FDM, UB Hildesheim im Jahr 2020.

Foto:  Alexander Naglestad

Der Januar 2020 startete für die FDM-Stelle der UB Hildesheim lokal in der eigenen Bibliothek. Ich erinnere mich noch sehr gut an zahlreiche Beratungen zu Datenmanagementplänen gleich im Januar bevor ich dann bald zwei Mal zur Bergischen Universität Wuppertal am Campus Grifflenberg fuhr. Am 21.01. 2020 diskutierten wir dort zu den rechtlichen Themen im FDM (Datenschutz und Urheberrecht) im schönen Schulungsraum der Universitätsbibliothek Wuppertal. Diese Schulung richtete sich an Forscherinnen und Forscher aller Fächer und war in Kooperation mit Herrn Dr. Torsten Rathmann entstanden.

Das Forschungsdatenmanagement der Universitätsbibliothek Hildesheim beschäftigte sich weiterhin mit praktischen Lösungsmöglichkeiten für Forscherinnen und Forscher vor Ort, um so die Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten verbessern zu können. Gerade im Kontext von Innovationen im digitalen Zeitalter ist es wichtig, dass Forschungsdaten über Ländergrenzen kollaborativ bearbeitet werden können, dann auch im Hinblick auf die europäische Forschungscloud (EOSC). Bei Erweiterungen von Diensten für die Stiftung Universität Hildesheim spielen in diesem Zusammenhang die FAIR-Prinzipien und Qualitätskriterien für Forschungsdaten eine besonders wichtige Rolle. Die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim” wurden am 05.02.2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet und bieten den Forschenden der SUH einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft.

Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Europäische Union zum Umgang mit Forschungsdaten. Im Sinne von Open Science und Open Access fördern die neuen Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten die Transparenz von Wissenschaft und Forschung ebenso, wie die Leitlinien der Stiftung Universität Hildesheim zum Open Access-Publizieren. Zudem tragen sie dazu bei, die jüngst von 160 internationalen Universitäten unterzeichnete Sorbonne-Erklärung zum Zugang zu Forschungsdaten nach dem Prinzip FAIR (findable, accessible, interoperable, reusable) auch an der SUH zu realisieren.

Ein weiteres Highlight im Februar 2020 war sicherlich die Veranstaltung “Herausforderung Datenqualität: Forschung im digitalen Wandel” in Hannover.

Die Themen der Tagung waren

– Integrität und Vertrauen in die Forschung

– Datenqualität als politisches Thema – Aufwertung qualitativ hochwertiger Daten

– Kriterien für die wissenschaftliche Qualität der Daten

– Der Datenlebenszyklus: Ideal und Realität

– Datenqualitätsstandards und -konzepte: Best Practices in Querschnittsbereichen und verschiedenen Disziplinen

Im März 2020 wurde der Umgang mit den Daten, der sich an allen Fachbereichen und an den einzelnen Instituten entlang orientiert, bei Open Password erläutert.

Zu einem generischen Forschungsdatenmanagement wird in der UB Hildesheim also fächerspezifisch und fächerübergreifend beraten und geschult.

 

Der geplante Workshop “Datenqualität“, der in einem größeren Umfang (70 + Personen) mit auswärtigen Gästen (Vorträge/Präsentationen, u.a. GWDG und RfII) für den Sommer 2020 geplant worden war, wurde verschoben, aber fast alle Unterstützungsangebote zum Forschungsdatenmanagement können inzwischen bestmöglich und sogar effizienter (!) vom Homeoffice aus durchgeführt werden.

Wenn Sie nicht zum Forschungsdatenmanagement kommen können, dann kommt das FDM zu Ihnen!

 

