Forschung

Grundlagen

Die Computer- und Mediennutzung befindet sich in einem ständigen Umbruch. Derzeit erleben wir eine verstärkte Nutzung mobiler Computersysteme. Menschen zumindest in der industrialisierten Welt haben häufig Zugriff auf mehr als ein Computersystem. Daten werden in der "Cloud" abgelegt, trotzdem erwarten die Benutzer einen sicheren und privaten Umgang damit und einen ununterbrochenen Zugriff darauf. Gleichzeitig sehen wir, daß der Stand der Technik dafür sorgt, daß ambiente und ubiquitäre Computersysteme aus den Forschungslaboren in die Alltagswelt übergehen können. Innovative Interaktionsmöglichkeiten, von Tangibles über 3D-Gesten bis hin zu verschwindenden Interfaces, stellen dabei neue Herausforderung an die Entwicklung von Computersystemen.

Unser Ziel ist die Erforschung und Gestaltung solcher innovativer Computersysteme. Unsere Grundannahme ist die, daß wir in absehbarer Zeit mit einer Mischung aus ambienten und traditionellen Computersystem leben und arbeiten werden. In diesem Kontext wollen wir dazu beitragen, daß der Mensch mit seinen Fähigkeiten, Kenntnissen, Vorlieben und Emotionen im Zentrum steht. Unser Ziel ist die Verbesserung des gesamten sozio-technischen Systems aus computerisierten Systemen und menschlichen Benutzern. Eine solche Verbesserung kann das Gesamtsystem leistungsfähiger machen, interne Reibungsverluste zwischen Mensch und Maschine minnimieren, oder einfach dazu führen, daß die Nutzung von Computern mehr Spaß macht.

Forschungsthemen in der Medieninformatik

Uns interessieren kontextualisierte Systeme (context-aware bzw. context-sensitive). Das sind Systeme für die Wahrnehmung von Kontextparametern, die Erkennung unterschiedlicher Kontexte und das kontextadäquate Verhalten. Kontextualisierte Systeme können sich an die Situation, in der sich die Benutzer befinden, anpassen.

Wir arbeiten an ambienten intelligenten Systeme. Das sind solche Systeme, die in die Umgebung eingebettet sind oder gar in ihr verschwinden. Sie können ihre Umgebung, die Menschen in dieser Umgebung und deren Aktivitäten erkennen, unterschiedliche Sitationen in Kontexten klassifizieren, und die Umgebung dann adäquat verändern.

Wir betrachten mobile Systeme und ihre Nutzung in verschiedenen Kontexten in Arbeit und Freizeti. Wir beschäftigen uns mit der situations- und ortsbezogene Integration verschiedener mobiler und stationärer, öffentlicher und privater Computersysteme.

Wir entwickeln und erforschen Kooperationsplattformen, welche die multimodale Kommunikation der Teilnehmer unterstützen und deren Benutzungsschnittstellen unaufdringlich den Menschen bei seiner Arbeit unterstützen.

Kooperationspartner

Forschung passiert selten im stillen Kämmerlein, in der ein Universalgelehrter an seinen Ideen arbeitet, sondern in Teams, in der die verschiedenen Mitglieder ihre jeweils eigenen Kompetenzen und Ideen einbringen. Dabei helfen transdisziplinäre Ansätze, über die Grenzen der eigenen Disziplin hinauszusehen.

Eine kurze unvollständige Liste von Kooperationspartnern, mit denen wir aktuell zusammenarbeiten oder in den letzten Jahren in diesem Sinne zusammengearbeitet haben:

  • Mit Prof. Dr. Michael Herczeg (Universität zu Lübeck) und seinem Team arbeiten wir an der benutzerzentrierten Entwicklung ambienter und mobiler interaktiver Systeme.
  • Mit Prof. Dr. Martin Christof Kindsmüller (Fachhochschule Brandenburg) besteht eine längere Zusammenarbeit in den Bereichen Wissensmanagement und mobile Systeme.
  • Mit Prof. Dr. Thomas Roth-Berghofer (University of West London, London, UK) beschäftigen wir uns mit erklärungsfähigen und kontextualisierten Softwaresystemen.
  • Mit Adjunct Associate Professor Dr. Anders Kofod-Petersen (Norwegian University of Science and Technology, Trondheim, Norwegen) erforschen wir Methoden für die Entwicklung kontextualisierter und ambienter intelligenter Systeme.
  • Mit Dr. Rebekah Wegener (RWTH Aachen und Audaxi Pty Ltd, Sydney, Australien) betrachten wir die Semiotik kontextualisierter und ambienter Systeme sowie personalisierte Lehr- und Lernsysteme.