Universität Hildesheim - Meldungen - Fachbereich 2 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Fachbereich 2 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg de-de Stiftung Universität Hildesheim Tue, 10 Dec 2019 19:08:46 +0100 Tue, 10 Dec 2019 19:08:46 +0100 TYPO3 EXT:news news-17927 Sun, 01 Dec 2019 09:35:00 +0100 Eröffnung des Graduiertenzentrums und Promotionsfeier https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/eroeffnung-des-graduiertenzentrums-und-promotionsfeier/ In dieser Woche hat die Universität Hildesheim das neue Graduiertenzentrum eröffnet. Das Graduiertenzentrum unterstützt die Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Universität Hildesheim durch ein breites Spektrum an Angeboten zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung. Zudem wurden während der Promotionsfeier 60 Personen, die ihre Promotion seit Herbst 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, feierlich gewürdigt. Die Angebote des Graduiertenzentrums zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung sind überfachlich ausgerichtet und orientieren sich an den Bedarfen der Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

Die fächerübergreifende Serviceeinrichtung stellt unter anderem Informationen bereit, fördert den Austausch und macht Qualifizierungsangebote zu Themen wie zum Beispiel „Publikationsstrategien“, „Forschungsdatenmanagement“ oder „Forschungsethik und Forschungs-verantwortung“.

„Das Graduiertenzentrum ist Teil der Minerva-Entwicklungsplanung der Universität. Wir freuen uns, dass wir mit dem Festakt unsere Arbeit aufnehmen können. Die Geschäftstelle des Zentrums wird Dr. Svea Korff inne haben. Das Zentrum sollte zum Ort und zur Plattform für die verschiedenen Gruppen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden. Mit dem Thema des Eröffnungsvortrages, der die vielfältigen Wege in die Wissenschaft fokussiert, wird auch an das Leithema „Diversität“ der Universität angeknüpft“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Anlässlich der Eröffnung des Graduiertenzentrums dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der Vizepräsidentin für ihren Einsatz. „Professorin Baader hat die Frage, wie wir mit der Graduiertenförderung umgehen, früh auf die Agenda ihrer Vizepräsidentschaft gesetzt. Das Graduiertenzentrum ist ein Bestandteil unserer Entwicklungsplanung. Diejenigen, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen, möchte ich ermuntern, an diesem Projekt der Universität teilzunehmen.“

Den Festvortrag während der Feierstunde hielt Dr. Anja Franz vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg zum Thema „Viele Wege führen zum Ziel: Qualifizierung in und für die Wissenschaft“. Der Doktortitel ist beliebt in Deutschland, nirgendwo sonst außer in den USA werden mehr Doktortitel vergeben. Die Wissenschaftlerin sprach unter anderem über kritische Ereignisse in der Promotionszeit. Man muss nicht glauben, dass das alles reibungslos verläuft, die Schwierigkeiten reichen von Bearbeitungsproblemen über die Strukturierung – wie schaffe ich es, die Promotion in meinen Arbeitsprozess zu integrieren? – bis zu Betreuungsproblemen, so Franz. Sie machte zudem deutlich, dass auf dem Weg zur Professur „der Flaschenhals dünner wird“.

Der Erziehungswissenschaftler Jonas Ringler  sprach über die „Perspektive der Promovierenden“ und die spezifischen Herausforderungen in der Promotionsphase. Er ist Mitglied der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Beirat aus externen und internen Mitgliedern begleitet die Arbeit des Graduiertenzentrums. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation.

Ihre Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums: Dr. Svea Korff 

Wer Fragen zum Graduiertenzentrum hat, erreicht Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums. Dr. Svea Korff hat sich in Ihrer Doktorarbeit mit „Abbruchgedanken von strukturiert Promovierenden“ befasst, sie ist zudem Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim.

Broschüre „Perspektive Promotion“ enthält Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim

Zur Eröffnung des Zentrums erschien auch eine Broschüre „Perspektive Promotion“, die Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim enthält und bei Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) oder Markus Weißhaupt (markus.weisshaupt@uni-hildesheim.de) zu erhalten ist.

Weitere Informationen über das Graduiertenzentrum

Promotionsfeier: 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahr ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt

Am gleichen Tag kamen etwa 110 Ehrengäste und Gäste während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim  zusammen. 60 Personen, die ihre Promotion zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt. Gleichzeitig geht ein herzlicher Dank an die Professorinnen und Professoren, die die Promotionen mit viel Engagement begleitet haben.

In diesem Jahr richtete das Dekanat des Fachbereichs 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ die fachbereichsübergreifednde Promotionsfeier aus. Den Festvortrag hielt der renommierte Kognitionswissenschaftler und Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Prinz, der bis zu seiner Emeritierung Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig war. Er sprach zum Thema „Bewusstsein erklären – wie geht das?“.

„Eine Promotion ist immer ein Highlight an einer Universität. Im Rahmen von Promotionen leisten die jungen Kolleginnen und Kollegen maßgebliche Beiträge zur Forschung in ihrem Fach. Eine Promotion stellt die Grundlage für eine wissenschaftliche Karriere dar. Auch außerhalb der Wissenschaft demonstriert ein Doktortitel, dass sich die betroffene Person intensiv mit einem Forschungsgegenstand auseinandergesetzt hat und hervorragend qualifiziert ist. Wir freuen uns über jeden, der die Phase der Promotion erfolgreich zu Ende gebracht hat und gratulieren im Namen der Universität“, sagt Professor Christina Bermeitinger, Dekan des Fachbereichs 1.

„An dieser Stelle danke ich allen sehr herzlich, die unsere jetzt Promovierten begleitet haben, die sie wissenschaftlich inspiriert,motiviert, unterstützt und betreut haben; Dank geht auch an diejenigen, die mit den Prozessen der Promotionen hier an der Universität zu tun hatten und von dieser Seite aus – in den Dekanaten, den Promotionsausschüssen und eventuell an weiteren Stellen – Begleitung waren; und Dank geht an diejenigen, die Rückhalt gegeben haben, in welcher Form auch immer, und Forschung dadurch ermöglicht wurde“, so Prof. Christina Bermeitinger.

Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen wurde in den Doktorarbeiten bearbeitet zum Beispiel:

  • „Konstruktion, Normierung und Validierung eines allgemeinen Entwicklungstests für Kinder unter 3 Jahren“
  • „Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen
  • „Gott und die Welt in Szene gesetzt. Idiote de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues“
  • „Prozessorientierte Visualisierung im Patent-Retrieval“
  • „Case-Factories: Maintenance Cockpit for distributed Case-baised Reasoning Systems“
  • „Developing Suastainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Apporaches and Software Support“
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Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17851 Wed, 13 Nov 2019 15:32:37 +0100 Orchester an der Universität: Dirigent Volker Mühlberg über den Wert des gemeinsamen Musizierens https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/orchester-an-der-universitaet-dirigent-volker-muehlberg-ueber-den-wert-des-gemeinsamen-musizierens/ Seit 2015 spielt das Universitätsorchester unter der Leitung von Dirigent Volker Mühlberg in Hildesheim – und lädt auch in diesem Semester wieder zu einem Konzert ein. In dem Universitätsorchester spielen Musikerinnen und Musiker aus allen Fachbereichen. Flöten, Geigen, Posaunen – Volker Mühlberg vom Musikinstitut probt einmal wöchentlich mit Musikerinnen und Musikern aus allen Fachbereichen, darunter Studierende und Lehrende.

„Wenn man selbst Musik macht, bekommt man einen anderen emotionalen und intellektuellen Zugang zu den Stücken, die man spielt. Dadurch verstehe ich diese Musik besser. Das macht auch deutlich: Musik ist eine der Künste, die sich im zeitlichen Ablauf vollzieht", sagt Volker Mühlberg über die Musik.

Über den Wert des gemeinsamen Musizierens sagt Volker Mühlberg: „Das Studienziel aller Studiengänge ist nicht, einen Solisten auszubilden oder Berufsmusikerin zu werden. Sondern eigentlich besteht es ja in der Vermittlung, sowohl in den Hildesheimer Kulturwissenschaften als auch im Lehramt. Die Studiernenden sollen Menschen – Schülerinnen und Schüler, Erwachsene – packen. Das Miteinander ist wichtig und das erlernt man bei gemeinsamen Konzertproben.“

Im Universitätsorchester kamen in den vergangenen Jahren Studierende, Mitarbeiter und Ehemalige aus allen Hildesheimer Hochschulen und aus ganz Europa zusammen und spielten als Team. Volker Mühlberg zieht die folgende Bilanz: „Durch die Auftritte in der Lambertikirche, beim Campusfest und bei der Mittsommernacht ist das kleine aber feine Uniorchester in der Stadt Hildesheim angekommen. In jedem Semester neu ist der Weg vom Probenbeginn zum Konzert ein steiler und anspruchsvoller: aber genau das schweißt ja die alten und neuen Mitspieler zusammen."

Das Universitätsorchester sucht nun weitere Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Ob Informatikerin, Sprachwissenschaftler oder Sozialpädagogin, Verwaltungsmitarbeiter oder Lehramtsstudentin: Volker Mühlberg lädt fortgeschrittene Instrumentalisten aus allen Fachbereichen, Studierende und Lehrende ein, im Universitätsorchester mitzuspielen.

Das Universitätsorchester hat in diesem Wintersemester seine Probenarbeit zum Programm „Harmonie + Dissonanz“ mit Werken von Manookian, Mozart, Schubert und anderen begonnen und startet damit in die 10. „Saison" unter der Leitung von Volker Mühlberg. Die Proben im Musiksaal am Hauptcampus finden montags von 18 bis 20 Uhr statt und finden ihren Abschluss in zwei Konzerten am 18. Januar 2020 in der Lambertikirche und am 27. Januar 2020 in der Universität Hildesheim.

Musikerinnen und Musiker aus allen Fachrichtungen der Uni, Studierende und Lehrende, sind herzlich willkommen, mitzuwirken und können sich noch bis zum 15. November 2019 im LSF oder per Mail (v.muehlberg@gmx.de) anmelden.

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Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen
news-17824 Mon, 11 Nov 2019 10:07:41 +0100 Tagung: Forschungsstelle Konsumkultur debattiert über das Konsumvergnügen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/tagung-forschungsstelle-konsumkultur-debattiert-ueber-das-konsumvergnuegen/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht all das, was wir täglich kaufen und verbrauchen. Die Forschungsstelle Konsumkultur auf dem Hildesheimer Kulturcampus ist einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft. Nun lädt das Forschungsteam zu einer öffentlichen Tagung am 14. November 2019 ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsstelle Konsumkultur analysieren die Theorie, Geschichte und Ästhetik des Konsums. Am Donnerstag, 14. November 2019, findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Tagung der Forschungsstelle Konsumkultur statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Konsumvergnügen. Die Populäre Kultur und der Konsum“ beginnt um 13:00 Uhr. Die Tagung ist ohne Anmeldung und kostenfrei zugänglich.

Die öffentliche Veranstaltung wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert. Interessierte Hildesheimer Bürger, Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Kopenhagen, Oslo, Leipzig und Berlin setzen sich mit dem Unterhaltungswert des Konsums auseinander und nehmen dabei auch digitale Formen der aktuellen Erlebnisökonomie in den Blick, erläutert der Kulturwissenschaftler Dirk Hohnsträter. Die Referentinnen und Referenten sprechen zum Beispiel über Konsumvergnügen am Beispiel des Spiels „Pokémon Go“ für Mobilgeräte, über den „Kreislauf der Unterhaltung - Shopping auf Instagram“ sowie über „Die Shopping Mall als Ort des Erlebniskonsums“.

„Die Lebenswelt von Verbraucher/innen in der Gegenwart beschränkt sich nicht nur auf die Grundversorgung und Statuskonsum. Vielmehr erweist sich ästhetisches Erleben als ein Kernmotiv des Konsumierens. Vom Drogeriemarkt bis zu YouTube: in der joyful economy bilden sich vielfältige Allianzen aus Popkultur und Konsum heraus, und die Kommunikation über Konsum spielt sich immer mehr in neuen, oftmals digitalen Kanälen, auch geprägt von Influencern, ab“, so Dirk Hohnsträter.

Kurz erklärt:

Konsumkultur

Seit 2017 gibt es am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim die „Forschungsstelle Konsumkultur“, deren Gründung von Prof. Dr. Stefan Krankenhagen initiiert wurde und die von dem Kulturwissenschaftler Dr. Dirk Hohnsträter geleitet wird.

Die Forschungsstelle widmet sich – durchaus einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft – den vielfältigen Aspekten des Konsums aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie leistet kontinuierliche Schwerpunktsetzung in der Forschung durch Tagungen, Publikationen, Workshops und Nachwuchsförderung.

Forschungsstelle Konsumkultur

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Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Pressemeldungen
news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

Es traten an:

  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
    Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

  • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
    Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

  • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
    Institut für Englische Sprache und Literatur

  • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
    Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

„Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-17554 Sat, 26 Oct 2019 10:23:00 +0200 40 Jahre Kulturwissenschaften in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/40-jahre-kulturwissenschaften-in-hildesheim-1/ MIT BILDERGALERIE: Die Hildesheimer Kulturwissenschaften feiern ihr 40-jähriges Bestehen. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gegangen und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Studieninteressierte können zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen. 40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim: 24. bis 26. Oktober 2019
Website zum Jubiläum u.a. mit Bildergalerie, Historie und Programm

Dankesrede von Prof. i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Hier lesen die Rede von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich:
Grußwort anlässlich des 40 jährigen Bestehens
Kulturwissenschaftlicher Studiengänge an der Universität Hildesheim [PDF]

Die Universität Hildesheim begeht das 40-jährige Jubiläum der Hildesheimer Kulturwissenschaften mit einem Jubiläumsfestakt am 25. Oktober 2019. Der Festakt ist öffentlich und eingebunden in eine Jubiläumswoche. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation bietet ein vielfältiges Programm mit etwa 30 Veranstaltungen aus allen künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Lesungen und Autorengespräche, Künstlerinnengespräche, Paneldiskussionen, Vorträge, Workshops, Konzerte, Filmvorführungen, Theateraufführungen sowie Ausstellungen. 

Im Wintersemester 1979/80 nahm die erste Generation der Kulturstudentinnen und Kulturstudenten ihr Studium in Hildesheim auf. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit der Hildesheimer Kulturwissenschaften prägen. Heute können Studieninteressierte zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Hildesheimer Kulturwissenschaften dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich „allen sehr herzlich, die an diesem akademischen Werk, das als Kulturpädagogik begann, mitgewirkt haben, die es vor vierzig Jahren aufbauten und die es heute im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation mit einem differenzierten Studienangebot und mit einem eigenen Kulturcampus auf der Domäne Marienburg weiter entwickeln“.

„Die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie und ästhetischer Praxis ist eine Hildesheimer Traditionslinie. Wir haben seit der Gründerzeit 1979 den Anspruch, Wissenschaft phantasievoll und die Künste reflektiert zu betrachten“, so der Dekan Professor Stefan Krankenhagen. Eine aktuelle Aufgabe in Forschung und Lehre sei es, auf Digitalität und Diversität zu reagieren. Der Kulturwissenschaftler ist Absolvent der Hildesheimer Kulturpädagogik, nach einem internationalen Werdegang forscht und lehrt Krankenhagen heute als Professor für Kulturwissenschaften und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim und ist Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs.

Ein Beleg für die bedeutsame Arbeit ist etwa das neue DFG-Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als eines von nur zwei geisteswissenschaftlichen Kollegs bundesweit jüngst bewilligt wurde. Der Dekan dankte in seiner Rede den Wegbereitern des Studiengangs und allen Kolleginnen und Kollegen aus den Instituten und erinnerte an die im März verstorbene Professorin Geesche Wartemann, „die wir sehr vermissen“. 

Oberbürgermeister Ingo Meyer verdeutlichte während des Festaktes: „Hier wird nicht nur Kultur gelehrt, sondern auch Kultur gemacht. Ein großer Teil des kulturellen Lebens in Hildesheim hat seinen Ursprung in der Universität. Der Fachbereich trägt dazu bei, dass Hildesheim immer spannender wird.“

In seiner Festrede wies Olaf Kröck, Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen und Absolvent aus Hildesheim, darauf hin, dass Hildesheim „ein Ausbildungsort ist, der eine Rolle spielt in Kunsttheorie und Kunstpraxis, ein Ort, der Forschergeist, präzise Beobachtungsgabe und Diskursfähigkeit schult“. Kongenial sei es gewesen, so Olaf Kröck, dass die Populäre Kultur wie auch die Kulturpolitik in die Ausbildung integriert wurde.

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende in Hildesheim mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander. Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen Lehrenden und Studierenden als Laboratorien, in denen sie gemeinsam Wissen experimentell erweitern. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Verleihung der Würde eines Ehrensenators: Dramaturg und Theaterwissenschaftler Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Die Universität Hildesheim verleiht dem Literatur- und Theaterwissenschaftler, Dramaturgen und Regisseur Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. 28 Jahre lang hat der Theaterwissenschaftler die Entwicklung des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs begleitet.

Aufgrund seiner besonderen Leistungen für die Wissenschaft und die Universität Hildesheim und seine herausragenden Verdienste in der Forschung sowie um den Aufbau eines in Deutschland einmaligen Studienangebots in den Kulturwissenschaften verleiht die Universität Hildesheim Professor Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. Der Senat entschied einstimmig, die Verleihung erfolgt am Freitag, 25. Oktober 2019, im Rahmen des Festaktes „40 Jahre Kulturwissenschaften“ im Audimax der Universität Hildesheim.

„Prof. Kurzenberger zählt zu den herausragenden Führungspersönlichkeiten, ohne die es die Universität Hildesheim nicht gäbe“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Der engagierte Einsatz des Dramaturgen haben wichtige Entwicklungsschritte der Universität und des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation" ermöglicht. Heute lernen etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in Hildesheim.

„Mein Herz ist bewegt“, so Hajo Kurzenberger. „Die Hildesheimer Absolventinnen und Absolventen bereichern die Kulturlandschaft. Das Spektrum der Künste hat sich im Laufe der Jahre geweitet. Der Campus lebt vom lebendigen Geist der jungen Kunstproduzentinnen und Kunstproduzenten und von den Wechselbeziehungen.“

Hajo Kurzenberger, 1944 in Bruchsal geboren, hat Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin studiert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für deutsche Literaturwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Trier tätig.

Von 1981 bis 2009 forschte und lehrte Hajo Kurzenberger als Professor in der Kulturpädagogik und den folgenden kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim. Davor und dazwischen war er als Dramaturg und Regisseur an den Stadt- und Staatstheatern in Mannheim, Heidelberg, Basel, Berlin, Zürich, Hamburg, Hildesheim, Wien, St. Gallen, Liechtenstein und Dresden aktiv. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Aufführungsanalyse, der Kollektiven Kreativität, im Theater des 20. Jahrhunderts, im Chorischen Theater und in partizipativen Theaterformen mit Bürgerbeteiligung.

Professor Hajo Kurzenberger hat den Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis" maßgeblich mit aufgebaut und geprägt. So entstanden unter seiner Anleitung zahlreiche große Theaterprojekte in Theorie und Praxis. Kurzenberger bildete namhafte Theaterschaffende und Theaterwissenschaftlerinnen und Theaterwissenschaftler aus, unter ihnen die Regisseure Sebastian Nübling und Albrecht Hirche, den Dramaturgen Jens Hillje sowie Prof. Dr. Siemke Böhnisch  (Professorin für Darstellendes  Spiel, Universität Agder, Kristiansand, Norwegen) und Prof. Dr. David Rösner (Professor für Theatermusikwissenschaft, LMU München).

Aus dem Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten:

Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen mit dem studentischen Festival „State of the Art“ (16. bis 19. Oktober 2019). Das Studierenden-Festival aktuelle und ehemalige Produktionen; organisiert vom „State of the Art“ und „ab.hier.kultur“. Außerdem stellt das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ seine Forschungsvorhaben vor. In verschiedenen Formaten werden während der Jubiläumsfeierlichkeiten aktuelle und ehemalige Lehrende wie Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften Aufführungen, Workshops, Diskussionen und Ausstellungen vorstellen.

Ein großer Festakt mit Empfang erinnert am 25. Oktober 2019, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim an den Beginn der Hildesheimer Kulturwissenschaften (mit anschließendem Empfang, Schmaus und abendlichem Fest in der Kulturfabrik Löseke mit Kuwi-Bands und Kuwi-Djs). Und es findet ein großes Alumni-Treffen mit Workshops und Vorträgen vieler ehemaliger Studentinnen und Studenten statt.

Am 26. Oktober 2019 läuft abschließend eine Veranstaltung in der Literaturkirche St. Jakobi. Diskutiert wird über Transformationen und die Frage, wie die Kulturinstitutionen der Zukunft aussehen und welche Ausbildung sie brauchen.

Weitere Veranstaltungen während der Jubiläumswoche sind zum Beispiel:

  • In Zukunft lektorieren: Gespräch über weitreichende strukturelle und mediale Veränderungen im Buchmarkt
  • Hildesheimer Wege zwischen Theatermusik und Musiktheater
  • Philosophie in den Medien
  • Konsumkultur. Eine Standortbestimmung
  • Große Erwartungen: Was das Projektsemester war, ist und sein kann
  • Underdocs – die Gegenwart des Dokumentarfilms
  • Ästhetische Praxis: Ein Graduiertenkolleg stellt sich vor
  • Transformationen. Wie sehen die Kulturinstitutionen der Zukunft aus? Und welche Ausbildung brauchen sie?

Weitere Informationen

Einblicke in die Hildesheimer Kulturwissenschaften

1300 Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet lernen auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg

Seit seinem Beginn im Wintersemester 1979/80 hat der damals als „Kulturpädagogik“ eingeführte Modellstudiengang konsequent auf die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Disziplinen und auf die Spannung von Theorie und Praxis gesetzt. „Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit des Fachbereichs prägen“, wie es der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen formuliert, „ob in den Diplomstudiengängen der Anfangszeit oder in den aktuellen neun Bachelor- und Masterstudiengängen“.

Die Universität Hildesheim bildet in den Kulturwissenschaften etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg aus. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ verbindet Theorie und Praxis und ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1979  für Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung qualifiziert. Auf dem Kulturcampus arbeiten rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Künstlerische Praxis ist Teil der Forschung und Lehre

Künstlerische Praxis ist auf dem Kulturcampus ein wesentlicher Bestandteil von Forschung und Lehre. Im Burgtheater wechseln Lehrende und Studierende zum Beispiel zwischen Bühne, Seminarraum, Büro und Bibliothek – Kern des Komplexes ist ein 200 m² großer Theaterraum mit moderner Bühnentechnik. Das erste Mal entstand bundesweit ein theaterwissenschaftliches Forschungsgebäude mit Bühne und Lager. Der Bühnenraum kann nach allen Seiten geöffnet werden.

„Die Theaterbühne ist unser Forschungsgerät, unsere Bühne ist ein Labor. Künstlerische Praxis ist auf unserem Campus zentral. Wir forschen nicht nur über kulturelle Praxis, sondern machen kulturelle Praxis als integralen Bestandteil von Forschung und Lehre“, sagt der Theaterwissenschaftler Professor Jens Roselt.

Ästhetische Praxis erforschen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen auf dem Kulturcampus die Öffnung der traditionellen Künste in den Lebensalltag, in außereuropäische Praktiken und in die Pop- und Konsumkultur. Im Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ wird dieser Ansatz aktuell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 3,4 Millionen Euro gefördert.

Die Doktorandinnen und Doktoranden aus Philosophie und Soziologie sowie der Kunst-, Literatur-, Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft untersuchen in den nächsten fünf Jahren etwa Probenprozesse im Theater, Schreibräume in der Literatur, Strategien musikalischen Denkens und Verfahren der Popularisierung. Im Rahmen des Jubiläums präsentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 24. und 25. Oktober ihre Forschungsprojekte erstmals der Hochschulöffentlichkeit.

Weitere Forschungsschwerpunkte der Hildesheimer Kulturwissenschaften sind etwa in der „Forschungsstelle Konsumkultur“ und dem „Bilddidaktischen Forschungsstudio“ gebündelt. Letzteres untersucht, in Zusammenarbeit mit Schulen der Region, wie Kinder über Bilder sprechen und Bilder produzieren. Die „Forschungsstelle Konsumkultur“ verfolgt seit 2017 eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf Theorie, Geschichte und Ästhetik des modernen Massenkonsums.

Bundesweit bekannt ist auch der Forschungsschwerpunkt zur interkulturellen Philosophie, der die Vielfalt der Denktraditionen weltweit sichtbar macht und den europäisch zentrierten Blick in der Geschichtsschreibung hinterfragt. Bis 2024 schreiben Hildesheimer Philosophen eine global orientierte Philosophiegeschichte. Die DFG fördert diese innovative Forschung mit 1,25 Millionen Euro.

Am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) wiederum untersucht ein Forschungsteam mit internationalen Partnern den Einfluss der Künste auf gesellschaftliche Entwicklungsprozesse.

Bundesweit einmalig – Forschung und Lehre auf einer denkmalgeschützten 650 Jahre alten Burganlage

Die ältesten Teile der Burganlage, der Burgturm und das „Hohe Haus“, wurden 1346 von Bischof Heinrich III. erbaut. Zerstörung und Umnutzung gehören zur 650 Jahre alten Geschichte der Wasserburg: die Gebäude haben Kriege und Sturmschäden erlebt, wurden zum landwirtschaftlichen Betrieb und zur Konserven- und Eisfabrik umgebaut. Der Kulturcampus ist ein Beispiel für den Erhalt und die zeitgemäße Nutzung historischer Bauten; die denkmalgeschützte Burganlage wurde für den Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ saniert und erweitert.

Wer Fragen zu dem Festakt und den Jubiläumsfeierlichkeiten in Hildesheim hat, erreicht den Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen unter stefan.krankenhagen@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim, Isa Lange (05121 883 90100 und 0177 8605905, presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Kulturpolitik Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Medien, Theater und Populäre Kultur Musik und Musikwissenschaft Philosophie Dekanat 2
news-17543 Fri, 25 Oct 2019 16:59:00 +0200 Erstsemesterbegrüßung 2019! https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/erstsemester-22/ Am 14.10.2019 lädt der Fachbereich 2 alle Erstsemester zu einer Gala mit anschließendem Empfang ein. Los geht's um 20 Uhr am Hauptcampus im Audimax der Universität Hildesheim. Das Programm finden Sie untenstehend oder hier zum Download.

 

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Fachbereich 2
news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/mensa-neubau-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/universitaet-25/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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news-17151 Fri, 09 Aug 2019 16:08:00 +0200 Kultur studieren: Bewerbung um einen Studienplatz https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kultur-studieren-bewerbung-um-einen-studienplatz-1/ Ob Medien, Musik, Theater, Literatur oder Bildende Kunst: Im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim kombinieren Studierende Theorie und Praxis. Der Studiengang ist der älteste dieser Art in Deutschland. Es sind noch Studienplätze frei, ein Studienbeginn ist zum Wintersemester 2019/20 möglich. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Außerdem bildet die Universität Hildesheim Fachleute für Kulturvermittlung aus, im Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ ist die Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich. Wer Kulturwissenschaften studieren möchte, kann sich ab sofort bis zum 9. September 2019 um einen Platz im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim bewerben. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen dann noch eine Eignungsprüfung bestehen. Das Studium auf dem Kulturcampus startet im Oktober 2019.

Ab dem ersten Semester verbinden Sie im Studium auf dem Kulturcampus Theorie und Praxis 

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

Professor Stefan Krankenhagen: „Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“

„Der Studiengang ist für Studieninteressierte interessant, wenn sie sich auf ein Wagnis einlassen wollen. Das Wagnis, Kunst und ästhetische Praxis aus einer theoretischen und praktischen Perspektive kennen und analysieren zu lernen. Dabei werden sie erkennen, dass es vor allem darauf ankommt, zu klaren Entscheidungen zu kommen: um theoretische Begriffe und ästhetische Praktiken für Erkenntnisprozesse zu nutzen“, sagt Professor Stefan Krankenhagen, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs der Universität Hildesheim.

„Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“, so der Kulturwissenschaftler.

„Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ studieren:
Anmeldefrist endet am 9. September 2019
Zusätzliche Eignungsprüfung am 9. Oktober 2019

+++ Bachelorstudiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ +++ Anmeldefrist endet am 9. September 2019 +++

Ein Studienbeginn zum Wintersemester 2019/20 ist in den Kulturwissenschaften noch möglich. Was müssen Sie tun? Sie bewerben sich über das Online-Portal des Immatrikulationsamts direkt um einen Studienplatz im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019 (Ausschlussfrist). Ihre Bewerbung gilt gleichzeitig als Anmeldung für die Eignungsprüfung, die am 9. Oktober 2019 stattfindet. Sie erhalten vom Immatrikulationsamt dann eine Anmeldebestätigung und alle zusätzlichen Informationen zur Eignungsprüfung.

Bewerben und Einschreiben an der Universität Hildesheim

Hier geht’s direkt zum Online-Portal des Immatrikulationsamts

Informationen zum Ablauf der Eignungsprüfung
im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“

Sie suchen einen Masterstudienplatz? Wie wäre es mit dem Masterstudiengang „Kulturvermittlung“! Bewerben Sie sich bis zum 30. September 2019!

Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik.

Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Projekten und Kooperationen – etwa mit den Goethe-Instituten weltweit, mit der kulturpolitischen Gesellschaft oder der Bundesvereinigung kulturelle Bildung – können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ +++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 30. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

Und außerdem....

SAVE THE DATE: 40 Jahre Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim

40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim
18. bis 26. Oktober 2019

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit.

Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim in Niedersachsen lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierenden mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander.

Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen als Laboratorien, in denen Lehrende und Studierende gemeinsam Wissen experimentell erweitern.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Musik und Musikwissenschaft Philosophie Medien, Theater und Populäre Kultur Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
news-17308 Wed, 07 Aug 2019 11:22:00 +0200 Umgang mit Forschungsdaten: Kultur der wissenschaftlichen Integrität https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/umgang-mit-forschungsdaten-kultur-der-wissenschaftlichen-integritaet/ Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Im Interview gibt die Wissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit und spricht über das Management von Forschungsdaten in der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Wer kann sich an Sie wenden?

Alle, die hier forschen, können sich an mich wenden. Jede Professorin, jeder Doktorand, jede Studentin kann mich in der Universitätsbibliothek kontaktieren und Beratung zum Management von Forschungsdaten in Anspruch nehmen und Fragen rund um das Datenleben stellen. Die Erstsemester im Bachelor können mich übrigens genauso anrufen – der wissenschaftliche Nachwuchs ist die Zukunft. Wenn Studienanfängerinnen und Studienanfänger früh mit dem Forschungsdatenmanagement in Berührung kommen, ist das eine wichtige Grundlage für ihren weiteren Werdegang in der Universität. Ich biete Kurse und Workshops an. [weitere Informationen finden Sie hier und im Veranstaltungskalender]

Wie wird diese Beratung angenommen?

Das Angebot wird sehr gut angenommen, täglich nutzen in meinem Büro Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Studierende die Beratung rund um das fachspezifische Forschungsdatenmanagement. Es entstehen Synergien, wenn ich eine Mustereinwilligung in der Psychologie vorliegen habe und ich dann am kulturwissenschaftlichen Fachbereich ein ähnliches Gespräch führe, können wir für alle Fachbereiche neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement schaffen und voneinander profitieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Forschungsteams zusammenarbeiten und ihre Daten gemeinsam managen, etwa im Forschungsprojekt „revamp2“ aus dem Bereich „Software Systems Engineering“. Mit dem Team um Professor Klaus Schmid stehe ich im Austausch rund um das Thema „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ für seine Projekte.

„Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware innerhalb einer Kultur der wissenschaftlichen Integrität an der Universität Hildesheim“

Welche Bedeutung hat das Forschungsdatenmanagement für die Universität Hildesheim?

Es gibt kaum einen Fachbereich oder ein Institut, das heute nicht Forschungsdatenmanagement betreibt. Gutes, vertrauenswürdiges Datenmanagement ist von strategischer Bedeutung für die Universität Hildesheim insgesamt und für die Weiterentwicklung der Universitätsbibliothek im Bereich forschungsnaher Serviceleistungen. Die Universitätsbibliothek hat sich deshalb frühzeitig positioniert und entwickelt ihre Dienste für die Wissenschaft, Lehre und Forschung kontinuierlich weiter. Es gibt einen engen Austausch mit den Forscherinnen und Forschern. Die Publikation von Forschungsdaten ist Teil der Forschung. Wir betreiben nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und haben Servicestrukturen entwickelt. Man kann Forschungsdaten heute im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr teilen. Forschungsdaten, die an der Universität Hildesheim entstehen, sind sehr wichtig auch für andere Universitäten in Deutschland sowie global. Man sollte die Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten im Blick haben, damit Forschungsdaten in Suchmaschinen national und international verknüpft und aufgefunden werden können. Die Forschung aus Hildesheim soll nachhaltig für alle, national und international, sichtbar werden. Selbst dort, wo sensible Daten anfallen, werden zwar nicht die Daten geteilt, aber die Erkenntnisse und Forschungspublikationen.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen seitdem Sie an der Universität Hildesheim die Stelle im Forschungsdatenmanagement angetreten haben. Der Umgang mit Daten in der Forschung erfordert viel Sorgsamkeit. Was leistet die Stelle „Forschungsdatenmanagement“, was vorher die Fachbereiche alleine organisieren mussten? Was für eine Hilfestellung bieten Sie?

Es gibt Fragen, die immer wieder auftauchen, etwa zur Speicherung und Archivierung, zu rechtlichen Aspekten, zu Datenmanagementplänen und zur Datensicherheit. Früher hat jedes Institut, wenn überhaupt, das Forschungsdatenmanagement mehr oder weniger alleine gemacht. Nehmen wir als Beispiel die Mustereinwilligungen, jedes Institut hat von vorne angefangen und eigene Dokumente erstellt. Ich möchte die Mustereinwilligungen künftig auf der Website zum Download anbieten, daran kann man sich orientieren, das spart Zeit.

Sie unterstützten Forscherinnen und Forschern auch bei Projektanträgen.

Gemeinsam mit dem Team der Forschungsförderung und unserem Datenschutzbeauftragten Professor Thomas Mandl unterstützen wir zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Antragsverfahren etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist wichtig, einem Forschungsantrag einen Datenmanagementplan beizufügen, in dem Angaben zur Speicherung und zu den Kosten für das Management gemacht werden; die DFG etwa bewilligt auch Mittel dafür. So können Daten zum Beispiel in der Politikwissenschaft in Fachrepositorien gespeichert und gefunden werden. Hier gibt es einen sehr hohen Informationsbedarf. Das Software-Werkzeug RDMO hat die Universität Hildesheim 2018 reibungslos installiert, um Datenmanagementpläne gut und einfach schreiben zu können. Jetzt wird das Werkzeug weiter an das institutionelle und fachspezifische Umfeld in den Instituten angepasst. Was in einen Datenmanagementplan gehört, ist sehr häufig die Frage von Forscherinnen und Forschern, wenn es um das Schreiben von Projektanträgen geht. Welche Daten fallen überhaupt an? Wie werden sie dann erhoben und dokumentiert? Werden Metadaten und ethische sowie rechtliche Aspekte berücksichtigt und wie werden die Daten gespeichert? Das sind einige Fragen, die ein Datenmanagementplan beinhalten kann.

Sie beschäftigen sich auch mit Fragen zur Speicherung von Forschungsdaten und mit Repositorien, also den Orten zur Aufbewahrung der Daten. Warum ist das wichtig?

Seit dem Frühjahr 2019 ermittele ich die Speicherbedarfe. Ich konnte mir einen ersten Überblick über den gegenwärtig praktizierten Umgang mit Forschungsdaten verschaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Wunsch nach Beratung zum Organisieren, Strukturieren, aber besonders die Anforderung nach verlässlichem Speicher deutlich gemacht. Um für diese Anforderungen passende Infrastrukturen finden und entwickeln zu können, bin ich derzeit im Austausch mit allen Fachbereichen und Instituten. Ich befasse mich mit dem Umfang der Forschungsdaten, das heißt, was fällt an? Ich möchte dabei wissen welche Datentypen und welche Datenformate in den einzelnen Projekten anfallen sowie das geschätzte Volumen der Forschungsdaten (ungefähre Größenordnung, das heißt weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB). Außerdem sind Aussagen zur Datenqualität sehr wichtig und ob die Daten schutzwürdig oder öffentlich sind. Antworten auf die Frage nach dem Speicherbedarf und Volumen zu erhalten, wird dabei helfen, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern. Den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis folgend sollen Forschungsdaten in der eigenen Einrichtung oder in einer fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur für mindestens 10 Jahre archiviert werden. Am 1. August 2019 trat der Kodex der DFG in Kraft [PDF]. Der Kodex betont die Sicherung von Forschungsergebnissen in Repositorien mit Beachtung der fachspezifischen Standards.
Eine Definition von Forschungsdatenrepositorien ist, dass sie Dokumentenserver sind, auf denen Forschungsdaten archiviert sind. Als Forscherin und Forscher bin ich durch Datenzitation meine DOI für das Forschungsdatum sichtbar. In vielen Gesprächen in allen Fachbereichen wurde der Wunsch geäußert, dass die Forscherinnen und Forscher der Universität Hildesheim zum längerfristigen Aufbewahren und Publizieren, neben externen Repositorien ihre Daten lokal speichern möchten, beispielsweise wenn es sich um sensible Daten handelt oder um Daten von Social-Media-Plattformen, an denen die Rechte fehlen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen ich sprach und was ein Ergebnis einer hochschulweiten Umfrage war, haben allerdings noch nie Daten in einem Repositorium abgelegt, wobei zu bemerken ist, dass viele hier beabsichtigen, in Zukunft ein Repositorium zu nutzen, entweder ein lokales, wenn angemessen oder ein institutionelles. Die Kooperationen mit GESIS und Qualiservice in den Sozialwissenschaften zur längerfristigen Speicherung und Archivlösung werden als ein Beispiel in diesem Zusammenhang ausgebaut.

Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „coffee lectures“ kommen Sie mit Studierenden und Forscherinnen und Forschern zusammen.

Ich lade mehrmals im Semester zu den „coffee lectures“ ein, man kommt bei einem Tee oder Kaffee eine dreiviertel bis eine Stunde zusammen, es beginnt immer um 12:30 Uhr. Die meisten haben nicht viel Zeit. Da ist das Angebot in der Mittagspause genau das richtige. Wir tauschen uns im Wintersemester 2019/20 aus über das „Organisieren und Arbeiten: Workflows im Forschungsdatenmanagement“ (23. Oktober 2019), die Kulturwissenschaftlerin Kristina Petzold gibt Einblicke in ihre Arbeit mit Datenmengen im Projekt „Rez@Kultur“ und mit welchen Werkzeugen sie arbeitet. Dann geht es am 8. November 2019 weiter mit einem Gespräch über „Syncing und Sharing (Academic Cloud)“, am 20. November 2019 sprechen wir über den „Zugang zu Forschungsergebnissen: Open Access“ und am 4. Dezember 2019 tauschen wir uns über das „Aufbereiten und Veröffentlichen“ und die Metadaten aus. Ob Student oder Professorin – alle Mitglieder der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sie kommen von einer internationalen Konferenz in Astana in Kasachstan, wo Sie eine „Keynote-Rede“ zum Forschungsdatenmanagement gehalten haben. Was war dort Ihre Botschaft auf der internationalen Fachebene?

Ich konnte zeigen, dass die Universität Hildesheim eine feste Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet hat und diese Aufgabe ernst nimmt. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen in der internationalen Forschungsdaten-Community aus den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Rechenzentren kam das sehr gut an. Wir sind in Hildesheim vorne mit dabei, es ist besonders. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung des Rechenzentrums, der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Datenschutz und der Hochschulleitung. Viele Externe bewundern das, an manchen anderen Universitätsstandorten gibt es solche Stellen immer noch nicht.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Mit allen Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement können Sie sich jederzeit an fdm@uni-hildesheim.de oder direkt an Annette Strauch (E-Mail annette.strauch@uni-hildesheim.de) wenden.

Aufruf: Bitte um Beteiligung an der Ermittlung des Bedarfs an Speicherung (falls noch nicht geschehen)

Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, dennoch ist es im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis und für die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum essentiell, die Speicherbedarfe der jeweils laufenden Projekte zu kennen, um technisch für alle Forscherinnen und Forscher eines Projektes die besten infrastrukturellen Dienste zur Verfügung stellen zu können und um bestehende Basisdienste weiterzuentwickeln.

Annette Strauch bittet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, sich an einer Umfrage über den Umfang der Forschungsdaten in aktuellen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an annette.strauch@uni-hildesheim.de. Einen Link mit Informationen finden Sie hier.

Das nachhaltige Forschungsdatenmanagement betrifft jede Hochschule, auch im Hinblick auf eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

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news-17109 Mon, 08 Jul 2019 08:44:00 +0200 Masterstudiengang Kulturvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/masterstudiengang-kulturvermittlung/ Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik. Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Lehrforschungsprojekten und Kooperationen mit vielfältiger Praxisorganisationen und Dachverbänden, von der kulturpolitischen Gesellschaft über die Bundesvereinigung kulturelle Bildung bis zu den Goethe-Instituten weltweit, können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 1. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 1. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

+++ Infoveranstaltung am Dienstag, 9. Juli 2019 +++

Ein persönliches Bild vom Studiengang „Kulturvermittlung“ können sich Studieninteressierte am Dienstag, 9. Juli 2019, von 14:00 bis 17:00 Uhr machen. Die Infoveranstaltung findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in der Bibliothek des Weißes Hauses (Domänenstraße, 31141 Hildesheim) statt.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Studierendenportal
news-17107 Thu, 04 Jul 2019 07:46:00 +0200 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

„Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Einrichtungen Universitätsbibliothek Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Digitalen Wandel Forschung Startseite
news-17085 Tue, 02 Jul 2019 08:58:00 +0200 Bachmann-Preis: Literaturstudent Leander Fischer https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/bachmann-preis-literaturstudent-leander-fischer/ Leander Fischer, Masterstudent am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, gewinnt beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt den Preis des Deutschlandfunks. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. [Hinweis: In Kürze lesen Sie hier ein Interview mit Leander Fischer]

Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Leander Fischer las in Klugenfurt auf Einladung des Literaturkritikers Hubert Winkels den Text „Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf“. Der Deutschlandfunkpreis ging nach einer Stichwahl an Leander Fischer. Fischer studiert derzeit an der Universität Hildesheim im Masterstudium „Literarisches Schreiben und Lektorieren“. In seinem Text verfällt ein frustrierter Musiklehrer immer mehr dem Fliegenfischen und wird beim Köderknüpfen-Lernen wieder zum Schüler.

Es sei eine der sperrigsten Arbeiten, Köder für das Fliegenfischen zu knüpfen, sagte Hubert Winkels. Doch der Text schaffe es, Stück für Stück beim Zusammensetzen langsam das Vergnügen am Fertigen eines Kunstwerks zu vermitteln, so Winkels. Der Protagonist ist Musiklehrer, doch kein Violinkonzert könne schöner sein, als das Knüpfen der Köder.

Eine gekonnte erzählerische Leistung, „ganz furios gemacht“

Die Literaturwissenschaftlerin Hildegard Keller, Jurymitglied des Bachmann-Preises, sagte, es sei ein Text über Miniaturkunstwerke und es sei auch selbst ein Miniaturkunstwerk. Die lokale Semantik und das Musikalische fand sie interessant. Der Vortrag habe ihr geholfen, den Text besser zu verstehen, so Keller, es sei eine gekonnte erzählerische Leistung. „Ganz furios gemacht.“

Leander Fischer wurde 1992 in Vöcklabruck in Oberösterreich geboren. Er absolvierte Praktika in der Programmabteilung des Internationalen Literaturfestivals Berlin und im Lektorat Hanser Berlin. Unter anderem studierte er an den Universitäten Berlin, Wien und Hildesheim. Er war Mitherausgeber von „BELLA triste“, der Zeitschrift für junge Literatur und der Jahresanthologie (2018) der Studierenden des Studienganges Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Seine Masterarbeit wird gegenwärtig an der Universität Hildesheim vom Literaturwissenschaftler Thomas Klupp betreut.

Seit 20 Jahren: Renommiertes Literaturinstitut in Hildesheim

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Weitere Informationen zum Bachmann-Preis:

TEXT von Leander Fischer

Jurydiskussion Leander Fischer

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
news-17086 Mon, 01 Jul 2019 08:39:00 +0200 Herausragende akademische Leistungen: Torben Windler, Candy Walter und Carolin Funke https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/herausragende-akademische-leistungen-torben-windler-candy-walter-und-carolin-funke/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden der Informatiker Torben Windler, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Funke und der Mathematiker Candy Walter für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert „Die Preise sind eine besondere Auszeichnung der Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Sie sollen zudem Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs motivieren“, sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, anlässlich der Preisverleihung im Forum am Hauptcampus. Die Qualität begeisterte ihn, und erstaunt habe ihn die Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Bachelor: Torben Windler | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ |  Bachelorarbeit „Electricity Price Forecasting in the Context of Production Planning“ | Gutachter: Jan Busse

  • Master: Carolin Funke | Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ | Masterarbeit „Narrative Zwischenräume. Die Bedeutung der Bild-Text-Interdependenz in Bilderbuchgesprächen am Beispiel des Bilderbuches „Garmans Straße“ von Stian Hole. Eine qualitativ-empirische Studie.“ | Gutachterin Prof. Dr. Bettina Uhlig, Gutachter Jan Schönfelder

  • Dissertation: Candy Walter | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ | Dissertation „Statistische Untersuchungen Planen – Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen“ | Gutachterin: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt

Der Informatiker Torben Windler hat seine Arbeit im Rahmen eines Projektes umgesetzt, in dem einem Produktionsbetrieb mit hohem Energieverbrauch geholfen werden soll, die Niedrigpreisphasen des Stromlieferanten auszunutzen und das vorausschauend Wochen vorher zu planen.

Carolin Funke, gelernte Grafikerin, hat in ihrer Masterarbeit ein liebevoll gestaltetes Werk vorgelegt, das Lehrerinnen und Lehrern Hilfen gibt für das Erschließen von Bilderbüchern. Auch der Mathematiker Candy Walter wendet sich mit seiner Arbeit an Lehrerinnen und Lehrer. Mit Hilfe der Ergebnisse seiner Dissertation sollen Schülerinnen und Schüler eigene Projekte besser durchführen und auswerten können.

Nominiert waren herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachbereiche

Unter den insgesamt 14 Nominierten mit herausragenden Forschungsarbeiten waren junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen der Universität Hildesheim. Die Preis werden einmal im Jahr verliehen.

Die vier Fachbereiche hatten die Arbeiten bei der paritätisch besetzten Förderkommission des Senats eingereicht. Die ermittelte in einem aufwendigen Verfahren drei Vorschläge, die sie dem Vorstand der Universitätsgesellschaft zur Entscheidung vorlegte. Die zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten wurden mitgereicht, um den Kommissionsvorschlag nachvollziehen zu können.

Die Universitätsgesellschaft fördert Studierende, studentische Projekte und Leistungen und unterstützt Forschung und Lehre. Die gemeinnützige Gesellschaft vereint Freunde, Ehemalige, Förderer und Angehörige der Uni und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

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news-17052 Sun, 23 Jun 2019 19:59:00 +0200 Zehn Jahre Center for World Music: „Wir bewahren musikalisches Kulturerbe” https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/zehn-jahre-center-for-world-music-wir-bewahren-musikalisches-kulturerbe/ Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich des Festaktes zum
zehnjährigen Bestehen des Center for World Music (PDF)

Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Das Forschungszentrum bewahrt mit seinen über 4.500 Musikinstrumenten, 45.000 Schallplatten, Tondokumenten und Schriften bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens. Es gibt in Europa keine weitere Institution, die in dieser globalen Breite sammelt.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Center for World Music einen festen Platz in der Kulturregion Hildesheim und weit darüber hinaus erarbeitet. Es ist ein international anerkanntes Lehr- und Forschungszentrum und gleichzeitig ein inspirierender kultureller Akteur. Wissenschaft und Kultur werden hier auf ganz besondere Weise miteinander verknüpft und so gemeinsam erfahrbar. Hierzu gratuliere ich ganz herzlich und blicke gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler anlässlich eines Festaktes. Die Arbeit, die in Hildesheim geleistet werde sei „grandios“, so der Minister. Das Forschungszentrum gebe eine Antwort auf Ausgrenzung und arbeite mit der verbindenden Kraft der Musik.

„We believe in unity through cooperation“

„Das Center ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Hildesheim besitzt ein weiteres Juwel“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „A very warm welcome to all of our foreign partners and guests. You make us proud and together we tell everybody and especially to the new generation of students: we believe in unity through cooperation. Our message is: come and work together, come together and listen to music, we are united in our passion for Music.“ 

Friedrich dankt insbesondere Rolf Irle, dem Stifter der Instrumentensammlung und Ehrenbürger der Universität Rolf Irle. „Musik spaltet nicht, sie vereint, das haben sie Generationen von Schülerinnen und Schülern vorgelebt.“ 

„Das Forschungszentrum gibt Raum für Musiken der ganzen Welt und öffnet diese in die Gesellschaft, um einen offenen Umgang miteinander zu pflegen“, so Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen. Die Transferleistungen in die Gesellschaft hinein seien einzigartig. Die Stiftung Niedersachsen unterstützt die Arbeit seit der Gründung des Forschungszentrums.

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, unterstreicht die Bedeutung des Forschungszentrums für die Region Hildesheim. Die Stadt sei durch die kulturwissenschaftlichen Studiengänge von jungen, progressiven und internationalen Kulturformen beeinflusst. „Das Center for World Music ist ein Botschafter für Toleranz in einer pluralen Gesellschaft.“ Die vielfältige Musikkultur werde nicht nur bewahrt und erforscht, sondern auch vermittelt. Meyer äußerte seinen Dank für die Lebensfreude, die von diesem Zentrum ausgehe.

„Music unites, but music can also divide. Music can tackle social difference. Lower Saxony is blessed by these two Institutions, the Center for World Music in Hildesheim and the European Centre for Jewish Music in Hanover“, so Professor Edwin Seroussi von der Hebräischen Universität Jerusalem, der den Festvortrag hielt.

„Das Center for World Music ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Musik verfügt über eine einzigartige Kraft, Menschen jeden Alters und jeder Nationalität zu verbinden. Musik schafft Gemeinschaft. Musik bietet besondere Chancen, international und interkulturell zusammenzuarbeiten. Musik schafft grenzüberschreitend Partnerschaften“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Kooperation mit Universität Maiduguri in Nigeria: „Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“

Die internationale Zusammenarbeit wird ausgebaut. Am (heutigen) Freitag haben die Universität Maiduguri in Nigeria und die Universität Hildesheim eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Universitäten arbeiten seit mehreren Jahren in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Graduiertenschule zusammen und befassen sich mit Friedens- und Konfliktforschung.

„Wir pflegen viele Kooperationen auf der ganzen Welt, aber diese scheint die beste zu sein, die wir jemals hatten. Wir sind stolz auf diesen Austausch mit Hildesheim“, sagt Professor Aliyu Shugaba, Präsident der Universität Maiduguri anlässlich der Unterzeichnung in Hildesheim. Seit 1975 bildet die Universität Maiduguri unter anderem den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fakultäten Landwirtschaft, Kulturwissenschaften, Bildung, Ingenieurwesen, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Medizin aus. Die Universität Maiduguri befindet sich im Zentrum des Konflikts in Nordostnigeria, wo die Terrororganisation „Boko Haram“ in den letzten Jahren schreckliche Verwüstungen angerichtet hat. Die sechs nigerianischen Doktorandinnen und Doktoranden und sechs Masterstudierenden arbeiten in der Graduiertenschule an Fragen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus. Die Masterstudierenden haben ihre Master Thesis gerade erfolgreich verteidigt.

„Wir sind dankbar und stolz auf die Zusammenarbeit mit der Universität Maiduguri. Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch.

In Hildesheim lagert in Beispielen das musikalische kollektive Gedächtnis der Menschheit, zum Beispiel das „Music of Man Archiv“, eine Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen. Die Schallplatten sind oft die einzigen akustischen Zeugnisse. In den Regalen liegen algerischer Rai und Streitlieder der Inuit neben Bach-Partiten, hinduistische Tempelgesänge und syrisch-chaldäische Gesänge neben Roland Kaiser, Jazz aus Bangladesch neben Gesängen aus Albanien und Afghanistan.

„Für uns zählt diese Sammlung zum Weltkulturerbe. Die Bestände haben viel mit uns zu tun und das Wissen um die Vielfalt musikalischer Geschichte ist eine wichtige Quelle künstlerischer Inspritation. In unserem Archiv lagern Highlights wie die erste Tonaufnahme aus dem Iran von 1906. Wir haben Ton-aufnahmen, bei denen wir wissen, dass die Sammlung ein Kulturerbe dokumentiert, das verloren ist. Etwa die Tonträger aus Maiduguri in Nigeria“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music.

Welche Rolle spielen Musik und Klänge in der Gesellschaft? Das Hildesheimer Musikarchiv zeigt: Musik ist nicht nur bloße Unterhaltung oder hohe Kunst. Musikalische Ausdrucksformen sind eine emotionale Kraft. Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch. „Im Zentrum bei uns stehen die musizierenden Menschen und nicht das Klangdokument alleine“, sagt Vogels.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim arbeitet eng mit dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik der Hochschule für Musik, Theater und Medien zusammen. Ein internationaler Fachbeirat berät die Einrichtungen.

Digitalisierung von Weltkulturerbe in Kairo, Teheran und Maiduguri

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden, etwa liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo.

Das Forschungszentrum macht das musikalische Wissen zugänglich. „Wichtiger als das Bewahren ist uns die Rückgabe. Unsere Hauptpflicht ist es, die Dokumente den Musikern vor Ort zur Verfügung zu stellen. Am koptisch-orthodoxen Patriarchat in Kairo und Alexandria werden die Tonaufnahmen in der Ausbildung von Kantoren eingesetzt, da hört man sich das jetzt an, was wir digitalisiert haben. In Teheran nutzen Musiker die Aufnahmen. In Maiduguri hat unser Archivprojekt zur Gründung des Universitätsinstituts zur ‚Promotion of Cultural Sustainability‘ geführt. Wir sammeln wenig, um es einfach im Archiv zu lagern – sondern unsere Überlegung ist immer: Was kann man damit machen?“, so Raimund Vogels.

Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur

Musik und Künste können beim Wiederaufbau von Gesellschaft helfen, etwa in Nigeria. In Nordostnigeria wurden im letzten Jahrzehnt Musikerinnen und Musiker durch „Boko Haram“ ermordet, verfolgt und vertrieben und jene, die am Leben sind, haben Angst, Musik zu machen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri/Nigeria und Cape Coast/Ghana befassen sich in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie in und nach Konflikten Gemeinschaften wieder aufgebaut werden können. Was wurde zerstört, welche Rolle spielen Kultur, Instrumente und musikalische Ausdrucksformen beim Wiederaufbau? Doktorandinnen und Doktoranden nutzen seltene Tonaufnahmen aus dem Musikarchiv für ihre Forschungsarbeiten. Über den Forschungsprozess fließen die Materialien, die die Vielfalt musikalischer Kultur in den Dörfern Nordostnigerias dokumentieren und seit den 1980er Jahren aufgenommen wurden, hinein in die Dörfer, Camps für Binnenflüchtlinge oder Familien. Die Tonaufnahmen sind Impulsgeber für Fragen der Reflexion: Wo wollen wir hin, wie wollen wir künftig leben?

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind Forscherinnen und Forscher aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Integration durch Musik und Klang

Neben den internationalen Forschungsprojekten wirkt das Center for World Music in der Region, arbeitet mit Kitas, Schulen und dem Roemer- und Pelizeaus-Museum zusammen und bildet seit 2011 Berufstätige fort.

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan. Der 5. Studienjahrgang beginnt im Oktober 2019 (mehr Informationen über die Bewerbung).

Programm des Festakts am 21. Juni 2019

Begrüßung und Grußworte

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim
  • Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
  • Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen
  • Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
  • Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim 

Festvortrag

Prof. Dr. Edwin Seroussi, Hebräische Universität Jerusalem

„10 Jahre in 10 Bildern – Das Center for World Music“

Prof. Dr. Raimund Vogels (Direktor des Center for World Music) und Dr. Michael Fuhr (Geschäftsführer des Center for World Music)

Der Festakt wird gestaltet mit musikalischen Beiträgen von Freunden und Studierenden des Center for World Music. Die Universität erwartet zum Festakt etwa 100 Gäste aus dem In- und Ausland, unter anderem aus Teheran, Paris, Chicago, Jerusalem, Maiduguri, Lissabon, Cape Coast und London.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Präsident
news-16824 Wed, 12 Jun 2019 09:45:00 +0200 Am Puls der Zeit: Zwanzig Jahre Kreatives Schreiben https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/am-puls-der-zeit-zwanzig-jahre-kreatives-schreiben/ Kann man kreatives Schreiben lernen? Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen des renommierten Studiengangs „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“. Mit einem Fest und einer Anthologie liefert die Schreibschule einen Rückblick und Ausblick auf die Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens. Über 40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich mit ganz frischen Themen und Texten. 20 Jahre Kreatives Schreiben: Hier geht's direkt zum Programm

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

„Im englischsprachigen Raum ist das Studium des kreativen Schreibens eine Selbstverständlichkeit, weil es hellhörig macht für die Vielstimmigkeit der Gegenwart. Die Studierenden lernen, sich schreibend zur Gegenwart zu verhalten und dabei zugleich immer auch selbst zu reflektieren. Das brauchen wir heutzutage dringender denn je. Und bei vielen enstehen dabei literarische Werke, anhand derer wir unsere Zeit als Möglichkeitsraum erforschen können“, sagt Professorin Annette Pehnt, Schriftstellerin und Direktorin des Literaturinstituts.

„Der Studiengang Kreatives Schreiben zählt zu den herausragenden Profilelementen der Universität Hildesheim. Hanns-Josef Ortheil hat den Studiengang geschaffen und neben seinem eigenen schriftstellerischen Werk damit die deutsche literarische Welt sehr bereichert. Wir verdanken ihm viel!“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zum Jubiläum erscheint die Anthologie „Institutsprosa. Zwanzig Jahre Schreibschule Hildesheim“, in der fünfunddreißig bekannte Alumni über ihre Studienzeit schreiben. Die Anthologie wird von Dirk Brall, Mariana Leky, Thomas Klupp und Katrin Zimmermann im Olms Verlag herausgegeben.

Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen mit einem Jubiläumsfest am 14. Juni und 15. Juni 2019. Etwa 45 ehemalige Studentinnen und Studenten, die alle in großen Verlagen Bücher veröffentlicht haben, kommen zu dem großen Literatenfest nach Hildesheim.

Das Jubiläumsfest beginnt mit einem literarischen Abend im Literaturhaus St. Jakobi. Die Gespräche und Lesungen mit Shida Bazyar, Jo Lendle, Mariana Leky und Institutsgründer Professor Hanns-Josef Ortheil moderiert Alexander Solloch vom NDR.

Am Samstag treffen sich die Alumni, die Lehrenden und Studierenden aller jetzigen Studiengänge sowie Freunde des Instituts auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, das Fest wurde von Literaturstudentinnen und Literaturstudenten organisiertli. Bis tief in die Nacht hinein ist dort ein facettenreiches Programm von Gesprächen, Debatten, Lesungen und Performances zu erleben, unter anderem mit Helene Bukowski, Karl W. Flender, Juan S. Guse, Alina Herbing, Sabrina Janesch, Juliana Kalnay, Florian Kessler, Leif Randt, Ronja von Rönne und Philipp Winkler. Der große Fest-Samstag mit seinen rund zwei Dutzend Veranstaltungspunkten auf der Domäne ist öffentlich und kostenfrei. Das Literaturinstitut freut sich sehr über alle Besucherinnen und Besucher.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden. Im Wintersemester 1999/2000 startete der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Hildesheimer Schreibschule diskutiert Trends und Entwicklungen seit 1999

„Lehrende müssen sehr genau auf die ästhetischen Entwicklungen der Gegenwart achten, also darauf, was sich in den zentralen künstlerischen Gattungen jeweils so alles tut. Man muss die neuste Literatur und die Künste ingesamt sehr wach studieren und die Erkenntnisse in den Unterricht einbringen, um immer auf der Höhe der Zeit zu sein“, sagt Professor Hanns-Josef Ortheil, Gründer des Literaturinstituts und heute Seniorprofessor an der Universität Hildesheim.

„Die Hildesheimer Schreibschule hat fast alle historischen Trends und Entwicklungen seit 1999 in intensiver Weise miterlebt. Das begann schon 1999 mit der Hochzeit der Popliteratur und setzte sich dann bis zu den digitalen Kulturen der Gegenwart fort. Das waren, ästhetisch gesehen, ungeheuer wichtige Jahre, voller Umbrüche nicht nur in den Themen, sondern auch in den Methoden und Medien des Schreibens. Die Studierenden sind dabei selbst die wunderbarsten Zubringer für diese Metamorphosen, anhand ihrer Lebensläufe und dem, was sie tun und denken, könnte man eine Literaturgeschichte der Suchbewegungen von Studierenden in der Gegenwart schreiben.“

„Das alte Pächterhaus auf der Domäne Marienburg mit seinem legendären Blauen Salon ist ein Glücksfall für den Studiengang“

Ortheil fing 1990 als wissenschaftlicher Assistent in Hildesheim an. „Ich saß mit zehn Studierenden, die mit mir Kafka lesen wollten, in einem ganz kleinen Raum im Hauptgebäude. Wir hörten gar nicht mehr auf zu lesen. Aus der Kafka-Lektüre entwickelten sich erste Schreibaufgaben, denn wir wollten Kafka auch schreibend begreifen. Das war der erste Schritt in eine ganz neue Richtung. Allmählich entstand ein sehr innovativer Literaturunterricht, der nicht vom Interpretieren ausging, sondern von Leseerfahrungen, die in Texte von Lesern verwandelt wurden“, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil an die Anfänge. „Später ist daraus die DUDEN-Reihe ‚Kreatives Schreiben‘ entstanden, in der ich zusammen mit meinen Kollegen genau dieses Programm weiterentwickelt habe.“

Das Hildesheimer Literaturinstitut hat seinen Sitz nicht zwischen Betonwänden und Straßenzügen. Die Schreibschule befindet sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, einer mittelalterlichen Burganlage für den kulturwissenschaftlichen Fachbereich. „Das alte Pächterhaus auf der Domäne mit seinem legendären Blauen Salon war ein Glücksfall für den Studiengang. Wir pflegen hier die Gemeinschaft mit den anderen Fächern, arbeiten mit dem Theater, der Kunst, der Musik, den Medien und der Fotografie zusammen. Das ist eine ungeheuer anregende Konstellation, die die Studierenden sehr stark prägt“, sagt Ortheil.

„Lesen muss man trainieren, wie im Sport“

Der nächsten Studierendengeneration möchte Hanns-Josef Ortheil zweierlei mit auf den Weg geben. Es sei wichtig, die Fähigkeit beizubehalten, lange Texte zu lesen. Romane gehörten zu den stärksten Leseerlebnissen, die man haben könne, weil sie einen über mehrere Tage in andere, unbekannte Welten entführten. Zweitens aber sollte man auch nicht verlernen, kurze Texte oder Gedichte sehr langsam und genau zu lesen, häufig und immer wieder. Das sollte zu Textmeditationen anregen, an die sich freie Assoziationen und Bilder anschließen könnten. Auch dieses langsame Lesen sollte man trainieren und üben, um sich schließlich eine möglichst breite Basis von Weltliteratur geduldig zu erschließen.

Jubiläumsfest im Pächterhaus auf dem Kulturcampus

Am Samstag, 15. Juni 2019, feiert die Hildesheimer Schreibschule ihr zwanzigjähriges Jubiläum. 35 Literaturstudentinnen und Literaturstudenten planen und organisieren das große Sommerfest, zu dem über 40 bekannte Autorinnen und Autoren zurück an ihren Studienort kommen. Von 14:00 Uhr bis tief in die Nacht wird auf der Domäne Marienburg gelesen, diskutiert, performt und gefeiert.

 

Nähere Informationen zum Jubiläumsfest finden Sie online.

Wer Fragen zum Literaturfest hat, erreicht Thomas Klupp vom Literaturinstitut der Universität Hildesheim per E-Mail  (kluppt@uni-hildesheim.de).

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news-16952 Sat, 08 Jun 2019 11:28:00 +0200 Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/friedens-un/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Maiduguri, Nigeria, und Cape Coast, Ghana, sind derzeit zum Forschungsaufenthalt an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri in Nigeria und Cape Coast in Ghana befassen sich im Rahmen einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie mit Kunst und Kultur in und nach Konflikten Gemeinschaften aufgebaut werden können.

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind 10 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Welche Rolle spielen Kultur und Künste bei der Konfliktlösung und in Friedensprozessen?

In Hildesheim arbeiten Zainab Musa Shallangwa, Alasambom Nyingchuo, Umar Lawal Yusuf, Lydia Amoah, Sabina Appiah-Boateng und Amos Asare Darkwa an ihren Doktorarbeiten im Center for World Music und am Institut für Kulturpolitik, recherchieren in der Universitätsbibliothek und treffen Hildesheimer Professorinnen und Professoren. Begleitet werden sie von den Koordinatoren der Graduiertenschule Dr. Christopher Mtaku, Eyram E. K. Fiagbedzi, Dr. Nepomuk Riva und Meike Lettau.

Außerdem finden interdisziplinäre Austauschformate statt, unter anderem mit der Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi, die in Hildesheim das Zentrum für Bildungsintegration leitet, und im Seminar „Time and History: What ‚history‘ do we want to talk about in the future“ mit dem Philosophen Professor Rolf Elberfeld, der zu Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive forscht, oder auch mit Professor Tiago de Oliveira Pinto vom UNESCO-Lehrstuhl „Transcultural Music Studies” an der Universität Weimar.

Insgesamt 21 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Nigeria, Ghana, Kamerun, Niger und Deutschland, darunter 12 Doktorandinnen und Doktoranden, erforschen in der Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ von 2016 bis 2020 die Rolle von Kultur und Kunst bei der Konfliktlösung, in Friedensprozessen und in der nachhaltigen Entwicklung in Westafrika. Zum Beispiel untersuchen sie die Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, die Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle kulturelle Erbe und entwickeln lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim.

„Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“

„Wir sind eine offene und internationale Universität, zu unserem Leitbild gehört Diversität. Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden Anfang Juli 2019 an einer Kooperationstagung zum Thema „The Role of the Artist in Processes of Transformation. Conference on Cultural Policy and Sustainable Development“ in der Bundesakademie Wolfenbüttel teilnehmen [Informationen zur Konferenz]. Forschungsfragen sind unter anderem: Was bedeutet eine auf Kunst und Kultur basierende nachhaltige Entwicklung? Auf welche Weise können Künstlerinnen und Künstler Lösungen für Gesellschaften in Umbrüchen und fragilen Kontexten anbieten? Welche neuen Mechanismen der internationalen Kulturbeziehungen und Kulturpolitik sind für eine Veränderung der europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit erforderlich?

Digitalisierte Musikarchive sollen in Nigeria helfen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konfliktezu entwickeln

„Die Forschungen der Studierenden stehen im engen Zusammenhang mit den Sammlungen, über die wir am Center for World Music verfügen, wie etwa das Borno Music Documentation Project. Die Doktoranden und Doktorandinnen nutzen damit unsere Archive, die sie erschließen und digitalisiert wieder mit nach Nigeria nehmen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konflikte suchen“, sagt Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Das Graduiertenkolleg ist an der Universität Hildesheim am Center for World Music angesiedelt. Das Team um Professor Raimund Vogels, Direktor des Forschungsinstituts, arbeitet mit Professor Wolfgang Schneider zusammen, dessen Team am UNESCO-Lehrstuhl des Instituts für Kulturpolitik die Rolle der Künste in Konflikten und Transformationsprozessen untersucht.

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news-16823 Wed, 29 May 2019 16:26:00 +0200 Symphonisches Universitätsblasorchester entsteht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/symphonisches-universitaetsblasorchester-entsteht-in-hildesheim/ Für das neue Universitätsblasorchester in Hildesheim sucht der Dirigent Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die mitwirken möchten. Bisher haben bereits 50 Mitglieder der Universität – von der Studentin bis zum Verwaltungsmitarbeiter – ihr Interesse signalisiert. „Die Stiftung Universität Hildesheim lebt von ihrem bunten und vielfältigen Angebot. Dazu gehören auch die vielen musikalischen Aktivitäten, wie zum Beispiel das symphonische Universitätsorchester. Was unserer Universität allerdings fehlt, ist ein Universitätsblasorchester“, sagt Volker Semmler. Gerade in einer Stadt wie Hildesheim, in der es eine überdurchschnittlich große Zahl an Schulen mit Bläserklassen und noch mehr Blasorchester in Stadt und Landkreis gibt, sollte auch die Universität ein solches Ensemble vorweisen können, sagt der Musiker.

Deshalb baut der Dirigtent Volker Semmler, unterstützt vom Institut für Musik und Musikwissenschaft, das „Symphonische Universitätsblasorchester Hildesheim“ auf.

„Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super“

Mitmachen kann jeder, der mit der Universität Hildesheim zu tun hat, sagt Semmler, „ob Student, Doktorand, Informatikerin, Verwaltungsmitarbeiter, Sprachwissenschaftlerin oder Professorin. „Wir wollen nicht nur die Musikstudierenden, sondern Lehrenden aus allen Fachbereichen sowie Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter aus der Verwaltung ansprechen. Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super. Wer also eines der üblichen im Blasorchester vertretenen Holz- oder Blechblasinstrumente spielt, kann sich genauso gerne melden wie Musiker an Schlagzeug, Perkussionsinstrumenten, E-Bass und Kontrabass.“

Für das Universitätsblasorchester sucht Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die eines der folgenden Instrumente spielen: Piccoloflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinetten (Es, B, Alt und Bass), Saxophone (Sopran, Alt, Tenor, Bariton), Trompete, Flügelhorn, Horn (F , Es), Tenorhorn, Bariton, Euphonium, Posaune, Tuba, E-Bass, Kontrabass, Schlagzeug, Mallets (Xylophon, Glockenspiel), Perkussionsinstrumente (Cimbals, Conga, Bongo, Cabasa, Shaker, Woodblocks, Tamburin, Triangel, Chimes, TamTam und andere) und Konzertpauken. „Für das eine oder andere Stück kann man auch einmal ein Keyboard oder eine Gitarre mit einbauen. Das sind dann aber eher Ausnahmen“, sagt Semmler.

Oboe, Querflöte, Fagott, Klarinetten, Saxophone, Horn, Posaune

„Die Resonanz auf das Projekt ist wirklich toll. Bisher haben über 50 Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim ihr Interesse am Universitätsblasorchester bekundet. Auch die Verteilung der Instrumente ist recht gut. Mit so einem Orchester kann man schon ein tolles Repertoire aufführen“, sagt Volker Semmler. Für ein Orchester wären 60 Personen hervorragend, deshalb sucht Volker Semmler weiterhin nach Musikerinnen und Musikern, die mitwirken möchten.

Das Ensemble soll als Projektorchester organisiert werden, um den teilweise schon recht vollen Zeitplänen der Mitwirkenden entgegenzukommen. Zum Ende der Vorlesungszeit ist ein Probenwochenende geplant, bei dem ein neues Konzertprogramm erarbeitet wird. In den Semesterferien kann dieses dann im Eigenstudium oder auch in Registerproben verfeinert werden. „Wenn dann nach der vorlesungsfreien Zeit die ersten hektischen Tage vorüber sind, werden wir an einem weiteren Probenwochenende den musikalischen Feinschliff vornehmen, um anschließend ein Konzert aufzuführen“, berichtet Volker Semmler.

Die Termine für Informationsabend, Proben und Konzert im Überblick:

  • Dienstag, 4. Juni 2019 um 18:00 Uhr im Raum Hs 27/003 (Pferdestall) am Kulturcampus, Informationsabend: Das Team um Volker Semmler stellt das das geplante Konzertprogramm vor und wird die einzelnen Register einteilen. Organisatorische Fragen werden hier geklärt. Wer an dem Blasorchester mitwirken möchte, sollte an diesem Informationsabend teilnehmen.

  • Wochenende 6./7. Juli 2019 1. Probenwochenende im Alten Musiksaal am Hauptcampus der Universität Hildesheim

  • Wochenende 19./20. Oktober 2019 2. Probenwochenende im Alten Musiksaal

  • 16. November 2019 Generalprobe im Alten Musiksaal

  • 17. November 2019 Konzert im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim

Wer Interesse hat, an dem Blasorchester mitzuwirken, kann sich bei Volker Semmler (E-Mail Blasorchester@uni-hildesheim.de) melden.

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news-16330 Thu, 23 May 2019 18:43:00 +0200 Integration durch Musik: Europaweit einzigartiger Studiengang „musik.welt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/integration-durch-musik-europaweit-einzigartiger-studiengang-musikwelt/ Der Studiengang „musik.welt“ öffnet seit 2011 Hochschultüren. Bisher haben etwa 100 Personen aus 15 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren im Masterstudium am Center for World Music der Universität Hildesheim studiert. Der syrische Musikpädagoge Renas Ibrahim ist einer der Studierenden und arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit. „Dank der Musik kann ich hier studieren“, sagt der 33-Jährige. Ab sofort ist eine Bewerbung um einen Studienplatz möglich. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer, geflüchtete Musikerinnen und Musiker, Erzieherinnen und Erzieher und Musikervermittler aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

„Es ist uns wichtig eine möglichst heterogene Gruppe zusammen zu stellen“, sagt Morena Piro, Mitarbeiterin am Center for World Music, „denn der Austausch, der Perspektivwechsel und das von und miteinander lernen ist wichtiger Bestandteil des Studiengangs.“

Jeder Student erlernt während der zwei Jahre ein weiteres Instrument – eine „musikalische Fremdsprache“ – und erhält Einzelinstrumentalunterricht. Die Studieninhalte reichen von Musikethnologie und Musikpädagogik über Musik und soziale Arbeit bis zu Projektmanagement und Selbstreflexion.

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige fort, die die Vielfalt der Musikkulturen in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Jetzt bewerben und berufsbegleitend den Masterabschluss erwerben

Der berufsbegleitende Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist Teil des Schwerpunkts Bildungsintegration an der Universität Hildesheim und wird seit 2011 von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Das Studium umfasst vier Semester bis zum Master-Abschluss. Die Lehrveranstaltungen finden jeweils an einem Wochenende pro Monat statt. Es besteht die Möglichkeit, auf Zertifikat zu studieren; ein Bachelor-Abschluss ist dann nicht erforderlich. Der Studiengang wendet sich an alle, die Kompetenzen erlangen möchten, um die integrative Kraft der Musik in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Der Hörsaal im Center for World Music ist ungewöhnlich – ein ehemaliger Kirchenraum mit mehreren Hundert Musikinstrumenten aus allen Erdteilen.

Die Bewerbung um einen Studienplatz ist ab sofort bis zum 15. Juni 2019 möglich. Die Auswahlgespräche finden vom 5. bis zum 7. Juli 2019 am Center for World Music in Hildesheim statt. Das Studium beginnt im Oktober 2019.

Die Familienbildungsstätte der Katholischen Erwachsenenbildung in Hildesheim unterstützt Interessenten am Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“, um sprachlich gut vorbereitet in die Aufnahmeprüfung zu gehen. Gefördert von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung werden speziell für Musiker Sprachkurse durchgeführt. In Kürze werden mehr Informationen zu dem Sprach- und Vorbereitungskurs bekannt gegeben.

Weitere Informationen zu den Studieninhalten,
Stipendien und zum Bewerbungsverfahren

Kurz erklärt: Zehnjähriges Jubiläum

Was macht das Center for World Music

Seit zehn Jahren arbeitet das Center for World Music (CWM) der Stiftung Universität Hildesheim daran, das musikethnologische Wissen für die Gesellschaft nutzbar zu machen. In unterschiedlichen Formaten verzahnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis. Das CWM bewahrt mit seinen etwa 4500 Instrumenten, circa 45.000 Tonträgern und seiner Bibliothek bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens.

Das musikethnologische Institut, welches in den vier Abteilung Archiv, Forschung, Studium und Lehre und Community Service arbeitet, ist weltweit einzigartig. Der Musikethnologe Professor Raimund Vogels leitet das Hildesheimer Forschungszentrum.

Mehr Informationen zum
Center for World Music

Nachgefragt bei zwei musik.welt-Studierenden:

Autorin der Kurzporträts ist Morena Piro.

„Über die Musik kommen Menschen in Kontakt“

Renas Ibrahim

Seit 2017 studiert Renas Ibrahim am Center for World Music in Hildesheim. Sein Weg bis in den Hörsaal in Deutschland war lang – als der Krieg in Syrien wütete, entschied er sich, zu fliehen.

Bis 2015 arbeitete er in einem der größten Flüchtlingslager der Welt, im Camp „Domiz“. Wie viele aus dem Krieg Geflohene suchte er zunächst Zuflucht im Nachbarland Irak. Zu der Zeit als Renas Ibrahim nach Domiz kam lebten dort über 140.000 Menschen. Für viele wurde das Camp zu einem Ort der Hoffnungslosigkeit. Für Renas Ibrahim nicht. Er hatte seinen Traum und seine Klarinette und er wusste, dass er mit seiner Musik Trost und Freude spenden kann. Regelmäßig musizierte er mit den Kindern im Camp. Diese Arbeit mit den Kindern gibt dem gelernten Musikpädagogen Kraft.

Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann

Die lange Flucht führte den 33-Jährigen bis nach Papenburg in Deutschland. Er „bemerkte, dass einige Menschen in Deutschland anscheinend Angst vor ihm hatten, Angst vor dem Fremden, erzählt er. Er suchte aktiv Kontakt, ging in die Kirchengemeinde und zum Blasorchester in der Nachbarschaft. Über die Musik konnte er mit Menschen in Kontakt kommen, denn deutsch sprechen konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. In Papenbrug traf er eine ältere Dame, die sich seiner annahm und die ihm half, zum Beispiel als seine Klarinette kaputt ging. „Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann“, sagt Renas Ibrahim.

Er lernte weiter die deutsche Sprache und gelangte über eine Initiative des Musiklandes Niedersachsen und des Center for World Music bis nach Hildesheim. Im Rahmen des DAAD-Projektes „INTEGRA“ nahm Renas Ibrahim gemeinsam mit 12 weiteren geflüchteten Musikerinnen und Musikern an Kursen teil, um die Zugangsberechtigung zum Studium an der Universität Hildesheim zu erhalten. Von den 12 Personen schafften es nur wenige in den Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“– Renas Ibrahim schaffte es.

Seit Herbst 2017 ist er nun immatrikulierter Masterstudent an der Universität Hildesheim und „sehr stolz darauf“. „Ich konzentriere mich voll auf das Studium und bin hierfür direkt in die Nachbarschaft des Center for World Music gezogen.“ Heute ist Renas Ibrahim in vielen Musikvermittlungsprojekten in Hildesheim aktiv. Auch für das Musikland arbeitete er zum Beispiel in dem Projekt „Welcome Board im Klassenzimmer“. „Hier zeige ich den Kindern, welche Instrumente und welche Musik in Syrien gespielt werden“, sagt Renas Ibrahim.

Aktuell ist Renas Ibrahim im letzten Semester des Weiterbildungsmasters. „Ich habe viel gelernt über die Musik der anderen und wie man Projekte entwickelt, kämpfe mich fleißig durch die deutsche Literatur der Musikpädagogik und durch die deutsche akademische Art des Lernens, die sich von dem Hochschulalltag in Syrien unterscheidet.“ Er recherchiert und schreibt an seinem Masterthema. Sein Traum ist es nun seine Masterarbeit über „Kurdische Musik“ zu schreiben.

„Es können noch so viele musikalische Schätze gehoben werden“

Hannah Marie Heuking

Hannah Marie Heuking studierte Elementare Musikpädagogik und klassische Klarinette in Deutschland. Ihre Arbeitsfelder sind vielfältig: Sie gibt Klarinettenunterricht, arbeitet für die Musikschule in Hannover in Kitas, Grundschulen und Einrichtungen der Stadtteilkultur und tritt regelmäßig mit Bands auf, spielt Klezmer und Musik aus dem Balkan – gerade diese Mischung der Tätigkeit ist für sie interessant.

Sie bemerkt die Veränderungen in der Gesellschaft – in den Bildungseinrichtungen, in denen sie arbeitet, haben über 60% der Kinder Eltern, die aus einem anderen Land kommen. Die Musik, die vermittelt wird ist jedoch nicht so divers. „Das Repertoire, mit dem an der Hochschule und an der Musikschule gearbeitet wird ist meistens beschränkt auf westliche Klassik, Jazz und Pop“, sagt die 30-Jährige. „Ich habe das Gefühl, dass es viele musikalische Schätze gibt, die noch gehoben werden können.“

Hannah Marie Heuking ist neugierig und fragt sich: „Was gibt es noch für musikalische Sprachen?“ Als sie von dem Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ hört, bewirbt sie sich und wird aufgenommen. Seit 2017 studiert sie am Center for World Music in Hildesheim.

„Die musikethnologischen Methoden, Inhalte und Workshops und der Austausch mit den Kommilitonen sind eine Bereicherung“, sagt sie. Die Musik verbindet sie alle und nach den Kursen bleiben die Musikerinnen und Musiker oft noch bis spät in den Abend zusammen, um gemeinsam zu musizieren.

Im Ausland erworbene Abschlüsse werden manchmal in Deutschland nicht anerkannt

Jeder der Studierenden erlernt ein Instrument, welches ihm bislang fremd ist. Hannah entscheidet sich, das arabische Saiteninstrument „Kanun“ von einem ihrer arabischen Kommilitonen zu erlernen. Ihr Lehrer ist studierter Musiker und Meister an seinem Instrument. Sein syrisches Diplom ist in Deutschland jedoch nicht anerkannt deshalb studiert er am Center for World Music.

Die wertschätzende Atmosphäre in der Gruppe ist bei Diskussionen in den Kursen und Workshops hilfreich. Gerade, wenn die Musik politisch wird. Zum Beispiel, wenn im Workshop zur „Jüdischen Musik“, die syrischen Musikerinnen und Musiker erzählen, mit welcher Haltung sie in ihrem Umfeld groß geworden sind. Die Gespräche mit den anderen unterstützen den Perspektivwechsel. Und oftmals folgt darauf das Anerkennen. „Aus solchen Kursen entstehen künstlerische Ensemble“, erzählt Hannah Marie Heuking, etwa ihr Bandprojekt „Trio Picon“, indem ihr Kommilitone Hesam aus dem Iran mit der persischen Kniegeige Kamanche und der persischen Rahmentrommel Daf jüdische Lieder spielt und auch persisches Repertoire teilt.

Aus dem Studiengang nimmt die Musikerin „neue Freunde, neues Wissen über Musik, neue künstlerische Projekte“ mit, ihr Horizont habe sich geweitet und sie habe nun „noch viel offenere Ohren“. Diese Erfahrungen aus dem Masterstudium nimmt sie bereits jetzt mit in die KiTas, Schulen und Kultureinrichtungen in den Stadtteilen, in denen sie arbeitet.

In Kürze steht eine musikalische Reise nach Tansania bevor: Im Herbst wird Hannah Marie Heuking nach Sansibar in Tansania reisen, um dort eine Musikakademie zu besuchen und um ein Austauschprojekt mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover mitzugestalten. Vor Ort wird sie musikethnologischen Fragen nachgehen, denn „die Musikwelt in Sansibar und Tansania ist durch diverse koloniale Einflüsse über Jahrhunderte äußerst vielseitig geprägt und fusioniert sowohl arabische, persische, als auch europäische Musikstile und typische Instrumente“, erläutert sie. „Das ist doch großartig, dass ich nun so ein internationales Projekt mit aufbauen darf.“

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news-16814 Tue, 21 May 2019 14:00:00 +0200 Schutz der künstlerischen Freiheit: Start der „Arts Rights Justice Library“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/schutz-der-kuenstlerischen-freiheit-start-der-arts-rights-justice-library/ Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist. Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim veröffentlicht heute, am 21. Mai 2019, dem internationalen Tag für Dialog und kulturelle Vielfalt, die „Arts Rights Justice Library“ sowie die ersten drei Studien des „Arts Rights Justice Observatory“. Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek. Die „Arts Rights Justice Library“ ist eine digitale Online-Plattform mit Open-Access, die eine so bisher nicht existierende Auswahl der relevantesten Publikationen zu den Schnittstellen von Kunst, Kunstfreiheit, Menschenrechten und globaler Gerechtigkeit sichert und zur Verfügung stellt.

