Das Phänomen Hate Speech und seine Erkennung durch KI: interdisziplinär – international – erklärbar? (HASeKI)

Hate Speech stellt in Online-Medien ein erhebliches Problem dar und wir zunehmend als gesellschaftliche Bedrohung wahrgenommen. Hasserfüllte Botschaften erschweren einen sachlichen öffentlichen Diskurs und gefährden so die demokratische Meinungsbildung. Hate Speech wird dabei als ungezügeltes Kommunikationsverhalten, als ruppige Ausdrucksweise, als hochgekochte Emotionen (Hass) verstanden – diese Sichtweise erfasst aber nur einen Teil des Phänomens. Zur aktuellen gesellschaftlichen Verunsicherung trägt bei, dass Hasskriminalität in Verbindung mit politischer Propaganda steht, die, insbesondere im rechten Spektrum, gezielt und organisiert eingesetzt wird, um das Bild bestimmter Bevölkerungsgruppen nachhaltig zu schädigen, sei es durch gezielte Stereotypisierung, Entmenschlichungsmetaphern o. Ä.. Hassrede steht im Verdacht, das politische Diskursklima im Land nachhaltig zu beschädigen und den Boden für gewaltsame Angriffe auf Politiker*innen, aber auch Minderheiten zu bereiten. Vor diesem Hintergrund greifen Regulierungsforderungen stark um sich. Gegenmaßnahmen gegen hasserfüllte Kommentare im Netz scheinen gerade in der politischen Debatte notwendig. Gleichzeitig kommt auch dieses Schutzbedürfnis nicht ohne Risiko, denn gerade die politische Rede ist vor regulierenden Eingriffen besonders geschützt und stellt das zentrale Schutzziel der Meinungsfreiheit dar. Der Umgang mit Hate Speech im Netz rührt somit an grundlegende Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und unserer politischen Ordnung, die im Dialog mit der Bevölkerung explizit thematisiert werden müssen.

 

Antragstellende

Apl. Prof. Dr. Thomas Mandl (Projektleitung)
Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Prof. Dr. Ulrich Heid
Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Dr. Sylvia Jaki
Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Prof. Dr. Wolf J. Schünemann
Institut für Sozialwissenschaften

Weitere Projektbeteiligte

Johannes Schäfer
Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Stefan Steiger
Institut für Sozialwissenschaften

Daphné Çetta
Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Förderhinweis

Das Projekt wird im Rahmen der Ausschreibung »Zukunftsdiskurse« des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab gefördert.