Denkwerk

SchülerUni – Nachhaltige Geschäftsprozesse gestalten

Jugendliche werden an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt. Wie kann man Schulen, Universitäten und Unternehmen sozialer, umweltfreundlicher und gleichzeitig auch wirtschaftlicher gestalten? Diese Frage stellen sich Schüler_innen, Lehrkräfte und Wissenschaftler_innen im Rahmen der Lehrkooperation „Denkwerk: Schüler, Lehrer und Geisteswissenschaftler vernetzen sich“, die ab September 2014 für drei Jahre (Laufzeit 2014-2017) von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. In schulübergreifenden Gruppen befassen sich die Jugendlichen verschiedener Hildesheimer Schulen mit Geschäftsprozessen und entwickeln gemeinsam mit den Wissenschaftler_innen der Universität Hildesheim anschauliche Modelle für zukunftsorientierte, nachhaltige Geschäftsprozesse.

„Die Schülerinnen und Schüler lernen durch die direkte Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Lehrkräften sowie durch die Kooperation mit Unternehmen das wissenschaftliche Arbeiten an einer Universität kennen. Gleichzeitig erhalten sie tiefe Einblicke in die multiperspektivische Bewertung von Geschäftsprozessen“, so Prof. Dr. Ralf Knackstedt, Projektleiter des Denkwerks an der Universität Hildesheim.

Berücksichtigung sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Die Schüler_innen befassen sich unter anderem mit der Frage, wie die Essenszubereitung in Kantinen oder Großküchen nachhaltiger gestaltet werden kann, etwa indem mehr regionale Produkte verwendet werden. Zudem werden Verwaltungsprozesse in der Universität und in den Schulen, verschiedene Produktionsprozesse in der Industrie und in Behinderten-werkstätten sowie besondere Entwicklungs- und Vertriebsprozess bei großen, national und unternational agierenden Unternehmen in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. Die Projektpartner wollen gemeinsam neue Ideen und Konzepte erarbeiten, um den weit-reichenden Themenkomplex der Nachhaltigkeit sowohl in den Wirtschaftsunterricht der Schulen als auch in die moderne und zukunftsorientierte Geschäftswelt von Unternehmen zu integrieren.

Im ersten Halbjahr lernten die Schüler_innen die Grundlagen des Geschäftsprozess-managements kennen und erhielten erste Einblicke in die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit. Neben diesen inhaltlichen Schwerpunkten wurden Präsentations- und Interviewfähigkeiten vermittelt. Das erlernte Wissen konnten die Schüler_innen praktisch im Rahmen eines Hochschulbesuchs anwenden. Sie interviewten unterschiedlichste Mitarbeiter_innen der Mensa, welche u.a. für den Einkauf, die Warenannahme, die Qualitätskontrolle der gelieferten Produkte sowie das Kochen der Speisen verantwortlich waren. Es wurden Prozesse verschiedener Mensabereiche erhoben und im Anschluss, insbesondere mit dem Blick auf die Nachhaltigkeitsanforderungen, analysiert und verbessert. Die Ergebnisse stellten die Schüler_innen bei einem Symposium in der Domäne vor.

Im zweiten Halbjahr lag das Augenmerk in erster Linie auf der Integration von Nachhaltigkeit und Modellierung. In schulübergreifenden Gruppen erarbeiteten sich die Schüler_innen, welche Aspekte bei einer nachhaltigen Analyse der Geschäftsprozesse relevant sind und auf welche Weise diese durch eine entsprechende Modellierung unterstützt werden können. In kreativen Treffen – gemeinsam mit Wissenschaftler_innen der Universität Hildesheim – wurden Weiterentwicklungsmaßnahmen entwickelt und im Rahmen eines weiteren Symposiums (Juni 2015) zur Diskussion gestellt.

Weitere Informationen: Poster; Robert Bosch Stiftung

Förderung

Das Denkwerk Projekt "SchülerUni - Nachhaltige Geschäftsprozesse gestalten" wird von der Robert Bosch Stiftung über eine Projektlaufzeit von 08/2014 bis 07/2017 gefördert. Förderkennzeichen: 32.5.6021.0079.0.

Ansprechpartner

Ausgewählte Publikationen

  1. Schoormann, T., Behrens, D. und Knackstedt, R. (2016): Das Hildesheimer Denkwerk-Projekt – Schülerinnen und Schüler Modellieren und Analysieren Geschäftsprozesse. In Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Klagenfurt, Österreich.
  2. Lange, A. und Schoormann, T. (2016/2017/Angenommen): Berufsorientierung als fächerübergreifende Aufgabe in Schulen am Beispiel des Hildesheimer Denkwerk-Projektes. In: Jahrestagung 2016 der Deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung, Hildesheim, Deutschland.
  3. Schoormann, T., Behrens, D., Hamacher, C., Lange, A., Knackstedt, R., und Günther, N. (2016/Vortrag): Evaluation von Berufsorientierungs- und Gendereffekten in der Wirtschaftsinformatik am Beispiel des Hildesheimer Denkwerk-Projektes. In: Vortrag auf der Konferenz  Geschlechtergerechte Fachdidaktik in Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaftswissenschaften (GELEFA) 2016, Weingarten, Deutschland.
  4. Behrens, D., Knackstedt, K., Kolek, E. und Schoormann, T. (2015): Schüleruni - Geschäftsprozesse nachhaltig gestalten. In Leal Filho (Hrsg.): Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen, S. 183-200. Springer Spektrum. Wiesbaden.