Die Zahl der Publikationen soll kontinuierlich erhöht werden. Die Dokumente sollen der breiteren globalen Gesellschaft, vor allem aber Künstlern, Kulturmanagern, Menschenrechtsaktivisten, Rechtsanwälten und Forschern zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, nach und nach alle Dokumente in der Datenbank der Universität Hildesheim zu lagern und diese über die Webseite www.arj-library.de weltweit zugänglich zu machen. So soll das bisherige Wissen gebündelt, bereitgestellt und langfristig für Forschungszwecke und praktische Zwecke gesichert werden.

Bibliothek enthält eine Auswahl der wichtigsten Publikationen über Kunstfreiheit, Menschenrechte und globale Gerechtigkeit

Über die wissenschaftliche Serie „Arts Rights Justice Studies“ sollen auch eigene Forschungen zum Thema Künste und Gerechtigkeit unternommen und veröffentlicht werden. In einem ersten Schritt erforschen Sara Whyatt, Ole Reitov, Laurence Cuny und Miriam Hübner das Thema aus den Blickwinkeln von „Arts“, von „Rights“ und von „Justice“. Eine vierte Studie wird derzeit erstellt.

Die online-Biblothek und die Forschungsstudien sind Teil des „Arts Rights Justice Obeservatory“ und gehören zum „Arts Rights Justice“-Programm (www.arts-rights-justice.de), welches die Forschungsgruppe der Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit 30 internationalen Experten mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des International Cities of Refuge Network (ICORN) entwickelt hat. Es ist angesiedelt am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik.

Strukturen zum Schutz der künstlerischen Freiheit stärken und ausbauen

„Inhaltlich geht es weitläufig um die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, die Fähigkeiten der Kunst Transformationsprozesse positiv zu beeinflussen und letztlich darum, wie Kunstfreiheit sowie bedrohte Künstlerinnen und Künstler geschützt und gefördert werden können und müssen“, so Professor Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Mit dem ARJ-Programm sollen Fähigkeiten vermittelt und professionalisiert, der Austausch von Wissen gewährleistet und Fachwissen zu diesem Thema aufgebaut werden. Ziel des kollaborativ strukturierten und in einem globalen Netzwerk agierenden Programms ist es, Strukturen zur Förderung und zum Schutz der künstlerischen Freiheit zu stärken und auszubauen.

Neben der Online-Bibliothek und der Studienreihe umfasst das ARJ-Programm eine Akademie auf dem Kulturcampus in Hildesheim begleitet durch Workshops in variierenden Teilen der Welt. Beide ermöglichen Diskursräume mit angehenden und erfahrenen Expertinnen und Experten.

Hier geht's direkt zur neuen
„Arts Rights Justice Library“

Interview mit Dr. Daniel Gad

„Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen“

Der Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Gad spricht im Interview über den Schutz der künstlerischen Freiheit. Er ist Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

Warum braucht es eine Bibliothek wie die „ARTS RIGHTS JUSTICE Library“?

Daniel Gad: Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist – auch innerhalb Europas. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen 2012 mit Farida Shaheed eine Sonderberichterstatterin beauftragt, das Verständnis und die Rechtsgrundlagen für die Freiheit sich künstlerisch auszudrücken zusammenzutragen. Anlass zuvor gab auch der Fall des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie, der aufgrund eines seiner Bücher Ende der 1980er Jahre unter Polizeischutz gestellt werden musste und damit den Grundstein für ein globales Netzwerk von Zufluchtsresidenzen für Künstlerinnen und Künstler gelegt hat. Diverse, vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen widmen sich heute der Aufgabe, Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstfreiheit zu schützen und zu fördern. Nach vierjähriger Beratung mit rund 30 Expertinnen und Experten startete damit auch 2017 unser UNESCO-Lehrstuhl mit dem ARTS RIGHTS JUSTICE Programm, gefördert durch das Auswärtige Amt. Im Kern stehen dabei eine einwöchige Academy und eben eine Online-Bibliothek, mit dem Ziel, Wissen zusammenzutragen und den Diskurs über den Schutz und die Förderung in diesem Feld mit einer Vielzahl von Akteuren aus Konzeption und Praxis zu führen.
Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen. Da der Teilnehmendenkreis der Academy in Hildesheim aufgrund der begrenzten Ressourcen nur beschränkt bleiben kann, stellt die ARTS RIGHTS JUSTICE Library eine zentral wichtige und global zugängliche, nebenbei auch kostenlos nutzbare Wissensressource da.      

Gibt es so ein Angebot in Deutschland bereits? Was ist das neue, innovative an der Bibliothek?

Daniel Gad: Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtet Bibliothek. Wir nutzen unsere Aufgabe als unabhängige Institution der Wissenschaftsfreiheit, nach Möglichkeit alle – oder zumindest die relevantesten Dokumente – zugänglich zu machen. Dabei ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen unsere Bewertungsgrundlage, um zu bestimmen, ob ein Dokument in den Bestand aufgenommen wird oder nicht.
Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library sichert und bündelt vorhandene Analysen, Konzepte und Leitfäden an einer Stelle. Sie ist insofern innovativ, weil sie sich durch ihr Vermittlungsformat auf die Nutzerinnen und Nutzer ganz unterschiedlicher Expertisen und Hintergründe zubewegt. Weil sie im Sinne des Open Access online und global unter www.arj-library.de frei zugänglich ist, muss man mit Ausnahme eines Computers und eines Internetzugangs keinen physischen Ort fern des eigenen Standortes besuchen noch muss man eine Registrierung vorlegen, um Zugang zum Bestand und der das Stöbern ermöglichenden Menüführung der Website zu erhalten.

Was erhoffen Sie sich damit, wen möchten Sie erreichen?

Daniel Gad: Auf Grundlage unserer umfangreichen Befragung diverser Akteure und Akteurinnen zur Frage, welches Wissen in diesem Sektor fehlt und wie Wissen zusammengetragen, geteilt und gemehrt werden muss. In Anlehnung an das daraus resultierende Konzept der ARJ Academy sehen wir im Wesentlichen KünstlerInnen, MenschenrechtsaktivistInnen, KulturmanagerInnen und JuristInnen sowie ForscherInnen und sicherlich auch MitarbeiterInnen aus der politische Ebene als Nutzerinnen und Nutzer der ARTS RIGHTS JUSTICE Library. Diese sind die wesentlichen Akteure, die sich für Schutz und Förderung von Kunstfreiheit einsetzen. Wohl wissend, dass nur ein Teil dieser NutzerInnen gewohnt ist mit akademischen Analysen zu arbeiten, nehmen wir bewusst auch die wachsende Anzahl an Leitfäden und kleinen Fortbildungsdokumenten mit in den Bestand auf. Darüber hinaus gilt es aber auch, Wissen für dieses Thema zu sichern. Gerade, weil viele, nicht aber automatisch langfristig existierende Nichtregierungsorganisationen wertvolle Analysen und Leitfäden erstellen, aber auch, weil Regierungswechsel häufig zu veränderten politischen Konzepten führen, droht hier erfahrungsgemäß ein Informationsverlust. Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library will somit auch Erkenntnisse aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft gesichert zugänglich halten.

Was enthält die Bibliothek zum Beispiel, was in einer normalen Stadtbibliothek oder Universitätsbibliothek nicht zugänglich ist?

Daniel Gad: Nur ein Teil des Wissens zum Künstlerschutz und zur Kunstfreiheit wird in regulären Büchern veröffentlicht. Der Weg zu einem im Buchhandel vertriebenen Buch passt einfach nicht zu den begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen des Sektors. Zudem sind weder der Buchhandel, noch die Vertriebswege, noch Budget zum Bucherwerb, noch die Infrastrukturen von Bibliotheken in den meisten Ländern der Welt und gerade in solchen Ländern, in denen repressive gesellschaftliche und politische Systeme vorherrschen, so ausdifferenziert, dass das Wissen die wissbegierige Leserschaft erreicht.
Zudem ist die Vielzahl an Orten, an denen digitale Dokumente im Internet abgespeichert und zugänglich gemacht werden so komplex, dass es selbst versierten WissenschaftlerInnen schwer fällt, den Bestand zu erfassen. Insofern ist es das klare Anliegen der ARTS RIGHTS JUSTICE Library, Wissen zu bündeln und Zugänge im Sinne des globalen Rechts auf Wissensfreiheit zu ermöglichen und dadurch beizutragen, Infrastrukturen zu Schutz und Förderung von Kunstfreiheit auszuweiten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt:

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (E-Mail: gad@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 883 20107). Weitere Informationen finden Sie online: www.arts-rights-justice.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Forschung Startseite
news-16750 Thu, 09 May 2019 17:20:26 +0200 Kunsthistorikerin Fiona McGovern: Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kunsthistorikerin-fiona-mcgovern-juniorprofessorin-fuer-kuratorische-praxis-und-kunstvermittlung/ Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Fiona McGovern forscht zu Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie. Sie arbeitet als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung im kulturwissenschaftlichen Fachbereich. Fiona McGovern hat seit dem Sommersemester 2018 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ inne.

Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst und sie bedingen die Art und Weise, wie über Kunst gesprochen wird, sagt die Wissenschaftlerin. Fiona McGovern lehrt und forscht zu Themen der (künstlerischen) Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie, zu Ethiken des Kuratierens und befasst sich mit interdisziplinären Ansätzen in den Künsten seit den 1960er Jahren sowie feministischer und queerer Theorie. Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt in ihrer Forschung liegt im Bereich der (Re-)Präsentation von gesellschaftlichen Minderheiten durch Ausstellungen und ihrer Vermittlung. In der Lehre bietet sie derzeit etwa Seminare wie „Das (ideale) Kunstmuseum“ und „Theorie der Inszenierung – Intermedialität“ gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Professorin Stefanie Diekmann an. Die Seminare von Fiona McGovern sind sowohl theoretisch als auch praktisch, es gibt Seminare, die sich mit der Geschichte des Kuratierens befassen und auch Seminare, die in Museen stattfinden und in welchen Studentinnen und Studenten mit den jeweiligen Verantwortlichen hinter die Kulissen schauen.

„Die Kombination von kuratorischer Praxis und Kunstvermittlung innerhalb eines Lehrstuhls ist sehr reizvoll und absolut zeitgemäß, da beide oftmals als getrennte Bereiche betrachtet werden. Dabei ist Kuratieren per se schon eine vermittelnde Arbeit“, sagt Fiona McGovern. Das Kuratieren wie auch die Kunstvermittlung sind beides praktische Tätigkeiten, die die Juniorprofessorin in ihrer Lehre mit Theorie kombiniert. In Hildesheim möchte sie diesen doppelten Brückenschlag auch durch einen engen Austausch mit den Kunstinstitutionen und Museen vor Ort weiterführen, wie zuletzt etwa in Form der Moderation eines Künstlerinnengesprächs im Kunstverein zum Thema „The Artist and/as Curator“ oder auch durch ein gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Höhl vom Dommuseum geplantes Seminar zum Thema „Migration der Dinge“.

„Gerade die an der Domäne zentrale Verbindung von Theorie und Praxis ist innerhalb der deutschen Unilandschaft nach wie vor ziemlich einmalig. Es ist nicht wirklich mit einer Kunsthochschule vergleichbar, entspricht aber auch nicht der üblichen akademischen Herangehensweise an Kulturwissenschaften. Das macht diesen Ort wirklich besonders“, sagt Fiona McGovern über das kulturwissenschaftliche Studium, das in diesem Jahr im Oktober 2019 das 40jährige Jubiläum feiern wird.

Fiona McGovern hat Kunstgeschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Anglistik studiert und zuvor an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Die Kunst zu zeigen. Künstlerische Ausstellungsdisplays bei Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Mike Kelley und Manfred Pernice“, darin untersucht sie vor allem von diesen Künstlern kuratierte Ausstellungen und deren spezifische Rhetorik.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Fiona McGovern

Am Mittwoch, 15. Mai 2019, gibt die Kunsthistorikerin und Kuratorin Fiona McGovern Einblicke in ihre Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ethiken des Kuratierens. Eine Annäherung“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Studierendenportal Personalportal Startseite Forschung
news-16689 Mon, 29 Apr 2019 06:20:00 +0200 Musikerinnen und Musiker bei den Kunstfestspielen in Hannover https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/musikerinnen-und-musiker-bei-den-kunstfestspielen-in-hannover/ Am 12. Mai 2019 feiern die Kunstfestspiele Herrenhausen und das Center for World Music gemeinsam ihren 10. Geburtstag: Das renommierte Kunstfestival hat die Musikerinnen und Musiker des Center for World Music der Universität Hildesheim nach Hannover eingeladen, um Einblicke in die Vielfalt der Klänge zu geben. Die Musikerinnen und Musiker des musik.welt-Studiums werden an unterschiedlichen Plätzen auf dem Festivalgelände auftreten. Vor dem Schloss Herrenhausen und in den Herrenhäuser Gärten bespielen die Musikerinnen und Musiker unter anderem eine begehbare Skulptur klanglich. Die Live-Musik findet alle halbe Stunde zwischen 14:00 und 20:00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. 

Außerdem laden die Hildesheimer Musikerinnen und Musiker Kinder und Familien zum Workshop ein. Der Workshop läuft am Sonntag, 12. Mai 2019 von 14:00 bis 16:30 Uhr auf der Probebühne der Herrenhäuser Gärten. Kinder und Familien können jederzeit hinzukommen und die Welt der Musik entdecken, über die Vielfalt der Klänge sprechen und Instrumente kennen lernen und ausprobieren.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim leistet seit zehn Jahren einen wichtigen Beitrag sowohl für die Integration als auch für eine breite musikalische Bildung ohne Scheuklappen. Das Forschungszentrum ist als Labor und Archiv, als Ort des Studiums und der Forschung eine Stätte der Begegnung und des Austauschs für Menschen und Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und aller Welt, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro.

Studium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Bewerbung um einen Masterstudienplatz

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

Für den 5. Studienjahrgang können sich Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland ab sofort bis zum 15. Juni 2019 bewerben. Das Masterstudium beginnt im Oktober 2019.

Mehr Informationen online

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Center for World Music
news-16490 Mon, 08 Apr 2019 15:45:58 +0200 Learning how the younger generation is preparing to face new challenges https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/learning-how-the-younger-generation-is-preparing-to-face-new-challenges/ Der Gastwissenschaftler Lenin Martell berichtet im Interview, mit welchen Impressionen er aus Deutschland nach Mexiko zurückkehrt. Der Politikwissenschaftler gehört zu einem Team, dass die Kooperation zwischen den Universitäten Toluca und Hildesheim ausbaut und pflegt. Er befasst sich mit Entwicklungen im Journalismus und der Rolle öffentlicher Medien im politischen System Mexikos. Die Universität Hildesheim und die Universidad Autónoma del Estado de México (UAEMex) in Toluca kooperieren seit 2010 unter anderem in den Bereichen Interkulturelle Kommunikation und Übersetzen. Bisher haben mehr als 50 Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Toluca an dem Austausch teilgenommen. Außerdem beinhaltet die Zusammenarbeit den Austausch von Dozentinnen und Dozenten sowie gemeinsame Veröffentlichungen, so entstand zum Beispiel ein Sammelband zur Fremdsprachenvermittlung.

Es gibt zahlreiche Kooperationsabkommen zwischen deutschen und mexikanischen Hochschuleinrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Hildesheim und der Universidad Autónoma del Estado de México ist allerdings besonders: das Verbindungsbüro der mexikanischen Universität in Hildesheim ist die erste und einzige ständige Vertretung einer mexikanischen Hochschuleinrichtung in Deutschland.

Studierende und Dozentinnen und Dozenten, die Fragen zum internationalen Austausch haben, können das Team des International Office der Universität Hildesheim kontaktieren.

Interview with Lenin Martell

“I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor”

Prof. Dr. Lenin Martell is a Professor at the School of Political and Social Sciences in the Autonomous University of the State of Mexico in Toluca. As a guest lecturer he worked at University of Hildesheim. In an interview he talks about his experiences in Hildesheim.

You have worked, researched and taught in Hildesheim as a visiting scholar, now you are back in Mexico. What was exciting?

I would say three things: Learning about what the younger generation thinks about global issues – such as poverty – also, how they learn, how they behave, how they are preparing to face new challenges in the professional arena. I had many international students in my classes at University of Hildesheim – from Rumanians to Indians or Mexicans, among others.

Students tend to have more information about global issues, such as gender equality and environment, though having more information does not make them more sensitive to these issues. They seem to show take on a more intellectual posture as opposed to a broad understanding on global issues.

With which impressions are you going back home?

I returned to Mexico with many new professional and life experiences. The concept of higher education is changing very dramatically around the world, and it is difficult for the policy makers, administrators, and scholars to adapt to new educational realities. For example, we want to teach in a more active-participatory way, but I perceive that many colleagues do not exactly know how to develop those skills in the classroom. There is a growing need to work one-on-one with students, but it seems to be hard for both students and professors to learn these dynamics. Also, let’s face it: Students are not reading at the same pace as previous generations used to. This is a big problem. Students feel more empowered and freer to be opinionated rather than providing strong arguments in class. Also, despite students being quiet young, they struggle to learn new methods or dynamic approaches within the class. We live in a global world, but it doesn’t mean students are able to adapt to new environments.

In addition to this, universities need to develop media literacy. International students seem very well informed on current worldwide events. But it is difficult for them to decode concepts such as poverty or injustice – even identifying them. Their academic and personal formation would benefit from these skills. 

On the other hand, I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor. I learned them first-hand from a German educator, and I think she experienced the same thing. That means exchanging good pedagogical practices. For example, what to expect academically from students; how to tackle a specific problem in class; which approach to give a theoretical class. This is very rewarding, because one rarely has the opportunity to receive feedback from another professor.

How do you want to strengthen the cooperation between Toluca and Hildesheim?

Since being home I have been able to strengthen our ties with Hildesheim. Dr. Felix Koltermann from the Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur just spent two weeks at the Autonomous University of the State of Mexico (UAEM) as a visiting scholar. He taught two workshops on Visual “Storytelling and Photojournalistic Imaginary” and “Visualizing Conflict in Contemporary News”. He also gave a keynote presentation on “Photojournalism in the era of Post-Truth”. Both students and academics welcomed Koltermann’s work in Toluca with gratitude. For example, students at the graduate program on Peace and Development studies were able to experience practical knowledge and were very happy to learn about photojournalism. According to these students, Koltermann made them think about knowledge and skills they had never considered before. Some were even motivated to include the study of photos in their research.

I will also continue to promote student and scholar exchanges with Hildesheim, and I will continue collaborating with other professors at Hildesheim.

Questions: Isa Lange

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Startseite International Office
news-16418 Tue, 02 Apr 2019 11:20:02 +0200 Nachruf – Gedenken an Prof. Dr. Geesche Wartemann https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/nachruf-gedenken-an-prof-dr-geesche-wartemann/ Die Universität Hildesheim trauert um Prof. Dr. Geesche Wartemann. Die Professorin ist am 28. März 2019 an Krebs gestorben. In Forschung und Lehre hat Geesche Wartemann wesentlich dazu beigetragen, das Kinder- und Jugendtheater als avancierte ästhetische Praxis zu erkunden und zu vermitteln. [Einen ausführlichen Nachruf lesen Sie untenstehend.]

Das Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Stiftung Universität Hildesheim trauert um Prof. Dr. Geesche Wartemann.

Der Stiftung Universität Hildesheim war Geesche Wartemann in vieler Hinsicht verbunden. Sie hatte in Hildesheim Kulturpädagogik studiert und nach ihrem Diplom die Entwicklung des Instituts und der Studiengänge als Doktorandin, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, als Juniorprofessorin und als Institutsleiterin nachhaltig geprägt, bevor sie für einige Jahre nach Norwegen ging, um als Professorin an der Universitetet i Agder in Kristiansand zu lehren. Dort war sie am Aufbau des interdisziplinären Masterprogramms für Fine Arts maßgeblich mitbeteiligt. Seit 2011 war sie wieder als Professorin am Institut tätig, wo sie die deutschlandweit einzige Professur für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters innehatte.

In Forschung und Lehre hat Geesche Wartemann wesentlich dazu beigetragen, das Kinder- und Jugendtheater als avancierte ästhetische Praxis zu erkunden und zu vermitteln. Auf ihre Initiative wurde das International Theatre for Young Audiences Research Network (ITYAR) gegründet, die internationale Forschungsgruppe der ASSITEJ zu Fragen eines Theaters für ein junges Publikum, deren Vorstandsmitglied sie war. Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen des niedersächsischen Studiengangs Darstellendes Spiel, den sie seitdem mitgeleitet hat. Zentrale Schauplätze ihrer praktischen Theaterarbeit waren das freie Theater „Mahagoni“ und das Staatstheater Braunschweig, wo sie als Theaterpädagogin arbeitete. Ihre vielfältigen Forschungen zur Authentizität als Darstellungsform, zum Theater für junges Publikum und zur Probenanalyse sind weit über Deutschland hinaus entscheidende Referenzen für die aktuelle Theaterwissenschaft und Theaterpädagogik geworden.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich sagt: „Geesche Wartemanns Tod erfüllt mich mit großer Trauer. Sie zählte einst zu meinen Studentinnen in der Politikwissenschaft und ich war glücklich, ihr Jahre später, als sie von einer Professur aus Norwegen zurückkam, die Ernennungsurkunde überreichen zu können. Mit ihr geht ein Stück Geschichte des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs. Es ist sehr traurig.“

Am 28. März 2019 ist Geesche Wartemann an Krebs gestorben. Wir verlieren eine Kollegin und Freundin, eine Wissenschaftlerin und Lehrerin, die uns sehr viel bedeutet hat. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, insbesondere ihrem Mann und ihrer Tochter.

Hildesheim, den 2. April 2019

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

Prof. Dr. Stefanie Diekmann, Direktorin des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur

Prof. Dr. Annemarie Matzke

Prof. Dr. Stefan Krankenhagen

Prof. Dr. Jens Roselt

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur und die Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“

Zum Tode von Geesche Wartemann (1966-2019)

Ein Nachruf von Mieke Matzke

 

Geesche Wartemann hatte an der Universität Hildesheim die erste und einzige Professur für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters im deutschsprachigen Raum inne. Letzte Woche ist die Theaterwissenschaftlerin und Theatervermittlerin in Berlin verstorben.

Wer das Glück hatte mit Geesche Wartemann zu arbeiten, der konnte ihre Begeisterungsfähigkeit erleben, ihre Leidenschaft für das Theater, für dessen Zuschauer, insbesondere wenn diese Zuschauer Kinder waren. Zu erleben war aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Überzeugungen vertrat. Sie redete nichts schön. Ohne Angst sich angreifbar zu machen, nahm sie Missstände nicht einfach hin. Mit ihrer sanften aber bestimmten Art verstand sie es Kritik zu üben, nicht aber ohne Vorschläge zur Verbesserung zu machen und dafür Verantwortung zu übernehmen.

2005 nahm Geesche Wartemann an der World Conference der ASSITEJ teil, erinnert sich Manon van de Water, Leiterin des Studiengangs Theatre for Youth an der Universität Madison Wisconsin. Geesche Wartemann war beeindruckt von der künstlerischen Vielfalt der dort gezeigten Inszenierungen. Zugleich fiel ihr, der Forscherin, aber auf, was der Konferenz und dem Theater für ein junges Publikum auf internationaler Ebene fehlte, nämlich die Forschung. Und Geesche Wartemann machte sich daran, diese Leerstelle zu schließen. Auf ihre Initiative wurde das ITYARN (International Theatre for Young Audiences Research Network) gegründet, das internationale Forschungsnetzwerk der ASSITEJ, dessen Präsidentin Geesche Wartemann bis zu ihrem Tod war. Sie initiierte ein erstes Vernetzungstreffen in Norwegen und war Mitorganisatorin der Gründungsversammlung in Australien 2008. Auch die weiteren Tagungen und Zusammenkünfte in Großbritannien, Polen, Türkei, Deutschland und Südafrika gestaltete sie maßgeblich mit, veröffentlichte Tagungsbände, entwickelte neue Forschungs- und Präsentationsformate. „Ohne Geesche würde es das Forschungsnetzwerk nicht geben und die Forschung im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters würde noch in den Kinderschuhen stecken: isoliert, selbst in Zeiten von Google schwer zu finden, und verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung", so ihre Mitstreiterin Manon van de Water, Vorstandsmitglied des ITYARN.

Ohne Geesche Wartemann wäre auch das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland ärmer, weniger sichtbar, isolierter. Neben ihren zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträgen und Tagungen wurde sie auch drei Mal von der Bundesjugendministerin in das Kuratorium des Zentrums für Kinder- und Jugendtheater berufen. Seit 2013 war sie dessen stellvertretende Vorsitzende. Sie beschränkte sich aber nicht auf die Forschung und die kulturpolitische Arbeit, sondern gestaltete auch die Theaterpraxis mit: 2005 kuratierte sie das Festival 'Augenblick mal!', das bundesweite Treffen des Theaters für ein junges Publikum. Wie so vieles übernahm sie die Aufgabe voller Freude aber auch mit dem klaren Wunsch, nach neuen Formen und Ästhetiken des Kindertheaters zu suchen.

Geesche Wartemann war im besten Sinne eine Grenzgängerin zwischen Theaterpraxis und Theaterwissenschaft. Sie war keine Wissenschaftlerin, die abgehoben über ihrem Forschungsgegenstand stand und diesen aus der Distanz untersuchte, sondern sie kannte und liebte das, worüber sie forschte, aus eigener Erfahrung. Geesche Wartemann studierte Kulturpädagogik an der Universität Hildesheim. Als Theatermacherin arbeitet sie mit der Gruppe Theater Mahagoni, sie promovierte 2001 im Graduiertenkolleg 'Authentizität als Darstellung' bei Hajo Kurzenberger und arbeitete von 2000-2002 als Theaterpädagogin am Staatstheater Braunschweig.

Von 2003-2009 war sie Juniorprofessorin für Theorie und Praxis des Kinder- und Jugendtheaters an der Universität Hildesheim und übernahm gleich nach ihrer Berufung die Leitung des dortigen Instituts für Theater. Sie war eine der Gründerinnen des niedersächsischen Studiengangs Darstellendes Spiel, zu dessen Leitung sie seit der Gründung gehörte und den sie wesentlich mitgestaltete. 2009 folgte sie einem Ruf als Professorin an die Universitetet i Agder nach Kristiansand in Norwegen. Dort war sie an der der Planung und Einführung des interdisziplinären Masterprogramms für Fine Arts maßgeblich beteiligt. „Geesche Wartemann prägte den Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen Bildende Kunst, Musik und Theater. Sie hinterlässt bei den Kolleginnen und Kollegen eine bleibende Erinnerung durch ihr profundes wissenschaftliches Wissen und ihre sanfte – wir würden sagen freundliche – Fähigkeit Kritik zu üben", so Tormod W. Anundsen, Professor an der Universität Adger in Kristiansand.

Der Stellenwert des Kinder- und Jugendtheaters war zu dieser Zeit in Norwegen ein ganz anderer als in Deutschland. Die Lehr- und Forschungsbedingungen in Kristiansand waren ideal. Als aber an der Universität Hildesheim die erste Professur für Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum ausgeschrieben wurde, sah Geesche Wartemann die Chance und Herausforderung dieses Forschungsgebiet auch in Deutschland aufzubauen. Die Möglichkeiten, die die Universität Hildesheim mit der Einrichtung dieser Professur eröffnete, waren ihr Ansporn und Aufgabe, der sie sich nach ihrer Berufung 2011 mit großen Engagement gestellt hat, im Bewusstsein, dass sie als Pionierin oft allein vorweggehen musste, Strukturen und Netzwerke erst aufzubauen waren. Die Verbundenheit mit Norwegen ist geblieben, so übersetzte Geesche Wartemann mit großer Freude Kinder- und Jugendstücke aus dem Norwegischen u.a. für den Verlag der Autoren.

Eine Vorreiterin war sie auch auf anderer Ebene. Ihre Promotion mit dem Titel 'Theater der Erfahrung' (Wartemann 2002) untersuchte Darstellungsweisen nicht-professioneller Darsteller lange bevor der Diskurs um die sogenannten Experten des Alltags in der Theaterwissenschaft allgegenwärtig war. Viele ihrer Forschungsarbeiten waren in dieser Hinsicht ihrer Zeit ein Stück weit voraus – nicht nur in der Frage nach nicht-professionellen Darstellern auf der Bühne, sondern auch in der ethnografischen Beobachtung von Kindern als Publikum, in der Erforschung von Produktionsweisen in theaterpädagogischen Kontexten, im Entwurf einer ästhetischen Praxis der Theatervermittlung. Ihre Forschungen zur Authentizität als Darstellungsform, zum Theater für junges Publikum und zur Probenanalyse sind entscheidende Referenzen für die aktuelle Theaterpädagogik geworden. Im Mittelpunkt vieler ihrer Arbeiten standen dabei die Kinder und Jugendlichen selbst, als Zuschauerinnen und Zuschauer oder als Partizipierende in künstlerischen Projekten. Das Modellprojekt „Theater von Anfang an“ – Theater für die Allerkleinsten begleitete sie wissenschaftlich und entwickelte neue methodische Ansätze, in dem sie mit Methoden der Videoethnographie in der Rezeptionsforschung arbeitete. Für sie stellten das Kinder- und Jugendtheater wie auch theaterpädagogische Projekte Produktionsräume dar, in denen die Kinder und Jugendlichen als gleichberechtigte Akteure beteiligt waren. Seit ihrer Promotion 2001 hat sich das Theater verändert: Theaterpädagogik, Jugendclubs und Bürgerbühnen haben einen neuen Stellenwert bekommen, avancierte ästhetische Formen zeichnen viele Arbeiten des Kinder- und Jugendtheaters aus – nicht selten sind die Macherinnen und Macher dieser Inszenierungen ehemalige Studierende aus Hildesheim. Diese Entwicklung ist auch das Verdienst von Geesche Wartemann, ihrer Forschung, ihrer Vermittlungstätigkeit und nicht zuletzt ihrer universitären Lehre. Ob für Miriam Tscholl, der Leiterin der ersten Bürgerbühne in Dresden, ob für Hannah Biedermann und die Gruppe Pulp Fiktion oder für die Fräulein Wunder AG, für viele war Geesche Wartemann Inspiration, Wegbegleiterin, Reflexionspartnerin. Ihr Einfluss war enorm, ohne immer direkt sichtbar zu sein.

Geesche Wartemann war nicht nur eine engagierte Wissenschaftlerin und Botschafterin für das Kinder- und Jugendtheater, sie war auch eine passionierte Dozentin, die ihre Studierenden für ihre Forschungsthemen begeisterte und sie in ihre Forschungsprojekte einband. Dazu gehörten für sie ebenso Kooperationen mit Hildesheimer Grundschulen oder Kindergärten wie auch gemeinsame Forschungsexkursionen – nach Ghana, Tunesien, Polen oder nach Südafrika, um nur einige Stationen zu nennen. Bei ihr konnte man genaues Sehen und Beschreiben lernen, Neugier für Unbekanntes und vor allem das Hinterfragen von vermeintlichen Gewissheiten. 

Wer mit Geesche Wartemann arbeitete, als Kollege und Kollegin, Künstlerin, Künstler oder als Studierender, der traf nicht nur auf eine herausragende Expertin in ihrem Gebiet. Geesche Wartemann war ein besonderer Mensch, herzlich, zugewandt und offen, sanft und energisch zugleich. Sie bestach durch ihren wunderbaren Humor, der sie nie verließ. Mit großem Ernst konnte sie für ihre Überzeugungen kämpfen, auch gegen starre Regelsysteme und Ungerechtigkeiten. Die Universität Hildesheim verliert mit ihr eine Wissenschaftlerin und Lehrerin, eine Kollegin und Freundin.

Ich hatte das Glück über lange Jahre mit Geesche zu arbeiten. Dies war ein großes Geschenk und nicht selten standen wir in Foyers, auf Bühnen oder vor unseren Büros und überlegten uns neue Vorhaben. Dazu gehörte auch die gemeinsame Betreuung ihrer Doktorandin Meriam Bousselmi. Geesche Wartemann hat mit aller Kraft dafür gekämpft, der tunesischen Regisseurin, Autorin und Wissenschaftlerin die Möglichkeit zu geben in Deutschland zu promovieren. Noch im letzten Oktober saßen wir zusammen und planten. Diese Pläne nicht mehr gemeinsam umsetzen zu können, gehört auch zu dem unfassbaren Verlust, der durch ihren Tod entstanden ist.

Am 28.03.2019 ist Geesche Wartemann in Berlin an Krebs gestorben. Zwei Jahre lang hat sie sich der Krankheit mit großer Tapferkeit und Entschlossenheit entgegengestellt. Sie hinterlässt ihren Ehemann Uwe Gössel und ihre Tochter Henriette.

Annemarie Mieke Matzke ist Professorin für experimentelle Formen des Gegenwartstheaters an der Universität Hildesheim. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorie und Geschichte des Probe, Gegenwartstheater und Schauspielformen. Sie ist Mitglied der Gruppe She She Pop, deren Inszenierungen weltweit gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit Geesche Wartemann arbeitete sie seit 1999 in verschiedenen Kontexten immer wieder zusammen, zuletzt am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim. 

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Pressemeldungen Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 2
news-16373 Tue, 26 Mar 2019 08:47:00 +0100 Center for World Music unterstützt geflüchtete Musikerinnen und Musiker https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/center-for-world-music-unterstuetzt-gefluechtete-musikerinnen-und-musiker-1/ Studium nach der Flucht: Das Center for World Music der Universität Hildesheim sucht bundesweit ab sofort Musikerinnen und Musiker, die nach der Flucht ihre musikalische Ausbildung in Deutschland fortsetzen und studieren möchten. Sie können sich in Hildesheim in Sprach- und Vorbereitungskursen kostenfrei auf das Studium vorbereiten. Insgesamt sind 15 Plätze vorhanden. Eine Bewerbung für den INTEGRA-Kurs ist bis zum 23. April 2019 möglich. Das Hildesheimer Forschungsinstitut hilft geflüchteten Musikerinnen und Musikern, ihre Chance auf einen Studienplatz in Deutschland zu erhöhen. Am Center for World Music der Universität Hildesheim besteht die bundesweit einmalige Möglichkeit an einem kostenfreien Sprachkurs und Vorbereitungskurs auf ein Musikstudium in Deutschland teilzunehmen.

Der INTEGRA-Kurs bereitet auf das wissenschaftliche Arbeiten vor, die Teilnehmer lernen die Universitätsbibliothek kennen, nehmen an Einführungen über Musiktheorie teil, nehmen an einem Sprachkurs teil und musizieren gemeinsam. Die Teilnahme an diesen Vorbereitungskursen ist kostenfrei.

Die Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis September 2019 an dem Sprachkurs und Vorbereitungskurs an der Universität teilnehmen können.

An dem Kurs können 15 Personen teilnehmen. Die Aufnahmeprüfung findet am 25. April 2019 im Center for World Music in Hildesheim statt. Eine Anmeldung zur Prüfung ist Pflicht. Wer sich für das Unterstützungsprogramm interessiert, kann ab sofort Morena Piro, Mitarbeiterin am Center for World Music, unter piromo@uni-hildesheim.de erreichen und sich bis spätestens zum 23. April 2019 für die Aufnahmeprüfung anmelden.

Die Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis September 2019 an dem Sprachkurs und Vorbereitungskurs an der Universität teilnehmen können.

Dieser INTEGRA-Kurs ist Dank der Katholischen Erwachsenenbildung und der Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur möglich. Das Projekt wird in Kooperation mit der Musikschule Hildesheim und dem Global Board des Musikland Niedersachsen durchgeführt.

Die Kursteilnehmer können sich in dem Vorbereitungskurs auch auf das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ vorbereiten, das Masterstudium startet im Herbst 2019.

Mehr Informationen online unter:

Studium nach der Flucht:
Informationen des Center for World Music

Kurz erklärt

Studium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Bewerbung um einen Masterstudienplatz

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 15 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

Für den 5. Studienjahrgang können sich Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland ab sofort bis zum 15. Juni 2019 bewerben. Das Masterstudium beginnt im Oktober 2019.

Mehr Informationen online unter:

Studium musik.welt

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Pressemeldungen Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 2 Center for World Music Studierendenportal Bildungsintegration Flüchtlinge
news-16344 Thu, 21 Mar 2019 08:07:00 +0100 Konferenz: Kunst der Beratung https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/konferenz-kunst-der-beratung/ Beratungskünste sind überall gefragt. Eine kulturwissenschaftliche Tagung in Hildesheim befasst sich mit der Kunst der Beratung. Eine Medienphilosphin spricht zum Beispiel über Techniken der wissenschaftlichen Politikberatung von 1950 bis 1970. Die Tagung ist öffentlich. Beratungskünste sind überall gefragt: Politische Entscheidungen erfordern Strategiepapiere von policy advisern, Empfehlungen des Ethikrats oder Gedankenspiele von Think Tanks. Investitionen und Rationalisierungsmaßnahmen in Unternehmen werden von Consultingfirmen begleitet. Und kaum ein Aspekt individueller Lebensführung entgeht einer zunehmend ausdifferenzierten Coachingindustrie; angefangen bei der Erziehungsberatung der Eltern über Studien- und Berufsberatung, Karrierecoaching, Paartherapie, Achtsamkeitsseminare, Ernährungsratgeber und kuratierte Kulturprogramme bis hin zur Trauerbegleitung der Nachkommen.

„So unterschiedlich die Funktion dieser Beratungen im Detail sein mag ist doch ein Grundmuster erkennbar: Berater, Coaches und Consultants überprüfen Ressourcen, treffen Vorhersagen über die möglichen Folgen einer Entscheidung oder stellen normative Maximen für Handlungsweisen auf und leiten daraus Forderungen an das Subjeagtkt ab“, sagt der Hildesheimer Literaturwissenschaftler Simon Roloff.

Die Tagung „Kunst der Beratung“ am Kulturcampus der Universität Hildesheim fragt vom 4. April bis 6. April 2019 nach den Praktiken, Techniken und Formen der Kunst der Beratung. Besondere Beachtung soll dabei der Funktion ästhetischer Formen und Praktiken, etwa im Kreativitätscoaching oder im Ratgeber als literarischer Gattung zukommen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren auf der Tagung unter anderem über visuelle oder literarische Gattungen der Beratung. Neben neuen Untersuchungen zur Ratgeberliteratur kommen dabei auch Formen wie der Lehrfilm oder das Youtube-Tutorial, Momente der Performanz in der Herstellung charismatischer Beratungssituationen oder die Narrativierung von Biografien durch storytelling zur Sprache. Die Kulturwissenschaftlerin Professorin Christina Wessely halt den Vortrag zum Thema „Der Chefideologe. Zur Geschichte einer Figur politischer Beratung“. Die Medienphilosphin Eva Schauerte spricht über „Techniken der wissenschaftlichen Politikberatung von 1950 bis 1970“.

Die Ergebnisse der kulturwissenschaftlichen Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Kontakt

Bei Fragen zur Konferenz wenden Sie sich gerne an Prof. Dr. Simon Roloff vom Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim (simon.roloff[at]uni-hildesheim.de).

Teilnahme

Die Veranstaltung ist kostenfrei und öffentlich, alle Vorträge können besucht werden, man muss sich nicht registrieren.

Zum Forscher

Simon Roloff organisiert die Konferenz. Er studierte Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nach seiner Promotion in Weimar ist Roloff seit 2014 Juniorprofessor für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim. Er interessiert sich für Poetik, für das Verhältnis von Literatur und Wissen, für Formen der Recherche und die Theorie und Geschichte der Kulturtechniken, für Notieren, Streichen, Kopieren, Entwerfen und sich Verzetteln.

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news-16349 Tue, 19 Mar 2019 17:06:28 +0100 Professor Wolfgang Schneider stärkt Theater für junges Publikum https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/professor-wolfgang-schneider-staerkt-theater-fuer-junges-publikum/ Die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche ehrt Professor Wolfgang Schneider für sein jahreslanges Wirken für kulturelle Bildung. Der Wissenschaftler hat die Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche zu einem zentralen Thema in Deutschland gemacht. Alle zwei Jahre ehrt die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche Persönlichkeiten, die sich für künstlerische Innovation und kulturpolitische Unterstützung für das Kinder- und Jugendtheater einsetzen. Mit dem „ASSITEJ Preis“ 2019 werden drei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in besonderer Weise für die Förderung und Wahrnehmung des Kinder- und Jugendtheaters eintreten.

Für sein jahreslanges Wirken wird Professor Wolfgang Schneider geehrt. Wolfgang Schneider ist Professor für Kulturpolitik und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ an der Universität Hildesheim. Er ist Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste. Wolfgang Schneider war Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland (1989 bis 1997) sowie von 1997 bis 2018 Vorsitzender der ASSITEJ und von 2002 bis 2011 Präsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für junges Publikum. Sein – vor allem ehrenamtliches – Wirken hat das Theater für junges Publikum in Deutschland und international sichtbar und die Forderung nach Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche zu einem zentralen Anliegen gemacht.

Forderung nach Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche

Mit dem Preis werden außerdem der Dramaturg Henning Fangauf und die nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen geehrt. Die feierliche Preisverleihung findet am Freitag, 10. Mai 2019, im GRIPS Theater in Berlin statt und ist Teil des Festivals des Theaters für junges Publikum.

Die ASSITEJ steht für „Association Internationale du Théâtre pour l'Enfance et la Jeunesse“ und ist die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche in rund 90 Ländern. In Deutschland hat die Vereinigung rund 400 Mitglieder, davon rund 300 professionelle Kinder- und Jugendtheater. Ziel des Zusammenschlusses ist es, jedem Kind in Deutschland die Möglichkeit zu eröffnen, mindestens zweimal im Jahr ein Kinder- und Jugendtheater zu besuchen.

Forschung zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland

Am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim ist Theaterförderung Gegenstand von Lehre und Forschung; zuletzt erschienen die Studie „Zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland“ von Thomas Renz (Frankfurt am Main 2017) und die von Wolfgang Schneider herausgegebenen Publikationen „Partizipation als Prinzip als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche“, zusammen mit Anna Eitzeroth (Bielefeld 2017) und „Theatre in Transformation. Artistic Processes and Cultural Policy in South Africa“, zusammen mit Lebogang L. Nawa (Bielefeld 2019). Zum Auftakt eines Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals erschien heute „Starke Stücke. Theater für junges Publikum in Hessen und Rhein-Main“, herausgegeben von Wolfgang Schneider und Nadja Blickle (Berlin 2019).

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news-16290 Mon, 04 Mar 2019 17:23:20 +0100 Hildesheimer Studierende gründen die Junge Kulturpolitische Gesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/hildesheimer-studierende-gruenden-die-junge-kulturpolitische-gesellschaft/ Eine junge Generation von Kulturschaffenden hat die „Junge Kulturpolitische Gesellschaft“ gegründet. Die „Junge Kupoge“ ist eine Arbeitsgemeinschaft der Kulturpolitischen Gesellschaft und soll den unter 35 Jährigen eine eigene Plattform und Gestaltungsraum ermöglichen. In einem Gastbeitrag gibt Professorin Birgit Mandel Einblicke in eine mit Studierenden konzipierte kulturpolitische Tagung. Mandel forscht und lehrt am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und ist Expertin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung. Hildesheimer Studierende haben die Gründung der Jungen Kulturpolitischen Gesellschaft auf der kulturpolitischen Tagung unter inhaltlicher Leitung der Hildesheimer Professorin Birgit Mandel in Loccum im Februar 2019 initiiert. Die Konferenz wurde erstmalig unter aktiver Beteiligung von Studierenden konzipiert und durchgeführt. Sie setzten sich auf der Tagung mit Generationwechsel und der Rolle der Kulturpolitik in institutionellen Veränderungsprozessen auseinander.

Gastbeitrag von Prof. Dr. Birgit Mandel

Generationen-Clash oder alles so weiter wie bisher im öffentlich geförderten Kulturbetrieb? Welche Ansprüche haben jüngere Generationen von Kulturschaffenden an Kultureinrichtungen und Kulturpolitik?

Ziel des diesjährigen kulturpolitischen Kolloquiums war es, in einem intergenerationellen und interaktiven Workshop Möglichkeiten der Neu-Aufstellung von Kulturinstitutionen sowie des Verhältnis der öffentlich geförderten Einrichtungen zu Kulturpolitik und Kulturverwaltung zu reflektieren und Ideen zu erarbeiten, die es den Einrichtungen ermöglichen, auf veränderte kulturelle Interessen neuer Generationen zu reagieren.

Generationen-Tandems, soziometrische Aufstellungen und digitale Meinungsabfragen, Generationen-Quartett auf Instagram Lab-Loc und Design Thinking Workshop „Kultopia“, wo gemischte Teams aus den Generationen 1968er, Babyboomer, X und Y ihre ideale Kultureinrichtung gestalten konnten: Das Organisationsteam mit Studierenden aus Hildesheim, Hamburg und Ludwigsburg unter Leitung von Birgit Mandel, Annette Jagla und Patrick Glogner in Kooperation mit der Akademie Loccum (Albert Drews) und der Kupoge (Barbara Neundlinger) entwickelte diverse interaktive Formate, um die 120 Teilnehmenden aktiv zu beteiligen und in Austauchbeziehungen zu bringen.

Welche Unterschiede gibt es in der Wahrnehmung der Aufgaben (öffentlich geförderter) Kultureinrichtungen und zentraler kulturpolitischer Herausforderungen und Lösungsansätze zwischen älteren Kulturschaffenden, die schon langjährige Erfahrungen im Kulturbetrieb haben und zukünftigen „Cultural Leadern“?

Deutlich veränderte Ansprüche gäbe es an die Arbeitsbedingungen: hohe Wechselbereitschaft, gutes Arbeitsklima, angenehme Vorgesetze und ausgewogene Work Life Balance seien „Generation Y“ wichtiger als Macht und Einfluss (Scheytt/Weck); für „Selbstausbeutungspositionen“ seien nur noch schwer Nachwuchskräfte zu finden. Jüngere Führungskräfte  würden ihre Einrichtung deutlich selbstkritischer sehen, Veränderungen im Sinne höherer Diversität und gesellschaftlicher Relevanz anstreben und sich als Führungskraft eher in moderierender Funktion denn als direktiver Chef begreifen (Mandel).

Die kulturellen Interessen jüngerer Generationen würden beeinflusst durch Megatrends wie Digitalisierung, Migration und Klimawandel: Ausstieg aus der Wachstumslogik, Nachhaltigkeit, Beteiligung der Prosumenten; Selber Machen, Selbstverwirklichung dominierten vor dem Interesse an klassischem künstlerisch-kulturellen Erbe (Glogner) und das Bedürfnis nach Resonanz und Selbstwirksamkeit in kreativen Räumen für Selbstbetätigung trete an die Stellte von Geniekult (Lätzel, Vogel).

Digitalisierung zwinge Einrichtungen, ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit neu zu definieren und sei deswegen Katalysator für Veränderung (Holst). Migration forciere Diversität in der Mitarbeiterschaft, neue Kooperationsbeziehungen, neue Programme und eine erweiterte Perspektive auf klassisches kulturelles Erbe (Aksen).

Statt Angebotsqualität stehe zunehmend die Aufenthalts-und Beziehungsqualität von Kultureinrichtungen als „dritte Orte“ im Vordergrund (Wolfram).

Kultureinrichtungen müssten sich künftig an ihrer Relevanz für die Bevölkerung und ihrer Interaktionsfähigkeit messen lassen, weg von der Produkt- hin zur Dienstleistungsorientierung, und Plattform werden für diverse Communities. Strukturell müssten verlässliche Strukturen einerseits und Flexibilität /Agilität andererseits zusammen wirken (Heller). Mit rein rationalem Change Management seien Institutionen nicht zu verändern: „Culture eats strategy for breakfast“; auch die Unternehmenskultur müsste in prozessorientierten Double Loop Learning transformiert werden (Jagla).

Kulturpolitik müsse in diesen Prozessen Planungssicherheit und verlässliche Unterstützung bieten (Heller).

Dass Kulturförderung deutlich konzeptbasierter vorgehe als noch vor ca. 15 Jahren und ihre Einflussmöglichkeiten stärker nutze durch Berufungspolitik, Zielvereinbarungen, Evaluationen, spezifische Förderprogramme für strategische Veränderungen und Weiterbildungsangebote wird in den Tandems von jüngeren und älteren Akteuren aus Kulturpolitik und Kulturverwaltung beobachtet (u.a. Landmann, Rehders).

Deutlich wurde, dass sich alte und junge Kulturakteure weniger in der Benennung inhaltlicher Herausforderungen unterscheiden als viel mehr in der Art und Weise wie sie diese bewältigen wollen. Wechselseitige Vorurteile zwischen den Generationen wurden ebenso bestätigt wie verworfen.

Zum Ende der Tagung wurde die „Junge Kupoge“ gegründet als Arbeitsgemeinschaft der Kulturpolitischen Gesellschaft, die den unter 35 Jährigen eine eigene Plattform und Gestaltungsraum ermöglichen soll. Dabei machten auch die Initiatoren deutlich, dass es weniger andere Themen sind, die sie unterscheiden als viel mehr andere Ansprüche an Kommunikationsweisen und Formate des Diskurses.

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news-16267 Fri, 22 Feb 2019 14:04:00 +0100 Internationales Promotionskolleg Kulturvermittlung in Marseille und Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/internationales-promotionskolleg-kulturvermittlung-in-marseille-und-hildesheim/ In Hildesheim und Marseille untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Nun startet das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ in eine zweite Runde, eine Bewerbung ist bis Ende März 2019 möglich. Seit 18 Jahren arbeiten die Universitäten in Hildesheim und Marseille in den Kulturwissenschaften zusammen, zunächst im Studium, seit 2013 auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Nun wird das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ der Université Aix-Marseille und der Universität Hildesheim fortgesetzt.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler  können sich mit einem zweisprachigen Exposé bewerben. Das Promotionsthema sollte Kulturvermittlung in Frankreich, in Deutschland, im deutsch-französischen Vergleich oder im Kontext des Mittelmeerraumes angesiedelt sein. Eine Bewerbung ist bis zum 31. März 2019 möglich. Die Sprachen des Promotionskollegs sind Deutsch und Französisch. Die Deutsch-Französische Hochschule fördert das Promotionskolleg.

Promotionsprojekte können zum Beispiel die Rolle des Künstlers in gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen untersuchen.

Mögliche Forschungsfragen sind zum Beispiel:

  • Wie lässt sich der Einfluss, den Künstler_innen und Kulturvermittler_nnen durch ihr künstlerisches Schaffen auf gesellschaftlichen Wandel haben, analysieren und beschreiben?

  • Inwiefern wirken Künstler als Change Agents der Gesellschaft? Inwiefern schaffen Kunst und Kultur einen Freiraum der Gestaltung von Zukunft?

  • Inwiefern kann der Erwerb einer kulturellen Bildung, auch verstanden als artistic literacy, breitere Teile einer Gesellschaft in den Diskurs des gesellschaftlichen Wandels einbeziehen?

  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen kultureller Bildung und Armutsminderung?

  • Inwiefern ermöglichen kulturpolitische Konzepte auf kommunaler Ebene pluralistische öffentliche Kulturräume und kulturelle Teilhabe?

  • Wie gelingt gesellschaftliche Integration durch kulturelle Partizipation?

Die Doktorandinnen und Doktoranden erhalten ein Stipendium als Mobilitätsbeihilfe, um bis zu 18 Monate im Ausland zu forschen (600 Euro monatlich) und nehmen an Forschungsateliers und kulturpolitischen Debatten des UNESCO-Lehrstuhls teil. Im Rahmen eine Cotutelle-de-thèse bietet die Deutsch-Französische Hochschule in Saarland weitere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten an.

Wer Fragen zum Promotionskolleg hat, kann sich an das Team um Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wenden. Detailfragen beantworten Dr. Daniel Gad (gad[at]uni-hildesheim.de) und Michèle Brand (brandmi[at]uni-hildesheim.de).

Internationales Promotionskolleg
Link zur Ausschreibung

Studieren in der zweitgrößten Stadt Frankreichs: pendeln zwischen Hildesheim und Marseille

Die Universität Hildesheim in Norddeutschland und die Université Aix-Marseille in Südfrankreich bieten bereits seit 2001 auch gemeinsam einen deutsch-französischen Doppelmasterstudiengang im Bereich Kulturvermittlung an. Absolventinnen und Absolventen sind in Konzerthäusern, Museen, Tonstudios, in der Politik und viele im deutsch-französischen Kulturaustausch tätig.

Im Studium „Kulturvermittlung/ Médiation Culturelle de l'Art" verbringen die Studentinnen und Studenten je ein Jahr in Frankreich/Marseille und in Deutschland/Hildesheim und erwerben wissenschaftliche, künstlerisch-gestaltende und organisatorische Kenntnisse. Sie entwickeln neue Konzepte der Kulturvermittlung und realisieren ein eigenes Forschungsprojekt, befassen sich mit Kulturpolitik in Frankreich und Europa und setzen ein Kulturvermittlungsprojekt um.

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news-15459 Wed, 06 Feb 2019 12:00:00 +0100 Wie Lesende kommunizieren https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wie-lesende/ Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Karla Paul (Buchkolumne, Hamburg).

Im Gespräch mit Kristina Petzold

 

Audimax

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news-16086 Wed, 06 Feb 2019 08:33:00 +0100 „Dem Moment eine Chance geben“: Konzertreihe im Museum https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/dem-moment-eine-chance-geben-konzertreihe-im-museum/ Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim laden im Februar ein zur Konzertreihe „Bühne frei!“. Die drei Konzerte im Roemer- und Pelizaeus-Museum bieten einen Mix aus Klassik, Jazz und Improvisation. Nick Tlusty, Student im ersten Semester, hat ein Stück für drei Museumsräume komponiert, das in Hildesheim uraufgeführt wird. Die Konzertreihe endet mit dem traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2019. In diesem Jahr organisieren die Studentinnen und Studenten aus Leonie Bauerochse, Chantal Däubner, Lia Dorenberg, Mareike Lehne, Jakob Müller, Ronja Neumann, Nora Ruthke und Nick Tlusty gemeinsam mit dem Musikdozenten Jan Hellwig die Konzertreihe „Bühne frei!“ unter dem Motto „Bricolage“. „Wir  improvisieren mit dem vorhandenen Material und lösen musikalische Aufgaben mit den Ressourcen, die da sind, man ist nie allwissend, wir verbinden Fragmente in der Musik“, sagt Hellwig.

Enstanden ist eine Konzertreihe mit etwa 40 Werkbeiträgen – von Serge Prokofiev bis Heitor Villa-Lobos. Die drei Konzerte finden im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. „Es ist eine große Freude, im Museum spielen zu dürfen, die Ausstellungsräume sind eine Inspiration. Dass wir diese Chance bekommen, ist grandios. Improvisation und experimentelle Musik hört man nicht so oft im Radio“, sagt die Studentin Lia Dorenberg. Ihr Instrument ist die Stimme.

„Wir zeigen, was an der Universität musikalisch passiert“

„Die Idee unserer Konzertreihe ist, mit der Musik raus aus den Uni-Räumen hinein in die Stadt zu gehen. Wir zeigen, was an der Universität musikalisch passiert und nehmen die Menschen von jung bis alt mit in die Welt der Klänge“, ergänzt Nora Ruthke, die in Hildesheim Psychologie studiert und Geige im Orchester spielt.

Die Studierenden haben ein Programm aus Klassik, Jazz, Klangexperimente, Rock und Improvisation entwickelt mit E-Gitarre, Kontrabass, Geige und Schlaginstrumenten. Sie laden Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Bürger ein zu Matinee und Soiree und zum traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2019. Dann musiziert ein Improvisations-Ensemble zusammen mit den Gastdozenten Dinesh Mishra (Bansuri Flöte) und Sinan Cem Eroğlu (Kaval).

Jedes Konzert ist eine Premiere, Studierende vom ersten Bachelorsemester bis zum letzten Mastersemester zeigen wie vielfältig Klänge produziert werden können und was man aus Instrumenten herausholen kann.

Nick Tlusty, Student im ersten Semester, hat ein Stück für drei Museumsräume komponiert, das am 10. Februar 2019 uraufgeführt wird. „Ich mache bei ‚Bühne frei‘ aus Neugier mit. In meinem kulturwissenschaftlichen Studium der Fächer Musik und Literatur habe ich eine Palette an Möglichkeiten – von den Einführungen in die Philosophie und Musikwissenschaft über praktische Übung bis zur Entwicklung einer Konzertreihe“, sagt Tlusty. Die Idee für seine Komposition kam Tlusty nach der Besichtigung der Museumsräume. Die Musikerinnen und Musiker haben Auswahlmöglichkeiten, „eine Menge Freiheit“, sagt Tlusty, sie spielen zu dritt jeweils in einem Ausstellungsraum, improvisieren mit Material, verfolgen ein Motiv und etbalieren einen Grundklang, ein a-capella-Chor bewegt sich durch alle Räume und verbindet die Klänge, das Publikum wandelt mit, beschreibt Tlusty das Werk. Nora Ruthke spielt in einem der Ausstellungsräume Geige, in der Improvisation im Trio existieren „stille Absprachen“, sagt Ruthke, „es ist wichtig zu hören, was der andere macht“. „Dem Moment eine Chance geben“ – das zeichnet für Jan Hellwig die Musik und Improvisationskunst aus.

Das studentische Organisationsteam möchte Musikerinnen und Musikern einen Raum geben, in dem sie ihr Können öffentlich präsentieren können. Statt in einem kleinen Hörsaal in der Uni verlegen sie die Konzerte in die Räume des Roemer- und Pelizaeus-Museums. Seit Oktober bereiten sie die Konzertreihe vor, im Januar folgten wöchentliche Proben im Museum.

„Musik soll kein Hindernis sein“

Seit 23 Jahren organisiert Jan Hellwig gemeinsam mit Studierenden die Konzertreihen, nun zum 16. Mal. Die Konzertreihe „Bühne frei“ startete 2003. Die damit verbundene Übung bietet Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft die Möglichkeit, die Konzertinhalte zusammenzustellen und die Veranstaltungen zu organisieren.

„Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität, die jungen Leute haben immer wieder Lust, aufzubrechen, etwas auszuprobieren und nehmen die Spielgelegenheiten war – das ist fantastisch“, sagt Hellwig. Besonders dankbar ist Jan Hellwig dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Der Ort macht etwas mit den Musikerinnen und Musikern und den Zuhörern. Das Museum leistet großen Support – vom Empfang bis zur Direktorin – dafür sind wir sehr dankbar.“

Musik soll kein Hindernis sein, sagt der Student Nick Tlusty – und hofft auf viele interessierte und neugierige Zuhörer.

Die Konzerte im Überblick:

Unter dem Titel „Bricolage #1 #2 #3“ präsentieren Studierende des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim wieder drei Konzertprogramme im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim. Der Eintritt ist frei.

  • Bricolage #1, 3. Februar 2019, 11:00 Uhr, Matinee, Schafhausen-Saal

  • Bricolage #2, 10. Februar 2019, 15:15 Uhr, Klänge einer Ausstellung, Ausstellungsräume Ägypten I – III sowie Roemer-Saal

  • Bricolage #3, 14. Februar 2019, 19:30 Uhr, Soiree, Schafhausen-Saal

Das Team:

Das Bühne-frei-Team 2019 besteht aus Leonie Bauerochse, Chantal Däubner, Lia Dorenberg, Mareike Lehne, Jakob Müller, Ronja Neumann, Nora Ruthke, Nick Tlusty, die Leitung liegt bei Jan Hellwig.

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news-16095 Mon, 04 Feb 2019 12:29:50 +0100 Zehn Jahre Litradio: Querverbindungen zwischen digitalen und analogen Formen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/zehn-jahre-litradio-querverbindungen-zwischen-digitalen-und-analogen-formen/ Seit zehn Jahren verbindet der Literaturwissenschaftler Guido Graf gemeinsam mit einer studentischen Redaktion Radio und Literatur. Das Online-Portal Litradio sendet nicht linear, der Nutzer kann sich sein eigenes „Radio“ zusammenstellen. Ab dem 5. Februar gibt es jede Woche zwei neue Folgen aus mehreren Podcast-Reihen, außerdem arbeitet die Redaktion an einem Hörspiel. Guido Graf baut seit zehn Jahren mit Studierenden das Online-Portal „Litradio“ aus. Im Gespräch äußert sich der Literaturwissenschaftler über Chancen der Literaturvermittlung im digitalen Raum und Zugänge zu Literatur.

Interview mit Kulturjournalist Dr. Guido Graf

Seit zehn Jahren verbinden Sie gemeinsam mit einer studentischen Redaktion Radio und Literatur. Entstanden ist das Portal Litradio. Sie senden nicht linear, der Nutzer kann sich sein eigenes „Radio" zusammenstellen. Was fasziniert Sie an diesem Literaturprojekt, worin liegt Ihre Motivation, weiterzumachen?

Als wir 2009 zuerst online gegangen sind, war vom Medium Radio angesichts des digitalen Wandels nicht viel zu erwarten. Daraus wuchs die Motivation, etwas anderes auszuprobieren: in ganz kleinem Rahmen, auf einem begrenzten, dem kulturellen, dem literarischen Feld. Hanns-Josef Ortheil hat Litradio mal ein kulturjournalistisches Labor genannt. Das und noch viel mehr gilt nach wie vor. Mittlerweile hat sich viel getan, Podcasts etwa sind inzwischen ein großes Thema, also etwas, das wir von Anfang an schon anbieten. Die Dynamik der medialen Entwicklung ist nach wie vor groß und entsprechend sind permanent mehr als genug Herausforderungen gegeben, mit denen Litradio sich auseinandersetzen kann und wird. Nicht zuletzt sind es unsere Studierenden, die für Motivation sorgen. Wenn 2020 das nächste Mal das Literaturfestival Prosanova stattfindet, wird Litradio daran auch wieder Anteil nehmen, kann dafür auf reichlich Erfahrungen zurückgreifen, aber muss und wird sich mit den neuen Studierenden, die dann dabei sind, auch wieder neu erfinden müssen.

Wie hat sich die Arbeit bei Litradio in den letzten zehn Jahren verändert?

Litradio ist professioneller geworden, organisierter. Wir haben mehr Mittel zur Verfügung, um  – zwar in kleinem Maßstab, aber immerhin – zu produzieren und einen guten Auftritt im Web zu haben. Vor allem aber: wir haben sehr viel mehr Hörer dazu gewonnen.

Welchen Platz hat Literatur im digitalen Raum? Welche Chancen sehen Sie?

Sie hat einen Platz und das ist einer neben anderen. Wenn wir lernen, die Kreuz- und Querverbindungen zwischen digitalen und analogen Formen und Praktiken besser zu erkennen und zu nutzen, werden wir in der Rezeption und Vermittlung von Literatur mehr Raum erobern, neue Zugänge zu Literatur schaffen, wo sie zuvor mit Hürden versehen waren  – etwa für Menschen mit Beeinträchtigungen –, und wir werden auch in der Produktion von Literatur mehr Neues sehen, ohne dass dadurch anderes verschwindet oder verdrängt wird.

Machen Sie sich Sorgen?

Nein, ganz und gar nicht. Ich könnte mir natürlich noch eine ganz anders geartete Finanzierung von Litradio vorstellen, die zum Beispiel auch Reisen erlaubt, ein vollausgestattetes Studio, bessere Serverkapazitäten. Aber die Relation von Budget und dem, was wir daraus machen, kann sich sehr sehen lassen.

Und wie geht es weiter? Was haben Sie und die Studentinnen und Studenten vor?

Wir starten jetzt nach mehrmonatiger Vorbereitung eine ganze Reihe von neuen Podcasts zu vielen verschiedenen Themen. Ab dem 5. Februar 2019 gibt es jede Woche zwei neue Folgen aus mehreren Podcast-Reihen. Die Litradio-Redaktion arbeitet derzeit auch einem Hörspiel und plant überdies eine kleine Tournee.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Seit 2008 forscht und lehrt Dr. Guido Graf als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, seit 2018 ist er Senior Researcher auf dem Kulturcampus.

Er hat Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Braunschweig studiert und seine Dissertation über den Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Arno Schmidt und Hans Wollschläger (Lehrer-/Schülerverhältnis) geschrieben. Bevor er nach Hildesheim kam, arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen und den Rundfunk.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literaturvermittlung, Sound-Poetik, Social Reading, Radio, Medientheorie, Gegenwartslyrik und Übersetzung. Guido Graf baut seit zehn Jahren mit Studierenden das Online-Portal „Litradio.net“ aus. Für seine hervorragenden Leistungen in der Lehre wurde Guido Graf mit dem Lehr-Preis der Universität Hildesheim ausgezeichnet.

In einem Forschungsverbund im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften untersucht Graf derzeit, wie sich das Lesen im digitalen Raum verändert. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „Rez@Kultur“ über drei Jahre. Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Computerlinguistik, Kulturjournalismus, Wirtschaftsinformatik und Kulturpolitik analysieren Lesevorgänge und Online-Gespräche über Werke der Kunst und Literatur.

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news-16068 Mon, 28 Jan 2019 10:00:00 +0100 Präsident des Goethe-Instituts: „Die Vielfalt ist ein hoher Wert“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/praesident-des-goethe-instituts-die-vielfalt-ist-ein-hoher-wert/ Studierende diskutieren mit dem Präsidenten des Goethe-Instituts über Auswärtige Kulturpolitik und die Bedeutung von Kulturinstituten für eine freiheitliche Gesellschaft. Ein Gastbeitrag der Studentin Pia Wagner. Sie studiert in Hildesheim „Kulturvermittlung“. „Wir sind ein europäisches Institut, auch wenn wir einen nationalen Auftrag haben“, sagt der Präsident des Goethe-Instituts, Professor Klaus-Dieter Lehmann, während seines Gastbesuchs im Januar 2019 im Weißen Haus auf dem Kulturcampus in Hildesheim. Eingeladen wurde Lehmann vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

Klaus-Dieter Lehmann stellte sich Fragen von Studierenden der Kulturwissenschaften, die sich in diesem Wintersemester im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Professor Wolfgang Schneider mit internationaler Kulturpolitik beschäftigen. Die Studentinnen und Studenten analysieren und reflektieren Konzeptionen und Praxen Auswärtiger Kulturpolitik und sammeln Erkenntnisse für eine Neuausrichtung des Auswärtigen Amtes im Jahr 2020. Eine besondere Rolle spielt dabei das Goethe-Institut als sogenannte Mittlerorganisation. Lehmann gab Einblicke in die Strukturen und die Gestaltungsfreiheit des Goethe-Instituts sowie in die Arbeit als zivilgesellschaftliche Organisation im In- und Ausland.

Unterstützung und Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement

Aus aktuellem Anlass sprach Klaus-Dieter Lehmann auch über die Stärkung der europäischen Dimension: Frankreich und Deutschland kündigten anlässlich der Unterzeichnung des Aachner Freundschaftsvertrags im Januar 2019 einen Zusammenschluss von Goethe-Institut und Institut Français an zunächst vier Standorten an. Ziel ist hierbei laut Lehmann die „Stärkung des europäischen Kulturraums“. Dabei soll es nicht nur bei solchen bilateralen Kooperationen bleiben; in der Zukunft sollen weitere Kooperationen mit anderen europäischen Ländern angestrebt werden. Hierbei gelte es allerdings zu beachten, dass die Vielfalt der europäischen Kulturen weiterhin gewährt werde: „Ich würde nie so weit gehen, ein europäisches Institut in einer homogenen Form zu akzeptieren, denn die Vielfalt ist ein hoher Wert.“ Trotzdem gebe es gute Gründe für die Zusammenschlüsse von Kulturinstituten, auch um die Unterstützung und Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement, insbesondere in politisch schwierigen Zeiten mit rechtspopulistischen Tendenzen. Denn eines stellte Präsident auch klar: „Wir sind sehr politisch.“

Das Goethe-Institut setzt Akzente und bewegt sich in unterschiedlichen Weltregionen. Hierbei habe das Institut seit 2006 Verantwortlichkeiten bewusst regional ausgelagert, da es nicht möglich sei, von München aus alles zu steuern, was in der Welt passiert. Denn: „Wir wollen spezifische Lösungen, wir wollen partizipatorisch arbeiten.“ Außerdem formuliert Professor Lehmann, dass das Goethe-Institut natürlich auch politische Interessen im Ausland verfolgt: „Dieses politische Interesse ist, dass wir klarmachen, dass wir die demokratische, rechtsstaatliche, freiheitliche Gesellschaft in dieser Weise verkörpern – das ist für uns ein Grundsatz.“

Beschäftigung mit internationalen Themen in der Bundesrepublik: Residenzprogramme für Kulturschaffende aus dem Ausland

Allerdings interessiert das Goethe-Institut nicht nur, was außerhalb Deutschlands passiert – Lehmann fordert im Gespräch klar eine stärkere innerdeutsche Präsenz und die Beschäftigung mit internationalen Themen in der Bundesrepublik: „Die Deutschen erfahren eigentlich nicht, was in der Welt draußen vor sich geht und was an Problemen, an Risiken oder auch an Chancen besteht.“ Um eine weltoffene Gesellschaft zu sichern, gilt es, dieses zu vermitteln.

Eine Form der Vermittlung könnten Residenzprogramme für ausländische Partner in Deutschland sein, um Entwicklungen und Diskussionen hierzulande sichtbar zu machen. Ein Ort für einen solchen Austausch könnte beispielsweise das Humboldt-Forum sein. Denn: „Wir wollen nicht über diese Länder, sondern mit diesen Ländern reden.“

Das Goethe-Institut ist offen für Diskussion und Dialog. Seit vielen Jahren gibt es deshalb im Rahmen von Forschungsprojekten Kooperationen mit dem Hildesheimer Universitätsinstitut für Kulturpolitik, die auch in der Zukunft weiterverfolgt werden. „Sie stehen hier von akademischer Seite stark unter Beobachtung“, sagte Professor Wolfgang Schneider augenzwinkernd zum Abschluss eines aufschlussreichen Disputs um die Zukunft einer internationalen Kulturpolitik, der für die Studierenden viele Impulse zum Weiterdenken bot.

Pia Wagner studiert im Master „Kulturvermittlung“ an der Universität Hildesheim. Im Studium spezialisiert sie sich auf auswärtige Kulturpolitik und internationale Kulturarbeit.

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news-15936 Fri, 25 Jan 2019 08:35:00 +0100 Infotage für Studieninteressierte in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/infotage-fuer-studieninteressierte-in-hildesheim/ Über das Studium in den Bereichen Kunst und Kultur, Lehramt, Erziehung und Soziales, Sprache und Kommunikation sowie Wirtschaft, Informatik und Umwelt informiert die Universität Hildesheim während der Infotage. Infotag „Studieren auf der Höhe“

Wann? Freitag, 1. Februar 2019, 10.00 bis 17.00 Uhr
Wo? Hauptcampus Uni Hildesheim, Forum (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim)

Die Studienberatung der Universität Hildesheim lädt Studieninteressierte am Freitag, 1. Februar 2019, zu dem Infotag „Studieren auf der Höhe“ nach Hildesheim ein. Schülerinnen und Schüler können sich gezielt über das Studienangebot in den Bereichen Lehramt, Erziehung und Soziales, Sprache und Kommunikation sowie Wirtschaft, Informatik und Umwelt informieren. Sie erhalten auch einen Überblick über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge. Gespräche mit Studierenden und Lehrenden und Campusführungen gehören zum Programm.

Veranstaltungen der Lehrenden – beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium –, Workshops von Studierenden zu Fragen rund um das Studium sowie gezielte Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten ermöglichen vielfältige Einblicke in die Hochschule und die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer Fragen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung der Uni Hildesheim wenden (Tel: 05121 883 92212, E-Mail: lehradt[at]uni-hildesheim.de).

Kultur und Kunst studieren

Wer sich für die Künste, ihre Entstehung und Vermittlung interessiert und sich vertieft über das kulturwissenschaftliche Bachelorstudium und Masterstudium informieren möchte, konnte sich bereits am 22. Januar 2019 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg über das Studium informieren, Lehrveranstaltungen besuchen und sich mit Studierenden und Lehrenden austauschen. Einen Überblick über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge erhalten Sie auch während des Infotags „Studieren auf der Höhe“ am 1. Februar 2019 am Hauptcampus der Uni Hildesheim.

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

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news-16052 Thu, 24 Jan 2019 17:40:00 +0100 Bildung stiften: Universität zeichnet 95 Studierende mit Deutschlandstipendien aus https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/bildung-stiften-universitaet-zeichnet-95-studierende-mit-deutschlandstipendien-aus/ Die Universität Hildesheim dankt allen Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Das Bundesbildungsministerium hat die Stiftungskultur an der Uni Hildesheim ausgezeichnet, nun hofft das Stiftungsteam um Vizepräsident Martin Schreiner und Markus Langer auf weitere Stifter, die junge Wissenschaftstalente fördern. „Bildung stiften 111“:
Helfen Sie uns, 111 junge Wissenschaftstalente zu fördern

Professor Martin Schreiner hat die diesjährige Stipendienfeier der Universität  genutzt, um den Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern aus Hildesheim und der Region zu danken. „Ihre Unterstützung ist weitaus mehr als ein monetäres Engagement und eine Geldüberweisung, Sie zeigen jungen Talenten an unserer Universität, dass Sie an sie glauben und setzen Vertrauen in das Tun des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung in dieser Woche vor 140 Gästen im Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Wir sind äußerst dankbar für Ihr Engagement.“

Seit 2011 vergibt die Universität Hildesheim Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Das Modell sieht so aus: Eine private Spende von 1800 Euro verdoppelt der Bund auf 3600 Euro, so dass für ein Jahr ein Stipendium mit monatlich 300 Euro vergeben werden kann.

Waren es im Jahr 2016 noch 72 Deutschlandstipendien sind es in diesem Jahr bereits 95 Deutschlandstipendien, die die Universität Hildesheim vergeben kann.

Vizepräsident dankt den 43 privaten Stifterinnen und Stiftern, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen

Bisher haben sich viele Personen der Hildesheimer Bürgergesellschaft entschieden, Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium zu unterstützen.  Neben der finanziellen Unterstützung gehören der persönliche Austausch und Veranstaltungen zum Stipendienprogramm. Unter den Stiftern sind außerdem Unternehmen und Stiftungen. Unter den Förderern befinden sich 43 private Stifterinnen und Stifter, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen. Unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten sind alle Studienrichtungen der Universität vertreten – von Wirtschaftsinformatik und Kulturvermittlung bis Umweltsicherung und Lehramt.

„Auch dank des hohen Engagements der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer ist uns eine neuerliche Steigerung auf nunmehr 95 Stipendien gelungen, von denen direkt unsere Studierenden profitieren“, sagt Markus Langer, der an der Universität als Leiter des Fund- und Friendraisings für die Stipendienprogramme zuständig ist.  „Ab sofort richten wir den Blick nach vorn: Unsere Kampagne Bildung Stiften 111! geht auch im Jahr 2019 weiter – bis Ende Juni wollen wir die 111 Stipendien eingeworben haben. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus der Region“, so Langer.

Professor Martin Schreiner dankt herzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen, die in Kommissionen zur Stipendienvergabe mitgewirkt haben. In der Feierstunde im Roemer- und Pelizaeus-Museum hielt der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen den Festvortrag „Karl Mays Silberbüchse oder: Die Dinge des Populären“. Der Wissenschaftler sprach über den Beginn der Spielzeugindustrie im 19. Jahrhundert, das Spiel mit Realität und Fiktion und den habituellen Wert der Dinge im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

„Das Stipendium ist eine Motivation und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“

„Die Freude war groß über die Stipendienzusage, das Stipendium ist eine Motivation auf den letzten Metern und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“, sagt Maria Nesemann, die in Hildesheim im Masterstudium Kulturvermittlung in einer deutsch-französischen Studienvariate studiert. „Aus dem Stipendium ergeben sich wesentlich mehr Freiräume, ich kann mich besser auf meinen Studienabschluss konzentrieren und meine ehrenamtliche Arbeit im Hildesheimer Sprachlernprojekt fortsetzen, in dem ich sehr viel für meinen künftigen Beruf im Umgang mit Kinder und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache lerne“, sagt die Lehramtsstudentin Anne Hampel, die in Hildesheim Deutsch und Englisch studiert.

Beide Stipendiatinnen erhalten ein Stipendium des Hildesheimer Ehepaars Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer. „Wir freuen uns auf das Stipendienjahr“, so Sibylle Fischer. „Wir haben damals gut studiert, nun möchten wir der Gesellschaft etwas zurückgeben. Seit ich im Ruhestand bin, gehe ich gerne zu den offenen Vorlesungen der Universität, die Uni bietet ein offenes, bürgernahes Klima“, sagt Hans-Jürgen Fischer. Dass der Staat jede private Spende verdoppelt, ist für das Ehepaar ein gutes Zeichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband haben die Stipendieninitiative der Stiftung Universität Hildesheim und ihrer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter ausgezeichnet. Die Universität Hildesheim ist eine von drei Hochschulen bundesweit, die 2017 für ihre Stipendienkultur ausgezeichnet wurde.

Kampagne „Bildung stiften 111“: Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab Juni 2019 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2019.

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news-15457 Wed, 23 Jan 2019 12:00:00 +0100 Amazon, Wattpad und Co. https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/amazon-watt/ Geteiltes Lesen und Schreiben im Netz Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Gerhard Lauer (Digital Humanities, Universität Basel).

Im Gespräch mit Guido Graf

 

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news-15456 Wed, 16 Jan 2019 12:00:00 +0100 Reader Analytics https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/reader-analy/ Datenerfassung und Lesen Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Axel Kuhn (Institut für Buchwissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen).

Im Gespräch mit Guido Graf

 

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news-15986 Mon, 14 Jan 2019 08:01:00 +0100 Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ startet https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/fotografieprojekt-100-studierende-100-geschichten-startet/ Beim AStA setzen sich Studierende für studentische Belange ein, und gestalten so die Universität mit. Isabelle C. M. Lohrengel ist AStA-Referentin für Inklusion und berichtet im Interview von ihrer Arbeit. Gerade wirbt die Kunststudentin mit dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ für mehr Toleranz und Diversität an unserer Universität. An dem Projekt können Studierende ab sofort noch mitwirken. Die Fotos sind Teil einer Ausstellung. TIPP: Jede Stimme zählt – wählen gehen! Vom 14. Januar bis zum 28. Januar 2019 haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit die Vertreterinnen und Vertreter für die Fachbereichsräte, den Senat und das Studierendenparlament zu wählen. [Hier geht's zur Online-Wahl]

Im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) gibt es eine Reihe von Referaten, Studierende befassen sich zum Beispiel mit den inhaltlichen Themen „Inklusion“, „Soziales“, „Familie“, „Politische Bildung“, „Umwelt und Nachhaltigkeit“, „Internationales und Antirassismus“ oder „Gender und Queer“. Die Mitglieder des AStA arbeiten ehrenamtlich und werden jährlich durch das Studierendenparlament (StuPa) gewählt.

Eine von ihnen ist Isabelle C. M. Lohrengel. Die Lehramtsstudentin studiert in Hildesheim Deutsch, Kunst und Soziologie und arbeitet als AStA-Referentin für Inklusion, zuvor war sie zwei Jahre Beauftragte für Barrierefreiheit.

Interview

Frau Lohrengel, Sie starten ein Ausstellungsprojekt über Vielfalt an der Hochschule. Warum?

Ich zeige ab Ende Januar 2019 im Stammelbachspeicher mein derzeitiges Fotografieprojekt, das ist Teil meines künstlerischen Projekts am Kunstinstitut bei Manfred Lauschke und Swantje Saß. Gemeinsam mit weiteren Kunststudierenden entsteht die Ausstellung „höher, schneller, weiter“. Ich möchte die Möglichkeit der öffentlichen Präsentation nutzen, um auf das Thema „Inklusion“ aufmerksam zu machen. Warum ich gerade jetzt das Projekt umsetze? In letzter Zeit habe ich vermehrt alarmierende Beratungsgesrpäche, in denen Studierende erzählen, wie sie vermehrt Diskriminierung erleben. Ich habe mindestens fünf Beratungen pro Woche, es ist sehr unterschiedlich, und viele sagen, sie wissen nicht, wie sie Hilfe bekommen können. Sie berichten neben strukturellen Barrieren zum Beispiel von Ereignissen, in denen sie von Kommiliton*innen aufgrund einer chronischen Krankheit oder Behinderung beispielsweise gefragt werden: „Ist das ansteckend?“, oder es werden schreckliche herabwürdigende Sticker, die ich hier nicht zitieren möchte, auf dem Campus gefunden.

Sie suchen Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche für Ihr Fotografieprojekt zum Thema Inklusion. Wer kann sich denn bei Ihnen melden? Was verstehen Sie unter Inklusion

Für mich bedeutet Inklusion, das jeder dieselbe Teilhabe erfährt und respektiert wird. Aber auch, dass jeder mit seinen individuellen Eigenschaften akzeptiert und wertgeschätzt wird. Es ist bereichernd, verschieden zu sein. In meinem Fotografieprojekt suche ich nun 100 Studierende, die ein Zeichen für mehr Toleranz setzen möchten. Ich erstelle ein schwarzweiß Portrait, außerdem beantwortet jeder zwei Fragen schriftlich, das ist anonym und wird später in den Computer übertragen – selbst ich kann die Bilder und Geschichten nicht einander zuordnen. Jede Geschichte ist gleichwertig bedeutsam, ich gruppiere und ordne nicht. Die erzählten Geschichten reichen von Rassismuserfahrungen über finanzielle Sorgen und dadurch Diskriminierung, weil man es sich nicht leisten kann, teilzuhaben. Auch die Geschichten von jenen, die sich vielleicht nicht diskriminiert fühlen, können und sollen erzählt werden. Inklusion geht uns alle etwas an! Ich möchte aber besonders die ermutigen, Teil des Projektes zu werden, die selbst Diskriminierung erleben. Ich suche 100, die sich trauen, mich inbegriffen. Mit dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ möchte ich auch einen inhaltlichen Beitrag dazu leisten, inklusive Strukturen an der Hochschule weiterzuentwickeln, und zeigen: Wir sind mehr!

Als AStA-Referentin bearbeiten Sie das Thema Inklusion und möchten für mehr Toleranz und Diversität an unserer Universität werben – was können Studierende im Alltag bewirken und tun?

Ich habe zwei Bitten an uns alle. Die erste Bitte betrifft jeden – gehe mit offenen Augen durch die Uni, reflektiere das eigene Verhalten sowie Machtstrukturen und mache dich stark für andere, wenn Diskriminierung sichtbar wird. Wenn du dich über Strukturen ärgerst, dann sag es auch, denn studentische Partizipation ist super wichtig. Deshalb sollte man auch an Gremienwahlen unbedingt teilnehmen. Die zweite Bitte richtet sich an Betroffene von Diskriminierung – du musst nicht schweigen, du bist nicht alleine und du musst Diskriminierung nicht alleine erleben. Es gibt Unterstützung, wie zum Beispiel meine Referentenstelle beim AStA. Als Studierendenvertreterin möchte ich mich gemeinsam mit dem gut vernetzten AStA- und StuPa-Team für andere stark machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“: Wie kann ich mitmachen?

Wer an dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ mitwirken möchte, kann ab sofort noch bis zum 23. Januar 2019 an folgenden Terminen teilnehmen: Dienstag, 15. Januar  (14 bis 18 Uhr), Mittwoch, 16. Januar (14 bis 18 Uhr), Dienstag, 22. Januar (10 bis 16 Uhr) und Mittwoch, 23. Januar (14 bis 18 Uhr). Die Studentin erstellt im AStA-Beratungsraum (I103) am Uni-Hauptcampus ein schwarzweißes Portrait, das teilnehmende Studierende als Datei geschickt bekommen können. Außerdem kann man folgende zwei Fragen schriftlich und anonym beantworten: „Was beeinträchtigt dich im Studium?“ und „Was ist dein Ziel?“. Bei Fragen kontaktieren Sie gerne die Studentin Isabelle C. M. Lohrengel, AStA-Referentin für Inklusion (E-Mail: inklusion@asta-hildesheim.de).

