Tagung "Artikulationsformen des Denkens"

Freitag, 06. Februar 2015 um 13:18 Uhr

Vom 6. bis 7. Februar werden in der Steinscheune der Domäne Marienburg "Artikulationsformen des Denkens" untersucht.

Achtung: Tagungsbeginn am Freitag erst um 10:30 Uhr.
Der erste Vortrag von Prof. Dr. Günter Abel beginnt um 11 Uhr.

Ist das menschliche Denken Eines, von einer Art, oder artikuliert es sich auf irreduzibel verschiedenen „Wegen“, die sich histo­risch ent­wickeln, entfalten und jeweils eigene Darstellungsformen von „Welt“ entstehen lassen? Die Tagung wird die These diskutieren, dass die Vielfalt von Artikulationsformen des Denkens notwendig zur Praxis bzw. zum Prozess des Denkens gehört. Nach dieser These gilt für das Denken und seine ver­schiedenen Wege das Gleiche, was man von der Verschiedenheit der Sprachen längst weiß: dass wir zwar nicht unbedingt Latein oder Englisch, aber doch notwendigerweise auf bestimmte Weise, also auf andere Weise als andere sprechen. In Frage steht, ob Gleiches auch ganz allgemein für die „Artikulationsformen von Denken“ gilt.

Nicht apriorische Begriffsfestlegungen sind hier gefragt, sondern historische Präzision: Welche Wege des Denkens waren bzw. sind interessant, aufschlussreich, exemplarisch bedeutsam für uns? Malen, dichten, rechnen; Räume gestalten, soziale Beziehungen knüpfen, üben...

In allen derartigen Artikulationsformen des Denkens wird Evidenz generiert, überall aus Gegebenem (Daten), überall nach Regeln (Konventionen für Verknüpfun­gen), doch unter je eigenen Kriterien. Auch Evidenz erweist sich damit als irreduzibel vielgestaltig. Sie ist immer historisch, immer kontextuell, immer durch anderes Denken vermittelt. Das Projekt, zu dem die Tagung Denkanstöße liefern möchte, stellt sich die Aufgabe, exemplarisch zu zeigen, dass und auf welchen verschiedenen Wegen Evidenz erzeugt worden ist, folglich werden kann, und wie diese Weisen, Evidenz zu generieren, unser jeweiliges Welt-, Selbst- und Fremdverhältnis leiten, wie sie sich gestalten und wie wir sie modifizieren.

 

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