Lippensynchron und natürlich soll’s sein

Freitag, 22. Juni 2012 um 18:39 Uhr

Lippensynchron, natürlich und verständlich – darauf kommt es beim Synchronisieren an, erklärt Tanja Bellack. Damit Stimme und Mundbewegung im Einklang sind, übt die Studentin im Medientextlabor der Universität Hildesheim das Synchronisieren. Gemeinsam mit 23 Studierenden des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzung“ sammelt sie Praxiserfahrungen in Synchronstudios oder bei Experten für Untertiteln und Barrierefreie Kommunikation. Jüngst erhielten die Studierenden Einblicke in die Berliner Medienlandschaft.

„Wir wollen unseren Studierenden zeigen, wie vielfältig die Berufsfelder im Bereich Medientext und Medienübersetzen sind“, erklärt Dr. Nathalie Mälzer-Semlinger, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim. Deshalb bietet das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation regelmäßig Exkursionen an, im Sommersemester stand Berlin auf dem Programm. Dabei konnten die Hildesheimer Studierenden den Profis bei der Arena Synchron über die Schulter schauen und Produktionsabläufe miterleben – von Rohübersetzung und Dialogbuch bis zur Synchronisation und Tonabmischung der amerikanischen Fernsehserie „Alcatraz“.

„Die Gespräche mit den Regisseuren, Tonmeistern und Schauspielern im Synchronstudio sind Gold wert. Wir haben erlebt, wie die Profis arbeiten. Wie wird ein Filmdialog übersetzt, lippensynchron gemacht und gesprochen? Welche Nuancen sind ausschlaggebend, damit eine Synchronisation natürlich wirkt?“, berichtet Tanja Bellack von ihren Einblicken in die Berufswelt. Sie studiert seit einem Jahr im Master-Studiengang „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim. Zu den Studieninhalten zählen neben Grundlagen der Medienlinguistik und Übersetzungswissenschaft Seminare über die Medienkulturgeschichte und -ästhetik, über Sprache in den Massenmedien sowie Schreib- und Übersetzungsübungen. Studierende können in den Bereichen Untertiteln und Synchronisation, Barrierefreie Kommunikation und interne Unternehmenskommunikation Schwerpunkte setzen.

In Hildesheim kann die 29-jährige Studentin im Medientextlabor – das mit dem neuesten Stand der Profitechnik ausgestattet ist –, die Theorie praktisch erproben. „Beim Untertiteln klappt es schon ganz gut“, berichtet Tanja Bellack. Die Herausforderung sei, mit der geringen Zeichenzahl angemessen umzugehen. „Wenn ich vom Französischen ins Deutsche übersetze, sind die Texte in der Regel länger. Ich muss genau überlegen, wo ich kürzen kann, ohne den Sinn zu verändern.“

Im nächsten Semester steht für Tanja Bellack, die neben „Untertiteln und weiteren Spielarten der audiovisuellen Übersetzung“ den Studienschwerpunkt „Unternehmenskommunikation“ gewählt hat, das Synchronisieren im Mittelpunkt. Dank einer Kooperation mit dem Synchronverband „Die Gilde“ werden die Studierenden gemeinsam mit zwei Synchron-Profis Dialogbücher für Filme erstellen lernen. Die Herausforderung? „Die Synchrondialoge müssen lippensynchron sein und vor allem natürlich wirken. Es kommt auf kleinste sprachliche Nuancen an.“


Bei den Synchron-Profis in Berlin erleben Hildesheimer Studierende Produktionsabläufe mit. Im Medientextlabor an der Universität Hildesheim können sie dann selbst Synchronosieren, Untertiteln und Medien übersetzen.

Bei den Synchron-Profis in Berlin erleben Hildesheimer Studierende Produktionsabläufe mit. Im Medientextlabor an der Universität Hildesheim können sie dann selbst Synchronosieren, Untertiteln und Medien übersetzen. Bei den Synchron-Profis in Berlin erleben Hildesheimer Studierende Produktionsabläufe mit. Im Medientextlabor an der Universität Hildesheim können sie dann selbst Synchronosieren, Untertiteln und Medien übersetzen.