Überblick zum Bodenbündnis

Die Böden der Hildesheimer Börde sind durch eine hohe natürliche Bodenfruchtbarkeit gekennzeichnet. Gleichwohl erfolgte durch die langandauernde Siedlungstätigkeit eine intensive Flächeninanspruchnahme und damit einhergehend ein Verlust oder die Beeinträchtigung der Böden.

Das Bodenbündnis Hildesheim möchte das Bodenbewusstsein für die endliche Ressource Boden fördern. In diesem Sinne hat sich das Forum zum Ziel gesetzt, regional bedeutsame Projekte, welche die Böden beeinträchtigen, konstruktiv zu begleiten und die örtlichen Belange des Bodenschutzes zu koordinieren.

Online-Konferenz am 05.12.2022, 17:00 – 19:00 anlässlich des internationalen Tag des Bodens

„Boden und Klimaschutz – was Kommunen konkret machen können!“

Traditionell wird am 05.12. der Boden des folgenden Jahres vorgestellt. Das wird 2023 der Ackerboden sein.

Das Hildesheimer Bodenbündnis nimmt dies zum Anlass, um mit einer Veranstaltung auf die Problematik der immer weiter voranschreitenden Inanspruchnahme und Versiegelung von landwirtschaftlich genutzten Flächen und deren Folgen aufmerksam zu machen und möchte Entscheidungsträger vor Ort daran beteiligen.

Die Veranstaltung findet als online-Konferenz statt und ist unter folgendem link zu erreichen (keine Anmeldung vorab erforderlich):

eu01web.zoom.us/j/66307334969

Kenncode: 385763

Schnelleinwahl mobil

+496950502596,,66307334969#,,,,*385763# Deutschland

+496971049922,,66307334969#,,,,*385763# Deutschland

Einwahl nach aktuellem Standort

        +49 695 050 2596 Deutschland

        +49 69 7104 9922 Deutschland

        +49 69 3807 9883 Deutschland

Meeting-ID: 663 0733 4969

Kenncode: 385763

Ortseinwahl suchen: eu01web.zoom.us/u/cd3P9yW2yU

 

Die Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung in den Kommunen bestimmen durch Festlegungen in Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen über die tatsächliche Nutzung der Flächen in ihren Bereichen. In diesen Entscheidungsprozessen ist es wichtig, dass einerseits die wertvollen Funktionen der Böden und andererseits die Auswirkungen und Konsequenzen, die mit einer Überplanung und damit auch den Klimaschutz verbunden sind, bekannt und in Form entsprechender Karten dargestellt und bewertet werden können.

Ricarda Miller vom Ingenieurbüro Schnittstelle Boden und gleichzeitig Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Boden e.V. (BVB) hat sich ausführlich mit der Thematik beschäftigt und unter anderem auch ein beispielhaftes Bodenschutzkonzept für die mittelhessische Stadt Wetzlar entwickelt. Sie stellt ihre Erfahrungen mit der Thematik in einem Vortrag unter dem Titel „Boden und Klimaschutz – was Kommunen konkret machen können!“ vor.

In der an den Vortrag anschließenden Diskussion sollen Möglichkeiten zum Umgang mit dem Thema in der Region Hildesheim und konkret in den ländlich geprägten Städten und Gemeinden erörtert werden. Im Gegensatz zu vielen Beispielen für städtisch geprägte Räume gibt es bislang wenig konzeptionelle Betrachtungen zum Umgang mit Böden in ländlich und von hochwertigen Ackerböden geprägten Räumen wie der Region Hildesheim.

Die Veranstaltung richtet sich grundsätzlich an alle an dem Thema Interessierten. Insbesondere geht die Einladung aber auch an die Entscheider vor Ort in den Kommunen und Ortschaften. Sie sollen die Möglichkeiten kennen lernen, die bei ihren Beschlüssen zugrunde gelegt werden können, um zukünftige Planungen unter Berücksichtigung des Schutzgutes Boden verantwortungsvoll vornehmen zu können. Da Maßnahmen zum vorsorgenden Bodenschutz auch immer zum Klimaschutz beitragen, beteiligt sich auch die Klimaschutzagentur des Landkreises Hildesheim als Veranstalter.

