VW-Dieselmotor und Sicherheitskonzept für autonomes Fahren

Mittwoch, 19. Dezember 2012 um 17:17 Uhr

Angehende Fachübersetzer und Technik-Lehrkräfte können künftig anhand eines modernen Dieselmotors dessen Aufbau und Funktion erkunden und ihn in einzelne Komponenten zerlegen. Das Motorenwerk Salzgitter der Volkswagen AG unterstützt die Universität Hildesheim in der Lehre mit einem neuwertigen Zwei-Liter-Dieselmotor nebst Aggregaten, der in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt wird. Außerdem schreitet die Entwicklung des Sicherheitskonzepts für das Forschungsfahrzeug „Leonie“ voran.

Technik beschreiben und erklären: „Unsere Studierenden können am Motor Technik wirklich ‚begreifen‘, eine entscheidende Grundlage für ihre jeweilige Vermittlungstätigkeit als Fachübersetzer und Technik-Lehrkraft. Sie sind Multiplikatoren und vermitteln, was Ingenieurskunst heute leistet“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Jürgen Rüdiger Böhmer vom Institut für Technik die Bedeutung dieser Berufsfelder. Am Motor können die Studierenden werkstoffliche, funktionale und fertigungstechnische Zusammenhänge erkennen und die Technik unmittelbar begreifen.

Die Hildesheimer Studierenden bereiten sich in Studiengängen praxisnah auf die internationale Fachkommunikation in der Technik sowie auf den Einsatz als Fachlehrkräfte an Schulen vor. „Unsere Absolventen sind in der Industrie und im Bildungswesen gefragt“, sagt Böhmer. In der Lehrerfortbildung konnten in Hildesheim in den vergangenen vier Jahren 142 Lehrkräfte aus Niedersachsen weitergebildet werden, denn in den Fächern Physik und Technik fehlen ausgebildete Fachlehrkräfte. Der Dieselmotor kommt künftig im Praktikum „Maschinenelemente“, in der Vertiefung „Kraft- und Arbeitsmaschinen“ und weiteren Projekten zum Einsatz.

Neuigkeiten gibt es auch im Forschungsprojekt „Stadtpilot“ am Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF). Wissenschaftler der Universität Hildesheim erarbeiten am Institut für Technik ein „Sicherheitskonzept für die autonome Fahrzeugführung“.

Seit Oktober 2010 ist das Forschungsfahrzeug „Leonie“ vollständig automatisiert auf einem Teilstück des Braunschweiger Stadtrings unterwegs. Neuerdings kann das Fahrzeug automatisch Fahrstreifenwechsel in der Stadt vollziehen. Weiterhin wurde im Jahr 2012 die Systemstabilität erhöht und das von Andreas Reschka am Technik-Institut der Uni Hildesheim entwickelte Sicherheitskonzept umgesetzt. „Dadurch ist das Fahrzeug in der Lage sich selbst zu diagnostizieren. Es kann auf Änderungen am eigenen Systemzustand und auf Umweltbedingungen reagieren, beispielsweise einen erhöhten Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einnehmen oder eine Maximalgeschwindigkeit verringern“, sagt Reschka.


Dipl.-Ing. Heinrich-Josef Steinmetz (Leiter Qualitätssicherung des Motorenwerks Salzgitter, VW) übergibt Prof. Dr. Jürgen R. Böhmer den neuen Dieselmotor. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Dipl.-Ing. Heinrich-Josef Steinmetz (Leiter Qualitätssicherung des Motorenwerks Salzgitter, VW) übergibt Prof. Dr. Jürgen R. Böhmer den neuen Dieselmotor. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim Dipl.-Ing. Heinrich-Josef Steinmetz (Leiter Qualitätssicherung des Motorenwerks Salzgitter, VW) übergibt Prof. Dr. Jürgen R. Böhmer den neuen Dieselmotor. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim