Grundproblematik der Experten-Laien-Kommunikation

Grund für Verständnisschwierigkeiten zwischen zwei Parteien ist eine systematische Wissensasymmetrie zwischen beteiligten Kommunikationspartnern (Bromme/Jucks 2016: 166). Ziel einer Kommunikation zwischen Experten und Laien ist meistens eine informierte Entscheidung des Laien, die er mithilfe des Experten in der Lage ist, zu treffen und verschiedene Optionen miteinander abzuwägen. Diese systematische Divergenz führt dazu, dass der Laie den Experten nicht versteht.

Kommunikation als gemeinsame Arbeit an einem Ziel in Anlehnung an Bromme, Jucks und Rambow (2003)

Ziel der Forschung

Dieses Kommunikationsproblem zwischen Experten und Laien führt in der Technischen Redaktion oftmals zu Verständnisbarrieren, vor allem in instruierenden Texten wie beispielsweise Bedienungsanleitungen. Diese Verständnisbarrieren werden oft erst von Fachübersetzern erkannt und durch zusätzliche Informationen oder durch das Hinzufügen einer Abbildung überwunden. Der Übersetzer wird in diesem Fall zum Mittler, um einen (Fach-)Text für die Rezipienten verständlich zu formulieren bzw. zu gestalten. Im beschriebenen Beispiel wäre eine Abbildung des gesuchten Kabels oder eine nähere Beschreibung eine große Hilfe gewesen.

 

Die Forschungsfrage befasst sich damit, Lokali­sie­rungen in technischen Fach­übersetzungen (hier: Bedienungsanleitungen) heraus­zu­kristal­lisieren, um in Bezug auf die Experten-Laien-Kommunikation Rückschlüsse, über Ver­änderungen von Ausgangs- zu Zieltext und deren Gründe zu ziehen.

Grundlagen der Forschung

Ein ausführlicher Forschungsüberblick zu den Handlungstheorien des Fachübersetzens wird in meiner Masterarbeit (Müller 2018) dargestellt.

In der Masterarbeit wurde ein Forschungsüberblick über jene Handlungstheorien erstellt, welche ausgewählte Kriterien beinhalten. Diese Handlungstheorien des Übersetzens vertreten die Auffassung, Übersetzen sei ein interkulturell adäquates Neuschöpfen. Betont werden in diesen Theorien vor allem die Professionalität des Übersetzers und dessen begründbare Handlungen im Übersetzungsprozess. Die behandelten Modelle wurden unter variablen Gesichts­punkten miteinander verglichen. Untersucht und bewertet wurden relevante For­schungs­arbeiten und Modelle ab dem Jahr 2000, wobei perspektivisch auch frühere Arbeiten in der Dissertation herangezogen werden.

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Laura Müller

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