 

Kontakt

Das Forum steht weiteren interessierten Personen zur Mitwirkung gern zur Verfügung. Wenden Sie sich bei Interesse an die Ansprechpartner Wulf Grube unter grube(at)bvboden.de oder Prof. Dr. Martin Sauerwein unter martin.sauerwein(at)uni-hildesheim.de.

 

Hintergrund und Ziele

Das Bodenbündnis ist seit 2009 aktiv und bietet seitdem eine regionale Plattform zu Fragen und zum Austausch nachhaltiger Bodennutzung sowie der Förderung des Bewusstseins für die endliche Ressource Boden. Auf bislang fünf Bodenkonferenzen wurden regional bedeutsame Fragen des Bodenschutzes thematisiert und diskutiert. Die 6. Hildesheimer Bodenkonferenz findet am 25.11.2021 statt.

Die Hildesheimer Bodenkonferenz findet zum mittlerweile sechsten Mal statt. Die Berücksichtigung der regionalen Belange und der direkte Austausch mit Beteiligten und Betroffenen werden mittlerweile als gelungenes Format wahrgenommen.

Seit der letzten Veranstaltung 2019 haben sich erneut wichtige den Bodenschutz betreffende Entwicklungen ergeben, welche sich auch in der Gesetzgebung zum vorsorgenden Bodenschutz ab 2023 bemerkbar machen werden.

Die zurückliegenden Sommer haben der Öffentlichkeit die Sensibilität des Schutzgutes Boden vor Augen geführt. Sowohl die Dürreperioden als auch die diesjährigen verheerenden Überschwemmungsereignisse in NRW und Rheinland-Pfalz haben den direkten Bezug zur Inanspruchnahme und zur Beschaffenheit der betroffenen Böden mit tragischen Folgen aufgezeigt.

Die vom Klimawandel verstärkten Ereignisse, die auch bereits in der Region Hildesheim 2017 infolge starker Überschwemmungen spürbar waren und diese nach wie vor beschäftigen, tragen somit immer sichtbarer dazu bei, dass auch die Ausgestaltung und der Umgang mit den Böden in der Öffentlichkeit und Medien verstärkt wahrgenommen wird.

Der erste Block der 6. Hildesheimer Bodenkonferenz beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Böden sowie die regionalen Folgen für die Flächennutzung und die Landwirtschaft. In einer Podiumsdiskussion werden dann die regionalen Vorhaben zum Umgang mit dem Klimawandel diskutiert.

Der zweite Block beschäftigt sich erneut mit den großen Projekten des Erdkabelbaus in der Region. Das Pilotprojekt Wahle-Mecklar zur Errichtung der 380 kV-Drehstromleitung als Erdkabel und im offenen Graben auf einer Strecke von 13 km ist weitestgehend abgeschlossen. Die Erfahrungen, die die beteiligten Akteure dabei gemacht haben, werden vorgestellt. Der SuedLink wird die Region Hildesheim im Westen durchschneiden und ist bereits im Vorfeld intensiv diskutiert worden.

Die Erfahrungen aus dem Projekt Wahle-Mecklar sollen dahingehend genutzt werden, dass die negativen Auswirkungen durch die Arbeiten zur Erstellung des SuedLink auf die betreffenden Böden soweit wie möglich minimiert werden. Hierfür stellt das Bodenbündnis Hildesheim entsprechende Positionen vor, um mit diesen den frühzeitigen Dialog mit den regional betroffenen Akteuren anzustoßen.

Als Obmann für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen im Bundesverband Boden e.V. (BVB)  hat Wulf Grube regionale Vertreter des Landvolkes, des BUND und der Wissenschaft Ende 2016 an einen Tisch gerufen, um sich frühzeitig gemeinsam Gedanken zu machen, wie mit den Herausforderungen, die der SuedLink mit sich bringen wird, umgegangen werden kann. Anlässlich der 4. Hildesheimer Bodenkonferenz im Oktober 2017 stellte Prof. Dr. Martin Sauerwein von der Uni Hildesheim das Regionale Bodenbündnis der Öffentlichkeit vor (Bericht in Bodenschutz 01/2018).