Die einzelnen Portraits werden zu einem Tableau zusammengefügt und die Antworten anonym in einem Begleitheft gedruckt. Das Ergebnis wird im Rahmen der kunstpädagogischen Austellung präsentiert.

Ausstellung „höher, schneller, weiter“

Lehramtsstudierende der Kunstpädagogik führen am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Universität Hildesheim wieder ein künstlerisches Projekt durch. Das Ausstellungsprojekt leiten Manfred Lauschke und Swantje Saß.

In der Ausstellung „höher, schneller, weiter“ zeigen 35 Studierende klassische Zeichnungen,  aufwändige Videoinstallationen und dreidimensionale Objekte oder eben Fotografien. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am Montag, 28. Januar 2019 um 18:00 Uhr im Stammelbachspeicher in der Wachsmuthstraße eröffnet. Mit einer Finissage endet die Ausstellung am Mittwoch, 6. Februar 2019 um 18:00 Uhr mit Worten von Professorin Bettina Uhlig.

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news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
  • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
  • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

„Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

  • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

„Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen vergeben.

Zu dem Team gehören:

  • Frau Monika Sardí (Sachgebietsleiterin)
  • Frau Anja Ehlers (Studienqualitätsmittel)
  • Herr Mirco Fink (Drittmittel)
  • Frau Marika Schaper (Sondermittel)
  • Herr Marvin Freund (Drittmittel)
  • Frau Vicky-Nicoletta Erber (Drittmittel)
  • Frau Miriam Rother (Sondermittel)
  • Frau Stefanie Hankel (Drittmittel)

„Das Team hat es in herausragender Weise geschafft, die gestiegene Zahl an Projekten vorbildlich abzuarbeiten – sozusagen die Pflicht – und parallel die Unterstützung sowie Beratung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Phasen der Projektbearbeitung im Sinne des Servicegedankens auszubauen. Und das ist die Kür – dort die Flexibilitätswünsche und hier die Richtlinien!  Nur wenn wir uns gemeinsam dem Ziel der Drittmitteleinwerbung verpflichtet fühlen, können wir auch weiterhin so erfolgreich sein, wie in den letzten Jahren“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

„Die Auszeichnung bedeutet für das Sachgebiet Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel eine hohe Wertschätzung. Wir bedanken und freuen uns darüber, dass unser Engagement wahrgenommen und belohnt wird. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft weiterhin so einzusetzen“, so die Sachgebietsleiterin Monika Sárdi.

Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Umweltstudentin Jenny Dreblow und an IMIT-Absolvent Sebastian Pape

Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Uni möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

Die Studentin Jenny Dreblow wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeit – ein interkultureller vergleich üver zugange und perspektiven belarussischer und deutscher Studierender“ im Studiengang „Umweltsicherung“ und Sebastian Pape für seine Masterarbeit „Soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen – Entwicklung eines Pattern-basierten Ansatzes“ im Studiengang „Informationsmangement und Informationstechnologie“ ausgezeichnet.

Jenny Dreblow leiste mit ihrer Abschlussarbeit einen Beitrag zu einer interkulturellen Verständigung über Nachhaltigkeit und gibt damit wertvolle Anregungen für eine deutsch-belarussische Zusammenarbeit im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, so die Begründung. „Die Auszeichnung bedeutet für mich Wertschätzung. Und Mut weiterzugehen – auch beruflich“, sagt die Preisträgerin Jenny Dreblow.

Sebastian Pape sei es mithilfe von Experteninterviews gelungen, einen Musterkatalog aus sozial nachhaltigen Geschäftsprozess-Patterns zu entwickeln, dessen Anwendung eine Integration von sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsprozesse von Unternehmen fördern kann, so die Jurybegründung.

„Dank der großzügigen Unterstützung der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine und ihres Fördervereins können wir in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten mit dem Nachhaltigkeitspreis dotiert mit jeweils 500 Euro auszeichnen“, sagt Karina Schell, Mitarbeiterin des Green Office.

„Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchten wir studentische Beiträge honorieren und herausragende Abschlussarbeiten universitätsweit bekannt machen. Die Auszeichnung soll Studierende motivieren, sich wissenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen“, sagt Karina Schell. Die Mitarbeiterin Julia Witter ergänzt: „Mit diesem Preis betont die Universität Hildesheim den besonderen Stellenwert des fachbereichsübergreifenden Themas „Nachhaltigkeit“ in der Ausbildung der Studierenden und den Anspruch, als Universität zur Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme beizutragen.“

Der Preis wird auch im nächsten Jahr wieder vergeben. Die Bewerbung auf den Nachhaltigkeitspreis ist bis zum 1. Dezember 2019 möglich, detaillierte Informationen finden Sie zeitnah auf der Homepage des Green Office.

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news-15455 Wed, 09 Jan 2019 12:00:00 +0100 Frauen lesen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/frauen-lesen/ Lesen und Geschlecht Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Katharina Herrmann (54books, München).

Im Gespräch mit Jenifer Becker

 

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news-15454 Wed, 19 Dec 2018 12:00:00 +0100 Lesen in der Zukunft? https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/lesen-in-der/ Bedingungen und Potenziale von Leseförderung im “digitalen Zeitalter” Ringvorlesung "Lesen im digitalen Zeitalter" Simone Ehmig (Stiftung Lesen, Mainz).

Im Gespräch mit Guido Graf

 

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news-15452 Wed, 05 Dec 2018 12:00:00 +0100 Gibt es schöne Ebooks? https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/gibt-es-schoe/ Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst, Frankfurt).

Im Gespräch mit Jenifer Becker

 

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news-15453 Wed, 05 Dec 2018 12:00:00 +0100 Leserin, Autorin, Verlegerin, Agentin, Userin https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/leserin-aut/ Elisabeth Ruge wirft viele Blicke auf Texte Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" ACHTUNG: abweichend findet diese Veranstaltung in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg statt! Elisabeth Ruge (Elisabeth Ruge Agentur, Berlin).

Im Gespräch mit Annette Pehnt

 

Aula, Hohes Haus, Domäne Marienburg

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news-14545 Wed, 28 Nov 2018 12:00:00 +0100 Lesen revisited https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/lesen-revisi/ Von den verschiedenen Dimensionen des Lesens Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Svenja Hagenhoff (Institut für Buchwissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen).

Im Gespräch mit Guido Graf

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news-15803 Mon, 26 Nov 2018 10:01:00 +0100 Universität Hildesheim gründet Zentrum für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/universitaet-22/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Die Universität Hildesheim hat am Donnerstag, 22. November 2018, das Zentrum für Digitalen Wandel gegründet. Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

Im Rahmen der Gründungsfeier sprachen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich über „Digitalisierung an der Universität Hildesheim“ und Staatssekretär Stefan Muhle aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über „Digitalisierung in Niedersachsen“.

„Der Digitale Wandel verändert unser Leben in einer Weise, wie es ähnlich die Erfindung des Buchdrucks und die Industrielle Revolution getan haben. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen“, sagt Universitätspräsident Friedrich. Das Zentrum ist das Ergebnis eines bottom-up-Prozesses von engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die seit Jahren den digitalen Wandel erforschen – von der Informatik über die Politikwissenschaft bis zur Computerlinguistik. Sie bringen diese Kompetenzen im Zentrum zusammen, sagte Friedrich.

„Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratuliere ich Ihnen zur Gründung des Zentrums für Digitalen Wandel. Mit viel Offenheit gehen Sie an das Thema heran. Die Universität Hildesheim hat zum Beispiel in der Informatikausbildung mit dem Master of Science 'Data Analytics' bereits heute einen Magneten. In der Politikwissenschaft beschäftigt sich das Team um Professorin Marianne Kneuer seit Jahren mit dem Thema 'Demokratie und Internet'. In der digitalen Demokratie könnten wir in Niedersachsen vorangehen und ja zum ersten Bundesland werden, in dem wir digital wählen. Frau Kneuer, darüber sollten wir sprechen. Von diesem Gründungstag des Zentrums für Digitalen Wandel geht ein mutiges Signal aus. Sie sagen nicht: Man müsste mal. Sondern: Sie machen! Ich will Sie nach Kräften unterstützen“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle.

Anschließend stellte der Gründungsvorstand – der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, der Computerlinguist Professor Ulrich Heid und die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer – das neue Zentrum vor. Als Zentrum wollen wir erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype unsere Debatten über den digitalen Wandel prägen, so Professorin Marianne Kneuer. 

Zahlreiche Forscher und Forscherinnen haben sich für Hildesheim als Arbeitsort entschieden und teilen hier ihr Wissen, damit sich die Gesellschaft in der digitalen Zukunft und Gegenwart zurechtfindet. Der Computerlinguist Professor Ulrich Heid etwa erhielt Rufe an mehrere Universitäten und hat sich für Hildesheim entschieden.

Die Schriftstellerin Kathrin Passig hielt den Festvortrag „Trial und sehr viel Error: Netzgemeinschaften als Politiklabor“. Über die Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung debattierten der Bibliothekar Ewald Brahms, der Literaturwissenschaftler Guido Graf, der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme, die Informationswissenschaftlerin Professorin Christa Womser-Hacker und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat. Steffen Gurr, Redaktionsleiter von NDR online, moderierte die Diskussion.

Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen – von Computerlinguistik, Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft über Unterrichtsforschung und Medienkulturwissenschaft bis Informatik, Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Die inhaltliche Debatte wurde während einer öffentlichen Fachtagung am Freitag, 23. November 2018,  fortgeführt. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen erhielten die Chance, sich über spannende aktuelle Fragestellungen zum Digitalen Wandel vor Ort zu informieren. Die Universität Hildesheim freut sich über den Austausch mit dem lokalen Umfeld aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft und möchte diesen fortführen.

Themen der Workshops sind unter anderem:

  • Zukunftsperspektiven für die Digitale Wirtschaft (Adaptive Systeme und Datenschutz, Smart Systems, Produkt-Innovation)

  • Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

  • Politikforschung mit digitalen Kommunikationsdaten

  • Digitalisierung an Schulen

  • Wieviel Digitalisierung braucht der Mensch?

  • Kulturrezensionen im Digitalen Wandel

  • Digitale Daten in Geographie und Umweltwissenschaften

  • Arbeiten und Lernen 4.0

  • Virtual Reality Games made in Hildesheim: Auf einer 3x3m-Spielfläche können Sie mit einer Virtual-Reality-Brille erfahren, wie man sich in der virtuellen Welt grenzenlos bewegen kann.

Programm der Gründungsfeier und Tagung

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Informatik Maschinelles Lernen Startseite Forschung Zentrum für Digitalen Wandel Präsident
news-14544 Wed, 21 Nov 2018 07:24:00 +0100 Gibt es die Literatur von morgen? https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/gibt-es-die/ (Und woran ist sie zu erkennen?) Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Jo Lendle (Hanser Verlag, München).

Im Gespräch mit Thomas Klupp

Audimax

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Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft BA KuÄP BA KS MA LIT Universitätsbibliothek Fachbereich 2 Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Ringvorlesungen
news-15428 Wed, 14 Nov 2018 13:43:00 +0100 Keiner liest allein https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/keiner-liest/ Lesegemeinschaften face-to-face & online Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Claudia Dürr (Institut für Germanistik, Universität Wien).

Im Gespräch mit Annette Pehnt

Audimax

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Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft BA KS BA KuÄP MA LIT Fachbereich 2 Ringvorlesungen Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Universitätsbibliothek
news-15748 Tue, 13 Nov 2018 12:07:00 +0100 „Wer gründet, braucht eine klare Idee und Entschlossenheit“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wer-gruendet-braucht-eine-klare-idee-und-entschlossenheit/ Schon einmal darüber nachgedacht, zu gründen? Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche können sich während einer Themenwoche über Gründungen informieren mit Gründerinnen und Gründer austauschen und Netzwerke ausbauen. „Eine klare Idee, Entschlossenheit und ein Netzwerk an Partnern ist wichtig für eine Gründung“, sagt der Hildesheimer Absolvent Patrick Gericke. Er arbeitet heute als freischaffender Regisseur und spricht im Interview über seine Gründungserfahrungen. Während einer Themenwoche an der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten und Lehrende über Gründungen informieren. In kostenlosen Workshops und Diskussionsrunden entwickeln sie vom 12. bis 17. November 2018 eigene Geschäftsideen, informieren sich über die Chancen und Möglichkeiten einer Unternehmensgründung und erweitern ihr Netzwerk. Studentinnen und Studenten können eigene Geschäfts- oder Projektideen mit Fachleuten der Gründungsszene diskutieren und weiterentwickeln. Gründer und Gründerinnen berichten in der Aktionswoche zudem aus ihrem Unternehmensalltag und diskutieren über die Bedeutung von Lehrerinnen und Lehrern, die bei Jugendlichen und Kindern das Interesse und den Gründergeist wecken können.

Die Universität Hildesheim unterstützt mit der Themenwoche die Gründerinnen und Gründer der Zukunft. Der Hildesheimer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis und die Wirtschaftspsychologin Dr. Astrid Lange gehören gemeinsam mit den Studenten Lukas Sontheimer und Robert Rathke zu dem Team, das die Aktionswoche in Hildesheim seit 2015 einmal im Jahr organisiert. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Interessierte aus der Stadt können kostenlos teilnehmen.

Die „Gründerwoche Deutschland“ ist bundesweit die größte Aktion, um Unternehmertum und Gründergeist zu stärken. Die Universität arbeitet dabei mit der HAWK, der IHK und HI-REG, der Gemeinschaftsinitiative „Mittelstand: Fit für die Zukunft!“ und weiteren Partnern zusammen.

Gründergeist wecken: Themenwoche an der Universität

„Wer gründet, braucht eine klare Idee, Entschlossenheit und ein Netzwerk an Partnern“

Interview mit dem Gründer Patrick Gericke

Patrick Gericke, 47, studierte „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ an der Universität Hildesheim. „Während des Studiums waren Professor Jan Berg und Professor Hanns-Josef Ortheil meine Leuchttürme“, sagt Gericke. Heute arbeitet er als freischaffender Regisseur, Autor und Producer für TV und Werbung. Im Kern arbeitet er die meiste Zeit alleine. In den diversen Projektphasen schließt man sich dann aber mit unterschiedlichen Spezialisten zusammen, etwa Designer, Cutter, Kameraleute, Sprecher und Redakteuren. Im Interview spricht er über Unternehmertum und Selbstständigkeit.

Kurz und kompakt: Was haben Sie wann gegründet? Was bewirken Sie mit Ihrer Gründung heute?

Nach dem Studium war ich sieben Jahre in einer Festanstellung in der Marketing-Agentur der Mediengruppe RTL als Producer. Nachdem ich das Gefühl hatte den Markt ein wenig zu kennen und mich sicher genug fühlte, habe ich 2007 gekündigt, um mich selbstständig zu machen. Persönlich fühle ich mich freier, habe mehr Zeit, mehr Spaß, mehr Abwechslung, mehr Verantwortung. Es fühlt sich nicht mehr wie ein Job an.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Gründer aus?

Ich arbeite jetzt seit elf Jahren auf eigene Rechnung. Fazit der letzten Jahre: es gibt keinen typischen Arbeitstag. Was auch der Hauptgrund ist, warum ich mich selbstständig gemacht habe. Einen typischen Arbeitsalltag hatte ich in der Festanstellung. Heute sitze ich den einen Tag am Rechner, arbeite an Konzepten und Treatments, einen anderen Tag laufe ich am Set herum, sitze im Schnitt, in Meetings, bei Sprachaufnahmen, im Studio mit Musikern, beim Casting, Präsentationen beim Kunden, am Telefon, bin auf der Suche nach Locations, sitze beim Motiondesigner im Keller.

Bitte erinnern Sie sich an die Anfänge: Wie entstand die Idee, zu gründen?

Ich hatte keine Lust mehr auf starre Strukturen, Absehbarkeit, auf Sicherheit bedachte Chefs und Zeiterfassung.

Und wie haben Sie den Übergang geschafft, von der Idee zur tatsächlichen Gründung? Welche Schritte gehörten dazu?

Eine klare Idee, Entschlossenheit, ein wenig finanzielle Rücklage nimmt den Druck aus der Sache und wichtig: ein großes Netzwerk an Partnern, sowie potentiellen Kunden.

Gab es Unterstützer, wer hat Ihnen mit Ratschlägen oder Erfahrungen geholfen?

Das Arbeitsamt hatte ein Angebot für Gründer. Man war aus dem Anspruch auf Arbeitslosenhilfe heraus, bekam dafür aber ein zweistündiges Seminar und ein paar Monate finanzielle Unterstützung. Ansonsten habe ich mit meinem Arbeitgeber offen gesprochen und dann im gegenseitigen Einvernehmen den Status gewechselt.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit in der Gesellschaft bewirken?

Welchen Nutzen hat Werbung? Welchen Auftrag hat Fernsehen in unserer Gesellschaft? Das sollen andere bewerten. Ich habe Spaß an meinem Job. Und wenn mir ein Film gelingt, hoffe ich, dass er auch andere Menschen unterhält.

Welche Chance ergeben sich aus der Gründung, wenn man etwas völlig neu aufbaut und entwickelt?

Man bleibt wach.

Und mit welchen Risiken leben Sie?

Meine Planung geht oft nur ein paar Tage, maximal ein paar Wochen in die Zukunft, die Projekte sind meist nur mündlich fixiert, in der TV-Branche ist es oft unverbindlich. Ich habe keine Rahmenverträge oder ähnliches. Es kann jederzeit vorbei sein. Die Maxime lautet: „Du bist immer nur so gut, wie dein letzter Film.“ Ist ein Projekt schlecht gelaufen, aus welchem Grund auch immer, ist der Kunde weg.

Wie sind Ihre Erinnerungen an den Studienort Hildesheim? Gab es Kommilitonen, die damals auch an eine Unternehmensgründung dachten?

In meinem kulturwissenschaftlichen Umfeld hatte ich nicht das Gefühl, das eine Festanstellung das oberste Ziel war. Im Prinzip waren wir alle mehr oder weniger „Künstler“ und „Freigeister“ und wollten es auch bleiben. Wie man das Leben nach dem Studium weiter führen könnte, darüber haben wir uns wenig konkrete Gedanken gemacht. Alle haben ja neben dem Studium bereits ihre eigenen Projekte realisiert, Förderungen beantragt, kleine Aufträge an Land gezogen, in Bands gespielt. Der Übergang in das Berufsleben war fließend. Meine erste (und einzige) Anstellung war Zufall. Ein Kommilitone, der bereits in Köln arbeitete, hat mich auf das Jobangebot aufmerksam gemacht. Mit meinem breiten Portfolio passte ich ganz gut in die TV-Landschaft, die ja aus zahlreichen Quereinsteigern besteht.

Letzte Frage – wie viel Zeit steckt in einer Gründung und im Unternehmensaufbau?

Die komplette Lebenszeit. Ich habe kein klassisches Unternehmen, ich habe keine Angestellten, keine Firmenstruktur im klassischen Sinne. Es gibt bei mir keine Trennung zwischen Beruf und Person, zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Ich mache Filme, weil ich Filme machen will. Somit arbeite ich täglich an meinem Unternehmensaufbau und an meinem Profil, meinem Image.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Aufruf: Jung gründen – erzähl deine Geschichte!

Was sie antreibt, welche Geschäftsideen sie haben und wie junge Leute im kulturellen und sozialen Bereich ein Unternehmen gründen: In einer Serie berichtet die Universität Hildesheim über junge Gründerinnen und Gründer.

Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, die bereits Gründungserfahrungen gesammelt haben, können sich in der Pressestelle melden (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de). In der Serie geht es nicht nur um klassische Unternehmen, sondern auch um kulturelles Unternehmertum.

Wer Fragen rund um das Thema Gründungen hat, kann sich auch an die Wirtschaftspsychologin Dr. Astrid Lange wenden (E-Mail astrid.lange@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-15765 Tue, 13 Nov 2018 11:52:00 +0100 Ästhetische Praxis: DFG bewilligt Hildesheimer Graduiertenkolleg https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/aesthetische-praxis-dfg-bewilligt-hildesheimer-graduiertenkolleg/ Was geschieht, wenn Menschen künstlerisch tätig sind? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert an der Universität Hildesheim das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ mit 3,4 Millionen Euro. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Philosophie und Soziologie sowie der Kunst-, Literatur-, Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft sind beteiligt. Mit der Untersuchung des Eigensinns ästhetischer Praxis wollen die Hildesheimer Doktorandinnen und Doktoranden ein neues Forschungsfeld auf internationaler Ebene etablieren. Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 9. November 2018 den Hildesheimer Antrag auf Einrichtung eines Graduiertenkollegs zum Thema „Ästhetische Praxis“ bewilligt.

Somit können zum nächsten Sommersemester neun Doktorandenstellen, eine Postdoc-Stelle und eine Koordinationsstelle am Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim eingerichtet und international renommierte Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler eingeladen werden. Das Gesamtvolumen der Förderung beträgt 3,4 Millionen Euro.

„Die Hildesheimer Kulturwissenschaften leisten einen wesentlichen Beitrag zum universitären Forschungsprofil und verbinden in besonderer Weise Theorie und Praxis“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Im Interview spricht der Sozialphilosoph Professor Andreas Hetzel über die Einrichtung des neuen Graduiertenkollegs, Forschungsfragen und Forschungsperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

„Innovative und exzellente kultur- und geisteswissenschaftliche Forschung“

Interview mit Prof. Dr. Andreas Hetzel, dem designierten Sprecher des Graduiertenkollegs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat gerade das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ bewilligt. Welche Bedeutung hat diese Entscheidung der DFG? Die Freude im kulturwissenschaftlichen Fachbereich ist vermutlich groß?

Ja, über die Bewilligung sind wir wirklich sehr froh! Die positive Entscheidung der DFG wird dazu beitragen, den Ruf der Universität Hildesheim als Standort einer ebenso innovativen wie exzellenten kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung zu festigen. Wir haben im Team mehr als zwei Jahre intensiv am Antrag gearbeitet, in dem eine lange und erfolgreiche Tradition der Zusammenführung von philosophisch-kulturwissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Praxis an unserem Fachbereich ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Schlussendlich konnten wir uns mit unserem Konzept nach einem langen und mehrstufigen Begutachtungsverfahren vor dem Hauptausschuss der DFG gegen andere Bewerber durchsetzen. Besonders freuen wir uns nun für die Nachwuchswissen-schaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, denen wir im Rahmen des Kollegs nachhaltige Arbeits- und Forschungsperspektiven geben können.

Was werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, was verbirgt sich hinter dem Begriff der „Ästhetischen Praxis“ zum Beispiel an konkreten Forschungsfragen?

Wir suchen Antworten auf die Frage, was geschieht, wenn Menschen künstlerisch tätig sind und sich selbst als künstlerisch tätig erfahren. Damit erweitern wir den Fokus der traditionellen europäischen Ästhetiken und Kunstwissenschaften, der seit der Etablierung der Ästhetik im 18. Jahrhundert auf ästhetischen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Urteilen lag, um eine praxistheoretische Komponente. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken ästhetische Formen des Machens und Vollziehens, die in die Produktion von Kunstwerken eingehen können, aber nicht müssen. Um ein Beispiel zu nennen: Statt, wie in der traditionellen Literaturwissenschaft, vor allem das fertige Drama zu analysieren, das eine Autorin geschrieben hat und das dann vielleicht auf einer Bühne aufgeführt wird, interessieren wir uns mehr für die Schreibprozesse, Probeprozesse, Prozesse des Übens und Improvisierens, die dem fertigen Stück und seiner Aufführung vorausgehen. Diese Prozesse müssen nicht darin aufgehen, ein Werk (etwa ein Drama) vorzubereiten. Sie haben darüber hinaus einen Eigensinn, der sich etwa darin zeigt, dass wir auch im Alltag, also jenseits der klassischen Kunstinstitutionen, schreiben, üben und improvisieren. Zwischen alltäglichen und genuin künstlerischen Praktiken findet ein vielfältiger Austausch statt, den wir untersuchen wollen.

Im Zentrum der Forschungsarbeit des Kollegs stehen insgesamt drei Bereiche: Erstens, die kulturwissenschaftliche Analyse so unterschiedlicher Künste wie Theater, Performance, Bildende Kunst, Literatur und Musik als Praktiken. Zweitens, die Untersuchung außereuropäischer, insbesondere ostasiatischer ästhetischer Praktiken wie dem japanischen Nō-Theater, der Schreibkunst oder des Teeweges, die eine interkulturelle und postkoloniale Perspektive eröffnen. Drittens, das Erarbeiten einer umfassenden Theorie der Praxis, die es erlaubt, das Verhältnis von künstlerischen zu außerkünstlerischen Praktiken angemessen zu beschreiben.

Wer ist an dem Graduiertenkolleg beteiligt?

Am Graduiertenkolleg sind insgesamt neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Philosophie und Soziologie sowie der Kunst-, Literatur-, Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft beteiligt.

Wann startet das Graduiertenkolleg?

Seine Arbeit aufnehmen wird das Graduiertenkolleg zum 1. April 2019. Bewilligt ist es zunächst für viereinhalb Jahre und könnte, nach einer positiven Zwischenbegutachtung, um weitere viereinhalb Jahre verlängert werden. Untergebracht werden wir im alten Hofmeisterhaus auf der Domäne Marienburg, das zuvor renoviert wird.

Was erhoffen Sie sich von der Arbeit der Doktorandinnen und Doktoranden in den kommenden Jahren?

Wir gehen davon aus, dass unsere Doktorandinnen und Doktoranden mit der Untersuchung einzelner ästhetischer Praktiken sowie des Eigensinns ästhetischer Praxis insgesamt ein neues Forschungsfeld auf internationaler Ebene etablieren werden. Der Innovationsgehalt der Dissertationsprojekte ergibt sich aus der Zusammenführung philosophisch-soziologischer Praxistheorien mit der empirisch-kulturwissenschaftlichen Erforschung verschiedener künstlerischer, europäischer wie außereuropäischer Praktiken im Kontext von Literatur, Theater, Performance, Musik, Bildender Kunst sowie der Populären Kultur.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Philosophie Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Medien, Theater und Populäre Kultur Musik und Musikwissenschaft Startseite Forschung
news-15746 Sat, 10 Nov 2018 19:33:00 +0100 Wettstreit der Wissenschaften: Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert gewinnt „Science Slam" https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wettstreit-der-wissenschaften-sportwissenschaftler-sebastian-gehlert-gewinnt-science-slam/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert, der Kulturjournalist Guido Graf, der Informationswissenschaftler Thomas Mandl und der Mathematiker Boris Girnat traten im „Science Slam“ gegeneinander an und überzeugten mit informativen und kreativen Vorträgen. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam“ gaben im November 2018 vier Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Sportwissenschaftl, Kulturjournalismus, Informationswissenschaft und Mathematik Einblicke in ihre Forschung. gelang es den Hildesheimer Forschern, ihre wissenschaftlichen Forschungsfragen, an denen sie arbeiten, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Sebastian Gehlert (Sportwissenschaft), Senior Researcher Dr. Guido Graf (Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus), Prof. Dr. Thomas Mandl (Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) sowie Prof. Dr. Boris Girnat (Mathematikdidaktik) sprachen im voll besetzten Audimax über ihre Wissenschaftsdisziplinen, dabei kamen neben Worten auch Requisiten und Experimente zum Einsatz. In jeweils 15 Minuten hatten die Kandidaten Zeit, ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte praxisnah und unterhaltsam zu vermitteln.

Warum er am Science Slam mitwirkt, begründet der Literaturwissenschaftler Guido Graf: „Weil Vermittlung wichtig ist.“ Er sprach über die Digitalisierung. „Wir müssen hinter die Eingabemasken (nicht nur) der digitalen Welt schauen, um zu verstehen, wie sie unsere alltägliche kulturelle Praxis bestimmen“, so Graf. Die Vermittlung von Fachwissen in Kürze sei eine Herausforderung und werde immer wichtiger, sagt Professor Thomas Mandl. „Und es macht Spass, die Botschaft auch mal zu verkürzen und zuzuspitzen.“ Die Kernbotschaft des Informationswissenschaftlers war an diesem Abend: „Information wird gebraucht, aber auch missbraucht, verfälscht, verknappt und manipuliert. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr muss diese dunkle Seite der Information und ihrer Nutzung in den Fokus rücken. Die Informationswissenschaft liefert dafür Theorien und Lösungsansätze.“

Das Publikum entschied am Ende des Abends durch die Lautstärke des Applauses über den Sieg und kürte den Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert. Er konnte mit seiner kurzen Geschichte über die Biowissenschaften des Sports überzeugen. Dabei beantwortete er die Frage, warum man nicht gleichzeitig ein sehr guter Ausdauer-, Kraft- und Schnellkraftsportler sein kann. Professor Gehlerts Forschungen zeigen, wie die zelluläre Kommunikation nach Kraft- und Ausdauertraining im Skelettmuskel sich gegenseitig behindern kann.

Der Sportwissenschaftler forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Gehlert untersucht zum Beispiel die muskuläre Anpassung im Kraft-und Ausdauertraining, die Regulation molekularer Signalwege im Skelettmuskel und befasst sich mit Training und Ernährung im Leistungssport sowie mit molekularen und zellulären Aspekten biologischer Trainingsanpassung.

Vizepräsident Professor Martin Schreiner dankte den Hildesheimer Forschern für ihre allgemeinverständlichen sowie unterhaltsamen Beiträge im „wissenschaftlichen Kurzvortragsturnier“. Der „Science Slam“ wurde von Dörthe Buchhester moderiert, musikalisch von  Lars Störmer begleitet und vom Team um Markus Langer und Jan Baumhöfener organisiert.

Der nächste „Science Slam“ findet im November 2019 statt. Wer Fragen zum Science Slam hat, erreicht Markus Langer unter langerma@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Fachbereich 1 Sportwissenschaft Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-15747 Fri, 09 Nov 2018 08:37:42 +0100 Erst Doktorandin in Hildesheim, heute Professorin in Köln https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/erst-doktorandin-in-hildesheim-heute-professorin-in-koeln/ Karolina Suchowolec hat ihre Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim mit summa cum laude abgeschlossen. Nur 15 Monate später wurde sie auf eine Professur berufen. „Eine sehr selbstständige und ungewöhnlich umfassende Forschungsarbeit“, sagt Suchowolec‘ Doktorvater Professor Klaus Schubert über die wissenschaftliche Leistung der jungen Forscherin. Während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim wurde in dieser Woche Karolina Suchowolec ihre Promotionsurkunde überreicht. Die Sprachwissenschaftlerin ist einer der 70 Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Promotion zwischen 2016 bis 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben.

Während der Promotionsfeier, die in diesem Jahr das Team um Dekan Professor Martin Sauerwein vom Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ausrichtete, wurden Dr. Josif Grabocka aus der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen von Professor Lars Schmidt-Thieme und Dr. Martin Kreh aus der Arbeitsgruppe „Algebra und Zahlentheorie“ von Professor Jürgen Sander für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geehrt.

Vor zwanzig Jahren lag die durchschnittliche Promotionsbilanz bei unter 10 im Jahr – heute bei rund 40. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich gratuliert allen Promovendinnen und Promovenden und dankt den Professorinnen und Professoren, die die wissenschaftlichen Arbeiten mit viel Mühe und Engagement begleitet haben. Dies sei Ausdruck für die „gewissenhafte Arbeit, die wir als Universität leisten“. „Pflegen und nutzen Sie die Kraft der Vielfalt und tragen Sie Ihren Doktortitel mit Bescheidenheit und Respekt“, so der Appell des Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Uwe Thomas.

Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden sind zum Beispiel:

  • „Moderne Kunst in Taiwan. Diskursanalysen zum taiwanesischen Selbstverständnis im Globalisierungsprozess der Kunstwelt seit 1950“, Dr. Lisa Bauer-Zhao, betreut von Prof. Dr. Rolf Elberfeld, Philosophie

  • „Untersuchung zur Vermeidung der Blaulichtanteile bei der Hintergrundbeleuchtung von Displays unter Einsatz von LED-Clustern mit steuerbarem Farbspektrum“, Dr. Nils Habich, betreut von Prof. Dr. Jürgen Böhmer, Technik

  • „Die Mengenlehre im Anfangsunterricht – historische Darstellung einer gescheiterten Unterrichtsreform in der Bundesrepublik Deutschland“, Dr. Tanja Hamann, betreut von Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

  • „Sozialer Einfluss und therapeutische Wirkmechanismen bei depressiven Störungen“, Dr. Christina Charlotte Hofheinz, betreut von Prof. Dr. Renate Soellner, Psychologie

  • „Analyse contrastive des verbes dans des corpus médicaux et création d’une ressource verbale de simplification de textes“, Dr. Ornella Wandji Tchami, betreut von Prof. Dr. Ulrich Heid, Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Karolina Suchowolec

Im Interview spricht Karolina Suchowolec über das wissenschaftliche Arbeiten in Hildesheim und die Entstehung einer Doktorarbeit.

Frau Professorin Suchowolec, was untersuchen Sie in Ihrer Forschung?

Sprachen sind nicht statisch, sondern dynamisch und verändern sich mit der Zeit. In meiner Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ in Hildesheim habe ich untersucht, wie man den Sprachgebrauch von Menschen gezielt und systematisch verändern kann. Zwei Beispiele sind etwa die Rechtschreibreformen einer Standardsprache (wie die neuste deutsche Rechtschreibreform) oder auch Wortschatzstandardisierung für Gebrauchstexte wie Bedienungsanleitungen, damit ein „Ding“ immer mit dem gleichen Wort benannt wird.

Warum erfolgen solche Veränderungen in der Kommunikation?

Solche Maßnahmen sind ganz praktisch begründet und hängen oft, wenn auch nicht ausschließlich, mit dem Wunsch zusammen, die Kommunikation effizienter zu gestalten und zu optimieren. Bei der Wortschatzstandardisierung für technische Texte möchte man unter anderem erreichen, dass die Texte für den Endbenutzer aber auch für den Übersetzer leichter verständlich sind und dabei auch der Schreibprozess für die Textautoren und Textübersetzer einfacher und kostengünstiger ist.

Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt Ihrer Doktorarbeit?

Speziell habe ich mich in der Doktorarbeit mit der Frage befasst, welche Empfehlungen es in der Forschung gibt, wie man die Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen kann. Diese Empfehlungen habe ich in mehreren Gebieten der Linguistik identifiziert, sie dann zusammengetragen, systematisiert und in einer leicht zugänglichen Form dargestellt. Eine allgemeine Empfehlung ist zum Beispiel, dass die späteren Benutzer von Anfang an eine aktive Rolle in der Entwicklung der Maßnahme spielen und nicht erst am Ende des Prozesses mit Resultaten konfrontiert werden sollten.

Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Hildesheimer Doktorarbeit kamen?

Auch wenn das Thema der Sprachlenkung in der Praxis ganz wichtig ist, so ist die Frage nach konkreten Praxisempfehlung in der Linguistik noch recht unsystematisch erforscht. Es gibt viele Teildisziplinen der Linguistik, die sich zwar punktuell mit einzelnen Problemen befassen, aber es gibt zwischen ihnen kaum Austausch. Es ist sinnvoll und möglich, die Empfehlungen aus allen diesen recht unterschiedlichen Teildisziplinen gemeinsam zu betrachten.
Das Hauptergebnis meiner Arbeit sind Ablaufdiagramme, die zeigen, welche Schritte bei der Umsetzung für möglich gehalten werden. Diese Diagramme sind sowohl für Projekte in der Praxis interessant, weil man daraus einfach ablesen kann, was man konkret tun kann und welche Möglichkeit man bis jetzt vielleicht nicht berücksichtig hat. Sie können also als eine Entscheidungshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten dienen. Aber auch für die Wissenschaft sind sie interessant, weil sie die Formulierung von Forschungshypothesen für empirische Untersuchungen unterstützen.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, im Bereich der Fachkommunikation zu forschen?

Das Hauptergebnis meiner Arbeit hat eine ganz praktische Anwendung. Aber auch in der angewandten Wissenschaft ist es wichtig, dass man sich einem praktischen Problem systematisch und mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Methoden nähert. Zudem ist der Austausch über die Forschungsergebnisse wichtig. Diesen Punkten habe ich mich in meiner Doktorarbeit explizit gewidmet.

Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Doktorarbeit investiert?

Ich habe an meinem Promotionsprojekt insgesamt sechseinhalb Jahre gearbeitet, davon habe ich die ersten drei Jahre bei einem Maschinenbauunternehmen in Würzburg verbracht, wo ich ganz praktisch einen standardisierten Wortschatz für die Technische Dokumentation von Druckmaschinen (Betriebsanleitungen) aufgebaut und eingeführt habe. In dieser Zeit habe ich zwar keine „Daten“ für  meine Doktorarbeit gesammelt, da es sich um keine empirische Arbeit im klassischen Sinne handelte, aber die Praxiserfahrungen und Beobachtungen haben mir insgesamt in meinem Promotionsprojekt geholfen. In dieser Zeit habe ich auch viel gelesen, zu linguistischen Themen aber auch darüber hinaus, was dann eine Grundlage für die Doktorarbeit legte. Nach diesen drei Jahren als externe Doktorandin wechselte ich nach Hildesheim und arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Dr. Klaus Schubert. Durch eine stärkere Anbindung an den universitären Betrieb konnte ich mich der Doktorarbeit fokussierter widmen. Ich habe in dieser Zeit mit dem Aufschreiben von Ideen begonnen, was in meinem Fall ein wichtiger Schritt war, weil die Arbeit eher theoretisch ist; durch das Aufschreiben entstanden neue Erkenntnisse und die Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus. Ich stellte kleine Ausschnitte oder Problemfälle aus meiner Arbeit immer wieder auf wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops vor, was auch wichtig für das Fortschreiten der Arbeit war. So konnte ich auch die Analysemethode konkretisieren und verfeinern.

Welche Verantwortung tragen Sie als Forscherin?

Vor allem bei qualitativen Arbeiten stellen Nachvollziehbarkeit und Transparenz eine Herausforderung, weil man die Erkenntnisse auf eine intersubjektive Grundlage stellen muss. Deswegen war mir der Einsatz einer klar definierten Analysemethode und eine kleinschnittige Dokumentation der Zwischenschritte und -ergebnisse besonders wichtig.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

Die Bibliothek in Hildesheim bietet eine sehr gute Arbeitsatmosphäre und dort arbeiten sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welcher Karriereschritt folgt nach der Doktorarbeit?

Natürlich lässt sich die wissenschaftliche Karriere nur bis zu einem gewissen Grad planen und die berufliche Unsicherheit ist in der Wissenschaft schon recht groß. Aber ich habe nach der Promotion eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim erhalten. Und 2018 folgte die Berufung auf die Professur für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation in Köln. Dort befasse ich mich mit mit dem Fachwortschatz, u.a. aus Standardisierungsperspektive, sowie mit Prozessen, die bei der Kommunikation über fachliche Inhalte stattfinden. Die Berufung auf eine Professur kurz nach der Promotion war dank meiner einschlägigen außeruniversitäten Berufserfahrung möglich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person: Prof. Dr. Karolina Suchowolec

Karolina Suchowolec, geboren in Bialystok in Polen, forscht und lehrt seit 2018 an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der TH Köln. Die 33-Jährige ist Expertin für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation.

Die Sprachwissenschaftlerin hat zum Thema „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ bei Prof. Dr. Klaus Schubert am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim promoviert. Direkt nach ihrer Promotion 2016 ging die Wissenschaftlerin nach Mannheim an das renommierte Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und wurde 2018 auf die Professur in Köln berufen. „Karolina Suchowolec bringt eine für die Berufschancen sehr günstige Kombination aus industrieller Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Forscherdrang mit“, sagt ihr Doktorvater Professor Klaus Schubert.

Suchowolec studierte zuvor Angewandte Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der TU Dresden und an der Ohio State University in den USA sowie Mathematik und Informatik an der Fernuniversität Hagen.

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news-14743 Fri, 02 Nov 2018 18:32:00 +0100 Bundesverdienstkreuz: Kulturpolitikforscher Wolfgang Schneider https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/bundesverdienstkreuz-kulturpolitikforscher-wolfgang-schneider/ Für seine besonderen Verdienste wird der Kulturwissenschaftler Professor Wolfgang Schneider mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Mit seiner Arbeit leistet der Wissenschaftler einen Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt, für kulturelle Bildung sowie für die Wertschätzung der Künstlerinnen und Künstler. Schneider forscht und lehrt seit 20 Jahren am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Professor Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, wird mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Mit der Ehrung werden die besonderen Verdienste des Hildesheimer Kulturpolitikforschers für die Gesellschaft gewürdigt. Wolfgang Schneider wird für seinen herausragenden Einsatz für kulturelle Bildung und kulturelle Vielfalt, für das Kinderrecht auf Teilhabe an Kunst und Kultur, für die Wertschätzung und Förderung der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland und für den internationalen Austausch geehrt, heißt es in der Begründung des Bundespräsidialamtes.

Seit über 20 Jahren forscht und lehrt Wolfgang Schneider als Universitätsprofessor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim unter anderem in den Bereichen Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturelle Bildung, Kommunale Kulturpolitik, Auswärtige Kulturpolitik sowie Kulturpolitik für Kinder und Theaterpolitik. Dabei sieht Wolfgang Schneider eine besondere Verantwortung als Wissenschaftler in der Mitgestaltung der Gesellschaft.

Nach dem Studium und der Promotion am Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt gründete Schneider 1989 das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, entwickelte den Deutschen Kindertheaterpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. 1997 gründete er das Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. In Hildesheim setzte sich Schneider für die Schaffung der deutschlandweit einzigen Professur für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters (seit 2011) ein. Seit 21 Jahren ist Wolfgang Schneider Vorsitzender des Netzwerks der Kinder- und Jugendtheater. Von 2003 bis 2007 wirkte er in der Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ mit.

Das Bundesverdienstkreuz erhielt Schneider aus den Händen von Staatssekretärin Juliane Seifert aus dem Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in dieser Woche im Frankfurter Römer. Die Ehrung erfolgte im Rahmen der Verleihung des Deutschen Jugendtheaterpreises und des Deutschen Kindertheaterpreises vor rund 250 Gästen, die Schneiders Lebenswerk mit Standing Ovations würdigten.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-15390 Wed, 24 Oct 2018 12:00:00 +0200 Die Zukunft des Lesens https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/die-zukunft/ Digitales und analoges Lesen. Zur Einführung Ringvorlesung "Lesen im digitalen Wandel" Guido Graf (Senior Lecturer, Literaturinstitut Hildesheim)

 

Audimax

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Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft BA KS BA KuÄP MA LIT Universitätsbibliothek Fachbereich 2 Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Ringvorlesungen
news-15624 Mon, 15 Oct 2018 07:41:00 +0200 Reinhart Koselleck-Projekt für Professor Rolf Elberfeld von der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/reinhart-koselleck-projekt-fuer-professor-rolf-elberfeld-von-der-universitaet-hildesheim/ Professor Rolf Elberfeld baut seit zehn Jahren einen Forschungsschwerpunkt zur interkulturellen Philosophie an der Universität Hildesheim auf. Die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft hat den Antrag des Philosophieprofessors auf ein Reinhart Koselleck-Projekt mit dem Thema „Geschichte der Philosophie in globaler Perspektive“ bewilligt. Für das Projekt stehen insgesamt 1,25 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Aussagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) stehen „Reinhart Koselleck“-Projekte für besonders innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Forschung. Die Projekte werden an durch besondere wissenschaftliche Leistung ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vergeben, um die Möglichkeit zu eröffnen, größere Forschungsbereiche im Rahmen internationaler Kooperationen in Angriff zu nehmen.

Anfang Oktober wurde der Antrag auf ein Reinhart Koselleck-Projekt mit dem Thema „Geschichte der Philosophie in globaler Perspektive“ von Prof. Dr. Rolf Elberfeld vom Institut für Philosophie der Universität Hildesheim durch den Hauptausschuss der DFG bewilligt. Für das Projekt stehen für den Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 1,25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Projektarbeit soll 2019 beginnen. Nach Aussagen der DFG ist dies das erste Reinhart Koselleck-Projekt, das im Fach Philosophie bewilligt worden ist.

Professor Rolf Elberfeld baut seit zehn Jahren einen Forschungsschwerpunkt zur interkulturellen Philosophie an der Universität Hildesheim auf. Mit dem bewilligten Projekt kann er seine Forschungen thematisch ausweiten und international in hohem Umfang vernetzen. Mit den Geldern werden Stellen eingerichtet, durch die die thematisch weit aufgefächerten Forschungen kooperativ durchgeführt werden sollen.

Inhaltlich wird das Projekt folgende Fragen erforschen:

  1. Durch welche Ausschlussmechanismen wurde die Geschichte der Philosophie in Europa seit Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr zu einem rein europäischen Projekt stilisiert?

  2. Welche Entwürfe zur Geschichte der Philosophie lassen sich in verschiedenen Philologien finden, die seit dem 19. Jahrhundert in Europa beispielsweise in der Indologie, Sinologie, Japanologie, Arabistik und Judaistik entstanden sind?
  3.  

    Welche Veränderungen ergeben sich für die Geschichte der Philosophie, wenn in großem Umfang verflechtungsgeschichtliche Perspektiven einbezogen werden, so dass Übersetzungs- und Rezeptionsprozesse nicht nur zwischen Asien und Europa eine größere Aufmerksamkeit erfahren?

  4. Wie sind die Geschichten der Philosophie konzipiert, die seit dem 20. Jahrhundert beispielsweise in japanischer und chinesischer Sprache entstanden sind?

  5. Welche Folgen hatte bzw. hat die globale Institutionalisierung und die „Nationalisierung“ von Philosophie seit dem 20. Jahrhundert?
  6. Wie sind die bisherigen Entwürfe zu einer globalen Philosophiegeschichtsschreibung einzuschätzen und welche Hinweise geben diese für die Suche nach einem neuen Bild von der Geschichte der Philosophie in globaler Perspektive?

  7. Welche Veränderungen ergeben sich für den Begriff der Philosophie angesichts der globalen Entwicklungen der Philosophie?

Ziel des Projektes ist, den Kanon und die Reichweite von Philosophie in globaler Perspektive neu zu befragen und zukunftsorientiert zu konzipieren. Ein Ergebnis soll sein, eine „Geschichte der Philosophie in globaler Perspektive“ zu schreiben, die auch im Einführungsbereich zum Einsatz kommen kann. Insgesamt soll durch das Projekt der Dialog der Kulturen gestärkt und rassistischen Tendenzen der Gegenwart entgegengewirkt werden.

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news-15656 Fri, 12 Oct 2018 21:16:00 +0200 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 25. Oktober 2018 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden 126 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

„Warum ich an der Mitarbeiterbegrüßung teilnehme? Als jemand, der neu in der Stadt Hildesheim ist, erhalte ich Einblicke in Strukturen der Universität“

Moritz Steinhauer ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Warum er an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet der Kulturwissenschaftler so:

„Die Auftaktveranstaltung hat es mir ermöglicht, als jemand, der neu in der Stadt und der Universität Hildesheim angekommen ist, erste Einblicke in die Strukturen der Universität zu erlangen und die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, welche man sonst nur auf Webseiten und Infomaterialien ließt. So habe ich mich bei der Auftaktveranstaltung direkt über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert, Kontakte zum International Office und der Pressestelle geknüpft und mir vom Baudezernenten die Lage auf der – damals gerade erst wieder hochwasserfreien – Domäne Marienburg schildern lassen. Auch bot die Veranstaltung die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen der Universität kennenzulernen und sich auszutauschen, sodass meinen Start in die Arbeit an der Universität bereichert wurde.“

„Dank der Mitarbeiterbegrüßung kann ich mit den zahlreichen Namen an der Universität nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen“

Professor Jörg Bölling ist seit Anfang des Jahres Professor für Kirchengeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Hier begründet der Theologe und Historiker, warum er neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Die Begrüßungsveranstaltung war für mich gleich in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn: Zunächst habe ich einen guten Überblick über zentrale Einrichtungen erhalten und dabei mit zahlreichen bekannten Namen nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen können. Dann folgten in lockerer, und doch anregender Atmosphäre einzelne Gespräche, bei denen ich auch konkrete Fragen stellen und Kontakte knüpfen konnte, etwa zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek oder des Gleichstellungsbüros (zu Fragen der Kinderbetreuung). Schließlich gibt es auch nicht planbare, immer wieder neue Langzeitwirkungen: rein zufällige Begegnungen auf dem Campus, in der Mensa und im Café – Situationen, in denen man ohne Einführungsveranstaltung wohl achtlos aneinander vorbeigelaufen wäre.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-15610 Thu, 11 Oct 2018 17:36:49 +0200 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-kulturwissenschaftlerin-aleida-assmann/ Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält Aleida Assmann. Die Kulturwissenschaftlerin bearbeitet in ihren Studien Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur. Assmann war Mitglied des Stiftungsrates der Universität Hildesheim. Zudem wurde in den Hildesheimer Universitätsreden ein Beitrag von ihr veröffentlicht, den Sie hier online nachlesen können. Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Die Universität Hildesheim gratuliert der Preisträgerin ganz herzlich.

Aleida Assmann war von 2002 bis 2006 Mitglied des Stiftungsrates der Universität Hildesheim; zudem wurde in den Hildesheimer Universitätsreden ein Beitrag von ihr veröffentlicht:

„Die Unverzichtbarkeit der Kulturwissenschaften mit einem nachfolgenden Briefwechsel“
Aleida Assmann, Universitätsverlag, Hildesheim 2004
Rede vom 24. November 2003 aus Anlass des Festaktes „25 Jahre Universität Hildesheim“

Hildesheimer Rede von Aleida Assmann [online lesen]

Wenn wir uns über die Zukunft der Kulturwissenschaften verständigen wollen, müssen wir ihre Vergangenheit kennen, so Aleida Assmann während ihrer Hildesheimer Rede. Assmann forderte eine klarere Darstellung des gesellschaftlichen Auftrags der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die zukunftsträchtige Bedeutung der Kulturwissenschaften fasst die Wissenschaftlerin in ihrer Hildesheimer Rede in vier Punkten zusammen: „Verantwortung für ästhetische Erfahrung, für einen sprachlichen Weltzugang, für historisches Gedächtnis, für kulturelle Besonderheit.“

Die Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann greift mit ihren wissenschaftlich fundierten Studien engagiert die immer wieder neu virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf, so die Jury des Friedenspreises. Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation. Ihr Werk weist darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander ist, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Seit 1950 verleiht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse statt.

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news-15603 Thu, 11 Oct 2018 12:52:21 +0200 Schwellenwerte: Leibhaftiges Sprechen in der Akademie https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/schwellenwer/ Öffentlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Annette Pehnt Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

Mittwoch, 24. Oktober 2018

18.00 Uhr

Kulturcampus Domäne Marienburg, Aula 

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news-15645 Tue, 09 Oct 2018 08:00:00 +0200 Ästhetische Praxis und kulturwissenschaftliche Forschung https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/aesthetische-praxis-und-kulturwissenschaftliche-forschung/ Etwa 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie aus Frankreich, Belgien und Tunesien tagen in dieser Woche auf dem Kulturcampus in Hildesheim. Professor Stefan Krankenhagen spricht im Interview über die ästhetische Praxis. „An der ästhetischen Praxis können wir beobachten und erkunden, wie nicht-notwendiges Handeln – etwa auf den Bühnen des Theaters, der Kunst oder der Populären Kultur – zu einem notwendigen Teil der Gesellschaft wird“, sagt der Hildesheimer Kulturwissenschaftler. Am Donnerstag, 11. Oktober 2018, wird am Kulturcampus Domäne Marienburg die 4. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft eröffnet. Von 21 bis 24 Uhr können sich Besucherinnen und Besucher jeweils zur vollen Stunde von einer zwanzigminütigen Lichtinstallation des Künstlers Kurt Laurenz Theinert in den Bann ziehen lassen. Alle interessierten Hildesheimerinnen und Hildesheimer sind herzlich eingeladen.

Die Hauptvorträge halten die Kunsthistorikerin Beatrice von Bismarck aus Leipzig (am Donnerstag, 11. Oktober 2018) zum Thema „Das Kuratorische: Konstellation, Forschung und ästhetische Praxis“ und Dieter Mersch aus Zürich (am Freitag, 12. Oktober 2018). Der Professor für Ästhetik und Theorie spricht über die Erkenntnispraxis des Ästhetischen. Während eines Praxisrundgangs am Freitag, 12. Oktober, zeigen Studentinnen und Studenten eine Auswahl der Hildesheimer ästhetischen Praxis. Während einer öffentlichen Paneldiskussion am Samstag, 13. Oktober 2018, im Theater für Niedersachsen diskutieren die Fachleute über die Re-Politisierung der Kunst.

Über ästhetische Praxis und kulturwissenschaftliche Forschung spricht Professor Stefan Krankenhagen vom Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur im Interview.

Programm der Konferenz

Interview mit dem Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Krankenhagen

Herr Professor Krankenhagen, Sie organisieren die Jahrestagung der kulturwissenschaftlichen Gesellschaft. Die Konferenz findet vom 11. bis 13. Oktober auf dem Kulturcampus in Hildesheim statt. Warum in Hildesheim?

Weil Kollegen aus Hildesheim zu den Gründungsmitgliedern der 2013 ins Leben gerufenen Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft gehören und weil unsere kulturwissenschaftliche Studiengänge sowie unsere hiesigen Forschungsleistungen relevante Positionen im deutschsprachigen Raum vertreten. Die prosaische Antwort lautet allerdings: einer muss es ja machen.

Das Thema der Konferenz lautet „Ästhetische Praxis und kulturwissenschaftliche Forschung“. Mit der Wendung „ästhetische Praxis“ rücken Sie das Handeln in den Vordergrund. Warum ist die Beschäftigung mit diesem Thema notwendig?

Wir rücken ja eine spezifische Form des Handelns in den Mittelpunkt unserer Beschäftigung, nämlich die ästhetische Praxis. An einer solchen Praxis kann, zum Beispiel, beobachtet und erkundet werden, wie nicht-notwendiges Handeln (auf den Bühnen des Theaters, der Kunst oder der Populären Kultur) zu einem notwendigen Teil der Gesellschaft wird.

Und welche Kriterien machen eine „ästhetische Praxis“ zu einer solchen? Können Sie da einmal ein Beispiel erläutern?

Unsere Annahme ist, dass sich ästhetische Praxis immer nur im Moment der Praxis als solche beschreiben lässt. Es gibt also keine eindeutigen Kriterienkatalog, gerade weil jener Begriff als ein Motor der Entgrenzung auftritt. Alltagshandlungen – ein Videospiel spielen – können also zu Momenten ästhetischer Praxis werden. Nicht nur dann, wenn das Videospielen immer häufiger auf Theaterbühnen stattfinden, sondern auch dann, wenn das eigene Spielen ästhetisch in eine Form gebracht wird. Etwa, indem es aufgenommen, auf soziale Plattformen hochgeladen und damit der öffentlichen Bewertung und Kommentierung ausgesetzt wird. Gleichzeitig kann das Videospielen immer eine Alltagshandlung bleiben.

„Die Kunst ist eine Form der Wissenserzeugung“

Ein Merkmal der Hildesheimer kulturwissenschaftlichen Studiengänge ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Was bedeutet das für die Forschung? Wie verändert sich der Forschungsprozess und die Wissensproduktion unter Einbeziehung der Produktion von Kunst?

Die Kunst ist vielleicht einfach eine andere Form der Wissenserzeugung; sollte also nicht als Ersatz einer traditionellen epistemischen Praxis missverstanden werden. Wir brauchen weiterhin eine auf Begriffen, auf Quellen und auf öffentlicher Transparenz fundierende Wissenschaftspraxis. Die ästhetische Praxis, die eben nicht das selbe ist wie das institutionalisierte Feld der Kunst, stellt andere Fragen oder führt die Handelnden zu diesen anders gelagerten Fragen.

Welche Chancen und Probleme entstehen in der Wissensproduktion, wenn ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin zugleich als Künstler oder Künstlerin zum Beispiel im Theater tätig ist?

Das eher implizit erworbene Wissen einer Künstlerin und eines Künstlers braucht erstens Zeit, und muss zweitens adäquat kommuniziert werden. Deshalb sind die Herausforderungen für den Universitätsbetrieb auch so groß: wir brauchen Zeit für Erfahrungen und Zeit für ein gemeinsames Vokabular.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Öffentliche Podiumsdiskussion

Das Programm am Samstag, 13. Oktober 2018, schließt mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Die Ästhetisierung des politischen Widerstands“ an der Rachida Triki, Professorin für Ästhetik an der Universität in Tunis, Christian Demand, Herausgeber des Merkur aus Berlin, Yasser Almaamoun vom Zentrum für Politische Schönheit und Markus Schäfer vom Theaterkollektiv Markus&Markus teilnehmen. Die Podiumsdiskussion ist öffentlich und findet von 12.30 bis 14 Uhr im Foyer 1 des Theaters für Niedersachsen statt. Interessierte sind auch hierzu herzlich eingeladen.

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news-15479 Mon, 01 Oct 2018 17:51:00 +0200 Wissenschaftsminister: Hildesheimer Lehrerausbildung ist bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wissenschaftsminister-hildesheimer-lehrerausbildung-ist-bedeutsam-fuer-schulentwicklung-in-niedersac/ Minister Björn Thümler sprach mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden über die Entwicklung der Stiftungsuniversität und das Studium im Lehramt sowie im Bereich „Data Analytics“. Zudem besuchte er das Center for World Music. Der Niedersächsische Wissenschaftsminister unterstrich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim die Bedeutung der Hildesheimer Lehrerausbildung für Niedersachsen. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler informierte sich während seines Antrittsbesuchs in dieser Woche (20. September 2018) an der Universität Hildesheim über die Entwicklung der Hochschule.

Der Minister sprach mit Präsidiumsmitgliedern, mit  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, auch aus dem akademischen Mittelbau, mit studentischen Vertreterinnen und Vertretern des AStA und des Studierendenparlaments und mit Studierenden über die Entwicklung der Universität Hildesheim, das Studium und die Mitwirkung in hochschulinternen Gremien.

„Minister Thümler erkannte die Notwendigkeit einer Erhöhung unserer Grundfinanzierung an, um unsere Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Herausforderungen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung

Als Mitglieder des Senats für die Gruppe der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim berichteten Dr. Torsten Richter und Jonas Ringler dem Minister von den anspruchsvollen Aufgaben ihrer Kolleginnen und Kollegen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung.

Eine besondere Herausforderung sei es, den eigenen hohen Ansprüchen an eine qualitative Lehre gerecht zu werden und gleichzeitig exzellente Forschung zu betreiben. Auch die zunehmende Heterogenität der Studierenden unter anderem hinsichtlich ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Vorerfahrungen und ihrer familiären Situation gehe mit zusätzlichen Anforderungen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität einher. Die Mittelbauvertreter stellen zum Beispiel einen zunehmenden Beratungsbedarf der Studierenden fest.

Gleichzeitig arbeite die Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit der Hochschulleitung und den zuständigen Stellen in der Hochschulverwaltung daran, diese Herausforderungen zu meistern. Beispielhaft verwiesen die Mittelbauvertreter auf gemeinsam mit der Hochschulleitung initiierte und wiederholt durchgeführte Erhebungen zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus. Senat, Präsidium und Stiftungsrat haben zudem die Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen – Gute und faire Beschäftigungsbedingungen für den akademischen Mittelbau“ beschlossen.

Vom Minister danach gefragt zeigten die Vertreter auf, auf welche Weise die Politik die Arbeit von Lehrenden und Forschenden unterstützen könne: Durch eine dauerhafte Erhöhung der Grundfinanzierung könnte das Lehrdeputat vieler wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von in der Regel zehn Semesterwochenstunden gesenkt werden. Dies trage dazu bei, die wissenschaftliche Forschung zu intensivieren – bei gleichbleibender Qualität der Lehre sowie von Beratung und Service.

Die vom akademischen Mittelbau angesprochenen Herausforderungen decken sich auch mit den Schilderungen der Studierenden. Der Präsident wird das Gespräch mit den Studierenden fortsetzen und dabei die von den Studierenden eingebrachten Themen im Studienalltag besonders in den Blick nehmen. Das Präsidium hat die beim Antrittsbesuch des Ministers anwesenden Studierenden zu einem Gespräch eingeladen.

Hildesheimer Lehrerausbildung bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen

Der Minister informierte sich über die Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim. „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulen im Land ausreichend mit hervorragend qualifizierten Lehrkräften zu versorgen und möglichst viele junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu begeistern“, betonte Thümler. „Die Universität Hildesheim hat zum Wintersemester 2014/15 als eine von insgesamt sieben niedersächsischen Hochschulen das innovative Konzept zur Lehrerausbildung an Grundschulen sowie an Haupt- und Realschulen (GHR 300) eingeführt. Mit dem neuen Konzept können die Studierenden erheblich besser auf die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes und des Berufslebens vorbereitet werden. Umso mehr freue ich mich, dass wir die bisherigen Programmittel für GHR 300 ab diesem Jahr verstetigen konnten und die Universitäten die Studiegänge dauerhaft qualitätsgesichert anbieten können.“

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Etwa 2500 Studierende sind derzeit im Lehramt eingeschrieben. Die frühe Unterrichtspraxis ist ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

Zentrum für Digitalen Wandel entsteht in Hildesheim

Der Minister informierte sich über die Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leitthemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zu den ersten Maßnahmen zählt die Gründung des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“. Der Gründungsvorstand besteht aus dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, dem Computerlinguisten Professor Ulrich Heid und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit der Grundstruktur, der Komplexität sowie den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Politikwissenschaft und Unterrichtsforschung bis Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Studium im Bereich „Data Analytics“: 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt

Gemeinsam mit den Studierenden Eya Boumaiza (Tunesien), Mofassir Ul Islam Arif (Pakistan) und Torben Windler (Deutschland) stellte Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme das englischsprachige Masterprogramm „Data Analytics“ vor. Die Universität Hildesheim verzeichnet eine überwältigende Nachfrage mit etwa 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt für dieses Programm. In dem Masterprogramm sind etwa 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern eingeschrieben: Die erste Generation der Studentinnen und Studenten kommt unter anderem aus Afghanistan, Ägypten, Brasilien, China, Deutschland, Indien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Simbabwe und den USA.

„Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet, die Nachfrage ist gigantisch, sowohl seitens der Unternehmen als auch der internationalen Studierenden“, so Professor Schmidt-Thieme. Die ersten Absolventinnen und Absolventen beenden im Herbst erfolgreich ihr Studium und arbeiten mit regionalen Unternehmen zusammen.

Professor Lars Schmidt-Thieme und die Studierenden zeigten eindrucksvoll die Leistungen im Bereich Data Analytics in Forschung und Lehre. Dennoch wird „Data Analytics“ im Wissenschaftsministerium formal als eine Studienvariante des Masterstudiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ geführt und nicht als eigenständiger Masterstudiengang. Ein Umstand, der sich gerade mit Blick auf die hohe internationale Reputation der Hildesheimer Data Science schnellstmöglich ändern sollte, so Schmidt-Thieme.

Denn das Interesse der internationalen wissenschaftlichen Community sowie der Wirtschaft an der Hildesheimer Data Science ist hoch und wächst beständig an: Professor Schmidt-Thieme und die Studierenden berichteten von zahlreichen Kooperationen und Projekten mit Hochschulen und Unternehmen, regional sowie weltweit. Entsprechend soll der Bereich „Data Science“ in Hildesheim weiter ausgebaut werden. Professor Schmidt-Thieme zeigte dem Wissenschaftsminister auf, wie mit einer weiteren Professur in diesem Bereich auch ein englischsprachiges Bachelorprogramm angeboten werden könnte.

„Die Digitalisierung ist das Thema unserer Zeit – hierfür relevante Studienangebote sind vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Mit ihrem englischsprachigen Angebot leistet die Universität Hildesheim zudem einen wichtigen Beitrag zur Interntionalisierung“, sagt Minister Thümler über die Arbeit der Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Erhalt von Kulturerbe: „Musiktraditionen bewahren und zugänglich machen"

Der Wissenschaftsminister informierte sich in Hildesheim über die Arbeit des Center for World Music. „Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung. Gleichzeitig fördert es die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Durch die Sammlung einzigartiger Tondokumente, Musikinstrumente und Schriften werden Musiktraditionen bewahrt und zugänglich gemacht. Mit diesem Aufgabenspektrum verfügt das Center über ein einzigartiges Profil in Europa", sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Das Hildesheimer Forschungsinstitut bewahrt bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens, setzt sich in der Forschung für den Erhalt der Vielfalt musikalischer Äußerungen ein und macht seine Sammlungen zugänglich.

„Die Sammlungen gehören der Allgemeinheit. Es ist nicht richtig, wenn Universitätssammlungen im Keller liegen. Wir begreifen den Transfer in die Gesellschaft als Kernaufgabe des Center for World Music. Wir wollen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft hineinwirken und Begegnungen, Respekt und Anerkennung durch Musik fördern“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Sammlung mit über 6.000 Musikinstrumenten und etwa 50.000 Tonträgern gehört zu einer der größten Sammlungen dieser Art in Europa. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music und das Roemer- und Pelizaeus-Museum derzeit ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände zusammen. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Wissensspeicher Musik“ leistet einen Beitrag zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Das Center for World Music sichert und digitalisiert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, etwa in Iran, Ägypten und Nigeria – auch diese Tonaufnahmen machen die Wissenschaftler zugänglich.

Seit 2011 bildet die Universität Hildesheim in einem Masterstudiengang Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen und mit den Sammlungen arbeiten. Sijia Li, eine der Masterstudentinnen, holte eines der Instrumente aus den Vitrinen und spielte auf der Guzheng. Sie ist auch als Dozentin tätig und unterrichtet Studierende im Spiel auf dem traditionellen chinesischen Instrument.

Professor Raimund Vogels und Dr. Michael Fuhr erläuterten dem Minister die internationale Bedeutung des Center for World Music. Sie stellten zum Beispiel die Arbeit der Graduiertenschule vor, die bis 2020 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. 18 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana befassen sich seit einem Jahr mit der Frage, welche Rolle Musik, Theater oder Literatur beim Wiederaufbau von Gemeinschaften nach Konflikten spielen.

Sabour Moradi überreichte dem Minister abschließend das Saiteninstrument Setar, das der 51-jährige Instrumentenbauer in der Werkstatt im Forschungsinstitut der Universität Hildesheim gebaut hat. Moradi wird im Sonderprogramm „Artist in Residence“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, er arbeitet mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum und dem Center for World Music zusammen.

Bauprojekte: Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Der Minister informierte sich außerdem über die Bauprojekte der Universität Hildesheim. Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität.

Seit Mai 2018 laufen die Tiefbauarbeiten. Dann kommt der Rohbau, der Baubeginn ist für Oktober 2018 geplant. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

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news-15338 Mon, 01 Oct 2018 10:01:00 +0200 Thomas Klupp spricht über Romanfiguren, die sich täuschend durch das Leben bewegen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/thomas-klupp-spricht-ueber-romanfiguren-die-sich-taeuschend-durch-das-leben-bewegen/ Der Autor und Literaturdozent Thomas Klupp entwickelt in Zeiten, in denen über „alternative Fakten“ und die Verbreitung von „Fake News“ diskutiert wird, einen Roman über die Lüge. Nun erscheint sein neues Buch. Thomas Klupp forscht und lehrt als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim.

2006 schloss er den Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ an der Universität Hildesheim ab, 2009 erschien sein vielfach ausgezeichneter Debütroman „Paradiso“. 2013 folgte die Dissertation zur Typologie Literarischer Schreibratgeber an der hiesigen Uni. Seit fünf Jahren lebt er mit seiner Familie glücklich an der Landstraße zwischen Itzum und Heinde.

Im Interview spricht Thomas Klupp über seinen neuen Roman, das literarische Schreiben und über seinen Arbeitsalltag als Dozent und Schriftsteller.

Interview mit Dr. Thomas Klupp, Literaturwissenschaftler am Literaturinstitut Hildesheim

„Die Gegenwart mit ihren Verwerfungen, ihrem Glanz und ihrem Irrsinn ist eine interessante Epoche für einen Autor“

Einmal grob zusammengefasst, worum geht es in Ihrem Roman „Wie ich fälschte, log und Gutes tat“?

Konkret geht es um einen Zehntklässler an einem bayerischen Elitegymnasium, Benedikt Jäger, der ein Doppelleben führt und alles dafür tut, dass das nicht auffliegt. Abstrakter gefasst, verstehe ich den Roman als eine tragisch-komische (Betonung auf: komische) Auseinandersetzung mit der umfassenden Kontroll- und Optimierungskultur, die heute Standard ist. Einen mit allen Wassern gewaschenen Faker wie Benedikt, der die Mechanismen dieser Kultur genau kennt, auf eben diese Kultur loszulassen, war ein zentrales Motiv beim Schreiben.

Fälschen, Faken und Lügen – Sie schreiben darüber in Zeiten, in denen über „alternative Fakten“ und die Verbreitung von „Fake News“ diskutiert wird. Die Literatur ist voll im Hier und Jetzt angekommen?

Die Gegenwart mit ihren Verwerfungen, ihrem Glanz und ihrem Irrsinn ist einfach die Epoche, die mich am meisten interessiert. Zudem hat der Stoff, glaube ich, auch mit meiner grundsätzlichen Schreibdisposition zu tun. Ich bin kein reiner Erfinder, muss die Dinge (etwa die Mentalität einer Zeit) bis zu einem gewissen Grad erlebt haben, um glaubhaft und lustvoll darüber erzählen zu können.

Sich täuschend, mogelnd und lügend durch das Leben zu bewegen – warum entwickeln Sie solche moralisch unausstehlichen Romanfiguren?

Es ist vielmehr so, dass ich moralisch unzweideutige und widerspruchsfreie Figuren langweilig finde. Womit ich allerdings komplett in der Norm liege. Eigentlich fällt mir kein lesenswertes Buch oder keine gute Serie in der jüngeren Vergangenheit ein, die nicht einen mehr oder minder harmlosen Walther White ins Rennen schickt. Wäre eigentlich toll, mal wieder einen ungebrochenen, durch und durch guten Helden zu zeigen. Ich wüsste nur nicht wie und mit welchen literarischen Mitteln.

Tauchen im Roman auch Gegenspieler auf, die sich an Wahrheit orientieren?

Ja, aber mit denen nimmt's kein gutes Ende.

Wie entsteht Ihre Literatur, können Sie einmal einen Einblick in Ihren Arbeitsalltag geben?

Das Wichtigste ist die Regelmäßigkeit. In ernsthaften Schreibphasen arbeite ich Minimum sechs Stunden am Tag, jeden Tag. Können aber auch acht oder neun werden. Ich habe – leider leider – eine Affinität für die Nachtstunden. Acht abends bis vier Uhr morgens, da läuft's am besten. Was mit drei Kindern (plus Unijob) eher suboptimal ist. Muss ich das nächste Mal umstellen, quasi ein lupenreines Morgenbuch schreiben, sonst läuft mir die Familie davon.

Sie lehren seit 2007 am Literaturinstitut der Universität Hildesheim – haben die Diskussionen mit Studentinnen und Studenten einen Einfluss auf Ihre Tätigkeit als Schriftsteller?

Definitiv. Zum einen – nicht so toll fürs eigene Schreiben – hat sich durch die stete Arbeit mit den Texten Studierender ein fieses literarisches Über-Ich entwickelt, eine Art innerer Superlektor, der schon während der Produktion den Text auf Schwachstellen analysiert und das Weiterschreiben mitunter behindert. Zum anderen – und das wiegt das Ganze mehr als auf – sind die Diskussionen ungemein inspirierend. Jetzt nicht im Sinne von: Ich klau den Studierenden ihre Ideen oder ihren Stil. (Don't worry, friends!) Es ist vielmehr so, dass ich dadurch auf lebendigste Weise an die Vielfalt literarischer Möglichkeitsräume erinnert werde, zugleich an die unbedingte Notwendigkeit, der eigenen poetischen Vision zu vertrauen und sie – Satz für Satz – so stimmig wie möglich zu gestalten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-15521 Mon, 01 Oct 2018 09:45:00 +0200 Nachruf – Gedenken an den Archäologen Mohammed Reza Kamarehei https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/nachruf-gedenken-an-den-archaeologen-mohammed-reza-kamarehei/ Die Universität Hildesheim trauert um Mohammed Reza Kamarehei. Der Wissenschaftler ist plötzlich und unerwartet verstorben. Wir bitten um eine Spende als aktuelle Nothilfe für seine Familie. Mohammed Reza Kamarehei war Doktorand an der Universität Hildesheim und untersuchte anhand von Reliefs, Grabzeichnungen und Skulpturen den Zusammenhang zwischen staatlicher Machtausübung und der musikalischen Praxis. Spendenaufruf: Bitte helfen Sie der Familie des Wissenschaftlers [PDF]

Der Verleger und Archäologe Mohammed Reza Kamarehei verstarb plötzlich und unerwartet am 24. September 2018 in Hildesheim. Sein Geburtstag ist der 3. Juli 1978. Mohammed Reza war seit Januar 2017 Doktorand bei Professor Raimund Vogels am Center for Word Music der Universität Hildesheim.

Die Zusammenarbeit mit Mohammed Reza reichte zurück bis in das Jahr 2014, als er über die Kooperation zwischen dem Musik Museum Teheran und dem Center for World Music und die Sicherung des bedeutenden iranischen Klangarchivs in seinem zweiwöchentlichen Kulturjournal „Mokaab“ in Teheran berichtete. In regelmäßigem Kontakt begleitete er die Arbeit des Center for World Music in der Folgezeit. Aufgrund seiner profunden Kenntnisse der Archäologie des Irans entstand in Gesprächen die Idee, ihm an der Universität Hildesheim die Gelegenheit zur Promotion zu geben. Damit verband sich zugleich die Hoffnung, wichtige Teile der Instrumentensammlung aus archäologischer Perspektive in ihrer Entstehungsgeschichte neu bewerten zu können.

Sein eigenes Forschungsinteresse galt der vor-islamischen Archäologie. Im Rahmen seines Forschungsvorhabens beschäftigte er sich intensiv mit der Dynastie der Sassaniden. Anhand von Reliefs, Grabzeichnungen, Skulpturen und musealen Abbildungen untersucht er den Zusammenhang zwischen staatlicher Machtausübung und der musikalischen Praxis, die diese, wie auf vielen Abbildungen sichtbar, meist begleitete.

Aufgrund hervorragender Kontakte zum iranischen National Museum war er in der Lage bislang nicht publizierte Abbildungen in seiner Arbeit einzuarbeiten. Neben seinem unbestrittenen wissenschaftlichem Profil hat Mohammed Reza alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Center for World Music darin beeindruckt, wie er mit jedem Tag besseren Zugang zur deutschen Sprache gewann und bereits nach einem Jahr wissenschaftliche Diskussionen führen konnte, die sein umfangreiches Wissen und seinen großartigen Humor haben deutlich werden lassen.

Mohammed Reza lebte mit seiner Frau Bahareh Khosravan in der Region Hildesheim. Die Familie hat drei Töchter (13 Jahre, 8 Jahre, 6 Jahre), die älteste Tochter besucht ein Gymnasium in Hildesheim. Die Eltern kommen aus Teheran und unterstützen mit großem Engagement ihre Kinder auf deren Bildungswegen. Nachdem die Eltern selbst die Erfahrungen gemacht haben, sich in einem neuen Land und einer fremden Sprache zurechtfinden zu müssen, unterstützten sie als Sprachlehrer Flüchtlinge in der Region Hildesheim beim Sprachenlernen.

Die Universität Hildesheim trauert um Mohammed Reza Kamarehei. Das Center for World Music verliert einen warmherzigen, neugierigen und humorvollen Kollegen und Freund. Die wissenschaftlichen Diskussionen mit dem begabten und geistreichen Archäologen haben wir als große Bereicherung empfunden. Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden vor allem der Familie.

Nothilfe: Spenden für die Familie

Der plötzliche Tod des Mannes und Vaters ist für die Familie ein schwerer, unfassbarer Verlust. Die Familie war sehr eigenständig, die Eltern wollten immer unabhängig sein und mit ihrer Arbeit auf eigenen Beinen stehen. Durch den plötzlichen Tod des Ehemannes entsteht eine Notsituation. Die Frau des Wissenschaftlers, Frau Bahareh Khosravan, studiert an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang „Kulturvermittlung“, sie hat in Teheran erfolgreich Kulturmanagement studiert.

Wir bitten um eine Spende als aktuelle Nothilfe für die drei Töchter und ihre Mama. Hierbei ist jede noch so kleine Spende hilfreich. Wir bitten um Unterstützung aus der Wissenschaft und Bürgergesellschaft, um die Familie in dieser Lebenslage unterstützen können. Wenn Sie sich an der Nothilfe beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte an Isa Lange (Pressesprecherin der Universität Hildesheim, 05121 883 90100, langei@uni-hildesheim.de).

Ein Spendenkonto wurde eingerichtet:

Spendenflyer mit allen Informationen [PDF]

Ein Kondolenzschreiben liegt an der Information/Telefonzentrale aus (Hauptcampus, F-Gebäude EG, 08:00 bis 13:00 Uhr) bis zum 5.10.2018 aus. Gerne können Sie mit Ihrer Unterschrift stille Anteilnahme ausdrücken.

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news-14652 Mon, 01 Oct 2018 09:26:00 +0200 Forschungsatelier in Beirut: Institut für Kulturpolitik baut internationale Wissenschaftsbeziehungen aus https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/forschungsatelier-in-beirut-institut-fuer-kulturpolitik-baut-internationale-wissenschaftsbeziehungen/ Am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ befasst sich ein Team um Professor Wolfgang Schneider mit der Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in Konflikten und gesellschaftlichen Umbrüchen. Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 2010 mit Kulturschaffenden und Forschungskollegen im arabischen Raum zusammen. Im Oktober 2018 findet ein fünftägiges Forschungsatelier zu Kulturpolitik und Kulturvermittlung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchs-wissenschaftler an der Lebanese University in Beirut statt.

Sechs Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim nehmen teil, vier weitere Doktorandinnen des Instituts für Kulturpolitik werden internationale Lehrerfahrungen sammeln und die Studierenden aus Hildesheim und Beirut unterrichten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert den Austausch. Während des Forschungsateliers befassen sich die Studierenden aus Hildesheim und Beirut mit kulturwissenschaftlichen Theorien und kulturpolitischen Konzepten in Transformationsprozessen und der Rolle von Kulturvermittlung im Libanon. „Das Arbeiten in einem multinationalen Forschungsumfeld unterstützt die Internationalisierung von Lehre und Forschung sowohl der libanesischen als auch der deutschen Universität“, sagt Professor Wolfgang Schneider.

Das Forschungsatelier ist die erste Kooperation mit der Lebanese University, die auch einen Studiengang „Kulturvermittlung” aufgebaut hat – somit ein idealer Kooperationspartner für die Hildesheimer Kulturpolitiker. Ziel des Austausches ist, Studentinnen und Studenten im Bereich Kulturvermittlung und Kulturpolitik in der MENA Region („Middle East & North Africa“) weiterzubilden und ein Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen. Die Teilnehmer kommen aus Marokko, Tunesien, Irak, Ägypten, Palästina, Libanon und Deutschland.

Mit der Konferenz in Beirut setzt das Institut für Kulturpolitik die internationale Kooperation fort, bereits vor zwei Jahren hat das Institut ein tri-nationales Forschungsatelier in Tunesien ausgerichtet. Damals drehten sich die Diskussionen unter anderem um die Rolle der dramatischen Künste in der arabischen Revolution, die Debatte wird nun in Libanon mit Künstlerinnen und Künstlern fortgeführt.

Kurz erklärt

Studium am Institut für Kulturpolitik: „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“

Das Institut für Kulturpolitik bildet Expertinnen und Experten für Kulturmanagement, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturvermittlung in Hildesheim aus. Auf dem mittelalterlichen Kulturcampus Domäne Marienburg entwickeln über 100 Studentinnen und Studenten in einem Masterstudiengang neue Konzepte der Kulturvermittlung, ein Viertel davon studiert im deutsch-französischen Doppelstudium in Hildesheim und Marseille. Etwa 500 Studierende befassen sich mit dem Fach Kulturpolitik im Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Studierende können außerdem den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika, Casablanca/Marokko und Toluca/Mexiko studieren.

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news-15595 Mon, 01 Oct 2018 08:56:00 +0200 Verbotene Musik: Tagung im Center for World Music https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/verbotene-musik-tagung-im-center-for-world-music/ In jeder Gesellschaft, unabhängig davon, ob sie sich pluralistisch, freiheitlich und liberal gibt, oder ob sie auf gesellschaftliche Entwicklungen restriktiv Einfluss nimmt, existieren Musiken, die gewisse Normen überschreiten. Diejenigen, die das Geächtete dennoch singen, spielen oder tanzen, werden von Machthabern marginalisiert oder verfolgt. Eine Konferenz am Center for World Music der Universität Hildesheim beschäftigt sich mit der verbotenen Musik. Erstmals zeigt der Wissenschaftler Nepomuk Riva den Dokumentarfilm „Bedrohte Musik". Programm der Konferenz (PDF)

In dieser Woche (4. Oktober bis 6. Oktober 2018) tagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland im Rahmen der 26. Arbeitstagung der Kommission zur Erforschung musikalischer Volkskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde am Center for World Music der Universität Hildesheim.

In jeder Gesellschaft, unabhängig davon, ob sie sich pluralistisch, freiheitlich und liberal gibt, oder ob sie auf gesellschaftliche Entwicklungen – notfalls oder auch ohne Not– restriktiv Einfluss nimmt, existieren Musiken, die aus wie auch immer gearteten Gründen gewisse Normen und somit ein bestimmtes Maß an Toleranz überschreiten, sagt der Wissenschaftler Nepomuk Riva. Diejenigen, die das Geächtete dennoch singen, spielen oder tanzen, werden von den jeweiligen Mehrheiten oder Machthabern marginalisiert oder gar verfolgt, während sie bei ihren Anhängern besondere Anerkennung genießen. Musikverbote beschränken sich keineswegs auf Diktaturen oder Staaten mit totalitären Zügen. Denn auch in freiheitlichen westlichen Demokratien werden Grenzen dort überschritten, wo Melodie oder Texte bestimmte Wertegefüge verlassen, so Nepomuk Riva.

Auf der Hildesheimer Konferenz „Verbotene Musik“ diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland unter anderem über die Verhinderung von Musikpraktiken, über Untergrundmusik,  Straßenmusik und tolerierte verbotene Lieder im Fußballstadion in Iran und über Liedermacher im Visier des Staatssicherheitsdienstes in der DDR. Die Konferenz ist nicht öffentlich.

Öffentlicher Teil der Konferenz „Verbotene Musik“: Vorstellung eines Dokumentarfilms

Am Freitag, 5. Oktober 2018, findet um 19:00 Uhr die öffentliche und kostenfreie Dokumentarfilmpräsentation „Bedrohte Musik" über das „Borno Music Documentation Projekt" zwischen der Universität Hildesheim und der University of Maiduguri (Nigeria) statt.

Der Wissenschaftler Nepomuk Riva gibt Einblicke in die Lebenslagen von Musikerinnen und Musikern in Nordostnigeria. Der Dokumentarfilm wird im Center for World Music der Universität Hildesheim (Schillstraße, Ecke Timotheusplatz, 31141 Hildesheim) gezeigt

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news-15462 Thu, 13 Sep 2018 10:43:03 +0200 Institutionelle Kulturvermittlung: Staatsschauspiel Dresden ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/institutionelle-kulturvermittlung-staatsschauspiel-dresden-ausgezeichnet/ Die Hildesheimer Professorin Birgit Mandel hat gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung den ersten Preis für institutionelle Kulturvermittlung in Deutschland entwickelt. Der Preis zeichnet eine Kultureinrichtung für ihre zukunftsweisende Vermittlungsstrategie und deren nachhaltige Verankerung aus. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert und wurde in dieser Woche (12. September 2018) in Frankfurt am Main verliehen. Der erste Preisträger ist das Staatsschauspiel Dresden. Das Theater erhält 50.000 Euro, um seine Vermittlungsarbeit strategisch weiter zu entwickeln. Das Historische Museum Frankfurt und das Theater Oberhausen folgen auf den Plätzen zwei und drei. Ihre Leistungen auf dem Gebiet der Vermittlung werden mit 20.000 beziehungsweise 10.000 Euro honoriert.

