TRANSLANG – Translanguaging in der internationalen Lehramtsausbildung

Infos zum Projekt

In sprachlich heterogenen Lerngruppen stellen sich im schulischen Unterricht vielfältige Anforderungen: So müssen die Schülerinnen und Schüler bei der Aneignung der bildungssprachlichen und fachspezifischen Fähigkeiten unterstützt werden, was eine zusätzliche didaktische Aufbereitung sprachlicher Inhalte erfordert. Hinzu kommt, dass auch der Unterrichtsstoff selbst vermittelt werden muss. All das geschieht in einem Feld, in dem monolinguale Habitùs in Bildungsinstitutionen immer noch wirkmächtig sind und die Vorannahme, Bildungsteilhabe sei erst dann möglich, wenn Schülerinnen und Schüler sprachlich unauffällig werden, zunehmend kritisch diskutiert werden. 

Diskriminierungskritisch und anerkennungstheoretisch gesehen ist durch verbesserte Deutschkompetenzen nur vordergründig geholfen, wenn linguizistische Praktiken und sprachliche Handlungen im Unterricht, die Lernende verunsichern oder ausgrenzen, nicht bearbeitet werden und das gesamtsprachliche Repertoire als biographische, unverwechselbare Kompetenz der Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen nicht in den Unterrichtsdiskurs eingehen darf. 

In diesem Spannungsfeld wird Translanguaging, ein emanzipatorisches und gemeinsames Sprachenmanagement, das Mehrsprachigkeit nicht nur duldet, sondern aktiv in den Unterricht einbezieht, diskutiert. Das Projekt stellt den Umgang mit sprachlicher Diversität im Ansatz in den Mittelpunkt eines Verständnisses internationalisierter Lehramtsausbildung. Es beinhaltet den von allen Gesprächsteilnehmern frei verfügbaren Umgang aller sprachlichen Mittel im Unterricht und ist damit ein geeignetes Instrument, um die soziale Gerechtigkeit beim Zugang zu Bildung zu verbessern. Mit diesem zentralen Anliegen stellt das Projekt TRANSLANG den Umgang mit sprachlicher Diversität im Ansatz “Translanguaging” fächerübergreifend in den Mittelpunkt eines Verständnisses internationalisierter Lehramtsausbildung.

Über zwei Projektkomponenten bringt TRANSLANG den Einbezug von Mehrsprachigkeit und Translanguaging in die Lehramtsstudiengänge der deutschen und der Partneruniversitäten ein und öffnet so ein Forum der Diskussion und des Ausprobierens für einen sprachensensiblen und diversitätsoffenen Unterrichtsdiskurs, der es ermöglicht, Ressourcen in allen Sprachen für die Vermittlung und Erarbeitung von Unterrichtsinhalten zu nutzen.

Das Projekt kombiniert einen breiten Ansatz, der eine weitgefasste Zielgruppe erreicht (Komponente 1: Camps und Workshops), mit einem Schwerpunkt, in dem sich eine kleinere Gruppe Studierender intensiv und über drei Semester mit dieser Fragestellung auseinandersetzt (Komponente 2: Internationales Projektband Translanguaging M.Ed.).


Projektteam


Kooperationsuniversitäten


Projektförderung & Laufzeit

DAAD (Förderprogramm ,Lehramt.International‘), 01.01.2021–31.12.2024