Information & Wissen: global, sozial und frei?

Donnerstag, 24. März 2011 um 19:25 Uhr

Vom 9. bis 11. März 2011 fand an der Stiftung Universität Hildesheim das 12. Internationale Symposium der Informationswissenschaft (ISI) statt. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten unter dem diesjährigen Motto der Konferenz „Information und Wissen: global, sozial und frei?“.

„Hildesheim ist einer der jüngeren Standorte der Informationswissenschaft, aber mittlerweile einer der größten und sichtbarsten in Deutschland“, lobte Christian Wolff, Vorsitzender des Hochschulverbands Informationswissenschaft, der die ISI jedes zweite Jahr an unterschiedlichen Hochschulstandorten durchführt. Das Symposium gilt als die zentrale Plattform für informationswissenschaftliche Forschung im deutschsprachigen Raum. Inhaltlich steht die ISI stellvertretend für die Entwicklung der Informationsgesellschaft. Sie beschäftigt sich stets sowohl mit den zentralen Aufgaben als auch wechselnden Anforderungen, die an die Informationswissenschaft gestellt werden und den Herausforderungen, die sich daraus ergeben.

„Die Auseinandersetzung mit Wissen und Information und den dazugehörigen Prozessen ist der Kern der Informationswissenschaft. Damit ist sie am Puls der Zeit, denn die Verfügbarkeit von Wissen und Information stellt die Grundlage für die Entfaltung von Wissenschaft und Bildung dar. Die Universität ist ein Ort, wo Wissen entsteht und Bildung geboten wird“, betonte Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim in seinen Eröffnungsworten und fügte hinzu: „Wie global sind Information und Wissen und wie können potentielle geographische, kulturelle oder andersartige Grenzen überwunden werden? Welcher monetäre Aufwand ist zu leisten, um an Information am rechten Ort, zur rechten Zeit zu kommen, um auf dieser Basis die richtigen Entscheidungen zu treffen und zu handeln?“ Den Hauptvortrag hielt Prof. Dr. Kalervo Järvelin, University of Tampere, Finnland, zum Thema „Information Retrieval: Technology, Evaluation and Beyond".

„Neben den Kernbereichen Information Retrieval (Informationsbeschaffung) und Informationsverhalten, Soziale Medien sowie Informationsinfrastruktur und -gesellschaft wurde über die Themenfelder Urheberrecht und Freiheit von Wissen debattiert“, erläutert Prof. Dr. Christa Womser-Hacker, Direktorin des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie. In Ergänzung zu den wissenschaftlichen Beiträgen wurden auch Erfahrungsberichte aus der Praxis in das Vortragsprogramm integriert. Der 1. ISI Praxis-Track bot so die Gelegenheit, Erfahrungen aus der Anwendung, Evaluation und Weiterentwicklung  informationswissenschaftlicher Konzepte in öffentlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen in den Wissenschaftsbetrieb verstärkt einzubringen.

„Die ISI ist eine wissenschaftliche Tagung. Aber Wissenschaft beginnt nicht erst mit akademischen Graden, sondern, idealtypisch, mit der Idee, etwas zu studieren. Die zwei studentischen Panels zu Beginn der Tagung waren sehr gut besucht", so Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie. Das Organisationsteam der ISI bestand aus den Mitarbeitern des Instituts und rund 20 studentischen Helfern. Der diesjährige Gerhard-Lustig-Preis für die beste studentische Abschlussarbeit im Bereich der Informationswissenschaft wurde an Thomas Sammer, Karl-Franzens-Universität Graz, für seine Masterarbeit zum Thema „Social Media Analysis. Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen anhand eines Fallbeispiels“ verliehen.