Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche

© Isa Lange / Universität Hildesheim
Lehrsituation

 

Das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim bietet Studierenden eine praxisnahe Qualifizierung in den Themenbereichen Deutsch als Zweitsprache, Diversität und Bildungsintegration.

Begonnen hat das Projekt im Oktober 2015 als kurzfristige Maßnahme des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, um dem Bedarf an Sprachunterricht für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Niedersachsen nachzukommen. Hierfür haben wir (Lehramts-) Studierende qualifiziert und gemeinsam in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete DaZ-Kurse durchgeführt.

Mittlerweile ist aus dieser Maßnahme ein umfassendes Qualifizierungsprojekt für Studierende geworden. Das Sprachlernprojekt bereitet Studierende auf ihre diversitäre Berufspraxis vor, damit sie in der Lage sind,  Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund zu fördern und zu unterstützen. Es bietet den Studierenden eine Qualifizierung mit einem hohen Praxisanteil und legt dabei den Fokus auf Spracherwerb als Voraussetzung von Bildungsintegration.

Mit theoretischen Modulen werden den Studierenden fachliche Grundlagen zu den Themen Diversität, Bildungsintegration und Deutsch als Zweitsprache vermittelt, anschließend unterrichten sie in einer Praxisphase SchülerInnen mit Flucht- und Migrationshintergrund.

Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle in Hildesheim geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt erhalten und benötigen jetzt Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt. Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  In der Walter-Gropius-Schule gibt es fünf Sprachlernklassen und sieben Sprintklassen für SchülerInnen mit Flucht- und Migrationshintergrund, an der Grundschule Nord zwei Sprachlernklassen. An beiden Schulen wird im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht angeboten. Dieser unterstützt die SchülerInnen individuell und hilft ihnen beim Übergang aus den Sprachlernklassen in den Regelunterricht. Das Projekt leistet hiermit einen wichtigen Beitrag für die Bildungsintegration geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Hildesheim.

Bislang wurden 270 Studierende qualifiziert und 350 Erwachsene sowie 300 Kinder und Jugendliche haben an unseren Sprachkursen teilgenommen.

Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Klosterkammer Hannover und der Niedersächsischen Lotto-Sport Stiftung.

Hier könnt ihr mitmachen

Mitarbeit im Sprachlernprojekt

Das Projekt steht Studierenden aller Studiengänge offen. Ihr könnt im Rahmen verschiedener Angebote Eures Studiums (z.B. Sozialpraktikum im Lehramt, Optionalbereicht Lehramt, Studium Generale in den Erziehungswissenschaften oder SOP, Studium Bilinguales Lehren und Lernen, Praktikum im Studiengang Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache usw.) teilnehmen und Leistungspunkte erwerben. Wir bereiten Euch mit einem zweitägigen Einfühungsseminar und zwei Seminaren auf Eure Arbeit vor Ort vor. Der Unterricht wird immer von einer DaZ-Lehrkraft angeleitet und findet von Montag bis Donnerstag im Anschluss an den Regelunterricht statt. Ihr könnt flexibel im Umfang des Workloads des jeweiligen Studiengangs an den Sprachkursen teilnehmen.

Mit der Teilnahme am Sprachlernprojekt wird ein Zertifikat erworben, das zum vergüteten Unterricht in Sprachlernklassen an Schulen in Niedersachsen berechtigt.

 

 

Die nächsten Einführungstage finden am 08./09. Januar und am 16./17. April 2018 statt.

Anmeldung:

Die Onlineanmeldung findet ihr hier.