Auch in Zeiten von Corona finden Forschende Unterstützung beim Schreiben des Datenmanagementplans, Hilfe zur informierten Einwilligung‘, Support bei der Auswahl technischer Lösungen, zum vertrauenswürdigen Speicherplatz und Langzeitarchivierung, usw. Für die fortlaufende Unterstützung und Information zum Forschungsdatenmanagement wurden vorhandene Formate für den digitalen Raum neu geformt. Wegen der COVID-19-Pandemie hatte die UB Hildesheim die Coffee Lectures vollständig in den digitalen Raum verlagert. An den ersten beiden Coffee Lectures im digitalen Raum nahmen jeweils 80 Interessierte teil. Sie wählten sich von verschiedenen Orten in ganz Deutschland und der Welt (Österreich, Schweiz, Großbritannien, USA und Kasachstan) in die Veranstaltung ein. Im April 2020 fand die erste digitale Coffee Lecture zum Thema Forschungsethik statt. Ethik als Disziplin sucht „die allgemeinen Prinzipien oder Beurteilungskriterien zur Beantwortung der Frage nach dem richtigen Handeln zu begründen“(vgl. Diener, Edward, Crandall, Rick (1978): Ethics in Social and Behavioral Research). Zentrale Elemente zur Forschungsethik, neben der Verantwortung, sind Überlegungen zur Wertebasis und ethische Entscheidungsfindungen: Wer trägt Verantwortung als Forscherin und Forscher? Wofür tragen die Forschenden eigentlich die Verantwortung, d.h. für welche Handlungen in ihrer Forschungstätigkeit und wem gegenüber? Bei diesen Überlegungen müssen immer die Anforderungen der Ethikstandards in den Fachgesellschaften erfüllt werden. Auch im Bereich des Maschinellen Lernens, Big Data, Künstliche Intelligenz und Algorithmen werden alle angeregt, sich um eine ethische Reflexion des Forschungsthema zu kümmern. In der der Biologie oder in den den Lebenswissenschaften, bei Projekten der Politikwissenschaften und in den Erziehungs-und Sprachwissenschaften werden forschungsethische Fragen gestellt, also an allen Fachbereichen der eigenen Universität.

Es folgten sieben weitere Coffee Lectures im Jahr 2020, auch mit externen Gastbeiträgen. Mehr dazu: Forschungsdatenmanagement – Unterstützung in Zeiten von Corona. UB Hildesheim: FDM-Coffee Lectures und Summer School im digitalen Raum. b.i.t. online 2020, Ausgabe 3, 264–265. (PDF) https://blogs.ethz.ch/coffeelectures/2018/07/18/neue-literatur-zu-coffee-lectures

Mit der eResearch Alliance kooperiert die Stelle des FDM der SUH in vielen Bereichen, nicht nur auf der technischen Ebene und wird das im Jahr 2021 fortsetzen können.

Seit Ende Mai 2020 kann jede Forscherin und jeder Forscher der Stiftung Universität Hildesheim ihr/sein institutionelles Konto nutzen (‘Log-In’ über die Academic Cloud: https://academiccloud.de/) und ein persönliches “Dataverse“ anlegen, um Forschungsdaten als „Datasets“ hochzuladen. Dieser Service wird von der GWDG gehostet, die sich um Datensicherheit und -schutz, einschließlich Backups und Zugriffskontrolle sowie um die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, kümmert.

Das Forschungsdaten-Repositorium basiert auf dem Open-Source-Programm Dataverse (Harvard University). Die Software ist seit Mitte Mai 2020 an der Stiftung Universität Hildesheim für das institutionelle Forschungsdaten-Repositorium im Einsatz. Mit Inkrafttreten des DFG-Kodex “Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis” zum 01.08.2019 müssen alle Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen die 19 Leitlinien rechtsverbindlich umsetzen, um Fördermittel durch die DFG erhalten zu können.

“Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht werden, werden die zugrunde liegenden Forschungsdaten (in der Regel Rohdaten) – abhängig vom jeweiligen Fachgebiet – in der Regel für einen Zeitraum von zehn Jahren zugänglich und nachvollziehbar in der Einrichtung, wo sie entstanden sind, oder in standortübergreifenden Repositorien aufbewahrt.” (Leitlinie 17)

Sofern nachvollziehbare Gründe dafür existieren, bestimmte Daten nicht aufzubewahren, muss dies dargelegt werden. Die langfristige Archivierung von Forschungsdaten ist Voraussetzung für die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, die auf der Auswertung dieser Daten beruhen. Forschungsdaten werden als eigenständige wissenschaftliche Leistungen sichtbar und gewürdigt. Wenn es über die temporäre Sicherung von Arbeitsdateien hinausgeht, die während des Forschungsprozesses anfallen, und darum, die Forschungsdaten zu erhalten (Archivierung im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis, DFG-Kodex) und digitaler Langzeitarchivierung, werden in der Regel fachspezifische Repositorien oder Forschungsdatenzentren genutzt, weil sie besser von der Fach-Community wahrgenommen werden.

Beim “Dataverse Community Meeting 2020“ am 17. Juni 2020 wurde das Dataverse des Forschungsdatenmanagement Hildesheim mit einem Videobeitrag vorgestellt.

Am 8. Juli 2020 fand eine digitale Sommerschule der UB Hildesheim im Miniformat von 14:00 bis 16:00 Uhr zum Forschungsdatenmanagement statt, an der 160 Interessierte teilnahmen.. Themen waren dabei, wie wir die Nutzbarkeit von Forschungs-daten verbessern, um die Wissenschaft voranzubringen? ‘Good Practices’ und ‘Lessons Learned’ aus dem KIT in Karlsruhe und Initiativen zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) wurden vorgestellt. Die NFDI wird weiterhin kontinuierlich aufgebaut, damit Forschungsdaten wissenschaftlich breit nutzbare Datenschätze mit gesellschaftlichem Mehrwert wer-den können, auch mit dem Ziel zur Anschlussfähigkeit z.B. an die Europäische Forschungscloud (European Open Science Cloud, EOSC) und ganz global. Dabei spielt auch das geplante NFDI4Objects-Konsortium eine wichtige Rolle, das Herr Prof. Weisser vorstellen konnte.

