Promotionen & Habilitationen

Aktuelle Habilitationsprojekte

Dr. Karsten Senkbeil

A cognitive-pragmatic approach to inter- and transcultural communication [Working Title]

 

 

Aktuelle Dissertationsprojekte

Ioulia Grigorieva

Kommunikative Strukturen in der deutsch-russischen Lehrer-Eltern-Interaktion: Elternsprechtage als interkulturelle Begegnung

Betreuerin: Prof. Dr. Beatrix Kreß

Im Fokus des Dissertationsprojekts stehen die sprachlichen und strukturellen Charakteristika von Elternsprechtagsgesprächen an Schulen zwischen russischsprachigen Eltern und den z.T. anwesenden Kindern sowie deutschsprachigen Lehrkräften. Dabei ist die diskursive Verhandlung von Variablen wie Mehrsprachigkeit, Migrationsgeschichte und Bildungshintergrund oftmals handlungsleitend. Doch welche sprachlich-kulturellen Ressourcen stehen den Migrant_innen in diesem Zusammenhang, etwa beim Üben von Kritik, zur Verfügung? Welche Bildungsvorstellungen werden sichtbar, Erwartungen welcher Art werden in dem raschen Format der Elternsprechtagsgespräche relevant, welche divergenten Wissensstrukturen über schulische Praxis und kommunikative Muster in der Institution Schule bringen die Aktant_innen zur Sprache?

 

Nicola Hoppe

Kommunikative Strukturen in Selbsthilfegruppengesprächen essgestörter Patienten: Eine kognitiv-pragmatische Analyse

Betreuer: Prof. Dr. Stephan Schlickau 

Das Dissertationsprojekt versucht, eine linguistische Antwort auf die Frage zu finden, welche Rolle die Sprache in der Auseinandersetzung mit psychischen Krankheitenspielt. Konkreter soll untersucht werden, wie (rein) körperliche Empfindungen und mentale Konzepte, die für essgestörte Patienten handlungsleitend sind, die aber nur sehr schwer kommuniziert werden können, sprachlich rekonstruiert werden. Dafür sollen Selbsthilfegruppengespräche (alternativ Forenkommunikation) auf die Frage hin untersucht werden, wie mithilfe geteilter konzeptueller Strukturen im kommunikativen Zusammenhang Bedeutung, die aus der Krankheit heraus entsteht und sowohl das Wertesystem als auch die Identität der Sprecher beeinflusst, diskursiv(re)konstruiert wird.

 

Han Zheng

Höflichkeitsstrategien in chinesisch-deutschen Interaktionen

Betreuerin: Prof. Dr. Beatrix Kreß

Meine Dissertation behandelt kommunikative Strategien zum Umgang mit Gesichtsbedrohungen in deutsch-chinesischen Interaktionen. In meiner Masterarbeit wurden Vermeidungsstrategien gesichtsbedrohender Akte in chinesisch-deutschen Interaktionen sowie die Bevorzugung indirekter Konfliktvermeidungsstrategien durch chinesische Interaktanten behandelt. Nun möchte ich der Frage nachgehen, welche sprachlichen Strategien Chinesen verwenden, um einer möglichen Gesichtsbedrohung aus dem Weg zu gehen. Da kommunikative Interaktionen jedoch immer ein Zusammenspiel beider Gesprächspartner darstellen, d.h. die Strategien der chinesischen Interaktanten auf die Höflichkeitsstrategien der deutschen Gesprächspartner treffen, betrachte ich die Interaktionen unter der Perspektive der reziproken Bezugnahme. Die Kollision der unterschiedlichen Höflichkeitsstrategien, die evtl. auf kulturelle Präferenzen zurückgehen könnten - sowie deren sprachliche Aushandlung - stehen im Fokus meiner Arbeit. Als Methodik für die Arbeit wird die Diskursanalyse herangezogen. Voraussichtlich werden 20 authentische Gespräche zwischen chinesischen und deutschen Studierenden, Dozenten, Kollegen und eventuell Geschäftspartnern in Deutschland und China mit Audio/Video aufgezeichnet. Anschließend wird das Material transkribiert und daraus hervorgehenden Daten analysiert.