„Wir waren überwältigt von der unerwartet hohen Zahl von 125 Einsendungen von Museen, Theater, Opern- und Literaturhäusern bundesweit und der insgesamt hohen Qualität der Bewerbungen“, so Birgit Mandel, die als Juryvorsitzende die Laudatio in Frankfurt hielt und am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim im Bereich Kulturvermittlung und Kulturmanagement forscht und lehrt.

Erfinder der Bürgerbühnen: Hildesheimer Absolventin Miriam Tscholl entwickelt in Dresden die Bürgerbühne

„Mit großem Mut und Entschlossenheit, mit hoher Gestaltungskompetenz und mit viel Humor und Spielfreude gelingt es dem Staatsschauspiel Dresden das Theater zu öffnen. Mit künstlerischen Mitteln werden Menschen zusammengebracht, die sich sonst nicht begegnen würden“, sagt Birgit Mandel.

Das Staatstheater Dresden ist Erfinder und Pionier einer ganz eigenen, neuen Theater-Sparte, die inzwischen auch von einigen anderen Bühnen in Deutschland aufgegriffen wurde: die Bürgerbühne. Seit 2009 werden pro Spielzeit über 400 Bürgerinnen und Bürger eingeladen in Theaterinszenierungen mitzuwirken, unterstützt durch das Ensemble und freie Künstlerinnen und Künstler. Die beteiligten Dresdener kommen aus allen Generationen und bringen ihre Themen, Lebensgeschichten und aktuellen Konflikte auf die Bühne, bekommen Gehör und hören einander zu, so Mandel.

„Es beginnt ein vielfältiges Spiel mit Identitäten und Realitäten, welches sich nicht auf Milieu und Klasse reduzieren lässt“, sagt Miriam Tscholl, verantwortlich für die Bürgerbühne.

Durch die Bürgerbühnen-Inszenierungen wird das Publikum deutlich vielfältiger und auch die Auslastungszahlen sind deutlich gestiegen, viele Angehörige von Mitspielenden sind zum ersten mal in einem Theater.

Das Staatstheater Dresden bringt Menschen zusammen. So etwa im „Montagscafé“, wo sich Menschen mit oder ohne Fluchterfahrung im Theater treffen und mit oder ohne künstlerische Mittel austauschen. Oder im „Bürgerdinner Culture Clash“, wo sich in den vergangenen Jahren gut 40 Gruppen auf Einladung des Theaters zum gemeinsamen Essen getroffen haben, die sonst keine Berührung miteinander haben: Punks und Banker, Physiker und Esoteriker, Hebammen und Bestatter.

Für die Regie-Arbeit stellt die Zusammenarbeit mit Laien eine besondere Herausforderung dar: „Es geht immer darum, „das Gesagte und Gespielte in eine Verbindung zum Leben des Darstellers zu bringen. So ist ein Regisseur, der mit Laien arbeitet mehr noch als ein Regisseur mit Profis, gezwungen, ein Suchender zu sein, nicht einer der sich ausdenkt, was er auf der Bühne sehen möchte. Der Blick auf das Leben der Spielerinnen und Spieler kann die Themen und Stoffe des Theaters und den Bezug des Theaters zum Leben erweitern“, beschreibt Miriam Tscholl.

Damit wird auch die Arbeit einer Hildesheimer Absolventin ausgezeichnet. Miriam Tscholl, Absolventin des Studiengangs „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ und frühere Mitarbeiterin im Theaterinstitut der Uni Hildesheim, hat das Konzept der Bürgerbühne entwickelt und die Bürgerbühne Dresden gegründet und leitet sie bis heute. Gemeinsam mit der Intendanz des Staatstheaters hat sie in Frankfurt den ersten Preis entgegen genommen.

Museumspädagogik als fester Bestandteil der kuratorischen Arbeit

Im Historischen Museum Frankfurt werden nicht nur historische Gegenstände ausgestellt, sondern Besucher setzen sich mit der Zukunft der Stadt und dem historischen kulturellen Erbe auseinander. Die Museumspädagogik ist fester Bestandteil der kuratorischen Arbeit.

Hinzu kommt das „Junge Museum“, das eigene Ausstellungen macht für und mit Kindern und Familien. Das Museum kooperiert dabei mit dem Jugend- und Sozialamt, mit Schulen und Kitas oder dem Amt für Migration, um möglichst viele Familien mit ganz unterschiedlichen sozialen Hintergründen aktiv einzubeziehen. „Das junge Museum ist ein zentraler Knotenpunkt für Kinderkultur in Frankfurt geworden“, so Mandel.

Das Theater als guter Nachbar – Stadttheater Oberhausen als Treffpunkt und Austauschort

Das Theater Oberhausen stehe exemplarisch für die Suche eines Stadttheaters nach einer neuen Bedeutung als Treffpunkt und Austauschort für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, sagt Birgit Mandel. Denn bisher gehört nur ein kleiner Teil der kunstaffinen, in der Regel hochgebildeten Bevölkerung zu den Stammbesuchern von Theatern und klassischen Kultureinrichtungen.

Vermittlung hat in Oberhausen keine eigene Abteilung, sondern soll in allen Bereichen mitgedacht und umgesetzt werden – auch von Ensemblemitgliedern, Hausregisseuren, Ausstattern, Kostümbildern und Technikern.

Das Theater Oberhausen ist nicht mehr nur ein Ort, wo Theaterstücke gezeigt werden, sondern wird zum Treffpunkt und guten Nachbarn, der hilft und sich verantwortlich fühlt für die Anliegen des lokalen Umfeldes, so Mandel. Gespielt wird in Kitas, im Jugendzentrum, auf den Wochenmarkt oder in die Kleingartenkolonie, wo die Proben zum partizipativen Stück „Wenn Männer denken“ stattfanden.

Kulturvermittlung als Gesamtstrategie in Kultureinrichtungen

„Der Preis soll dazu beitragen, der Kulturvermittlung in den Institutionen einen höheren Stellenwert zu geben“, so die Wissenschaftlerin. Kulturvermittlung sollte als Gesamtstrategie in Kultureinrichtungen verankert werden, die alle Abteilungen berührt und auch die Institution selbst verändert und erweitert in ihren Aufgaben und Arbeitsweisen.

Im deutschsprachigen Raum existierte bislang kein Preis, der sich mit der strukturellen und strategischen Qualität der Kulturvermittlung von Institutionen befasst und diese auszeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Forschung in Hildesheim: Studie zu Stadt- und Staatstheatern

Wer sind die Kulturnutzer? Viele Studien, auch jene aus Hildesheim, zeigen: Die Kernbesucher verändern sich nicht in ihrer Sozialstruktur. „Im Gegenteil, diese zementiert sich. Die Nutzer der öffentlich geförderten Kultureinrichtungen sind eine relativ homogene Gruppe, die sich im Wesentlichen durch ein hohes Bildungsniveau und damit verbunden meistens durch einen hohen sozialen Status auszeichnen“, sagt Birgit Mandel. Die Professorin forscht und lehrt am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und bildet Studentinnen und Studenten im Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ aus.

In einem Forschungsverbund mit den Theaterwissenschaften der LMU München befasst sich die Hildesheimer Professorin derzeit mit den Veränderungen der deutschen Stadt- und Staatstheater. Unter der Frage „Theater in der Krise?“ untersucht der Forschungsverbund, wie sich die öffentlich geförderten Theaterhäuser in ihren Programmen, Formaten, Strukturen und ihrem Personal verändern. Befragt werden die Leitungen sämtlicher Stadt- und Staatstheater in Deutschland. Außerdem befragt Professorin Birgit Mandel die Bevölkerung in einer Stadt in Niedersachsen zu ihren kulturellen Interessen und ihren Einstellungen zum Theater. Die Studie läuft über drei Jahre.

Bei Fragen erreichen Sie Prof. Dr. Birgit Mandel unter mandel@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Kulturpolitik Fachbereich 2
news-15307 Wed, 12 Sep 2018 11:39:00 +0200 Brückenschlag zwischen Uni und Stadt: Universitätsgesellschaft ehrt Lehrende und Studierende https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/brueckenschlag-zwischen-uni-und-stadt-universitaetsgesellschaft-ehrt-lehrende-und-studierende/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht ihre Preise für besonderes Engagement und herausragende Leistung. Wolfgang Schneider, Professor für Kulturpolitik, sowie die Redaktion der Literaturzeitschrift „BELLA triste“ tragen zu einer „offenen Bildungslandschaft“ in der Stadt Hildesheim bei. Mit den Preisen möchte die Universitätsgesellschaft Aufmerksamkeit schaffen für Personen aus der Universität, die mit ihren kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen die Stadt Hildesheim bereichern.

„Wir sehen herausragendes Engagement an der Stiftung Universität Hildesheim. Die Würdigung durch die Preisverleihung ist nicht nur Anerkennung für eine wissenschaftliche Leistung, sondern insbesondere auch Dank für den Brückenschlag zwischen Universität und der Bürgergesellschaft der Stadt Hildesheim“ sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft.

Der Preis wird im Rhythmus von zwei Jahren verliehen und ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Anlässlich der Preisverleihung sagte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer: „In Hildesheim wird Kultur nicht nur gelehrt, hier wird im wahrsten Sinne des Wortes Kultur 'gemacht': Studierende oder junge Hochschulabsolventen leiten Festivals, kuratieren Ausstellungen oder entwickeln Theaterinszenierungen. Ohne sie wären Einrichtungen wie das Theaterhaus, das Theaterpädagogische Zentrum, der Kunstverein oder das Literaturhaus nicht das, was sie sind. Ein maßgeblicher Teil kulturellen Lebens und damit ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität dieser Stadt hat ihren Ursprung in studentischen beziehungsweise universitären Projekten, die in ihrer Ausführung und Strahlkraft oftmals hochprofessionell sind. Ihnen ist es zu verdanken, dass Hildesheim überregional nicht nur als historischer, sondern auch vor allem als produktiver Kulturort wahrgenommen wird. Auch wenn nicht überall Universität draufsteht, ist ganz schön oft Universität drin.“

Wolfgang Schneider – Stimme in der kulturpolitischen Diskussion im In- und Ausland

Wolfgang Schneider ist seit 1997 ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Er wird mit dem Preis ausgezeichnet, da seine Stimme in der kulturpolitischen Diskussion im In- und Ausland seit Jahrzehnten anerkannt und prägend ist. Als Mitglied in zahlreichen bedeutenden Institutionen des Kulturlebens sendet er aus Hildesheim wichtige Impulse, seine Absolventinnen und Absolventen genießen in der bundesdeutschen Kulturlandschaft einen hervorragenden Ruf, der „Hildesheimer Weg“ ist ein Begriff.

Schneider forscht und lehrt auf dem Hildesheimer Kulturcampus unter anderem in den Bereichen Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturelle Bildung, Kommunale Kulturpolitik, Auswärtige Kulturpolitik sowie Kulturpolitik für Kinder und Theaterpolitik.

Wolfgang Schneider ist einer der renommiertesten Kulturpolitiker in Deutschland und Europa, sagt Heinz-Werner Ernst. 

BELLA triste – Die Literatur der Gegenwart ist wild, verschlungen, spannend

Die Studentinnen und Studenten der „BELLA triste“, einer Zeitschrift für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, werden ausgezeichnet, da sie aus Hildesheim heraus gezeigt haben, dass es nichts „Schöneres und Wilderes, Verschlungeneres und Spannenderes gibt, als die Literatur der Gegenwart – und ihre Zukunft“.

Die Zeitschrift ist mittlerweile bundesweit in Bahnhofsbuchhandlungen vertreten. Studentinnen und Studenten des Kreativen Schreibens haben sie 2001 gegründet. Mit dem Festival für junge Gegenwartsliteratur „prosanova" gestalten die Literaturstudierenden die kulturelle Entwicklung der Stadt mit. Zum Literaturfestival, das seit 2005 alle drei Jahre in Hildesheim stattfindet, reisen zahlreiche junge Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nach Niedersachsen an.

Hildesheim wird auch dank BELLA triste als produktiver Kulturort deutschlandweit wahrgenommen, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer.

Universitätsgesellschaft engagiert sich für Verbindungen zwischen Stadt und Gesellschaft

Die Universitätsgesellschaft ist seit 40 Jahren eine Brücke zwischen Universität und Stadt, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer. Die Universität sei ein entscheidender Faktor in der städtischen Entwicklung. Die Gesellschaft sollte erkennen, welchen Wert ihr die Universität bringt und welche Chancen sich mit der Universität Hildesheim ergeben.

Die Universitätsgesellschaft trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger mit Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Der Verein fördert Projekte und Leistungen von Studierenden und unterstützt Forschung und Lehre. Außerdem lädt die Universitätsgesellschaft zu öffentlichen Vorträgen ein. Die Universitätsgesellschaft feiert im Dezember 2018 ihr 40-jähriges Jubiläum.

Die öffentliche Preisverleihung fand Mitte September 2018 im Center for World Music der Universität Hildesheim statt (Programm als PDF).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Studierendenportal
news-15335 Mon, 03 Sep 2018 06:48:00 +0200 Freiheit der Künste: Künstlerinnen und Künstler sind Seismografen von Gesellschaften und Krisen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/freiheit-der-kuenste-kuenstlerinnen-und-kuenstler-sind-seismografen-von-gesellschaften-und-krisen/ Das Institut für Kulturpolitik setzt sein Fortbildungsprogramm für verfolgte Künstlerinnen und Künstler, Kulturmanager und Juristen fort. Das Auswärtige Amt unterstützt die Arbeit der Hildesheimer Forscher. Im September tagen Experten in Hildesheim und Berlin. „A vision on the protection of Freedom of Artistic Expression within International Cultural Policy”, Grußwort der Staatsministerin Michelle Müntefering (Auswärtiges Amt) anlässlich des Hildesheimer Forschungsprogramms, 07.09.2018 (englisch)

Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim setzt das Forschungsprogramm „Arts Rights Justice“ (Künste, Rechte, Gerechtigkeit) fort. Damit rücken die Forscherinnen und Forscher um Wolfgang Schneider, Universitätsprofessor für Kulturpolitik, das Schicksal verfolgter Künstlerinnen und Künstler und das Recht auf künstlerische Freiheit in den Fokus. Das Auswärtige Amt und weitere Partner unterstützen die Arbeit.

Im September 2018 tagen an der Universität Hildesheim 30 Künstler, Juristen und Kulturmanager unter anderem aus Tadschikistan, Nigeria, Argentinien, Simbabwe, Iran, Türkei, Ägypten, Indien, Japan, Schweden, Syrien, Deutschland, Brasilien, Afghanistan, Kanada, Norwegen, Jemen, Bangladesch, Irak, Belgien und Libyen.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Musiker, Dichter, Theaterregisseure, Menschenrechtsanwälte, Schriftsteller, Kulturmanager, Übersetzer und Journalisten, die Verfolgung und Repressionen erlebt haben und sich für künstlerische Freiheit einsetzen; etwa eine Malerin aus Tripoli, eine Menschenrechtsaktivistin aus Bangladesh, ein Journalist aus Äthiopien, eine Anwältin aus Indien, ein Soziologe aus São Paulo, ein Anwalt aus Iran, ein Musiker aus Pakistan und im Exil lebende Künstler und Juristen aus Mosul und Damaskus.

Acht Gastdozenten begleiten die „young professionals“ während der Fortbildung. Die mehrtägige englischsprachige Akademie ist nicht öffentlich und bietet Raum für Austausch und Wissenstransfer. Die Fortbildungsreihe soll 2019 fortgesetzt werden.

Künstlerinnen und Künstler begleiten politische Krisen mit künstlerischen Mitteln, oftmals unter Bedrohung

Die Fortbildung endet mit einer Tagung im Auswärtigen Amt in Berlin. Eine Teilnahme am öffentlichen Teil des „Arts Rights Justice Forum“ ist am Freitag, 7. September 2018 ab 14:00 Uhr nach vorheriger Anmeldung möglich (Details und Programm). Unter anderem spricht Staatsministerin Michelle Müntefering, zuständig für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt.

Künstlerinnen und Künstler sind „Seismografen von Gesellschaften“, sagt Professor Wolfgang Schneider. Sie begleiten politische Krisen und Transformationsprozesse mit künstlerischen Mitteln, oftmals unter Bedrohung und Repression. Wissenschaftler haben eine Verantwortung, die Gefährdung der Freiheitsrechte zu beforschen und ihre Außerkraftsetzung anzuprangern, begründet Schneider die Notwendigkeit des Hildesheimer Forschungsprogramms.

„Bedrohung kann unterschiedlich ausfallen und reicht von Selbstzensur bis zu Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung“, sagt der Hildesheimer Kulturwissenschaftler Daniel Gad. „Wie es um die Akzeptanz von Freiheit und Vielfalt steht, ist regional sehr unterschiedlich“, so Gad.

Hildesheimer Online-Archiv soll künftig Einschränkungen künstlerischer Freiheit weltweit dokumentieren

Die Hildesheimer Forscher und Forscherinnen bauen aktuell eine Online-Bibliothek auf, in der die vielfältigen Einschränkungen künstlerischer Freiheit weltweit dokumentiert werden sollen („Arts Rights Justice Library“). Zudem entstehen derzeit Fallstudien in einzelnen Regionen, etwa zu der Frage, wie Vorfälle der Einschränkung künstlerischer Freiheit konkret gemanaged werden und welche Schutzmechanismen in den einzelnen Ländern erfolgen. In einem Atlas soll anhand juristischer Rahmenbedingungen dargestellt werden, wie die jeweiligen Verfassungen unserer Welt die Freiheit schützen oder einschränken. Die Forschung ist auf mehrere Jahre ausgelegt.

Themen der Fortbildung sind unter anderem:

  • Fundamentals of freedom of expression within human rights
  • Legal frameworks – freedom and threat
  • Advocacy and campaigning
  • Networking & funding
  • Working with artists: needs, protection, visas, relocation, dealing with psychological impacts

Das Team hinter dem Projekt „Arts Rights Justice“

Zunächst von 2017 bis 2018 wird das Pilotprojekt „Arts Rights Justice“ vom Auswärtigen Amt und der in Norwegen ansässigen Organisation „International Cities of Refuge Network“ unterstützt. Die Förderung ermöglicht es dem Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl rund um Professor Dr. Wolfgang Schneider, Dr. Daniel Gad und Michèle Brand, Forschung und Lehre in diesem Gebiet auszuweiten.

Kurz erklärt:

UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen. Sie befassen sich in Forschung und Lehre mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, mit dem Schutz und der Förderung von künstlerischen Ausdrucksformen, mit künstlerischen Freiheitsrechten und Menschenrechten sowie kulturpolitischen Rahmenstrukturen für kulturelle Bildung. Die Zielsetzungen der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt stellen hier einen wesentlichen Bezugspunkt dar.

Das Institut für Kulturpolitik bildet den Nachwuchs in den Studiengängen „Kulturvermittlung“ und „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ aus. Studentinnen und Studenten können den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und innerhalb des vierjährigen Bachelor Plus-Studiums für ein Jahr an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika oder Casablanca/Marokko gehen. Die Forschungsprojekte der Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Kulturvermittlung“ führen die Studierenden regelmäßig in alle Weltregionen.

Kontakt bei Fragen zur Tagung: Nele Tast, Pressestelle des Arts Rights Justice Programms (E-Mail: assistance.arj@gmail.com, Telefon: 0174 1943639).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, E-Mail:presse@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 883 90100)

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news-15336 Thu, 16 Aug 2018 12:53:00 +0200 „Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ohne-die-frauencharaktere-wuerde-der-roman-nicht-funktionieren/ Nach drei Jahren Forschung schließen acht Doktorandinnen und Doktoranden derzeit ihre Doktorarbeit im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ ab. Im Interview geben die Doktorandin Alexandra Mieth und der Doktorand Jöran Klatt Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ haben sich die Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel mit Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel auseinandergesetzt.

Im Kolleg fördert die Universität Hildesheim Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim, zu ihnen gehören die Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Kathrin Audehm und Professorin Meike Sophia Baader, die Sprachwissenschaftlerinnen Professorin Stefanie Brusberg-Kiermeier und Professorin Beatrix Kreß, der Soziologe Professor Michael Corsten, die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke und der Literaturwissenschaftler Professor Toni Tholen.

Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten tauschen regelmäßig Erkenntnisse aus – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen.

Während des dreijährigen Graduiertenkollegs haben die Doktorandinnen und Doktoranden an Angeboten der Karriereförderung teilgenommen und  sprachen zum Beispiel mit Professorin Meike Baader anlässlich ihres Vortrages über „Karrierewege in der Wissenschaft" und mit Markus  Weißhaupt über „Fördermöglichkeiten gegen Ende der Promotion“.

Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ wurde aus Mitteln des Professorinnenprogramms II finanziert, dass im Juni 2019 ausläuft. Insgesamt wurden acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben.

„Wenn die Universität mit Ihrer Bewerbung im Professorinnenprogramm III ebenso erfolgreich ist wie im Professorinnenprogramm II, stehen die Chancen für die Fortsetzung des Graduiertenkollegs Gender und Bildung gut“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange.

„Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“
Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth

Die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth schließt derzeit ihre Doktorarbeit zum Thema „Selbstbildungsprozesse und Gender in Graham Greenes Romanen“ ab. In ihrer Forschung befasst sich Mieth mit der Literatur der Postmoderne und Klassischen Moderne und mit Bildungsromanen.

Was untersuchen Sie in Ihrer Promotion?

Ich untersuche Romane des britischen Autors Graham Greene, dessen Werk in Hollywood mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Elizabeth Taylor, Richard Burton, Richard Attenborough und Helen Mirren verfilmt wurde. Ich fokussiere unter anderem die weiblichen Charaktere in den Romanen „Brighton Rock“, „A Gun for Sale“ und „Travels with My Aunt“.

Warum ist das wichtig?

Greenes literarisches Werk wurde bisher in der Genderforschung kaum beachtet. Der Schriftsteller gilt als katholischer Autor, seine Romane wurden theologisch erforscht, seine männlichen Figuren wurden traditionell untersucht. Auch auf humanistische Aspekte der Romane ist bereits eingegangen worden. Die weiblichen Charaktere wurden bisher kaum betrachtet, ebenso wenig wie die Krise der Männlichkeit in Greenes Werken eingehend erforscht wurde. Als Bildungsromane wurden die Erzählungen noch nicht angemessen gewürdigt. Dabei ist Greene als humanistisch geprägter Autor zu betrachten, der von der Bildungs- und Selbstbildungsfähigkeit des Menschen überzeugt war. Dieser These gehe ich in meiner Doktorarbeit auf den Grund.

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Graham Greene wird vorgeworfen, in sämtlichen Romanen keinen einzigen starken weiblichen Charakter erschaffen zu haben – dem widerspreche ich. Greene zeichnet sehr imposante Frauen, die nicht dem traditionellen Muster als Mutter folgen. Es gibt Frauen, die diesem Muster völlig widersprechen. Ohne die Frauencharaktere in den drei Romanen, die ich untersucht habe, würde der Roman nicht funktionieren. Im Thriller „Brighton Rock“ übernimmt Ida Arnold die Rolle der Detektivin, sie sorgt für Moral und Ordnung und Gerechtigkeit – das macht sie zu einer sehr starken Persönlichkeit.
Greenes Werke sind eine neue Interpretation des Bildungsromans. Mit den in den Romanen dargestellten Schicksalen können sich Leserinnen und Leser identifizieren, das beginnt bei den gängigen Namen der Hauptfiguren im Roman „The Comedians“: Mr Jones, Mr Brown, Mr und Mrs Smith. Der Autor ermöglicht, dass die Schicksale seiner Figuren auf die Schicksale realer Menschen übertragbar sind. In Greenes Romanen durchlaufen die Handelnden unterschiedlichen Geschlechts und verschiedener Altersstufen Bildungsprozesse, die sie zum Teil auch gegen die Widerstände der Gesellschaft verfolgen.

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich habe Lehramt mit den Fächern Anglistik und Germanistik studiert. Professorin Brusberg-Kiermeier und Professor Tholen haben mich während meiner Doktorarbeit sehr unterstützt. Das Graduiertenkolleg bietet darüber hinaus die Chance, hilfreiche Hinweise von den anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhalten – die Einflüsse aus anderen Forschungsfeldern sind sehr anregend. Ein Graduiertenkolleg ist vor allem inhaltlich wertvoll, weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Ich schließe meine Doktorarbeit ab. Nun beginne ich meinen Vorbereitungsdienst an einer Grundschule in Niedersachsen – mit der Forschung werde ich am Nachmittag verbunden bleiben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

„Im Netz versammeln sich unterschiedliche Menschen und formen Bündnisse“
Interview mit dem Politik- und Kommunikationswissenschaftler Jöran Klatt

Jöran Klatt hat an der Universität Göttingen Geschichte und Germanistik studiert. Seine Doktorarbeit im Rahmen des Hildesheimer Graduiertenkollegs „Gender und Bildung“ trägt den Titel: „Die #GamerGate-Kontroverse – Schmelztiegel der Gamer-Identität?“.

Mit welchem Thema befassen Sie sich in Ihrer Promotion?

Ich habe in meiner Doktorarbeit das Phänomen „#Gamer Gate“ untersucht, ein Streit, der im Internet in sozialen Netzwerken stattgefunden hat. Computerspielerinnen und Computerspieler haben sich seit 2014 organisiert, in der Debatte „#GamerGate“ ging es um Sexismus im Computerspiel, die vermeintliche Verstrickung von Spielejournalismus und Industrie aber auch um den Status des Computerspiels als entweder Kulturgut oder reinem Unterhaltungsprodukt. Die Auseinandersetzung zeigt die fragile Identität dieses jungen Milieus.

Ich forsche online-ethnografisch, ich bin sehr viel im Internet unterwegs, bewege mich in den sozialen Netzwerken, in denen die Kontroverse stattgefunden hat, und untersuche die Argumentationen. Sprachwissenschaftlich analysiere ich die Argumentationslinien.

Warum ist das wichtig?

Das Computerspielen bedeutet für die Computerspielerinnen und Computerspieler Identität. Ich möchte am Beispiel des Computerspiels herausfinden: Wo werden Identitäten verteidigt, herausgefordert, bestätigt, hinterfragt und kreiert?

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Der „#GamerGate“-Streit ist ein prototypisches Phänomen für viele Entwicklungen, die wir aktuell im Netz beobachten. Unterschiedliche Menschen versammeln sich und setzen sich zu Bündnissen zusammen, ein Interesse eint sie. Dieser Fall im Bereich der Computerspiele ist prototypisch für viele Phänomene des Politischen, das Netz befeuert die Auseinandersetzung – physische Räume werden leicht überwunden, das World Wide Web beflügelt die Bildung von neuen Bündnisketten. 

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich befinde mich derzeit mitten in der Niederschrift meiner Promotion. Mein Doktorvater ist Professor Corsten und meine Doktormutter Professorin Brusberg-Kiermeier, die Gespräche mit Professor Tholen sind äußerst wertvoll – er ist eine Koriphäe auf dem Gebiet der Männlichkeitsforschung. Obwohl das Kolleg inzwischen offiziell vorbei ist, stehen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten noch in engem Austausch. Die Gemeinschaft war und ist eine große Hilfe.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-15155 Mon, 06 Aug 2018 19:28:00 +0200 Kultur studieren: Bewerbung um einen Studienplatz https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kultur-studieren-bewerbung-um-einen-studienplatz/ Von Medien, Musik und Philosophie bis Theater, Literatur und Bildende Kunst: Im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim kombinieren Studierende Theorie und Praxis. Der Studiengang ist der älteste dieser Art in Deutschland. Es sind noch Studienplätze frei, ein Studienbeginn ist zum Wintersemester 2018/19 möglich. Die Anmeldefrist endet am 10. September 2018. Wer Kulturwissenschaften studieren möchte, kann sich ab sofort bis zum 10. September 2018 um einen Platz im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim bewerben. Die Anmeldefrist endet am 10. September 2018. Bewerber müssen dann noch eine Eignungsprüfung bestehen. Das Studium auf dem Kulturcampus startet im Oktober 2018.

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

Kulturwissenschaften studieren

Anmeldefrist endet am 10. September 2018
Zusätzliche Eignungsprüfung am 10. Oktober 2018

Ein Studienbeginn zum Wintersemester 2018/19 ist in den Kulturwissenschaften noch möglich. Was müssen Sie tun? Sie bewerben sich über das Online-Portal des Immatrikulationsamts direkt um einen Studienplatz. Die Anmeldefrist endet am 10. September 2018 (Ausschlussfrist). Ihre Bewerbung gilt gleichzeitig als Anmeldung für die Eignungsprüfung, die am 10. Oktober 2018 stattfindet. Sie erhalten vom Immatrikulationsamt dann eine Anmeldebestätigung und alle zusätzlichen Informationen zur Eignungsprüfung.

Hier geht’s zum Online-Portal des Immatrikulationsamts

Informationen zum Ablauf der Eignungsprüfung

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 2
news-15112 Thu, 26 Jul 2018 09:54:13 +0200 Poetikdozentur am Literaturinstitut Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/poetikdozentur-am-literaturinstitut-hildesheim/ Das Literaturinstitut der Universität Hildesheim richtet eine Poetikdozentur ein. Im Herbst 2018 ist die ungarisch-schweizerische Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji auf dem Kulturcampus in Hildesheim zu Gast. Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim richtet in Kooperation mit dem Literaturhaus St. Jakobi ab dem Wintersemester 2018/19 die „Hildesheimer Poetikdozentur“ ein. Von zahllosen vergleichbaren Dozenturen soll sie sich in ihrem Profil unterscheiden, sagt Annette Pehnt, Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim.

Eingeladen werden namhafte Autorinnen und Autoren und Persönlichkeiten aus anderen Sparten, die sich zwischen den Gattungen und Disziplinen bewegen: Künstlerinnen und Künstler, die Schreiben und Musik zusammenbringen, die mit verschiedenen Medien arbeiten oder mit Schrift und Bild experimentieren. Wie gehen sie mit ihren Materialien um, wie arbeiten sie und für welche Formen entscheiden sie sich? Vielfältige, sinnliche und überraschende Facetten heutigen Schreibens werden sichtbar.

Den Anfang macht die ungarisch-schweizerische Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji, die 2010 für ihren Roman Tauben fliegen auf den Deutschen und den Schweizer Buchpreis erhielt. 2017 ist ihr Roman Schildkrötensalat erschienen. Gemeinsam mit dem Zürcher Beatboxer Jurczok verbindet sie ihr Schreiben mit Musik: ein literarisch-musikalischer Grenzgang.

Das Hildesheimer Literaturinstitut ist eine der wenigen Institutionen in Deutschland, in denen Schreiben studiert und erforscht wird.

Kontakt bei Fragen zur Poetikdozentur beantwortet Prof. Dr. Annette Pehnt (pehnta[at]uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
news-15104 Tue, 24 Jul 2018 10:48:00 +0200 Land unterstützt Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/land-unterstuetzt-forschung-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/ Das Land Niedersachsen unterstützt im Programm „PRO*Niedersachsen“ mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Projekte in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu den Themen „Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“, „Sexualisierte Gewalt“ und „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music“ werden mit insgesamt rund 750.000 Euro gefördert. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Die Analyse kultureller, sozialer und historischer Zusammenhänge fördert das Verständnis für die Vergangenheit, schärft den Blick auf die Gegenwart und gibt Impulse für die Gestaltung moderner Gesellschaften.

Das Land Niedersachsen unterstützt mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit dem Programm „PRO*Niedersachsen“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit insgesamt rund 750.000 Euro Projekte in den Hildesheimer Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Mit dem Programm soll die „wissenschaftliche Vielfalt“ gefördert und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützt werden, „innovative Ansätze in Forschung und Praxis zu entwickeln“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Niedersachsen ist in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften breit aufgestellt. Das zeigen die geförderten Projekte eindrucksvoll“, so der Wissenschaftsminister.

Wissenschaftsministerium fördert Hildesheimer Forschung

In Hildesheim wurden drei Projekte bewilligt, darunter das Projekt mit dem Titel „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“. Ein Team um Prof. Dr. Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie untersucht empirisch die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei der Therapie von Alkoholismus. Alkoholkonsum gilt als der drittgrößte Risikofaktor für Krankheiten und gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei der Behandlung von Alkoholismus, insbesondere bei der Rückfallprophylaxe, spielen Selbsthilfegruppen eine zentrale Rolle, so Mojzisch. „Während die grundsätzliche Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen zur Therapie des Alkoholismus als gesichert gelten kann, ist noch relativ ungeklärt, was die psychologischen Mechanismen hinter der positiven Wirkung sind.“ In zwei Studien mit insgesamt 400 Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmern überprüft Andreas Mojzisch empirisch die Hypothese, dass eine geteilte soziale Identität in Selbsthilfegruppen der entscheidende Prädiktor für die Aufrechterhaltung der Abstinenz ist.

Das Land fördert zudem die Forschung von Prof. Dr. Meike Baader vom Institut für Erziehungswissenschaft. Die Wissenschaftlerin leitet das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“. „Seit der Aufdeckung der Fälle sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen im Jahr 2010 wird von Expertinnen und Experten, aber auch von der Bundesregierung eine Verankerung der Thematisierung von sexualisierter Gewalt und deren Prävention in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte gefordert. Damit ist auch die Hochschule angefragt – und zwar sowohl auf der Ebene der Wissensvermittlung für zukünftig pädagogisch Handelnde als auch auf der Ebene der Organisation, da die Hochschule selbst ihre Mitglieder vor Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen schützen muss“, sagt Professorin Meike Baader. Inwiefern diese Themen in der Lehre an niedersächsischen Hochschulen verankert sind und über welche Präventions-, Hilfe- und Beratungsstrukturen die Hochschulen verfügen, untersucht die Erziehungswissenschaftlerin in dem dreijährigen Forschungsprojekt. In der Abschlußphase kooperiert die Professorin mit regionalen Fachberatungsstellen. Seit vielen Jahren forscht Baader in diesem Bereich und befasst sich mit der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften, zudem betreut die Professorin erziehungswissenschaftliche Abschlussarbeiten und Promotionen.

Im Rahmen der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ fördert das Wissenschaftsministerium das Forschungsprojekt „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music Hildesheim“. Ziel des Teams um den Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels ist die wissenschaftliche Erschließung der Musikinstrumente der tibetisch-buddhistischen Klöster und Wandermönche aus der Sammlung Rolf Irle. Die Wissenschaftler arbeiten an der Digitalisierung, Erschließung und Sicherung von Kulturerbe und setzen sich dafür ein, Instrumenten- und Tonträgersammlungen zugänglich zu machen.

Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Svea Korff und Prof. Dr. Meike Baader vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ sind zudem Kooperationspartner in dem Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung“ der Universität Osnabrück.

„Hochrangige Forschungsvorhaben, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen“

Die drei Projekte der Universität Hildesheim werden mit jeweils rund 250.000 Euro gefördert. Gefördert werden die Projekte, da sie für hochrangige Forschungsvorhaben stehen, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen. Weitere Forschungsprojekte fördert das Land etwa an den Univesitäten in Göttingen, Osnabrück und Oldenburg.

Die Auswahl erfolgte durch Fachgutachterinnen und Fachgutachter in Zusammenarbeit mit der „Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen“ (WKN). Die Mittel für das Förderprogramm stammen aus dem „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-15025 Fri, 29 Jun 2018 14:42:00 +0200 Liebe und Hass: Studierende laden zum „Wandelkonzert“ durch Hildesheim ein https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/liebe-und-hass-studierende-laden-zum-wandelkonzert-durch-hildesheim-ein/ Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim organisieren jedes Jahr das „Wandelkonzert“ mitten in der Stadt Hildesheim. „Wir befassen uns musikalisch mit Liebe und Hass, kombinieren Klänge mit Sprache und binden Gedichte auf Türkisch, Griechisch, Spanisch, Französisch und Deutsch in das Programm ein“, sagt die Musikstudentin Bengisu Erginer. Wandelkonzert, Liebe & Hass, 1. Juli 2018 [kostenfrei] [Programm als PDF]

Ein gewisses Gefühl der Angst, der Aufregung, verspürt Bengisu Erginer in diesen Tagen. Denn die Studentin läuft derzeit einen musikalischen Marathon: Die Sängerin probt Stücke, etwa „Love 9/8 in Germany“ gemeinsam mit Violine, Cello und Gitarre und Georg Friedrich Händels Arie „Süße Stille, sanfte Quelle ruhiger Gelassenheit!“ sowie „Cinq Mélodies populaires grecques“ von Maurice Ravel. Zudem organisiert sie die Konzertreihe, in der sie die Stücke aufführen wird.

Die Zeit läuft, noch zwei Mal schlafen, dann steht das große Ereignis bevor: Die Studentin wird Anfang Juli gemeinsam mit 40 weiteren Studentinnen und Studenten Hildesheim zum Klingen bringen. Ab 14:14 Uhr wandeln die Musikerinnen und Musiker durch Hildesheim und spielen an ausgewählten Orten wie dem Marktplatz und den Weltkulturerbestätten Dom und St. Michaeliskirche Konzerte, mitten in der Stadt, der Eintritt ist frei. Das Wandelkonzert endet am Sonntagabend mit einem Konzert im Roemer- und Pelizaeus-Museum mit Werken von Max Bruch (1. Violinkonzert in g-Moll), Ludwig van Beethoven (Sonatine WoO 43 in D-Moll) und Claude Debussy (Sonate für Violine und Klavier g-Moll). Zuhörer können von Beginn an mitgehen oder jederzeit dazustoßen.

„Die Konzertreihe ist eine wunderbare Plattform, gemeinsam unser Können zu zeigen“

Aufgeregt sei sie, wie das Hildesheimer Publikum auf das Programm reagieren wird, sagt Bengisu Erginer. „Wir kombinieren in diesem Konzert Klänge mit Sprache, binden Gedichte auf Türkisch, Griechisch, Spanisch, Französisch und Deutsch in das Programm ein. Selbst wenn wir die Sprachen nicht verstehen, können wir über die Klänge der Texte und Stücke ein Gefühl dafür entwickeln, welche Idee in dem jeweiligen künstlerischen Werk verborgen liegt, ob es um Liebe, Zuneigung oder Hass geht.“

Die 21-jährige Studentin hatte die Idee zu der Kombination von Wort und Klang und hat hierzu weitere Studentinnen und Studenten aus Griechenland, der Türkei und Frankreich eingebunden, die derzeit ein Austauschsemester in Hildesheim absolvieren. Bengisu Erginer studiert eigentlich nahe der türkischen Hauptstadt Istanbul an der Uludag University Education of Music, seit Oktober 2017 studiert sie auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim und absolviert ein Austauschjahr als Erasmusstudentin in Hildesheim. „Die Konzertreihe in Hildesheim ist eine wunderbare Plattform für uns Musikstudentinnen und Musikstudenten, gemeinsam unser Können zu zeigen.“

Liebe und Hass in familiären Beziehungen, gegenüber der Natur und in der Politik

Gemeinsam mit dem Musikdozenten Jan Hellwig organisieren Studentinnen und Studenten das „Wandelkonzert“ unter dem Motto „Liebe und Hass“. Es geht um Liebe und Hass in familiären Beziehungen, Liebe und Hass gegenüber der Natur, zur Heimat und in der Politik. Marieke Mau, die das Konzert in diesem Jahr mitorganisiert, sagt: „Liebe und Hass begegnen uns allen und gehören zum Leben dazu. Mit unserer Musik möchten wir die Facetten sichtbar machen, nähern uns der Liebe und dem Hass mit unterschiedlichen musikalischen Mitteln, vom Beatboxing über ein Free-Jazz-Ensemble bis zum klassischen Streichquartett.“ Die 21-Jährige studiert in Hildesheim Lehramt mit den Fächern Musik und Englisch und wird während des Wandelkonzertes eine Händel-Arie gemeinsam mit einer Cellistin aufführen.

Hannah Kawalek, die bereits Konzerte in Hildesheim mitorganisiert hat, ist in diesem Jahr als Musikerin dabei. Die 22-jährige Studentin spielt Tenorblockflöte und wird unter anderem das Stück „Kleine Landschaft in Regenstimmung“ aus „Vier Aquarelle nach Paul Klee“ von Walter Steffens aufführen. Das Werk wird Kawalek auch demnächst im Rahmen ihrer Instrumentalprüfung spielen. „Ich schätze diese Möglichkeit sehr, dass wir Konzerte nicht nur im kleinen Kreis im universitären Raum aufführen, sondern hinein in die Stadt gehen.“

Das Konzertteam hat ein Programm aus Klassik, Jazz, Klangexperimenten und Improvisationen entwickelt und lädt Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Bürgerinnen und Bürger ein. Die Konzerte sind Premieren, Studentinnen und Studenten vom ersten Bachelorsemester bis zum letzten Mastersemester zeigen, wie vielfältig Klänge produziert werden können und was man aus Instrumenten herausholen kann.

Die Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim hoffen, dass möglichst viele Hörer an dem Wandelkonzert am Sonntag teilnehmen, die Klangräume aufsuchen und darüber nachdenken.

Die Studentinnen möchten Musikerinnen und Musikern einen Raum geben, in dem sie ihr Können öffentlich präsentieren können. Statt in einem kleinen Hörsaal in der Universität verlegen sie die Konzerte in die Stadt, gehen an öffentliche Orte und suchen Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern.

Seit 15 Jahren organisiert Jan Hellwig gemeinsam mit Studentinnen und Studenten die Konzertreihen. Im Seminar am Institut für Musik und Musikwissenschaft stellen sie die Konzertinhalte zusammen und organisieren die Veranstaltung. Und immer wieder entdeckt Jan Hellwig überraschende Talente,

Zum Kernorganisationsteam des Wandelkonzerts gehören Marieke Mau, Bengisu Erginer und Jan Hellwig sowie das Literatur-Team:Ertuğrul Yalçın, Theonymfi Dryleraki, Mona Sachße und Guillaume Parant. Für den Technik-Support ist Thomas Ehmerverantwortlich.

Wandelkonzert – das Programm im Überblick:

Wandelkonzert, Liebe & Hass, 1. Juli 2018, Hildesheim
Der Eintritt ist frei.

Programm als PDF (ausführliches Programm)

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft
news-12759 Wed, 27 Jun 2018 11:22:00 +0200 Mentoring-Programm: „Ich erkenne meine Stärken“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/mentoring-programm-ich-erkenne-meine-staerken/ Bis zum 1. Juli 2018 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Hier berichten die Studentinnen Luka Sackmann und Anna Kardziev über ihr Studium in den Bereichen Übersetzen sowie Angewandte Informatik und wie sie sich im Rahmen des Mentorings auf ihren Berufseinstieg vorbereiten. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Der Bewerbungsschluss ist der 1. Juli 2018, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoring beginnt dann im Wintersemester 2018/19.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Wer Fragen zu dem Programm „ProKarriere-Mentoring: Karriereförderung für Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Sandra Ahnen vom Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim unter 05121 883 92162 und ahnens[at]uni-hildesheim.de.

Jetzt bewerben bis zum 1. Juli 2018

Warum nehmen Sie am Mentoring-Programm teil?

Hier berichten zwei Studentinnen aus dem aktuellen Mentoring-Jahrgang über ihr Studium in den Bereichen Übersetzungswissenschaft sowie Angewandte Informatik. Sie geben einen Einblick, warum sie das Mentoring-Programm anderen Studentinnen weiterempfehlen.

„Ich habe viel in mein Studium investiert und erkenne im Mentoring-Programm meine Stärken“

Luka Sackmann studiert „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ und spezialisiert sich in Hildesheim auf das technische Übersetzen. Im Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros wird die 26-Jährige ein Jahr lang auf ihrem Weg in das Berufsleben gecoacht.

„Viele Fragen mich: Technische Redaktion – ist das nicht langweilig? Ich habe viele Jahre in mein Studium an der Universität Hildesheim investiert. Als technische Übersetzerin bearbeite ich etwa Installationsanleitungen in der Automobilindustrie. Ich schreibe gerne Texte strukturiert, ohne Schnörkel, und habe Freude daran, Texte aufzuräumen und zu erklären, wie eine Maschine funktioniert. Das Mentoring-Programm ist eine ideale Unterstützung im Übergang vom Studium in das Berufsleben. Ich erkenne meine Stärken und konzentriere mich auf das, was ich beruflich erreichen möchte“, sagt die Studentin.

„Meine Mentorin kommt aus dem Maschinellen Lernen und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“

Anna Kardziev, 26, studiert „Angewandte Informatik“ an der Universität Hildesheim. Sie schreibt ihre Masterarbeit über künstliche Intelligenz: „Fallbasierte Konfiguration“ und wird ein Jahr lang in ihrer Abschlussphase von einer Mentorin aus der Wirtschaft im Programm „ProKarriere-Mentoring“ begleitet.

„Ich studiere ‚Informationsmanagement und Informationstechnologie‘ mit dem Schwerpunkt Angewandte Informatik. In meiner Masterarbeit setze ich mich mit einem Mechanismus der künstlichen Intelligenz auseinander, der mit Erfahrungswissen arbeitet. Dabei wird Erfahrung aus der Vergangenheit genutzt, um daraus zu lernen und zukünftige ähnliche Probleme zu lösen. Ein Beispiel: Mithilfe von Erfahrungswissen können in der Industrie Diagnosesysteme bei Wartungsarbeiten schneller erkennen, wie eine technische Maschine repariert werden kann. In meinem Bachelorstudium habe ich mich in Magdeburg vor allem mit dem Wissensmanagement beschäftigt, in Hildesheim kann ich die technische Seite stärken, mich spezialisieren. Ich studiere bei Professor Klaus-Dieter Althoff im Bereich ‚Intelligente Informationssysteme‘ am Institut für Informatik und bei Professor Ralf Knackstedt an der Abteilung ‚Informationssysteme und Unternehmensmodellierung‘.

Ich möchte in meiner beruflichen Zukunft im Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Meine Familie kommt nicht aus dem IT-Bereich, es fiel mir schwer zu wissen, was ich mit einem Informatikstudium beruflich anstreben kann. Ein Jahr lang nehme ich jetzt am ‚ProKarriere‘-Mentoring des Gleichstellungsbüros teil. Das ist ideal: Meine Mentorin kommt aus dem Bereich ‚Maschinelles Lernen‘ und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“, sagt die Studentin Anna Kardziev.

TIPP: Wer sich für ein IT-Studium interessierte, sollte den Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich" am 4. Juli 2018 an der Universität Hildesheim nicht verpassen.

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 4 Informatik Fachbereich 1 Fachbereich 2
news-10409 Fri, 22 Jun 2018 09:48:42 +0200 Deutschlands Filmszene trifft sich in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/deutschlands-filmszene-trifft-sich-in-hildesheim/ Ein Team um Volker Wortmann organisiert in diesem Jahr das „Bundes.Festival.Film“ in Hildesheim. Das bundesweit größte Medienfestival für junge Regisseurinnen und Regisseure findet erstmals in Niedersachsen statt. Die im Vorjahr ausgezeichnete Hildesheimer Nachwuchs-Regisseurin Hoa Nguyen gehört zur Festival-Jury. Hier geht's zum Festivalprogramm

Vom 22. bis 24. Juni 2018 gastiert das „Bundes.Festival.Film“ im Thega Filmpalast. Das generationenübergreifende Nachwuchs-Filmfestival findet damit erstmals in Niedersachsen statt. Etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland werden erwartet. Alle Produktionen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich.

Das Festival markiert den feierlichen Abschluss und Höhepunkt der beiden Bundeswettbewerbe „Deutscher Jugendfilmpreis“ und „Deutscher Generationenfilmpreis“. Während der Festivaltage in Hildesheim werden die Preisträgerinnen und Preisträger gekürt. Über 880 Produktionen wurden in diesem Jahr bei den Filmwettbewerben eingereicht. Die besten 38 Arbeiten wurden nun für das Bundesfilmfestival nominiert. Das Festival zeigt überraschende Filmideen, spannende Erzählweisen und authentische Protagonistinnen und Protagonisten.

Auf dem Festival werden eine Vielzahl filmischer Sujets und Herangehensweisen gezeigt, von Stop-Motion-Techniken und Coming-of-Age-Dramen bis zu Zitationen bekannter Filmstoffe. Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim organisieren gemeinsam mit dem promovierten Medienwissenschaftler Volker Wortmann Programmelemente. Dazu zählen unter anderem ein Gesprächs-Panel mit Beteiligten des Wettbewerbs und die Möglichkeit alle Filme in einer Besucher-Lounge nachzuschauen. In Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst (HAWK) entstanden Festival-Trailer und eine „Voting-App“ für Smartphones, mit der Zuschauer ihre Lieblingsfilme wählen können. Das Team um Wortmann bezieht viele Hildesheimer Akteure in das Bundesfestival ein, den Filmpalast, das LitteraNova und das Literaturhaus St. Jakobi. Das Team hat auch Hildesheimer Schulen aufgerufen, sich zu beteiligen, unter anderem sind am Festivalwochenende sieben Hildesheimer Schülerinnen und Schüler als Festivalreporter mit der Kamera unterwegs.

Bereits im Vorjahr wurde eine Hildesheimer Studentin in dem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet: Für ihre biografische Erzählung über das Aufwachsen zwischen zwei Welten erhielt Hoa Nguyen zwei Filmpreise. In ihrem Kurzfilm setzt sich Filmemacherin mit der Entscheidung ihrer Eltern auseinander, ihre Heimat zu verlassen. Die Nachwuchs-Regisseurin erhielt neben dem Publikumspreis den Preis in der Kategorie „Generationenübergreifend". Das Wichtigste für junge Filmemacherinnen und Filmemacher sei, die „eigenen Ideen ernst zu nehmen und sich nicht abschrecken zu lassen“. Die 24-Jährige gehört in diesem Jahr zur Jury des „Generationenfilmpreises“.

„Die Entstehung von Filmen zu begleiten, ist eine besondere Freude, unsere Studentinnen und Studenten setzen an sehr persönlichen Fragestellungen an und setzen sich mit dem Medium Film auseinander. Sie finden dabei Formen, die zum Beispiel streng und spielerisch zugleich sind und berühren“, sagt Volker Wortmann. Seit 2000 arbeitet Wortmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur. Zu seiner Forschung gehören Projekte über „Serielle Wiedergänger“, Filmbildung und Filmvermittlung sowie die Auseinandersetzung mit dokumentarischer Ästhetik in filmischen Medien, mit Mensch-Maschine-Relationen und mit der Medienevolution. 2018 wurde Volker Wortmann für seine herausragende Arbeit als erfahrener Wissenschaftler als „Senior Lecturer“ ausgezeichnet (einen Artikel übert die neuen „Senior Researcher“ und „Senior Lecturer“ lesen Sie in den Uni-Neuigkeiten in Kürze).

Lesen Sie hier ein Interview mit der Hildesheimer Filmstudentin Hoa Nguyen:

Interview: „Ich erzähle vom Dazwischensein“

Über das Filmfestival

Das „Bundes.Festival.Film“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum organisiert und durchgeführt. Schirmherr des Filmfestivals in Hildesheim ist der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Das Festival wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichhstellung. Kooperarionspartner vor Ort ist die Abteilung Medien des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen zu Programm und Festival finden Sie online:

Festival-Homepage mit Programm

Wer Fragen zum Thema Medienbildung und Filmvermittlung hat, erreicht Dr. Volker Wortmann unter wortmann[at]uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur
news-14885 Wed, 13 Jun 2018 12:15:20 +0200 5,6 Millionen Euro für Sanierung des Kulturcampus Domäne Marienburg https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/56-millionen-euro-fuer-sanierung-des-kulturcampus-domaene-marienburg/ Vor einem Jahr wurde der Kulturcampus der Universität Hildesheim vom Hochwasser erfasst und überflutet. Am heutigen Mittwoch hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Niedersächsischen Landtags umfangreichen Sanierungsmaßnahmen zugestimmt. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur investiert zusätzliche Mittel in den Hochwasserschutz. Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg lernen etwa 1300 Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet sowie 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Sanierungsmaßnahmen auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim können starten. Mit seiner Zustimmung hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Niedersächsischen Landtags bei seiner (heutigen) Sitzung den Weg für die umfangreiche Baumaßnahme freigemacht. Die Domäne mit ihrer teils mittelalterlichen Bausubstanz war durch das Hochwasser im Juli 2017 überflutet worden.

Insgesamt investiert das Land rund 5,6 Millionen Euro in den Standort: 3,9 Millionen Euro entfallen auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands und werden als Schadensausgleich aus Mitteln des Niedersächsischen Finanzministeriums (MF) finanziert. Zusätzlich investiert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) rund 1,7 Millionen Euro in den Hochwasserschutz, um die Gebäude zukünftig vor Überschwemmungen durch die nahegelegene Innerste zu sichern. Unter anderem sollen Fußböden und Wände abgedichtet und technische Installationen umverlegt werden.

Friedrich: „Ohne die Unterstützung des Landes könnten wir unsere Arbeit nicht fortsetzen“

„Der Campus Domäne Marienburg ist ein Herzstück der Universität Hildesheim. Mit den zusätzlichen Mitteln stellen wir sicher, dass Forschung und Lehre hier auch weiterhin auf hohem Niveau stattfinden können“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

„Der Kulturcampus ist unser Schmuckstück und findet internationale Beachtung. Wir danken dem Land für die Unterstützung, ohne die wir unsere Arbeit nicht fortsetzen könnten“, sagt Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim.

Vor einem Jahr, in den frühen Morgenstunden des 26. Juli 2017, wurde der gesamte Kulturcampus Domäne Marienburg vom Hochwasser erfasst. 3000 Quadratmeter Erdgeschossfläche in elf Gebäuden wurden überflutet und das Burgtheater schwer beschädigt. Zahlreiche Lehrende, Studentinnen und Studenten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich seitdem mit großem Engagement und persönlichem Einsatz für den Wiederaufbau des Kulturcampus eingesetzt.

Hildesheimer Kulturcampus verbindet künstlerische Praxis und wissenschaftliche Arbeit

Auf dem Kulturcampus befinden sich die Räume der kulturwissenschaftlichen Institute – von Philosophie und Musik bis Literatur und Theater. Die ältesten Teile der mittelalterlichen Burganlage werden auf das Jahr 1346 datiert. Auf dem Kulturcampus sind die Institute für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft, für Kulturpolitik, für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, für Medien, Theater und Populäre Kultur sowie für Musik und Musikwissenschaft sowie für Philosophie unter einem Dach verortet.

Derzeit findet das künstlerisch-praktische Projektsemester zum Thema Auf- und Umbrüche von 1968 statt. Die Ergebnisse in den Bereichen Literatur, Theater, Medien, Kunst, Musik, Philosophie und der Populären Kultur werden in einer öffentlichen Präsentationsphase vom 4. bis zum 8. Juli 2018 in Hildesheim gezeigt.

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Pressemeldungen Fachbereich 2
news-11397 Sun, 03 Jun 2018 00:17:19 +0200 Kulturpolitik: Nachruf – Gedenken an Ehrendoktor Hilmar Hoffmann https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kulturpolitik-nachruf-gedenken-an-ehrendoktor-hilmar-hoffmann/ Die Universität Hildesheim trauert um Hilmar Hoffmann. Der Kulturpolitiker war Ehrendoktor der Universität Hildesheim. Mit seinem Buch „Kultur für alle“ begründete er eine Theorie der Kulturellen Bildung und gestaltete sie in der Praxis. Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider hat eines der letzten Interviews mit Hilmar Hoffman geführt. Die Universität Hildesheim trauert um ihren Ehrendoktor Hilmar Hoffmann, der im Alter von 92 Jahren am 1. Juni 2018 verstorben ist. 

Hilmar Hoffmann ist am 25. August 1925 in Bremen geboren. Hilmar Hoffmann gilt als Grand Seigneur der Kulturpolitik. Ob als Direktor der Volkshochschule Oberhausen, als Frankfurter Kulturdezernent oder als Präsident des Goethe-Instituts, er hat Kulturpolitikgeschichte geschrieben. Mit seinem Buch „Kultur für alle“ begründete er eine Theorie der Kulturellen Bildung und gestaltete sie in der Praxis. 

1999 hat die Universität Hildesheim Hilmar Hoffmann die Ehrendoktorwürde aufgrund seiner kulturellen, kulturpolitischen und kulturwissenschaftlichen Leistungen verliehen. Mit seinen Schriften, darunter „Kultur für alle“ (1979) und „Kultur als Lebensform“ (1990) hat Hilmar Hoffmann für eine Breitenkultur geworben, die einen gleichberechtigten Platz neben der traditionellen „Hochkultur“ einnehmen sollte. 

Unter Hilmar Hoffmann veränderte sich die Stadt Frankfurt am Main zu einem Zentrum der Künste – allein 15 Museen eröffneten in seiner Amtszeit, darunter das erste Filmmuseum, das erste Architekturmuseum und das erste jüdische Museum Deutschlands, er hat das Museumsufer und die Kunsthalle Schirn geschaffen.

„Hilmar Hoffmann hat sein kulturpolitisches Credo immer auch als Beitrag zur Demokratisierung verstanden und zum sozialen Zusammenhalt in den Städten. Dafür ist ihm zu danken“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Die zentrale kulturpolitische Aufgabe bestehe darin, möglichst vielen, vor allem die bislang von den Kulturinstitutionen kaum erreichten Menschen, das Menschenrecht der kulturellen Teilhabe zu ermöglichen und die infrastrukturellen Voraussetzungen für Kunstproduktion und Kulturrezeption zu reformieren.

Professor Wolfgang Schneider hat Hilmar Hoffmann noch am 22. Mai 2018 zu einem ausführlichen Interview getroffen. „Hilmar Hoffmann hatte mit über 90 Jahren noch ein neues Buch geschrieben. Es war sein Fünfzigstes, vielleicht sein persönlichstes Buch. Denn es geht in dem Werk nicht um ‚Kultur für alle‘ oder ‚Kultur als Lebensform‘, um ‚Kultur und Wirtschaft‘ oder die ‚Kulturpolitik der Berliner Republik‘, sondern es geht um ihn als Mitglied der ‚Generation Hitlerjugend‘. Im 93. Lebensjahr unternimmt er mit dem Werk den Versuch, mittels Alltagsbeschreibungen und Gesellschaftsanalysen Ursachen und Folgen nationalsozialistischer Erziehung zu ergründen. Im gelingt eine zeitdiagnostische Selbstauskunft, gewissermaßen auch eine Abrechnung mit der eigenen Jugendzeit, die er selbst als ‚Reflexionen über eine Verführung‘ beschreibt“, so Professor Schneider. „Das Buch ist mit seinen Erkenntnissen aus einer totalitären Vergangenheit zudem ein klares Bekenntnis zu künstlerischer Freiheit und kultureller Bildung für eine demokratische Zukunft.“

Lesen Sie hier das Interview mit Hilmar Hoffmann vom 22. Mai 2018 [PDF]

[Das Interview erscheint in Heft 2 Ende Juni 2018 der Zeitschrift „Kulturpolitische Mitteilungen"]

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-14841 Mon, 28 May 2018 07:38:00 +0200 Grundlagenforschung: Kommentieren im digitalen Raum https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/grundlagenforschung-kommentieren-im-digitalen-raum/ Ein Hildesheimer Forschungsverbund untersucht, wie sich das Lesen im digitalen Raum verändert. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „Rez@Kultur“ über drei Jahre. Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Computerlinguistik, Kulturjournalismus, Wirtschafts- informatik und Kulturpolitik analysieren zum Beispiel Lesevorgänge und Online-Gespräche über Werke der Kunst und Literatur.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim befassen sich mit der Frage, wie sich das Lesen und Kommentieren im digitalen Raum verändert und sich auf kulturelle Bildungsprozesse auswirkt. Die acht Forscherinnen und Forscher kommen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Kulturjournalismus und Kulturpolitik bis Wirtschaftsinformatik. Das Bundesforschungsministerium fördert den interdisziplinären  Forschungsverbund „Rez@Kultur“ über drei Jahre.

Mit Lesen verbundene soziokulturelle Praktiken in digitalen Netzwerken sind bisher kaum national oder international erforscht. Bisher wurde kaum methodisch fundiert und grundlegend die Frage beantwortet, in welcher Form sich kulturelle Bildungsprozesse im Kontext von Digitalisierung konkret verändern, da die empirische Datenbasis fehlt, um wissenschaftlich abgesichert zu Hypothesen zu gelangen.

Welche wirtschaftliche Bedeutung den Kundenrezensionen etwa im Online-Handel zukommt, wurde bereits erforscht – die digitalen Bildungswirkungen von Gesprächen über Literatur und Kunst wurden bisher nicht analysiert.

Lesen und kommentieren im digitalen Raum – bisher kaum international erforscht

Das Hildesheimer Forschungsteam um Guido Graf, Ulrich Heid, Ralf Knackstedt und Vanessa Reinwand-Weiss baut bis 2020 die empirische Grundlagenforschung aus und wendet dabei Methoden aus dem Bereich „Big Data“ an: Mit computerlinguistischen Werkzeugen werten die Forscherinnen und Forscher große Datenbestände aus und analysieren Textmengen, die auf blogs und Online-Portalen (etwa in Kundenrezensionen) im Netz erzeugt werden. Der Fokus liegt auf deutschsprachigen Rezensionen zu Kunst und Literatur.

Wie sieht etwa die Diskussion auf den Internetseiten von Büchershops aus, was hat sich seit 2000 bis heute verändert? Welche Einflüsse haben die digitalen Technologien darauf, wie wir über Texte und Fotografien sprechen? Was bedeutet dies für individuelle Bildungsprozesse? Wie verlaufen Diskussionsprozesse über Literatur im „Social Reading“ – also auf Plattformen, auf denen sich Leseinteressierte treffen, Bücher bis hin  zu einzelnen Textstellen und Sätzen kommentieren und so darüber online ins Gespräch kommen? Seit April 2018 erprobt die Universität Hildesheim das „Social Reading“ in der Lehre, als erste Hochschule in der deutschen Wissenschaftslandschaft.

Digitale Geisteswissenschaften: Forschungsverbund analysiert große Datenbetände und Textmengen

„Immer wieder gerade dann, wenn es um das Lesen geht, hat jede und jeder eine Meinung dazu, wie sich die Digitalisierung darauf auswirkt, ohne eigentlich mehr als die subjektive Wahrnehmung für diese Beurteilung zur Verfügung zu haben. Wir dagegen nähern uns der Frage empirisch und analysieren Lesevorgänge und das Online-Gespräch über literarische Texte und andere künstlerische Gegenstände mit computerlinguistischen und Datenauswertungs-Methoden. Wir möchten Antworten formulieren auf die Frage, wie sich die Digitalisierung auf unsere kulturelle Kommunikation auswirkt, auf die Herausbildung kritischer Kompetenz – kurz: auf die kulturelle Bildung“, sagt Guido Graf. Der promovierte Literaturwissenschaftler leitet das Forschungsprojekt.

In den ersten Monaten haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem an der Modellierung der Daten gearbeitet. Dazu gehört die Auswahl der Online-Plattformen aus den Bereichen Kunst und Literatur, die nun mittels Massendatenerhebung untersucht werden. „Wir erarbeiten fein abgestimmte Cluster, also Filter, mit denen diese Massendaten untersucht werden“, sagt Graf.

Die Chance in dem Projekt liegt auch in der Kombination der Forschungsdisziplinen – von Kulturwissenschaft bis Informatik arbeiten die Wissesnchaftlerinnen und Wissenschaftler von Anfang an zusammen. „Da treffen Welten aufeinander“, sagt die Wirtschaftsinformatikerin Kristin Kutzner. „Wir können als Informatikerinnen und Informatiker die kreativen Industrien und Bildungsprozesse mit einen anderen Brille analysieren. Wir helfen dabei, Daten aus Plattformen zu ziehen, mit Informationssystemen zu arbeiten sowie die Prozesse in der Datenflut zu organisieren.“

Die Literaturwissenschaftlerin Kristina Petzold interessiert sich besonders für die Frage, wo das Professionelle in der digitalen Welt verortet ist. „Heute kann jeder Laie Rezensionen veröffentlichen.“ In den vergangenen Jahren sind im Internet verschiedene Protale entstanden, die nicht nur literarische Texte und Werke der Bildenden Kunst verfügbar machen, so dass sie gelesen oder angeschaut werden können. Vielmehr ist heute auch deren Kommentierung und Bewertung sowie Weiterentwicklung (Co-Creation) möglich. Wie bilden sich auf diesen Plattformen kritische Diskurse aus? Wie unterscheiden sie sich von traditioneller Literaturkritik? Kristina Petzold weist darauf hin, dass mit dem World Wide Web neue Wertungsstrukturen entstanden seien, jenseits der Autoritätsansprüche, wie sie etwa im 20. Jahrhundert das Zeitungsfeuilleton etabliert hat. Die Froscher sprechen von einer „Deprofessionalisierung von Kritik“, der kritische Diskurs stützt sich nicht mehr allein auf Gatekeeper und Meinungsführer.

Wie kann im digitalen Raum eine kritische Praxis und Diskursfähigkeit aufgebaut werden?

Guido Graf möchte in dem Forschungsprojekt herausfinden, wie im digitalen Raum eine kritische Praxis und Diskursfähigkeit aufgebaut werden kann. Denn, so die These: Nur wer eine kritische Beurteilungskompetenz für kulturelle Artefakte – ob Bücher oder Fotografie – herausbildet, kann am Bildungsprozess teilhaben.

Das Hildesheimer Forschungsprojekt „Rez@Kultur. Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse: Eine multimethodische empirische Analyse“ läuft von 2017 bis 2020 im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung in der kulturellen Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Mehr über das Forschungsprojekt Rez@Kultur

Kurz erklärt

Wer im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ zusammenarbeitet

Seit 2017 läuft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Drittmittelprojekt. Um die „Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse“ zu erforschen, haben sich vier Institute der Universität Hildesheim zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen:

  • Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft (Dr. Guido Graf, Projektleitung)
  • Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie (Prof. Dr. Ulrich Heid)
  • Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Ralf Knackstedt)
  • Institut für Kulturpolitik (Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss)

Das Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft hat seit 2009 praktische Forschungsarbeiten zu neuen Formen literarischer Kommunikation im digitalen Raum durchgeführt. Untersucht wurde auf Tagungen und in „Social Reading“-Projekten, wie sich die zunehmende Bedeutung des mobilen Internets auf die Praxis des Lesenes, Kommentierens und Diskutierens auswirkt und der Einfluss der Digitalisierung auf den Literaturbetrieb untersucht.

Das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie hat sich spezialisiert auf die Entwicklung computerlinguistischer Werkzeuge zur Analyse von deutschen und englischen Texten. Im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „e-Identity“ wurden Verfahren zur computerlinguistischen Erschließung größerer Textmengen aus elektronischen  Zeitungsarchiven  entwickelt. Auch Verfahren zur Identifikation von Berichts- und Kommentarstrukturen entstanden.

Das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik hat im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „InDeKo.Navi“ die Kommunikation zu Forschungsprojekten analysiert, um Chancen der Zusammenarbeit von Forschungsgruppen gezielt aufzeigen zu können. Die Wirtschaftsinformatiker haben sich spezialisiert auf die Modellierung von  Prozessen.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt am Hildesheimer Institut für Kulturpolitik ist die kulturelle Bildung. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchs- wissenschaftler untersuchen im bundesweiten Netzwerk „Forschung Kulturelle Bildung“, wie Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur aufwachsen und welche Strukturen geschaffen werden, um Teilhabe an Kultur zu ermöglichen.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 2 Kulturpolitik Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Fachbereich 4 Startseite Forschung
news-14032 Mon, 30 Apr 2018 08:27:00 +0200 Jubiläum: 10 Jahre Lese- und Schreibzentrum an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/jubilaeum-10-jahre-lese-und-schreibzentrum-an-der-universitaet-hildesheim/ Ein Team um Professorin Irene Pieper unterstützt seit zehn Jahren Studierende aller Fachbereiche beim wissenschaftlichen Arbeiten. Das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim feiert sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet eine Jubiläumstagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens aus. Den hochschulöffentlichen Festvortrag hält der renommierte Linguist Professor Konrad Ehlich. Hier geht's zum Programm der Jubiläumstagung

In diesem Jahr feiert das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet am 4. Mai 2018 eine Tagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens in Lehre, Forschung und Beratung aus.

Den hochschulöffentlichen Festvortrag „Wissenschaftlich schreiben. Lernen durch Lesen“ hält der Linguist Professor Konrad Ehlich vom Institut für deutsche und niederländische Philologie der Freien Universität Berlin. Zum Auftakt findet am Donnerstag, 3. Mai 2018, um 18:30 Uhr eine Lesung mit der bekannten Autorin Daniela Danz im Rahmen des Literarischen Salons statt. Daniela Danz liest aus dem Roman „Lange Fluchten“, diese Veranstaltung ist öffentlich.

Die Tagung bietet Gelegenheiten zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des akademischen Lesens und Schreibens, auch angesichts der tiefgreifenden Wandlungsprozesse in der gegenwärtigen Studien- und Wissenschaftskultur – etwa durch die fortschreitende Internationalisierung und Digitalisierung des Studiums sowie die zunehmende Diversität der Studentinnen und Studenten. Was bedeutet etwa die zunehmende Mehrsprachigkeit an Universitäten für eine diversitätssensible Lese- und Schreibdidaktik? Wie verändern sich Lese- und Schreibprozesse im Zeitalter der Digitalisierung und wie kann man diesen Veränderungen begegnen?

Das akademische Lesen und Schreiben stehe im Zuge der Digitalisierung vor Herausforderungen, sagt Professorin Irene Pieper. „Alltägliche Lese- und Schreibpraktiken haben neue Formen angenommen und vor allem an Tempo gewonnen“, so die Literaturwissenschaftlerin vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. „Ändern sich dadurch zum Beispiel die Lesegewohnheiten gegenüber längeren Texten? Wie steht es um Toleranz gegenüber hoch verdichteten Texten, wenn wir uns durch Informationswelten bewegen, die aus der Kürze und dem Hyperlink heraus leben? Komplexe Texte schreibend zu verarbeiten, war schon immer herausfordernd. Was sich da gegenwärtig tut, übersehen wir noch gar nicht. Es scheint jedenfalls derzeit besonders wichtig, Schreib- und Lesegelegenheiten zu suchen und zu pflegen, die auch geeignet sind, einen langen Atem zu entwickeln und zu kultivieren“, sagt Irene Pieper.

Die Hildesheimer Psychologieprofessorin Renate Soellner spricht auf der Tagung über das wissenschaftliche Arbeiten in der Psychologie. Dr. Wiebke von Bernstorff und Dr. Kerstin Böhm vom Institut für deutsche Sprache und Literatur diskutieren über das Thema „Sprecht! Lest! Schreibt! Möglichkeiten des Lesens und Schreibens in der universitären Lehre“. Über die digitale Leseszene spricht der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf. Über das Problem, die Fremdsprache Theologie zu beherrschen, diskutiert Theologieprofessorin Christina Kalloch.

An der Tagung können Studierende und Lehrende aller Fachbereiche kostenfrei teilnehmen. Die Konferenz „Wissen schaffen. Lesen und Schreiben im Gespräch“ findet am 4. Mai 2018 am Bühler-Campus, dem Sprachencampus der Universität Hildesheim, statt (Lübecker Str. 1, 31141 Hildesheim).  Die Lesung mit Daniela Danz findet in der Leselounge der Universitätsbibliothek (Universitätsplatz 1) statt,

Veranstaltet wird die Konferenz von Prof. Dr. Irene Pieper, Dr. Ulrike Bohle, Denise Reimann, M.A. und dem Team des Lese- und Schreibzentrums der Universität Hildesheim.

Kurz erklärt

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren. Mit dem Literarischen Salon leistet das Lese- und Schreibzentrum gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur einen Beitrag zum literarischen Leben der Universität und der Stadt.

Anmeldung: Teilnahme an der Tagung

Für Angehörige der Universität Hildesheim ist die Tagung kostenfrei. Die Veranstalter bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 24. April 2018 (Anmeldeformular online). Bei Fragen zur Tagung ist Denise Reimann vom Institut für deutsche Sprache und Literatur erreichbar unter denise.reimann@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14702 Fri, 20 Apr 2018 11:12:03 +0200 Ausschreibung: Preis für herausragende studentische Initiativen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ausschreibun-12/ Das Präsidium der Universität Hildesheim lobt einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Damit sollen Studentinnen und Studenten ausgezeichnet werden, die sich über das eigentliche Studium hinaus besonders engagieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Mai 2018 möglich. Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studierende, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder die Belange Dritter einsetzen. Um das außerordentliche Engagement dieser Studierenden zu würdigen, lobt das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll mit dem Preis ein weiterer Beitrag zur Verwirklichung des Leitbilds der Universität Hildesheim als Studierendenuniversität geleistet werden.

Studentische Initiativen, die an die Universität Hildesheim gebunden sind, können entweder durch Dritte vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Hier finden Sie die Details der Ausschreibung [PDF]

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news-14650 Mon, 02 Apr 2018 13:31:00 +0200 Künstliche Intelligenz: Interview mit Dirk Hohnsträter https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kuenstliche-intelligenz-interview-mit-dirk-hohnstraeter/ „Der digitale Wandel ist ein Kulturthema. Technologien werden von Menschen gemacht und prägen das Leben der Menschen. Sie betreffen unser Selbst- und Weltverhältnis“, sagt Dirk Hohnsträter. Der Kulturwissenschaftler spricht im April in Hannover über „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung“. Der promovierte Hildesheimer Kulturwissenschaftler Dirk Hohnsträter diskutiert am Montag, 16. April 2018 im Rahmen der Reihe „Forschung made in Niedersachsen“ mit Kolleginnen und Kollegen aus Informatik und Maschinenbau über „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung“ [Programm]. Die Veranstaltung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ist öffentlich. Im Gespräch verrät Hohnsträter, was der digitale Wandel mit Kultur zu tun hat.

Nachgefragt bei Dr. Dirk Hohnsträter

Welche Hildesheimer Botschaft nehmen Sie nach Hannover mit?

Ganz klar: Der digitale Wandel ist ein Kulturthema. Technologien werden von Menschen gemacht und prägen das Leben der Menschen. Sie betreffen unser Selbst- und Weltverhältnis: wie wir mit den Dingen umgehen, uns präsentieren und ausdrücken. Denken Sie beispielsweise an Smartphones, die nicht nur die Art und Weise verändert haben, wie wir uns in der Öffentlichkeit verhalten, sondern sogar unsere Körperhaltung, Gestik und Mimik bestimmen. Oder halten Sie sich vor Augen, dass wir permanent digitale Spuren hinterlassen und Computer, wie man so schön metaphorisch sagt, nicht vergessen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Erinnerungskultur.

Sie haben gemeinsam mit Stefan Krankenhagen, Professor für Kulturwissenschaft und Populäre Kultur, in Hildesheim die Forschungsstelle Konsumkultur aufgebaut und beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Konsumkultur. Was untersuchen Sie zum Beispiel, was möchten Sie herausfinden in Ihrer Forschung?

Die Digitalisierung hat die moderne Konsumkultur endgültig zu einem 360-Grad-Phänomen gemacht: Wir haben 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Zugriff auf das globale Warenangebot. Dieser Zugriff erfolgt zumeist über Webshops, sei es im Browser, sei es als eigenständige App. Uns interessiert daran besonders das Interfacedesign: Welche Ästhetik haben diese digitalen Schnittstellen? Was verbindet sie mit, was unterscheidet sie von herkömmlichen Warenhäusern, Schaufenstern und Displays? Ändern Algorithmen die Art, wie wir mit käuflichen Dingen und Diensten umgehen?

Konsum und digitaler Wandel – was ist eine Erkenntnis, zu der Sie kamen?

Eine zentrale Einsicht lautet für mich, dass Code nicht neutral ist, sondern in die Algorithmen Werte einprogrammiert werden. Entsprechend „formatieren“ Interfaces durch die in ihnen angelegten Pfade des Gebrauchs das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer, beispielsweise indem sie die Preisgabe persönlicher Daten erschweren oder begünstigen. Bei der Analyse des digitalisierten Konsums müssen wir also lernen, Code und Design nicht zu trennen und die Ästhetik eines Webshops nicht nur als gleichsam draufgesetzten, schönen Schein aufzufassen.

Wenn ich an Digitalisierung und Konsum denke, fallen mir die vielen Werbeanzeigen ein, all die Portale, die zum Kauf aufrufen und Kauf-Empfehlungen, die aufploppen. Über das Smartphone erhalten Kinder und Jugendliche Zugang zu Produktwelten – der Gang durch die Fußgängerzone vorbei an Schaufenstern ist scheinbar nicht mehr erforderlich. Sie betrachten Konsum aus kultureller Sicht. Wie tiefgreifend verändert die Digitalisierung den Konsum?

Durch die Digitalisierung hat sich das große Versprechen der Konsumkultur, nämlich die umfassende und ununterbrochene Verfügbarkeit der Güter, in historisch beispielloser Weise erfüllt. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass der analoge Konsum verschwinden wird. Nicht nur gibt es Mischformen (denken Sie etwa daran, dass jede Online-Bestellung nach wie vor vom Boten ins Haus gebracht wird), sondern auch gegenläufige Bewegungen: So werden handwerklich gefertigte Unikate oder individuelle Dienstleistungen von vielen Menschen als attraktiver Kontrast zum Digitalen erfahren.

Ein Aspekt der Digitalisierung, der aus Ihrer Sicht bisher viel zu wenig beachtet wird?

Was mich immer wieder erstaunt, ist die beinahe bedenkenlose Bereitschaft zahlreicher Menschen, vormals als privat angesehene Daten preiszugeben. Mentalitätsgeschichtlich ist diese Akzeptanz persönlicher Durchsichtigkeit ein ebenso unwahrscheinlicher wie irritierender Vorgang, der sich durch das Internet der Dinge noch vertiefen wird. Das kulturwissenschaftlich zu beobachten und auch kritisch zu begleiten, ist meines Erachtens eine wichtige Aufgabe.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Dr. Dirk Hohnsträter leitet die 2017 gegründete Forschungsstelle Konsumkultur der Universität Hildesheim. Die Forschungsstelle widmet sich – durchaus einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft – den vielfältigen Aspekten der Konsumkultur. Hohnsträter promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrte an Hochschulen im In- und Ausland, darunter insgesamt sechs Jahre in Ungarn und den Vereinigen Staaten. Jüngere Veröffentlichungen umfassen Aufsätze zur Theorie, Geschichte und Ästhetik der Konsumkultur, über Handwerk, Mode, Verbraucherkompetenz, die narrative Dimension der Wirtschaft und den Konsum in den Künsten. Auf seinem seit 2013 regelmäßig bespielten Blog „INVENTUR“ wendet sich der Kulturwissenschaftler an eine breitere Öffentlichkeit und entwickelt ein E-Learning Angebot zur Konsumkultur.

Forschungsstelle Konsumkultur

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung

Dirk Hohnsträter diskutiert am Montag, 16. April 2018, in der Veranstaltungsreihe „Forschung made in Niedersachsen" des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung“. Die Diskussion beginnt um 18:00 Uhr im Conti-Foyer der Leibniz Universität Hannover (Königsworther Platz 1, 30167 Hannover).

Weitere Informationen zur Veranstaltung

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news-11896 Thu, 22 Feb 2018 08:40:00 +0100 Wissenschaftliches Arbeiten: Lese- und Schreibzentrum und Universitätsbibliothek unterstützen Studierende https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wissenschaftliches-arbeiten-lese-und-schreibzentrum-und-universitaetsbibliothek-unterstuetzen-studie/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Im Interview sprechen Elisabeth Tränkler und Denise Reimann über Konzentration beim wissenschaftlichen Schreiben. Die Hildesheimer „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ geht dieses Jahr in die siebte Runde. Sie ist Teil einer bundesweiten Initiative, die jedes Jahr im März an über 50 Universitäten tausende Studierende zum gemeinsamen Schreiben einlädt. Die Lange Nacht findet am Donnerstag, 1. März 2018, in der Universitätsbiblothek Hildesheim statt.

Interview mit Denise Reimann und Elisabeth Tränkler

Denise Reimann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lese- und Schreibzentrum sowie am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim in den Bereichen Literaturwissenschaft, Literatur- und Schreibdidaktik. Elisabeth Tränkler hat Informationswissenschaften an der FH Potsdam studiert und ist Mitarbeiterin in der Universitätsbibliothek Hildesheim. Sie arbeitet in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie Auskunft und Informationsvermittlung. Im Interview geben die beiden Uni-Mitarbeiterinnen Einblicke in ihre Arbeit und die Organisation der „Langen Nacht“.

Warum veranstalten das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" in Hildesheim?

Denise Reimann: Viele Studierende machen die Erfahrung, wie motivierend und anregend es sein kann, über einen längeren Zeitraum hinweg in Gesellschaft zu schreiben. Eine gemeinsame Nachtschicht in der Bibliothek ist eine einmalige Gelegenheit, endlich loszulegen mit der Hausarbeit, begonnene Schreibarbeiten entspannt zu Ende zu bringen und dabei nicht allein zu sein. Es geht darum, in einer inspirierten Atmosphäre zu arbeiten, Ideen und Motivation zu bekommen, einander auszutauschen, MitarbeiterInnen der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums (LSZ) der Uni Hildesheim kennenzulernen, sich beraten zu lassen, aber auch, sich zurückziehen zu können, um konzentriert zu arbeiten.

Elisabeth Tränkler: „Aufschieberitis“ kennen wir doch alle. Ich denke, die „Lange Nacht“ ist vor allem ein Anstoß in Form eines festen Termins, endlich mit der Hausarbeit anzufangen oder daran weiter zu arbeiten. Und welcher Ort der Universität wäre dazu besser geeignet als die Universitätsbibliothek? Zentral gelegen am Hauptcampus, Wissen in Form von Büchern, Zeitschriften und natürlich auch E-Medien verfügbar. Arbeitsplätze mit oder ohne PC, sowie unsere Gruppenarbeitsräume, die während der „Langen Nacht“ für die Studierenden auch ohne Reservierung nutzbar sind. Jede/Jeder kann sich in der Universitätsbibliothek einen eigenen Raum schaffen und mit oder ohne Beratung, allein oder gemeinsam Arbeiten.

Was passiert zum Beispiel in der Langen Nacht?

Denise Reimann: In der Langen Nacht unterstützen wir die Studierenden bestmöglich beim Schreiben. In einer offenen und inspirierten Atmosphäre können Studentinnen und Studenten konzentriert an den eigenen Schreibprojekten arbeiten. Wer möchte, kann darüber hinaus die vielfältigen Angebote wahrnehmen, die wir – das aus Tutorinnen und Tutoren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzte Team der Bibliothek und des Lese- und Schreibzentrums – uns für die Lange Nacht ausgedacht haben: Allen, die an einer Stelle ihrer Hausarbeit nicht weiterkommen oder einfach Lust auf Input haben, stehen wir mit Rat und Tipps zur Seite. Wir bieten Mini-Workshops zur Literaturrecherche und zum Strukturieren von Arbeiten an, beraten in Einzel- oder Gruppengesprächen und sorgen für ausreichend Entspannungsmöglichkeiten, etwa bei Schreibtischyoga, einer Lesung und einer Nachtwanderung. Natürlich werden auch Kaffee, Tee und leckere Snacks bereitstehen, um munter zu bleiben.

Was ist Ihre Erwartung, mit welchem Gefühl starten die Studierenden in den nächsten Tag?

Denise Reimann: Am nächsten Tag hat man das schöne Gefühl, mit der Hausarbeit ein gutes Stück weitergekommen zu sein und nebenbei einen besonderen Abend in guter Gesellschaft verbracht zu haben.

Eine Nacht kann ein Anstoß sein. Das wissenschaftliche Arbeiten muss doch jeden Tag erprobt und erarbeitet werden – das ist doch der Kern des Studiums. Wie unterstützen Sie Studierende dabei? Was bieten das Lese- und Schreibzentrum und die Bibliothek zum Beispiel an Hilfestellungen an?

