ImPuls am Domhof

Donnerstag, 19. Oktober 2017  / Alter: 32 Tage

Gesprächsreihe zur gesellschaftlichen Selbstreflexion und Zeitdiagnose

Die vom Institut für Philosophie und der Dombibliothek Hildesheim organisierte Gesprächsreihe ImPuls. Gespräche am Domhof, verbindet gesellschaftliche Selbstreflexion, wissenschaftliche Arbeit und kulturelle Zeitdiagnose. In einer Situation, in der die normativen Bezugsrahmen unserer Gesellschaften zunehmend ihre Selbstverständlichkeit verlieren oder sogar offen in Frage gestellt werden, möchten wir den öffentlichen und pluralen Debatten um unser europäisches Selbstverständnis wieder einen besonderen Ort geben.

An den einzelnen Abenden diskutieren zunächst zwei Impulsgeber aus Wissenschaft, Kunst, Religion, Kultur und Politik miteinander, die für die theoretischen und die praktischen Aspekte ihres Themas ausgewiesen sind. Die von ihnen formulierten Standpunkte bilden den Ausgangspunkt für eine sich anschließende Debatte mit den Gästen.

Im Wintersemster 2017/18 wollen wir an drei Abenden die Rolle der Medizin für moderne Gesellschaften diskutieren.

Die moderne Medizin verspricht, dass der Tod nicht das letzte Wort behalten müsse und dass alle Krankheiten im Prinzip heilbar seien. Über die Grenzen des Gesundheitssystems hinaus werden immer weitere Lebensbereiche durch Diäten, Fitnessprogramme und Vorsorgeuntersuchungen erfasst. Die permanent gewordene Abwehr des Todes reduziert das menschliche Leben dabei tendenziell auf die Sorge um das biologische Überleben. Das Optimieren der physischen Funktionen erweist sich als neue, radikal säkulare Heilslehre. Der kranke menschliche Körper wird schließlich zur Ressource für einen medizinisch-technisch-ökonomischen Apparat, der sich über die Heilungsbedürftigkeit dieses Körpers zu legitimieren sucht.

ImPuls.Gespräche am Domhof versteht sich weder als eine ausschließlich akademische Fachdiskussion noch als Schauplatz parteipolitischer Auseinandersetzungen. Das Veranstaltungsformat eines doppelten Dialoges knüpft vielmehr an das aufklärerische Ideal einer offenen und unabschließbaren Debattenkultur an. Diese Tradition spiegelt sich in den historischen Wissensbeständen, die die Dombibliothek über Jahrhunderte gesammelt und bewahrt hat. Der doppelte Dialog zwischen Theorie und Praxis bzw. Experten und Bürgern, den ImPuls in der Dombibliothek anstoßen möchte, sucht in Anbetracht der Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaft nach neuen Orientierungen.

 

 

Plakat (PDF) ImPuls 2017 WS
Flyer (PDF) ImPuls 2017 WS