Programmieren: Erster „Hackathon“ am IT-Campus

Freitag, 20. April 2018  / Alter: 117 Tage

Die Fachschaft Informatik und Software-Experten der Universität Hildesheim laden Studentinnen und Studenten aller Fachdisziplinen ein, Ende April gemeinsam kleine Alltagshelfer zu programmieren. Eine Anmeldung zum ersten „Hackathon“ an der Universität ist noch möglich.

Am IT-Campus am Samelsonplatz der Universität Hildesheim stehen die Rechnerräume bereit: Ende April findet hier der ersten „Hackathon“ an der Uni statt. Lorenz Habenicht von der Fachschaft Informatik organisiert den „Hackathon“ gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden. Fotos: Lorenz Habenicht (2), Porträtfoto: Isa Lange

Die Fachschaft Informatik und die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ der Universität Hildesheim laden Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche zum ersten „Hackathon“ auf den IT-Campus am Samelsonplatz ein.

Studentinnen und Studenten finden sich in kleinen Teams zusammen, entwickeln zusammen Ideen und programmieren innerhalb von 20 Stunden einen eigenen kleinen Alltagshelfer oder ein erstes Minigame. Der Hackathon beginnt am Freitagnachmittag, 27. April 2018, und endet am Samstagmittag, 28. April 2018 [Anmeldeformular, PDF].

Bei einem „Hackathon“ – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Studierende an einem Wochenende intensiv an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung. Dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Die eine kann programmieren, der andere designen und die dritte Studentin bringt eine Idee mit. Zusammen bilden sie ein Team. Nach einem Tag blickt man zurück und denkt oftmals: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Team in kurzer Zeit schaffe“, sagt der Hildesheimer Informatikstudent Lorenz Habenicht.

„Ich  unterstütze mit meiner Gruppe den Hackathon, da  im Studium nicht vergessen werden sollte: es geht vor allem um den Spass, das gemeinsame Entdecken und Gestalten von IT. Der Hackathon ist eine optimale Möglichkeit, um das in einem Gemeinschaftserlebnis zu erfahren“, sagt Professor Klaus Schmid. Der Informatiker hat in Hildesheim die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ aufgebaut und befasst sich mit Entwicklungsmethoden und adaptiven Systemen, die autonom auf Veränderungen reagieren.

Kurz erklärt

Hackathon am IT-Campus in Hildesheim: Wann und Wo?

Der Hackathon beginnt am Freitag, 27. April 2018, um 16:00 Uhr im Raum A09 am IT-Campus am Samelsonplatz in Hildesheim. Der Hackathon endet etwa um 15:00 Uhr am Samstag, 28. April 2018. Etwa 50 Studierende können teilnehmen. Studentinnen und Studenten sollten eigene Laptops mit passender Software wie zum Beispiel „Eclipse“ oder „Visual Studio“ mitbringen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Wer am Hackathon teilnehmen möchte, füllt das Formular aus. Das Anmeldeformular findet man auch im Learnwebkurs der „Fachschaft Informatik“, die Selbsteinschreibung ist für diesen Kurs aktiviert. Das ausgefüllte Formular kann einfach per E-Mail an fs_winf@uni-hildesheim.de mit dem Betreff „Hackathon“ gesendet werden.

Hier geht's zum Anmeldeformular [PDF]

Interview mit dem Studenten Lorenz Habenicht

„Wir können Hardware und Netzwerke gestalten – viel mehr Menschen sollten den Weg in die IT finden“

Lorenz Habenicht studiert an der Universität Hildesheim „Informations-management und Informationstechnologie“. Er unterstützt IT-Studierende beim Ankommen in der Universität in ihrem ersten Studienjahr als Erstsemestertutor und berät Studieninteressierte bei der Suche nach einem passenden Studiengang.

Sie organisieren gemeinsam mit weiteren Studentinnen und Studenten der Fachschaft Informatik und der Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ um Professor Klaus Schmid den ersten „Hackathon“ an der Universität Hildesheim. Worum geht es da?

Wir wollen gemeinsam in kleinen Teams Programme entwickeln, die Zeit wird intensiv: Am Freitag und Samstag geht es darum, in Teams Alltagshelfer oder kleine Games zu programmieren, die im Alltag weiterhelfen. Der Reiz dabei ist: Man hat 20 Stunden Zeit, man entwickelt gemeinsam ein Ziel und legt los, seine Ideen im Team umzusetzen.

Wer kann am ersten „Hackathon“ teilnehmen?

Den Hackathon organisieren wir nicht allein für Informatikstudentinnen und Informatikstudenten. Studierende aller Fachdisziplinen – ob Kulturwissenschaft oder Psychologie, ob Übersetzungswissenschaft oder Geographie – können sich anmelden. Wir haben Kapazität für etwa 50 Plätze. Wer teilnehmen möchte, sollte aber Interesse am Programmieren mitbringen. Man muss sich nicht als fertiges Team anmelden, die Teams aus etwa drei bis fünf Personen bilden sich am Freitag, wenn wir erstmals zusammenkommen.

Sie spezialisieren sich im Studium in Hildesheim unter anderem auf den Bereich Systemadministration. Worum geht es da?