Denise Reimann: Das stimmt, die Fähigkeit, wissenschaftlich zu schreiben und zu lesen fliegt einem nicht einfach zu, sondern will gelernt sein – erfahrungsgemäß geht das am besten im Austausch mit anderen Schreibenden und/oder Schreiberfahrenen. Unser studentisches TutorInnenteam vom LSZ ist bestens ausgebildet, um ratsuchende Studierende in allen Fragen rund ums wissenschaftliche Lesen und Schreiben zu unterstützen. Oft kommen Studierende zu uns, die Schwierigkeiten haben, ein Thema für Ihre Hausarbeit zu finden, Schreibblockaden zu überwinden oder die einfach mal mit jemandem über ihren Schreibprozess reden möchten.  Bei uns finden Sie seit 2008 GesprächspartnerInnen.

Elisabeth Tränkler: Schon die Bibliothek als Gebäude kann eine große Hilfe sein. Ort der Ruhe, des Lernens aber auch der Begegnung mit anderen, wie Kommilitonen oder Lehrenden. Man kommt hinaus aus der häuslichen Umgebung in der es oftmals einige Ablenkungen gibt. Des Weiteren liegt der Schwerpunkt natürlich bei der Literaturrecherche und –beschaffung. Das sind in der Universitätsbiblothek zum Beispiel das Projekt „Bücher für Studierende“ oder zielgruppenorientierte Schulungen zur Literaturrecherche. Auch geben wir Hilfestellungen und Einführungen zu den Literaturverwaltungsprogrammen Citavi und Zotero. Außerhalb dieser Veranstaltungen helfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Auskunft bei auftretenden Fragen gerne weiter.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2018

Das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek der Universität Hildesheim laden Studierende aller Fachbereiche zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ ein. Ein Team aus Schreibberaterinnen und Schreibberatern unterstützt Studentinnen und Studenten mit Schreibberatung, Recherchehilfen und Schreibtischsport.

Umgeben von Büchern können Studentinnen und Studenten von Donnerstagabend auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 1. März 2018, um 20:00 Uhr und endet am Freitag, 2. März, um 02:00 Uhr.

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um in motivierender Atmosphäre gemeinsam zu schreiben, sich zu inspirieren, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen.

Angebote während der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten:

  • Lese- und Schreibberatung: Das Team des Lese- und Schreibzentrums gibt Feedback, Unterstützung und Anregungen zu Lese- und Schreibtechniken sowie Motivationsschübe.
  • Recherchehilfen: Es stehen sämtliche Bücher der Universitätsbibliothek vor Ort für die Recherche zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek unterstützen Studierende bei der Literaturrecherche.
  • Tipps und Infos: Strategien für die Literaturbeschaffung und Literaturverwaltung, Schreibtypen und Phasen beim wissenschaftlichen Arbeiten.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren.

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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news-14399 Tue, 06 Feb 2018 13:47:10 +0100 “The biggest medicine that we all have is the expression of our emotions” https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/the-biggest-medicine-that-we-all-have-is-the-expression-of-our-emotions/ In einer von Ausgrenzung und Streit gekennzeichneten Welt kann Musik Zusammenhalt schaffen, sagt Emily Achieng Akuno. Die kenianische Professorin ist Gastwissenschaftlerin am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Akuno erforscht seit 30 Jahren, wie die Künste gesellschaftlichen Wandel bewirken. Die Wissenschaftlerin ist Präsidentin des Internationalen Musikrats der UNESCO. [Please read the interview in english language below. The interview in german language was published in Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 06.02.2018.]

Emily Achieng Akuno, born 1962, is Professor of Music at Technical University of Kenya, and a Deputy Vice Chancellor in charge of Academic Affairs at the Co-operative University of Kenya, in Nairobi. She is the president of “International Music Council”, the Paris-based UNESCO-affiliated NGO umbrella organisation of worldwide music organisations. Professor Akuno works in the field of musical arts education for cultural relevance and development.

Akuno has spent over 30 years in University level teaching, research and administration. She has served in various management capacities in Kenya and abroad, including Kenyatta University, Maseno University and the Technical University of Kenya and the University of KwaZulu-Natal in Durban, South Africa.

She is currently a guest researcher at Department of Cultural Policy at the University of Hildesheim and attends the international colloquium "Cultural Policy and Arts Education – A first African-European Exchange" (February 2018, Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel) in Lower Saxony. At Kulturcampus in Hildesheim Professor Emily Achieng Akuno and her Hildesheim collegues Professor Birgit Mandel, Professor Wolfgang Schneider and Dr. Daniel Gad shared knowledge in the field of arts education together with 8 further researchers from Uganda, Tanzania, Kenya, South Africa and Nigeria and 20 doctoral students from Germany. It is a generation of engaged Professors in African countries, who develop new structures and study programs in their home countries and who share their experience and knowledge. Since four years the team of the Hildesheim UNESCO Chair in “Cultural Policy for the Arts in Development" is working with the international partners on the question of the effects of the arts for society and what frameworks the arts need to fulfil its task.

Department for Cultural Policy / Institut für Kulturpolitik

Interview with Professor Emily Achieng Akuno

“The biggest medicine that we all have is the expression of our emotions”

What is your work about?

I am looking on the training of players for creative and cultural industries. At my University we are developing academic programs, so that whoever comes through our study programs are aware of the cultural context of their practice   and are knowledgeable about the technology and business  involved in the arts.

What is your motivation for your work? What do you want to change through your work?

My motivation is twofold: The creative industry in Kenya has a lot of young people, who are not trained in the creative subjects. For most of them, their level of General education is also pretty low. So I’ll be working on ways of getting them from their basic level to get some formal skills and knowledge to improve their output and thinking. This will   allow them to be creative and to benefit from the outcome of creativity.
The second thing I am interested in doing is to ensure that arts – all the creative subjects – play an important role and are recognized in the country as equal players in the economy. That does not always happen. But the creative sector employs so many young people – they have new ideas. But they don’t have a channel through which their work can be improved or developed and packaged, so that they can live on it. In Kenya we are used to musicians and artists dying  poor. We don’t want that anymore. My focus at my University is to have opportunities to make sure that the young artist generation knows how to do their art but they also know their rights. They can put a price on their work and defend themselves against inappropriate payment for what they do.

What new ideas do the artists in Kenya develop – for example in theatre, literature, music or film?

I think one example of the innovative things and ways of the youth can be seen in a popular comedy show filmed live in various locations, but domiciled at “The Carnivore Restaurant”, aired on on Nation TV called Churchill Live. In this, young people present song, dance, comedy, short skits, a mixture of these art forms. A second is the “Kenya Music Festival” and “Kenya National Drama Festival”. These two showcase young people performing in dance, elocution, spoken word, narratives, song, instrumental music and more. These are carried out of school. Today, even smartphones are used to capture footage for short films. Similarly, students of design generate games and animation from seemingly very basic equipment.

Why are you working in this exchange with researchers at University of Hildesheim?

I am working as a professor at Technical University of Kenya in Nairobi and work together with University of Hildesheim, we want to strengthen the academic exchange about cultural policy, and my emphasis is on that policy with respect to arts education. The arts are an expression of culture. The connection is understood.

A medical doctor can heal people, an architect can build houses. When we look into socities, what role does an artist play? Is an artist nice to have – sing a song for entertainment, write some words? In every society, in Germany, in Kenya - why do artists matter, what is the power of the artists?

In my country music is so abundant, there is so much of it, that we almost take it for granted. Unfortunately we don’t realize how important music is. The medical doctor repairs people physically  – the artist does the same on multiple spheres, especially emotionally. We as humans perhaps give more value to what we can see with our naked eyes. The artist repairs people, but not necessarily physically. In a world characterised by segregation and strife, music can restore sanity and creates cohesion. That is healing that goes beyond ‘a person’. The biggest medicine that we all have is the expression of our emotions, which the arts make us do. Those who are trained in the arts are trained not to bottle in negative emotions and frustration, but to find ways of using that human energy. That is one of the significant effects of the arts which is totally underrated and downplayed.
We have not  focused sufficiently on training of artists. In terms of economic empowerment: How many young uneducated people make their living from medicine, nobody! How many young uneducated people make their living from theatre? Thousands! That is important... the qualification matters. Society  looks at how long it takes to train an artist, to train a doctor. I remember teaching in a high school once, and when the secondary schools students were  supposed to choose subjects, the ones who were not good enough for sciences were sent  to music. It was different with fine arts as one must at least be able to draw. That is not how to strengthen the arts. We need do recognize that a general training is important for the general population. To this should be added  a specialized education for  professionals in the arts. There is a need for training performers, creators and innovators in the expressive art forms, specifically music, theatre and film. There is also need to train for arts business and planning.

Interview by Isa Lange.

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news-14392 Mon, 05 Feb 2018 14:45:24 +0100 Neuropsychologin über Freude beim Problemlösen im Studium https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/neuropsychologin-ueber-freude-beim-problemloesen-im-studium/ Wie lernen wir beim Problemlösen? Jasmin Kizilirmak forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim. Die Psychologin befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen. Die promovierte Wissenschaftlerin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Im Februar hielt sie einen akademischen Festvortrag an der Universität. Die Universitätsgesellschaft zeichnete während einer Feierstunde den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende akademische Leistungen aus. 14 Bachelor- und 14 Masterarbeiten sowie 5 Dissertationen wurden nominiert. Wer die drei Preisträger sind, wurde im Februar während einer Feierstunde bekannt gegeben. Unter den Nominierten sind junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen. Den Festvortrag hielt Dr. Jasmin Kizilirmak zum Thema „Kein Studium ohne Probleme – Freude und Lernerfolg beim Problemlösen“.

Die Universitätsgesellschaft ehrt für hervorragende akademische Leistungen folgende drei Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Bachelorarbeit: Maximilian Theisen, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

  • Masterarbeit: Annette Leyendecker, Institut für Kulturpolitk der Universität Hildesheim

  • Dissertation: Dr. Anna Kaitinnis, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Interview mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Jasmin Kizilirmak über Freude und Lernerfolg beim Problemlösen

Dr. Jasmin Kizilirmak forscht und lehrt im Neurolabor am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Die Psychologin hat über den Abruf von Informationen im Langzeitgedächtnis promoviert. Sie befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen, wie das Denken funktioniert, welche Regionen im Gehirn daran beteiligt sind und wie diese unter welchen zeitlichen Abläufen miteinander interagieren. Mithilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und Kernspintomographie sucht sie nach Antworten. Derzeit beschäftigt sie sich besonders mit dem Problemlösen und wie man durch das Lösen von besonders schwierigen Problemen lernen kann.

Sie sprechen von Freude beim Problemlösen, was steckt hinter diesem Begriff?

Der Begriff der Freude beim Problemlösen hängt mit dem „Aha-Erlebnis“ zusammen. Man kann Probleme auf ganz unterschiedliche Art und Weise lösen. Wir empfinden besonders viel Freude beim „Aha-Erlebnis“, wenn wir in eine Sackgasse beim Problemlösen geraten sind und irgendwann, wenn wir uns vielleicht schon mit etwas anderem beschäftigen, plötzlich alles verstehen und das Problem lösen können.

Lernen und sich in einer wissenschaftlichen Arbeit mit Problemen auseinandersetzen kann große Freude machen, oder?

Das Auseinandersetzen mit Problemen an sich bereitet wahrscheinlich eher Frust, solange wir keine Lösung finden. Doch das plötzliche Verstehen einer Lösung – das ist es, was einem Freude bereitet. Lernen tun wir aber sowohl aus dem Auseinandersetzen mit einem Problem als auch dem Lösen.

Geht es beim Lernen immer um das Lösen von Problemen?

Das würde ich nicht sagen. Man lernt auch ganz viel, ohne Probleme zu lösen. Aber wenn wir Probleme lösen, dann lernen wir eigentlich fast immer. Man unterscheidet zwischen Problemen und Aufgaben. Aufgaben können wir mit unseren vorhandenen Fähigkeiten bewältigen. Bei Problemen besitzen wir nicht alle Fähigkeiten, um sie zu lösen; vielleicht schon, aber wir müssen die Problemlösung erst entwickeln. Wir können nicht einfach auf Abruf eine bestimmte Formel, die wir im Mathematikunterricht gelernt haben anwenden, sondern wir müssen erst darauf kommen, was wir dort brauchen um das Problem lösen zu können.

Frau Dr. Kizilirmak, dieses Interview lesen Studentinnen und Studenten, die vielleicht gerade mitten in der Prüfungsphase sind, in der Bibliothek eine Hausarbeit schreiben oder sich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten. Warum fällt es einigen Studierenden leichter, anderen schwerer, zu lernen?

Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Manche Menschen lernen generell schwieriger, weil sie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizitstörungen haben, das kommt auch im Erwachsenenalter vor und wurde lange Zeit vernachlässigt. Aber das größte Problem ist, dass wir vielleicht nicht optimale Lernstrategien verwenden, beispielsweise reine Wiederholungsstrategien, wo wir den Stoff einfach immer wieder durchlesen ohne irgendeine weitere Verarbeitung. Besser ist es, sich zu dem Thema Fragen zu stellen, sich zu überlegen: Was weiß ich noch über das Thema? Dann kommt es außerdem auf das Interesse an – wir können leichter lernen bei Themen, die uns emotional berühren, die wir interessant finden.

Was verändert sich im Gehirn, wenn wir Informationen aufnehmen und verarbeiten? Was passiert – grob erklärt – in unserem Kopf, wenn wir lernen und Probleme lösen?

Wenn wir uns mit dem Problem beschäftigen, versuchen wir, Informationen abzurufen, die wir zu den Bestandteilen des Problems schon vorliegen haben. Dann werden Problemlösestrategien abgerufen, die normalerweise funktionieren. Aber man trifft immer wieder auf Probleme, bei denen die gängigen Lösungsstrategien nicht funktionieren – dann muss man kreativ werden. Aber was dann genau im Gehirn passiert, ist relativ schwer zu beantworten. Es sind verschiedene Netzwerke aktiv, wie die Hirnregionen genau kommunizieren, können wir noch nicht erklären.

Sie führen im Hildesheimer Neurolabor eine Studie zum Problemlösen durch.

Ich analysiere in einer Eye-Tracking-Studie die Augenbewegungen von Probanden, während sie Probleme lösen. Es handelt sich um Worträtsel – drei Nomen werden präsentiert, die auf Anhieb scheinbar nichts miteinander zu tun haben, etwa: „Wäsche“, „Hälfte“ und „Erschütterung“. Der Proband muss ein viertes Wort finden, das man als Verbundwort mit all den anderen nutzen kann, vielleicht denkt man an „Wäschekorb“, oder bei „Erschütterung“ an ein Erdbeben. Viele dieser Probleme sind relativ schwer lösbar und frustrierend, weil alle naheliegenden Assoziationen, die uns auf Anhieb einfallen nicht als Lösungswort passen. Es ist eher eine weiter wegliegende Assoziation, da greifen die semantischen Netzwerktheorien: Man geht davon aus, dass unser Wissen in Netzwerken organisiert ist und Dinge, die wir gleichzeitig abrufen, stärker miteinander verknüpft sind. Wir schauen uns an, was passiert, wenn die Probanden graduell zur Lösung kommen oder mit einem plötzlichen „Aha-Erlebnis“ die Lösung schlagartig finden. Das Lösungswort ist übrigens: „Gehirn“ – „Gehirnwäsche“, „Gehirnhälfte“, „Gehirnerschütterung“.

Welche Rolle spielt der Hippocampus beim erfolgreichen Lernen und Erinnern und hat das etwas mit dem Problemlösen zu tun?

Das Problemlösen funktioniert nicht ohne das Gedächtnis. Wir nutzen das deklarative, bewusste Gedächtnis. In einem gewissen Grade ist der Hippocampus immer mit dabei, der Hippocampus ist eine Art Vermittlungszentrale, ein Archivar, der weiß, wo die Informationen gespeichert sind oder eingespeichert werden sollen. Wenn wir beim Problemlösen auf eine neue Lösung kommen, dann spielt der Hippocampus eine Rolle, da er beim Lernen immer mitwirkt und die neue Information mit abspeichert. Interessanterweise scheint dieser „normale“ Einspeicherungsweg via Hippocampus übergangen zu werden, wenn wir Problemlösungen durch eine plötzliche Erkenntnis, also ein „Aha!-Erlebnis“, lösen.

Für manche Menschen ist die Prüfungszeit eine Qual, Sorgen und Ängste begleiten das Lernen. Welche Rolle spielt Freude beim Lernen? Wie kann es gelingen, Probleme beim Lernen mit Freude zu bewältigen? Haben Sie da einen Tipp für Studentinnen und Studenten?

Ich weiß nicht, ob ich die Frage beantworten kann. Denn Freude beim Lernen hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab. Bei manchen Menschen ist das Bedürfnis, Nachdenken und Rätseln zu wollen, stärker ausgeprägt und sie beschäftigen sich gerne mit schwierigen Problemen („need for cognition“). Generell ist die Freude beim Lernen wichtig. Wenn wir uns freuen, wird der Botenstoff Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, der uns dabei hilft, Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Auch wenn der Problemlöseprozess noch so frustrierend ist: Wenn wir es schaffen, auf die Lösung zu kommen oder wenn wir nach einem schwierigen Problemlöseprozess die Lösung gezeigt bekommen und sie dann nachvollziehen können, dann ist das Lernen sehr viel effektiver, als wenn wir die Lösung von vorherein einfach nachgeschaut hätten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-14274 Wed, 10 Jan 2018 15:26:31 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service und Nachhaltigkeitspreis https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service-und-nachhaltigkeitspr/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, den Kulturwissenschaftler Jochen Bonz und den Entwicklungspsychologen Professor Werner Greve sowie den Hausmeister Gisbert Werth für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Zudem wird erstmals der Nachhaltigkeitspreis des Green Office an die Studentin Julia Horn verliehen. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 86 Professorinnen und Professoren, 437 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie  250 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8403 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung:
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Die Universität Hildesheim zeichnet Prof. Dr. Ralf Knackstedt für seine hervorragende Forschung aus. Seit 2011 forscht und lehrt der Wirtschaftsinformatiker am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und hat dort seitdem die Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ aufgebaut.  Habilitiert hat er 2010 an der Universität Münster, an der er 2004 auch promoviert wurde. Ralf Knackstedt ist Experte für die Geschäftsprozessmanagement, Produktions- und Dienstleistungssysteme und Informationssystemmodellierung.

„Der Preis wird ihm für eine Vielzahl von Projekten, die er leitet und koordiniert, verliehen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. Die Forschung von Ralf Knackstedt sei geprägt von einer „großen Vielfalt und Breite von Forschungsthemen“, einer „Vielzahl von Förderern“ sowie „einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen“.  Zu den Förderern gehören unter anderem das Bundesforschungsministerium, das Wissenschaftsministerium des Landes Niedersachsen und die Robert Bosch Stiftung. „Prof. Dr. Ralf Knackstedt ist mit seinen Themen inter- und transdisziplinär unterwegs und offensichtlich hervorragend vernetzt“, so Baader.

Aktuell arbeitet Ralf Knackstedt im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ mit Kollegen und Kolleginnen aus der Literaturwissenschaft, dem literarischen Schreiben, der Kulturpolitik, den Informationswissenschaften und der Sprachtechnologie zusammen. Das interdisziplinäre Team erforscht die Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse. Im Innovationsverbund „SmartHybrid“ erforscht der Wirtschaftsinformatiker mit sechs niedersächsischen Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen neue digitale Dienstleistungen für Unternehmen in Niedersachsen. Im Projekt „InDeko.Navi“ geht es um betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel.

Im Forschungsprojekt „BeSt F:IT“ wendet sich der Wirtschaftsinformatiker an Mädchen und junge Frauen mit einer interaktiven Online-Plattform zur Berufs- und Studienorientierung. Das Ziel ist es, Schülerinnen  über regionale IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge aufzuklären und für IT zu begeistern. Denn zahlreiche Studien zeigen, dass das Interesse dieser Zielgruppe für IT im Alter zwischen 15 und 18 Jahren signifikant abnimmt. Das „BeSt F:IT“-Konzept soll auch in anderen Regionen angewendet werden. „Damit hat Ralf Knackstedt auch Fragen von Bildungsentscheidungen und Bildungseinrichtungen im Blick“, so Vizepräsidentin Baader. Eine seiner neuesten Publikationen, gerade im Druck, thematisiert „Business Process Management in German Institutions of Higher Education“ (2018).

Preis für hervorragende Lehre:
Kulturwissenschaftler Dr. Jochen Bonz und Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve

Für den Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2016/17 wurden insgesamt 92 Vorschläge eingereicht, wodurch  Studentinnen und Studenten insgesamt 50 Lehrende für den Preis nominierten. „Es ist erfreulich, dass so viele Studierende bereit sind, ihren Dozent*innen hervorragende Lehre durch deren Nominierung sowie eine anschauliche Begründung ihres Vorschlages zu bescheinigen“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Die Preis-Jury – bestehend aus zwei Studierenden und zwei Studiendekan*innen aller vier Fachbereiche – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der Preis geht an Dr. habil. Jochen Bonz sowie Prof. Dr. Werner Greve.

Dr. Jochen Bonz lehrt und forscht am Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur auf dem Kulturcampus. Der habilitierte wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Kulturwissenschaft im Spannungsfeld von ästhetischem und ethnologischem Kulturverständnis“, „Sound Studies: Zur inszenatorischen Qualität des Sounds in Pop, Kunst, Film und Alltagskultur“ sowie „Fans und andere Formen populärer Begeisterung“ ausgezeichnet.

Seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Dr. Jochen Bonz hat es in seiner Lehrveranstaltung geschafft, trotz der immensen Kursgröße auf die individuellen Lernbedürfnisse der Seminarteilnehmer*innen einzugehen. Kritische Fragen zu den im Seminar behandelten Texten griff er als Impulse auf und stellte sie zur Diskussion. Zentral in seiner Arbeit war die Aufforderung an die Studierenden, mit den Texten als Material zu arbeiten, im Sinne des Textes zu argumentieren und gerade dadurch auch fähig zu werden, ihre Ansätze womöglich zu kritisieren.“
  • „Das Seminar zu Sound Studies war ein optimales Beispiel, guter universitärer Lehre. In einer Kleingruppe – circa 10 Studierende – gab uns Jochen Bonz jede Sitzung die Möglichkeit, sowohl anhand von wissenschaftlicher Fachliteratur als auch frei zu diskutieren und kritisch über die praktischen Gegenstände nachzudenken. […] Es ergab sich ein freier Austausch zwischen den Studierenden und Jochen Bonz fungierte als eine Art Mediator – mal im Hintergrund, wenn nötig aber auch fokussiert im Vordergrund. So konnte er die teils eher praktischen Diskussionen mit tiefgehendem fachlichen Wissen anreichern und dadurch eine hohe Lehr- und Lernqualität erreichen. Doch alle fachlichen und didaktischen Kompetenzen nützen nichts, wenn der Dozent als sozialer Mensch versagt. Jochen Bonz arbeitet auf Augenhöhe mit den Studierenden, hilft und berät wo er kann und vermittelt (trotz der großen Nähe) eine Autorität, die man sehr gerne respektiert. Ich freue mich auf das nächste Seminar mit ihm!“

Jochen Bonz arbeitet seit Oktober 2016 auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Nach der Promotion 2003 an der Universität Bremen folgte 2011 die Habilitation an der Universität Bremen mit der Studie „Vom ‚Text‘ zur ‚Atmosphäre‘: Eine kulturtheoretische Studie an der Gegenwart“.

Seit 2001 forscht und lehrt der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. In Forschung und Lehre befasst sich Werner Greve mit der Erklärung von Handlungen und der Bewältigung von Problemen. Für seine hervorragende Lehre in den Vorlesungen „Einführung in die Psychologie“ und „Einführung in die Entwicklungspsychologie“ wird Werner Greve nun geehrt, seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Greve ist ein sehr aufgeschlossener Mensch. Er kann super erklären, egal welche Vorlesung meine Kommilitonen und ich bei ihm hatten, wir sind immer mitgekommen und haben alles verstanden. Die Lernanforderungen sind gut dosiert, er bewertet fair und lässt niemals schlechte Laune an jemandem aus.“
  • „Seine Folien sind nie zu voll und er erklärt auch diese einzeln, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Auf seine Vorlesungen hat man sich immer gefreut, sogar wenn sie um acht Uhr morgens waren. Seine immer gute Laune ist ansteckend. Bei Professor Greve lernt man gerne und schnell.“
  • „Der Dozent regt mit seinen Inhalten jeden Studenten zum Nachdenken an. Er benutzt in seinen Vorlesungen so passende Beispiele, sodass man jeden Tag an seine Worte und die dahinterstehenden Theorien denken muss. Er regt außerdem sehr stark zum weiter recherchieren an!“
  • „Herr Greve lehrt Menschen, selbstständig nachzudenken. Er zeigt auf, dass es keine Theorie gibt, die perfekt und fehlerfrei ist – dass es eine solche aber auch nicht geben muss, solange man sich möglicher Schwächen einer Annahme bewusst ist.“

Werner Greve war zuvor von 1994 bis 2003 Stellvertretender wissenschaftlicher Direktor und anschließend amtierender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover (KFN), davor Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Trier.

Zu den Arbeitsgebieten des Professors für Psychologie gehören die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Rechts- und Kriminalpsychologie und Theoretische Psychologie. Werner Greve befasst sich in Lehre und Forschung mit der Frage, wie wir belastende Erfahrungen, kritische Lebensereignisse und Entwicklungsprobleme bewältigen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen:
Gisbert Werth

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Der diesjährige Preisträger ist Gisbert Werth. „Als ich Sie vor Weihnachten zuhause anrief, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihnen der Servicepreis verliehen wird, haben Sie so reagiert, wie ich es nicht anders erwartet hatte – und wodurch ich in der Preisentscheidung bestärkt wurde. ‚Wie ich?‘ war Ihre ungläubige Reaktion“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

Seit seinem Start an der Universität Hildesheim im April 2012, zunächst als Vertretungskraft im Hausdienst und dann seit Januar 2013 als fester Mitarbeiter, setzt sich Gisbert Werth mit „großer Freude und Tatkraft“ für die Universität ein.

Seit 2016 ist er als Mitarbeiter des Hausdiensts auf dem Kulturcampus verantwortlich für die kleinen und großen Sorgen. „Zuletzt hat sich Ihre Tatkraft in außergewöhnlicher Weise beim Hochwassereinsatz auf der Domäne im Juli letzten Jahres gezeigt. Während dieser Zeit waren Sie rund um die Uhr einschließlich Samstags und Sonntags vor Ort und haben für Ihren Kulturcampus gekämpft – Sie waren Dammbauer, Aktenretter, Ansprechpartner, Wegweiser, Organisator und wohl auch Tröster“, sagt Matthias Kreysing.

Green Office verleiht erstmals Nachhaltigkeitspreis

Das Green Office der Universität Hildesheim vergibt erstmals den Nachhaltigkeitspreis und zeichnet studentische Abschlussarbeiten aus.

Erstmals werden Studierende der Universität Hildesheim mit einem Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs an Julia Horn verliehen. Die Lehramtsstudentin wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltiger Tourismus aus Sicht deutscher Pauschalreiseveranstalter“ ausgezeichnet. Darin untersucht sie im Rahmen einer Interviewstudie die Einstellung zu und Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien durch Anbieter von Pauschalreisen, die über ihr Angebot jedes Jahr Millionen deutscher Urlauber erreichen. Die erfolgreiche Abschlussarbeit wurde am Institut für Geographie wissenschaftlich betreut durch Dr. Sabine Panzer-Krause, die sich in Forschung und Lehre auf die Humangeographie spezialisiert hat und sich mit Fragestellungen zu Nachhaltigkeitstransformationen im regionalen und globalen Kontext beschäftigt.

Das Green Office zeichnet Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen und will damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen. Bewerben konnten sich Studierende und Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche, die ihre Abschlussarbeit im Wintersemester 2016/17 oder Sommersemester 2017 an der Universität Hildesheim eingereicht haben. Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten, deren Forschungsgegenstand sich in den Themenfeldern der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bewegt. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro. Der Preis wird einmal im Jahr verliehen. Der Auswahlkommission für den Nachhaltigkeitspreis gehören die Koordinatorinnen des Green Office, die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Bildung sowie die AStA-Referentin für Umwelt und Nachhaltigkeit an.

Für den Nachhaltigkeitspreis wurden acht studentische Bachelor- und Masterarbeiten aus den Fachgebieten Mathematik, Chemie, Geographie, Psychologie, Sozialwissenschaften, Grundschuldidaktik und Kulturpolitik eingereicht. Inhaltlich setzen sich die Studentinnen und Studenten unter anderem mit inklusiver und gerechter Bildung, mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Konsum, mit lebenslangem Lernen sowie Ressourcen- und Biodiversitätsschutz auseinander.

„Uns hat dabei positiv überrascht, wie vielfältig, kreativ und ambitioniert durch den wissenschaftlichen Nachwuchs dringende Probleme unserer Zeit angegangen werden. Als der Preis ausgeschrieben wurde haben wir nicht damit gerechnet, bereits im ersten Jahr so viele beeindruckende und hochwertige Einreichungen aus der gesamten Universität zu bekommen. Wir sind zuversichtlich, mit dem Preis einen Anstoß zu geben damit in Zukunft noch mehr Arbeiten in diesem Feld geschrieben werden.“, sagt Dr. Torsten Richter vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim.

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news-1752 Mon, 08 Jan 2018 11:02:00 +0100 Forschungsstelle Konsumkultur: Geschichte, Theorie und Ästhetik des Konsums https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/forschungsstelle-konsumkultur-geschichte-theorie-und-aesthetik-des-konsums/ Kulturwissenschaftler untersuchen all das, was wir täglich kaufen und verbrauchen. Die neue Forschungsstelle Konsumkultur auf dem Hildesheimer Kulturcampus ist einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft. Warum ist der moderne Konsum eine solche Erfolgsgeschichte, wenn er doch seit seinen Anfängen auf breite weltanschauliche Ablehnung stieß? Auf dem Kulturcampus der Universität in Hildesheim betrachten Professor Dr. Stefan Krankenhagen und Dr. Dirk Hohnsträter den Konsum als Gegenstand kulturwissenschaftlicher Analyse. Die neue Forschungsstelle Konsumkultur ist einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft.

Konsum wird oftmals als oberflächlich und nicht nachhaltig  abgewertet. „Wir sehen den Konsum als kulturelle Ausdrucksform und analysieren seine Ästhetik und Geschichte. Dazu beschäftigen wir uns in der neuen Forschungsstelle mit all den Waren und Dienstleistungen, die wir täglich kaufen und verbrauchen – vom Alltagsgegenstand bis zum Statussymbol“, so Stefan Krankenhagen. „Wir betrachten den Konsum nicht einseitig als schlimmes Übel oder als große Errungenschaft, sondern als kulturelle Form. Zu den wichtigsten Merkmalen der modernen Konsumkultur zählt die Fülle und Vielfalt der Waren“, sagt Dirk Hohnsträter. „Die Warenhäuser Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris waren eine kulturelle Revolution. Man konnte überhaupt einfach einmal hereingehen und unverbindlich gucken – ohne Kaufzwang, zu festen Preisen und mit Rückgaberecht. Die Warenhäuser des 19. Jahrhunderts hatten einen ähnlich einschneidenden Effekt wie die Online-Shops heute – mit ihnen wurde der Warenkreislauf beschleunigt.“

Der Konsum hat eine eigene Ästhetik. Während das Warenhaus im 19. Jahrhundert mit zuvor nie gesehenen, opulenten Warenpräsentationen arbeitet, nutzen die Schaufenster und Leuchtreklamen der Moderne die Mittel künstlerischer Avantgarden, beispielsweise des Bauhauses. Im digitalen Zeitalter werden die Oberflächen unseres Smartphones zu „digitalen Schaufenstern“, so Dirk Hohnsträter. Der Kulturwissenschaftler hat sich auf Konsumkultur spezialisiert und beschäftigt sich beispielsweise mit Handwerk, Mode und Konsumdarstellungen in der Literatur. Zudem forscht er zur Konsumästhetik. Er zählt zu den Sprechern der Sektion „Materielle Kulturen“ der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft und promovierte mit einer Arbeit über die „ökologische Frage als kulturelles Problem“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. „Sich  für  ein  Produkt  zu  entscheiden,  bedeutet  immer  auch,  andere Produkte liegen zu lassen“, so Hohnsträter. Wie können Konsumenten kompetent unterscheiden und auswählen? Jüngst hat Hohnsträter einen Aufsatz zur Verbraucherkompetenz aus historischer und kulturwissenschaftlicher Sicht veröffentlicht, in dem die verschiedenen Formen von Konsumentenwissen bis ins späte 18. Jahrhundert zurückverfolgt und ein zeitgemäßes Verständnis von Verbraucherkompetenz formuliert wird [LINK: www.uni-hildesheim.de/forschungsstelle-konsumkultur/aktivitaeten/aufsatz-verbraucherkompetenz/].

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz förderte die Auftakttagung der Hildesheimer Forschungsstelle Konsumkultur. Im November kamen zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland nach Hildesheim, um der Frage „Wohin bewegt sich die kulturwissenschaftliche Konsumforschung?“ nachzugehen. Derzeit entsteht ein Sammelband mit den Erträgen der Tagung.

Kurz erklärt: Forschungsstelle Konsumkultur

Seit Anfang des Jahres 2017 gibt es am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim die Forschungsstelle Konsumkultur, deren Gründung von Prof. Dr. Stefan Krankenhagen vom Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur initiiert wurde. Der Kulturwissenschaftler Dr. Dirk Hohnsträter leitet die Forschungsstelle Konsumkultur. Die Forschungsstelle widmet sich – durchaus einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft – den vielfältigen Aspekten des Konsums aus kulturwissenschaftlicher Perspektive.

Im Gegensatz zur kulturkritischen Voreingenommenheit früherer Positionen stellen wir neue Fragen, so Stefan Krankenhagen. Warum ist der moderne Konsum eine so einzigartige Erfolgsgeschichte, wenn er doch seit seinen Anfängen auf breite weltanschauliche Ablehnung stieß? Wie konnten ausgerechnet im profitorientierten Wirtschaftsleben Werte wie Kreativität und ökologische Sensibilität zum Mainstream werden? Von Anfang an umstritten, hat sich die moderne Konsumkultur unter dem Eindruck der gegen sie erhobenen Einwände gewandelt, Proteste in Produkte und Praktiken überführt und aus blinden Flecken neue Formen erzeugt.

Themen sind unter anderem:

  • die Integration konsumkritischer Impulse in den Verbraucheralltag durch kritische und kreative Konsumenten
  • der Wandel der modernen Wirtschaft zu einer ästhetischen Ökonomie
  • die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Konsum

Website der Forschungsstelle Konsumkultur

Kontakt zu den Wissenschaftlern

Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim, Forschungsstelle Konsumkultur, Dr. Dirk Hohnsträter (hohnstra[at]uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Stefan Krankenhagen (stefan.krankenhagen[at]uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 2
news-14253 Fri, 05 Jan 2018 11:08:00 +0100 Warum Museen politischer werden müssen: Antrittsvorlesung der Kunsthistorikerin Claudia Höhl https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/warum-museen-politischer-werden-muessen-antrittsvorlesung-der-kunsthistorikerin-claudia-hoehl/ Die Universität Hildesheim verleiht Dr. Claudia Höhl eine Honorarprofessur. Zur öffentlichen Antrittsvorlesung der Expertin für Kunstgeschichte und Direktorin des Hildesheimer Dommuseums lädt die Universität am Mittwoch, 10. Januar 2018, ein. Die Universität Hildesheim lädt interessierte Lehrende, Studierende und Bürger zur öffentlichen Antrittsvorlesung anlässlich der Verleihung einer Honorarprofessur an Dr. Claudia Höhl ein. Claudia Höhl spricht am Mittwoch, 10. Januar 2018, über das Thema „Standortfaktor, kultureller Lernort oder verzichtbarer Luxus – Warum Museen politischer werden müssen“. Die Vorlesung beginnt um 18:00 Uhr am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität in Hildesheim (Aula, Haus 50, Raum 302, Domänenstraße, 31141 Hildesheim). Zuvor spricht Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich. Der Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs, Prof. Dr. Jens Roselt, überreicht die Urkunde.

Die Kunsthistorikerin Claudia Höhl sagt: „Die Kooperation mit der Universität ist schon lange ein konstitutiver Bestandteil der Arbeit des Dommuseums. Das wird durch die Verleihung der Honorarprofessur noch einmal besonders deutlich. Ein solches Engagement nutzt beiden Seiten, weil die Ressourcen unterschiedlicher Kultur- beziehungsweise Bildungseinrichtungen zusammenwirken können. Für Museen bietet das auch eine wichtige Chance ‚politischer‘ zu werden.  ‚Politischer werden‘ bedeutet für mich die Notwendigkeit, sich aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen und sie zu beeinflussen.“

Claudia Höhl studierte Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie sowie Mittelalterliche Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und an der Freien Universität Berlin. 1994 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit zum Thema „Ottonische Buchmalerei in Prüm“. Seit 2003 war sie zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dommuseum Hildesheim tätig und wurde 2015 zur Direktorin des Dommuseums berufen. Claudia Höhl ist Lehrbeauftragte für das Fach Kunstgeschichte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim. Seit 2015 hat sie auch an der Universität Hildesheim Lehraufträge im Fach Katholische Theologie und im Fach Bildende Kunst und Kunstwissenschaft übernommen.

Kurz erklärt

Alte Domschätze in Hildesheim: Universität und Dommuseum wecken Interesse an historischen Objekten

Das Dommuseum und die Universität Hildesheim kooperieren in der Lehrerausbildung und wollen Kindern alte Geschichte nahebringen und ihnen eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit historischer Kunst ermöglichen. 2015 wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.
In den vergangenen 30 Jahren konzentrierte sich die Kunstdidaktik häufig auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Der Blick für die Vermittlung historischer Kunst wurde bisher vollkommen ausgeklammert, sagt Professorin Bettina Uhlig. Wie kann man Kindern die vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte nahe bringen? Die Professorin verlegt ihre Seminare aus dem Hörsaal ins Museum. Lehramtsstudierende gehen mit Schulklassen und Kindergärten in das Dommuseum, um über die Objekte und Bilder zu sprechen. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit einem „Kopfreliquiar“, welches um 1185 gefertigt wurde. Das wertvolle Metallgefäß soll – für den Betrachter nicht sichtbar – den Kopf des „heiligen Oswald“ enthalten. Die Reliquie gehört zum Domschatz in Hildesheim und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch Fünfjährige können sich mit Gegenständen religiöser Verehrung und jahrhundertealten Kirchenschätzen auseinandersetzen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig. Wir möchten das Interesse an historischen Museen wecken“, sagt Uhlig. Erste Erfahrungen zeigen: Das Interesse der 5- bis 12-Jährigen ist groß. Bettina Uhlig arbeitet am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim. 2017 ist die Schriftenreihe „Kinder im Dommuseum“, herausgegeben von Claudia Höhl und Bettina Uhlig im Universitätsverlag Hildesheim erschienen.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
news-8763 Wed, 22 Nov 2017 15:39:00 +0100 Internationale Gäste am Center for World Music: Delegation aus Shanghai und Percussionistin aus Seoul https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/internationale-gaeste-am-center-for-world-music-delegation-aus-shanghai-und-percussionistin-aus-seou/ Kinder sollten nicht nur Popmusik kennen – der Musikunterricht in der Schule bietet die Chance, Freude an der Musikgeschichte zu entwickeln. Wie die Begeisterung für Musik in der Kindheit gefördert werden kann, damit beschäftigen sich derzeit 15 Lehrerinnen und Lehrer aus Shanghai am Center for World Music. Wie man für vermeintlich alte Klänge begeistern kann, zeigt die Percussionistin Sori Choi. Die Profimusikerin aus Seoul ist ebenfalls zu Gast am Hildesheimer Forschungsinstitut. Musiklehrerinnen und Musiklehrer aus Shanghai sind derzeit an der Universität Hildesheim zu Gast. Sie befassen sich mit der Frage, wie man Kinder – auch jene, die kein Interesse an Musik haben – für Musik interessieren kann. Im Auftrag der Stadt Shanghai und in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut hat das Center for World Music der Universität Hildesheim eine zweiwöchige Fortbildungsreise für 15 chinesische Lehrerinnen und Lehrer entwickelt.

„Wir sind Musiklehrerinnen, wir spielen jeden Tag Instrumente und begleiten Schülerinnen und Schüler auf dem Weg, ein Instrument zu erlernen – die Kinder haben zwei Stunden die Woche Musikunterricht“, sagt die Musiklehrerin Wang Yu. Sie unterrichtet in Shanghai Sieben- bis Zwölfjährige. „Musik hat eine besondere Kraft, wir unterrichten unsere Schüler in traditioneller Musik – es ist wichtig, dass sie nicht nur die Popmusik kennen sondern auch die Tradition und Musikgeschichte“, sagt Zhuang Wen. Sie unterrichtet Zwölf- bis Sechszehnjährige in einer Schule in Shanghai. „Wir sind in Hildesheim, um zu erfahren, wie die Lehrerinnen und Lehrer hier in Deutschland Kinder individuell unterrichten. Wir möchten den Hildesheimern außerdem zeigen, wie wir Musik unterrichten.“

Die Gäste sind bis Ende November in Niedersachsen. Ziel der Fortbildung ist es, den Pädagoginnen und Pädagogen Einblicke in die Musik- und Kunstvermittlung an niedersächsischen Schulen in der Theorie und in der Praxis zu geben, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro.

Neben Fachvorträgen von Experten gibt es unterschiedliche praktische Workshops. „Es geht in der Musikvermittlung darum, dem, was Kinder empfinden, wenn sie Musik wahrnehmen, einen Raum zu geben. Der Zugang zu Musik erfolgt nicht zuerst kognitiv – wie viele Saiten hat das Instrument, wie nennt man das Instrument? – sondern emotional: Was fühle ich, wenn ich Musik höre und mache?“, erläutert Professor Raimund Vogels. Um die emotionale Bindung zur Musik zu verdeutlichen, hat der Musikstudent Rawad Bohsas mit den Musiklehrern über seine musikalische Biografie gesprochen. Der Oud-Spieler studiert heute am Center for World Music und hat vor 20 Jahren das Instrument Oud entdeckt und sich das Musikspiel selbst beigebracht. „Ich habe die Oud alleine gelernt, ohne jemals das Instrument studiert zu haben. Ich erzähle meine Geschichte – auch über meine Flucht aus Syrien – über mein Musikspiel“, so Rawad Bohsas.

Der Musikunterricht an Schulen kann in Kindern Neugierde und Freude wecken: Was erzählt mir das Instrument, das ich noch nicht kenne? „Es geht nicht immer darum, dass die Kinder Recht haben, sondern dass sie ein positives Gefühl zu den Objekten und Klängen aufbauen“, sagt Vogels.

Damit die Lehrerinnen und Lehrer aus Shanghai möglichst umfassende Einblicke in Theorie und Praxis erhalten, arbeitet das Center for World Music mit mehreren Kooperationspartnern zusammen, darunter die Waldorfschule am Maschsee, die Integrierte Gesamtschule Mühlenberg, die Bundesakademie Wolfenbüttel, das Projekt „Schule:Kultur!“, das Sprengel Museum Hannover, das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, das Roemer- und Pelizaeus-Museum, dem Musikzentrum Hannover, dem AppMusic Studio Hannover, der Hochschule für Musik, Theater und Medien, dem Bundesverband Musikunterricht und der Staatsoper Hannover.

Musikerin aus Seoul in Hildesheim
„I am a rhythm expert“, Sori Choi says

Im November war außerdem die Percussionistin Sori Choi aus Seoul zu Gast im „musik.welt“-Studium. Die Musikerin hat gezeigt, was man aus Schlaginstrumenten herausholen kann und beeindruckte mit ihrer unglaublich rasanten Spieltechnik auf einer zweifelligen Trommel. Choi hat mit den Musikstudentinnen und Musikstudenten gearbeitet und ihnen Einblicke in die traditionelle koreanische Musik gegeben – von höfischer Musik bis zur Pansori-Musik, einem erzählerischen Gesang mit Trommel, der zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe der Menschheit gehört.

„Musik ist wie Medizin“, sagt Sori Choi. Mit sechs Jahren begann Sori Choi das Instrument „Janggu“ zu erlernen und studiert am größten Musikinstitut des Landes an der Seoul National University.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Center for World Music
news-13975 Tue, 17 Oct 2017 09:54:00 +0200 Theater, Musik, Literatur: Festival „State of the Art“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/theater-musik-literatur-festival-state-of-the-art/ Am 19. Oktober startet das von Studierenden des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation organisierte Festival „State of the Art“. Die Übergänge zwischen Theater, Medien, Musik und Literatur sind fließend. Das Festival ist eine Bestandsaufnahme der ästhetischen Praxis in Hildesheim – wer das Festival besucht, kann erkunden, was Studierende in den Kulturwissenschaften entwickeln. Neben Produktionen aus allen künstlerischen Disziplinen stehen Nachgespräche und Diskussionen mit Expertinnen und Experten aus Kulturwissenschaft und anderen Fachbereichen auf dem Programm. Hier geht's zum Festivalprogramm

Im Planungsbüro, dem &Büro in der Innenstadt, hängt ein drei Meter breiter Stadtplan – Hildesheim. Auf der Karte sind Orte markiert: Die Universität, der IT-Campus am Samelsonplatz, das Theaterhaus in der Innenstadt. Antonia Rehfuess, Thomas Yutaka Schwarz, Carolin Lutz und Tobias Gralke haben sich für eine Woche hier einquartiert, viele Gespräche geführt, Orte gesucht und Entscheidungen getroffen. Die Studierenden organisieren das Festival „State of the Art“, das vom 19. bis 21. Oktober 2017 in Hildesheim stattfindet.

Das Festival ist eine „Bestandsaufnahme“ der ästhetischen Praxis in Hildesheim. Für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die in diesen Tagen in ihr erstes Semester starten, ist das Festival auch ein Ort, um anzukommen, sich zu vernetzen und zu erkunden, was die Kommilitoninnen und Kommilitonen aus höheren Semestern in Hildesheim an Theater- und Musikproduktionen, Lesungen, Filme und Installationen entwickeln.

„Wir zeigen den Stand der Dinge, geben Einblicke in die ästhetische Praxis, die in den kulturwissenschaftlichen Studiengängen in Hildesheim entsteht“, sagt Tobias Gralke. Der 26-Jährige studiert auf dem Kulturcampus „Inszenierung der Künste und Medien“, hat zuvor in Freiburg studiert und beschäftigt sich besonders mit dokumentarischen und biografischen Theaterformen. „Der Kulturcampus bringt die Disziplinen zusammen, von Theater über Medien und Film bis Musik, Literatur und Philosophie und diese Überschneidungen der Disziplinen haben auf dem Festival einen Raum. Wir zeigen, was entstehen kann, wenn Theatermacherin, Philosoph, Musikerin und Schriftsteller zusammenarbeiten, die Übergänge sind fließend.“ Diese fließenden Übergänge „machen unseren Studienstandort aus“, sagt Carolin Lutz, Studentin der Szenischen Künste. Wenn die Künste aufeinanderprallen, wird es interessant. „Das transdisziplinäre Arbeiten macht Hildesheim so besonders, das macht diesen Studienort einzigartig, dass sich alles verwebt und zusammenkommt.“

Dabei hat das studentische Organisationsteam in den vergangenen Monaten einen Kraftakt geleistet. Kurzfristig mussten sie die komplette Raumplanung verändern und neue Räume in Hildesheim finden. Als Ende Juli ein Hochwasserunglück den Kulturcampus erfasste und die Gebäude der Domäne und das Burgtheater überschwemmte, haben die Studierenden sofort reagiert und mehrere Ausweichquartiere gesucht. „Einen Tag vor dem Hochwasser waren wir noch auf der Domäne, dann haben wir schnell umgeplant und Räume gefunden“, erinnert sich Carolin Lutz. „Wir haben viel Unterstützung aus dem Baudezernat der Universität bekommen“, sagt Antonia Rehfuess. Die 22-Jährige kommt aus München und zog zum Studium der Szenischen Künste in den Norden, arbeitet in Theaterproduktionen mit Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren. Sie hofft, dass an dem Festival nicht nur Kulturwissenschaftsstudierende teilnehmen, sondern auch Studierende und Lehrende aus allen Fachbereichen. „Wir wollen ins Gespräch kommen und sind interessiert an den Sichtweisen aus anderen Fachdisziplinen, ob Übersetzen, Informatik oder Psychologie“, sagt Rehfuess. Thomas Yutaka Schwarz, der ebenfalls zum vierköpfigen Organisationsteam gehört und in Hildesheim Kulturwissenschaften mit den Fächern Literatur und Theater studiert, hofft, dass das Festival „einen bleibenden Eindruck hinterlässt“.

So ein Festival zu organisieren sei sehr „lehrreich“, sagt Carolin Lutz. „Ein umfangreicher Mix.“ „Was man bei der Festivalorganisation lernt, ist ein Projekt von Null auf die Beine zu stellen und bis zur letzten Abrechnung dabei zu sein und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Tobias Gralke.

Kurz erklärt

Das Festival „State of the Art“ 2017

Das „State of the Art“ ist ein studentisch organisiertes Festival des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim. Seit seiner Gründung 2009 wurde das Festival zur Plattform für die künstlerische Praxis von Studierenden. Das Festival stellt Räume, Technik und ein Produktionsbudget bereit – und vor allem ein diskussionsfreudiges Publikum. An die Produktionen schließen sich Nachgespräche an. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Studiengängen und Instituten und verknüpfen Praxis und Theorie. 2017 organisieren Antonia Rehfuess, Thomas Yutaka Schwarz, Carolin Lutz und Tobias Gralke das Festival.

Das neunte „State of the Art“-Festival findet am 19., 20. und 21. Oktober 2017 unter anderem am IT-Campus am Samelsonplatz und am Uni-Hauptcampus sowie im Theaterhaus in der Innenstadt statt. Das Festivalzentrum befindet sich in der ehemaligen Timotheuskirche neben dem Samelsoncampus (Raumplan und Programm online, Tickets). Das Festival wird am Donnerstag, 19. Oktober 2017, um 14:00 Uhr in der Timotheuskirche (Schillstraße) eröffnet, unter anderem spricht die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke. Dann beginnt das Programm. Um 17:00 Uhr diskutieren Nathalie Frank, Professor Christoph Lutz-Scheurle, Professorin Birgit Mandel und Professor Jens Roselt über Theater und Vermittlung.

Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg studieren etwa 1000 Studentinnen und Studenten in den Bereichen Theater, Medien, Philosophie, Musik, Literatur, Bildende Kunst und Kulturpolitik.

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 2
news-13861 Tue, 19 Sep 2017 11:50:00 +0200 Geschichte der Sammelbilder von 1875 bis heute https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/geschichte-der-sammelbilder-von-1875-bis-heute/ Sammelbilder – ursprünglich als Mitbringsel für Kinder gedacht. Dann entdeckten auch die Erwachsenen den Reiz der Bildchen und begannen zu sammeln. Im Theatermuseum in Hannover zeigen die Hildesheimer Kulturwissenschaftler Professor Hans-Otto Hügel und Jan Schönfelder die Geschichte der Sammelbilder von 1875 bis heute. Interview mit Jan Schönfelder, Dozent am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft

Sie befassen sich in der Forschung mit der Geschichte der Sammelbilder. Sammeln Sie denn auch etwas und verraten Sie uns – was?

Jan Schönfelder: Ich sammle Pop-up-Bücher, jedoch nur in bescheidenem Umfang.

Sammelbilder sind recht populär – zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft beginnt wieder das große Tauschen. Seit wann werden Bilder gesammelt?

Das Sammeln von Bildern ist sicherlich deutlich älter als das Sammeln von Sammelbildern. Hier wären Heiligen-Bildchen, Briefmarken und Ähnliches anzuführen. Die sogenannten Sammelbilder, die in vorgegebenen Serien hergestellt und vertrieben wurden, traten als Phänomen etwa in den 1870er Jahren auf.

Was zeigen diese kleinen Bilder zum Beispiel? Was rufen die Bilder bei den Betrachtern hervor – lachen, nachdenken, schauen, rätseln?

Die Bilder zeigen die gesamte bekannte Welt und umfassen Sport, Naturwissenschaften und Technik, Geschichte und Visionen. Aber auch Stars und Sternchen, Politiker und Abenteurer, das große Feld der Kultur mit Literatur, Kunst, Musik, Architektur, Heraldik, Trachten und so weiter und so weiter. Und: ja – sie sind zum Lachen, zum Nachdenken zum Bestaunen und zum Rätseln. Damit bedienen sie ein breites Feld unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen.

Sind die kleinen Bilder erst in der Masse bedeutsam, also wenn die Sammlung „komplett" ist. Oder sind die Sammelbilder auch als Einzelstücke bedeutsam?

Eine gute Frage. Bedeutsam sind Sammelbilder immer dann, wenn der/die Betrachter/in ihnen Bedeutung zumisst, also wenn eine Serie vervollständigt werden kann und das eine fehlende Bild dann vorhanden ist. Aber auch als Einzelbild kann ein Sammelbild bedeutsam sein, wenn es etwas zeigt, was neu ist, überraschend oder vielleicht einfach nur bewundernswert.

In Hannover zeigen Sie die Ergebnisse aus der wissenschaftlich-künstlerischen Forschung nun im Theatermuseum. Die Ausstellung „Theater, Film und Kunst in kleinen Formaten – Sammelbilder von 1875 bis heute" läuft bis Dezember 2017. Was zeigen Sie dort?

Die Ausstellung zeigt einen thematischen Zugang und Umgang mit Sammelbildern. Wie wird der Umgang mit den Kolonien im Sammelbild thematisiert? Wie entsteht überhaupt ein Sammelbild und wie wird es vertrieben? Natürlich geht es, wie der Titel schon sagt, vor allem um die Darstellung von Film-Stars und -Sternchen, Theater und Theaterstücken. Und natürlich der Darstellung der Kunst. Wir fragen jedoch auch nach der Beziehung von dem populären Sammelbild zur künstlerischen Hochkultur.

Können Sie ein Beispiel nennen? Ein Sammelbild, das viel verrät?

Nehmen wir als Beispiel das Sammelbild, dass der Ausstellung als Plakat dient. In dramatischer Pose ist eine japanische Musikerin vor einem anthropomorphen Mond zu sehen. Die Darstellung des Mondes folgt populären Vorstellungen des „Mondgesichts" des 19. Jahrhunderts (etwa 1902 im Film „Reise zum Mond“ von George Melies). Die dramatische Geste der Musikerin ist europäisch, der unten stehende Liedtext jedoch französisch. Die Kleidung ist ordentlich recherchiert, die Darstellung sachlich richtig bis hin zu den japanischen Zehen-Socken. Der Herausgeber dieses Bildes, die Firma Liebig, vertrieb die Sammelbilder in vielen Sprachen und Ländern, eine möglichst universelle Verständlichkeit diente also dem Werbeversprechen. Dass diese Sprache immer noch funktioniert, zeigt der heutige Preis der Serie, der vergleichsweise teuer ist.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Theater, Film und Kunst in kleinen Formaten: Sammelbilder von 1875 bis heute

Die Ausstellung „Theater, Film und Kunst in kleinen Formaten. Sammelbilder von 1875 bis heute“ ist seit September bis zum 3. Dezember 2017 im Theatermuseum des Schauspielhauses Hannover zu sehen.

Die Kulturwissenschaftler Professor Hans-Otto Hügel und Jan Schönfelder von der Universität Hildesheim rücken die kleine Form der Sammelbilder in den Mittelpunkt der Ausstellung. Die Hildesheimer Wissenschaftler haben die Ausstellung gemeinsam mit Studierenden entwickelt. Wer sich am Ende des 19. Jahrhunderts 100 Gramm Liebigs Fleischextrakt leistet, erhält vom Kaufmann ein oder mehrere Sammelbilder. Ursprünglich als Mitbringsel für Kinder gedacht, entdecken in den 1890er Jahren die Erwachsenen den Reiz der Bildchen und beginnen sie zu sammeln. Neben Themen und Sujets aus der Welt des Films und des Sports finden sich zahlreiche Abbildungen aus der Welt des Theaters: Szenen aus Opern, Revuen, Operetten und Schauspielen oder Porträts von Schauspielern und Theaterautoren.

Zur Person:

Prof. Dr. Hans-Otto Hügel em., Institut für Sozialwissenschaften, der Arbeitsschwerpunkt des Professors liegt im Bereich der Populären Kultur

Jan Schönfelder, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim, Lehrschwerpunkte: Kunst in und mit neuen Medien, Künstlerbücher, Animationsfilm

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
news-13718 Thu, 24 Aug 2017 09:25:00 +0200 Freiheit der Künste: Wenn Künstlerinnen und Künstler bedroht werden https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/freiheit-der-kuenste-wenn-kuenstlerinnen-und-kuenstler-bedroht-werden/ Der UNESCO-Lehrstuhl der Universität Hildesheim startet ein Fortbildungsprogramm für verfolgte Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturmanager. Ende August 2017 tagen Fachleute in Hildesheim und Berlin. 170 Bewerbungen aus 50 Ländern erreichten die Universität. „Bedrohung kann unterschiedlich ausfallen und reicht von Zensur bis zu Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung“, so der Kulturwissenschaftler Daniel Gad. „Mehr Dialog und Netzwerke sind dringend notwendig, um kulturpolitische Rahmenstrukturen zu schaffen, die Künstler schützen.“ Wo werden Künstlerinnen und Künstler verfolgt und sind gefährdet? Was sind die Ursachen? Wie ist die Gesetzeslage vor Ort? Wie werden Verletzungen dokumentiert? Wie wird darauf reagiert?  Wie können bedrohte Künstlerinnen und Künstler ihr künstlerisches Schaffen ausüben? Was bedeutet es, Künstler zu schützen?

Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim startet Ende August 2017 das Programm „Arts Rights Justice“ und rückt damit das Schicksal verfolgter Künstlerinnen und Künstler und das Recht auf künstlerische Freiheit in den Fokus. Das Auswärtige Amt und das „International Cities of Refuge Network“ mit Sitz in Norwegen unterstützen die Arbeit.

Ab 24. August tagen an der Universität Hildesheim Kulturakteure unter anderem aus Ägypten, Syrien, Bangladesch, Ruanda, Irak, Sudan, Polen, Türkei, Frankreich, Iran, Mexiko, Algerien, Simbabwe und Kamerun. Unter den Teilnehmern sind Theaterregisseure, Schriftsteller, Menschenrechtsanwälte, Kulturmanager, Übersetzer, Musiker, Dichter und Journalisten, die Verfolgung und Repressionen erlebt haben und sich für künstlerische Freiheit einsetzen. Sie sind mutig und kritisch und bezahlen dafür einen hohen Preis. „Künstler sind wichtige Seismografen von Gesellschaften. Und diese Gesellschaften entwickeln sich in vielen Ländern zu autoritären Regimen und fürchten jede Form von Nonkonformität“, so die Einschätzung des Hildesheimer Kulturpolitikprofessors Wolfgang Schneider. „Auch wir Wissenschaftler haben hier eine Verantwortung, die  Gefährdung der Freiheitsrechte in der Demokratie zu beforschen und ihre Außerkraftsetzung anzuprangern."

Am 31. August 2017 findet in Berlin das „Arts Rights Justice Forum“ statt. Die Veranstalter erwarten etwa 200 Personen. Die Tagung ist öffentlich, eine Anmeldung ist noch möglich. Das Forum findet in der Niedersächsischen Landesvertretung unweit vom Brandenburger Tor statt. Über künstlerisches Schaffen, die Rolle von Künstlern innerhalb einer Gesellschaft und Menschen- und Freiheitsrechte spricht Farida Shaheed in ihrem Hauptvortrag „Enabling cultural rights and freedom of expression: usability of UN reports for practical action“. Die ehemalige UN-Sonderberichterstatterin war für den Abschlussbericht „The right to freedom of artistic expression and creativity“ (2013) verantwortlich.

Zuvor tagen vom 24. bis 30. August 2017 an der Universität Hildesheim 35 junge Künstlerinnen und Künstler und Kulturmanager aus 30 Ländern. Auch Anwälte, die sich auf Menschenrechte spezialisiert haben, nehmen an der ersten „Arts Rights Justice Academy“ teil. Ein solches Trainingsformat fehlt bisher. Über 170 Personen aus 50 Ländern haben sich um einen Platz beworben. Sechs Gastdozenten begleiten die „young professionals“ während der Akademie – darunter die Kulturmanagerin Basma El Husseiny aus Ägypten/Libanon, die Leiterin des Arts Watch Programms für Afrika, Diana Ramarohetra aus Madagaskar/Elfenbeinküste, und die frühere UN-Sonderberichterstatterin Farida Shaheed aus Pakistan. „Bedrohung kann unterschiedlich ausfallen und reicht von Zensur über Regierungen, die Akteure mundtot machen, bis zu Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung“, sagt der Hildesheimer Kulturwissenschaftler Daniel Gad. „Mehr Dialog, klare Professionalisierung und funktionsfähige Netzwerke sind dringend notwendig, um kulturpolitische Rahmenstrukturen zu schaffen, die Künstler schützen und fördern. Wir sollten alles dafür tun, Strukturen zu schaffen, die es Künstlern ermöglichen, ihre Rolle und Funktion als Seismographen und Change Agents innerhalb von Gesellschaften wahrnehmen zu können.“ Die englischsprachige Akademie bietet Raum für Austausch und Wissenstransfer und soll künftig einmal im Jahr in Hildesheim stattfinden. Die Fortbildungsreihe wird 2018 fortgesetzt.

Themen sind unter anderem:

  • Fundamentals of freedom of expression within human rights
  • Understanding freedom and threat: censorship and policy structures
  • Advocacy & campaigning, funding & networking
  • Cultural policy & arts management
  • Working with artists: needs, protection, visas, relocation

Das Team hinter dem Projekt „Arts Rights Justice“

Zunächst von 2017 bis 2018 wird das Pilotprojekt „Arts Rights Justice“ vom Auswärtigen Amt und der in Norwegen ansässigen Organisation „International Cities of Refuge Network“ (ICORN) unterstützt. Die Förderung ermöglicht es dem Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl rund um Professor Dr. Wolfgang Schneider und Dr. Daniel Gad mit einem fünfköpfigen Team, Forschung und Lehre in diesem Gebiet auszuweiten.

Sie organisieren die erste Akademie und halten Kontakt zu Kulturmanagern und Künstlern weltweit: Michèle Brand und Daniel Gad, begleitet durch Meike Lettau, Nele Tast, Peter Meister und Vanessa Özdemir. Die Sparkasse Hildesheim/Goslar/Peine unterstützt die Akademie.

Kontakt bei Fragen zur Tagung: Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (E-Mail gad(at)uni-hildesheim.de, Telefon 05121-883-20107). Weitere Informationen finden Sie online.

Kurz erklärt: UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim untersuchen mit insbesondere Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlern in politischen Umbrüchen. Sie befassen sich in Forschung und Lehre mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, mit dem Schutz und der Förderung von künstlerischen Ausdrucksformen, mit künstlerischen Freiheitsrechten und Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit sowie  kulturpolitischen Rahmenstrukturen für kulturelle Bildung. Die Zielsetzungen der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt stellen hier einen wesentlichen Bezugspunkt dar. Wesentliche Aktivitäten des UNESCO-Lehrstuhls in den letzten Jahren wurden mit Partnern aus Subsahara-Afrika, der arabischen Region und dem Mittelmeerraum realisiert.

2016 wurde die zweite Periode von vier Jahren als UNESCO-Lehrstuhl durch die UNESCO bestätigt. Der Titel des UNESCO-Lehrstuhls referiert auf den vielfach verwendeten Begriff „Kultur und Entwicklung“ und schließt an das in Deutschland vorherrschende Verständnis von Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik an.

Das Institut für Kulturpolitik bildet den Nachwuchs in den Studiengängen „Kulturvermittlung“ und „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ aus. Studentinnen und Studenten können den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und innerhalb des vierjährigen Bachelor Plus-Studiums für ein Jahr an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika oder Casablanca/Marokko gehen. Die Forschungsprojekte der Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Kulturvermittlung“ führen die Studierenden regelmäßig in alle Weltregionen.

Studium „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Kulturpolitik Fachbereich 2
news-13693 Sat, 12 Aug 2017 12:05:00 +0200 „Das Archiv ist lebendig“ – Instrumente treffen auf Musikerinnen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/das-archiv-ist-lebendig-instrumente-treffen-auf-musikerinnen/ Üblicherweise darf man Vitrinen in Museen nicht öffnen, anfassen verboten. Das Ensemble „Quartett PLUS 1“ holt Instrumente aus den Vitrinen des Center for World Music. Die Musikerinnen erwecken eine Universitätssammlung zum Leben. „Das Archiv ist nicht tot – es ist lebendig“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Lisa Stepf. Das Instrument „kalimba“, ein Lamellophon, erklingt, die Rahmentrommel meldet sich zu Wort und die Stabzither „Dan Bau“ produziert Töne.

Eigentlich lagern die Instrumente hinter Glas, in Vitrinen im Center for World Music, etwa 4500 Instrumente beherbergt das Forschungszentrum der Universität Hildesheim in einem ehemaligen Kirchenraum. Mittlerweile erklingen die Instrumente wieder: Wissenschaftler und Studentinnen und Studenten arbeiten mit Schulen und Kindergärten zusammen und geben Einblicke in die Vielfalt der musikalischen Ausdrucksformen.

Und es gibt Musikerinnen, die auf die Sammlung aufmerksam werden und mit den Objekten künstlerisch arbeiten. Zum Beispiel das Ensemble „Quartett PLUS 1“. Die Musikerinnen Lisa Stepf, Katharina Pfänder und Kathrina Hülsmann holen diese Instrumente aus den Glasvitrinen hervor und erwecken eine Universitätssammlung zum Leben. „Es ist wahnsinnig ungewöhnlich, dass Leute die Objekte aus den Vitrinen holen dürfen. Das Archiv ist nicht tot – es ist lebendig“, sagt Lisa Stepf. Im August kamen insgesamt 268 Besucher von 6 Monaten bis 90 Jahren in das Hildesheimer Forschungsinstitut, um Einblicke in das Archiv zu erhalten.

Seit 2006 arbeiten Lisa Stepf, Katharina Pfänder und Kathrina Hülsmann im Ensemble zusammen. Die Musikerinnen haben sich im kulturwissenschaftlichen Studium an der Universität in Hildesheim kennengelernt und das „Quartett PLUS 1“ gegründet. „Wir kommen alle aus dem Hildesheimer Uni-Stall und zogen zum Studium aus Augsburg, Mönchen-Gladbach und Kassel nach Hildesheim“, so Stepf.

Eine Frage, die die Musikerinnen umtreibt: Muss ein Streichquartett heute noch aus vier Streicherinnen bestehen? Kann in einer globalisierten Welt nicht auch ein anderes Instrument den gleichberechtigen, vierten Platz einnehmen, so Stepf.

Weiterhin beschäftigt sich das Team mit der Frage: Wie kann man den Zuschauer so mit in eine Aufführung einbeziehen, dass er zum Akteur wird? „Wir fordern die Besucher, ob acht Jahre oder 80 Jahre, dazu auf, die Instrumente, etwa eine Fussschelle, an sich zu nehmen und den einen freien Platz in unserem Quartett einzunehmen. Wir nehmen die Distanz und heben die Hierarchie von Bühne und Zuschauer auf“, beschreibt Stepf. Der Besucher hat die Chance, im Ensemble einen Part zu übernehmen und mitzuspielen.

Eine Universitätssammlung zum Klingen zu bringen ist Teamarbeit: Für die Gesamtregie ist Verena Ries verantwortlich. So kann man mit dem Quartett zusammenspielen und mit den Instrumenten aus aller Welt auf Tuchfühlung gehen. An acht Hörstationen können sich die Besucher auf ein Instrument und dessen Klänge und Geschichte konzentrieren. „Man ist erschlagen von der Masse“, kommentiert Verena Ries die Instrumentensammlung. Sie hat ebenfalls in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert und sich auf das Theater spezialisiert. Die Instrumente „sprechen“ mit den Besuchern, sobald man sich zur Hörstation begibt und die Kopfhörer aufsetzt, erhält der Besucher Handlungsaufforderungen. Für diese interaktive Animation haben der Erfinder und Soundkünstler Georg Werner und der Video- und Lichtkünstler Jörg Finger in den letzten Tagen viele Kabel verlegt und Leuchten installiert. Zum Beispiel für die Station „On the way to Gelassenheit“ – die Aufforderung an den Besucher: „Such dir jemanden und mache einen Spaziergang. Nimm die Shruti-Box mit.“ Die Studentin Anne-Sophie Malessa und der wissenschaftliche Mitarbeiter Samuel Mund haben die Sounds aus dem Musikarchiv herausgesucht, allein die Laade-Sammlung umfasst etwa 45.000 Schallplatten.

Mit ihrer künstlerischen Arbeit zeigt dieses Team einen Weg auf, um in der Masse der Sammlungsbestände den Wert der einzelnen Objekte und Klänge zu erfahren. Denn eine Sammlung besteht aus einer Vielzahl individueller Objekte. Kein Instrument gleicht dem anderen, kein Ton ist der gleiche. Um dies Vielfalt zu erfahren, lohnt sich der Besuch im Center for World Music.

Kurz erklärt: Interaktive Ausstellung „Hinter Glas“ von „Quartett PLUS 1“

Das „Quartett PLUS 1“ ist zu Gast im Center for World Music der Universität Hildesheim. Die Instrumente der Sammlung Rolf Irle treffen auf die Musikerinnen von „Quartett PLUS 1“. An einem Wochenende, für insgesamt 16 Stunden, laden die Musikerinnen zur interaktiven Ausstellung ein. Besucher können ausgewählten Instrumenten „hinter Glas“ wieder eine Stimme geben, sie aus den Vitrinen befreien und gleichzeitig die Grenzen des Streichquartett-Klangs erkunden.

An acht Stationen werden ausgewählte Instrumente, ausgehend von ihrem ursprünglichen Kontext und ihrer kulturellen Praxis, mit zeitgenössischen Sounds und performativen Anweisungen versehen. Über Kopfhörer werden die Besucher zu Handelnden – sie können die Instrumente ausprobieren und einen freien Platz im Streichquartett einnehmen. Denn dort fehlt die zweite Geige. Außerdem erleben die Besucher die Neukomposition „Scherben“ von Stefan Wurz für Streichtrio, Rahmentrommel und Feldaufnahmen aus der Sammlung Wolfgang Laade. Der Eintritt ist frei.

Wann? 12. und 13. August 2017, geöffnet von 11:00 bis 19:00 Uhr

Wo? Center for World Music der Universität Hildesheim, Timotheusplatz/Schillstrasse, 31141 Hildesheim

Kurz erklärt: Wer steckt hinter „Quartett PLUS 1“?

In ihrer Studienzeit in Hildesheim haben Musikerinnen das „Quartett PLUS 1“ gegründet. Seit 2006 arbeiten Lisa Stepf, Katharina Pfänder, Kathrina Hülsmann und Kristina van de Sand im Ensemble zusammen. Die Musikerinnen entwickeln seitdem interdisziplinäre Projekte und holen dabei weitere Künstlerinnen und Künstler ins Team, unter anderem aus den Bereichen Tanz, Theater, Video und Elektronik.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Center for World Music
news-13636 Tue, 01 Aug 2017 14:28:52 +0200 Dekanatssekretariat https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/dekanatssekr/ Infolge des Hochwassers ist das Arbeiten im Büro zurzeit nicht möglich. Frau Burg ist per Email erreichbar. Fachbereich 2 news-10898 Tue, 01 Aug 2017 12:48:00 +0200 Voneinander lernen: Musik kann Menschen verbinden https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/voneinander-lernen-musik-kann-menschen-verbinden/ Musik kann Menschen trennen – oder verbinden. Ein Team vom Center for World Music der Universität Hildesheim setzt auf die verbindende Kraft der Klänge und bildet Fachleute aus, um die musikalische Vielfalt zu erhalten. Der Studiengang „musik.welt" startet im Wintersemester 2017/18 zum vierten Mal. Bewerbungen werden ab sofort bis Mitte August 2017 angenommen. Jetzt bewerben bis Mitte August: musik.welt studieren

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige fort, die die Vielfalt der Musikkulturen in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden.

Bisher haben 80 Personen aus 13 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren „musik.welt“ studiert. Unter ihnen sind Musikerinnen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Komponisten. Sie lernen von- und miteinander in der Gruppe. Gemeinsam entwickeln sie neue Konzepte und Projekte in der Musikvermittlung. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien.

Jeder Student erlernt während der zwei Jahre ein weiteres Instrument – eine „musikalische Fremdsprache“ – und erhält Einzelinstrumentalunterricht. Die Studieninhalte reichen von Musikethnologie und Musikpädagogik über Musik und soziale Arbeit bis zu Projektmanagement und Selbstreflexion.

Am Center for World Music in Hildesheim studieren

Der berufsbegleitende Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist Teil des Förderprogramms der Stiftung Niedersachsen und führt in vier Semestern zu einem Master-Abschluss. Es besteht die Möglichkeit, auf Zertifikat zu studieren. Ein Bachelor-Abschluss oder Ähnliches ist dann nicht erforderlich. Der Studiengang wendet sich an alle, die Kompetenzen erlangen möchten, um die integrative Kraft der Musik in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Der Studiengang kann berufsbegleitend studiert werden, einmal im Monat kommen die Studierenden im Hörsaal in Hildesheim zusammen.

Der Hörsaal im Center for World Music ist ungewöhnlich – ein ehemaliger Kirchenraum mit etwa 4500 Musikinstrumenten aus allen Erdteilen. Die Studierenden holen diese Instrumente – ob Sitar, Oud, Mbira oder Bağlama – aus den Vitrinen und lassen sie erklingen, setzen sie in Projekten etwa in Kindergärten, Schulen, Altenheimen und Stadtteilen ein. Die Studentinnen und Studenten entwickeln Musikprojekte vor Ort in ihrem Arbeitsfeld, etwa im Bereich Bildung, Kultur oder Soziales.

Weitere Informationen zu den Studieninhalten, Stipendien und zum Bewerbungsverfahren finden Sie online.

Nachgefragt bei Studierenden und Absolventen

Interview mit dem Santur-Virtuosen Kioomars Musayyebi

„Musik ist wie eine Sprache“

Kioomars Musayyebi, aus dem Ruhrgebiet, geboren 1977 in Teheran, spielt seit über 30 Jahren Santur, hat in Teheran Musiktheorie und Komposition studiert und lernte beim Santurmeister Faramarz Payevar und beim Filmkomponisten Farhad Fakhredini. Er arbeitet heute als Musiker und festes Mitglied im „Transorient Orchestra“ (Leitung: Andreas Heuser) in Dortmund. Für seine Arbeit wurde das Orchester mit dem WDR Jazzpreis 2017 in der Kategorie „Musikkulturen“ ausgezeichnet. Der Santur-Virtuose spielt im „Kioomars Musayyebi Quartett“ mit Gitarre-, Kontrabass- und Tombak-Spielern zusammen, komponiert Musik und Kinderlieder, unterrichtet Jugendliche und ist Beiratsmitglied im Kultursekretariat NRW. Kioomars Musayyebi ist einer der ersten Absolventen des Masterstudiengangs „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ am Center for World Music der Universität Hildesheim. Seine Masterarbeit schrieb Kioomars Musayyebi zum Thema „Fremd und eigen. Musikalische Autobiografie eines Migranten“.

Wie arbeiten Sie heute und welche Rolle spielt Musik in Ihrem Arbeitsalltag?

Ich unterrichte Musik und leite Proben mit Bands und habe Auftritte. Ich schreibe Musik und komponiere. Ich arbeite mit Musik – das heißt Musik spielt die Hauptrolle in meinem Arbeitsalltag.

Was haben Sie in dem Musikstudium am Center for World Music gelernt?

Unser Studium setzt sich aus Musikethnologie, Musikpädagogik, Musikmanagement, Musikvermittlung und Instrumentalunterricht zusammen. Durch die Gespräche zwischen Studenten und Dozenten fanden wir ganz neue Ideen. Jeder Student erlernt im Studium in Hildesheim ein neues Instrument als zweites Instrument. Es ist sehr gut, ein fremdes Instrument zu erlernen, weil ich durch das neue Instrument auch eine andere musikalische Kultur erlernen kann. Ich habe in meinen zwei Jahren an der Universität in Hildesheim das Cello erlernt. Mir hat es gut gefallen, wie das Verhältnis und der Kontakt zwischen Studenten und Dozenten in Hildesheim ist – das war eine unglaublich freundliche Atmosphäre. Die Studenten können so frei ihre Ideen bezüglich der Themen artikulieren und die Ideen werden dann von anderen Studenten und Dozenten thematisiert. Das heißt, es entsteht ein richtiger Austausch und man gelangt zu Ergebnissen.

Was ist Musik?

Musik ist wie eine Sprache, mit Musik können die Leute miteinander kommunizieren. Musik entdeckt unsere Gefühle. Wir können mit Musik unsere verborgenen Winkel der Emotionen, die inneren und tiefen Gefühle, hervorbringen und anderen Menschen zeigen. Musik ist Liebe und Leben und tatsächlich Frieden. Musik bringt einfach Frieden und Liebe und stärkt die Kommunikation miteinander. Musik ist eine gemeinsame und einheitliche Sprache. Es gibt verschiedene Bereich in der Musik, egal ob klassische Musik oder Pop oder Jazz oder sogar traditionelle Musik. Aber es gibt den Gedanken des Musikalischen, Klänge, die zusammenkommen, wenn Menschen Instrumente spielen, und Klänge, denen man zuhören und die man sammeln  kann. Dann versteht man die Gedanken, Gefühle und Ideen, egal welche Musikrichtung das gerade ist, die man hört. Oder wenn Musiker improvisieren, dann ist das auch eine Kommunikation – sie sprechen miteinander.

Kann man mit Musik etwas im Alltag, in der Gesellschaft bewirken?

Mit Musik kann ich dazu beitragen, dass Gefühle geteilt werden, Freundschaft, Frieden, Liebe, Einigkeit und Solidarität. Musik kann auch dazu beitragen, dass Menschen, die sich einander nicht kennen, sich kennen lernen und begegnen.

Wie schwer oder einfach war für Sie das Ankommen im akademischen Studienalltag in Deutschland? Wie haben Sie das Ankommen erlebt und welche Rolle spielt dabei das Center for World Music?

Erstmal möchte ich sagen: Als ich nach Deutschland gekommen bin, wollte ich gerne unbedingt weiter studieren, weil ich finde, das Studium ist eine Tür zu der Gesellschaft. Studieren hilft mir dabei, gut die Leute und die Gesellschaft zu verstehen sowie mehr wahrzunehmen. Ich kam also aus Teheran nach Deutschland und wollte gerne mein akademisches Wissen ausbauen. Obwohl ich in meiner Heimat Musik studiert hatte und ich hier in Deutschland als Profi-Musiker angekommen bin, trotzdem wollte ich weiterlernen und studieren ist eine Gelegenheit für Aufstieg. Man lernt immer neues Wissen und man lernt viel über aktuelle Gedanken der Gesellschaft.

Es war nicht einfach für mich, in Deutschland anzukommen: Ich hatte fast allen Universitäten meine Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Ich habe mich deutschlandweit an Hochschulen beworben und Absagen erhalten – ich müsse ein europäisches Instrument spielen. Weil ich ein fremdes Instrument – die Santur – spiele, bekam ich nur eine Antwort: „Es tut uns leid, das Instrument ist nicht aktuell in Deutschland.“ Nur Absagen. Sogar für Musiktheorie und als Tontechniker wollte man mich nicht, weil nur Studenten gesucht wurden, die europäische Instrumente beherrschen.

Dann habe ich eine Möglichkeit gesehen, Komposition an der Universität Folkwang im Bachelor-Studium oder Musik und Sozialarbeit in Regensburg zu studieren. Aber dann zufällig fand ich im Internet das Fach Musikethnologie in Hildesheim und das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“. Der Studiengang passte total zu meiner Situation. Dank der großen Hilfe von Morena Piro und der Beratung durch Professor Raimund Vogels konnte ich in Hildesheim an der Universität im Masterstudium weiter studieren. Das Center for World Music hat mir viel geholfen, nicht nur mein Wissen erweitert, sondern ich bin einen neuen Weg im musikalischen Bereich gegangen. Ich habe im Studium viele Leute kennengelernt und hatte viele Gelegenheiten, mein Santur-Spiel zu präsentieren. Ich würde gerne immer im akademischen Bereich aktiv sein. Ich bin gerne ein Musiker mit akademischer Ausbildung. Zum Schluss möchte ich sagen, das Center for World Music hat mein Leben und meinen Arbeitsalltag zum Besseren verändert. Ich freue mich über diese Veränderung und den Aufstieg in meinem Leben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Nachgefragt bei dem E-Bass-Spieler Claas-Henning Dörries

„Wenn viele andere Sachen an ihre Grenzen kommen, dann schlägt die Stunde der Musik“

Claas-Henning Dörries, 30, schließt derzeit das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ am Center for World Music der Universität Hildesheim ab. Gerade bereitet er seine Masterarbeit vor und möchte über den gemeinsamen Nenner zwischen arabischer und europäischer Musiziertradition schreiben. Neben dem Studium ist er als Musiker und Musikpädagoge tätig, arbeitet seit fünf Jahren an der Musikschule in Osnabrück, arbeitet mit Real- und Hauptschulen im Bereich Bandcoaching zusammen. In Osnabrück hat der Musiker Instrumentalpädagogik mit Hauptfach E-Bass studiert, im Musikstudium in Hildesheim lernt er Bağlama.

„Im Studium an der Universität Hildesheim habe ich das Spielen der Bağlama erlernt. Beim Bass war ich tief in der Marterie, ich habe ja E-Bass studiert. Nun habe ich von Null angefangen, erste Gehversuche auf einem neuen Instrument! Das ist eine tolle Erfahrung und ich freue mich über die ersten Erfolgserlebnisse. Jetzt kann ich auch Vierteltöne spielen, das war zunächst ungewohnt. Das Erlernen der Bağlama hat mir ein neues Feld, eine neue Welt im Kopf und in der eigenen Musikalität eröffnet.

Welche Rolle Musik in meinem Leben spielt? Musik ist alles. Ich mache nichts anderes. Im Center for World Music arbeite ich gemeinsam mit Edgar Wendt und Morena Piro im Integra-Projekt, es ist aus dem musik.welt-Studium heraus entstanden. Ein Coaching für Musikerinnen und Musiker, die nach der Flucht in Deutschland angekommen sind. Ich begleite die neun Männer und eine Frau auf ihrem Weg in das Studium und Berufsleben, unter ihnen ein Profi-Musiker, der in Syrien sehr bekannt war, ein Grundschullehrer, ein Musiker, der ein Kulturcafé in Syrien gemanagt hat. Wir versuchen, die Brücke in die Zukunft zu schlagen. Alle kommen verstreut aus Niedersachsen, nächste Woche kommen wir wieder in Hildesheim zusammen. In Seminaren geht es um Musiktheorie und Notenschrift, wir machen ein Bewerbungstraining, die Musiker nehmen an einem Deutschkurs der Uni teil. Wir haben das Integra-Projekt neu entwickelt, so ein Angebot gab es bisher nicht, die Gruppe ist so dankbar und so engagiert bei der Sache.