 

Ana Iglesias

Reflektiertes Spanisch-Lernen an der Universität am Beispiel der Schreibkompetenz

Betreuer: Prof. Dr. Stephan Schlickau

Viele Studierende an deutschen Hochschulen lernen Spanisch als dritte, oft sogar als vierte oder fünfte Fremdsprache. In der Regel haben diese erwachsenen Lerner Einsicht darin gewonnen, wie eine Fremdsprache funktioniert und verfügen über ein Repertoire von Lerntechniken und Lernstrategien. Dies bildet eine gute Grundlage zur Weiterentwicklung des Sprach- und Sprachlernbewusstseins, d.h. zur Weiterentwicklung des reflektierten Fremdsprachenlernens. Diese metakognitive Fähigkeit wird üblicherweise als wesentliche Verfahren und Voraussetzung für den Erwerb von Schreibkompetenz gesehen. Am Institut für Interkulturelle Kommunikation der Stiftung Universität Hildesheim wurde von mir zu diesem Zweck einen Schreibportfolio entwickelt. Im Rahmen meines Dissertationsprojekts beschäftige ich mich auf empirischer Grundlage mit dem Spanisch-Lernen in nicht-lehramtlichen Studiengängen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung des Lernprozesses am Beispiel der Schreibkompetenz. Es soll untersucht werden, inwiefern dieser Lernprozess mithilfe von Reflexionsaufgaben des Schreibportfolios sowie mithilfe der Sprachlernberatung beeinflusst bzw. gefördert werden kann.

 

Nawal Msellek

Der DaZ-Orientierungskurs als Raum des sprachlichen und kulturellen Handelns 

Betreuer: Prof. Dr. Stephan Schlickau

Der Orientierungskurs als institutioneller Handlungsraum – konzipiert als Ort der Landeskundevermittlung und interkulturellen Begegnung (vgl. Curriculum für bundesweiten Orientierungskurs 2016, 8ff) – eröffnet zahlreiche Möglichkeiten zur Erforschung der Unterrichtskommunikation vor dem Hintergrund der sprachlichen und kulturellen Diversität. Die funktional-pragmatische Analyse (vgl. Ehlich 1998; Rehbein 2001) des Lehrer_in-Lerner_in-Diskurses im Orientierungskurs ermöglicht nicht nur theoretisch gut fundierte Auseinandersetzungen mit neuen Unterrichtsformen und Herausforderungen in der Unterrichtspraxis, sondern eröffnet neue Perspektiven für die Verbesserung des sprachlichen Handelns der Lehrkräfte und für die Entwicklung neuer Handlungskompetenzen im Umgang mit der Diversität bei der Wissensvermittlung.

 

 

Katsiaryna Roeder

Kommunikative Strukturen der Wissensvermittlung im russischen herkunftssprachlichen Unterricht