Im August 2020 gab es gute Kooperation hinsichtlich der Interoperabilität mit NFDI4Objects for Storage im Sinne von Anpassungen. Im September 2020 bei der 21. DINI-Jahrestagung: „UX 2020 – Fokus User Experience“ gab es den Beitrag “Digitale Beratungen und Schulungen: Forschungsdatenmanagement, der von Frau Dr. Barbara Ebert, Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII), moderiert wurde.

Die 9. Eurasische Konferenz für wissenschaftliche Bibliotheken, Eurasian Academic Libraries Conference – 2020, die vom 30. September bis zum 2. Oktober 2020 unter dem Motto „Alive to Changes: Engage. Embrace. Ensure” an der Nazarbayev Universität in Nur-Sultan (ehemals Astana) ONLINE stattfand, untersuchte wieder aktuelle Trends in wissenschaftlichen Bibliotheken. In der Keynote “The Modern Academic Library changing times, evolving roles” identifizierte Jayshree Mamtora, International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) Bibliotheken als ‘Gate-keeper’ und als Trends Konnektivität, Technologien, Fokus auf Nutzerinnen und Nutzern und eine komplexe Forschungsumgebung. Der Gastbeitrag im Kontext aktueller Entwicklungen an Bibliotheken im Umgang mit Forscherinnen und Forschern konnte zeigen , dass wissenschaftliche Bibliotheken inzwischen längst die Forschung und Forschungsprozesse unterstützen.

Ordnen und Strukturieren ist hinsichtlich der Qualitätssicherung von Forschung besonders wichtig, wenn mit anderen Forschenden und Forschungsgruppen kooperativ in Projekten geforscht wird. Gerade hier sollten sich alle Projektmitarbeiter und Projektmitarbeiterinnen mit einem Schema einverstanden erklären und dieses einhalten. Daher führte die Universitätsbibliothek Hildesheim im September und im Oktober 2020 jeweils einen digitalen Workshop mit dem Titel „Strukturieren und Ordnen im Forschungsdatenmanagement – wie geht das?“ durch. Im Oktober fand dann auch der GO UNI Kick-Off Meeting (online) statt.

Für November 2020 wäre u.a. die VDB-Veranstaltung “Forschungsnahe Dienste zum Laufen bringen: Drittmittelanträge schreiben” zu erwähnen.

Am Donnerstag, den 10. Dezember 2020 von 14:00 – 15:30 Uhr fand eine Online-Veranstaltung mit drei Kurzvorträgen zu easydb statt, bei der folgenden sprechen Referenten und Referentin sprachen:

– 14:00 – 14:15: Sebastian Klarmann, COO Programmfabrik GmbH, „easydb als Framework zum Aufbau komplexer Medien- und Metadatenrepositorien“

– 14:30 – 14:45 Annette Strauch, M.A. Forschungsdatenmanagement, Stiftung Universität Hildesheim, „Darstellung von Forschungsdaten durch individuelle Präsentationsoberflächen mit easydb am Beispiel von HilData. Forschungsdatenmanagement der Stiftung Universität Hildesheim (UB Hildesheim)“

–  15:00 – 15:15 Leonhard Maylein, Leiter der Abteilung EDV-Versorgung/Informationstechnologie, Fachreferent für Informatik, Universitätsbibliothek Heidelberg „Forschungsdatenmanagement an der Universitätsbibliothek Heidelberg mit easydb“

 

Aufgaben für 2021

(Illustration: P. Hochstenbach für A. Strauch)

Dataverse:

  • Daten hochladen
  • Metadatenschema
  • Daten im Portal bearbeiten
  • Daten veröffentlichen
  • Fragen & Antworten

  RDMO:

  • Datenmanagementpläne
  • Muster (für untersch. Fächer und Förderer)
  • RDMO-Workshops in Kooperation mit dem Graduiertenzentrum der SUH
  • (…)

 

– Rechtl. Aspekte im FDM

– FAIR

Open Science in allen Facettenhttps://forschungsdaten-thueringen.de/nachricht/2021-online-coffee-lectures-de.html

– Digital Winter School der FDM-Stelle, UB Hildesheim: https://www.hi-reg.de/veranstaltung/digital-winter-school-2021/

Poster:

https://zenodo.org/record/4271429#.X-3PgudCc2w