Was ich im musik.welt-Studium gelernt habe? Ich habe viel von der Gruppe gelernt, mein Jahrgang ist so unterschiedlich, unterschiedlicher könnten die Menschen gar nicht sein, was die Biografien, Lebensorte und Berufe betrifft. Aber wir sind alle auch Musiker, Musik ist unser gemeinsamer Nenner – Musik verbindet uns. Alle Studierenden haben eigene Expertise, davon profitiert man im Studium sehr. Wenn ich etwas über die Musiktradition des mongolischen Obertongesangs erfahren möchte, dann sitzt der Experte mit im Hörsaal und neben ihm eine Expertin für Kulturpolitik und Kulturmanagement und wie man Anträge schreibt. Unser gemeinsamer Nenner ist die Musik. Das ist ein riesen Gewinn, dieses Netzwerk an Menschen aus heutigen und ehemaligen Musikstudenten. Wer etwas mit Musik zu tun hat und offen ist für neue Arten von Musik sollte hierher nach Hildesheim kommen. Hier kann man seinen Horizont erweitern. Das musik.welt-Studium und das Center for World Music sind ein absolut einmaliger Ort, eine einzigartige Chance, die ich wahrnehmen durfte. Ich habe erst viel gezweifelt, ich hatte vorher nichts mit Weltmusik zu tun. Ich bin überglücklich, dass ich in Hildesheim Musik studiert habe, das Studium hat mein Leben und mein Berufsleben verändert.

Warum gibt es Musikerinnen und Musiker? Es ist phänomenal, Musik hat etwas Magisches, was Leute glücklich macht und zum Bewegen und Tanzen bringt. Musik ist ein verbindendes Element, wenn viele andere Sachen an ihre Grenzen kommen, dann schlägt die Stunde der Musik. Musik ist etwas sehr Menschliches.“

Interview mit der Musikpädagogin Anja Kucharski

„Manche Kinder entwickeln im Zusammenspiel mit anderen viel Freude und Selbstvertrauen“

Anja Kucharski, 48 Jahre, schließt derzeit das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ am Center for World Music der Universität Hildesheim ab. Arbeitet seit 15 Jahren in der Musikschule in Hildesheim. Hat an der Universität Hildesheim in den 90er Jahren Kulturpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik studiert, ausgebildet in drums & percussion, Gitarre und Akkordeon. Ein wichtiger musikalischer Moment in ihrem Leben: In den 90er Jahren hat sie viele Auftritte mit ihrer damaligen Frauenband gespielt. Auch die Erfahrungen mit Theatermusik im Schauspielhaus Hannover erlebte sie als sehr spannende und bereichernde Momente.

Welche Rolle spielt Musik in der Gesellschaft?

Anja Kucharski: Musik zu machen wirkt sich meiner Meinung nach so gut wie immer positiv auf die Menschen aus. Es ist ein Abtauchen vom Alltag in eine andere Welt und löst Wohlbefinden, Freude, Lachen und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit aus. Dieses Wohlbefinden wird natürlich auch genutzt, um Leute zu manipulieren und zu beeinflussen, um zum Beispiel im Geschäft ganz „relaxed“ oder „angeregt“ noch mehr zu shoppen... Musik ist sehr wichtig für die Gesellschaft und das Leben der Menschen. Ich glaube ohne Musik zu leben, wäre so ähnlich wie Blüten ohne Farbe anzuschauen.

Wie sieht Ihr musikalischer Alltag aus?

Anja Kucharski: Ich unterrichte seit 20 Jahren Schlagzeug und Percussion, zunächst selbständig, dann seit 2002 als Honorarkraft an der Musikschule in Hildesheim. Meine Schülerinnen und Schüler sind  von 5 bis 80 Jahren jung. Das muss natürlich vorbereitet werden und ich muss mich fit halten und spielen und üben wie beim Sport. Dann übe ich für Bandauftritte und seit zwei Jahren spiele ich neues Instrument – die Rahmentrommel – im Studiengang am Center for World Music. Es gehört viel Zeit und Disziplin dazu, regelmäßig zu üben. Seit einem Jahr bin ich Percussionistin bei Labiba, die Salsa Big Band von Kurt Klose im Raum Hannover, wo es auch immer was zu tun gibt.

Sie arbeiten in einer Musikschule, wie verändern sich Kinder und Jugendliche, wenn sie regelmäßig musizieren oder ein neues Instrument erlernen?

Das kann sehr unterschiedlich sein. Manche Kinder erleben hier ein spannendes neues Feld, was sie begeistert erlernen und im Zusammenspiel mit anderen anwenden wollen und dabei eine Menge Freude und Selbstvertrauen entwickeln. Andere Schüler sind überfordert mit zu vielen Terminen – Schule, Sport, soziale Kontakte und dann noch jeden Tag üben. Bei manchen Kindern helfen Musik und Instrumente, um zu entspannen und Spaß zu haben. Oft ist der Unterricht vermischt mit sozialer Arbeit. Da sprechen wir im Unterricht auch mal über das eine oder andere Problem und spielen dann weniger. Wichtig ist die Erkenntnis, für seine Erfolg oder auch Misserfolg meistens selber Verantwortung zu tragen, indem man etwas dafür tut und übt oder es schleifen lässt.

Warum haben Sie sich für ein Musikstudium in Hildesheim entschieden?

Ich lebe und arbeite hier und es bot sich für mich an, diese Weiterbildung in Hildesheim zu machen. Das Thema „Diversität in der musikalischen Bildung“ ist hoch aktuell und passt genau in die Zeit! Menschen, die von allen möglichen Ländern der Erde nach Deutschland aus unterschiedlichsten Gründen geflohen sind, bekommen über Musik und Sport eine gute Möglichkeit, Kontakte zu bereits hier lebenden Menschen zu knüpfen, sich auszutauschen und gegenseitig kennenzulernen. Es bietet eine Möglichkeit, eine schöne Beschäftigung zu finden neben einem großen Part Langeweile, unter der viele zugezogene Jugendliche leiden können. Mit Musik kann man sich auch ablenken oder unschöne Erlebnisse verarbeiten.

Sie erlernen im zweijährigen „musik.welt“-Studiengang in Hildesheim ein weiteres Instrument. Wie schwierig ist das Spielen auf einem neuen Instrument, was gelingt gut?

Ich erlerne Rahmentrommel. Schwierig ist die Technik – das ist komplett neu für mich, die Haltung. Ich musste viel üben, um Erfolge zu verbuchen und weiter zu kommen – um dann auch Spaß an der Musik zu haben. Um die vielen unterschiedlichen Klänge erzeugen zu können, müssen die Finger und Hände das Fell präzise anschlagen. Das dauert.

Wie sehr lernen Sie im Studium am Center for World Music voneinander? In der Gruppe sind viele Menschen mit unterschiedlichen Expertisen in bestimmten Bereichen. Das Studium ist ziemlich anders als in den Massenstudiengängen, wenn man mit 200 Leuten im Hörsaal in einer Psychologievorlesung sitzt und dem Dozenten zuhört.

Wir lernen sehr viel voneinander und können von dem Wissen Einzelner profitieren. Da zum Beispiel drei Menschen iranischer Herkunft im Studiengang dabei sind, haben wir private Filmaufnahmen aus dem Musikleben in Iran sehen können. Dann bekommen wir auch Theorieunterricht in persischer Musik aus sozusagen erster Quelle. Das ist schon sehr wertvoll. Es gibt auch Einblicke in verschiedene bereits laufende Projekte, was andere wiederum zum Nachahmen anregen kann. Viele von uns spielen sehr unterschiedliche Instrumente. Zum Teil machen wir kleine Workshops, wo wir Einblicke in viele Instrumente bekommen – von der Harfe und dem Alphorn bis hin zu japanischen Taikotrommeln und der Bağlama. Neben Theorieblöcken gibt es ja auch viel Praxis im Studium – das ist eine sehr gute Mischung.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Nachgefragt bei dem Sozialpädagogen Ingo Prein

„Musik kann Gemeinschaft fördern“

Ingo Prein, 40 Jahre, schließt derzeit das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ am Center for World Music der Universität Hildesheim ab. Ingo Prein ist Diplom-Sozialpädagoge, Kirchenmusiker und leitet einen Kinder- und Jugendchor. Er arbeitet als sozialpädagogische Fachkraft in der Schuleingangsphase an einer Grundschule in Ochtrup (Kreis Steinfurt) und war zuvor Schulsozialarbeiter an einer Hauptschule in Espelkamp.

„Ich habe in dem musik.welt-Studium am Center for World Music gelernt, dass Musik eine ganz besondere Funktion in der Gesellschaft hat. Musik kann über Sprachgrenzen hinweg einen ersten Zugang schaffen, indem sie als ‚Brücke zur Verständigung‘ genutzt wird und somit Gemeinschaft fördert. Musik ist die Sprache der Leidenschaft (Richard Wagner). Mit Musik kann ich im Alltag, in der Gesellschaft etwas bewirken. Die elementare Kraft der Musik kann ich nutzen, um vielerlei Fähigkeiten in Kindern freizusetzen und zu entwickeln. Zum Beispiel die Bewegung, den Ausdruck, die Wahrnehmung und die Kommunikation. Diese Fähigkeiten können mit dem Einsatz von Musik gefördert werden, um das zukünftige Verhalten der Kinder und Jugendlichen positiv zu beeinflussen. Ein wichtiger Schwerpunkt in meiner Arbeit ist die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie die Beratung und Unterstützung von Eltern und Lehrern und die enge Kooperation mit verschiedenen Institutionen wie dem Jugendamt. Neben meiner hauptamtlichen Tätigkeit arbeite ich seit meiner frühen Jugend als Kirchenmusiker in unterschiedlichen Gemeinden und leite aktuell in meiner Heimatgemeinde einen Kinder- und Jugendchor sowie den Schulchor an meiner Schule. Ich habe berufsbegleitend in Hildesheim studiert – es war für mich nicht immer einfach Beruf, Familie und Studium zu verbinden und die Zeiten miteinander zu vereinbaren. Doch nun bin ich stolz, dass ich diesen Spagat hinbekommen habe. Es hat sich gelohnt, denn die Begegnungen, der Austausch und die neu gewonnenen Erfahrungen waren auch eine große Bereicherung für meine Familie und Arbeitsstätte.“

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 2 Center for World Music
news-13542 Thu, 27 Jul 2017 10:00:00 +0200 Dokumentationsfilm: Studentin Hoa Nguyen ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/dokumentationsfilm-studentin-hoa-nguyen-ausgezeichnet/ Für ihre biografische Erzählung über das Aufwachsen zwischen zwei Welten wird die Hildesheimer Studentin Hoa Nguyen mit zwei Filmpreisen ausgezeichnet. In ihrem Kurzfilm setzt sich die 23-jährige Filmemacherin mit der Entscheidung ihrer Eltern auseinander, ihre Heimat zu verlassen. Die Hildesheimer Studentin Hoa Nguyen wird mit gleich zwei Preisen beim Bundesfestival Film ausgezeichnet, dem größten Medienfestival für Nachwuchs-Regisseure in Deutschland. Neben dem Publikumspreis erhält sie den Preis in der Kategorie „Generationenübergreifend". Der Preis ist mit 1.000 Euro und der Publikumspreis mit einer Kameraausstattung im Wert von 1.000 Euro dotiert. Der Wettbewerb wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum durchgeführt.

Der Film „In meiner Frühlingsrolle“ (7.38 Min.) ist eine biografische Erzählung über das Aufwachsen zwischen zwei Welten – der deutschen Gesellschaft und den vietnamesischen Eltern. Die 23-jährige Hoa Nguyen studiert an der Universität Hildesheim „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ mit dem Schwerpunkt Kunst und Medien.

In der Jurybegründung heißt es: „Der mit ruhiger und klarer Stimme vorgetragene Kommentar einer jungen Frau vermittelt auf sinnlich-poetische und geradezu ergreifende Weise, was Integration jenseits der üblichen politischen Floskeln bedeutet. Schritt für Schritt kann man dem Gedankengang der angehenden Kultur- und Medienwissenschaftlerin Hoa Nguyen folgen, mit dem sie sich auf wohlwollend kritische Weise mit der Generation ihrer Eltern und der vietnamesischen Kultur auseinandersetzt. Sie erklärt, wie sie sich als Teil der deutschen Gesellschaft fühlt: 'In meiner Frühlingsrolle' – ein großartiger Film!“

„Die Entstehung dieses außergewöhnlichen Films zu begleiten, war eine besondere Freude: Ausgehend von der sehr persönlichen Fragestellung hat Hoa Nguyen die Auseinandersetzung mit dem Medium Film gesucht und dabei eine Form gefunden, die streng und spielerisch zugleich ist und auf eine ganz unsentimentale Weise berührt“, sagt Volker Wortmann, Dozent am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Uni Hildesheim.

Hier geht's zum Kurzfilm „In meiner Frühlingsrolle“ (7.38 Min.)

Interview mit der Hildesheimer Studentin Hoa Nguyen

„Ich erzähle vom Dazwischensein“

Sie wurden mit dem Publikumspreis und dem Generationen-Preis beim Bundesfestival Film in Mainz ausgezeichnet. Haben Sie erwartet, dass Ihr Film einmal so eine Aufmerksamkeit erhält?

Hoa Nguyen: Meinen Kurzfilm habe ich vor einem Jahr im Projektsemester meines Studienfachs gemacht. Zu der Zeit habe ich nie daran gedacht, dass er den Rahmen der Uni verlassen würde. Deswegen freut es mich umso mehr, dass meine persönliche Arbeit so eine Wertschätzung bekommt und mir einige neue Möglichkeiten eröffnet.

Worum geht es in Ihrem Film „In meiner Frühlingsrolle“?

In dem Film erzähle ich von meiner Position des Dazwischenseins: zwischen meinen vietnamesischen Eltern und meinen deutschen Freunden, zwischen meinen Eltern und mir, zwischen der vietnamesischen und der deutschen Sprache, zwischen Stärke und Schwäche. Außerdem erzähle ich etwas über meine Familie in Vietnam und dem vietnamesischen Ahnenkult – und meiner Rolle des Frühlings.

Warum haben Sie diesen Film gedreht?

Ich habe diesen Film für ein Uni-Seminar gedreht, in dem es um Dokumentationsfilme ging. Es war mir sofort klar, dass ich mich mit meinen Eltern und ihrer Entscheidung nach Deutschland auszuwandern und ihre Heimat zu verlassen auseinandersetzen wollte.

Wie entsteht ein Drehbuch? Wie lange dauert das Schreiben, gibt es Rückschritte und Fortschritte und wo können Sie am besten arbeiten?

Da ich eher intuitiv als konzeptuell arbeite, habe ich kein Drehbuch geschrieben. Ich bin für fünf Tage zu meinen Eltern gefahren, habe sie bei allem begleitet und gefilmt. Daraufhin habe ich mir das Material angeschaut und gemerkt, dass ich erst einen inhaltlichen Faden brauche, an den ich im darauffolgenden Schritt das Bildmaterial dranbauen kann. Ich bin also mit einem Aufnahmegerät im Freien herumgelaufen und habe mir alles aus der Seele geredet. Diese Aufnahmen habe ich dann schriftlich zusammengefasst, umgeschrieben und strukturiert.

Welchen Einfluss haben die Seminare auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim auf die Entstehung Ihres Films?

Das Seminar von Dr. Volker Wortmann im Rahmen des Projektsemesters 2016 mit dem Schwerpunkt „Dokumentarfilm“ hat mir den Anstoß gegeben. Der Austausch mit der Gruppe hat mir immer wieder dabei geholfen, im Prozess des Machens weiter zu kommen.

Die Fragen stelle Isa Lange.

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur
news-13612 Wed, 26 Jul 2017 13:26:00 +0200 Hochwasser: Kulturcampus in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/hochwasser-kulturcampus-in-hildesheim/ Aufgrund des Hochwassers ist derzeit auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim kein Betrieb möglich (Meldung vom 26. Juli 2017). Diese Meldung wurde am 26. Juli 2017 veröffentlicht.

Aktuelle Informationen zu den Hochwasserschäden finden Sie hier

Aufgrund des Hochwassers ist derzeit auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim kein Betrieb möglich. „Derzeit ist kein Betrieb möglich. Der Domänenhof steht gerade unter Wasser. Das Wasser drückt in die Gebäude, das Erdgeschoss in der Steinscheune und im Burgtheater stehen unter Wasser, wir gehen durch die Gebäude und sichern Technik, EDV und Dokumente in den Büros“, berichtet Baudezernent Thomas Hanold am Mittwochmittag (Stand 26.07.2017, 13:30 Uhr). Als das Wasser seinen Höchststand auf der Domäne erreichte, konnte man den Domänenhof nicht mehr ohne Wathose durchqueren. Mittlerweile (Stand 29.07.2017) ist der Domänenhof wieder wasserfrei.

Der Dauerregen der letzten Tage zwischen Harz und Hildesheim hat zu einem starken Ansteigen der Wasserstände und der aktuellen Hochwassersituation geführt.

Präsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich sprach bei einer Ortsbegehung Herrn Thomas Hanold und dem ganzen Team des Dezernats 4 den besonderen Dank des Präsidiums aus: „Die Mitarbeiter des Gebäudemanagements leisten Außerordentliches, aber der Schaden für den Kulturcampus ist erheblich. Heute gilt es, so gut es geht zu sichern. Später stehen eine Schadensermittlung und die Sanierung an.“

Lehrende und Studierende aus dem Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation können sich bei Fragen an Baudezernent Thomas Hanold (E-Mail: hanold@uni-hildesheim.de) sowie an den Hausmeister Gisbert Werth (Telefon 0171 1982 179) vom Dezernat 4 „Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Betriebstechnik“ der Universität Hildesheim wenden.

Weitere Informationen finden Sie hier in Kürze.

Medienkontakt: Kontakt zur Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 0177.8605905)

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Pressemeldungen Fachbereich 2
news-13573 Tue, 11 Jul 2017 15:27:00 +0200 Wie Bilderbücher und Zeichentrickfilme das „Fremde“ darstellen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wie-bilderbuecher-und-zeichentrickfilme-das-fremde-darstellen/ Für Kinder spielen Bücher und Filme eine große Rolle beim Aufwachsen. Wie wird in Kindermedien eigentlich ein „Wir“ dargestellt? Nachgefragt bei Nina Stoffers vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Kulturelle Bildung vollzieht sich nicht nur in pädagogischen Settings – im Kindergarten oder in der Schule –, sondern gerade durch und in der Auseinandersetzung mit „alltäglichen“ Medien. Darauf weist Nina Stoffers hin. Bilderbuch und Zeichentrickfilm sind – neben Fernsehen, Computerspielen und Hörspielen – wichtiger Teil der Medienwelten, in denen Kinder aufwachsen. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim analysiert mit Studierenden in Seminaren zum Beispiel Kinderbücher und Zeichentrickfilme und untersucht, welche Vorstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ wie vermittelt werden.

„Bilderbücher und Zeichentrickfilme sind Bildungsmedien. Sie sind hervorragende Medien der Multiplikation. Was wir im Alter zwischen drei bis sechs Jahren wahrnehmen, prägt uns. Bücher prägen, wie wir die Welt wahrnehmen. Sie wirken. Was finden wir eigentlich vor in den Büchern? Das schauen wir uns in Seminaren an.“

Die Studierenden nähern sich dem Thema theoretisch und praktisch an, wenden verschiedene Methoden zur Analyse an und nehmen zahlreiche Bücher unter die Lupe. So haben Studentinnen der Kulturwissenschaften zum Beispiel die Bilderbücher „Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm” des Autoren Rafik Schami und des Illustrators Ole Könnecke sowie „Hör zu, was ich erzähle“ der Autorin und Illustratorin Gunilla Bergström untersucht. Dabei greifen sie auf unterschiedliche Analyseverfahren wie zum Beispiel das der Hildesheimer Professorin Bettina Uhlig zurück; sie analysieren Bild-Figuren, Farbkonzepte, Bildnarration und Bildhandeln sowie die Beziehungen zwischen Bild und Text, befassen sich mit Sichtbarem und Unbestimmtheiten und Leerstellen.

Kulturelle Bildung: Fachbeiträge werden auf Wissensplattform online publiziert

Entstanden sind Beiträge, die auf der Wissensplattform „Kulturelle Bildung online“ veröffentlicht wurden. Auf der Plattform wurden bereits sämtliche 176 Fachartikel aus dem „Handbuch Kulturelle Bildung“ publiziert, regelmäßig werden Fachbeiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden ergänzt, um den Fachdiskurs über Kulturelle Bildung voranzutreiben. Die jährlichen Tagungen nehmen ein bestimmtes Thema in den Blick, so ging es im April 2017 zum Beispiel um den Wissenstransfer von Fachwissen aus Künsten, Wissenschaft und pädagogischer Praxis. Im Anschluss werden die Diskurse auf der Plattform weiter geführt.

Die Hildesheimer Studentin Antonia Wangler hat etwa einen Fachartikel über die Rolle der Bilderbücher und deren Rezeption verfasst. „Im Familienalltag nimmt das Bilderbuch eine präsente Rolle ein. Angesichts einer lebendigen familialen Rezeptionspraxis muss das Bilderbuch als bedeutendes Sozialisationsmedium angesehen werden. Gleichwohl wurde diese spezielle Literaturgattung noch selten im Spiegel der Kulturellen Bildungsforschung betrachtet“, schreibt die Studentin. Lernen findet nicht ausschließlich in der Schule statt – sondern ebenso in informellen Settings, etwa in der Familie. Die Studentin Agata Wozniesinska, die einen Artikel auf kubi-online beigesteuert hat, schreibt inzwischen ihre Masterarbeit über Kindermedien und wie sie „das Fremde“ darstellen bei Professorin Viola Georgi und Nina Stoffers.

Für Kinder spielen Bücher und Filme eine große Rolle beim Aufwachsen. Wie wird in den Büchern und Filmen eigentlich ein „Wir“ in Bild und Text dargestellt? „Wir gucken genau hin – wo werden Unterschiede gemacht? In einem Buch zum Thema Vielfalt in Deutschland wurde etwa eine Frau aus Iran als Ärztin vorgestellt. Das Buch fiel uns positiv auf – sonst sind ja wie selbstverständlich nur Männer die Ärzte“, so Nina Stoffers. Ein weiteres Beispiel aus der Analyse: Es gibt ein Genre des Bilderbuchs, das man als „die Reise in die Fremde“ bezeichnen könnte. In Bilderbüchern aus den 1960er, 1970er, 1990er, 2000er Jahren begegnet man häufig einem kolonialen Schema: Der Weiße, der die nicht-technisierte vorzivilisierte Welt entdeckt. Dabei bildet die eigene technisierte Realität die unsichtbare Kontrastfolie, vor der die Anderen präsentiert werden. Eine Diversität wird dann anhand von (vermeintlich) traditionellen Elementen dargestellt, wobei die Hierarchie ganz klar ist: Das europäische Kind reist und schaut und handelt, alle anderen sind mehr oder weniger Staffage dieser Bildungsreise.

„Wir gucken genau hin – wo werden Unterschiede gemacht?“

Entscheidend ist, dass sich dieses Schema stark durch die Bilderbuchlandschaft zieht und es gar nicht viele andere Varianten gibt. Deshalb kann man konstatieren, dass sich das sogenannte „Othering“ auch und gerade in Kinderbildungsmedien finden lässt, so Stoffers. „In ihnen werden die Anderen pädagogisch-künstlerisch konstruiert, allerdings nicht in einer gleichberechtigten, sondern in einer hegemonialen Eigen-Fremd-Perspektive. Die Folie der vermeintlichen Norm verbleibt unsichtbar, das ‚Wir‘ konstruiert sich im Kontrast: ‚Wir‘ sind die Nicht-Anderen – diejenigen, die sich nicht erklären müssen.“

Deshalb braucht es eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Debatte, was wir eigentlich in Kinderbüchern für legitim halten und Verlage und Autorinnen und Autoren, die kritisch und differenziert mit Diversität umgehen, sagt Nina Stoffers. „Denn: Was reproduzieren wir da eigentlich? Es ist so viel Schrott auf dem Markt, so viel Reproduktion von Geschlechterstereotypen und kolonialen Vorstellungen. Wir brauchen unterschiedliche Perspektiven, nicht immer nur die eine Geschichte, sondern auch mal aufrührerische, mutige Bücher.“

Lesetipp

Studierende analysieren Bilderbücher und Zeichentrickfilme

Drei Hausarbeiten aus dem Seminar sind als Artikel auf der Wissensplattform „Kulturelle Bildung“ online veröffentlicht. Die Artikel entstanden im Rahmen des Seminars „Wir und die Anderen. Zur Darstellung des Fremden im Kinderbilderbuch" an der Universität Hildesheim unter der Leitung von Nina Stoffers und Dr. Tobias Fink. Im Seminar haben sich die Studierenden mit visuellen Medien, die für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen zentral sind, auseinandergesetzt und untersucht, wie „das Fremde" zur Darstellung gebracht wird und welche Vorstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ mit welchen Mitteln visuell vermittelt werden.

„Kulturelle Bildung in informellen Kontexten: Das Bilderbuch und seine Rezeption“, Antonia Wangler, 2017

„Repräsentationen natio-ethno-kultureller Vielfalt im Sachbilderbuch – Exempel einer rassismuskritischen Analyse“, Agata Wozniesinska, 2017

„ ‚... und am Mond vorbei’: Überlegungen zur Fiktionalisierung des ‚Fremden‘ im Kinderbilderbuch und Wirkungsmechanismen beim Vorlesen“, Julia Breit, 2017

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-13502 Mon, 26 Jun 2017 09:06:37 +0200 Internationaler Doktorandenworkshop: Musik – mehr als Unterhaltung https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/internationaler-doktorandenworkshop-musik-mehr-als-unterhaltung/ Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Cape Coast, Athen, New York und Belgrad nach Hildesheim: Während des Internationalen Doktorandenworkshops am Center for World Music der Universität Hildesheim tauschen sie sich über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus. Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Ghana, Griechenland, USA, Großbritannien, Neuseeland, Nigeria und Serbien nicht nach Berlin oder Köln, sondern ins kleine Hildesheim nach Norddeutschland. Das Center for World Music der Universität Hildesheim unterstützt den Forschungsnachwuchs. Etwa 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tagen vom 27. Juni bis 30. Juni 2017 an der Uni. Das viertägige Programm bietet Raum für Vorträge und Diskussionen. In Arbeitsgruppen können sich die Doktorandinnen und Doktoranden über Forschungsmethoden und musikethnologische Forschungsfragen austauschen.

Seit neun Jahren bauen die Hildesheimer Wissenschaftler ein Doktorandennetzwerk in der Musikethnologie aus. Die Universität Hildesheim arbeitet dabei eng mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Professor Philip Bohlman von der University of Chicago/USA zusammen. Bisher nahmen über 160 junge Fachleute an den Workshops teil. Einmal im Jahr tagen sie eine Woche am Center for World Music in Hildesheim. Das Center hat sich im Ausland als wichtige Institution der Nachwuchsförderung etablieren können.

Programm des 9. Internationalen Doktorandenworkshops

Die Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich zum Beispiel mit diesen Themen:

  • Rasika Ajotikar (SOAS, UK): "'Our Song Yearns for Liberation': Examining Issues around Censorship and Citizenship of Dalit Shahirs in West India"
  • Layla Dari (University of Florence, Italy): "Multiethnic Orchestras, Immigration, Citizenship and Musical Encounters in Contemporary Italy"
  • Panagiota Papageorgiou (National and Kapodistrian University of Athens, Greece): "World Musics in Education: An Ethnomusicological Study"
  • Eyram Fiagbedzi (University of Cape Coast, Ghana): "An Integrated Study of Bɔbɔɔbɔ Performance in Ghana"
  • Georgia Vavva (Royal Holloway, UK): "'The Crisis Has Been Great for Music, but not for the Musicians': Professional Music Making in Recession Athens"
  • Ana Petrović (University of Arts in Belgrade, Serbia): "Articulation Components in Vocal Expression of Serbs from the Pešter Plateau in Southwestern Serbia"

Short information in English

Ninth International Doctoral Workshop in Ethnomusicology

From Tuesday, 27th of June 2017 until Friday, 30th of June the Center for World Music of University of Hildesheim will once more be the venue for the international doctoral workshop in ethnomusicology. In collaboration with Hanover University of Music, Drama and Media, a four day program of paper presentations, discussion and working groups will support doctoral students at their writing stage and engage them in international dialogue and exchange. In a keynote lecture Ana Hofman, senior research fellow at the Slovenian Academy of Science and Arts in Ljubljana, will talk about potentials and limits of theorizing political capacity of music and sound.

[Einen Nachbericht lesen Sie hier im Juli.]

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music
news-13500 Fri, 23 Jun 2017 17:22:01 +0200 Exkursion zur Kulturhauptstadt Europas https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/exkursion-zu/ Studierende des Instituts für Kulturpolitik besuchen Aarhus Im Rahmen des Seminars "Aarhus, Kulturhauptstadt Europas 2017" unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel besuchten Studierende der Kulturvermittlung für einige Tage die Stadt an Dänemarks Küste.

Mitgebracht haben sie einen sehenswerten Film aus kulturvermittlerischer Perspektive!

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Fachbereich 2
news-13497 Fri, 23 Jun 2017 11:25:23 +0200 Musikerinnen und Musiker gesucht https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/musikerinnen/ für ein Projekt im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage Gesucht werden Musikerinnen und Musiker, die am 17. September 2017 ein von Studierenden des Musikinstituts entwickeltes Konzept zur Bespielung der Lindenallee in Heinde realisieren.

Entwickelt wurde eine Art Audiowalk, der aus acht Stationen besteht, die durch die Life-Performance verbunden werden. Die Besetzung ist offen. Alle Instrumente, die lange Töne spielen können und mobil sind, sind willkommen (Bläser, Streicher, Akkordeon etc.). Auch Stimme ist denkbar (Umgang mit Stimmgabel nötig.) Gespielt werden 4 Stücke aus dem Zyklus MoMa für mobile Instrumente von Dieter Schnebel. Die Stücke sind leicht zu spielen, müssen aber auf die räumliche Situation angepasst werden.

Es gibt eine Vorbesprechung am 5.7. um 14 Uhr in Raum 109 (Haus 2 Domäne) und zwei Proben am 15. und 16. September sowie eine Generalprobe am 17.September. Für die Aktion wird eine Aufwandsentschädigung von 100€ bezahlt. Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei matthiasrebstock(at)gmx.de.

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Fachbereich 2
news-13475 Wed, 21 Jun 2017 09:18:05 +0200 Mentoring-Programm: „Ich bin optimal vorbereitet auf das, was kommt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/mentoring-programm-ich-bin-optimal-vorbereitet-auf-das-was-kommt/ Bis zum 28. Juni 2017 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Im Interview sprechen die Studentin Renée Gauer und ihre Mentorin Suzanne Walter über das Mentoring. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Der Bewerbungsschluss ist der 28. Juni 2017, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Interview mit Renée Gauer und Suzanne Walter

Renée Gauer, studiert im Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ an der Universität Hildesheim. Die 24-Jährige bereitet technische Themen sprachlich so auf, dass sie verständlich sind und kann diese Fähigkeiten zum Beispiel in der Unternehmenskommunikation und bei der Erstellung von Bedienungsanleitungen und Produktleitfäden anwenden. Renée Gauer ist seit neun Monaten Mentee im Mentoring-Programm.

Suzanne Walter, Mentorin im Programm „ProKarriere-Mentoring“. Sie berät Unternehmen im internationalen Personalwesen und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften. Suzanne Walter hat Betriebswirtschaft studiert und war für das Personalwesen in Europa für ein Unternehmen mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig.

Was machen Sie im Rahmen des Programms „ProKarriere-Mentoring“?

Renée Gauer: Wir treffen uns einmal im Monat: Wie läuft das Studium? Wie geht es nach dem Studium weiter? Ich bin jetzt am Ende meines Masterstudiums, die Gespräche mit Frau Walter helfen mir sehr. Mit Hilfe von Frau Walter habe ich meinen Wunschplatz gefunden: In einem großen Industrieunternehmen werde ich einen Kommunikationsplan entwickeln. Das passt gut zu meinem Studium im Bereich Sprache und Technik sowie interne Unternehmenskommunikation.

Suzanne Walter: Ich habe schon einmal an dem Programm als Mentorin teilgenommen. Es ist wichtig, dass beide Seiten mitarbeiten, bei uns war es wie „Liebe auf den ersten Blick“. Ich versuche Renée zu unterstützen, etwa in der Frage, wie eigentlich der Bewerbungsprozess verläuft und wie man mit Absagen und Zusagen umgehen kann. Die Bewerbungstrainings, in die man die jungen Leute schickt, sind so standardisiert. Ich kann meine jahrelangen Erfahrungen im internationalen Personalwesen teilen. Und wenn es darum geht, einen Platz zu finden, drücke ich Renée die Daumen.

Wie erleben Sie das Mentoring-Programm, wozu trägt das Mentoring bei?

Renée Gauer: Wenn ich  mit einer Kommilitonin über die Zeit nach dem Studium spreche, ist das ganz anders als die Gespräche, die wir im Mentoring führen. Frau Walter hat langjährige Erfahrungen und sie ist immer ehrlich und direkt und das hilft mir sehr weiter.

Suzanne Walter: Ich habe eine Verantwortung für Renée. Dass das Mentoring so gut funktioniert, liegt auch an dem Engagement der Studentin, die sehr gut mitarbeitet und sich Zeit für das Mentoring nimmt. Wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis.

Hat sich durch das Mentoring in den letzten Monaten etwas verändert?

Renée Gauer: Die klaren und offenen Gespräche haben mir ungemein weitergeholfen. Im Rahmenprogramm habe ich an vielfältigen Workshops teilnehmen können, zum Beispiel sprachen wir mit Frauen aus Industrieunternehmen über ihren Werdegang. Im Workshop zur Karriere- und Lebensplanung haben wir Mentees über die eigenen Stärken und Schwächen nachgedacht. Während der neun Monate im Mentoring wird man im positiven Sinne dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich zu entscheiden: Was will ich machen?

Suzanne Walter: Ich lerne auch viel – die Gespräche mit Renée sind sehr erfrischend. Es ist sehr schön zu erleben, wie aufgeschlossen und zuversichtlich die junge Generation ist. Das gibt mir das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind in die Zukunft. Renée hat meine Adresse und kann mich auch nach Ende des Mentorings erreichen – dann können wir weiter darüber sprechen, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass es eine Freundschaft bleibt.

Empfehlen Sie das Mentoring-Programm weiter?

Renée Gauer: Auf jeden Fall! Das Mentoring hat mich weitergebracht. Vor allem empfehle ich das Mentoring Studentinnen, die am Ende ihres Studiums sind. Sie haben die Chance, sich neun Monate intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Ich schreibe jetzt meine Masterarbeit und habe das Gefühl, optimal vorbereitet zu sein auf das, was kommt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 4 Studierendenportal
news-12780 Tue, 13 Jun 2017 10:25:00 +0200 Prosanova-Literaturfestival: „Mitlesen, wie geschrieben wird“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/prosanova-literaturfestival-mitlesen-wie-geschrieben-wird/ In diesem Jahr lud das studentische Team von Prosanova wieder zum Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur ein. Tatjana von der Beek und Lasse Kohlmayer erzählen im Interview, warum sie junge Autorinnen und Autoren nach Hildesheim einladen. Zum Beispiel gibt das Festival Einblicke in den Schreibprozess, man kann mitlesen, wie geschrieben wird. Prosanova – Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur

Nachgefragt bei Tatjana von der Beek und Lasse Kohlmayer

Vom 8. bis 11. Juni 2017 ist Hildesheim wieder Treffpunkt für junge Autorinnen und Autoren. Was entsteht gerade in der Stadt?

Tatjana: Wir sind gerade auf dem Festivalgelände in einer alten Lagerhalle und auf einem alten Supermarktgelände tätig, am Bischofskamp in der Nordstadt. Wir sorgen dafür, dass der Leerstand überwunden und das Gelände wieder belebt und genutzt wird.

Wie wichtig ist der Ort, das Zusammenkommen für ein junges Literaturfestival?

Tatjana: Der letzte Festivalort war eine ehemalige Schule, wir saßen inmitten des Schulhofes, davor waren wir in einer alten Kaserne – nun ein Supermarkt. Wir haben wenig Geld, der Ort darf nahezu nichts kosten und wir nutzen die Räumlichkeiten zur Zwischenmiete. Der Ort verändert auch das Festivalprogramm. Dass das Festival an außergewöhnlichen Orten stattfindet, ist aus Geldnot erwachsen.

Lasse: Gerade streichen wir noch die letzten Räume, bauen wir ein Podest, das zur Sofalandschaft wird.

Was erwartet die Gäste auf dem Festivalgelände?

Tatjana: Das Programm ist sehr vielfältig und dicht, Lesungen und Workshops laufen parallel und man kann sich entscheiden, wohin man geht. Wir haben Insellesungen, dabei versammeln sich wenige für kurze Lesungen umd den Autor oder die Autorin, kommen ins Gespräch. Wer beim Prosanova dabei ist, ist nahe dran und kann erfahren, wie ein Autorenleben aussieht.

Lasse: Wir zeigen den Schreibprozess. Im Format „Die Maschine“ kann man mitlesen, wie geschrieben wird.

Wie finden Sie die Autorinnen und Autoren?

Tatjana: Wir wenden uns an Verlage, stöbern und lesen, lesen, lesen. Wir haben uns gerade durch einen riesigen Berg von Büchern durchgelesen, viele findet man in Buchhandlungen nicht einmal. In der Bella-Redaktion, die auch von Studierenden geleitet wird, stapeln sich Bücher und Postsendungen, locker 200. Das aktuelle Bella-Team – Helene Bukowski, Zoë Martin, Marina Schwabe, Ole Schwabe und ich – hat die Autorinnen und Autoren in diesem Jahr ausgewählt. Es sind viele Namen, die nicht bekannt sind, das ist auch ein Risiko, klar. Mit dem Prosanova-Festival entsteht ein Raum für junge Stimmen, Autorinnen und Autoren unter 35 Jahren, die am Anfang ihrer Karriere stehen und vielleicht gerade ihr Debüt herausgebracht haben. Das Festival ist eine Möglichkeit, jenen eine Stimme zu geben, die noch wenig bekannt sind. Unser Kriterium bei der Auswahl der Autorinnen und Autoren: sehr gute Bücher, die einen dazu bringen, weiterlesen zu wollen und hineinziehen in die Geschichte. Bei uns kann man Romane entdecken, die man noch nie gelesen hat.

A propos Bücher....

Tatjana: Wir machen uns keine Sorgen um das gedruckte Buch. Bücher wird es gedruckt so lange geben, wie es Leuten gefällt - und die sind nicht nur im virtuellen Raum unterwegs.

Lasse: Das Netz bietet für das Schreiben auch Chancen. Es gibt Programme, die dem Schreiber vorschlagen, welche Wörter man als nächstes benutzen kann. Das Entscheidende dabei: Man muss die Wörter nicht benutzen, die eine Maschine vorschlägt.

Sie stehen kurz vor dem Festival: Wie groß ist nun die Anspannung, was ist schon an Vorbereitungen geschafft?

Tatjana: Die Anspannung aktuell ist natürlich groß, es gibt noch einiges zu organisieren, jetzt ist man viel mit Feinheiten beschäftigt. Man hofft, dass alles klappt und wir an alles wichtige gedacht haben. Die Räumlichkeiten sind beinahe fertig gestellt, jetzt werden vorallem noch die genauen Programm- und Schichtabläufe auf dem Festival organisiert.

Ihr Geheimtipp für Neulinge: Was sollte man, wenn man nicht aus dem Fach kommt und nicht Literatur studiert, auf keinen Fall verpassen?

Tatjana: Mein Geheimtipp für Prosanova-Neulinge ist als erste Anlaufstelle der Infokiosk im Kassenhaus. Dort kann man sich ein Leporello mit dem Programm besorgen. Dann erstmal eine kleine Erkundungstour, ein Getränk an der Bar und ein Besuch im Buchladen. Für jede°n interessant sind sicherlich unsere Gesprächsformate wie "Wie sich unsere Sprache verändert", "Die sogenannte Wahrheit" oder "Trendscout: Autofiktion".

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Tatjana von der Beek, 24, aus Düsseldorf, studiert Literarisches Schreiben und Lektorieren an der Universität Hildesheim, hat ihren Bachelor in Hildesheim im Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis absolviert, im Prosanova-Team macht sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Lasse Kohlmayer, 25, aus Kassel, studiert im Bachelor Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus auf dem Kulturcampus in Hildesheim, hat vorher Informatik studiert, im Prosanova-Team vor allem für die Teamkoordination zuständig.

Kurz notiert: Prosanova sagt Danke!

Prosanova sagt Danke! Die Förderer des Prosanova-Literaturfestivals sind die VGH Stiftung, Stiftung Niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Friedrich Weinhagen Stiftung, Fachbereich 2 der Universität Hildesheim, Kulturstiftung Sparkasse Hildesheim, Stadt Hildesheim, Deutscher Literaturfonds, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V., Bürgerstiftung Hildesheim, Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
news-12697 Mon, 22 May 2017 09:23:00 +0200 Vom Kulturcampus in Hildesheim zum Filmfestival nach Cannes https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/vom-kulturcampus-in-hildesheim-zum-filmfestival-nach-cannes/ Studenten der Universität Hildesheim zeigen ihre Kurzfilme beim europäischen Filmfestival in Cannes. „Das ist eine ungewöhnliche Auszeichnung“, freut sich Stefanie Diekmann, Professorin für Medienkulturwissenschaft. Das Festival sei „der entscheidende Schauplatz, um die eigene Arbeit vorzustellen“. Das bedeutendste europäische Filmfestival hat Kilian Armando Friedrich und Paul Berend von Boetticher eingeladen, ihre Kurzfilme zu zeigen. Vom 18. bis 27. Mai 2017 präsentieren die beiden Studenten ihre Werke in Cannes. Zahlreiche Filmschaffende hatten sich für die Sektion „Short Film Corner“ beworben. Mehr als 10.000 Filme werden gewöhnlich für diese Sektion eingereicht.

Beide Filmemacher studieren an der Universität Hildesheim mit dem Schwerpunkt Medien. „Das ist eine ungewöhnliche Auszeichnung. In der gegenwärtigen Filmlandschaft bleiben Festivals der entscheidende Schauplatz, um Filme zu präsentieren und die eigene Arbeit vorzustellen. Die A-Festivals spielen dabei eine besondere Rolle, weil dort für eine begrenzte Zeit maximal viel Aufmerksamkeit und Austauschmöglichkeiten an einem Ort konzentriert sind. Cannes ist ohne Zweifel das wichtigste unter den europäischen A-Festivals“, freut sich Stefanie Diekmann, Professorin für Medienkulturwissenschaft am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur.

Für das Studium der Szenischen Künste zog Paul von Heidelberg nach Hildesheim

„Die Short Film Corner in Cannes ist bestimmt großartig um Filmschaffende aus der ganzen Welt kennenzulernen und sich mit ihnen zu vernetzen“, hofft Paul Berend von Boetticher. Sein Kurzfilm trägt den Namen „Passepartout“. Die Handlung: Nach dem Verlust eines gerahmten Gemäldes, versucht ein älterer Mann sich an die Vergangenheit zu erinnern. Die Bilder aus der Vergangenheit zeigen sein Kennenlernen mit einer jungen Malerin und den Ursprung des Rahmens. Ohne einen Dialog und mit Musik von Maurice Ravel und Leroy Carr befasst sich der Hildesheimer Student in seinem siebenminütigen Film mit den Themen Erinnerung und Verlust.

Der 24-Jährige ist für das Studium der Szenischen Künste von Heidelberg nach Hildesheim gezogen. „Die Seminare an der Uni fließen auf ganz unterschiedliche Weise in die Entstehung meiner Filme ein. Der besondere Aufbau des Studiums macht es möglich, dass ich mir gezielt die Seminare aussuchen kann, von denen ich erhoffe, dass ich für meine Arbeit etwas daraus ziehen kann. Highlights waren die Berlinale-Exkursion und eine Fashion Film-Übung. Den größten Einfluss haben die Seminare auf der Expo-Plaza in Hannover bei Professor Uwe Schrader.“

„Im Projektsemester an der Uni ist soviel entstanden, ein Semester an Filmen arbeiten. Mir hilft das freie Denken auf der Domäne“

In Cannes dabei ist auch Kilian Armando Friedrich, der 22-Jährige kommt aus Konstanz und studiert ebenfalls Szenische Künste an der Universität in Hildesheim. „Ein besonderer Moment ist im Studium das Projektsemester der Universität Hildesheim, dort ist soviel entstanden! Ein Semester lang nur praktisch an Filmen zu arbeiten, dass ist sehr intensiv und herausfordernd, auch was Gruppendynamiken angeht. Auf der Domäne begeistern mich die philosophischen Themen und der interdisziplinäre Ansatz. Um selbstständig eine Idee zu verfolgen hilft mir das freie Denken, was dort gelernt wird.“

Kilian Armando Friedrich fährt mit seinem Kurzfilm „Attacke aufs Treppenhaus“ nach Cannes. Die Handlung des Films: Der unter notorischem Zeitmangel leidende Frederik steht vor seiner Haustür und kommt nicht hinein. Leider steht er auch vor einem wichtigen Termin, weshalb er dringend in seine Wohnung gelangen muss. Zwei Türen und fünf Stockwerke stehen zwischen ihm und diesem Ziel. Also erstmal die Nachbarn um Hilfe bitten, und hoffen, der Wohnung dadurch etwas näherzukommen. Dies ist der Beginn einer Reise durch verschiedene Stockwerke, in welchen, geschützt durch Treppenhaustüren, ganz eigene Welten aufgebaut wurden.

„Wir sind ambitioniert an den Film herangegangen und wenn man die letzte Klappe schlägt, ist man irgendwo zwischen riesiger Freude und großer Erschöpfung. Ich habe gar nicht an den Weg gedacht, den der fertige Film nehmen könnte“, freut sich der 22-Jährige.

Medien-Abteilung kombiniert Handwerk des Filmemachens und wissenschaftliche Forschung

Bereits 2015 wurden schon einmal zwei Studentinnen der Abteilung Medien mit Filmen, die im Kontext der künstlerischen Lehre entstanden waren, zur „Short Film Corner" auf das internationale Filmfestival in Cannes eingeladen. Die Studentinnen Hanna Seidel und Gwen van der Linde sind inzwischen in die sehr renommierten Master-Studiengänge für Filmproduktion an der Filmakademie Ludwigsburg und für Regie an der Hamburg Media School aufgenommen worden und setzen dort ihre Ausbildung fort.

Eine Besonderheit der Abteilung Medien an der Hildesheimer Universität, wahrscheinlich sogar ein Alleinstellungsmerkmal, ist die Verknüpfung der praktischen Arbeit mit wissenschaftlicher Forschung und Reflexion, in den letzten Semestern zum Beispiel in Seminaren zum Thema „Autobiografischer Dokumentarfilm“ oder „Mediengeschichte des Interviews“, sagt Professorin Stefanie Diekmann.

Zugleich besteht mit dem professionell eingerichteten Studio in Hannover unter der Leitung von Uwe Schrader die Möglichkeit, das Handwerk des Filmemachens sehr gut kennen zu lernen, sich auszuprobieren und Ideen und Projekte in Kooperation mit anderen Studierenden zu entwickeln.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Studierendenportal
news-13402 Mon, 08 May 2017 10:18:00 +0200 US-Generalkonsul Richard Yoneoka zu Gast an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/us-generalkonsul-richard-yoneoka-zu-gast-an-der-universitaet-hildesheim/ Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music informiert. „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert“, so der US-Generalkonsul. Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich Anfang Mai 2017 über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music der Universität Hildesheim informiert.

Richard Yoneoka, der bereits seit 18 Jahren im diplomatischen Dienst tätig ist und auf vier Kontinenten gearbeitet hat, zeigte sich beeindruckt: „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert.“ Yoneoka spricht aus Erfahrung: „Als Diplomat erlebe ich immer wieder neu, in welchem hohem Maße Kultur Menschen über sprachliche und geographische Grenzen hinweg verbindet.“

„Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen“

Richard Yoneoka ist seit Juli 2016 US-Generalkonsul in Hamburg. Sein Amtsbezirk umfasst fünf Bundesländer: Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa drei Stunden verbrachte der US-Generalkonsul an der Universität, sprach mit Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Bei Studierenden und Wissenschaftlerinnen, darunter Professorin Viola Georgi, Professorin für Diversity Education, und Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, erkundigte sich der Generalkonsul über die Bemühungen der Universität, angehende Lehrerinnen und Lehrer für den Schulalltag im Einwanderungsland vorzubereiten.

Viola Georgi gab Einblicke in aktuelle Studien. Ihre Forschungsergebnisse zeigen etwa, wie Vielfalt und Migration in deutschen Schulbüchern dargestellt werden. In einem neuen Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung plant Georgi Erinnerungspraktiken und Geschichtskulturen in der Migrationsgesellschaft zu untersuchen.

Die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari befasst sich mit Mehrsprachigkeit aus kognitiver Perspektive und untersucht, wie Kinder und Jugendliche ein mehrsprachiges mentales Lexikon aufbauen. „Diversität ist  in der Mitte der Universität Hildesheim platziert. Der Transfer von der Forschung in das Lehramtsstudium ist ganz besonders eng und schnell“, so Professorin Montanari. Etwa 2600 Lehrerinnen und Lehrer bildet die Universität derzeit für die Tätigkeit in Grund-, Haupt- und Realschulen aus – die Fächer reichen von Deutsch und Wirtschaft über Englisch und Sport bis Informatik und Kunst. Die internationale Ausrichtung des Lehramtsstudiums spiegelt sich auch in der Veranstaltungsreihe „Multilingualism and Diversity Lectures“ wider. Anfang Juni 2017 diskutieren in Hildesheim internationale Referenten, unter anderem aus den USA, über Mehrsprachigkeit im Unterricht.

„Das ist mit der Kraft der Musik möglich“

Im Gespräch mit dem Musikethnologen Michael Fuhr vom Center for World Music erfuhr der US-Generalkonsul, wie das Hildesheimer Forschungszentrum Spuren und Vermächtnisse der Musikgeschichte digitalisiert, Kulturerbe mit Partnern in Teheran (Iran), Kairo (Ägypten) und Maiduguri (Nigeria) erhält und Wissen zugänglich macht. „Musik kann jungen Menschen eine Stimme geben“, so Yoneoka. Er berichtete, wie er als Gesandter in Gambia mit der lokalen Musikszene kooperiert hat: „Künstlerinnen und Künstler in Gambia haben zum Beispiel Musikstücke zum Gedenken an Martin Luther King, Jr. produziert und ein Stück aus Sierra Leone in zwei gambische Lokalsprachen übersetzt, um Menschen aufzuklären, wie sie sich vor dem Ebolavirus schützen können. Das ist mit der Kraft der Musik möglich.“

Beide Hildesheimer Forschungseinrichtungen bilden den wissenschaftlichen Nachwuchs in zwei Graduiertenschulen aus. Dabei kooperieren die Musikethnologen mit Partneruniversitäten in Cape Coast (Ghana) und Maiduguri (Nigeria). Sie untersuchen, welche Rolle die Künste beim Wiederaufbau von Gemeinschaften in und nach Konflikten und Kriegen spielen.‎

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration
news-11634 Fri, 05 May 2017 09:25:00 +0200 Wissensspeicher Musik: Vielfalt musikalischer Äußerungen erhalten https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wissensspeicher-musik-vielfalt-musikalischer-aeusserungen-erhalten/ Das Center for World Music der Universität Hildesheim und das Roemer- und Pelizaeus-Museum führen ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände in einem virtuellen und realen Klangarchiv zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music der Universität Hildesheim und das Roemer- und Pelizaeus-Museum ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände in einem virtuellen und realen Klangarchiv zusammen. Das Projekt „Wissensspeicher Musik“ leistet einen Beitrag zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes sowie einen zivilgesellschaftlichen Beitrag zu kultureller Sensibilisierung. Die beiden Einrichtungen werden in den kommenden drei Jahren ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Museumspädagogik, Sammlungsmanagement und Restaurierung ausbauen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt.

Gesellschaften leben mit einer Vielfalt musikalischer Äußerungen. Musik ist Ausdruck sozialer Diskurse, religiöser Weltsichten und individueller kreativer Ansichten. Als immaterielles Kulturerbe der Menschheit bleibt sie aber bislang im wissenschaftlichen und musealen Bereich weitgehend unterrepräsentiert.

Die Sammlungsobjekte des Center for World Music werden derzeit verstreut und unsortiert an mehreren Orten aufbewahrt. Das Projekt steht deshalb vor der Mammutaufgabe, Wege zu finden, wie das Wissen über die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen, wie die Objekte und Klänge zugänglich gemacht werden können.

Zu den umfangreichen Sammlungen am Center for World Music an der Universität Hildesheim zählen unter anderem:

  • das „Music of Man Archive“ mit 45.000 Tonträgern und 1000 Musikinstrumenten,
  • eine 4.500 Objekte umfassende Musikinstrumentensammlung des Privatsammlers Rolf Irle und
  • die CD-Sammlung des Algeriers Hamid Ouamara mit Aufnahmen aus dem Maghreb.

Nur etwa 1000 Instrumente sind derzeit im Hörsaal des Center for World Music zugänglich. Das älteste Instrument ist etwa 2400 Jahre alt. Das längste ist eine Trompete aus hauchdünnem Kupferblech, 4 Meter 85 lang. Zu den Objekten gehören auch eine Balalaika aus Russland, ein Musikbogen (Waji) aus Afghanistan, eine Sitar aus Indien und ein Lamellophon aus Mali, das aus plattgeschlagenen Speichen von Fahrrädern und einer Konservendose gefertigt wurde. In der universitären Sammlung befinden sich außerdem seltene Instrumente der tibetisch-buddhistischen Wander- und Klostermönche..

Das Roemer- und Pelizaeus-Museum hingegen besitzt eine ethnologische Sammlung mit rund 14.000 Objekten, unter denen sich auch zahlreiche Instrumente befinden. Diese ermöglichen gemeinsam mit den anderen ethnologischen Objekten des Museums die Kontextualisierung der universitätren Sammlung.

Auftaktveranstaltung des BMBF-Projekts „Wissensspeicher Musik in der Musealen Praxis“

Die Auftaktveranstaltung des BMBF-Projekts „Wissensspeicher Musik in der Musealen Praxis – Möglichkeiten und Herausforderungen von Sammlungsmanagement und Kuratierung einer musikethnologischen Universitätssammlung“ findet am Donnerstag, 1. Juni 2017, um 17:00 Uhr im Center for World Music der Universität Hildesheim (ehem. Timotheuskirche, Schillstraße/Ecke Timotheusplatz, 31141 Hildesheim) statt.

Zum Projektstart begrüßt die Universität zusammen mit dem Museum internationale und nationale Expertinnen und Experten, Gäste aus der lokalen und regionalen Kulturszene sowie der Kultur- und Bildungspolitik. Neben Redebeiträgen wird es künstlerisch-musikalische Beiträge geben. An der Auftaktveranstaltung nehmen geladene Gäste teil. Wenige Plätze sind noch vorhanden, eine Teilnahme ist auf Anfrage möglich (E-Mail wmmp@uni-hildesheim.de).

Bei Fragen erreichen Sie die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de) und die Pressestelle des Roemer- und Pelizaeus-Museums (Kristina Freise, 05121.9369.21, kommunikation@rpmuseum.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Startseite Forschung
news-13371 Thu, 04 May 2017 08:43:00 +0200 Alltag im Uni-Sekretariat: kommunizieren und koordinieren https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/alltag-im-uni-sekretariat-kommunizieren-und-koordinieren/ Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Eine Ausstellung macht ab heute auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam. Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim, seit 11 Jahren auch am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Helga Burgemeister ist eine von derzeit 52 Sekretärinnen und Sekretäre an der Hildesheimer Universität. Bis 2015 waren in den Sekretariaten ausschließlich Frauen beschäftigt, inzwischen auch ein Sekretär. Rund zwei Drittel von ihnen haben einen Arbeitsplatz in Instituten oder Dekanaten, 15 % in den Dezernaten oder der Universitätsleitung und 19 % in sonstigen zentralen Einrichtungen wie zum Beispiel dem Rechenzentrum oder dem Fundraising. Ihr Tätigkeitsspektrum ist vielfältig und reicht von der Kostenerfassung über Abstimmungen mit dem Lehrpersonal bis zur Protokollführung.

Während die Zahl der Studierenden in den Jahren 2010 bis 2015 um 33 % wuchs und die Zahl der Professorinnen und Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich anstieg, erhöhte sich der Anteil des Verwaltungspersonals nur um 11 %.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim möchte mit einer Ausstellung auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam machen. „Ohne ihr permanentes Wirken im Hintergrund würden weder die Verwaltung noch die Institute im Wissenschaftsbetrieb funktionieren“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Hildesheim. „Dabei hat sich ihr Berufsbild in den letzten 30 Jahren total gewandelt. Aus den ehemaligen Schreibkräften wurden Expertinnen und Experten des universitären Verwaltungsapparates, die hohen und komplexen Arbeitsanforderungen genügen müssen. Vergütung und Anerkennung der Sekretariatstätigkeiten hat in der Regel nicht mit den gestiegenen Anforderungen Schritt gehalten.“ „Sekretär_innen sehen sich oft mit vielen Aufgaben gleichzeitig und mit Termindruck konfrontiert“, ergänzt Karin Burg, Dekanatssekretärin im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation.

Die Ausstellung ist kostenfrei und für alle Interessierten zugänglich. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 4. Mai 2017, um 10:00 Uhr am Uni-Hauptcampus (Gebäude I) eröffnet. Mitglieder der Universität sind auch herzlich zu einer hochschulöffentlichen Podiumsdiskussion am 10. Mai eingeladen.

Wanderausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“

  • 04. – 17. Mai 2017 am Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim
  • 19. – 29. Mai 2017 am Bühler Campus der Stiftung Universität Hildesheim
  • Veranstalter ist das Gleichstellungsbüro der Stiftung Universität Hildesheim

Wer Fragen zu der Ausstellung hat, kann sich an Dr. Silvia Lange (E-Mail: langes@uni-hildesheim.de) und Karin Burg (E-Mail: dekanat2@uni-hildesheim.de) wenden.

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news-13384 Thu, 04 May 2017 07:58:00 +0200 Spitzenforschung aus Hildesheim: Center for World Music gibt Einblicke in die Vielfalt der Musik https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/spitzenforschung-aus-hildesheim-center-for-world-music-gibt-einblicke-in-die-vielfalt-der-musik/ Welche Rolle spielt Musik beim Aufbau von Gemeinschaften in und nach Konflikten? Wie kann man das immaterielle Kulturerbe erhalten und zugänglich machen? Beim Niedersächsischen Forschungstag in Hannover gibt das Team des Center for World Music Einblicke in Erkenntnisse aus der Forschung und lässt Klänge erklingen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Volkswagen Stiftung haben das Forschungsinstitut der Universität Hildesheim zum Forschungstag „flux“ eingeladen. Das Center for World Music der Universität Hildesheim gibt beim Niedersächsischen Forschungstag Einblicke in die Vielfalt der Musik. Wissenschaftler erklären, wie sie zu Erkenntnissen rund um die musikalische Vielfalt kommen und Musikerinnen und Musiker lassen Instrumente erklingen. In einer Ausstellung zeigt das Team des Center for World Music eine Auswahl aus der umfangreichen Instrumentensammlung. Besucher können sich durch Klangbeispiele klicken sowie live Musik hören und Instrumente ausprobieren.

Welche Rolle spielt Musik beim Aufbau von Gemeinschaften? Das Center for World Music gibt während des Niedersächsischen Forschungstages Einblicke in die aktuelle Forschung: In einer DAAD-Graduiertenschule arbeitet die Hildesheimer Universität mit der Universität Maiduguri in Nigeria und der Universität Cape Coast in Ghana zusammen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzen sich in den kommenden Jahren damit auseinander, welchen Beitrag die Künste und künstlerischer Ausdrucksformen zum Wiederaufbau von Gemeinschaften nach Konflikten und Kriegen spielen können.

Außerdem gibt das Musik-Team Einblicke in das Projekt „Wissensspeicher Musik“. Musik ist Ausdruck sozialer Diskurse, religiöser Weltsicht und individueller kreativer Ansicht. Als immaterielles Kulturerbe der Menschheit bleibt sie aber im akademischen und vor allem im musealen Bereich weitgehend unterrepräsentiert. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music und das Roemer- und Pelizaeus-Museum ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände in einem virtuellen und realen Klangarchiv zusammen.

Das Center for World Music wurde von der Volkswagen Stiftung und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur zum Forschungstag eingeladen. Studentinnen und Studenten aus dem Hildesheimer Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ nehmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Vielfalt der Klänge. Der erste Niedersächsische Forschungstag „flux“ präsentiert  Spitzenforschung aus ganz Niedersachsen einer breiten Öffentlichkeit. Eingeladen sind alle wissenschaftsinteressierten Bürger, Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Familien mit Kindern. Der Eintritt ist frei. Der Forschungstag findet am Samstag, 6. Mai 2017, im Schloss Herrenhausen in Hannover von 11:00 bis 20:00 Uhr statt.

Kurz erklärt: Das Center for World Music

Wie leben wir mit Musik? Das Center for World Music der Universität Hildesheim bewahrt seit 2006 bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens: über 4.500 Musikinstrumente, 45.000 Schallplatten, eine der größten Sammlungen Europas. Das Center widmet sich der Vielfalt musikalischer Traditionen und ist ein Archiv und Labor, ein Ort der Forschung und des Studiums, ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker und eine Basis für internationale Begegnungen und Verständigung.

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. Das Center for World Music der Universität Hildesheim bildet seit 2011 Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden.

Was macht das Center for World Music?

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Forschung Center for World Music
news-13360 Mon, 01 May 2017 17:01:25 +0200 Center for World Music unterstützt geflüchtete Musikerinnen und Musiker https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/center-for-world-music-unterstuetzt-gefluechtete-musikerinnen-und-musiker/ Das Center for World Music hat Musikerinnen und Musiker ausfindig gemacht, die in ihrem Heimatland in Orchestern als Profis gearbeitet haben. Ihr Abschluss wird in Deutschland aber nicht anerkannt. Nun begleitet ein Team die Instrumentalisten auf ihrem Weg durch den akademischen Alltag in Hildesheim. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert die Initiative an der Universität Hildesheim. Ein Team vom Center for World Music der Universität Hildesheim heißt geflüchtete Musikerinnen und Musiker an der Universität Hildesheim herzlich willkommen. Am Dienstag, 2. Mai 2017, findet im Center for World Music die Auftaktveranstaltung eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts statt. An diesem Tag läuft in einem dreistufigen Verfahren eine Aufnahmeprüfung an der Universität.

Ein Team vom Center for World Music hat das Projekt ins Leben gerufen: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro und die beiden Musiker Claas-Henning Dörries und Edgar Wendt wollen professionelle Musikerinnen und Musiker beim Ankommen in Deutschland unterstützen. „Edgar und Claas studieren aktuell bei uns im musik.welt-Studium. Sie sind beide sehr engagiert in unterschiedlichen Projekten für geflüchtete Musiker und gut vernetzt“, sagt Piro. Etwa zehn Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis Oktober 2017 zunächst an Vorbereitungskursen an der Universität teilnehmen. Die Teilnahme an diesen Kursen ist kostenfrei. „Wir begleiten die Musiker auf ihrem Weg an die Uni und unterstützen sie bei der Bewerbung um einen Studienplatz“, so Morena Piro.

„Die Hürden sind ziemlich schwer, wir wollen die Musikerinnen und Musiker auf ihrem Weg an die Universität begleiten und Ängste abbauen. Wir haben Musikerinnen und Musiker ausfindig gemacht, die in ihrem Heimatland in Orchestern als Profis gearbeitet haben, deren Abschluss aber hier nicht anerkannt wird“, sagt Edgar Wendt und berichtet von einem studierten Oud-Spieler aus Damaskus und einem Mann, der in seinem Heimatland in der Musiktherapie gearbeitet hat.

„Viele leben vereinzelt in Dörfern in Niedersachsen, haben keinen Zugang zur Universität, wir möchten diese Barriere überwinden, unterstützen sie bei den Fahrtkosten“, sagt Wendt. „Ich bin in Somalia geboren und bin ich früh von vielfältigen Rhythmen und Sounds beeinflusst worden. Diese Erfahrungen helfen mir heute sehr in der Arbeit in Hildesheim.“ Das Instrument des Profi-Musikers ist übrigens seine Stimme, sein kleines Orchester hat er immer dabei: Mit seinem Körper erzeugt er Töne – als würden sechs Instrumente gleichzeitig spielen. Wendt arbeitet mit Kindern und Jugendlichen in Stimmworkshops, in denen die Kids viel Selbsterfahrung mitnehmen und Vertrauen in den eigenen Körper aufbauen.

Der DAAD unterstützt das Uni-Projekt mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Center for World Music arbeitet mit dem „Welcome Board“ zusammen, um die Musiker in Niedersachsen ausfindig zu machen.

Geflüchtete Musikerinnen und Musiker können, mit geeigneter Qualifikation, bereits ab dem ersten Tag ihrer Ankunft in Deutschland an der Universität Hildesheim studieren. Ein Team des International Office begleitet Studieninteressierte mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg in das Studium.

Weitere Informationen zum DAAD-Integra-Projekt

Wenn Sie geflüchtete Musikerinnen und Musiker kennen, die an der Universität Hildesheim studieren möchten, kontaktieren Sie gerne das Team vom Center for World Music (E-Mail piromo@uni-hildesheim.de). Ab dem 2. Mai startet das DAAD-Integra-Programm, welches geflüchteten Musikern hilft die Chance auf einen Studienplatz zu erhöhen.

DAAD-Integra-Projekt

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music
news-13209 Sat, 01 Apr 2017 16:05:13 +0200 Gemeinsam lesen: Uni Hildesheim startet Aktion „Eine Uni – ein Buch" https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/gemeinsam-lesen-uni-hildesheim-startet-aktion-eine-uni-ein-buch/ Dabei sein und mitlesen: Im April startet an der Universität Hildesheim die Aktion „Eine Uni – ein Buch". Aus der Lektüre des Buches „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation" soll ein neues Buch entstehen. „Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Alle Hochschulen in Deutschland waren eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll. Die Universität Hildesheim hat beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch" gewonnen. Hildesheim gehört zu den zehn ausgewählten Hochschulen. Die Aktion ist ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit DIE ZEIT.

„Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres 'Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation' lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Nun werden Leiterinnen und Leiter von Lesegruppen gesucht. Diese erhalten ein Freiexemplar des Buches. Wer Interesse hat, eine solche Lesegruppe zu gründen, ist herzlich eingeladen zur Einführungsveranstaltung am Mittwoch, 5. April 2017, um 17:00 Uhr s.t. in die Universitätsbibliothek (Raum B107, 1. Stock). An dem Tag stellt Guido Graf, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, auch ein Social-Reading-Tool vor, um online über das Buch zu diskutieren.

Die 2012 erschienene „Liebeserklärung an die vernetzte Generation" des 86-jährigen französischen Philosophen Michel Serres ist ein sehr hoffnungsvolles Buch, das viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Kontext der Digitalisierung des Bildungssystems sowie der Arbeits- und Erlebniswelt anspricht. Fern von jeder technikfeindlichen Kulturkritik fordert Serres die junge und ältere Generation auf, ihre Chance zu nutzen und alles neu zu erfinden: die Gesellschaft, das Bildungssystem – und sich selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Buch startet an der Stiftungsuniversität Hildesheim im April 2017 auf der hochschulweiten Social-Reading-Plattform „Lectory". Es schließen sich Ringvorlesungen über digitale Lebenswelten an. An diversen Universitätsorten werden Freiexemplare ausgelegt und laden zum Kommentieren ein. Das Buch wird in der Leselounge der Universitätsbibliothek, im Lese- und Schreibzentrum und an dem von Studierenden organisierten Campustag thematisiert. In Interviews sprechen Angehörige der Universität über ihre Leseerfahrungen – von der Studentin und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Sekretärin und den Haustechniker bis zur Dekanin und dem Präsidenten.

Aus der Leseaktion in Hildesheim soll ein neues Buch entstehen, das im Universitätsverlag in Kooperation mit dem Georg Olms Verlag Hildesheim erscheinen soll. Einen guten Überblick über das Vorhaben in Hildesheim gibt dieses zweiminütige Video. Weitere Informationen findet man auf der Aktionsseite.

Wer an der Aktion mitwirken möchte und Fragen hat, kann sich an Dr. Guido Graf und Prof. Dr. Martin Schreiner wenden (Email: martin.schreiner@uni-hildesheim.de und guido.graf@uni-hildesheim.de).

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news-13062 Tue, 21 Feb 2017 09:39:00 +0100 Nachtschicht für aufgeschobene Hausarbeiten https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/nachtschicht-fuer-aufgeschobene-hausarbeiten/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Nachtschicht am Laptop – aber nicht allein:  Umgeben von Büchern  können Studentinnen und Studenten von Donnerstag- auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 2. März 2017, um 20:00 Uhr.

Ein Team der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums berät zum Beispiel beim Strukturieren von Texten und Recherchieren nach Literatur. „Wenn man gemeinsam in dieser besonderen Atmosphäre in der Nacht in der Uni schreibt, dann ist das ein Motivationsschub. Man sieht, wie die anderen vorankommen oder verzweifeln, kann sich gegenseitig unterstützen. Wissenschaftliches Arbeiten ist keine einsame Tätigkeit“, sagt Jana Zegenhagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur. In der Schreibberatung gibt sie mit ihrem studentischen Team vielen Studierenden mit auf den Weg, „dass man sich erste Fassungen erlauben und sich Zeit einräumen sollte für das Bearbeiten von Texten“. „Im Unterschied zum Postkarten schreiben geht es beim wissenschaftlichen Schreiben darum, Erkenntnisse zu gewinnen, das eigene Wissen zu erweitern und für Leser darzustellen. Das braucht Zeit und Gespräche – in allen Phasen von der Themenfindung über die Literaturbeschaffung bis hin zur Überarbeitung.“

Jana Zegenhagen organisiert die „Lange Nacht“ gemeinsam mit der Bibliotheksmitarbeiterin Elisabeth Tränkler und ihren studentischen Teams. „Wir wollen da sein, beraten und einen Raum anbieten, in dem man sich über eine der wesentlichen Tätigkeiten im Studium austauschen kann – das Schreiben.“

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA und zum Beispiel in Singapur treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um gemeinsam zu schreiben, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen. In Hildesheim findet die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ seit 2011 statt.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus ist jede Woche ansprechbar und unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren (Learnweb-Kurs „Anmeldung Lese- und Schreibzentrum“).

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Universitätsbibliothek Master-Studiengänge Studiengänge Bachelor-Studiengänge
news-13023 Mon, 13 Feb 2017 14:12:00 +0100 Musik: „Mein Skateboard habe ich gegen eine Gitarre getauscht“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/musik-mein-skateboard-habe-ich-gegen-eine-gitarre-getauscht/ Rhythmus, Tempo, Melodie: Musik kann mehr sein als ein schöner Hintergrundklang. Ein Gespräch mit Omid Bahadori über die Kraft der Musik. Der 44-jährige Musiker studiert berufsbegleitend am Center for World Music der Universität Hildesheim. Werkschau: Öffentliches Konzert am Samstag, 18. Februar 2017

Welche Rolle spielt Musik in deinem Leben?

Omid Bahadori: Die Musik war eigentlich schon immer in meinem Kopf. Mit 12 Jahren habe ich mit meinem älteren Bruder Iran verlassen. Ich landete nach zwei Jahren reisen und Aufenthalte in verschiedenen Ländern in Hannover in einer Wohngemeinschaft von Musikern. Ich habe mein Skateboard gegen eine Gitarre getauscht. Mit Hilfe von Büchern aus der Leihbibliothek eignete ich mir bald die ersten Akkorde an, um den Beatles oder Doors folgen zu können. Seitdem begleitet mich die Musik, ich bin jetzt 44.

Wie hast du das Musizieren erlernt – in der Schule, im Privatunterricht, via Youtube?

Damals gab es Youtube noch nicht. Ich bin Autodidakt und habe viele Lehrer, von denen ich mir immer etwas abschaue. Ich lerne beim Hören und ich lese in Büchern nach. Die Schulband ermöglichte mir, wie vielen aufstrebenden Musikerinnen und Musikern, den ersten Auftritt.

Wie sieht dein musikalischer Alltag aus?

Mein Beruf ist das Musizieren. Ich verbringe aber nicht den ganzen Tag mit Musik. Mit drei Musikern aus der Mongolei habe ich die Band Sedaa (persisch für Stimme) gegründet und bin auch für das Management verantwortlich. Das erfordert sehr viel Organisation. Wir spielen Kompositionen aus traditionellen Gesängen und vermischen Untertongesang, die fast vergessene uralte Tradition des Kehlgesangs und die Pferdekopfgeige mit Rock, Jazz und Klassik.

Welche Rolle spielt Musik in der Gesellschaft?

Musik kann Menschen verbinden und gemeinsame Erlebnisse schaffen. Es ist heute gar nicht so einfach, mal die Technik abzuschalten und das Smartphone wegzulegen. Wenn man sich gemeinsam auf ein Musikstück einlässt und mal die Technik und Kommunikationsmittel weglässt, dann kann man sich gemeinsam auf eine Sache konzentrieren – und gemeinsame schöne Erinnerungen schaffen.
Musik wird aber auch ausgenutzt, um Leute zu manipulieren, Hass zu verbreiten. Und Klänge werden auch eingesetzt, um Menschen im Supermarkt beim Einkaufen zu berieseln. Am schlimmsten finde ich die Ballermann-Mucke in den Fitness Studios – dann doch lieber Stille.

Du kommst aus Hannover, eine Großstadt. Warum hast du dich entschieden, in Hildesheim zu studieren und nicht in einer der pulsierenden Metropolen?

Hildesheim ist manchmal lebendiger als Hannover, vor allem begegne ich hier einer Vielfalt an Klängen. Durch Studiengänge wie musik.welt und die Kulturpädagogik, heute Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, trifft man auf ein buntes Treiben junger Menschen, die viele tolle Ideen haben. In Hannover verlieren sich manchmal gerade die kleinen Konzerte, die gegen große Player weniger Chancen haben.

Im Studium am Center for World Music erlernst du ein weiteres Instrument, eine „musikalische Fremdsprache“.

Ich möchte eine andere Klangfarbe kennenlernen, die Gitarre ist mein Hauptinstrument. Ich möchte mein Spiel auf der Rahmentrommel um andere Techniken erweitern. Es ist sehr wichtig, dass ich das neue Instrument regelmäßig erklingen lassen. Das ist ein Routine-Ding, viel hängt beim Spielen der Rahmentrommel von der Fingerfertigkeit und der Kraft und Beweglichkeit der Finger ab. Im Studium geht es nicht nur um das Musizieren, wir kommen aus unterschiedlichen Berufen – Schule, Kita, Kultureinrichtungen – und wollen unsere Arbeit verfeinern und Menschen für Musik begeistern.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurzinfo zur Person:

Omid Bahadori, 44, 1972 in Isfahan in Iran geboren, Berufsmusiker. Seine Instrumente sind Gitarre, Percussion wie zum Beispiel die Rahmentrommel. Er studiert berufsbegleitend seit Herbst 2016 „musik.welt“ am Center for World Music der Universität Hildesheim. Während der Werkschau am Samstag, 18. Februar 2017, kombiniert er im Ensemble mit zwei weiteren Musikern die Rahmentrommel, den Kehlgesang und Bass. Im Solo improvisiert Omid Bahadori auf der Rahmentrommel.

 

Kurz erklärt: Der Studiengang

Voneinander lernen: Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren.

Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden. Bisher haben 80 Personen aus 13 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren „musik.welt“ studiert. Unter ihnen sind Musikerinnen und Musiker, Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher und Komponisten. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien. Sie lernen von- und miteinander in der Gruppe. Gemeinsam entwickeln sie neue Konzepte und Projekte in der Musikvermittlung. Jeder Student erlernt während der zwei Jahre ein weiteres Instrument – eine „musikalische Fremdsprache“ – und erhält Einzelinstrumentalunterricht.

Der Hörsaal im Center for World Music ist ungewöhnlich – ein ehemaliger Kirchenraum mit etwa 3000 Musikinstrumenten: Hier erklingen Oud, Sitar und Charango, Rahmentrommel, Bass und Balalaika, Bogenharfe und Tar. Studierende lernen inmitten einer der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Instrumente. Und sie gehen heraus, in die Stadtteile, in Wohnzimmer, in Schulen und entwickeln Musikprojekte vor Ort in ihrem Arbeitsfeld. „Musik ist eine emotionale Kraft – sie kann Verständigung fördern aber auch trennend wirken und wird in Konflikten eingesetzt. Musik läuft nicht nur nebenher, sie ist nicht nur Unterhaltung", sagt Professor Raimund Vogels.

Jetzt bewerben: Studium am Center for World Music

Der berufsbegleitende Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist Teil des Förderprogramms der Stiftung Niedersachsen und führt in vier Semestern zu einem Master-Abschluss. Es besteht die Möglichkeit, auf Zertifikat zu studieren. Ein Bachelor-Abschluss oder Ähnliches ist dann nicht erforderlich. Der Studiengang wendet sich an alle, die Kompetenzen erlangen möchten, um die integrative Kraft der Musik in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Die nächste Runde startet im Wintersemester 2017/18. Interessierte können sich für den nächsten Jahrgang bewerben, die Bewerbungsphase endet am 1. Juli 2017. Der Studienbeginn ist im Herbst 2017. Bei Interesse am Studiengang, können sich Studieninteressierte mit ihren Fragen und Anliegen bei Morena Piro melden (E-Mail: piromo[at]uni-hildesheim.de).

Öffentliche Werkschau

Wer sich vor Ort einen Eindruck verschaffen möchte, kann am Samstag, 18. Februar 2017, in der Universität vorbeikommen. Im Center for World Music (Schillstraße/Ecke Timotheusplatz, 31141 Hildesheim) zeigen Studentinnen und Studenten aus dem aktuellen Jahrgang ihr Können, solo und in Ensembles. Das Konzert besteht aus vielen kleinen Konzerten, zwischendurch ist Zeit für Gespräche. Die Werkschau ist öffentlich und findet zwischen 17:00 bis etwa 20:00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music
news-13015 Wed, 01 Feb 2017 14:24:00 +0100 Geigenvirtuosin: Von der Millionenstadt Chennai nach Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/geigenvirtuosin-von-der-millionenstadt-chennai-nach-hildesheim/ Musikerinnen aus Chennai arbeiten sechs Monate am Center for World Music in Hildesheim. Kinder und Jugendliche erhalten Einblicke in die südindische Klassik. Wenn Lalitha und Nandini Muthuswamy ihre Violinen in Schulen mitbringen, sind die Kinder zunächst erstaunt über die Haltung. Sie fragen: „Warum hältst du die Geige nach unten?“ Dann erklärt Lalitha Muthuswamy ihre Spieltechnik: „Wenn ich die Geige zwischen Schulter und Füßen spanne, kann ich präziser und kraftvoller spielen und gebe der Geige Sicherheit.“ Das Center for World Music ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland Gastaufenthalte in Hildesheim. Für sechs Monate ist die indische Geigenvirtuosin Lalitha Muthuswamy derzeit in Niedersachsen. Während ihres Aufenthalts am Center for World Music arbeitet die promovierte Musikwissenschaftlerin mit Schulen und Studierenden in der Lehre zusammen.

Schulklassen erhalten Einblicke in die südindische Klassik, darunter Kompositionen, die in Indien entstanden, als in Deutschland Bach seine Kantaten, Choräle und Sonaten schrieb. „Einige sind erst 5 Jahre, andere schon 18. Es ist sehr schön mit den Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten, ich unterrichte sie darin, kleine Melodien zu singen.“

Wenn Lalitha Muthuswamy ihre Violine in die Schule mitbringt, sind die Kinder zunächst erstaunt über die Haltung. Sie fragen: „Warum hältst du die Geige nach unten und stützt sie im Sitzen auf den Füßen ab?“ „Diese Haltung gibt Halt – wenn ich die Geige zwischen Schulter und Füßen spanne, kann ich präziser und kraftvoller spielen und gebe der Geige Sicherheit“, sagt Muthuswamy. Die Dozentin der Musikakademie Chennai spielt südindische Geige. Sie wurde mehrfach von der indischen Regierung für ihre herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet. Ihre jüngere Schwester Nandini Muthuswamy promoviert derzeit an der Universität Hildesheim.

In Hildesheim geben Lalitha und Nandini Muthuswamy während eines Konzertes und einer Lehrveranstaltung Einblick in die klassische indische Musik. Als „Violin Sisters“ haben die beiden Profi-Musikerinnen sich einen renommierten Namen erarbeitet, seit 30 Jahren stehen die Schwestern gemeinsam auf der Bühne. „Wir geben einen Einblick in die melodische Grundstruktur in der karnatischen Musik in Südindien und sprechen über Musik und Emotion“, sagt Lalitha Muthuswamy. „Wir improvisieren viel und verwenden ‚Raga‘, die Musikformen sind mit unterschiedlichen Emotionen verbunden. Wir spielen Kompositionen aus dem 6. und 7. Jahrhundert, aus dem 18. Jahrhundert – als in Europa Bach komponierte – sowie moderne Musik aus dem 20. Jahrhundert.“

„Emotion ist ein sehr wichtiger Teil unserer Musik. Jede Note, jede Komposition, jeder ‚Rag‘ ist Emotion und als Performerin versuche ich, diese Emotion zu teilen – ob Freude oder Trauer. Jede Emotion ist wundervoll“, sagt ihre Schwester Nandini Muthuswamy.

Konzertabend im Center for World Music

Das Center for World Music der Universität Hildesheim lädt am Freitag, 3. Februar 2017, zu einem Konzert mit Gespräch ein. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Das Konzert beginnt um 19:00 Uhr im Center for World Music. „Ich würde mich sehr freuen, wenn die Zuschauer auch Fragen stellen und wir in der Universität ins Gespräch kommen“, sagt Lalitha Muthuswamy.

Kurz erklärt: Das Center for World Music

Wie leben wir mit Musik? Das Center for World Music der Universität Hildesheim bewahrt seit 2006 bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens: über 4.500 Musikinstrumente, 45.000 Schallplatten, eine der größten Sammlungen Europas. Das Center widmet sich der Vielfalt musikalischer Traditionen und ist ein Archiv und Labor, ein Ort der Forschung und des Studiums, ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker und eine Basis für internationale Begegnungen und Verständigung.

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. Das Center for World Music der Universität Hildesheim bildet seit 2011 Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden.

Medienkontakt: Kontakt zu den Musikerinnen und Forschern über die Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de).

Konzert: Das Konzert findet im Center for World Music der Universität Hildesheim statt (Timotheusplatz/Ecke Schillstraße). Eine Reservierung von Sitzplätzen (kostenfrei) ist möglich, Ansprechpartnerin ist Isa Lange (Telefon: 05121.883-90100, Email: presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Center for World Music
news-12993 Tue, 31 Jan 2017 08:23:00 +0100 Künstler in Konflikten: Die Rolle der Künste in politischen Umbrüchen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kuenstler-in-konflikten-die-rolle-der-kuenste-in-politischen-umbruechen/ Die UNESCO hat entschieden, den Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl fortzusetzen. Ein Team um Professor Wolfgang Schneider forscht über die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in Konflikten. „Wir erfahren von Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist“, sagt Schneider. Der UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim startet in die nächste Runde. Ein Team um Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider hat seit fünf Jahren eine internationale Arbeitsgruppe aufgebaut, die die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen untersucht.

Die Forscher wollen nun bis 2020 die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden und Wissenschaftlern unter anderem in Tunesien, Marokko, Türkei, Südafrika, Nigeria und Ghana ausbauen. Die Wissenschaftler spüren in einigen Ländern Aufbruchstimmung – machen sich aber auch Sorgen: „Wir erfahren von den Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist“, sagt Schneider.

In den kommenden Monaten bauen die Hildesheimer Forscher mit Partnern ein internationales Beobachtungsinstrument auf, das die kulturelle Teilhabe und Verletzungen von künstlerischer Freiheit dokumentiert. Schwerpunkte dieses „Observatoriums“ liegen in den Bereichen „Freedom of Expression“ sowie „Arts rights justice“. „Wir wollen ein Instrument der Beobachtung schaffen für Künstler, die verfolgt werden, die in Not sind und unterschiedliche Formen von Zensur durch Regierung oder auch die eigene Gesellschaft erleben oder gar vom Tode bedroht werden und in Gefängnissen sitzen, weil sie Künstler sind“, sagt Schneider.

Interview mit Professor Wolfgang Schneider

Die UNESCO hat entschieden, den Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ fortzusetzen. Seit 20 Jahren forschen und lehren Sie als Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. Wie kamen Sie zu diesem UNESCO-Amt?

Wolfgang Schneider: Vor sieben Jahren haben wir begonnen, uns um einen UNESCO-Lehrstuhl zu bewerben. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat uns dazu aufgefordert. Wir mussten drei Hürden nehmen und Institutionen vom Sinn unserer Arbeit überzeugen: in Niedersachsen das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, auf Bundesebene die Hochschulrektorenkonferenz sowie das Auswärtige Amt – dann erst ging der Antrag nach Paris, so ein UNESCO-Titel ist ja auch eine diplomatische Angelegenheit. 2012 hat die UNESCO in Paris der Einrichtung des UNESCO-Chairs „Cultural Policy for the Arts in Development" am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim zugestimmt. Die Auszeichnung ist ein Ehrenamt ohne zusätzliche finanzielle Mittel, befristet auf vier Jahre.

Nun haben Sie sich erneut beworben. In Deutschland gibt es nur 12 UNESCO-Lehrstühle.

Wir haben einen Bericht über die bisherige Arbeit eingereicht und Perspektiven für die kommenden Jahre formuliert – es geht darum zu zeigen, was man für die internationalen Beziehungen geleistet hat. Im Auftrag der Generalsekretärin Irina Bokowa erhielten wir einen Brief aus Paris: Der Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl kann seine Arbeit bis 2020 fortführen! Diese gute Nachricht begehen wir mit einem Festakt – Feiern gehört zur Kultur. (lacht)

Welches Ziel verfolgen Sie und Ihr Team vom Institut für Kulturpolitik?

Wir wollen den Nachwuchs in den Kulturwissenschaften generieren und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihren Wegen in die Forschung fördern. Das beginnt schon im Studium. Und wir möchten die jungen Stimmen stärken, Künstlerinnen und Künstlern eine Entwicklungschance geben und eine Plattform bieten, um Gedanken zu teilen. Während des Festakts spricht in Hildesheim etwa Asma Al Abidi, eine junge Kulturaktivistin aus Tunis, die derzeit ein Volontariat bei der Deutschen Welle in Bonn absolviert, es handelt sich um ein Programm des Auswärtigen Amtes zur Förderung des Kulturjournalismus, sie nahm auch vor wenigen Wochen an unserem tunesisch-deutschen Forschungsatelier in Tunis teil.

Womit befassen Sie sich am Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl in den nächsten vier Jahren?

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt weiterhin im Bereich „Good Governance“. Die Künste – ob Theater, Musik, Literatur – sind eine Quelle für gesellschaftliche Entwicklung. Aufgabe von Kulturpolitik ist es, Strukturen zu entwickeln, um die menschliche Kreativität und Vielfalt zu fördern. Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Meinungsfreiheit und künstlerisches Tun zu schützen? Welche Rolle spielen Künste und Künstler?

Die Künste im Leben – Sie befassen sich mit der Frage, welche Rolle Literatur, Film, Theater und Tanz im Alltag von Kindern und Jugendlichen und im Lebensverlauf spielen.

Es geht um Teilnahme und Teilhabe. Kulturelle Bildung ist das Fundament für kulturelle Teilhabe. Ein Beispiel aus Tunesien: Für Kinder und Jugendliche, das erfahren wir etwa über unseren tunesischen Partner vom Observatoire Culturel Tunisien, gibt es zunehmend Angebote in Kultureller Bildung, in Galerien und Kulturzentren, eher noch nicht in den Curricula der Schulen. Junge Akteure gibt es viele – aber sie sind in der offiziellen Kulturlandschaft meist außen vor. Graffiti, Hip-Hop – sie schaffen sich selbst Raum für die Künste, auf der Straße, im privaten Raum. Wo ist der künstlerische Nachwuchs? Wo werden diese Menschen ausgebildet? Es gibt noch keinen Lehrstuhl für Kulturpolitik in Tunesien, wir kooperieren hier insbesondere mit der Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit Professorin Vanessa Reinwand-Weiss und unseren Partner-Universitäten in Pretoria (Südafrika), Nairobi (Kenia), Dar es Salaam (Tansania), Casablanca (Marokko) und Tunis (Tunesien) kommen wir im Herbst 2017 in Deutschland zusammen. Welche Infrastruktur kann von staatlicher Seite sinnvoll, was kann von zivilgesellschaftlicher Seite aufgebaut werden? Ich erhielt gerade ein euphorisches Schreiben von unseren Kollegen in Südafrika, in Pretoria entsteht der erste UNESCO-Chair für Kulturpolitik.

Sie befassen sich mit der Freiheit des künstlerischen Ausdrucks.

In den kommenden Monaten bauen wir mit Partnern ein internationales Netzwerk auf, das die kulturelle Teilhabe und Verletzungen von künstlerischer Freiheit dokumentiert. Schwerpunkte dieses „Observatoriums“ liegen in den Bereichen „Freedom of Expression“ sowie „Arts (rights) justice“. Wir wollen ein Instrument der Beobachtung schaffen für Künstlerinnen und Künstler, die verfolgt werden, die in Not sind, die unterschiedliche Formen von Zensur durch Regierung oder auch die eigene Gesellschaft erleben oder gar vom Tode bedroht werden und in Gefängnissen sitzen, weil sie Künstler sind. Wir werden ein Archiv in Hildesheim übernehmen und dieses ausbauen. Der Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl ist nicht nur im akademischen Elfenbeinturm auf dem schönen Kulturcampus angesiedelt – es ist unsere Verpflichtung, etwas zurückzugeben in die Gesellschaft.

Was ist denn so „gefährlich“ an der Kunst?

Ein Beispiel: Graffitis schaffen eine Gegenöffentlichkeit, sind mitten im Stadtbild zugänglich. Wir arbeiten eng mit Kulturschaffenden im nordafrikanischen Raum zusammen. Dokumentarfilme und Performances zeigen, wie lebendig der politische Aufbruch ist. Aber die Konsequenzen sind oftmals verheerend: Eine autokratische Politik gewährt Künstlerinnen und Künstlern weniger Freiraum. Wie Künstler Umbrüche beeinflussen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und wie sie mit ihrem Schaffen zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen, das untersuchen wir mit Partnern vor Ort, etwa der „Arab Cultural Policy Group“. Wir stellen fest bei unseren Forschungen, dass Künstler auch so etwas wie Seismografen von Krisen sein können und andererseits auch Sprachrohr.

Literatur, Theater, Film, Musik – die Künste sind mehr als bloße Unterhaltung und kurzweilige Freude. Künste sind nicht nur „schön“, sondern haben gesellschaftliche Relevanz?

Kunst und Kultur verstehen wir als Faktor von Demokratie. Wir forschen ja darüber, inwieweit die Künste dazu beitragen, die Gesellschaft lebenswerter zu machen. Aber wer hat Zugang zu den Künsten? Kunst war vor der arabischen Revolution in 2011 den Eliten vorenthalten, Kultur hat sich in Immobilien manifestiert – das Museum, die Oper, das Konzerthaus. Heute denken wir über Teilhabe nach. In Tunesien ist derzeit immer noch eine Aufbruchsstimmung festzustellen; wenn auch mit viel Kritik und tiefer Enttäuschung dem neuen System gegenüber. Künste können auch dazu beitragen, um Konflikte und traumatische Erlebnisse zu bewältigen. Wir arbeiten von 2016 bis 2020 mit dem Hildesheimer Center for World Music und den Universitäten in Maiduguri (Nigeria) und Cape Coast (Ghana) zusammen.

Was brauchen Künstlerinnen und Künstler, um arbeiten zu können?

Was Künstler brauchen ist tatsächlich Raum – das kann etwas ganz Reales sein: der Schreibtisch, das Atelier, das Tanzlabor oder Theaterhaus. Künstler brauchen Freiraum – Raum, um auszuprobieren, ein jeder Künstler hat auch die Lizenz zum Scheitern. Künstler brauchen öffentlichen Raum, um Zugänge zu schaffen. Hildesheim ist federführend, im Lande, wenn es um die Theorie der Kulturvermittlung geht, Professorin Birgit Mandel pflegt seit Jahren diesen Bereich am Institut für Kulturpolitik. Jedes künstlerische Werk trägt Fragestellungen in sich. Es nützt nichts, Theater ohne Publikum zu machen oder als Musiker Klänge nicht zu teilen und nur auf den eigenen Kopfhörer zu laden. Werk und Rezipient gehören zusammen. Es geht auch darum, das Publikum ernst zu nehmen und in den kreativen Prozess einzubinden.

Sie sind international vernetzt, beobachten gleichwohl die lokalen kulturpolitischen Veränderungen und haben etwa eine Studie über Kultur im ländlichen Raum erarbeitet. Sie sind ein kritischer Beobachter – ihr Kommentar zur möglichen Bewerbung Hildesheims als Europäische Kulturhauptstadt?

Eine Doktorandin erforscht derzeit, wie Städte sich um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ beworben haben. Eine Ergebnis: Es geht vor allem darum, Perspektiven zu entwickeln, wie eine Stadt sich kulturell in den nächsten Jahrzehnten konstituieren will. Das hat etwas mit dem Zusammenleben zu tun und mit den Plattformen, auf denen etwas Neues entsteht. Die Basis sind Kulturinstitutionen, aber die Zukunft ist das, was noch nicht existiert und geschaffen werden muss. Sollte es in Hildesheim zu einer Bewerbung als Kulturhauptstadt kommen, sollte man die Fragen aus der Stadtgesellschaft aufgreifen. Was brauchen wir – flächendeckende kulturelle Bildung in allen Schulen der Stadt? Warum spricht nicht mal eine Künstlerin oder ein Künstler im Stadtparlament? Warum fängt die Sitzung des Kulturausschusses nicht mit einem zeitgenössischen Musikstück an und endet mit einem Poetry-Slam in der Literaturkirche? Oft sind unsere Diskussionen sehr geprägt von Kulturfinanzierung – dabei ist es eine Frage der Haltung der Stadt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Das sagt die UNESCO über den Hildesheimer Lehrstuhl:

Professorin Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, sagt anlässlich der Reakkreditierung des Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhls:

„In der Phase globaler Liberalisierung mobilisiert der Begriff kulturelle Vielfalt ein tief empfundenes Bedürfnis nach Identität. Deshalb hat er Bedeutung erlangt und durch das Völkerrecht der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen neuen politischen Gestaltungsraum geöffnet. Die Förderung kultureller Vielfalt und Teilhabe stärken Demokratie, Toleranz und sozialen Zusammenhalt. Durch internationale Zusammenarbeit und kooperative Kulturpolitik werden Entwicklungschancen erweitert. Welchen Einfluss Kulturpolitik auf die Veränderung von Regierungsstrukturen hat und welche Rolle Künstlerinnen und Künstler in gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen spielen, erforscht der UNESCO-Lehrstuhl in Hildesheim. Ich freue mich, dass diese wichtige Arbeit durch den Lehrstuhlinhaber Professor Schneider und sein Team auch in den nächsten Jahren fortgesetzt wird.“

Kurz erklärt: UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen. Sie befassen sich in Forschung und Lehre mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, mit dem Schutz und der Förderung von künstlerischen Ausdrucksformen, mit künstlerischen Freiheitsrechten und Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit sowie  kulturpolitischen Strukturen für kulturelle Bildung. Dabei orientieren sie sich an der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt. Die Wissenschaftler kamen in den letzten Jahren mit Partnern aus Subsahara-Afrika, der arabischen Region und dem Mittelmeerraum zusammen und bauen die Kooperation aus. 2016 wurde die zweite Periode von vier Jahren als UNESCO-Lehrstuhl durch die UNESCO bestätigt.

Festakt im Januar 2017

Während eines Festakts sprachen ein Kulturpolitikforscher aus Istanbul und eine Künstlerin aus Tunis über Kulturpolitik in der Türkei und Tunesien. Sie gaben Einblicke in die Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen. Während des Festakts findet außerdem eine Diskussion über die Rolle der Künste in Europa statt und über Internationalisierung und Offenheit am Beispiel der Stadt Hildesheim. Dabei wird es auch um eine mögliche Bewerbung Hildesheims als Europäische Kulturhauptstadt gehen.

Während des Festakts sprachen unter anderem:

  • Prof. Dr. Serhan Ada, Direktor des Cultural Policy Research Center an der Bilgi University, Istanbul
  • Asma Al Abidi, Kulturaktivistin aus Tunis, Tunesien
  • Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
  • Prof. Dr. Wolfgang Schneider, seit 20 Jahren Professor für Kulturpolitik in Hildesheim, UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“
  • Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Hildesheim
  • Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft
  • Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim
  • Musikalische Begleitung: Lalitha und Nandini Muthuswammy, Geigenvirtuosinnen aus Chennai /Indien, Künstlerresidenz am Center for World Music der Universität Hildesheim

Medienkontakt: Bei Interesse am Thema kontaktieren Sie die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de) oder den Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (Dr. Daniel Gad, gad@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Startseite Forschung
news-11419 Mon, 23 Jan 2017 09:25:00 +0100 Ausstellung: Studierende zeigen ihre Sicht auf Grenzen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ausstellung-studierende-zeigen-ihre-sicht-auf-grenzen/ Ein gewohnter Ausblick: Vom Innenraum schaut der Betrachter durch eine offene Tür hinaus auf eine Straße, ein Wagen parkt vor der Tür. Beim genauen Betrachten fällt jedoch auf: die Tür ist mit Gittern versehen. Wer die Fotografie der Hildesheimer Studentin Golzar Amini betrachtet, stolpert – sie hat Werkstatträume einer Justizvollzugsanstalt dokumentiert. Eine Ausstellung zeigt ab 24. Januar 2017 studentische Ansichten zum Thema „Grenze“. Wer die Fotografien von Golzar Amini genauer betrachtet, stolpert – Gitter vor einer Tür prägen den Blick in die Weite. Die Hildesheimer Studentin dokumentiert Werkstatträume einer Justizvollzugsanstalt.

Die Fotoserie ist Teil einer Ausstellung, die bis zum 31. Januar 2017 in Hildesheim gezeigt wird. In einem alten Fabrikgebäude zeigen Studentinnen und Studenten ihre Sicht auf „Grenzen“. Im Wintersemester haben sich die Studentinnen und Studenten in einem Uni-Seminar von Manfred Lauschke und Michael Leibbrand mit Grenzen befasst.

„Grenzen begegnen uns überall. Sie verlaufen um Territorien herum, zwischen Menschen oder geradewegs durch Orte oder durch uns selbst hindurch. Sie sind ebenso physischer wie politischer, psychischer, sozialer oder kultureller Natur“, sagt Leibbrand. Die Studentinnen und Studenten des Lehramtsfachs Kunst zeigen in der Hildesheimer Ausstellung ihren Blick auf Grenzen, sie setzen sich in 30 Arbeiten mit geographischen Räumen, politischen und persönlichen Grenzen auseinander. Die einen arbeiten fotografisch oder filmisch, andere mit Drucktechniken oder Markierungssystemen. Die Ausstellung umfasst neben den 30 Arbeiten auch individuelle Projekttagebücher, die Einblicke in die Ideenfindung und den Werkprozess liefern.

Die Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim haben ein Semester lang die Ausstellung produziert und hoffen nun auf ein interessiertes Publikum. „Das künstlerische Projekt ist seit mehreren Jahren im Modulfahrplan des Lehramtsstudiums verpflichtend, um einmal im Studium ein ganzes Semester an einer Arbeit inhaltlich und formal dranzubleiben und so eine prozesshafte Werkentstehung selbst zu durchlaufen“, sagt Michael Leibbrand. „Dafür wählen wir jedes Jahr neue Themen aus, im vorigen Jahr ging es um die Stadt. Das Thema soll etwas mit dem Leben und Alltag der Studierenden zu tun haben, damit diese einen eigenen Zugang dazu finden können.“ Außerdem suchen die Dozenten des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft nach Themen, die jenseits einer rein subjektiven Auseinandersetzung auch genügend soziologische oder historische Anknüpfungspunkte bieten. Durch die Ausstellung drückt sich die Wertschätzung für die Arbeiten aus, über sie wird ein Dialog überhaupt erst möglich, so Manfred Lauschke.

Künstlerisches Projekt: Ausstellung „Gren|ze“

Die Ausstellung „Gren|ze“ wird mit einer Vernissage am Dienstag, 24. Januar 2017, um 18:00 Uhr eröffnet. Veranstaltungsort ist „Rasselmania“ (Bischofskamp 18, 31137 Hildesheim). Weitere Öffnungszeiten der Ausstellung sind am Sonntag, 29. Januar 2017 von 11:00 bis 18:00 Uhr, dann erläutern Studierende die Arbeiten. Außerdem ist die Ausstellung am Dienstag, 31. Januar 2017, von 18:00 bis 20:00 Uhr während der Finissage zu sehen, dann spricht auch Bettina Uhlig, Professorin für Kunstpädagogik. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist ein Projekt von Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim unter der Leitung der Dozenten Michael Leibbrand und Manfred Lauschke.

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news-12547 Wed, 18 Jan 2017 14:01:00 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Literaturwissenschaftlerin Prof. Irene Pieper, die Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und den Psychologen Ryan Hackländer sowie den Systemadministrator Florian Störig für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Irene Pieper

Die Universität Hildesheim zeichnet Professorin Irene Pieper für ihre hervorragende Forschung aus. Seit 2007 forscht und lehrt Irene Pieper als Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Die Professorin befasst sich zum Beispiel mit der Lesesozialisation von Schülern und Schülerinnen aller Schulformen und dem Spannungsverhältnis zwischen fachlichem Wissen und literarischem Verstehen. Eines ihrer derzeitigen Projekte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich dem literarischen Verstehen im Umgang mit Metaphorik.

Was reizt Jugendliche am Lesen? Welche Rolle spielt das Lesen im Spektrum ihrer Mediennutzung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Irene Pieper in einer aktuellen Studie. Die Literaturwissenschaftlerin untersucht, welchen Platz Literatur im Deutschunterricht und in der Freizeit einnimmt. Die Beschäftigung mit Literatur, ihr Stellenwert im Deutschunterricht sowie die Orientierungen der Lehrerinnen und Lehrer stehen selten im Zentrum der Forschung. Bisher ist wenig untersucht, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Literatur in der Schule machen, inwiefern Jugendliche mit ihren persönlichen Leseinteressen das Unterrichtshandeln der Lehrkräfte beeinflussen und umgekehrt. „Unterrichtsnahe Forschung zu diesem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum weitgehend, obwohl er für die Entwicklung von Lesemotivation und Lesekompetenz eine zentrale Rolle spielt", sagt Professorin Pieper. In dem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen im Rahmen von „Pro Niedersachsen“ gefördert wird, kombiniert die Professorin qualitative und quantitative Zugänge. So werden in den kommenden Monaten Lehrerinnen und Lehrer von etwa 60 achten Klassen aus den Schulformen Gymnasium, Real-, Haupt- und Gesamtschule sowie deren etwa 1200 Schülerinnen und Schüler befragt.

„Frau Pieper ist wissenschaftlich ausgesprochen vernetzt. So hat sie bereits ein europäisches Projekt zum Thema ‚Literary Framework for Teachers in Secondary Education‘ durchgeführt und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende der ‚International Association for Research in L1 Education (languages, literatures, literacies)‘, ARLE, die ihren Sitz in Hildesheim hat“, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Seit 2011 leitet Irene Pieper das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschrift der Deutschdidaktik, „Didaktik Deutsch“. „Neben der Forschung engagiert sie sich auch für das Erlernen von Schreibkompetenzen bei Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Sie gründete 2008 und leitet bis heute das Lese- und Schreibzentrum. Aktuell arbeitet sie an der Entwicklung einer elektronischen Plattform für die Einübung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben“, hebt Renate Soellner hervor. „Ich freue mich sehr über dieses Zeichen der Anerkennung“, so Irene Pieper. Sie wolle „interdisziplinäre Forschungsräume weiter ausbauen“.

Preis für hervorragende Lehre: Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und Psychologe Ryan Hackländer

Ein Rekord – 85 Vorschläge für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein. „Nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge noch einmal deutlich gesteigert werden“, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Eine Jury – bestehend aus der Studiendekanin des Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der  Preis geht an Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation sowie Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie.

Isabel Rink wird für ihre hervorragende Lehre im praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ausgezeichnet. Die Übersetzungswissenschaftlerin hat Studierende an die Regeln der Leichten Sprache herangeführt – und begeistert. Vizepräsident Sander würdigt ihr „außergewöhnliches Engagement auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz“. Die Studierenden haben theoretische Regeln in der Praxis angewendet, Übersetzungen wurden vom NDR veröffentlicht. Die Arbeit mit dem NDR habe den Studierenden „die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht“.

Isabel Rink studierte „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien. Nach dem Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Isabel Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache – etwa ihre Masterarbeit „Nachteilsausgleich im Bereich Hörschädigung: Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ – veröffentlicht und promoviert bei Prof. Dr. Christiane Maaß zum Thema „Barrierefreie Rechtskommunikation. Zur Übersetzung juristischer Inhalte in Leichte Sprache am Beispiel des Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz‘“.

Seit zweieinhalb Jahren lehrt Ryan Hackländer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Zuvor lebte der US-Amerikaner in Kentucky, wo er als Doktorand am Department of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville promovierte. Für seine Hildesheimer Lehrveranstaltungen „Psychology of Olfaction” und „Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Material” wird er nun ausgezeichnet. In Hildesheim bietet Ryan Hackländer für Masterstudierende im Lehramt ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Er hält seine Lehrveranstaltungen in englischer Sprache.

„Sehr abwechslungsreich, praxisorientiert, spielerisch lernend – Ryan Hackländer ist einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 Uhr in die Uni zu fahren“, sagen die Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan über ihren Dozenten. Er rege zu „kreativem und kritischem Denken“ an und verwende eine Bandbreite an Lehr- und Prüfungsmethoden. Ryan Hackländer sagt, er wolle in seinen Seminaren Studentinnen und Studenten ermutigen, Fragen zu stellen. Er selber profitiere in seiner Forschung sehr von den Diskussionen mit den Studierenden. „Die Studentinnen und Studenten bringen sich mit neuen Ideen ein, sind engagiert.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Systemadministrator Florian Störig

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Der diesjährige Preisträger ist Florian Störig. Als Mitarbeiter im Rechenzentrum ist er für die Datenverarbeitung im Bereich der Uni-Verwaltung zuständig. „Für Ihr herausragendes Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit Ihrer guten Laune möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Vizepräsident Kreysing in seiner Laudatio. „Seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich Herrn Störig immer als kompetenten und lösungsorientierten Mitarbeiter erlebt, der sich mit seiner Aufgabe und unserer Universität über die Maßen identifiziert", ergänzt Matthias Kreysing.

Florian Störig sagt, die Arbeit in der Universität bereite ihm große Freude. Besonders bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit bei dem Leiter des Rechenzentrums Dr. Dietmar Fox. Florian Störig hat 2002 seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration im Rechenzentrum der Universität Hildesheim begonnen und diese 2005 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er als Mitarbeiter in der Uni-Verwaltung tätig. Darüber hinaus hat er sich von 2006 bis 2015 als Schwerbehindertenvertreter der Universität Hildesheim sowie vier Jahre im Uni-Personalrat engagiert.

Neujahrsempfang

Die Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen wurden im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich warb während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim für ein gutes Miteinander. „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“, zitierte er Humboldt. „Man kann mit Sorge in die Zukunft blicken. Die Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass rassistische Parolen verbreitet werden dürfen.“ Friedrich hob hervor, dass das Grundgesetz die Grundlage für den Alltag und den Umgang miteinander bildet. Er verweist auf das Leitbild der Universität.

499 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 227 Personen in der Verwaltung, in der Bibliothek und in der Technik sind derzeit an der Stiftungsuniversität tätig. 7930 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim. Die Universität werde in den kommenden Monaten ihre Entwicklungsplanung fortschreiben. „Im Zentrum unserer Arbeit steht die Wissenschaft – Forschung und Lehre. Wie können wir die Universität als forschende und lehrende Einrichtung voranbringen? Aus diesen Fragen ergeben sich Konsequenzen für das Studium“, so Friedrich. „Wir können nicht weiter wachsen, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen mehr Zeit für ihre Forschung und auch für Beratung und Betreuung von Studierenden. Allerdings sollten wir unser Studienangebot weiter entwickeln. Wir haben die Erziehungswissenschaften und Psychologie gestärkt. Ich freue mich sehr, dass in der Informatik u.a. mit Data Analytics die Entwicklung weiter sehr dynamisch verläuft.“

Universitätspräsident Friedrich zeigte sich sehr erfreut, dass erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rufe an andere Universitäten abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden haben. So habe Vera Volkmann, seit 2012 als Juniorprofessorin am Institut für Sportwissenschaft tätig, einen Ruf nach Kiel abgelehnt und tritt nun eine Professur für Sportwissenschaft in Hildesheim an.

Erstmals hat die Universität Hildesheim einen Seniorprofessor: Wolfgang Christian Schneider lehrt in der Philosophie und Bildenden Kunst im Bereich der Geistes- und Kulturgeschichte. Das Wissen, welches er über jahrelange Forschung angesammelt hat, möchte er teilen. „Alle Dinge sind miteinander verflochten“, sagt Schneider. Wenn er in einem Kunst-Seminar über den italienischen Bildhauer Michelangelo spricht, taucht auch die Lyrik auf. Er befasst sich mit den Fragen, wie Menschen dichten, malen, Architektur entwerfen. Er trage gerne den Titel „Seniorprofessor“ und sieht diesen als Ergänzung zu den bestehenden Juniorprofessuren. „Ich möchte Erfahrungen zurückgeben“, sagt Schneider. „Ich freue mich auf meine kommenden Lehrveranstaltungen in Hildesheim, wir beschäftigen uns mit Naturphilosophie.“

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news-12917 Mon, 16 Jan 2017 10:06:00 +0100 Lehramt, Kultur, Sprachen, IT: Infotage für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/lehramt-kultur-sprachen-it-infotage-fuer-studieninteressierte/ Infotage am 31. Januar und 1. Februar 2017 an der Universität Hildesheim: Wer Fragen rund um das Studium hat, kann sich an das Team der Zentralen Studienberatung wenden. Während der Infotage geben Lehrende Einblicke in das Studium, Studentinnen und Studenten beantworten Fragen rund um den Uni-Alltag. Den passenden Studiengang und Studienort zu finden ist oftmals eine Herausforderung für Studieninteressierte. Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim bietet daher im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung „Studieren auf der Höhe“ am 31. Januar und 1. Februar 2017 gezielt Unterstützung.

Zum Programm gehören Veranstaltungen der Lehrenden (beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium) sowie Workshops von Studentinnen und Studenten zu Fragen rund um das Studium. Während der Infotage erhalten Studieninteressierte detaillierte Informationen zum Bewerbungsverfahren, vielfältige Einblicke in den Hochschulalltag und in die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Am Dienstag, 31. Januar 2017, dreht sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg alles um die kulturwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Hildesheim. Neben der Vorstellung von Studieninhalten erhalten Studieninteressierte hier wichtige Informationen rund um die künstlerische Eignungsprüfung. Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus nicht verpassen. Studieninteressierte können zum Beispiel an Lehrveranstaltungen teilnehmen - an der Einführung von Professor Jens Roselt in die „Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft“, an einem Seminar von Professorin Stefanie Diekmann zur Frage „Was wir unter Feminismus verstehen“, an einer Übung zur musikalischen Analyse des Dozenten Ulrich Bartels oder an einem Seminar von Professor Simon Roloff über „Kleine Formen“ im Kulturjournalismus. Der Kulutr-Infotag beginnt um 09:15 Uhr mit einer Begrüßung den Dekan des Fachbereichs, jeweils um 09:30, 12:30 und 16:00 Uhr zeigen Studierende den Campus, zwischen 10:00 bis 14:00 Uhr können Studieninteressierte in ausgewählte Lehrveranstaltungen hineinschnuppern.

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, stehen ab 14:30 Uhr das Lehramtsstudium und die weiteren Studienangebote aus den Erziehungs-, Informations- und Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Interessierte können außerdem gemeinsam mit Studentinnen und Studenten den Campus erkunden und Fragen rund um das Studium klären. Zum Abschluss erhalten sie wichtige Informationen zur Bewerbung um einen Studienplatz.

Lehramt, Psychologie, Informatik, Umwelt, Sprachen: Infotage für Studieninteressierte

Das gesamte Programm der Infotage ist im Internet zu finden. Wer Fragen zu den Infotagen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung wenden (Telefon 05121.883-92212, E-Mail: lehradt@uni-hildesheim.de). Die Infotage richten sich an alle Studieninteressierten.

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news-12916 Mon, 16 Jan 2017 08:58:00 +0100 Kulturcampus: Uni-Alltag erkunden https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/kulturcampus-uni-alltag-erkunden/ 40 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur" sind zu Gast an der Universität Hildesheim: Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen sie Seminare, hören Vorträge und lernen so den Uni-Alltag kennen. „Während der Bildungstage geben wir einen Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur", sagt Julia Speckmann vom Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation. Vom 16. bis 18. Januar 2017 sind zum zehnten Mal etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur" (FSJ) aus allen Regionen Deutschlands zu Gast auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Sie bekommen dort einen Einblick in die kulturvermittelnden Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Philosophie-Künste-Medien.

Im FSJ Kultur engagieren sich junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren für ein Taschengeld in Museen und Theatern, in Medientreffs und Kunstschulen, in Bibliotheken und Gedenkstätten, in Musikeinrichtungen oder soziokulturellen Zentren, erklärt Julia Speckmann. „Die Jugendlichen sind dort in den ganz normalen Arbeitsalltag integriert und bereichern das Programm mit einem eigenständigen Projekt. Diese Tätigkeiten im Kulturbereich passen perfekt zu unseren Hildesheimer Studiengängen. Während der Bildungstage geben wir einen Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur", so Speckmann. Sie vermittelt Praktika und informiert an der Universität über Arbeitsfelder für Kulturschaffende.

Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Seminare und Vorlesungen, hören Vorträge und bekommen einen Einblick in die Projektarbeit. So lernen sie die künstlerische und die wissenschaftliche Seite dieser Studiengänge kennen, sagt Julia Speckmann.

Die Bildungstage sind eine Kooperation des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ der Stiftung Universität Hildesheim, für den das Institut für Kulturpolitik die Koordination übernimmt, und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V., dem Träger des FSJ Kultur in Niedersachsen, Hamburg und Bremen.

„Hier will ich Theater machen!"

Nachgefragt bei Julia Speckmann vom Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation

Seit zehn Jahren erhalten junge Erwachsene an der Universität Hildesheim Einblicke in das Studium der Kulturwissenschaften. Warum bietet der kulturwissenschaftliche Fachbereich die Bildungstage an?

Julia Speckmann: Wir bieten die Bildungstage inzwischen schon seit zehn Jahren an, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was für uns zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Unileben mit Kommilitoninnen und Kommilitonen drumherum. Drei Tage lang das Domänenleben zu erkunden und mit studentischen Mentorinnen und Mentoren zu sprechen, da kann man sich schon einen umfassenden Überblick verschaffen – sicherlich viel besser, als es an einem einzelnen Infotag möglich ist. Und die Teilnehmenden passen einfach super hierher, obwohl sie noch so jung sind. Meist sind sie während ihres FSJ Kultur schon durch Hildesheimer Alumni als Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzte auf unser Studienangebot aufmerksam geworden. Dieses Jahr sind wieder über 20 ehemalige FSJ-ler_innen unter den Erstsemestern.

Wie wichtig sind für die Teilnehmer die Begegnungen mit Lehrenden?

Die Begegnung mit Lehrenden ist aus meiner Sicht essentiell. Daher gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch einen ganzen Tag über mit in Lehrveranstaltungen, von der großen Einführungsvorlesung bis hin zu ganz kleinen Seminaren, in denen individuell und praktisch gearbeitet wird. Dort erleben sie verschiedene Lehrformate, aber eben auch sehr unterschiedliche Lehrstile und Lehrende, die allesamt für ihr Thema brennen und diese Begeisterung ist natürlich ansteckend. Die Lehrenden geben ja vorher ihr OK für die Teilnahme der Kleingruppen an ihren Seminaren und stellen sich immer auf die Besucherinnen und Besucher ein, das heißt sie geben nochmal einen Überblick über das seit Semesterbeginn im Seminar Behandelte und strukturieren die Sitzung so, dass die FSJ-ler_innen mitkommen und sich sogar einbringen können.

Studentinnen und Studenten sind während der Bildungstage Mentoren und begleiten die Teilnehmer durch den Uni-Alltag. Was können die Jugendlichen von den Studierenden lernen?

Wir Lehrenden machen den Werbeblock und die studentischen Mentorinnen und Mentoren sagen, wie es hier wirklich zugeht. (lacht) Zum Glück deckt sich das ja, der positive Blick auf das, was wir hier tun. Ich bin tatsächlich jedes Jahr sehr angetan davon zu sehen, wie begeistert die Mentorinnen und Mentoren von ihrem Studium in Hildesheim berichten und wie engagiert sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter ihre Fittiche nehmen, um möglichst viel zu zeigen und zu berichten – natürlich gehören dazu auch kritische Punkte, aber genau darum geht es ja: einen möglichst umfassenden Eindruck zu ermöglichen. Im Detail und in kleiner Runde mit fast Gleichaltrigen zum Beispiel über die Aufnahmeprüfung zu sprechen, nimmt auch Ängste. Und abends in der Kulturfabrik oder der studentischen WG-Küche kommen schließlich auch die wichtigsten Fragen. Dieses Jahr werden wir an einem Abend im Trillke Gut als Großgruppe zu Gast sein und die studentischen Mentorinnen und Mentoren selbst künstlerische Praxisworkshops geben.

Der Blick zurück – ein besonderer Moment aus den letzten zehn Jahren?

Zehn Jahre bin ich selbst noch nicht dabei, aber 2017 immerhin nun schon zum sechsten Mal. Da gab es einige tolle Momente in persönlichen Gesprächen mit den Jugendlichen. Die sind ja zum Zeitpunkt der Bildungstage mittendrin im Orientierungsprozess und man merkt, wie wichtig es für sie ist, Studienalltag ganz konkret zu erleben und sich darüber auszutauschen. Wenn da jemand mit leuchtenden Augen aus einer Lehrveranstaltung kommt und sagt „Hier will ich Theater machen!" ist das auf jeden Fall ein Highlight. Oder auch wenn aus der ehemaligen FSJ-lerin eine Studentin geworden ist, die sich gern an die Bildungstage erinnert und dann selbst als Mentorin dabei ist.

Die Fragen stellte Isa Lange.

 

Rückblick: Bildungstage 2017

Nachgefragt: Marvin Dreiwes, Student der Kulturwissenschaften und Mentor während der Bildungstage, gibt Einblicke in die Bildungstage an der Uni Hildesheim:

Domäne, Hohes Haus, Aula in der 3. Etage: Im großen Stuhlkreis sitzen rund 40 Jugendliche und wissen nicht genau, was sie erwartet. Auf dem Boden in der Mitte sind große Papierbögen mit Schlagwörtern wie „Musik“, „Literatur“ oder „Kunst“ ausgebreitet. Dazwischen hüpft Gregor Pellacini, Masterstudent der Kulturvermittlung, im Kreis und gestikuliert mit Masken, überdimensionalen Stiften und einer bunten Orgelpfeife. Eine sieben-minütige Liebeserklärung an Hildesheim, erklärt er danach. Im März würde er seinen Abschluss machen und hoffe nun, „dass etwas von meiner Liebe zu Hildesheim auf euch überschwappt“.

Gelegenheit dafür hatten die 40 FSJ-ler_innen aus dem Bereich Kultur, die von Montag bis Mittwoch im Rahmen der Bildungstage in Hildesheim zu Besuch waren, sichtlich genug. Um den Alltag der Domäne kennen zu lernen, ging es dafür in Kleingruppen, begleitet von insgesamt sechs Studierenden, in verschiedene Veranstaltungen. Neben Seminaren zum Experimentalfilm, dem Arbeitsfeld Kultur oder politischer Philosophie gab es auch eine Führung über die Domäne inklusive Himbeertorte im Hofcafé. An den Abenden wurden verschiedene freie studentische Projekte wie das Prosanova, das NERV-Magazin oder der Kunstraum53 vorgestellt. Abgerundet wurde das Programm mit verschiedenen Workshops im Trillke-Gut und dem Erkunden des Hildesheimer Nachtlebens.

Manchen der FSJ-ler_innen war schon vor der Anreise klar, dass sie in Hildesheim studieren und dementsprechend über ganz konkrete Themen wie z.B. die Eignungsprüfungen sprechen wollen. Andere waren einfach interessiert an dem Hildesheimer Konzept. Eine Teilnehmende bemerkte, dass es in Hildesheim ja wie in der Schule sei, womit vor allem die kleinen Seminare und die Nähe zu den Dozierenden gemeint waren. Wenn sie an Universitäten denke, haben sie immer die Bilder von riesigen Vorlesungssälen vor Augen.

Und sogar für die sechs studentischen Mentorinnen und Mentoren gaben die Gespräche mit den FSJ-ler_innen Anlass, ihre letzten Semester zu rekapitulieren: „Ich habe selber nochmal die Qualitäten vom Studium für mich kennengelernt, Inhalte, die für mich selbstverständlich geworden sind und mir erst im Kontrast zu den neugierigen Besucherinnen und Besuchern wieder auffielen.“ Neben der Neugierde und vielleicht auch den Erinnerungen an das eigene freiwillige Jahr erlebe man sich selber plötzlich in einer neuen Position: „Man bekommt ein Gefühl, wie es ist, als Dozierende vor Studierenden zu stehen.“

Nun sind wir gespannt, wie viele der Gesichter dann wirklich zum nächsten Wintersemester auf der Domäne auftauchen, denn manche FSJ-ler_innen ziehen auch ein Pendeln aus anderen Städten in Betracht. Und so gestand eine Teilnehmerin am Ende: „Ich wünschte, so eine Uni wie hier gäbe es auch in Dortmund.“ Also doch ein bisschen verliebt.

Rückblick: Bildungstage in Hildesheim 2016

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-12741 Mon, 28 Nov 2016 15:40:00 +0100 Die Rolle der Künste in politischen Umbrüchen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/die-rolle-der-kuenste-in-politischen-umbruechen/ Ein Team um Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider spricht gemeinsam mit Kollegen aus Marokko und Tunesien über die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen. Sie spüren Aufbruchstimmung – machen sich aber auch Sorgen: „Wir erfahren von den Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist, wo die Kontrolle über das World Wide Web sehr ausgeprägt ist", sagt Schneider im Interview. Eine Woche lang tagen mehr als 50 Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturakteure aus Marokko, Tunesien und Deutschland in Tunis. Sie beschäftigen sich mit der Rolle von Kunst und Kultur in gesellschaftlichen Umbrüchen. Die insgesamt zwei Dutzend Studierenden kommen mit Künstlerinnen und Künstler zusammen.

„Ein Staat muss mittels Kulturpolitik Kunst ermöglichen. Die kulturelle Freiheit zu gestalten, ist aber Aufgabe aller“, sagt Professor Mohamed Zinelabidine, tunesischer Kulturminister. Zinelabidine sprach zum Auftakt des Forschungsateliers des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim im Institut Supérieur de Musique de Tunis (Tunesien). An dem vom Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl mitorganisierten englischsprachigen Forschungsatelier nehmen auch Promovierende und Studierende aus Hildesheim teil. Die einwöchige Tagung im November 2016 in Tunesien steht unter dem Titel: „The role of arts in transitional Tunisia – Rethinking cultural policy & international cultural relations“.

Nachgefragt bei Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim

Was machen Sie derzeit in Tunis?

Wir erörtern die Rolle von Kunst und Kultur nach der arabischen Revolution – gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Universitäten in Tunis und Casablanca sowie Künstlerinnen und Künstlern vor Ort fragen wir, unter welchen Bedingungen Künstler leben und arbeiten und wer Zugang zu den Künsten hat. Unser trinationales Forschungsatelier ist Teil eines Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes mit dem Titel „Transformationspartnerschaften“.

Literatur, Theater, Medien, Film, Musik – die Künste sind mehr als bloße Unterhaltung und kurzweilige Freude?

Kunst und Kultur verstehen wir als Faktor von Demokratie. Wir forschen ja darüber, inwieweit die Künste dazu beitragen, die Gesellschaft lebenswerter zu machen. Wer hat Zugang zu den Künsten? Kunst war vor der Revolution in 2011 den Eliten vorenthalten, Kultur hat sich in Immobilien manifestiert – das Museum, das Kino, das Theaterhaus. Heute denken wir über Teilhabe nach. In Tunesien ist derzeit immer noch eine Aufbruchsstimmung festzustellen; wenn auch mit viel Kritik und tiefer Enttäuschung dem neuen System gegenüber.

Wo sind Orte für die Künste?

Kunst und Kultur ist nicht nur eine Angelegenheit von Hauptstädten, sondern findet auch auf dem Lande statt – das wird in der Masterarbeit von Meike Lettau deutlich. In Tunesien sind Künstler herausgegangen aus der Stadt, haben mit der ländlichen Bevölkerung Traditionen aufgegriffen, es geht um das Zusammenleben in Gemeinschaft, um das gemeinsame Feiern und Musizieren. Drei Dörfer haben etwa gemeinsam eine Kunstausstellung auf die Beine gestellt, und Begegnungen zwischen Stadt und Land gefördert, unterstützt vom Goethe-Institut.

Wir beobachten, dass heute viele Künstler rausgehen aus den klassischen Kulturzentren – sie nehmen wahr, was in der Peripherie der Städte und im ländlichen Raum passiert. Wem gehört dieses Kulturerbe und wer nutzt es? In Tunesien war das bisher Sache der Tourismusindustrie und Künstler konnten sich mit Postkarten etwas Brot dazu verdienen.

Wir fragen uns: Was kann denn ein Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland machen, wenn ein Land in politischen Umbrüchen ist? Unter welchen Bedingungen Kooperation gelingen kann, das zeigt die Dissertation von Annika Hampel. Kooperation gelingt, wenn sie auf Augenhöhe entsteht, es geht darum, sich zu verständigen und eine gemeinsame Sprache zu finden.

Welche Rolle spielen die Künste im Alltag von Kindern und Jugendlichen?

Für Kinder und Jugendliche, das erfahren wir etwa über unseren tunesischen Partner vom Observatoire Culturel Tunisien, gibt es zunehmend Angebote in Kultureller Bildung, in Galerien und Kulturzentren, eher noch nicht in den Curricula der Schulen. Junge Akteure gibt es viele – aber sie sind in der offiziellen Kulturlandschaft meist außen vor. Graffiti, Hip-Hop – sie schaffen sich selbst Raum für die Künste, auf der Straße, im privaten Raum. Wo ist der künstlerische Nachwuchs? Wo werden diese Menschen ausgebildet? Es gibt noch keinen Lehrstuhl für Kulturpolitik in Tunesien, wir kooperieren hier mit einer starken Musik-Fakultät und mit der Zivilgesellschaft, die zum Beispiel Kulturvermittlung zu ihrer eigenen machen.

Parallel zu Ihrem mehrtägigen Forschungsatelier in Tunis läuft ein großes Theaterfestival. Zur Rolle der Künstlerinnen und Künstler in gesellschaftlichen Umbrüchen – was brauchen die Festivalmacher, wie sind die Arbeitsbedingungen für Musikerinnen, für Schriftsteller, für Filmemacher?

Künstlerinnen und Künstler waren bedeutsame politische Akteure des arabischen Frühlings in Tunesien. Wir arbeiten mit der „Arab Cultural Policy Group“ zusammen, die sich schon vor der Revolution formiert hat. Die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen haben in den meisten Ländern Nordafrikas dazu geführt, dass auch über kulturpolitische Rahmenbedingungen und die Freiheit der Künste neu nachgedacht wird.

Aber das vor allem konzeptionelle Engagement, das wir begleiten durften in den arabischen Ländern, ist schwer erschüttert worden. In Ägypten werden mittlerweile Künstler verfolgt. Die Situation in der Türkei macht uns große Sorge.

Wir erfahren von den Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist, wo die Kontrolle über das World Wide Web und digitale Kanäle sehr ausgeprägt ist. Künstlerinnen und Künstler sind im Fokus der Geheimdienste – sie werden als Gefahr eingestuft in Ländern, die gerade versucht haben, sich von dieser Last der Zensur und Kontrolle zu befreien.

Ist der Raum für Austausch und Debatte gerade in diesen Zeiten wichtig?

Wir möchten mit den Forschungsateliers renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Studierenden und Kulturschaffenden und kulturpolitisch Verantwortlichen zusammenbringen. Die Treffen finden nicht in Hildesheim statt, wir möchten die Kulturakteure vor Ort begleiten. In Südafrika etwa war das im Frühjahr diesen Jahres ein Forschungsatelier zum Theater in Transformationsprozessen, ein Impuls, um Plattformen für Diskurs, Kritik und Dialog  ins Leben zu rufen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Kulturpolitische Forschung in Hildesheim

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet. Die Wissenschaftler untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlern in politischen Umbrüchen. In internationalen Forschungsateliers, etwa in Tunis, in Pretoria oder im Marseille kommen sie zum Austausch zusammen.

Die Hildesheimer Forscher arbeiten mit Kulturschaffenden, Künstlernetzwerken (etwa dem „ARTerial Network“) und Hochschulen in Tansania), Marokko und Ghana sowie Akteuren im arabischen Raum und im Mittelmeerraum zusammen. Zum Beispiel mit der „Arab Cultural Policy Group“, die sich 2009 formiert hat. Künstler aus mehreren Ländern Nordafrikas machen sich Gedanken, wie Gesellschaft aussehen kann und unter welchen Rahmenbedingungen Künstler arbeiten. Sie kommen unter anderem aus Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Palästina, Marokko, Syrien und Tunesien. Die Kulturschaffenden arbeiten an Konzepten, wie Infrastruktur für die Künste aufgebaut, wie Künstler unterstützt und wie die Teilhabe an Künsten gemanagt werden kann. Kulturpolitikforscher der Universität Hildesheim begleiten sie dabei. Als einziger europäischer Partner ist das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim derzeit am Aufbau eines Masterstudiengangs „Kulturpolitik und Kulturmanagement in der arabischen Welt" in an der Universität Hassan II in Casablanca beteiligt.

In einem deutsch-französischen Promotionskolleg „Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art“ forschen derzeit 12 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Hildesheim und recherchieren mit einer Mobilitätsbeihilfe bis zu 18 Monate im Ausland, etwa in Mali, Palästina und Tunesien.

Wer sich für die Arbeit der Kulturpolitikforscher interessiert, kann Kontakt aufnehmen zu Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls  (E-Mail gad@uni-hildesheim.de), und Meike Lettau, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kulturpolitik (E-Mail lettau@uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-12745 Mon, 28 Nov 2016 11:01:00 +0100 Die Rolle der Künste in politischen Umbrüchen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/die-rolle-de/ Ein Team um Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider spricht gemeinsam mit Kollegen aus Marokko und Tunesien über die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen. Sie spüren Aufbruchstimmung – machen sich aber auch Sorgen: „Wir erfahren von den Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist, wo die Kontrolle über das World Wide Web sehr ausgeprägt ist", sagt Schneider im Interview. Eine Woche lang tagen mehr als 50 Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturakteure aus Marokko, Tunesien und Deutschland in Tunis. Sie beschäftigen sich mit der Rolle von Kunst und Kultur in gesellschaftlichen Umbrüchen. Die insgesamt zwei Dutzend Studierenden kommen mit Künstlerinnen und Künstler zusammen.

„Ein Staat muss mittels Kulturpolitik Kunst ermöglichen. Die kulturelle Freiheit zu gestalten, ist aber Aufgabe aller“, sagt Professor Mohamed Zinelabidine, tunesischer Kulturminister. Zinelabidine sprach zum Auftakt des Forschungsateliers des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim im Institut Supérieur de Musique de Tunis (Tunesien). An dem vom Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhl mitorganisierten englischsprachigen Forschungsatelier nehmen auch Promovierende und Studierende aus Hildesheim teil. Die einwöchige Tagung im November 2016 in Tunesien steht unter dem Titel: „The role of arts in transitional Tunisia – Rethinking cultural policy & international cultural relations“.

Nachgefragt bei Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim

Was machen Sie derzeit in Tunis?

Wir erörtern die Rolle von Kunst und Kultur nach der arabischen Revolution – gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Universitäten in Tunis und Casablanca sowie Künstlerinnen und Künstlern vor Ort fragen wir, unter welchen Bedingungen Künstler leben und arbeiten und wer Zugang zu den Künsten hat. Unser trinationales Forschungsatelier ist Teil eines Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes mit dem Titel „Transformationspartnerschaften“.

Literatur, Theater, Medien, Film, Musik – die Künste sind mehr als bloße Unterhaltung und kurzweilige Freude?

Kunst und Kultur verstehen wir als Faktor von Demokratie. Wir forschen ja darüber, inwieweit die Künste dazu beitragen, die Gesellschaft lebenswerter zu machen. Wer hat Zugang zu den Künsten? Kunst war vor der Revolution in 2011 den Eliten vorenthalten, Kultur hat sich in Immobilien manifestiert – das Museum, das Kino, das Theaterhaus. Heute denken wir über Teilhabe nach. In Tunesien ist derzeit immer noch eine Aufbruchsstimmung festzustellen; wenn auch mit viel Kritik und tiefer Enttäuschung dem neuen System gegenüber.

Wo sind Orte für die Künste?

Kunst und Kultur ist nicht nur eine Angelegenheit von Hauptstädten, sondern findet auch auf dem Lande statt – das wird in der Masterarbeit von Meike Lettau deutlich. In Tunesien sind Künstler herausgegangen aus der Stadt, haben mit der ländlichen Bevölkerung Traditionen aufgegriffen, es geht um das Zusammenleben in Gemeinschaft, um das gemeinsame Feiern und Musizieren. Drei Dörfer haben etwa gemeinsam eine Kunstausstellung auf die Beine gestellt, und Begegnungen zwischen Stadt und Land gefördert, unterstützt vom Goethe-Institut.

Wir beobachten, dass heute viele Künstler rausgehen aus den klassischen Kulturzentren – sie nehmen wahr, was in der Peripherie der Städte und im ländlichen Raum passiert. Wem gehört dieses Kulturerbe und wer nutzt es? In Tunesien war das bisher Sache der Tourismusindustrie und Künstler konnten sich mit Postkarten etwas Brot dazu verdienen.

Wir fragen uns: Was kann denn ein Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland machen, wenn ein Land in politischen Umbrüchen ist? Unter welchen Bedingungen Kooperation gelingen kann, das zeigt die Dissertation von Annika Hampel. Kooperation gelingt, wenn sie auf Augenhöhe entsteht, es geht darum, sich zu verständigen und eine gemeinsame Sprache zu finden.

Welche Rolle spielen die Künste im Alltag von Kindern und Jugendlichen?

Für Kinder und Jugendliche, das erfahren wir etwa über unseren tunesischen Partner vom Observatoire Culturel Tunisien, gibt es zunehmend Angebote in Kultureller Bildung, in Galerien und Kulturzentren, eher noch nicht in den Curricula der Schulen. Junge Akteure gibt es viele – aber sie sind in der offiziellen Kulturlandschaft meist außen vor. Graffiti, Hip-Hop – sie schaffen sich selbst Raum für die Künste, auf der Straße, im privaten Raum. Wo ist der künstlerische Nachwuchs? Wo werden diese Menschen ausgebildet? Es gibt noch keinen Lehrstuhl für Kulturpolitik in Tunesien, wir kooperieren hier mit einer starken Musik-Fakultät und mit der Zivilgesellschaft, die zum Beispiel Kulturvermittlung zu ihrer eigenen machen.

Parallel zu Ihrem mehrtägigen Forschungsatelier in Tunis läuft ein großes Theaterfestival. Zur Rolle der Künstlerinnen und Künstler in gesellschaftlichen Umbrüchen – was brauchen die Festivalmacher, wie sind die Arbeitsbedingungen für Musikerinnen, für Schriftsteller, für Filmemacher?

Künstlerinnen und Künstler waren bedeutsame politische Akteure des arabischen Frühlings in Tunesien. Wir arbeiten mit der „Arab Cultural Policy Group“ zusammen, die sich schon vor der Revolution formiert hat. Die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen haben in den meisten Ländern Nordafrikas dazu geführt, dass auch über kulturpolitische Rahmenbedingungen und die Freiheit der Künste neu nachgedacht wird.

Aber das vor allem konzeptionelle Engagement, das wir begleiten durften in den arabischen Ländern, ist schwer erschüttert worden. In Ägypten werden mittlerweile Künstler verfolgt. Die Situation in der Türkei macht uns große Sorge.

Wir erfahren von den Kolleginnen und Kollegen, wie die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Meinung gefährdet ist, wo die Kontrolle über das World Wide Web und digitale Kanäle sehr ausgeprägt ist. Künstlerinnen und Künstler sind im Fokus der Geheimdienste – sie werden als Gefahr eingestuft in Ländern, die gerade versucht haben, sich von dieser Last der Zensur und Kontrolle zu befreien.

Ist der Raum für Austausch und Debatte gerade in diesen Zeiten wichtig?

Wir möchten mit den Forschungsateliers renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Studierenden und Kulturschaffenden und kulturpolitisch Verantwortlichen zusammenbringen. Die Treffen finden nicht in Hildesheim statt, wir möchten die Kulturakteure vor Ort begleiten. In Südafrika etwa war das im Frühjahr diesen Jahres ein Forschungsatelier zum Theater in Transformationsprozessen, ein Impuls, um Plattformen für Diskurs, Kritik und Dialog ins Leben zu rufen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Kulturpolitische Forschung in Hildesheim

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet. Die Wissenschaftler untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlern in politischen Umbrüchen. In internationalen Forschungsateliers, etwa in Tunis, in Pretoria oder im Marseille kommen sie zum Austausch zusammen.

Die Hildesheimer Forscher arbeiten mit Kulturschaffenden, Künstlernetzwerken (etwa dem „ARTerial Network“) und Hochschulen in Tansania), Marokko und Ghana sowie Akteuren im arabischen Raum und im Mittelmeerraum zusammen. Zum Beispiel mit der „Arab Cultural Policy Group“, die sich 2009 formiert hat. Künstler aus mehreren Ländern Nordafrikas machen sich Gedanken, wie Gesellschaft aussehen kann und unter welchen Rahmenbedingungen Künstler arbeiten. Sie kommen unter anderem aus Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Palästina, Marokko, Syrien und Tunesien. Die Kulturschaffenden arbeiten an Konzepten, wie Infrastruktur für die Künste aufgebaut, wie Künstler unterstützt und wie die Teilhabe an Künsten gemanagt werden kann. Kulturpolitikforscher der Universität Hildesheim begleiten sie dabei. Als einziger europäischer Partner ist das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim derzeit am Aufbau eines Masterstudiengangs „Kulturpolitik und Kulturmanagement in der arabischen Welt" in an der Universität Hassan II in Casablanca beteiligt.

In einem deutsch-französischen Promotionskolleg „Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art“ forschen derzeit 12 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Hildesheim und recherchieren mit einer Mobilitätsbeihilfe bis zu 18 Monate im Ausland, etwa in Mali, Palästina und Tunesien.

Wer sich für die Arbeit der Kulturpolitikforscher interessiert, kann Kontakt aufnehmen zu Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (E-Mail gad@uni-hildesheim.de), und Meike Lettau, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kulturpolitik (E-Mail lettau@uni-hildesheim.de).

Von: Pressestelle, Isa Lange

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Fachbereich 2
news-12663 Mon, 28 Nov 2016 10:59:00 +0100 Uni mitgestalten: Mitarbeit in Gremien https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/uni-mitgestalten-mitarbeit-in-gremien/ Wahlvorschläge für die Gremien der Universität einreichen: Noch bis zum Freitag, 2. Dezember 2016, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Studierende Wahlvorschläge einreichen. Die Gremienwahlen finden im Januar 2017 an drei Campus-Standorten statt. Sie halten die Universität am Laufen: universitäre Gremien. Ohne die Wissenschaftler_innen, Studierende und Mitarbeiter_innen der Universität, die sich hier aktiv mit Zeit und Ideen einbringen und so die Universität Hildesheim mitgestalten, würden diese Gremien nicht funktionieren. Im Senat beschließen sie zum Beispiel Ordnungen, die Entwicklungsplanung der Hochschule und sind an Berufungsverfahren für Professorinnen oder Professoren beteiligt, nehmen Stellung zur Entwicklung von Studiengängen und zum Wirtschaftsplan. In den Fachbereichsräten entscheiden sie über Angelegenheiten der Forschung und Lehre, beschließen Studien- und Prüfungsordnungen des jeweiligen Fachbereichs.

Nun stehen Neuwahlen an. Gewählt werden die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschullehrergruppe, der Mitarbeitergruppe, der MTV-Gruppe sowie der Studierendengruppe im Senat und in den Fachbereichsräten. Außerdem wählen die Studierenden das Studierendenparlament neu. Die Amtszeit beträgt für Studierende ein Jahr und für alle übrigen zwei Jahre.

Wahlvorschläge können noch bis Freitag, 2. Dezember 2016 (12.00 Uhr Ausschlussfrist), beim Beauftragten des Wahlleiters, Henning Buitkamp, Justitiar an der Universität Hildesheim, eingereicht werden. Aus dem in der Telefonzentrale und im AStA-Büro ausliegenden Wählerverzeichnis geht hervor, wer wählen darf.

Die Gremienwahlen finden vom 17. bis 19. Januar 2017 jeweils von 09:45 Uhr bis 16:00 Uhr statt. Es gibt drei Wahlräume: Die Fachbereiche 1 und 4 sowie die sonstigen wahlberechtigten Mitglieder aller Gruppen wählen am Hauptcampus, Fachbereich 2 auf der Domäne Marienburg und Fachbereich 3 am Bühler-Campus. Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann bis zum 10. Januar 2017 Briefwahlunterlagen beantragen.

Vordrucke für die Wahlvorschläge können online heruntergeladen werden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal
news-12702 Fri, 18 Nov 2016 16:40:00 +0100 Musikalische Vielfalt erhalten: Ein Platz für Klänge der Welt https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/musikalische-vielfalt-erhalten-ein-platz-fuer-klaenge-der-welt/ Gute Nachricht aus Berlin: Mit Geld vom Bund können die Planungen für einen Neubau für das Center for World Music in Hildesheim beginnen. Zukünftiger Standort soll der Kulturcampus Domäne Marienburg werden, wo bereits etwa 1000 Studierende der Kulturwissenschaften lernen. Das Center sichert mit internationalen Partnern und unterstützt vom Auswärtigen Amt Kulturerbe. Die internationalen wissenschaftlichen Beziehungen sollen ausgebaut werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat Planungsmittel für ein Neubauprojekt an der Universität Hildesheim freigegeben. Mit den 400.000 Euro, die der Bund als Anschubfinanzierung im November bewilligt hat, können nun die Planungen für einen Neubau für das Center for World Music auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg beginnen.

„Dieses versteckte Juwel hat eine große Zukunft vor sich“, sagt Ute Bertram. Auf Bitten von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich hatte sich die Hildesheimer Bundestagsabgeordnete, die dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien angehört, seit Monaten für Gelder für einen Neubau eingesetzt. „Mit dem Bundestagsbeschluss ist die bundesweite Bedeutung des Vorhabens besiegelt“, freut sich Bertram. Im Center for World Music lagert eine deutschlandweit einmalige, mehrere tausend Musikinstrumente umfassende Sammlung. Doch bislang fristet dieser Schatz aus Platzmangel ein Schattendasein, sagt Ute Bertram, die in den letzten Monaten viel Überzeugungsarbeit geleistet hat.

Der Bau soll Raum für Wechselausstellungen und Lehrveranstaltungen sowie für das wissenschaftliche Personal, Doktoranden und Gastwissenschaftler bieten. Das Center arbeitet in Projekten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Westafrika, USA, Ägypten, Iran und weiteren europäischen Ländern zusammen. Die Forscher sichern Musik und tragen zum Erhalt von oftmals mündlich tradiertem Kulturerbe bei und wollen Archive zugänglich machen. In einem internationalen Doktorandennetzwerk tauschen sich Nachwuchswissenschaftler über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus.

Stiftungsuniversität: Bauen im Zeit- und Kostenrahmen

Mit dem Geld aus Berlin starten Uni-Baudezernent Thomas Hanold und sein Team nun die konkrete Planung. Möglicher Ort für den Neubau ist die Fläche im Eingangsbereich, auf der derzeit eine alte, etwa 700 Quadratmeter große Scheune steht, die früher als Getreidelager und Geräteschuppen diente. Wie beim Neubau des Burgtheaters soll ein Architekturwettbewerb mit klaren finanziellen Vorgaben ausgeschrieben werden.

„Wir haben in den bisherigen Bauprojekten den Nachweis erbracht, dass wir als Stiftungsuniversität erstens im Zeitrahmen und zweitens im Kostenrahmen bauen können und stimmen die Bauprozesse eng mit dem Ministerium und dem Landesrechnungshof ab. Die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages ermöglicht uns, in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege der Stadt Hildesheim ein Konzept für den zukünftigen Standort des Center for World Music auf der mittelalterlichen Burganlage zu erarbeiten. Bereits den Theaterneubau haben wir im Einvernehmen mit der Denkmalpflege gebaut“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „Wir sammeln, sammeln, sammeln – haben aber keine geeigneten Ausstellungsflächen und Orte für musikethnologische Forschung und Lehre“, sagt Friedrich mit Blick auf die über 4500 Instrumente und umfangreichen Tonträgersammlungen. Um Forschung zu ermöglichen, sei es wichtig, die vorhandenen Bestände besser zu konzentrieren. Derzeit liegen die Sammlungen querbeet über acht verschiedene Standorte verteilt und sind nur in Teilen zugänglich. Im Neubau könnten beispielsweise Wechselausstellungen gezeigt werden. Der aktuelle Standort des Center for World Music, die ehemalige Timotheuskirche, soll weiterhin erhalten bleiben und auch Ort für musikpädagogische Projekte sein.

Wie kann ein Neubau finanziert werden? Parallel zur Bauplanung müsse nun das Fundraising anlaufen. Friedrich hofft dabei auch auf Unterstützung aus der Bürgergesellschaft.

Musikethnologe: „Nachricht aus Berlin ist Ansporn für unsere Arbeit“

„Wir sehen die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages auch als Ansporn für unsere Arbeit“, sagt Professor Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music der Universität Hildesheim. „Es braucht einen Motor, um musikalische Vielfalt, die hier in Zeiten der Globalisierung ihre Heimat findet, auch sichtbar und hörbar zu machen“, so Vogels. Die Künstlerinnen und Künstler, die hier in Deutschland leben, „haben das Recht, wirksam sein zu können“, so Vogels.

„Der Deutsche Bundestag sieht, welche politische Aufgabe wir in Hildesheim wahrnehmen. Musik ist wie Sprache auch Menschenrecht. So wie jemand gehört wird, mit dem was er sagt, so muss das auch für die Musik gelten. Man muss das Recht haben, sich musikalisch äußern zu dürfen und kultur- und bildungspolitische Bedingungen vorfinden, die dieses Recht nicht einschränken. Wir bilden in Hildesheim Musiklehrerinnen und Musiklehrer aus und sind aufgefordert, die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen wirklich in den Unterricht zu holen, das macht die Wirklichkeit der Kinder und Jugendlichen aus. Wenn wir da etwas ausklammern, tabuisieren oder für minderwertig erklären, was für andere Menschen wesentlich identitätsbildend ist, dann begehen wir einen schweren kulturpolitischen und bildungspolitischen Fehler“, sagt Professor Vogels. Die Universität Hildesheim hat einen Schwerpunkt in der Lehrerbildung und bildet mit etwa 2600 Studierenden rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus, darunter Musik- und Kunstlehrer.

 

Weitere Informationen

Wissenschaftlerin und Geigenvirtuosin aus Indien derzeit in Hildesheim

Das Center for World Music ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland Gastaufenthalte in Hildesheim. Für sechs Monate ist die indische Geigenvirtuosin Lalitha Muthuswammy derzeit in Niedersachsen. Während ihres Aufenthalts am Center for World Music arbeitet Muthuswammy mit Schulen und Studierenden in der Lehre zusammen. Schulklassen erhalten Einblicke in die südindische Klassik, darunter Kompositionen, die in Indien entstanden, als in Deutschland Bach seine Kantaten, Choräle und Sonaten schrieb. Die Dozentin der Musikakademie Chennai spielt südindische Geige. Sie wurde mehrfach von der indischen Regierung für ihre herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet.

DAAD-Graduate School startet: Welche Rolle spielt Musik beim Wiederaufbau von Gemeinschaften?

Im Nordosten Nigerias leben über zwei Millionen Binnenflüchtlinge. Studierende und Doktoranden der Universitäten Maiduguri/Nigeria, Cape Coast/Ghana und Hildesheim/Deutschland erarbeiten derzeit lokale Strategien, um Konflikte und traumatische Erlebnisse zu bewältigen. „Aufgabe der Zukunft wird es sein, Gemeinschaften wieder entstehen zu lassen. Eine der Identifikationslinien kann Musik sein“, sagt Professor Raimund Vogels. In der vom Deutschen Akademischen Austauschdienst von 2016 bis 2020 geförderten „Graduate School“ forschen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Sicherheit und wirken beim Wiederaufbau der Gesellschaft mit, etwa durch lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim.

Zum Start der Graduiertenschule reisen Mitte Dezember Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana nach Hildesheim an. Die Hildesheimer Graduiertenschule ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom DAAD im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Kurz erklärt: Das Center for World Music

Wie leben wir mit Musik? Das Center for World Music der Universität Hildesheim bewahrt seit 2006 bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musik-schaffens: über 4.500 Musikinstrumente, 45.000 Schallplatten, eine der größten Sammlungen Europas. Das Center widmet sich der Vielfalt musikalischer Traditionen und ist ein Archiv und Labor, ein Ort der Forschung und des Studiums, ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker und eine Basis für internationale Begegnungen und Verständigung.

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fort-bestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. Das Center for World Music der Universität Hildesheim bildet seit 2011 Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen. Der Studiengang „musik.welt“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

Center for World Music: Aktuelle Informationen

Broschüre über Forschung, Lehre und internationale Kooperationen

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music
news-12704 Fri, 18 Nov 2016 16:31:00 +0100 Was ist echt? Professor Tholen über Fakten und Fiktionen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/was-ist-echt-professor-tholen-ueber-fakten-und-fiktionen/ Mit Fakten und Fiktionen sowie Überlappungen zwischen Wahrheit und Fantasie in Literatur, Theater und Film setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Spanien und Deutschland auseinander. In einem Tagungsbericht gibt Professor Toni Tholen, Literaturwissenschaftler an der Universität Hildesheim, Einblicke in aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, die während einer binationalen Konferenz in Salamanca vorgestellt wurden. Die Universitäten Hildesheim und Salamanca wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Prof. Dr. Toni Tholen lehrt und forscht am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim.  Gemeinsam mit Professorin Patricia Cifre Wibrow von der Universidad de Salamanca und Professor Arno Gimber von der Universidad Complutense de Madrid hat er die binationale Konferenz „Fakten, Fiktionen und Fact-Fictions“ entwickelt. Die Konferenz fand vom 3. bis 5. Oktober 2016 in Salamanca statt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) förderte die Konferenz aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. An der Konferenz waren mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs – aus Philosophie, Theater und Literatur – der Universität Hildesheim beteiligt. Die Konferenz bildet den Auftakt für weitere Kooperationen in Forschung und Lehre, Studierendenaustausch und wissenschaftlicher Nachwuchsförderung.

Tagungsbericht von Professor Toni Tholen

Die Erforschung des Verhältnisses von Fakten und Fiktionen in der Literatur und in anderen Künsten der Gegenwart ist eine vordringliche Aufgabe der Literatur- und Kulturwissenschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielsweise hat die verstärkte Bedeutung etwa von visuellen Medien zu neuen Formaten innerhalb der Literatur geführt: Die Literatur macht die wirklichkeitserzeugende Kraft von Bildern zunehmend für ihre eigenen Zwecke fruchtbar. So entstanden in den letzten Jahrzehnten interessante literarische Foto-Texte, die von den jeweiligen Autorinnen und Autoren zum Zweck der ästhetischen Darstellung ihres eigenen Lebens produziert worden sind. Solche autobiographischen Texte nutzen auf der einen Seite das wirklichkeitsverbürgende Potenzial von Fotos aus der eigenen Kindheit zur Beglaubigung der erzählten Lebensgeschichte, auf der anderen Seite treten die Fotos und andere Bildelemente in ein ästhetisches Spiel mit dem Text ein, wobei längst nicht immer eindeutig ist, ob wir es mit faktualen oder fiktionalen Passagen der erzählten Lebensgeschichte zu tun haben. Die Texte werden auf diese Weise offen und mehrdeutig, das Erzählen des eigenen Lebens wird selbst zum literarischen Experiment – zur „Autofiktion“ –, und die Leserinnen und Leser können sich der Wahrhaftigkeit und Wahrheit des Erzählten nicht länger sicher sein.

Die allgemeine Schwierigkeit, in Erfahrung zu bringen, wie etwas Zurückliegendes wirklich war, was in bestimmten Zeiten, unter bestimmten politischen Verhältnissen wirklich geschehen ist, was man als Kind, als Jugendlicher und Erwachsener wirklich erlebt hat, wird in einer Vielzahl neuerer und neuester literarischer Texte erfahrbar und diskutierbar. Mit gutem Grund kann man solche Texte als Fact-Fictions bezeichnen.

Dabei spannt sich der thematische Fächer weit auf. Im deutschsprachigen Kontext sind es  oftmals Texte, die sich mit der Involvierung von Männern, Frauen und ihren Familien in den Nationalsozialismus, auf der Täter- wie auf der Opferseite, auseinandersetzen und dabei mehr oder weniger authentische, bisweilen sogar gefälschte Erzählungen (wie im Falle Binjamin Wilkomirskis) darbieten. Die Frage nach dem Grad der Wirklichkeitstreue der rekonstruierten bzw. erzählten Geschichte reicht dabei bis in die theoretische Auseinandersetzung um die Darstellbarkeit von Geschichte in der Geschichtswissenschaft selbst, wie Michael Pfeiffer grundsätzlich in einem der ersten Vorträge der Tagung ausführte. Bis heute herrsche dort Uneinigkeit über die Frage, inwiefern die wissenschaftliche Darstellung von Geschichte nicht notwendig auch auf Fiktionalisierungen zurückgreift bzw. um der Anschaulichkeit des Dargestellten willen zurückgreifen muss.

Bei der Konferenz stellte eine Reihe von spanischen und deutschen Referentinnen und Referenten ihre Forschungen auf diesem thematischen Feld vor. So mit Bezug auf den Faschismus, Diktatur und Holocaust Marisa Siguan in ihrem Beitrag über Max Aubs montageartigen Roman „Am Ende der Flucht“ und Hertha Müllers Roman „Der Fuchs war damals schon der Jäger“, Patricia Cifre Wibrow in Auseinandersetzung mit dem als Fälschung enttarnten autobiographischen Buch von Binjamin Wilkomirski (alias Bruno Dössekker) mit dem Titel „Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948“, in dem der Autor sich als Überlebender des Holocaust darstellt – parallel dazu mit Enric Marcos  Fälschung seiner Biographie im Franco-Regime –, M. Loreto Vilar über Angela Rohr, die eigene Erfahrungen in stalinistischen Lagern literarisch in der Erzählung „Der Vogel“ verarbeitet hat, Teresa Vinardell Puig über Peter Henischs Vaterbuch „Die kleine Geschichte meines Vaters“. Im größeren historischen und intergenerationalen Zusammenhang  referierten Dolors Sabaté über die autobiographischen Schriften Kasimir Edschmids, Manuel Maldonado Alemán über Tanja Dückers‘ Familienroman „Himmelskörper“ und Manuel Martín über autobiographische Texte von Walser, Degen und Forte. Versucht wurde darüber hinaus auch, den autobiographisch-autofiktionalen Schreibraum auf spezifische Formen und Text-Bildbeziehungen hin zu erkunden. Toni Tholen führte nach einer theoretischen Erörterung dieses Raums am Beispiel von Roland Barthes‘ Buch „Über mich selbst“ und W.G. Sebalds Text „Die Ringe des Saturn“ die Kategorie der Automelanchographie ein, eine Form des autobiographischen Schreibens zwischen Text und Bild, das sich vor allem auf der Folie einer affektiven Grundbefindlichkeit, der Melancholie, entfaltet. Jennifer Clare nahm den Begriff des autobiographischen Raums in Bezug auf den Schreibprozess bei Peter Weiss auf, indem sie die Wechselbeziehungen des Schreibens von Notizen und die Arbeit am Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ auch unter Aspekten des Lebenswissens und der Identitätsmodellierung untersuchte. Auf die spezifischen ästhetischen Wirkungen der Foto-Text-Montagen ging Anna Montané Forasté in ihrem Vortrag zu Judith Schalanskys „Blau steht dir nicht“ und Angela Krauß‘ „Eine Wiege“ ein. Die einzelnen Vorträge erarbeiteten Verbindungslinien zwischen Autor/innen, die zuvor nicht im Blick gewesen waren, und schärften so den Blick für die Intertexualität und Interkulturalität autofiktionalen Schreibens. Letzteren Aspekt hob insbesondere Ana Ruiz am Beispiel des literarischen Werks von Jorge Semprun hervor.

Aufgenommen wurden Strategien der Autofiktionalisierung noch einmal im weiteren Verlauf der Tagung, und zwar auch in historischer Perspektive. Schon Autorinnen und Autoren der klassisch-romantischen Periode verwenden vor allem in ihren Briefen und Briefwechseln Strategien der literarisierenden Ich-Modellierung. Im Falle Jean Pauls und anderer Autoren der Epoche geschieht dies durch fiktionale Autorsignaturen (Jörg Paulus), im Falle Bettina von Arnims durch das Erschreiben eines weiblichen Ich, das im Anruf des geliebten Goethe sich zur Autorin einer Wirklichkeit sui generis macht (Andrea Hübener), im Falle Goethes durch das  Anlegen einer Ich-Maske (persona), die ihm die Möglichkeit gibt, incognito zu bleiben und damit in faktischen Lebenszusammenhängen eine Identität zu simulieren, die seine Existenz ins Symbolische steigert. Simulierte Identität werde heute, so Christian Schärf in seiner Übertragung der Goetheschen Strategie der Selbstschöpfung auf die Gegenwart, nicht mehr von Einzelnen geleistet, sondern von den Agenturen der Massenkultur und der Massenmedien. Die wirklichkeitserzeugende und -erweiternde Kraft von Simulation und Virtualität erörtete auch Miriam Llamas Ubieto am Phänomen der Netzliteratur.

Ein anderer thematischer Block kreiste um die neue Aktualität des Dokumentartheaters. Stand dieses noch in den 1960er Jahren im Dienst einer Politisierung der Künste sowie im Dienst der Aufarbeitung deutscher Vergangenheit, woran der Vortrag von Manuel Montesinos Caperos über Günter Weisenborns Drama „Klopfzeichen“ noch einmal erinnerte, so thematisieren zeitgenössische Produktionen zwar auch politisch und gesellschaftlich relevante Themen wie etwa den NSU-Prozess, aber sie tun dies mit ganz neuen ästhetischen Mitteln, Strategien und Performanzen. Sie fördern den Hybridcharakter von theatralen Fact-Fictions deutlich zu Tage  und machen es Publikum wie Akteuren auf der Bühne zur Aufgabe, der Verhandlung von Geschichte, Politik und Lebensprozessen in interkulturellen Kontexten Sinn abzugewinnen und sie vor dem Hintergrund intermedialer und metaästhetischer Inszenierungen in ihrer Aussagekraft zu reflektieren. So widmete sich Jens Roselt der Thematisierung der eigenen Lebensgeschichte und der eigenen Lebenserfahrung von „Expert/innen“, die keine professionellen Schauspieler sind, auf der Bühne unter dem Stichwort des Erzähltheaters. An zeitgenössischen Produktionen wie „Breaking News“ von Rimini-Protokoll entfaltete er die These, dass das Erzählen der eigenen Biographie als Handeln inszeniert und wahrgenommen wird. Arno Gimber schritt in seinen Überlegungen zum zeitgenössischen Dokumentartheater den Zwischenraum von Fakten und Fiktionen weiter ab, indem er auf das Oszillierende, ästhetisch Verdichtete, auf den Als-ob-Charakter des Theaters als Spiel, aber auch als Ermöglichung des Utopischen verwies (den Aspekt des Utopischen hatte Andreas Hetzel am Tag zuvor schon unter dem Stichwort einer kritisch-transformatorischen Ästhetik im Anschluss an einen Roman von Vargas Llosa sowie an Rancière anvisiert). Die Integration von Realitätsfragmenten könne man, so Gimber, auch im Sinne einer neuen Sehnsucht nach dem Authentischen interpretieren. Brigitte Jirku arbeitete am Beispiel des NSU-Prozesses und dessen Verarbeitung in Elfriede Jelineks Stück „Das schweigende Mädchen“ als Metatext eines neuen Dokumentartheaters heraus und zeigte auf, inwiefern das Theater als Inszenierung von Akten des Zum-Sprechen-Bringens, des Beobachtens und des Bezeugens zum Mitspieler im Prozess gesellschaftlicher Auseinandersetzungen wird. Johanna Vollmeyer untersuchte Jelineks Theatertexte auf ihre Plurimedialität hin und verwies auf die Ununterscheidbarkeit zwischen Sein und Schein in den Texten.

Schließlich nahm Volker Pietsch in einem anderen Genre, dem Reportagefilm, einmal mehr den gegenwärtig spürbaren Drang zum Authentischen und Realen auf, um zu zeigen, dass Filmproduktionen wie „Rec“ die Distanzverringerung zum Faktischen mit gleichzeitiger Medienreflexion verbinden. Damit wurde einmal mehr bestätigt, dass Fakten, Reales, Biographien in den Künsten unter dem Vorbehalt bzw. der Rahmenbedingung des Gemachten, des Fiktionalen, des Inszenierten und Performativen verarbeitet werden.  Der Aspekt der medialen Vermitteltheit ist in den ästhetischen Texten und Produktionen stets kopräsent. Man könnte dies übergreifend als eines der zentralen Tagungsergebnisse bezeichnen.

Eine abschließende Diskussion führte zu wichtigen Ergebnissen und Schlüsselbegriffen, die es erlaubten, das Tagungsthema synthetisierend zu betrachten und Aspekte zukünftiger Forschungen zu identifizieren:

  1. Die Zwischenräumlichkeit als Raum-, Zeit- und Handlungsdimension von Fact-Fictions; auch im Sinne von utopischen Möglichkeitsräumen und hybriden Texträumen

  2. Das prozessuale, experimentelle Moment der Fact-Fictions, sowohl auf der Seite der Produktion wie der Rezeption, und unter Einbezug von Aspekten der Performativität, Materialität und Metareflexivität

  3. Die große Dichte autobiographisch-autofiktionaler Texte/Produktionen in den Gegenwartskünsten

  4. Die symmedial zu füllenden Lücken (in) der Wirklichkeit; die Erweiterung der Wirklichkeit im digitalen Raum

  5. Die Versprachlichung (und damit Fiktionalisierung) des Unsagbaren

Weitere Informationen zum Verlauf und zur Nachhaltigkeit der Tagung [PDF]

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Medien, Theater und Populäre Kultur Philosophie Fachbereich 3 Deutsche Sprache
news-12708 Fri, 18 Nov 2016 15:40:00 +0100 Nach der Lehrerausbildung: Ab ins Klassenzimmer https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/nach-der-leh/ 100 Studentinnen und Studenten schließen ihr Masterstudium ab und starten in den Lehrerberuf. In einer Feierstunde in der Universität Hildesheim erhalten sie ihre Urkunden. Nachgefragt bei drei Studierenden, die künftig täglich im Klassenzimmer stehen. Ab ins Klassenzimmer: Viele Jahre des Studiums liegen nun hinter ihnen – das will gefeiert werden. Bevor die Masterstudierenden in das Referendariat starten, werden sie feierlich in der Universität Hildesheim verabschiedet. Ein studentisches Team hat die Feierstunde vorbereitet. An diesem Wochenende erhalten Studentinnen und Studenten des „Master of Education“ ihre Urkunden. Professorin Barbara Schmidt-Thieme wird während der Feierstunde sprechen, sie zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt der Forschungsfragen, denen die Studierenden in den vergangenen Jahren nachgegangen sind. Drei Studierende werden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Eine Woche später, am 26. November 2016, findet eine Feierstunde für Bachelorstudierende (Lehramt) statt.

Insgesamt erhalten 100 Studierende aus dem ersten viersemestrigen Masterstudiengang am Samstag ihre Abschlussurkunden, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung. „Wir freuen uns, dass die ersten Absolventinnen und Absolventen nun erfolgreich ihr Studium abgeschlossen haben und wünschen ihnen alles Gute für den weiteren Weg.“

Außerdem baut die Universität ihr bundesweites Ehemaligen-Netzwerk aus: Ehemalige aller Fachbereiche können sich ab sofort online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert.

Nachgefragt – Lehramtsstudierende im Kurzinterview

„Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen“

Sara Schnüll, 25 Jahre, geboren in Hameln, hat ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Musik erfolgreich abgeschlossen, möchte als Lehrerin in Niedersachsen unterrichten – am liebsten in der Region Hildesheim.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass das Referendariat eine sehr anstrengende und schwierige Zeit wird. Ich hoffe, dass ich viel lerne und routinierter Unterrichtsstunden planen und umsetzen werde. Man hört ja häufig nicht die positivsten Geschichten über die Zeit des Referendariats. Aber ich hoffe sehr, dass ich das meistern kann und freue mich dann auf die Zeit, in der man mit weniger Druck (durch Unterrichtsbesuche und Bewertungen) an die Arbeit gehen kann.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Es wird eine sehr große Herausforderung, meinen eigenen Anforderungen an mich selbst, aber auch den Anforderungen, die von der Gesellschaft, den Eltern und den Kindern an mich gestellt werden, gerecht zu werden. Davor habe ich großen Respekt und ich bin selber noch gespannt, wie ich das alles so umsetzen werde. Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen. Ich hoffe, dass sie Spaß am Lernen haben und dass ich jedes Kind da abholen kann, wo es gerade steht. Dass das nicht einfach wird, das war eine große Erkenntnis in meinem Masterstudium. Aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.

Was haben Sie in Ihrer Masterarbeit untersucht?

Ich habe mich mit Methoden im Instrumentalunterricht beschäftigt. Welche Methoden wenden Lehrerinnen und Lehrer an, um Kindern das Spielen auf einem Instrument beizubringen? Schon in meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, was guten Instrumentalunterricht ausmacht, ich habe Neunjährige und Erwachsene befragt, wie der Unterricht heute und früher ablief. Spannend – es gibt Unterschiede.

Zu welchem Ergebnis kommen Sie?

Ein Ergebnis: Es kommt auf die Schüler und die Lehrer an, wie sie zusammenpassen – einige Schüler brauchen viele Vorgaben und etwas Druck, andere möchten sich die Inhalte selber erarbeiten und entdecken. Das erfordert vom Lehrer viel Flexibilität, weil man sich auf den Einzelnen konzentrieren muss. Es kommt darauf an, auf jeden Schüler individuell einzugehen – was kann das Kind, wo sind seine Stärken?

Musik wird oft fachfremd unterrichtet – wo wollen Sie im Schulalltag ansetzen?

Auf jeden Fall wird es mehr als ein bisschen hin- und herklimpern. Musik schafft auch Selbstvertrauen. Ich merke, dass die Kinder echt Spaß am Musizieren haben. Eine Befürchtung habe ich, was die Vergabe von Noten in diesem auch emotionalen Bereich angeht, das Schulsystem ist ja sehr leistungsorientiert. Ich glaube, man kann mit Musik viel erreichen. Oft ist das Instrumentarium im Schulalltag begrenzt – von Gitarre bis zum Keyboard. Ich spiele Klavier, bin aber offen, eine Oud oder Tombak in den Unterricht zu holen.