Betreuerin: Prof.Dr.Beatrix Kreß

Lehr-/Lernprozesse sind gekennzeichnet durch die Kommunikation von Wissen. Die unterschiedlichen Formen der Wissensvermittlung, -abfrage und -verarbeitung, die im Unterrichtsdiskurs stattfinden, werden im Zusammenhang mit bestimmten Sprechhandlungen vollzogen, „um das Zusammenwirken der Aktanten zu ermöglichen, Wissen zu transferieren und ihre Zwecke zu realisieren“ (Brünner 1987: 24). Diese Sprechhandlungen, die sich zu Mustern verdichten, sind in unterschiedlichster Weise sowohl institutionell als auch kulturell verankert und überformt (vgl u. a. Redder/Rehbein 1987, Ehlich/Rehbein 1994).  Es ist also davon auszugehen, dass sich die sprachlichen Handlungen, die von den Beteiligten in einer Lehr-/Lernkonstellation vollzogen werden, in unterschiedlichen Institutionen und unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedlich gestalten. Das Ziel des Promotionsprojektes ist daher die Analyse kommunikativer Strukturen und Konstellationen, die in einer außerschulischen Einrichtung zur Förderung der Herkunftssprache bei Kindern mit russischsprachigem Migrationshintergrund verwendet werden, um Wissen zu vermitteln und sprachliche Handlungsfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern zu entwickeln. Dazu wird näher betrachtet und analysiert, welche sprachlichen Handlungsmuster (HM) zum Wissens- und Handlungserwerb im Unterricht zu finden sind und zu welchem Zweck sie von Lehrpersonen und Schüler_innen eingesetzt werden (vgl. Kalaitzi 2016: 18). Diese Handlungsmuster werden vor dem Hintergrund bereits herausgearbeiteter Muster in Unterrichtsdiskursen an deutschen Regelschulen  als kulturell und institutionell spezifisch gelesen. Die vor dieser Folie emergenten diskursiven Strukturen sollen dazu dienen, die Spezifik der vorliegenden Lehr-Lernkonstellation zu zeigen. Als Gegenstand der Untersuchung dienen Aufzeichnungen authentischer Unterrichtsstunden der russischen Sprache und Literatur einer sog. „Samstagsschule“, die funktional-pragmatisch  mit dem Fokus auf sprachliche Handlungsmuster ausgewertet werden.

Heidi Süß

‚Bus fahren‘, ‚Plus machen‘, ‚Feinde ficken‘ – Rap-Männlichkeiten in Zeiten allgemeiner Verunsicherung  (Arbeitstitel)

Betreuerin: Prof. Dr. Beatrix Kreß

HipHop gilt als traditionsbewusste, wertkonservative und machistische Szene; als „sexistische Kulturpraxis, gekennzeichnet dadurch, daß primär zwischen Mann und Nicht-Mann unterschieden und Weiblichkeit als Projektionsfläche für männliche Phantasien begriffen wird“ (Klein/Friedrich 2003: S. 206). Neben dem Militär, der Waffen-Lobby oder auch dem Fußball wird HipHop als eine der ‚letzten Bastionen traditioneller Männlichkeit‘ gehandelt und zuweilen mit archaischen, aggressiv-vitalistischen Maskulinitäten assoziiert. Nicht nur weil diese Annahmen ‚nur einen Teil der Kultur‘ (Cora E.) abbilden, sondern auch, weil HipHop bzw. die Rap-Szene nicht losgelöst von gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozessen betrachtet werden darf, stellt die Dissertation das komplexe Phänomen deutschsprachiger Rap-Männlichkeiten in das Zentrum der Analyse. Mehr Informationen

Ksenija Vozmiller

Mehrsprachige Identität? Zur Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Identitätsbildung von Studierenden mit Zuwanderungsgeschichte.

Betreuerin: Prof. Dr. Beatrix Kreß

Das Promotionsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Sprachen eine distinguierende Funktion hinsichtlich der individuellen Identitätskonstruktion der Studierenden mit Zuwanderungsgeschichte haben. Unter der Voraussetzung einer möglichen Diskrepanz zwischen der gesellschaftlichen Bewertung der Herkunftssprache der Studierenden und ihrer eigenen Einstellung zu ihrer Mehrsprachigkeit, werden ihre bildungsbiographischen Entscheidungen in Interviews retrospektiv erhoben und in Bezug auf die individuellen Realisierungsformen des sprachlichen Handelns bzw. spezifischen Handlungsmuster dahingehend untersucht, welche Faktoren es den mehrsprachigen Studierenden erlauben, sich der Herkunftssprache Russisch als dem integralen Bestandteil ihrer Identitätsbildung (vgl. Kreß 2014) im tertiären deutschsprachigen Bildungsbereich verbunden zu fühlen bzw. wie sie ihre Herkunftssprache kommunikativ in ihren Identitätsentwurf einbinden und zur Grundlage und Argumentation von biografischen und bildungsbiografischen Entscheidungen machen.

 

Doktorandennetzwerk

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