Forschung

Diese Seite in Leichter Sprache

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen unsere Forschungsfelder im Überblick vor. Informieren Sie sich in dieser Rubrik auch über:

Die Forschungsstelle Leichte Sprache widmet sich der Erforschung und Normierung des Sprachsystems der Leichten Sprache sowie der empirischen Erprobung der gewonnenen Erkenntnisse.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ursula Bredel ist im März 2016 ein Handbuch zur Leichten Sprache erschienen, in dem das Sprachsystem wissenschaftlich beschrieben wird. Die bisherigen Regelwerke sind aus der Praxis heraus und ohne wissenschaftliche Fundierung entstanden. Die in ihnen aufgeführten Regeln sind im Allgemeinen sehr sinnvoll, aber häufig nicht differenziert genug. So genügt es beispielsweise nicht, "Negation" im Ganzen zu verbieten, nur weil man (korrekterweise) erkannt hat, dass Negation ein Verstehensproblem darstellt. Negation stellt eine Grundkategorie menschlicher Sprache dar und muss auch in Leichter Sprache zur Verfügung stehen, wenn funktionierende Texte entstehen sollen. Derartigen Problemfällen widmet sich das Handbuch Leichte Sprache im Rahmen der Beschreibung der Leichten Sprache als Varietät des Deutschen.

Leichte Sprache richtet sich an Adressat_innen, für die standardsprachliche Texte eine Verständnisbarriere darstellen. Es handelt sich hier um eine heterogene Gruppe von Menschen, über deren Bedürfnisse mit Bezug auf die konkrete Gestaltung von Texten in Leichter Sprache noch keine systematischen Erkenntnisse vorliegen. Die Forschungsstelle Leichte Sprache interessiert sich daher nicht allein für die Verständlichkeit einzelner Texte, sondern versucht vielmehr zu erkennen, welche Arten von sprachlichen Strukturen das Verständnis erleichtern oder erschweren. 

Neben diesen eher theoretisch gelagerten Interessen wendet die Forschungsstelle Leichte Sprache ihre Erkenntnisse in diversen Praxisprojekten an. Besonderes Augenmerk legen wir auf Textsorten, die bisher noch kaum einer Übersetzung in Leichte Sprache zugeführt wurden: Administrative und juristische Texte. Diese Texte haben häufig eine fachsprachliche Ausprägung und sind auch für geübte Leser_innen nur schwer zu verstehen. Die UN-Behindertenrechtskonvention formuliert das Ziel, dass alle Menschen ohne Hilfe Dritter an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können und sich folglich auch über ihre Rechte und Partizipationsmöglichkeiten eigenständig informieren können. Dafür müssen aber auch administrative und juristische Texte in Leichter Sprache vorliegen. Es ist eine Herausforderung, derartig komplexe Inhalte in Leichter Sprache darzustellen. Diese Herausforderung nehmen wir an und haben bereits mehrere wissenschaftlich begleitete Übersetzungsprojekte von juristischen und administrativen Texten durchgeführt.