Einfluss von Beweidung, Pedosphäre, Relief und Klimawandel auf die Biodiversität im Nationalpark Asinara (Sardinien)

Die globale Artenvielfalt ist insbesondere durch die nicht nachhaltige Nutzung der Ökosysteme bedroht. In Europa stellt der mediterrane Raum das Gebiet mit der höchsten Biodiversität dar. Doch auch hier ist die Artenvielfalt durch Landnutzung und Klimawandel gefährdet.

Besonders reich strukturierte Landschaften bieten eine Vielzahl an Lebensräumen und sind daher in der Regel durch eine hohe Artenvielfalt gekennzeichnet. Eine reich strukturierte Landschaft kann einerseits durch topographische Unterschiede entstehen, aber auch durch den Einfluss von großen Weidetieren. Beweidung kann daher auch einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten, solange es sich um eine extensive Form der Beweidung handelt.

Im mediterranen Raum zählt Sardinien zu den Gebieten mit dem höchsten Artvorkommen, was insbesondere für die Pflanzenwelt gilt. Hervorzuheben ist dabei die im Nordwesten Sardiniens gelegene Insel Asinara. Hier wurden auf der nur 52 km2 großen Insel etwa 700 Pflanzenarten gefunden. Diese hohe Artenzahl kommt einerseits durch die reich strukturierte Landschaft (hügeliges Inland, Küstenzonen) zustande, andererseits durch die hohe Vielfalt an großen Weidetieren, wie beispielsweise Pferde oder Esel. Neben der Nutzung von Haustieren finden sich hier noch zahlreiche natürliche oder zumindest halb natürliche Weidesysteme, welche die Vegetation der Insel seit Jahrhunderten geprägt haben.

Ziel des Projektes ist einerseits die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Klima, Pedosphäre, Relief, Beweidung und Biodiversität. Weiterhin soll abgeschätzt werden, wie sich diese Wechselwirkungen unter dem gegenwärtigen Klimawandel verändern könnten. Dabei soll in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Asinara ein zukünftiges Schutzkonzept für den Nationalpark erstellt werden. Das Forschungsprojekt findet in Kooperation mit dem Institut für Geographie und der Freien Universität Bozen statt.