Eine Erinnerung an Ihre Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich erinnere mich gerne an die Praktika in meinem Studium zurück! Im ersten Jahr war ich einmal in der Woche im Klassenzimmer – die „Schulpraktischen Studien“ in der Grundschule Hohnsen hier in Hildesheim waren ein guter Start in das Studium. Ich habe hier auch viele tolle Menschen und Freunde kennengelernt. Die Praxisphase im Masterstudium habe ich an der Grundschule Ochtersum verbracht, auch hier habe ich festgestellt, wie wichtig und schön es ist, engagierte und nette Kollegen und Kolleginnen zu haben, mit denen man gut und gerne zusammenarbeitet und sich über den Unterricht austauscht. Die Schüler haben natürlich erstmal getestet, „wie weit man bei einer Praktikantin gehen kann“..., haben mich dann aber schnell als Lehrperson angenommen und es hat viel Freude gemacht, die Kinder so interessiert und konzentriert zu sehen.

Lektüre gehört zum Studium – welche?

Eine gute Frage... Es gibt kein Buch, das mich vom Anfang bis zum Ende durchgehend begleitet hat – da noch am ehesten das Kochbuch meiner Mutter. In Mathematik war es vielleicht das Buch „Didaktik der Arithmetik", das ich sehr sinnvoll fand.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrerin zu werden?

In meinem Studium hat mich Dr. Andreas Hoppe aus dem Uni-Musikinstitut von Anfang bis zum Ende begleitet. Neben tollen, praxisnahen Seminaren und Übungen (die wirklich hilfreich für den späteren Lehrberuf waren), hat er mich außerdem während meiner Bachelor- und Masterarbeit unterstützt. Ich habe mich da immer sehr wohl und ernstgenommen gefühlt.

Nun starten Sie in das Referendariat. Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

An meinem Studium werde ich mit Sicherheit das längere Schlafen vermissen – dass man den Tagesablauf und Tagesrhythmus so frei wählen konnte, wie man es wollte. Ich habe dieses „freie Leben“ sehr zu schätzen gelernt. Das wird es im Vorbereitungsdienst und im späteren Job so bestimmt nicht mehr geben. War schon eine gute Zeit!

„Die Kinder haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier“

Raimund Hollemann, 24, aus Hildesheim, hat im Masterstudium Mathematik und Sachunterricht (mit Geographie) studiert, ist einer der wenigen Männer, die sich für den Beruf als Grundschullehrer entschieden haben.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass es eine harte und anstrengende Zeit wird. Bisher habe ich von Freunden aus dem Referendariat fast nur Negatives gehört. Ich hoffe allerdings, dass ich durch das Referendariat noch mehr darüber erfahren kann, wie ich Kindern mit Problemen jeglicher Art helfen kann – besonders auch im Erstunterricht.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Wissenschaftliches Arbeiten ist zu einem großen Teil das Abschreiben von anderen.

Eine Erinnerung an die Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich persönlich fand die Praxisphase sehr gut und wichtig. Durch sie wurde ich nochmals ermutigt diesen Beruf weiter auszuüben, weil die Lehre in der Universität mir zumeist zu theoretisch war. Die Praxisphasen waren zu jedem Zeitpunkt meines Studiums enorm aufmunternd und dort habe ich auch erfahren, wie ich in bestimmten Situationen zu reagieren habe. Ich durfte Schulalltag in der Grundschule Ochtersum, in der Grundschule Moritzberg und im Masterstudium in der Grundschule Nettlingen erleben.

Sie haben im ländlichen Raum Ihre Praxiszeit verbracht – was haben Sie in Nettlingen erlebt?

Die Lehrerin an meiner Praxisschule im Masterstudium war genial, das Kollegium an der einzügigen Grundschule, an der ich meine Praxiszeit verbringen durfte, hat uns Lehramtsstudenten sehr unterstützt. Für die Kinder war es ungewohnt, dass Lehramtsstudierende mit im Klassenzimmer sitzen – aber sie haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier. Die Kinder haben uns wirklich herzlich aufgenommen. In den Pausen suchten vor allem die Kinder, die alleinerzogen wurden, meine Nähe auf. Das ist mir zum Ende meiner Studienzeit erst richtig bewusst geworden.

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Den Klassiker „Was ist guter Unterricht" von Hilbert Meyer fand ich während des Studiums sehr interessant und konnte damit auch häufig Unterrichtssequenzen begründen. Für meine Masterarbeit habe ich das Werk zur Untersuchung guten Mathematik- und Sachunterrichts ebenfalls sehr gut verwenden können.

Was haben Sie in ihrer Abschlussarbeit untersucht?

Ich habe Mathematik- und Sachunterricht in der Schule untersucht und Studierende befragt, die ein halbes Jahr an Schulen verbracht haben. Diese haben den Unterricht an zuvor ausgewählten Kriterien, wie klare Strukturierung, Methodenvielfalt oder vorbereitete Lernumgebung (nach Hilbert Meyer), bewertet und somit konnte eine Einschätzung getroffen werden, ob sie eher schlechten oder guten Unterricht gesehen haben.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gab in meiner Zeit als Student mehrere Dozentinnen und Dozenten, die mir in unterschiedlichster Situation geholfen haben. Dabei möchte ich keine einzelne besonders Person hervorheben.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Das liebste an der Studienzeit waren mir die neuen Freunde, die ich in der Zeit kennenlernen durfte (mit denen bleibe ich aber sicherlich in Kontakt). Auch werde ich die freie Wahl meines Tagesablaufs (die man als Student zum Teil genießt) vermissen. In der Zeit während ich in der Universität war, vermisse ich vor allem die Freistunden, die mit Kartenspielen in der Mensa immer ein Highlight waren.

„Für mich war es sehr wichtig, erste Unterrichtserfahrungen im Studium zu sammeln“

Miriam Pasewark,  25 Jahre alt, in Celle geboren, hat Lehramt an der Universität Hildesheim mit den Fächern Wirtschaft und evangelische Theologie studiert, möchte später an einer Realschule unterrichten.

Sie starten in den Lehrerberuf. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Mit dem Beginn des Referendariats beginnt eine neue und hoffentlich spannende Phase in meinem Leben. Jetzt wird es ernst! Es wird sicherlich eine Umstellung zum Studentenleben, man trägt nun Verantwortung für die Schüler, Kollegen und für sich selbst. Ich freue mich auf ein freundliches Kollegium und die Möglichkeit, selbst vor einer Klasse zu stehen und mit den Schülern schöne wie auch nicht so angenehme Unterrichtsstunden zu verleben. Ich werde den Schulalltag mit all seinen Facetten kennenlernen und an den Herausforderungen wachsen.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Eine besondere Erkenntnis im Masterstudium, die mir (und vielleicht auch anderen Studenten) in Zukunft hoffentlich noch hilfreich sein wird: Man sollte sich selbst nicht zu sehr mit anderen vergleichen, sondern seine Leistung an den eigenen Ansprüchen und Bemühungen messen. Beispielsweise ist eine 2,7 kein Weltuntergang, es ist eine gute Leistung mit leichten Schwächen, auf die man auf jeden Fall stolz sein kann.

Eine Erinnerung an die Studienzeit an der Universität Hildesheim: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums?

Während meines Studiums habe ich Praktika an der Oberschule Delligsen, der Albertus-Magnus Realschule und der Hauptschule Himmelsthür absolviert. Für mich war es sehr wichtig, die ersten Unterrichtserfahrungen bereits im Studium zu sammeln. Man bekommt schnell ein Gespür dafür, ob man sich vor einer Klasse wohl fühlt. Eine weitere Bereicherung ist die Anleitung durch Mentoren. Man hat die Möglichkeit, den eigenen Unterricht mit einer berufserfahrenen Person zu reflektieren und bekommt hilfreiche Tipps zum eigenen Lehrerverhalten oder der Unterrichtsvorbereitung. Manchmal sieht man auch, was und wie man etwas nicht tun sollte….

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Zwei Bücher, die seit dem ersten Semester immer mal wieder zum Einsatz kamen: Hilbert Meyer „Was ist guter Unterricht?" und „Leitfaden Unterrichtsvorbereitung".

Womit haben Sie sich in Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt?

Das Thema meiner Masterarbeit ist: „An den Grenzen des Lehrberufs: Eine empirische Studie zu niedersächsischen Lehrern an Psychiatrien und Krankenhäusern“. Ich habe Interview mit Lehrpersonen geführt, die in Psychiatrien und in Kliniken unterrichten. Vor welchen Herausforderungen stehen sie im Alltag?

Was ist ein Ergebnis?

In Niedersachsen werden die Lehrpersonen mit einer bestimmten Stundenzahl abgeordnet – es gibt keine richtige Schulleitung und Verwaltungsstruktur. Die Lehrer müssen sich selber organisieren. Die Lehrer, die das machen, haben eigentlich keine großen Vorteile, sondern eher mehr Arbeit, deswegen ist das nicht so beliebt. Ich habe in Psychiatrien und in Krankenhausschulen angerufen und gefragt, ob ich dort forschen kann. Die Reaktion: Alle angefragten Lehrer haben zugesagt, sie haben sich sehr gefreut, dass einmal jemand fragt. Ich durfte auch im Unterricht hospitieren.

Wie gelangt man zu Erkenntnissen – lernt man das im Studium?

In Pädagogik habe ich ein Begleitseminar zur Masterarbeit besucht, das war sehr hilfreich. Wir konnten all unsere Fragen stellen und unsere Arbeit auch untereinander diskutieren.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gibt einige Veranstaltungen, die mich sehr interessiert und weitergebracht haben. Dazu gehören sämtliche Psychologie-Vorlesungen und Seminare, welche immer sehr abwechslungsreich und spannend aufbereitet wurden. Die Reli-Seminare im Kloster Drübeck werden mir ebenfalls in Erinnerung bleiben. Außerdem wurde ich während der Masterarbeit sehr von der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla unterstützt.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Ich werde sehr viel aus der Studienzeit vermissen. In Hildesheim habe ich Freunde kennengelernt, die mich (hoffentlich) ein Leben lang begleiten werden. Die Zeit in meiner WG werde ich auch nicht so schnell vergessen, insbesondere unsere gemeinsamen DVD-Abende und das kollektive Aufregen über Dozenten. Des Weiteren war es schön, seine Zeit selbst einteilen zu können. Meine durchschnittliche Aufsteh-Zeit war 9 Uhr – da werde ich mich im Referendariat noch umgewöhnen müssen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-12737 Fri, 18 Nov 2016 10:47:00 +0100 Musikalische Vielfalt erhalten: Ein Platz für Klänge der Welt https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/musikalische-1/ Gute Nachricht aus Berlin: Mit Geld vom Bund können die Planungen für einen Neubau für das Center for World Music in Hildesheim beginnen. Zukünftiger Standort soll der Kulturcampus Domäne Marienburg werden, wo bereits etwa 1000 Studierende der Kulturwissenschaften lernen. Das Center sichert mit internationalen Partnern und unterstützt vom Auswärtigen Amt Kulturerbe. Die internationalen wissenschaftlichen Beziehungen sollen ausgebaut werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat Planungsmittel für ein Neubauprojekt an der Universität Hildesheim freigegeben. Mit den 400.000 Euro, die der Bund als Anschubfinanzierung im November bewilligt hat, können nun die Planungen für einen Neubau für das Center for World Music auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg beginnen.

„Dieses versteckte Juwel hat eine große Zukunft vor sich“, sagt Ute Bertram. Auf Bitten von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich hatte sich die Hildesheimer Bundestagsabgeordnete, die dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien angehört, seit Monaten für Gelder für einen Neubau eingesetzt. „Mit dem Bundestagsbeschluss ist die bundesweite Bedeutung des Vorhabens besiegelt“, freut sich Bertram. Im Center for World Music lagert eine deutschlandweit einmalige, mehrere tausend Musikinstrumente umfassende Sammlung. Doch bislang fristet dieser Schatz aus Platzmangel ein Schattendasein, sagt Ute Bertram, die in den letzten Monaten viel Überzeugungsarbeit geleistet hat.

Der Bau soll Raum für Wechselausstellungen und Lehrveranstaltungen sowie für das wissenschaftliche Personal, Doktoranden und Gastwissenschaftler bieten. Das Center arbeitet in Projekten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Westafrika, USA, Ägypten, Iran und weiteren europäischen Ländern zusammen. Die Forscher sichern Musik und tragen zum Erhalt von oftmals mündlich tradiertem Kulturerbe bei und wollen Archive zugänglich machen. In einem internationalen Doktorandennetzwerk tauschen sich Nachwuchswissenschaftler über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus.

Stiftungsuniversität: Bauen im Zeit- und Kostenrahmen

Mit dem Geld aus Berlin starten Uni-Baudezernent Thomas Hanold und sein Team nun die konkrete Planung. Möglicher Ort für den Neubau ist die Fläche im Eingangsbereich, auf der derzeit eine alte, etwa 700 Quadratmeter große Scheune steht, die früher als Getreidelager und Geräteschuppen diente. Wie beim Neubau des Burgtheaters soll ein Architekturwettbewerb mit klaren finanziellen Vorgaben ausgeschrieben werden.

„Wir haben in den bisherigen Bauprojekten den Nachweis erbracht, dass wir als Stiftungsuniversität erstens im Zeitrahmen und zweitens im Kostenrahmen bauen können und stimmen die Bauprozesse eng mit dem Ministerium und dem Landesrechnungshof ab. Die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages ermöglicht uns, in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege der Stadt Hildesheim ein Konzept für den zukünftigen Standort des Center for World Music auf der mittelalterlichen Burganlage zu erarbeiten. Bereits den Theaterneubau haben wir im Einvernehmen mit der Denkmalpflege gebaut“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „Wir sammeln, sammeln, sammeln – haben aber keine geeigneten Ausstellungsflächen und Orte für musikethnologische Forschung und Lehre“, sagt Friedrich mit Blick auf die über 4500 Instrumente und umfangreichen Tonträgersammlungen. Um Forschung zu ermöglichen, sei es wichtig, die vorhandenen Bestände besser zu konzentrieren. Derzeit liegen die Sammlungen querbeet über acht verschiedene Standorte verteilt und sind nur in Teilen zugänglich. Im Neubau könnten beispielsweise Wechselausstellungen gezeigt werden. Der aktuelle Standort des Center for World Music, die ehemalige Timotheuskirche, soll weiterhin erhalten bleiben und auch Ort für musikpädagogische Projekte sein.

Wie kann ein Neubau finanziert werden? Parallel zur Bauplanung müsse nun das Fundraising anlaufen. Friedrich hofft dabei auch auf Unterstützung aus der Bürgergesellschaft.

Musikethnologe: „Nachricht aus Berlin ist Ansporn für unsere Arbeit“

„Wir sehen die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages auch als Ansporn für unsere Arbeit“, sagt Professor Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music der Universität Hildesheim. „Es braucht einen Motor, um musikalische Vielfalt, die hier in Zeiten der Globalisierung ihre Heimat findet, auch sichtbar und hörbar zu machen“, so Vogels. Die Künstlerinnen und Künstler, die hier in Deutschland leben, „haben das Recht, wirksam sein zu können“, so Vogels.

„Der Deutsche Bundestag sieht, welche politische Aufgabe wir in Hildesheim wahrnehmen. Musik ist wie Sprache auch Menschenrecht. So wie jemand gehört wird, mit dem was er sagt, so muss das auch für die Musik gelten. Man muss das Recht haben, sich musikalisch äußern zu dürfen und kultur- und bildungspolitische Bedingungen vorfinden, die dieses Recht nicht einschränken. Wir bilden in Hildesheim Musiklehrerinnen und Musiklehrer aus und sind aufgefordert, die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen wirklich in den Unterricht zu holen, das macht die Wirklichkeit der Kinder und Jugendlichen aus. Wenn wir da etwas ausklammern, tabuisieren oder für minderwertig erklären, was für andere Menschen wesentlich identitätsbildend ist, dann begehen wir einen schweren kulturpolitischen und bildungspolitischen Fehler“, sagt Professor Vogels. Die Universität Hildesheim hat einen Schwerpunkt in der Lehrerbildung und bildet mit etwa 2600 Studierenden rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus, darunter Musik- und Kunstlehrer.

Weitere Informationen

Wissenschaftlerin und Geigenvirtuosin aus Indien derzeit in Hildesheim

Das Center for World Music ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland Gastaufenthalte in Hildesheim. Für sechs Monate ist die indische Geigenvirtuosin Lalitha Muthuswammy derzeit in Niedersachsen. Während ihres Aufenthalts am Center for World Music arbeitet Muthuswammy mit Schulen und Studierenden in der Lehre zusammen. Schulklassen erhalten Einblicke in die südindische Klassik, darunter Kompositionen, die in Indien entstanden, als in Deutschland Bach seine Kantaten, Choräle und Sonaten schrieb. Die Dozentin der Musikakademie Chennai spielt südindische Geige. Sie wurde mehrfach von der indischen Regierung für ihre herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet.

DAAD-Graduate School startet: Welche Rolle spielt Musik beim Wiederaufbau von Gemeinschaften?

Im Nordosten Nigerias leben über zwei Millionen Binnenflüchtlinge. Studierende und Doktoranden der Universitäten Maiduguri/Nigeria, Cape Coast/Ghana und Hildesheim/Deutschland erarbeiten derzeit lokale Strategien, um Konflikte und traumatische Erlebnisse zu bewältigen. „Aufgabe der Zukunft wird es sein, Gemeinschaften wieder entstehen zu lassen. Eine der Identifikationslinien kann Musik sein“, sagt Professor Raimund Vogels. In der vom Deutschen Akademischen Austauschdienst von 2016 bis 2020 geförderten „Graduate School“ forschen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Sicherheit und wirken beim Wiederaufbau der Gesellschaft mit, etwa durch lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim.

Zum Start der Graduiertenschule reisen Mitte Dezember Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana nach Hildesheim an. Die Hildesheimer Graduiertenschule ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom DAAD im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Kurz erklärt: Das Center for World Music

Wie leben wir mit Musik? Das Center for World Music der Universität Hildesheim bewahrt seit 2006 bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musik-schaffens: über 4.500 Musikinstrumente, 45.000 Schallplatten, eine der größten Sammlungen Europas. Das Center widmet sich der Vielfalt musikalischer Traditionen und ist ein Archiv und Labor, ein Ort der Forschung und des Studiums, ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker und eine Basis für internationale Begegnungen und Verständigung.

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fort-bestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. Das Center for World Music der Universität Hildesheim bildet seit 2011 Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen. Der Studiengang „musik.welt“ ist bundesweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft. Musik kann vermitteln und als internationale Sprache Menschen verbinden.  

Center for World Music: Aktuelle Informationen

Broschüre über Forschung, Lehre und internationale Kooperationen

Von: Pressestelle, Isa Lange

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Fachbereich 2
news-12734 Fri, 18 Nov 2016 10:34:00 +0100 Was ist echt? Professor Tholen über Fakten und Fiktionen https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/was-ist-echt/ Mit Fakten und Fiktionen sowie Überlappungen zwischen Wahrheit und Fantasie in Literatur, Theater und Film setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Spanien und Deutschland auseinander. In einem Tagungsbericht gibt Professor Toni Tholen, Literaturwissenschaftler an der Universität Hildesheim, Einblicke in aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, die während einer binationalen Konferenz in Salamanca vorgestellt wurden. Die Universitäten Hildesheim und Salamanca wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Prof. Dr. Toni Tholen lehrt und forscht am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Professorin Patricia Cifre Wibrow von der Universidad de Salamanca und Professor Arno Gimber von der Universidad Complutense de Madrid hat er die binationale Konferenz „Fakten, Fiktionen und Fact-Fictions“ entwickelt. Die Konferenz fand vom 3. bis 5. Oktober 2016 in Salamanca statt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) förderte die Konferenz aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. An der Konferenz waren mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs – aus Philosophie, Theater und Literatur – der Universität Hildesheim beteiligt. Die Konferenz bildet den Auftakt für weitere Kooperationen in Forschung und Lehre, Studierendenaustausch und wissenschaftlicher Nachwuchsförderung.

Tagungsbericht von Professor Toni Tholen

Die Erforschung des Verhältnisses von Fakten und Fiktionen in der Literatur und in anderen Künsten der Gegenwart ist eine vordringliche Aufgabe der Literatur- und Kulturwissenschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielsweise hat die verstärkte Bedeutung etwa von visuellen Medien zu neuen Formaten innerhalb der Literatur geführt: Die Literatur macht die wirklichkeitserzeugende Kraft von Bildern zunehmend für ihre eigenen Zwecke fruchtbar. So entstanden in den letzten Jahrzehnten interessante literarische Foto-Texte, die von den jeweiligen Autorinnen und Autoren zum Zweck der ästhetischen Darstellung ihres eigenen Lebens produziert worden sind. Solche autobiographischen Texte nutzen auf der einen Seite das wirklichkeitsverbürgende Potenzial von Fotos aus der eigenen Kindheit zur Beglaubigung der erzählten Lebensgeschichte, auf der anderen Seite treten die Fotos und andere Bildelemente in ein ästhetisches Spiel mit dem Text ein, wobei längst nicht immer eindeutig ist, ob wir es mit faktualen oder fiktionalen Passagen der erzählten Lebensgeschichte zu tun haben. Die Texte werden auf diese Weise offen und mehrdeutig, das Erzählen des eigenen Lebens wird selbst zum literarischen Experiment – zur „Autofiktion“ –, und die Leserinnen und Leser können sich der Wahrhaftigkeit und Wahrheit des Erzählten nicht länger sicher sein.

Die allgemeine Schwierigkeit, in Erfahrung zu bringen, wie etwas Zurückliegendes wirklich war, was in bestimmten Zeiten, unter bestimmten politischen Verhältnissen wirklich geschehen ist, was man als Kind, als Jugendlicher und Erwachsener wirklich erlebt hat, wird in einer Vielzahl neuerer und neuester literarischer Texte erfahrbar und diskutierbar. Mit gutem Grund kann man solche Texte als Fact-Fictions bezeichnen.

Dabei spannt sich der thematische Fächer weit auf. Im deutschsprachigen Kontext sind es oftmals Texte, die sich mit der Involvierung von Männern, Frauen und ihren Familien in den Nationalsozialismus, auf der Täter- wie auf der Opferseite, auseinandersetzen und dabei mehr oder weniger authentische, bisweilen sogar gefälschte Erzählungen (wie im Falle Binjamin Wilkomirskis) darbieten. Die Frage nach dem Grad der Wirklichkeitstreue der rekonstruierten bzw. erzählten Geschichte reicht dabei bis in die theoretische Auseinandersetzung um die Darstellbarkeit von Geschichte in der Geschichtswissenschaft selbst, wie Michael Pfeiffer grundsätzlich in einem der ersten Vorträge der Tagung ausführte. Bis heute herrsche dort Uneinigkeit über die Frage, inwiefern die wissenschaftliche Darstellung von Geschichte nicht notwendig auch auf Fiktionalisierungen zurückgreift bzw. um der Anschaulichkeit des Dargestellten willen zurückgreifen muss.

Bei der Konferenz stellte eine Reihe von spanischen und deutschen Referentinnen und Referenten ihre Forschungen auf diesem thematischen Feld vor. So mit Bezug auf den Faschismus, Diktatur und Holocaust Marisa Siguan in ihrem Beitrag über Max Aubs montageartigen Roman „Am Ende der Flucht“ und Hertha Müllers Roman „Der Fuchs war damals schon der Jäger“, Patricia Cifre Wibrow in Auseinandersetzung mit dem als Fälschung enttarnten autobiographischen Buch von Binjamin Wilkomirski (alias Bruno Dössekker) mit dem Titel „Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948“, in dem der Autor sich als Überlebender des Holocaust darstellt – parallel dazu mit Enric Marcos Fälschung seiner Biographie im Franco-Regime –, M. Loreto Vilar über Angela Rohr, die eigene Erfahrungen in stalinistischen Lagern literarisch in der Erzählung „Der Vogel“ verarbeitet hat, Teresa Vinardell Puig über Peter Henischs Vaterbuch „Die kleine Geschichte meines Vaters“. Im größeren historischen und intergenerationalen Zusammenhang referierten Dolors Sabaté über die autobiographischen Schriften Kasimir Edschmids, Manuel Maldonado Alemán über Tanja Dückers‘ Familienroman „Himmelskörper“ und Manuel Martín über autobiographische Texte von Walser, Degen und Forte. Versucht wurde darüber hinaus auch, den autobiographisch-autofiktionalen Schreibraum auf spezifische Formen und Text-Bildbeziehungen hin zu erkunden. Toni Tholen führte nach einer theoretischen Erörterung dieses Raums am Beispiel von Roland Barthes‘ Buch „Über mich selbst“ und W.G. Sebalds Text „Die Ringe des Saturn“ die Kategorie der Automelanchographie ein, eine Form des autobiographischen Schreibens zwischen Text und Bild, das sich vor allem auf der Folie einer affektiven Grundbefindlichkeit, der Melancholie, entfaltet. Jennifer Clare nahm den Begriff des autobiographischen Raums in Bezug auf den Schreibprozess bei Peter Weiss auf, indem sie die Wechselbeziehungen des Schreibens von Notizen und die Arbeit am Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ auch unter Aspekten des Lebenswissens und der Identitätsmodellierung untersuchte. Auf die spezifischen ästhetischen Wirkungen der Foto-Text-Montagen ging Anna Montané Forasté in ihrem Vortrag zu Judith Schalanskys „Blau steht dir nicht“ und Angela Krauß‘ „Eine Wiege“ ein. Die einzelnen Vorträge erarbeiteten Verbindungslinien zwischen Autor/innen, die zuvor nicht im Blick gewesen waren, und schärften so den Blick für die Intertexualität und Interkulturalität autofiktionalen Schreibens. Letzteren Aspekt hob insbesondere Ana Ruiz am Beispiel des literarischen Werks von Jorge Semprun hervor.

Aufgenommen wurden Strategien der Autofiktionalisierung noch einmal im weiteren Verlauf der Tagung, und zwar auch in historischer Perspektive. Schon Autorinnen und Autoren der klassisch-romantischen Periode verwenden vor allem in ihren Briefen und Briefwechseln Strategien der literarisierenden Ich-Modellierung. Im Falle Jean Pauls und anderer Autoren der Epoche geschieht dies durch fiktionale Autorsignaturen (Jörg Paulus), im Falle Bettina von Arnims durch das Erschreiben eines weiblichen Ich, das im Anruf des geliebten Goethe sich zur Autorin einer Wirklichkeit sui generis macht (Andrea Hübener), im Falle Goethes durch das Anlegen einer Ich-Maske (persona), die ihm die Möglichkeit gibt, incognito zu bleiben und damit in faktischen Lebenszusammenhängen eine Identität zu simulieren, die seine Existenz ins Symbolische steigert. Simulierte Identität werde heute, so Christian Schärf in seiner Übertragung der Goetheschen Strategie der Selbstschöpfung auf die Gegenwart, nicht mehr von Einzelnen geleistet, sondern von den Agenturen der Massenkultur und der Massenmedien. Die wirklichkeitserzeugende und -erweiternde Kraft von Simulation und Virtualität erörtete auch Miriam Llamas Ubieto am Phänomen der Netzliteratur.

Ein anderer thematischer Block kreiste um die neue Aktualität des Dokumentartheaters. Stand dieses noch in den 1960er Jahren im Dienst einer Politisierung der Künste sowie im Dienst der Aufarbeitung deutscher Vergangenheit, woran der Vortrag von Manuel Montesinos Caperos über Günter Weisenborns Drama „Klopfzeichen“ noch einmal erinnerte, so thematisieren zeitgenössische Produktionen zwar auch politisch und gesellschaftlich relevante Themen wie etwa den NSU-Prozess, aber sie tun dies mit ganz neuen ästhetischen Mitteln, Strategien und Performanzen. Sie fördern den Hybridcharakter von theatralen Fact-Fictions deutlich zu Tage und machen es Publikum wie Akteuren auf der Bühne zur Aufgabe, der Verhandlung von Geschichte, Politik und Lebensprozessen in interkulturellen Kontexten Sinn abzugewinnen und sie vor dem Hintergrund intermedialer und metaästhetischer Inszenierungen in ihrer Aussagekraft zu reflektieren. So widmete sich Jens Roselt der Thematisierung der eigenen Lebensgeschichte und der eigenen Lebenserfahrung von „Expert/innen“, die keine professionellen Schauspieler sind, auf der Bühne unter dem Stichwort des Erzähltheaters. An zeitgenössischen Produktionen wie „Breaking News“ von Rimini-Protokoll entfaltete er die These, dass das Erzählen der eigenen Biographie als Handeln inszeniert und wahrgenommen wird. Arno Gimber schritt in seinen Überlegungen zum zeitgenössischen Dokumentartheater den Zwischenraum von Fakten und Fiktionen weiter ab, indem er auf das Oszillierende, ästhetisch Verdichtete, auf den Als-ob-Charakter des Theaters als Spiel, aber auch als Ermöglichung des Utopischen verwies (den Aspekt des Utopischen hatte Andreas Hetzel am Tag zuvor schon unter dem Stichwort einer kritisch-transformatorischen Ästhetik im Anschluss an einen Roman von Vargas Llosa sowie an Rancière anvisiert). Die Integration von Realitätsfragmenten könne man, so Gimber, auch im Sinne einer neuen Sehnsucht nach dem Authentischen interpretieren. Brigitte Jirku arbeitete am Beispiel des NSU-Prozesses und dessen Verarbeitung in Elfriede Jelineks Stück „Das schweigende Mädchen“ als Metatext eines neuen Dokumentartheaters heraus und zeigte auf, inwiefern das Theater als Inszenierung von Akten des Zum-Sprechen-Bringens, des Beobachtens und des Bezeugens zum Mitspieler im Prozess gesellschaftlicher Auseinandersetzungen wird. Johanna Vollmeyer untersuchte Jelineks Theatertexte auf ihre Plurimedialität hin und verwies auf die Ununterscheidbarkeit zwischen Sein und Schein in den Texten.

Schließlich nahm Volker Pietsch in einem anderen Genre, dem Reportagefilm, einmal mehr den gegenwärtig spürbaren Drang zum Authentischen und Realen auf, um zu zeigen, dass Filmproduktionen wie „Rec“ die Distanzverringerung zum Faktischen mit gleichzeitiger Medienreflexion verbinden. Damit wurde einmal mehr bestätigt, dass Fakten, Reales, Biographien in den Künsten unter dem Vorbehalt bzw. der Rahmenbedingung des Gemachten, des Fiktionalen, des Inszenierten und Performativen verarbeitet werden. Der Aspekt der medialen Vermitteltheit ist in den ästhetischen Texten und Produktionen stets kopräsent. Man könnte dies übergreifend als eines der zentralen Tagungsergebnisse bezeichnen.

Eine abschließende Diskussion führte zu wichtigen Ergebnissen und Schlüsselbegriffen, die es erlaubten, das Tagungsthema synthetisierend zu betrachten und Aspekte zukünftiger Forschungen zu identifizieren:

  1. Die Zwischenräumlichkeit als Raum-, Zeit- und Handlungsdimension von Fact-Fictions; auch im Sinne von utopischen Möglichkeitsräumen und hybriden Texträumen
  2. Das prozessuale, experimentelle Moment der Fact-Fictions, sowohl auf der Seite der Produktion wie der Rezeption, und unter Einbezug von Aspekten der Performativität, Materialität und Metareflexivität
  3. Die große Dichte autobiographisch-autofiktionaler Texte/Produktionen in den Gegenwartskünsten
  4. Die symmedial zu füllenden Lücken (in) der Wirklichkeit; die Erweiterung der Wirklichkeit im digitalen Raum
  5. Die Versprachlichung (und damit Fiktionalisierung) des Unsagbaren

Weitere Informationen zum Verlauf und zur Nachhaltigkeit der Tagung

Von: Pressestelle, Isa Lange

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news-12683 Sun, 13 Nov 2016 20:03:00 +0100 Jung gründen: „Nicht aufgeben, Ressourcen geschickt kombinieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/jung-gruenden-nicht-aufgeben-ressourcen-geschickt-kombinieren/ Gründerwoche an der Universität Hildesheim startet: Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche können sich über Gründungen informieren. „Man kann das schaffen, selbst etwas gründen und auf die Beine stellen“, sagt die Wirtschaftsstudentin Sabrina Mujagic. „Unternehmen gründen ist eine Option – schon im Studium“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. „Unternehmerisches Denken und Handeln bekommt man nicht in die Wiege gelegt, das kann man lernen. Man kann lernen, nicht aufzugeben, weil man leicht sagt: Mir fehlen die Mittel. Stattdessen kann man sich fragen: Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung, wie kann ich das, was ich habe, geschickt kombinieren und mit anderen kooperieren?“

Während einer Aktionswoche an der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten über Gründungen informieren. Vom 14. bis 20. November 2016 erfahren sie, wie sie einen „Business-Plan“ erstellen und wie Lehrerinnenund Lehrer Schülerfirmen begleiten können. Sie tauschen sich über Gründungen im Kulturbereich aus und können erproben, wie man Geschäftsideen entwickeln kann. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche können teilnehmen.

„Wir brauchen unternehmerisches Denken und Handeln, um gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Wo andere nur Probleme sehen, kreieren unternehmerische Studierende mit den vorhandenen Ressourcen neue Gelegenheiten. Sie organisieren zum Beispiel eine Tauschbörse für gebrauchte Lehrbücher. Statt in den Klagekanon über Prüfungsstress einzustimmen, entwickeln sie die Idee für eine App, die Studierenden das Zeitmanagement erleichtert“, sagt die Hildesheimer Wirtschaftspsychologin Astrid Lange.

Dabei sein: Gründerwoche an der Uni Hildesheim

Unternehmertum in der Lehrerausbildung

Der Wirtschaftsprofessor Athanassios Pitsoulis bildet an der Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer aus, die unternehmerischesDenken und Handeln in Schulen fördern. „Wir können dazu beitragen, dass künftige Generationen von Lehrerinnen und Lehrern mit einem weniger durch Stereotype geprägten Bild von Unternehmertum an die Schulen kommen. Unser Land kann es sich langfristig schlichtweg nicht leisten, das vorhandene unternehmerische Potenzial verkümmern zu lassen“, sagt Pitsoulis.

„Ich möchte Jugendliche und Studierende darüber informieren und sie ermutigen: Man kann das schaffen und selbst etwas gründen und auf die Beine stellen“, sagt Sabrina Mujagic. Die Lehramtsstudentin schließt derzeit ihr Studium mit den Fächern Englisch und Wirtschaft ab und möchte unternehmerisches Denken und Handeln in den Schulalltag holen. Sie kommt aus einer Unternehmerfamilie, ihre Eltern und Geschwister haben sich selbstständig gemacht. Im Studium an der Universität Hildesheim hat Sabrina Mujagic bereits engagierte Jugendliche in Schülerfirmen begleiten können, sie beschäftigt sich mit dem Aufbau von „Juniorunternehmen“. So entstand in der Michelsenschule in Hildesheim beispielsweise ein Gewürzgeschäft.

Viele Schülerfirmen entwickeln „hochinteressante, ernstzunehmende Produkte“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. „Das sollte man nicht belächeln. Durch Schülerfirmen kommen Jugendliche in Schulen mit einer Welt in Berührung, zu der sie sonst wenig Zugang haben. Sie beschäftigen sich mit Finanz- und Ressourcenplanung und erfahren Wirtschaft und Unternehmertum am eigenen Leib. In Schülerfirmen können alle Fächer zusammenarbeiten.“

„Ich kam vor meinem Studium leider nie mit Selbstständigkeit und Unternehmertum in Berührung – weder durch Verwandte noch in meiner Schulzeit. Dann habe ich zufällig die Veranstaltungen der Gründerwoche in Hildesheim entdeckt – und nun bin ich Teil des Teams. Mit der Aktionswoche möchten wir Studierenden einen Einblick in die Welt der Gründerinnen und Gründer bieten. Vier Gründer erzählen zum Beispiel aus ihren Anfängen, über Scheitern und Erfolge beim Aufbau einer Firma“, sagt Loreen Waller. Sie studiert Lehramt mit den Fächern Wirtschaft und Deutsch und hat im Schulpraktikum an einer Oberschule in Harsum Achtklässler bei der Weiterentwicklung ihrer Schülerfirma begleitet.

Die Jugendlichen bringen Ideen und Freude mit, um selber „etwas auf die Beine zu stellen“ – Lehrerinnen und Lehrern können das Gründungsklima in deutschen Klassenzimmern befördern. Die Hildesheimer Studentinnen Sabrina Mujagic und Loreen Waller wollen in ihrem künftigen Beruf als Lehrerinnen Kinder und Jugendliche unterstützen, sich mit der Idee zu befassen, selbst ein Unternehmen zu gründen.

Jung gründen – erzähl deine Geschichte!

Was sie antreibt, welche Geschäftsideen sie haben und wie junge Leute im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich ein Unternehmen gründen: In einer Serie berichtet die Universität Hildesheim über junge Gründerinnen und Gründer. So geben Studierende des Kreativen Schreibens zum Beispiel die bundesweite Literaturzeitschrift „Bella triste“ heraus. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, die bereits Gründungserfahrungen gesammelt haben, melden sich bitte bei Isa Lange (presse@uni-hildesheim.de).

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news-12725 Fri, 11 Nov 2016 10:20:00 +0100 Neunter Internationaler Doktorandenworkshop der Musikethnologie https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/neunter-inte/ Das Center for World Music lädt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit ein, sich um einen der 16 Plätze im internationalen Doktorandenworkshop zu bewerben. Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen Wissenschaftler seit acht Jahren aus allen Ecken der Welt nach Hildesheim an. Während des Fachtreffens tauschen sie sich über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus. Vom 27. Juni bis 1. Juli 2017 lädt das Center for World Music in Hildesheim erneut zum Internationalen Doktorandenworkshop der Musikethnologie ein. Das Center lädt Doktorandinnen und Doktoranden ein, ihre Forschung vorzustellen. Themenvorschläge können ab sofort eingereicht werden („Call for Proposals“). Um aus ihrer Forschung zu berichten, können junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Ecken der Welt an dem internationalen Austausch teilnehmen. Das fünftägige Programm bietet Raum für Vorträge und Diskussionen. In Arbeitsgruppen können sich die Doktorandinnen und Doktoranden über Forschungsmethoden und musikethnologische Forschungsfragen austauschen.

Die Universität Hildesheim und die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover unterstützen den Forschungsnachwuchs. Seit acht Jahren bauen sie ein Doktorandennetzwerk in der Musikethnologie aus. Bisher nahmen über 160 junge Fachleute an den Workshops teil.

„Wir haben mit dem Center in Hildesheim einen Partner in Europa, um Gedanken, Musik und Wissen auszutauschen. Das Center ist ein Vorbild: Es leitet die Vielfalt der Musik in der Welt weiter, auch an Schulen“, sagt Professor Philip Bohlman von der University of Chicago, USA. Er arbeitet seit neun Jahren mit dem Center for World Music in Hildesheim zusammen und leitet gemeinsam mit Michael Fuhr (Hildesheim), Cornelia Gruber (Hannover) und Professor Raimund Vogels (Hildesheim/Hannover) den Doktorandenworkshop.

Eine der bisher 160 Promovierenden aus dem Hildesheimer Netzwerk ist Fredeliza Campos Piper. Die Doktorandin aus dem australischen Canberra hat mit 24 Stunden die längste Anreise. Dennoch nahm sie an dem Hildesheimer Doktorandentreffen teil. „Das Center for World Music der Universität Hildesheim unterstützt Doktoranden beim Aufbau von Kompetenzen: Wie kann ich wesentliche Forschungserkenntnisse zusammentragen? Außerdem kann ich mein Netzwerk zu Promovierenden und führenden Wissenschaftlern im Bereich der Musikethnologie erweitern“, sagt Campos Piper. Sie untersucht, wie Menschen sich über Musik zusammenfinden und welche Rolle dabei Instrumente spielen. „Ich gehe auf Musikfestivals in den Philippinen: Wie kann Musik Menschen verbinden? Als ich mit meiner Forschung anfing, dachte ich, ich würde schnell Antworten auf all meine Fragen finden. Nun habe ich viele neue Fragen.”

Jetzt bis zum 15. Dezember 2016 bewerben!

 

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news-12610 Fri, 04 Nov 2016 19:13:00 +0100 Einblicke – Wer macht was? Willkommen in der Universität https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/einblicke-wer-macht-was-willkommen-in-der-universitaet/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden.

Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Und wann kontaktiere ich die Mitarbeiterin aus der Hochschulplanung, den Forschungsreferenten und die Gleichstellungsbeauftragte?

Statt lediglich online aufzulisten, wer für welche Aufgaben zuständig ist, bringen das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen. Die Universität lädt am Donnerstag, 10. November 2016, ab 11:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Verwaltungsgebäude ein. Das Angebot findet bereits zum dritten Mal statt. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in einem zweiminütigen Kurzvortrag vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loszuwerden.

„Über die Willkommens-Veranstaltung für die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir den persönlichen Austausch mit der Verwaltung stärken. Hinter den E-Mail-Adressen und Telefonnummern befinden sich immer Menschen. Diese auch kennenzulernen, hilft der Kommunikation", sagt Matthias Kreysing, hauptberuflicher Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen.

Insgesamt haben 112 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  seit Oktober 2015 ihre Tätigkeit an der Universität aufgenommen oder starten derzeit in ihren Berufsalltag. Mittlerweile arbeiten an der Universität 726  hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wissenschaft und Verwaltung.

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-12654 Fri, 04 Nov 2016 10:09:00 +0100 Wettstreit in der Wissenschaft: Science Slam in der Uni https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/wettstreit-in-der-wissenschaft-science-slam-in-der-uni/ Auf der Bühne geben vier Professorinnen und Professoren in einem „Science Slam" Einblicke in ihre Forschung. Wie sie sich auf den Uni-Wettstreit vorbereiten? Nachgefragt bei der Theaterwissenschaftlerin Annemarie Matzke, dem Soziologen Michael Corsten, dem Chemiedidaktiker Jürgen Menthe und der Sprachwissenschaftlerin Bettina Kluge. An der Universität Hildesheim treten am Dienstag, 8. November 2016, vier Professorinnen und Professoren in einem „Science Slam" [PDF] gegeneinander an. Michael Corsten, Annemarie Matzke, Bettina Kluge und Jürgen Menthe vertreten die vier Fächer Soziologie, Theaterwissenschaft, Sprachwissenschaft sowie Chemiedidaktik. Auf der Bühne geben sie Einblicke in ihre Forschung. Mit Worten, Requisiten oder auch Live-Experimenten soll das Publikum über die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen informiert werden – am Ende entscheidet das Publikum über den besten Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Science Slam beginnt um 18:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim und dauert etwa zwei Stunden. Der Eintritt ist frei.

Über 600 Studierende, Lehrende und Hildesheimer Bürger verfolgten den ersten Wissenschaftswettstreit an der Hildesheimer Universität. Nun, zwei Jahre später, hoffen die Veranstalter um Vizepräsident Professor Martin Schreiner erneut auf großen Zuspruch.  „Der zweite Hildesheimer Science Slam lässt erneut viermal die Eule der Minerva mit weichen Boxhandschuhen in den Ring steigen und allgemeinverständlich sowie unterhaltsam Wissenschaft erleben", sagt Schreiner.

Den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern: Stipendium stiften

Wer die künftige Generation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen möchte, kann schon im Studium junge Leute fördern – mit dem Deutschlandstipendium. Wer die Studierenden auf ihrem Weg in die Wissenschaft unterstützen möchte, kann sich an Prof. Dr. Martin Schreiner (Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, martin.schreiner@uni-hildesheim.de, 05121.883-11102) und Markus F. Langer von der Universitätsförderung wenden (markus.langer@uni-hildesheim.de, 05121.883-90130).

Science Slam – Wie bereiten Sie sich vor?

Die Spannung steigt, der Wissenschaftswettstreit steht kurz bevor. Isa Lange hat nachgefragt bei den vier Science Slammern:

  • Worum geht es in Ihrem Vortrag?
  • Vor welcher Herausforderung stehen Sie – der Science Slam ist ja sprachlich ein anderes Format als die übliche Vorlesung...
  • Nutzen Sie in Ihrem Vortrag nur Sprache – oder auch Requisiten, Experimente und Hilfsmittel?

Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten:

  • In meinem Vortrag erläutere ich, weshalb die Soziologie (mein Fachgebiet) davon lebt, sich auf Distanz zur Gesellschaft zu halten, ihr in bestimmter Weise fremd zu bleiben.

  • Vor welcher Herausforderung ich stehe? Vor allem sind es nur zehn Minuten Zeit, die ich habe –  das ist ganz schön knapp. Ich hoffe, dass es mir gelingt, dem Publikum einen aus meiner Sicht ganz zentralen Satz der Soziologie auf unterhaltsame Weise nahe zu bringen.

  • Ich weiß noch nicht so recht, ob ich nur Sprache, oder auch Requisiten/Hilfsmittel im Vortrag nutze. Am liebsten würde ich es allein dem Wort überlassen. Aber vielleicht sollte doch der eine oder andere Satz über Power-Point an die Wand geworfen werden. Ich lasse mich da noch überraschen.

Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Annemarie Matzke:

  • In meinem Vortrag wird es um den Theaterzuschauer gehen und darum wie auf der Bühne und im Zuschauerraum Emotionen entstehen. Dabei wird es nicht nur um das Feld der Theaterwissenschaft gehen, sondern ich untersuche auch Phänomene der Populären Kultur, der Bildenden Kunst und aus unserem Alltag.

  • Der Science Slam ist eigentlich eine Vorlesung in kondensierter Form: Auch dort geht es darum die Studierenden für ein Thema zu begeistern und das geht oft am besten auch über Humor. Da allerdings nicht 90 Minuten sondern nur 10 Minuten zur Verfügung stehen, gilt es, schnell zum Punkt zu kommen.

  • Neben Bildern und Text wird es wahrscheinlich auch Musik geben, in der Hoffnung echte Emotionen hervorzubringen.

Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Bettina Kluge:

  • In meinem Vortrag erläutere ich, dass auch „kleinere“ Wortarten wie etwa Pronomen spannend sein können. Daher der Arbeitstitel: „Wer (b)ist du?“  Denn wenn man genauer hinhört, merkt man, dass „du“ (oder „Sie“) nicht nur für die Anrede verwendet werden...

  • Vor welcher Herausforderung ich stehe? Mein Hauptproblem ist, dass ich in meiner Forschung vorwiegend zum Spanischen und Französischen arbeite und nicht davon ausgehen kann, dass diese Sprachen von allen Zuschauerinnen und Zuschauern verstanden werden. Die Beispiele, die ich gerne besprechen möchte, müssen daher eher aus dem Deutschen oder Englischen sein (und sogar hier: geht Englisch?).

  • In meinem Vortrag verwende ich auch eine Powerpoint-Präsentation, insbesondere für die Analyse von Gesprächsausschnitten. Aber ich zeige – wenn die Zeit dafür reicht, das ist noch nicht ganz klar – auch Internet-Memes zum Thema (und ja, es SIND süße Kätzchen auf den Bildern...).

Chemiedidaktiker Prof. Dr. Jürgen Menthe:

  • In meinem Vortrag erläutere ich leuchtende Beispiele chemiedidaktischer Inhalte („Let there be light“).

  • Die Herausforderung, beim Science Slam in der Universität anzutreten, ähnelt der, vor der Lehrkräfte der Chemie jeden Morgen stehen, wenn sie in der Schule einem skeptischen Publikum komplexe Sachverhalte spannend und verständlich näher zu bringen versuchen.

  • Ob ich Hilfsmittel verwende? Ich kombiniere Experimente, Sprache und Musik. Tanzen sollen aber vornehmlich die Moleküle...

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news-12632 Thu, 27 Oct 2016 09:50:00 +0200 Alte Domschätze: Interesse an historischen Objekten wecken https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/alte-domschae-1/ Das Dommuseum und die Universität Hildesheim kooperieren in der Lehrerausbildung und wollen Kindern alte Geschichte nahebringen. Wie Kinder historische Kunst wahrnehmen zeigt die Ausstellung „Drachenbilder“ im Dommuseum und auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim. Das neuerworbene Drachenaquamanile des Dommuseums wird seit April in der Sonderausstellung „Drachenlandung“ gezeigt und hat sich bereits zum Publikumsliebling entwickelt. Ausgehend vom Plakatmotiv mit dem Kopf des Drachen im Profil haben Kinder aus dem „Bilderstudio“ der Universität Hildesheim eigene Drachenbilder gezeichnet und ganz eigenwillige Ideen zur Gestalt des Fabeltiers entwickelt. Im Rahmen der Kooperation des Dommuseums mit dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität werden ausgewählte Zeichnungen im Museum präsentiert.

Die kleine Sonderschau mit den Zeichnungen der Kinder ist vom 27. Oktober bis 11. November 2016 im Dommuseum zu sehen. Aus diesem Anlass zeigt das Museum den kleinen Drachen, bevor er wegen der folgenden Ausstellungen für längere Zeit nicht zu sehen sein wird. Anschließend werden die Zeichnungen vom 24. November bis 1. Dezember 2016 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg ausgestellt. Kinder der Grundschulen Itzum und Ochtersum geben Einblicke in die Begegnungen mit historischer Kunst.

Das Dommuseum und die Universität Hildesheim kooperieren in der Lehrerausbildung und wollen Kindern alte Geschichte nahebringen, 2015 wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. In den vergangenen 30 Jahren konzentrierte sich die Kunstdidaktik häufig auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Der Blick für die Vermittlung historischer Kunst wurde bisher vollkommen ausgeklammert, so Uhlig. Wie entwickeln Kinder ein historisches Bewusstsein für die Stadt, in der sie leben? Wie kann man die für Kinder vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte adäquat vermitteln? Die Professorin verlegt ihre Seminare für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten aus dem Hörsaal ins Museum. Lehramtsstudierende gehen mit Schulklassen und Kindergärten in das Museum, um über die Objekte und Bilder zu sprechen. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit einem „Kopfreliquiar“, welches um 1185 gefertigt wurde. Das wertvolle Metallgefäß soll – für den Betrachter nicht sichtbar – den Kopf des „heiligen Oswald“ enthalten. Die Reliquie gehört zum Domschatz in Hildesheim und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch Fünfjährige können sich mit Gegenständen religiöser Verehrung und jahrhundertealten Kirchenschätzen auseinandersetzen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig. Wir möchten das Interesse an historischen Museen wecken“, sagt Bettina Uhlig. Erste Erfahrungen zeigen: Das Interesse der 5- bis 12-Jährigen ist groß.

Bettina Uhlig untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen, produzieren und wie sich dies verändert. Hierfür hat sie auf der Domäne Marienburg ein bilddidaktisches Forschungsstudio eingerichtet. In Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten führt sie ein Feldforschungsprojekt durch, das Aufschluss über die anthropologischen und kulturellen Grundlagen der Entwicklung von Bildlichkeit geben soll. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder über spezifische „Imaginationsprofile“ verfügen. So gibt es Kinder, die in Erzählungen denken, andere wiederum können sich Szenisches oder technische Zusammenhänge besonders gut vorstellen. Je nach Imaginationstyp variiert die bildnerische Praxis und führt bei einer gezielten Begleitung zu unterschiedlich großen Fortschritten in der individuellen Bildpraxis von Kindern. Die Hildesheimer Forschungsergebnisse fließen sowohl in die fachdidaktische Diskussion als auch in die Praxis in Kindergärten und Schulen ein. Jede Woche kommen Kinder aus umliegenden Grundschulen in die Universität.

Schulen und Kindergärten, die sich für das Thema interessieren, können die Kunstdidaktikerin Bettina Uhlig kontaktieren (E-Mail: uhligb[at]uni-hildesheim.de).

Ausstellung im Dommuseum und auf dem Uni-Kulturcampus

Am Donnerstag, 27. Oktober 2016, wird die kleine Sonderschau um 16:00 Uhr in Anwesenheit von Museumsdirektorin Claudia Höhl und Professorin Bettina Uhlig von der Universität Hildesheim eröffnet. Die Zeichnungen der Kinder sind vom 27. Oktober bis 11. November 2016 im Dommuseum zu sehen. Anschließend werden die Zeichnungen vom 24. November bis 1. Dezember 2016 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg ausgestellt. Die Vernissage auf dem Kulturcampus findet am 24. November 2016 um 16:00 Uhr statt. Museumsdirektorin Claudia Höhl, Professorin Bettina Uhlig und die Kinder, von denen die Zeichnungen stammen, erläutern die Zeichnungen.

 Von: Pressestelle, Isa Lange

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Fachbereich 2
news-12606 Thu, 27 Oct 2016 09:24:00 +0200 Alte Domschätze: Interesse an historischen Objekten wecken https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/alte-domschae/ Das Dommuseum und die Universität Hildesheim kooperieren in der Lehrerausbildung und wollen Kindern alte Geschichte nahebringen. Wie Kinder historische Kunst wahrnehmen zeigt die Ausstellung „Drachenbilder“ im Dommuseum und auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim. Das neuerworbene Drachenaquamanile des Dommuseums wird seit April in der Sonderausstellung „Drachenlandung“ gezeigt und hat sich bereits zum Publikumsliebling entwickelt. Ausgehend vom Plakatmotiv mit dem Kopf des Drachen im Profil haben Kinder aus dem „Bilderstudio“ der Universität Hildesheim eigene Drachenbilder gezeichnet und ganz eigenwillige Ideen zur Gestalt des Fabeltiers entwickelt. Im Rahmen der Kooperation des Dommuseums mit dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität werden ausgewählte Zeichnungen im Museum präsentiert.

Die kleine Sonderschau mit den Zeichnungen der Kinder ist vom 27. Oktober bis 11. November 2016 im Dommuseum zu sehen. Aus diesem Anlass zeigt das Museum den kleinen Drachen, bevor er wegen der folgenden Ausstellungen für längere Zeit nicht zu sehen sein wird. Anschließend werden die Zeichnungen vom 24. November bis 1. Dezember 2016 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg ausgestellt. Kinder der Grundschulen Itzum und Ochtersum geben Einblicke in die Begegnungen mit historischer Kunst.

Das Dommuseum und die Universität Hildesheim kooperieren in der Lehrerausbildung und wollen Kindern alte Geschichte nahebringen, 2015 wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. In den vergangenen 30 Jahren konzentrierte sich die Kunstdidaktik häufig auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Der Blick für die Vermittlung historischer Kunst wurde bisher vollkommen ausgeklammert, so Uhlig. Wie entwickeln Kinder ein historisches Bewusstsein für die Stadt, in der sie leben? Wie kann man die für Kinder vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte adäquat vermitteln? Die Professorin verlegt ihre Seminare für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten aus dem Hörsaal ins Museum. Lehramtsstudierende gehen mit Schulklassen und Kindergärten in das Museum, um über die Objekte und Bilder zu sprechen. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit einem „Kopfreliquiar“, welches um 1185 gefertigt wurde. Das wertvolle Metallgefäß soll – für den Betrachter nicht sichtbar – den Kopf des „heiligen Oswald“ enthalten. Die Reliquie gehört zum Domschatz in Hildesheim und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch Fünfjährige können sich mit Gegenständen religiöser Verehrung und jahrhundertealten Kirchenschätzen auseinandersetzen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig. Wir möchten das Interesse an historischen Museen wecken“, sagt Bettina Uhlig. Erste Erfahrungen zeigen: Das Interesse der 5- bis 12-Jährigen ist groß.

Bettina Uhlig untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen, produzieren und wie sich dies verändert. Hierfür hat sie auf der Domäne Marienburg ein bilddidaktisches Forschungsstudio eingerichtet. In Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten führt sie ein Feldforschungsprojekt durch, das Aufschluss über die anthropologischen und kulturellen Grundlagen der Entwicklung von Bildlichkeit geben soll. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder über spezifische „Imaginationsprofile“ verfügen. So gibt es Kinder, die in Erzählungen denken, andere wiederum können sich Szenisches oder technische Zusammenhänge besonders gut vorstellen. Je nach Imaginationstyp variiert die bildnerische Praxis und führt bei einer gezielten Begleitung zu unterschiedlich großen Fortschritten in der individuellen Bildpraxis von Kindern. Die Hildesheimer Forschungsergebnisse fließen sowohl in die fachdidaktische Diskussion als auch in die Praxis in Kindergärten und Schulen ein. Jede Woche kommen Kinder aus umliegenden Grundschulen in die Universität.

Schulen und Kindergärten, die sich für das Thema interessieren, können die Kunstdidaktikerin Bettina Uhlig kontaktieren (E-Mail: uhligb@uni-hildesheim.de).

Ausstellung im Dommuseum und auf dem Uni-Kulturcampus

Am Donnerstag, 27. Oktober 2016, wird die kleine Sonderschau um 16:00 Uhr in Anwesenheit von Museumsdirektorin Claudia Höhl und Professorin Bettina Uhlig von der Universität Hildesheim eröffnet. Die Zeichnungen der Kinder sind vom 27. Oktober bis 11. November 2016 im Dommuseum zu sehen. Anschließend werden die Zeichnungen vom 24. November bis 1. Dezember 2016 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg ausgestellt. Die Vernissage auf dem Kulturcampus findet am 24. November 2016 um 16:00 Uhr statt. Museumsdirektorin Claudia Höhl, Professorin Bettina Uhlig und die Kinder, von denen die Zeichnungen stammen, erläutern die Zeichnungen.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-12563 Wed, 26 Oct 2016 15:33:00 +0200 Antrittsvorlesung im Rahmen der Habilitation von Privatdozent Dr. Lars Leeten am 9. November 2016 https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/antrittsvorl-2/ Der Fachbereich 2 Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation lädt alle Interessierten herzlich zur hochschulöffentlichen Antrittsvorlesung von Herrn PD Dr. Lars Leeten ein. Er spricht im Rahmen seiner Habilitation zu dem Thema: "Das Ohr der Philosophie. Zur Praxis des Zuhörens". Seine Habilitationsschrift schrieb er über „Ethische Redepraktiken. Diskursive Kultur in der antiken Ethik und in der Philosophie der Alltagssprache“ Von 2008 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre am Institut für Philosophie der Universität Hildesheim, danach Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover und Visiting Researcher an der Universität Oslo, "Department for Philosophy, Classics, History of Art and Ideas".

Vortrag und feierliche Übergabe der Habilitationsurkunde finden am 9. November 2016 um 18 Uhr in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg statt (Raum 50/301) statt.

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Fachbereich 2
news-10971 Mon, 24 Oct 2016 15:36:00 +0200 Ensemble aus Aserbaidschan: Konzert im Center for World Music https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ensemble-aus-aserbaidschan-konzert-im-center-for-world-music/ Das Center for World Music lädt ein zum Konzert: Musikerinnen und Musiker des Nationalensembles interpretieren das Werk eines Dichters, der im 12. Jahrhundert in seinen lyrischen Versen den Klang und Spielweisen von Instrumenten beschrieben hat. Die Hildesheimer Forscher um Professor Raimund Vogels sind Experten auf dem Gebiet der Digitalisierung von Musikarchiven. In Kooperation mit dem Aserbaidschanischen Staatlichen Museum für Musikkultur lädt das Center for World Music der Universität Hildesheim am Freitag, 28. Oktober 2016, zu einem Konzert mit Lesungen ein.  Zu Gast ist das „National Ensemble of Old Musical Instruments”.

Die Musikerinnen und Musiker aus Baku, der Hauptstadt des Landes Aserbaidschan, spielen klassische Musik aus dem 12. Jahrhundert. Zum Nationalensemble gehören die Musikerinnen Nuriyya Huseynova (Gesang), Tarana Aliyeva (Kastenzither „Kanun“), Fazila Rahimova (Harfeninstrument „Chang“) sowie die Musiker Munis Sharifov (viersaitiges Streichinstrument „Chegane“), Natiq Aliyev (gezupfte Langhalslaute „Tanbur“), Ilkin Hasanov (Lauteninstrument „Rud“), Davud Abdullayev (Saiteninstrument „Rubab“) und Akbar Mammadov (Bechertrommel „Tombak“).

Das Ensemble interpretiert das Werk des Dichters Nezāmi. Der Dichter erwähnte in seinen lyrischen Versen vor 845 Jahren auch Musikinstrumente, die zu jener Zeit gespielt wurden. Dabei nannte er nicht nur Namen, sondern beschrieb ihre Form, die Anzahl der Saiten, ihren Klang und ihre Spielweise. Er erwähnte musikalische Begriffe wie Harmonie, Rhythmus und Melodie. Klassische Musik und Poesie sind eng miteinander verbunden, sagt die promovierte Musikwissenschaftlerin Alla Bayramova, Direktorin des Museums für Musikkultur.

Die Künstler aus Baku werden sich drei Tage in Hildesheim aufhalten und mit den Hildesheimer Musikethnologen um Professor Raimund Vogels über zukünftige Kooperationsprojekte sprechen. „Das Klangarchiv des Staatlichen Museums in Baku ergänzt in vielen Bereichen unsere Tonsammlungen zur klassischen iranischen Musik, gerade eine Kooperation im Bereich der Archive wird von beiden Seiten als sehr vielversprechend bewertet“, sagt Vogels.

Das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Aserbaidschan, das „State Committee on Affairs with the Diaspora of Azerbaijan Republic“ und die Deutsch-Aserbaidschanische Gesellschaft fördern diese Veranstaltung. An dem Abend interpretiert die Übersetzerin Rosemarie Kuper die Dichtung Nisamis, außerdem spielt der Solist und Komponist Arif Mirsojew. Das Konzert beginnt am 28. Oktober 2016 um 20:00 Uhr im Center for World Music der Universität Hildesheim (Timotheusplatz/Schillstraße). Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Interessierte sind herzlich zum Konzertabend eingeladen und können mit den Musikerinnen und Musikern sowie dem Team des Center for World Music ins Gespräch kommen. Eine Reservierung von Sitzplätzen (kostenfrei) ist möglich, Ansprechpartnerin ist Morena Piro (Telefon: 05121.883-92360, Email: piromo(at)uni-hildesheim.de).

Kurz erklärt: Center for World Music digitalisiert Musikarchive

Forscher am Center for World Music der Universität Hildesheim haben langjährige Erfahrungen in der Digitalisierung von Musikarchiven. Die Musikethnologen um Professor Raimund Vogels digitalisieren und katalogisieren Musikarchive weltweit. In Projekten in Sierra Leone, Malawi, Ghana und Ägypten konnten in Kooperation mit Partnern vor Ort physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. In Zusammenarbeit mit dem Musikmuseum Iran werden aktuell Ton- und Musikaufnahmen aus 100 Jahren iranischer Musiktradition digitalisiert. So wurden bereits über 4500 Platten aus den Jahren 1906 bis 1960 digital erfasst. Weitere Musikarchive aus umliegenden Ländern haben sich inzwischen an die Hildesheimer Musikexperten gewandt. Die Hildesheimer Forscher arbeiten derzeit auch mit Wissenschaftlern aus Maiduguri/Nigeria zusammen, um Musik zu sichern und via Smartphone zugänglich zu machen.

Zum Bestand des Center for World Music gehört eine der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente sowie das „Music of Man Archive“, eine Sammlung von mehr als 45.000 Tonträgern seit 1950. Das Archiv umfasst Regalmeter voller Schallplatten, äußerst vielfältig: Jazz aus Bangladesch neben Gesängen aus Albanien, Afghanistan und Indien.

Medienkontakt: Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music
news-12558 Mon, 24 Oct 2016 11:18:00 +0200 Ensemble aus Aserbaidschan: Konzert im Center for World Music https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/ensemble-aus/ Das Center for World Music lädt ein zum Konzert: Musikerinnen und Musiker des Nationalensembles interpretieren das Werk eines Dichters, der im 12. Jahrhundert in seinen lyrischen Versen den Klang und Spielweisen von Instrumenten beschrieben hat. Die Hildesheimer Forscher um Professor Raimund Vogels sind Experten auf dem Gebiet der Digitalisierung von Musikarchiven. In Kooperation mit dem Aserbaidschanischen Staatlichen Museum für Musikkultur lädt das Center for World Music der Universität Hildesheim am Freitag, 28. Oktober 2016, zu einem Konzert mit Lesungen ein. Zu Gast ist das „National Ensemble of Old Musical Instruments”.

Die Musikerinnen und Musiker aus Baku, der Hauptstadt des Landes Aserbaidschan, spielen klassische Musik aus dem 12. Jahrhundert. Zum Nationalensemble gehören die Musikerinnen Nuriyya Huseynova (Gesang), Tarana Aliyeva (Kastenzither „Kanun“), Fazila Rahimova (Harfeninstrument „Chang“) sowie die Musiker Munis Sharifov (viersaitiges Streichinstrument „Chegane“), Natiq Aliyev (gezupfte Langhalslaute „Tanbur“), Ilkin Hasanov (Lauteninstrument „Rud“), Davud Abdullayev (Saiteninstrument „Rubab“) und Akbar Mammadov (Bechertrommel „Tombak“).

Das Ensemble interpretiert das Werk des Dichters Nezāmi. Der Dichter erwähnte in seinen lyrischen Versen vor 845 Jahren auch Musikinstrumente, die zu jener Zeit gespielt wurden. Dabei nannte er nicht nur Namen, sondern beschrieb ihre Form, die Anzahl der Saiten, ihren Klang und ihre Spielweise. Er erwähnte musikalische Begriffe wie Harmonie, Rhythmus und Melodie. Klassische Musik und Poesie sind eng miteinander verbunden, sagt die promovierte Musikwissenschaftlerin Alla Bayramova, Direktorin des Museums für Musikkultur.

Die Künstler aus Baku werden sich drei Tage in Hildesheim aufhalten und mit den Hildesheimer Musikethnologen um Professor Raimund Vogels über zukünftige Kooperationsprojekte sprechen. „Das Klangarchiv des Staatlichen Museums in Baku ergänzt in vielen Bereichen unsere Tonsammlungen zur klassischen iranischen Musik, gerade eine Kooperation im Bereich der Archive wird von beiden Seiten als sehr vielversprechend bewertet“, sagt Vogels.

Das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Aserbaidschan, das „State Committee on Affairs with the Diaspora of Azerbaijan Republic“ und die Deutsch-Aserbaidschanische Gesellschaft fördern diese Veranstaltung. Das Konzert beginnt am 28. Oktober 2016 um 20:00 Uhr im Center for World Music der Universität Hildesheim (Timotheusplatz/Schillstraße). Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Interessierte sind herzlich zum Konzertabend eingeladen und können mit den Musikerinnen und Musikern sowie dem Team des Center for World Music ins Gespräch kommen. Eine Reservierung von Sitzplätzen (kostenfrei) ist möglich, Ansprechpartnerin ist Morena Piro (Telefon: 05121.883-92360, Email: piromo[at]uni-hildesheim.de).

Kurz erklärt: Center for World Music digitalisiert Musikarchive

Forscher am Center for World Music der Universität Hildesheim haben langjährige Erfahrungen in der Digitalisierung von Musikarchiven. Die Musikethnologen um Professor Raimund Vogels digitalisieren und katalogisieren Musikarchive weltweit. In Projekten in Sierra Leone, Malawi, Ghana und Ägypten konnten in Kooperation mit Partnern vor Ort physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden. Darunter sind liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo und frühe Highlife-Aufnahmen aus den Archiven der Ghana Broadcasting Corporation in Accra. In Zusammenarbeit mit dem Musikmuseum Iran werden aktuell Ton- und Musikaufnahmen aus 100 Jahren iranischer Musiktradition digitalisiert. So wurden bereits über 4500 Platten aus den Jahren 1906 bis 1960 digital erfasst. Weitere Musikarchive aus umliegenden Ländern haben sich inzwischen an die Hildesheimer Musikexperten gewandt. Die Hildesheimer Forscher arbeiten derzeit auch mit Wissenschaftlern aus Maiduguri/Nigeria zusammen, um Musik zu sichern und via Smartphone zugänglich zu machen.

Zum Bestand des Center for World Music gehört eine der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente sowie das „Music of Man Archive“, eine Sammlung von mehr als 45.000 Tonträgern seit 1950. Das Archiv umfasst Regalmeter voller Schallplatten, äußerst vielfältig: Jazz aus Bangladesch neben Gesängen aus Albanien, Afghanistan und Indien.

Von: Pressestelle, Isa Lange

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Fachbereich 2
news-12587 Wed, 19 Oct 2016 11:39:00 +0200 St. Andreas lädt Studierende zum festlichen Chor- und Orchesterkonzert https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/st-andreas/ Mit Händel und Elgar wartet die Kirchenmusik an St. Andreas am Sonntag, 23.10.2016 um 19 Uhr auf. Studierende erhalten unter Vorlage des Studierendenausweises ein Null-Euro-Ticket an der Abendkasse! Die St.-Andreas-Kirche ist regelmäßiger Klangort für klassische Musik in Hildesheim. Erfahrbar wird das zum Semesterstart bei einem festlichen Chor- und Orchesterkonzert. Unterstützt werden die fünf Vokalsolist_innen dabei vom Ensemble Schirokko und der St.-Andreas-Kantorei, bei der auch einige Studierende der Universität Hildesheim mitwirken. 

Im Mittelpunkt der Aufführung in der Hildesheimer St.-Andreas-Kirche stehen die beiden Psalm-Vertonungen „Dixit Dominus“ HWV 232 und das Chandos-Anthem „O sing unto the Lord“ HWV 249b für fünf Vokalsolist_innen, fünfstimmigen Chor und Orchester von Georg Friedrich Händel. Dabei wird die St.-Andreas-Kantorei von dem auf historischen Instrumenten spielenden Ensemble Schirokko Hamburg begleitet. Als Vokalsolist_innen sind Helen Rohrbach, Andrea Schäl (beide Sopran), Christian Rohrbach (Altus), Immo Schröder (Tenor) und der Bassist Torsten Gödde zu hören. Mit Händels „Orgelkonzert F-Dur“ op. 4 Nr. 4 und den beiden Meisterwerken „Serenade“ op. 20 und „Introduction and Allegro“ op. 47 von Edward Elgar setzen die Instrumentalisten einen orchestralen Kontrapunkt. Das Hamburger Ensemble spielt die Elgar-Werke auf modernen Instrumenten. Die Gesamtleitung hat Andreaskantor Bernhard Römer. Er übernimmt auch den Solopart in Händels Orgelkonzert.

Bereits am Donnerstag, 20.10.2016 um 20 Uhr lädt Wolfgang-Armin Rittmeier zu einem Einführungsvortrag in das Andreashaus, Andreasplatz 6, ein. Der Referent hat seinen einstündigen Ausführungen den Titel „Vom Tiber an den Severn: Frühe Meisterwerke von Händel und Elgar“ gegeben. Rittmeier studierte Germanistik und Anglistik, hatte einen Lehrauftrag an der TU Braunschweig und war als freier Rezensent verschiedener niedersächsischer Tageszeitungen –auch bei der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung – tätig. Derzeit leitet er einen niedersächsischen Erwachsenenbildungsträger. Rittmeier ist zudem Preisträger der Elgar Society 2015.

Studierende sind herzlich zu beiden Veranstaltungen eingeladen und erhalten Null-Euro-Tickets an der Abendkasse gegen Vorlage des Studierendenausweises!

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Fachbereich 2
news-12532 Sat, 15 Oct 2016 10:58:00 +0200 Gedächtnis des Theaters: Fotojournalist Andreas Hartmann https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/gedaechtnis-des-theaters-fotojournalist-andreas-hartmann/ Nachruf – Erinnerungen an den Fotojournalisten Andreas Hartmann, der die Arbeit der Studierenden engagiert und kritisch dokumentiert hat. Seine Fotos von Aufführungen auf der Domäne gehören zum Gedächtnis des Freien Theaters in Niedersachsen. Mit nur 62 Jahren ist der Hildesheimer Fotojournalist verstorben. Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass der Fotojournalist Andreas Hartmann im Alter von nur 62 Jahren verstorben ist. Er hat von 1990 bis 2015 für die Hildesheimer Allgemeine Zeitung gearbeitet.

Er hat die Entwicklung der Universität Hildesheim – insbesondere in den Kulturwissenschaften, das Projektsemester und die bauliche Entwicklung der Domäne Marienburg – über Jahre begleitet und fotografisch dokumentiert. Andreas Hartmann interessierte sich für die Projekte der Lehrenden und Studierenden und für ihre Wege, die sie gehen – in den Künsten, auf der Bühne, in den Proben, vor dem Publikum, in der Forschung, sagt Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. 

„Andreas Hartmann war ein wichtiger Vermittler zwischen dem Theaterinstitut der Universität, dem Theaterhaus Hildesheim und der Stadt. Er hat die Arbeit unserer Studierenden stets engagiert, kritisch und kompetent begleitet und dokumentiert. Seine Fotos von Aufführungen auf der Domäne gehören zum Gedächtnis des Freien Theaters in Niedersachsen. Er war ein leidenschaftlicher Kenner der Szene, den Studierende und Lehrende schmerzlich vermissen werden“, sagt Professor Jens Roselt, Theaterwissenschaftler und Dekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim.

„Er hat die ersten Erfolge von Generationen junger Künstler mit seiner Kamera festgehalten"

Ein ehemaliger Student erinnert sich in diesen Tagen: „Ich habe in Hildesheim studiert und während dieser Zeit viel Theater gespielt – in der Kulturfabrik, dem Theaterhaus, in Kasernen, auf der Straße... Andreas Hartmann war immer da. Er hat die ersten Erfolge und die Jugendsünden von Generationen junger Künstler mit seiner Kamera festgehalten. Und dabei hat er nicht nur fantastische Bilder gemacht, sondern war auch immer – mehr als manch anderer Fotograf – respektvoll und sensibel, sowohl was die Kunst als auch was die oft aufgeregten, lampenfiebrigen Künstler betrifft. Sein viel zu früher Tod macht mich traurig und ich bin mir absolut sicher, dass es hunderten ehemaligen Hildesheimer Studenten im gesamten deutschsprachigen Raum genauso geht. Ein großer Verlust für Hildesheim.“

„Andreas Hartmann war wie ein wandelndes Hildesheimer-Theater-Archiv“

Isabel Schwenk studiert an der Universität Kulturwissenschaften und hat das Türkisch-Deutsche Theater geleitet. Das Türkisch-Deutsche Theater wird seit 1990 von Studierenden der Universität Hildesheim und Bürgern aus der Region geleitet. Andreas Hartmann hat Probenprozesse und Premieren dokumentiert. Isabel Schwenk erinnert sich: „Er war stets interessiert an meinen Projekten. Ich erinnere mich gerne an ihn, wie er, fest mit seiner Kamera verwachsen über die Studiobühnen der Universität hopste, immer mittendrin, immer nah dran. Manchmal, wenn ihm etwas gefiel, dann lachte er. Meistens in sich hinein und dann sagte er so Sachen wie: 'Ja das ist gut, richtig so' oder 'weiter machen, einfach weiter machen'. Und dann legte er los und knipste weiter. Einmal kam er, nachdem er eine Generalprobe des Türkisch-Deutschen Theaters fotografiert hatte, zu mir, etwas verschwitzt, schaute mich an, schüttelte den Kopf und legte mir die Hand auf die Schulter – was immer das bedeutet hat, es war stark. Auf seine Meinung legte ich großen Wert.“

Andreas Hartmann sei „wie ein wandelndes Hildesheimer-Theater-Archiv“, so die Theaterstudentin. „Ich hörte ihm gerne zu wenn er von den wilden Stadttheater-Zeiten, den großen Shows und den ausverkauften Häusern sprach. Seine Bilder prägten das Bild der Freien Szene, und er war großzügig. Ich bin wirklich froh ihn gekannt zu haben.“ 

Andreas Hartmann hat das Leben an der Universität dokumentiert. Und dafür sind wir ihm sehr dankbar. Wir werden diesen besonderen Blick vermissen.

Der Mann mit der schweren Fototasche / Nachruf der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

Auch die Hildesheimer Allgemeine Zeitung erinnert an den langjährigen Fotografen: „Da ist diese Geste. Der Mann mit dem Bart und der schweren Fototasche hält sich den Monitor seiner Kamera vors Gesicht, lupft die Brille, prüft mit zusammengekniffenen Augen und leicht geöffnetem Mund, was er gerade fotografiert hat. Er weiß, was Qualität ist. Er ist Andreas Hartmann. Fotojournalist, Theaterfotograf. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat er mit seinen Bildern den Blick auf Hildesheim geprägt, und damit auch die Stadt, die er kennt wie kaum ein anderer. Seine Heimatstadt.“ [Hier lesen Sie den Nachruf von Christian Wolters in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (link)]

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Projektsemester
news-12508 Wed, 12 Oct 2016 14:51:00 +0200 Gebärdensprache lernen: Geschichten erzählen mit dem Körper https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/gebaerdensprache-lernen-geschichten-erzaehlen-mit-dem-koerper/ Gestern, heute, morgen: Wer am Gebärdensprachkurs an der Universität teilnimmt, kann Geschichten in verschiedenen Zeitformen erzählen. Studierende aller Fachbereiche können an den Kursen teilnehmen. In den Sprachkursen sind noch wenige Plätze frei. Wer sich dafür interessiert, kann sich bis zum 13. Oktober 2016 anmelden. Marieke Einheuser lernt Sprachen. Nach Spanisch und Englisch arbeitet sich die 29-Jährige in den nächsten 12 Monaten in die Grammatik der Gebärdensprache ein. Das ist möglich, da Studentinnen und Studenten an der Universität Hildesheim die Gebärdensprache erlernen können. Marieke Einheuser, die in Hildesheim „Medientext und Medienübersetzen" studiert und auf barrierefreie Kommunikation spezialisiert, nimmt ab November ein Jahr lang an dem Sprachkurs teil, eine wichtige Erfahrung, hofft sie. Es ist so, als würde man eine neue Fremdsprache erlernen, nur dass man stetig den Blickkontakt halten muss, da sonst wichtige Informationen fehlen. „Ich möchte die Grundlagen der Gebärdensprache erlernen, um mit Gehörlosen ohne große Hemmungen kommunizieren zu können. Man erwartet immer, dass jemand, der nicht hören kann, sich durch die Schriftsprache wurschtelt oder von den Lippen abliest", sagt Marieke Einheuser. Sie möchte sich den Nuancen der Sprache annähern und „genau hingucken".

„Die Studierenden können die Gebärdensprache von erfahrenen, gehörlosen Gebärdensprachdozenten erlernen", sagt Professorin Christiane Maaß. Es gibt erstmals fünf Kurse, darunter vier Anfängerkurse, an denen Studierende ohne Vorkenntnisse teilnehmen können, sowie einen Aufbaukurs. Besonders sinnvoll ist der Sprachkurs für alle Studiengänge, die etwas mit dem Thema Sprachen oder Inklusion zu tun haben, sagt die Medienlinguistin. Lehramtsstudierende können fünf Punkte erwerben, aber auch Studentinnen und Studenten aus anderen Fächern sind willkommen und können sich die Teilnahme attestieren lassen, so Maaß. „Wir wollen diese Kurse dauerhaft an der Universität installieren." Nachdem in den Vorjahren die Anfragen weit über den vorhandenen Kursplätzen lagen (auf 15 Plätze kamen über 110 Einschreibwünsche), bietet die Universität nun erstmals fünf Kurse parallel an: 64 Plätze für Einsteiger und 16 Plätze im Aufbaukurs.

Im Anfänger-Kurs lernen Studierende die Deutsche Gebärdensprache samt Gehörlosenkultur und Geschichte kennen, sagt Isabel Rink, die am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Hildesheimer Uni arbeitet. Sie lernen das Fingeralphabet und „enorm viel Vokabular in Form von Gebärden", so Rink. Wer erfolgreich teilnimmt, kann kürzere Gespräche darüber führen, wer man ist, woher man kommt und wo man die Sprache gelernt hat. Außerdem beschäftigen sich die Studierenden mit Sprache; sie lernen zum Beispiel Possessivpronomen, Satzstellung, Aufbau von Geschichten und Idiome kennen, so Isabel Rink. „Im Fortgeschrittenen-Kurs lernen Studierende die Monate und Uhrzeiten, machen mit der Bildbeschreibung weiter, wo was platziert ist – links, rechts, gegenüber. Sie können ganze Bildergeschichten erzählen mit Zeitform – gestern, heute, morgen – und zum Beispiel berichten, wie reichhaltig ein Frühstückstisch gedeckt ist oder was es alles in einem Kaufhaus gibt, samt Inventar wie Mode, Herrenanzug, Krawatte, Restaurant. Und man kann sagen, wie man wohnt, ob im Haus der Eltern, in der eigenen Wohnung oder WG."

Die Universität arbeitet mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Hildesheim zusammen. Die Dozenten Dana Apel und Jörg Apel leiten die Gebärdensprachkurse. Das Landesbildungszentrum ist eine bilinguale Schule, der Unterricht erfolgt durchgängig zweisprachig in deutscher Sprache und deutscher Gebärdensprache. Am Ende des Gebärdensprachkurses werden die Studierenden ihre Fertigkeiten im Landesbildungszentrum erproben können.

Bisher nahmen unter anderem Studierende aus den Studiengängen „Medientext und Medienübersetzung", „Internationales Informationsmanagement", „Internationale Kommunikation und Übersetzen", „Erziehungswissenschaften“ sowie „Sozial- und Organisationspädagogik" an den Kursen teil. Für die Medienstudierenden ist der wöchentliche Gebärdensprachkurs Teil des Schwerpunkts „Barrierefreie Kommunikation". Aber auch Studierende aller anderen Studiengänge und Fachrichtungen  können teilnehmen.

Jetzt anmelden: Gebärdensprache erlernen

Der Kurs geht über zwei Semester (DGS1 + DGS2) und umfasst je 2 Semesterwochenstunden. Der Anmeldeschluss ist am 13. Oktober 2016, es sind noch Plätze frei. Wer an einem der Kurse teilnehmen möchte, kann sich über das übliche Anmeldeverfahren des LSF anmelden. Das Startdatum der Kurse wird den Teilnehmern nach Anmeldeschluss mitgeteilt. Für Fragen steht Marieke Einheuser (einheuse@uni-hildesheim.de) zur Verfügung, die die Kurse koordiniert. Die Gebärdensprachkurse sind ein universitätsübergreifendes Angebot, das aus zentralen Studienqualitätsmitteln finanziert wird.  Studierende können sich an die jeweilige Fachstudienberatung wenden, um die Anerkennungsmodalitäten zu besprechen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache MA MuM Studierendenportal
news-12519 Sun, 09 Oct 2016 14:28:00 +0200 Literaturpreis für den besten Debütroman https://www.uni-hildesheim.de/fb2/aktuelles/detailansicht/artikel/literaturpre/ Hildesheimer Bücherherbst: Philipp Winkler nimmt seine Leser im Roman „Hool“ mit in den Alltag gewaltbereiter Fußballfans. Dafür wird er mit dem „aspekte-Literaturpreis“ des ZDF ausgezeichnet. Winkler hat an der Universität Hildesheim „Literarisches Schreiben“ studiert und mit „Hool“ seinen Master erlangt. Das ZDF vergibt den „aspekte“-Literaturpreis seit 1979 für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt. Der erste Preisträger war 1979 Hanns-Josef Ortheil: Der Schriftsteller lehrt und forscht als Professor für Kreatives Schreiben seit 25 Jahren in Hildesheim. Ein Viertel Jahrhundert später erhält erneut ein Schriftsteller mit Hildesheim-Bezug den Preis für das beste literarische Debüt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und geht in diesem Jahr an Philipp Winkler und seinen Roman über einen Hannoveraner Hooligan [hier erfahren Sie mehr über seinen Roman „Hool“]. Winkler, 1986 geboren, wuchs in Hagenburg bei Hannover auf. Er studierte „Literarisches Schreiben“ am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim und lebt heute in Leipzig. Die Preisverleihung findet statt am Donnerstag, 20. Oktober 2016, im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

Neben der brutalen Gegenwart lässt Winkler die Jugend und Kindheit seiner Figuren in Rückblenden Revue passieren, heißt es in einem Beitrag des ZDF-Fernsehens. Insbesondere die Kenntnis der Psychologie der Nebencharaktere habe die Jury begeistert. „Figuren, die fast nicht auftreten, Figuren, die fast nichts sagen, werden mit wenig Pinselstrichen so plastisch, so lebendig und