogen in RDMO zum Download angeboten: https://www.fdm.uni-wuppertal.de/de/seite-fuer-datenmanager.html. Diese sind auch für die Stiftung Universität Hildesheim und DFG-geförderte Projekte nützlich und interessant.

Das Diagramm zeigt, in welchen Obermengen-Untermengen-Relationen die Fragenkataloge zueinander stehen. Unter dem Katalognamen steht die Zahl der Fragen im jeweiligen Katalog.

  • Die folgenden Unterkataloge sind hinzugekommen:
    • DFG 101 Alte Kulturen
    • DFG 104 Mündlicher Korpus
    • DFG 104 Textkorpus
    • DFG 105 Edition
    • DFG 106 Sozial- u. Kulturanthropologie, Außereurop. Kulturen, Judaistik u. Religionswiss.
    • DFG Biodiversitätsforschung
  • Unterkataloge nach DFG-Fachsystematik benannt
  • Erweiterung des Katalogs „Alle Fragen“ um bisher nicht vorhandene Fragen aus den neuen Unterkatalogen
  • Korrektur von abgehängten Links, Schreib- und Zuordnungsfehlern

Die DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten sind in allen enthaltenen Fragenkatalogen berücksichtigt, nicht nur im Katalog „DFG“. Jede der XML-Dateien enthält einen Fragenkatalog. Eine ausführliche Dokumentation liegt bei.

Diese Fragenkataloge für RDMO erleichtert das Erstellen von Datenmanagementplänen, die in der ersten Version einem Antrag auf Forschungsförderung an die DFG beigegeben werden sollen.

Der Fragenkatalog dfg.xml ist ein Unterkatalog des generischen Fragenkataloges „RDMO“ und besteht aus nur 20 Fragen, die nach den Leitlinien zum Forschungsdatenmanagement der DFG ausgesucht wurden. Darüber hinaus gibt es 9 fachspezifische Fragenkataloge.

Auf Basis einer von Bund und Ländern Ende 2018 getroffenen Verwaltungsvereinbarung arbeiten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) bei Aufbau und Förderung der NFDI zusammen.

„Die DFG ist für die wissenschaftsgeleitete Begutachtung und Bewertung der Konsortien-Anträge verantwortlich. Die GWK entscheidet auf Grundlage der Förderempfehlungen der DFG. Voraussetzung für die Förderung von Konsortien im Rahmen der NFDI ist ein positives Votum aus der Begutachtung.“

Bund-Länder Vereinbarung zu  Aufbau und Förderung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vom 26. November 2018: https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Papers/NFDI.pdf

„Für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen in Forschung und Gesellschaft ist der systematische, nachhaltige Zugang zu digitalisierten Datenbeständen unverzichtbar. Die an verschiedenen Stellen auf unterschiedliche Weise gesammelten Daten müssen so verfügbar gemacht werden, dass sie auch für Dritte leicht und geordnet auffind-bar sind und über die Grenzen einzelner Datenbanken, Fachdisziplinen und Länder hinweg analysiert und verknüpftwerden können. Dazu muss das Datenmanagement standardisiert sein: Nach den sogenannten FAIR-Prinzipien sollen Forschungsdaten auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar sein. Mit der NFDI sollen die heute oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerten Datenbestände von Wissenschaft und  Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen werden. Die NFDI wird von Nutzern von Forschungsdaten und von Infrastruktureinrichtungen ausgestaltet, die dazu in und zwischen Konsortien zusammenarbeiten. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen. Ein solcher Wissensspeicher ist ein Standortvorteil und kann dazu beitragen, die weltweit besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzuziehen.“

https://www.dfg.de/foerderung/programme/nfdi/index.html

Ansprechpersonen für Grundsatzfragen zur NFDI via https://www.dfg.de/foerderung/programme/nfdi/index.html:

FAQs zur NFDI (Stand September 2020): https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/nfdi/faq_nfdi_de.pdf

Hier eine interessante Frage und Antwort daraus: Können nachträglich weitere Einrichtungen und Beteiligte in ein Konsortium aufgenommen werden?

Die Bewilligung eines Konsortiums erfolgt aufgrund der imAntrag dargelegten Struktur der (mit-)antragstellenden Einrichtungen und Beteiligten. In Ausnahmefällen können auch nach der Bewilligung weitere Einrichtungen und Beteiligte in ein Konsortium auf-genommen werden. Bitte richten Sie in diesem Fall eine schriftliche Anfrage mit kurzer Begründung an die DFG.

Im Juni 2020 wurde die Förderung von neun Konsortien der NFDI beschlossen: https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Pressemitteilungen/pm2020-04.pdf

https://www.nfdi.de/konsortien-2

Ziele der Förderung

Die Ziele der Förderung von Konsortien sind:

  • Etablierung von Regeln zum standardisierten Umgang mit Daten in enger Rückkoppelung mit der jeweiligen Fachgemeinschaft

  • Erarbeitung von disziplinübergreifenden Metadatenstandards

  • Entwicklung von verlässlichen und interoperablen Maßnahmen für das Datenmanagement und ein auf die Anforderungen der Fachgemeinschaft zugeschnittenes Dienste-Angebot

  • Steigerung der Nachnutzbarkeit bereits vorhandener Daten, auch über die Fächergrenzen hinaus

  • Anbindung und Vernetzung mit Partnern in ausländischen Wissenschaftssystemen, die Kompetenz im Bereich Forschungsdatenmanagement aufweisen.

  • Mitarbeit bei der Entwicklung und Etablierung generischer, Konsortien-übergreifender Dienste und Standards zum Forschungsdatenmanagement

Die Informationen finden Sie hier: https://www.dfg.de/foerderung/programme/nfdi/

NFDI – Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Forschungsdateninfrastruktur

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