 

Aktivitäten des Bodenbündnisses

SuedLink

Der Bauernverband Hildesheim hat im Rahmen der Aktionstage SuedLink zwischen Dezember 2017 und März 2018 verschiedene Termine in potenziell vom SuedLink betroffenen Bereichen der Region Hildesheim mit Eigentümern, Bewirtschaftern und Vertretern der Politik organisiert, um auf die mit den massiven Bodeneingriffen verbundenen Gefährdungen für betroffene landwirtschaftliche Betriebe aufmerksam zu machen. Nach Ansicht des Landvolkes steht mit dem AGS-Verfahren, bei dem eine aktive Kühlung der Kabel erfolgt, eine alternative Verlegetechnik zur Verfügung, die mit deutlich weniger Bodenschäden verbunden ist.

Weiter fand im Februar 2018 ein Auftakttreffen zu einem Dialog zwischen den Akteuren des Regionalen Bodenbündnisses sowie der TenneT zum SuedLink in Hildesheim statt. Weitere Treffen zum regelmäßigen Austausch sollen folgen.

Förderung eines Regionalen Bodenbewusstseins

Das Regionale Bodenbündnis sieht in dem Prozess zur Umsetzung des gesetzlichen Erdkabelvorranges beim SuedLink neben den bodenkundlichen Aspekten auch eine Chance und eine Herausforderung zur Förderung des Bodenbewusstseins auf der regionalen Ebene. Es ist angedacht, dass das Regionale Bodenbündnis als Forum für weitere regional bedeutsame Projekte agiert, entsprechende Prozesse und Aktivitäten konstruktiv begleitet und die örtlichen Belange des Bodenschutzes somit koordiniert werden können.

Regionales Entwicklungskonzept (REK)

Das Bodenbündnis beteiligt sich darüber hinaus zurzeit aktiv an den Diskussionen der Erstellung des Regionalen Entwicklungskonzeptes für den Landkreis Hildesheim. Dabei wird seitens des Bodenbündnisses die Erarbeitung eines Regionalen Bodenschutzkonzeptes angestrebt.

 

Hildesheimer Bodenkonferenzen

5. Hildesheimer Bodenkonferenz: Boden . Bewusst . Mein – Thursday for Soils –
05.12.2019, Domäne Marienburg der Universität Hildesheim

4. Hildesheimer Bodenkonferenz: „Der Nächste bitte!“ Werkzeuge des Vorsorgenden Bodenschutzes, insbesondere im Zeichen des Vorranges für Erdkabel bei der Energiewende
19.10.2017, Kreishaus des Landkreises Hildesheim

3. Hildesheimer Bodenkonferenz: „Wir sind dann mal weg!“ Bodenverbrauch und Bodenfunktionsbewertung bei räumlichen Planungen
19.09.2013, Domäne Marienburg der Universität Hildesheim

2. Hildesheimer Bodenkonferenz: „Bodenschutz und Planung – zwei Königskinder?“ Welchen Wert haben unsere Böden?
15.09.2011, Gemeindehaus Asel

1. Hildesheimer Bodenkonferenz
07.12.2009, Bühler-Campus der Universität Hildesheim

 

Weitere Aktivitäten des Bodenbündnisses

  • Anlage von öffentlich zugänglichen Bodenschauprofilen in der Region Hildesheim
  • Seit 10 Jahren Exkursionen zu Bodenprofilen im Hildesheimer Raum im Rahmen des Tag des Geotops jeweils Mitte September.
  • 07/2015: Exkursion zu Böden im Hildesheimer Wald

 

Initiatoren und Aktive

Prof. Dr. Martin Sauerwein (Universität Hildesheim) martin.sauerwein(at)uni-hildesheim.de

Wulf Grube (Bundesverband Boden e.V., BVB) grube(at)bvboden.de

Matthias Köhler (BUND Hildesheim), Matthias.Koehler(at)bund.net

Carl Jürgen Conrad (Landvolk Hildesheim) conrad(at)landvolk-hildesheim.de

Dr. Erich Pluquet (Bodenkundler und Landwirt) mepu.pluquet(at)t-online.de

Toni Schirdewahn (Universität Hildesheim) toni.schirdewahn(at)uni-hildesheim.de

Dr. Hartwig Drechsler (Drechsler-Ingenieurdienst) post(at)drechsler-ingenieurdienst.de

Nina Lipecki (Deutsche Wildtier Stiftung,Projekt "Feldhamsterland") nina.lipecki(at)posteo.de