Wettstreit der Wissenschaften: Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert gewinnt „Science Slam"

Samstag, 10. November 2018  / Alter: 10 Tage

Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert, der Kulturjournalist Guido Graf, der Informationswissenschaftler Thomas Mandl und der Mathematiker Boris Girnat traten im „Science Slam“ gegeneinander an und überzeugten mit informativen und kreativen Vorträgen.

Vizepräsident Martin Schreiner und Moderatorin Dörthe Buchhester mit den Wissenschaftlern des diesjährigen Science Slam in Hildesheim. Fotos: Paul Olfermann

Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam“ gaben im November 2018 vier Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Sportwissenschaftl, Kulturjournalismus, Informationswissenschaft und Mathematik Einblicke in ihre Forschung. gelang es den Hildesheimer Forschern, ihre wissenschaftlichen Forschungsfragen, an denen sie arbeiten, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Sebastian Gehlert (Sportwissenschaft), Senior Researcher Dr. Guido Graf (Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus), Prof. Dr. Thomas Mandl (Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) sowie Prof. Dr. Boris Girnat (Mathematikdidaktik) sprachen im voll besetzten Audimax über ihre Wissenschaftsdisziplinen, dabei kamen neben Worten auch Requisiten und Experimente zum Einsatz. In jeweils 15 Minuten hatten die Kandidaten Zeit, ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte praxisnah und unterhaltsam zu vermitteln.

Warum er am Science Slam mitwirkt, begründet der Literaturwissenschaftler Guido Graf: „Weil Vermittlung wichtig ist.“ Er sprach über die Digitalisierung. „Wir müssen hinter die Eingabemasken (nicht nur) der digitalen Welt schauen, um zu verstehen, wie sie unsere alltägliche kulturelle Praxis bestimmen“, so Graf. Die Vermittlung von Fachwissen in Kürze sei eine Herausforderung und werde immer wichtiger, sagt Professor Thomas Mandl. „Und es macht Spass, die Botschaft auch mal zu verkürzen und zuzuspitzen.“ Die Kernbotschaft des Informationswissenschaftlers war an diesem Abend: „Information wird gebraucht, aber auch missbraucht, verfälscht, verknappt und manipuliert. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr muss diese dunkle Seite der Information und ihrer Nutzung in den Fokus rücken. Die Informationswissenschaft liefert dafür Theorien und Lösungsansätze.“

Das Publikum entschied am Ende des Abends durch die Lautstärke des Applauses über den Sieg und kürte den Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert. Er konnte mit seiner kurzen Geschichte über die Biowissenschaften des Sports überzeugen. Dabei beantwortete er die Frage, warum man nicht gleichzeitig ein sehr guter Ausdauer-, Kraft- und Schnellkraftsportler sein kann. Professor Gehlerts Forschungen zeigen, wie die zelluläre Kommunikation nach Kraft- und Ausdauertraining im Skelettmuskel sich gegenseitig behindern kann.

Der Sportwissenschaftler forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Gehlert untersucht zum Beispiel die muskuläre Anpassung im Kraft-und Ausdauertraining, die Regulation molekularer Signalwege im Skelettmuskel und befasst sich mit Training und Ernährung im Leistungssport sowie mit molekularen und zellulären Aspekten biologischer Trainingsanpassung.

Vizepräsident Professor Martin Schreiner dankte den Hildesheimer Forschern für ihre allgemeinverständlichen sowie unterhaltsamen Beiträge im „wissenschaftlichen Kurzvortragsturnier“. Der „Science Slam“ wurde von Dörthe Buchhester moderiert, musikalisch von  Lars Störmer begleitet und vom Team um Markus Langer und Jan Baumhöfener organisiert.

Der nächste „Science Slam“ findet im November 2019 statt. Wer Fragen zum Science Slam hat, erreicht Markus Langer unter langerma@uni-hildesheim.de.

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht 08.11.2018]

Vizepräsident Martin Schreiner und Moderatorin Dörthe Buchhester mit den Wissenschaftlern des diesjährigen Science Slam in Hildesheim. Fotos: Paul Olfermann