Ich finde den technischen Bereich besonders spannend, befasse mich im Studium mit den Grundlagen der Informatik, mit Medieninformatik und maschinellem Lernen. Ich setze mich mit den verschiedenen Hardwarekomponenten eines PCs auseinander und lerne, wie man Netzwerke aufbaut, Fehler findet und Betriebssysteme installiert und wartet. Ich lerne, wie „Virtual Machines“ arbeiten und wie man damit umgeht und ein gesamtes Netzwerk aus mehreren PCs baut. Dabei geht es auch um das Rechtesystem, damit zum Beispiel ein angestellter in einem Unternehmen keinen Zugriff auf sensible Daten bekommt.

Computertechnik ist für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft unverzichtbar geworden. Welche Verantwortung haben Sie, wenn Sie die Hardware, Netzwerke und IT-Strukturen der digitalen Welt zum Beispiel in einem Unternehmen, in einer Behörde oder in einer Schule zusammenhalten und pflegen?

Zunächst einmal muss alles immer zu jederzeit funktionieren, bei einem Stromausfall dürfen keine Daten verloren gehen und die Daten müssen auch vor äußeren Angriffen geschützt werden. Ein weiterer Faktor ist die einfache Erweiterung bestehender Netzwerke, sodass zum Beispiel eine neue Abteilung in einem Unternehmen sehr schnell und einfach in ein Netzwerk eingebracht werden kann. Außerdem geht es um die Schnelligkeit der Datenübertragungen und Einfachheit der Bedienung für den Endbenutzer.

Wie erleben Sie den digitalen Wandel?

Das Digitale wird uns unser ganzes Leben begleiten, ist gar nicht mehr zu stoppen. Wir müssen uns als Gesellschaft auf Regelungsmechanismen verständigen, das ist umso schwieriger, wenn es darum geht, den Datenschutz global zu regeln. Wir können Hardware und Netzwerke gestalten. Frühe Bildung zu Datensicherheit in Schulen ist meiner Meinung nach wichtig, um zu erlernen, wie man mit seinen Daten umgeht und was man in sozialen Netzwerken preisgibt.

Wo steckt das Herz und Hirn der digitalen Welt?

Technisch gesehen könnte man den Prozessor als das „Herz“ der digitalen Welt betrachten, da letztlich alle Berechnungen für die Darstellung von Informationen dort ablaufen. Das „Hirn“ ist aber nach wie vor der Mensch selbst, da ohne ausgeklügelte Algorithmen in Programmen nichts von dem laufen würde, was wir tagtäglich ohne große Überlegung und Wertschätzung benutzen. Schon eine einfache Website, auf der wir uns dutzendfach jeden Tag tummeln, bedarf oft wochenlanger Arbeit und danach fortlaufende Wartungs- und Verbesserungsarbeiten.  Passende Hardware ist nötig, damit all die Programme und Anwendungen vernünftig laufen – dahinter steht aber immer noch der Mensch, der sich Gedanken darum macht, wie es besser laufen könnte und was zu optimieren ist.

Wie wichtig ist es, die Benutzer zu schulen, damit sie sich sicher in der digitalen Welt bewegen?

Meiner Meinung nach sollten auch schon Kinder viel stärker an die digitale Welt herangeführt werden und über Nutzen und Risiken aufgeklärt werden als das jetzt der Fall ist. Viele Grundschüler oder schon Kindergartenkinder können Smartphones und Tablets bedienen, wissen über Risiken bei der Benutzung, aber auch die Möglichkeiten der heutigen Technologie nur sehr wenig. Diese Verantwortung liegt meiner Meinung nach nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den Schulen

Ist der Computer ein Risiko, etwa wenn Sicherheitslücken entstehen?

Der Computer ist ein Risiko, so lange wir ihn als neuartig und fremd ansehen und ihn nicht als das betrachten, wozu er gemacht wurde – als Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten. Dass man sich dabei an gewisse Regeln halten sollte muss jedem Benutzer klar werden. Nicht das Smartphone aus fremdartigen Elektronikkomponenten verleiht dem Satz, den man gerade in das Mikrofon gesprochen hat, Bedeutung, sondern das Spracherkennungsprogramm, was von vielen Menschen mit viel Gedankengut dahinter programmiert wurde. Letztendlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass alles von Menschen erdacht und hergestellt wurde und dabei entstehen natürlich auch Fehler. Die aber bei der Maschine zu suchen, die von Menschen gemacht wurde, ist naiv und löst auch keine Probleme. Letztlich ist der Computer nur so gut wie das hineingeflossene Know-how und damit möglichst wenig Sicherheitslücken existieren, sollten viel mehr Menschen die Initiative ergreifen und den Weg in die IT finden, es gibt noch genug Probleme, die es zu lösen gilt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Am IT-Campus am Samelsonplatz der Universität Hildesheim stehen die Rechnerräume bereit: Ende April findet hier der ersten „Hackathon“ an der Uni statt. Lorenz Habenicht von der Fachschaft Informatik organisiert den „Hackathon“ gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden. Fotos: Lorenz Habenicht (2), Porträtfoto: Isa Lange