Informationen zum Projekt

Das Sprachlernprojekt unterstützt die Integrationsarbeit mit geflüchteten Menschen an zwei zentralen Standorten in Hildesheim:

In der Walter-Gropius-Berufsschule befinden sich ca. 250 SchülerInnen mit Fluchthintergrund. Diese jungen Menschen befinden sich im Übergang von der Schule in den Beruf, sie sind in der Regel sehr zielstrebig und motiviert die deutsche Sprache zu lernen und eine Berufsausbildung zu beginnen. Eine große Herausforderung ist, die geflüchteten SchülerInnen zur Ausbildungsreife zu bringen. Der Spracherwerb ist für die erfolgreiche Ausbildung eine zentrale Qualifikation, die durch das Sprachlernprojekt intensiv unterstützt wird.

Auch die Grundschule Nord profitiert in besonderem Maße von dem Projekt. Im Einzugsgebiet der Grundschule Nord lag 2020 die „glatte Einschulbarkeit“ bei 20%. Häufig sind hierbei Sprachschwierigkeiten ein Problem, viele Kinder kommen aus Familien mit Flucht- oder Migrationshintergrund und benötigen Unterstützung bei beim Spracherwerb und um dem Unterricht in den Regelklassen folgen zu können.

In beiden Schulen findet durch das Projekt täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht statt, der die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv beim Spracherwerb unterstützt. Das Lernen mit den Studierenden ist hierbei - anders als ein „Frontalunterricht" - sehr unterstützend und auf Augenhöhe. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen, oft mit einer 1:2 Betreuung statt und bringt sehr gute Lernerfolge.

 

Ausbildung der Studierenden

Jährlich nehmen ca. 120 Studierende an unserem Projekt teil, pro Jahr gibt es zwei Starttermine zu Semesterbeginn. Die Studierenden besuchen wöchentlich ein Projektseminar, hier werden die Projektinhalte, wie Deutsch als Zweitsprache, Diversität, Alphabetisierung, Unterrichtsvorbereitung, usw. vermittelt. Im praktischen Teil des Projekts absolvieren die Studierenden mind. 18 Termine Unterricht in den Schulen und führen dort auch eine selbst konzipierte Unterrichtsstunde durch. Der Unterricht in den Schulen wird –  immer von einer DaZ-Lehrkraft angeleitet –  täglich in einer Vorbereitungseinheit mit den Studierenden besprochen und im Rahmen einer Nachbesprechung ausgewertet. Die Inhalte und Materialien des Unterrichts werden über das Learning Management System (Learnweb) zur Verfügung gestellt.

Ein besonders wichtiges Anliegen des Sprachlernprojekts ist es, den Horizont der Studierenden zu erweitern und über die Projektarbeit in die Gesellschaft hinein zu wirken. Wir möchten den Studierenden Ängste im Umgang mit Heterogenität nehmen und vermitteln, dass die Themen Flucht und Migration ein Teil unserer modernen, offenen Gesellschaft sind und auf diese viele positive Auswirkungen haben. So können heute bei einem großen Mangel an Auszubildenden in Handwerk und Industrie bundesweit schon 5% der Ausbildungsplätze durch geflüchtete junge Menschen besetzt werden, diese werden durch unseren Unterricht in der Berufsschule unterstützt. Viele Studierende berichteten uns, dass sie vor der Mitarbeit im Projekt unsicher waren, wie sie mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen oder Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund umgehen sollen und wie sie diese unterstützen können. Hier leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag und wirkt auch im Sinne einer Antirassismusarbeit in das Arbeits- und soziale Umfeld der Studierenden hinein.

Durchführung des Sprachunterrichts

An den beiden Standorten (Grundschule Nord und Walter-Gropius-Berufsschule) in Hildesheim werden die SchülerInnen aus den Sprachförderklassen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Nachmittag durch das Sprachlernprojekt in einer direkt an den Unterricht anschließenden Unterrichtsgruppe zusammengebracht. Pro Woche nehmen ca. 70 SchülerInnen an unserem Unterricht teil. Dabei können wir einen sehr intensiven Unterricht gestalten, in dem die SchülerInnen individuell betreut werden. Nach einer gemeinsamen Einführungsphase durch unsere DaZ-LehrerInnen zu den jeweiligen Unterrichtsinhalten wird in sehr kleinen Gruppen gearbeitet. Hierdurch wird ermöglicht, dass die Kursteilnehmenden sehr intensiv lernen und leistungsheterogene Gruppen auch leistungsdifferenziert unterrichtet werden können. Der Unterricht an den Schulen wird von unseren DaZ-Lehrerinnen konzipiert und gemeinsam mit den Studierenden gestaltet, hierbei wird sehr viel Wert auf eine hohe Qualität jeder einzelnen Unterrichtsstunde gelegt.