Forschungsdatenmanagement
Wissenschaftliches Arbeiten erfordert einen strukturierten Umgang mit Forschungsdaten. Das Forschungsdatenmanagement (FDM) orientiert sich am Datenlebenszyklus und umfasst alle Prozesse – von der Planung bis zur langfristigen Speicherung:
- Forschungsvorhaben planen
- Daten erheben
- Daten aufbereiten und analysieren
- Daten speichern und archivieren
- Daten teilen und bereitstellen
- Daten nachnutzen
Ein Erklärvideo (3:38 Minuten) zu FDM des Verbundprojekts FDM-ndsHAW finden Sie hier.
Wir unterstützen, beraten und schulen Sie in allen Aspekten des FDM. Kontaktieren Sie uns.
Weitere Unterstützung im Bereich Forschung finden Sie beim Science Support Hub.
Was sind Forschungsdaten?
Forschungsdaten sind alle Daten, die in Forschungsprozessen entstehen oder nachgenutzt werden. Beispiele sind:
- Messdaten
- Laborwerte
- AV-Material
- Umfragedaten
- Texte, Korpora
- (digitale) Objekte aus Sammlungen oder Proben
- Methodische Testverfahren (Fragebögen, Software, Simulationen) etc.
Ein Erklärvideo (3:23 Minuten) zu Forschungsdaten des Verbundprojekts FDM-ndsHAW finden Sie hier.
Was sind FAIR Data Prinzipien?
Die FAIR Data Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) helfen dabei, die Forschungsdaten zugänglich und nachnutzbar zu gestalten. Sie sind Teil der GWP.
Die FAIRness Ihrer Forschungsdaten können Sie u. a. mit dem FAIR Assessment Tool vom TKFDM prüfen.
Eng verwandt mit FAIR sind die CARE Principles for Indigenous Data Governance, kurz für Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility und Ethics.
Wozu brauche ich einen Daten- oder Softwaremanagementplan?
In einem Datenmanagementplan (DMP) werden alle Maßnahmen rund um die Forschungsdaten festgehalten – von der Erhebung bis zur Nachnutzung. Ein DMP unterstützt die Forschenden bei der Zusammenarbeit und dokumentiert diese. Damit wird gewährleistet, dass die Daten verfügbar, nutzbar und nachvollziehbar bleiben – im Sinne der FAIR Data Prinzipien. DMPs können mit dem Tool RDMO erstellt werden.
Ein Erklärvideo (2:39 Minuten) zu DMP des Verbundprojekts FDM-ndsHAW finden Sie hier.
Bei vielen Forschungsförderern ist der DMP Bestandteil des Antrags und gehört zum Teil zu den Forschungsergebnissen. Häufig übernehmen sie die Kosten für FDM, jedoch müssen sie im Vorfeld mit einkalkuliert werden. Am besten beginnen Sie mit der Planung, sobald Ihr Forschungsvorhaben konkret wird. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf, bevor Sie Ihren Förderantrag finalisieren.
Software Management Plans (SMP) helfen dabei, Software im Sinne der FAIR Principles for Research Software (FAIR4RS Principles) nachnutzbar und nachhaltig zu gestalten. Mehr Informationen gibt es im Practical guide to Software Management Plans (1.1). Ein SMP-Muster finden Sie u. a. bei der Max Planck Digital Library.
Wo veröffentliche ich meine Forschungsdaten?
Im Sinne der GWP sollen Forschungsergebnisse mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden. Geeignete Publikationsorte sind Forschungsdatenrepositorien, Forschungsdatenzentren, Datenjournale (Data Paper) oder die Veröffentlichung als Datensupplement. Eine Übersicht gibt re3data.org.
Die Universität Hildesheim bietet das Forschungsdatenrepositorium HilReDa an.
Welche Dienste und Werkzeuge werden angeboten?
Die Universität Hildesheim stellt ihren Angehörigen Dienste und Werkzeuge zur Verfügung, die sie im Umgang mit Forschungsdaten unterstützen. Sie benötigen dazu lediglich Ihren UNI-Account vom Rechenzentrum.
- HilReDa: Forschungsdatenrepositorium der Universität Hildesheim
- HilData: Digital Asset Management System, u. a. Bereitstellen von (sensiblen) Forschungsdaten
- Übersicht zu Dateiablagemöglichkeiten
Weitere Dienste bieten u. a. das Methodenzentrum, die Servicestelle digitale Lehr-Lernformate (SdLL), das Qualitätsmanagement und das Rechenzentrum an. Darüber hinaus gibt es fachspezifische Dienste und Werkzeuge von Drittanbietern, auch für sensible Daten. Wir beraten Sie gern bei der Auswahl und unterstützen Sie bei der Nutzung.
Support zu technisch-infrastrukturellen Angeboten erhalten Sie u. a. vom Rechenzentrum oder fragen Sie in Ihrem Institut (Übersicht) nach.
Welche rechtlichen Aspekte sollte ich beachten?
Im Laufe eines Forschungsvorhabens sind viele rechtliche Aspekte wie Urheber- oder Nutzungsrechte zu klären. Insbesondere bei der Arbeit mit personenbezogenen und sensiblen Forschungsdaten ist der Datenschutz zu beachten.
Weitere Informationen finden Sie in den Rubriken Rechtliche Aspekte und Datenschutz.
Was hat Forschungsethik mit Forschungsdatenmanagement zu tun?
Die Arbeit mit Forschungsdaten berührt viele Bereiche der Forschungsethik. Dazu gehören die GWP sowie die Forschung mit und an vulnerablen Personengruppen oder mit menschlichem Material.
Bei forschungsethischen Fragen unterstützt Sie an der Universität Hildesheim die Ethikkommission des Senats oder die Ethikkommission des Fachbereichs 1.
Was sind die sogenannten Forschungsdaten-Leitlinien?
Die Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim wurden am 5. Februar 2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet. Sie bieten den Forschenden der Universität Hildesheim einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft. Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie DFG, BMFTR oder EU zum Umgang mit Forschungsdaten.
Wo finde ich weiterführende Informationen?
Einen Learnweb-Kurs zum FDM finden Sie hier.
Weitere Materialien ab Frühjahr 2023 finden Sie in der Zenodo-Community Forschungsdatenmanagement Universität Hildesheim (FDM@UHi).
- Landesinitiative Forschungsdatenmanagement Niedersachsen, Kontakt: info[at]fdm-nds.de
- forschungsdaten.info
- forschungsdaten.org
- forschungsdaten-bildung.de
- Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)
- Fachinformationsdienste (FID) (Übersicht)
Kontakt
Beer, Anna
+49 5121 883-93074
E-Mail
HC.B.1.17