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Mit Sprache und Kultur Brücken bauen: DaZ/DaF-Studentin Yuliia Zherlitsyna ausgezeichnet

Dienstag, 15. September 2026 - 11:52 Uhr

Yuliia Zherlitsyna erhält den Preis für besonderes Engagement vom International Office.

 

Sprache verbindet Menschen – davon ist Yuliia Zherlitsyna überzeugt. Die DaZ/DaF-Studentin der Universität Hildesheim engagiert sich seit mehreren Jahren für die ukrainische Community, kulturellen Austausch und Integration in Deutschland. Für ihr vielfältiges Engagement wurde sie vom International Office der Universität Hildesheim mit einem Engagement-Preis ausgezeichnet.

„Für mich ist es immer sehr wichtig, anderen Menschen zu helfen. Egal, welche Fragen oder Probleme man hat – wenn ich helfen kann, mache ich es“, erklärt Zherlitsyna.

Begegnung schaffen und Menschen zusammenbringen

Als sie 2022 mit ihren drei Kindern aus der Ukraine nach Deutschland kam, erlebte sie selbst, wie schwierig es sein kann, sich in einem neuen Land zurechtzufinden. Besonders die Sprache stellte für viele Ukrainer*innen eine große Herausforderung dar. Für Zherlitsyna war schnell klar: Sie möchte etwas tun.

Gemeinsam mit anderen Engagierten und in Zusammenarbeit mit der Stadt Sarstedt organisierte sie Sprachcafés, Workshops und Begegnungsformate. Bei kreativen Angeboten und interkulturellen Veranstaltungen brachte sie Menschen miteinander ins Gespräch und schuf Räume für Austausch und Gemeinschaft.

Aus der Initiative heraus gründete sie gemeinsam mit weiteren Engagierten den Verein WULYK. Der Verein, der im Februar 2026 gegründet wurde und inzwischen rund 25 Mitglieder zählt, möchte Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen und eine Brücke zwischen den Kulturen bauen. „Wir sind alle unterschiedlich, aber als Menschen sind wir gleich“, beschreibt Zherlitsyna ihre Vision.

Ukrainische Kultur sichtbar machen

Auch ukrainische Kultur möchte sie in Deutschland sichtbar machen und gleichzeitig Begegnungen ermöglichen. Besonders stolz ist sie als Mitgründerin auf das Vokalensembles NeboKray, das mittlerweile 14 Mitglieder zählt und inzwischen bei mehr als 35 Veranstaltungen aufgetreten ist. Auch ukrainische Theatergastspiele, Literaturveranstaltungen und zweisprachige Lesungen gehören zu den Projekten, die sie mitorganisiert.

Darüber hinaus engagiert sich Zherlitsyna in humanitären Projekten und Spendenaktionen, unterstützt musikalische Angebote für ukrainische Kinder und beteiligt sich an internationalen Bildungs-, Inklusions- und Übersetzungsprojekten.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Ihr Engagement ist eng mit ihrem DaZ/DaF-Studium verbunden. In der Ukraine hatte sie bereits einen Masterabschluss erworben und als Lehrerin für Französisch und Englisch gearbeitet. In Deutschland wollte sie ihre eigene Sprachkompetenz weiterentwickeln und gleichzeitig anderen Menschen beim Deutschlernen helfen. Ihre eigene Mehrsprachigkeit prägt dabei ihren Blick auf Sprache: Zherlitsyna spricht Ukrainisch, Russisch, Englisch, Französisch und Deutsch und lernt zusätzlich Italienisch.

„Das DaZ/DaF-Studium spielt für mich eine sehr große Rolle“, sagt sie. Sprache sei für die Integration entscheidend: „Ohne Sprache kann man das nicht machen.“ Wer nicht kommunizieren könne, habe es schwer, wirklich Teil einer Gesellschaft zu werden.

Anerkennung für besonderes Engagement

Von der Auszeichnung durch das International Office war Zherlitsyna zunächst überrascht. Als ihre Dozentin Dr. Dariia Orobchuk, die sie für den Preis vorgeschlagen hatte und ihr später mitteilte, dass sie den Engagement-Preis erhält, konnte sie es kaum glauben. Zwar weiß sie, wie viel Zeit und Energie sie in ihre Projekte investiert, dennoch habe sie das Gefühl, dass andere Menschen noch mehr leisten.

Umso mehr bedeutet ihr die Anerkennung. Besonders wichtig findet sie, dass die Universität das Engagement ihrer Studierenden wahrnimmt und sichtbar macht.

Auch in Zukunft möchte Zherlitsyna Menschen zusammenbringen und Brücken zwischen Kulturen bauen. Gleichzeitig möchte sie andere Studierende ermutigen, sich einzubringen, Kontakte zu knüpfen und eigene Ideen umzusetzen. Denn für sie beginnt Engagement mit einer einfachen Haltung: anderen Menschen helfen zu wollen.
 

— Erstellt von Nicola Rieger I Fachbereich 3

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