Aktuelles

Zwischen Totalität und Auflösung. Das Selbst im Spannungsfeld interkultureller Konflikte (Antrittsvorlesung)

Das Institut läd alle Mitglieder der Universität sehr herzlich zur Antrittsvorlesung von Dr. Barbara Schellhammer ein!

Die Antrittsvorlesung findet am 6. November, 18 Uhr, in der Aula (Hohes Haus) auf der Domäne Marienburg statt.

Der Titel der Antrittsvorlesung lautet:

Zwischen Totalität und Auflösung. Das Selbst im Spannungsfeld interkultureller Konflikte
Die Antrittsvorlesung ist der letzte Teil des Habilitationsverfahrens von Frau Schellhammer.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

Deweys Erfahrungsbegriff: Wegweiser für einen zeitgemäßen demokratischen Experimentalismus?

 Am 14.11. um 18:00 (Hohes Haus, 202) hält Dr. Tanja Bogusz (Berlin/Kassel) einen Gastvortrag zum Thema "Deweys Erfahrungsbegriff: Wegweiser für einen zeitgemäßen demokratischen Experimentalismus?", zu dem wir euch alle herzlich einladen möchten. Im Vortrag geht es um folgende Themen:

"Keine Experimente!" oder Faszination für experimentelle Lebensformen - zwischen wissenschaftlicher Objektivität, Krisenrhetorik und Kreativität steht das Experiment für widersprüchliche Konjunkturen. Bereits 1927 hatte der Philosoph John Dewey den Begriff des "demokratischen Experimentalismus" geprägt. Für ihn beruhte problemlösende Erkenntnis auf Erfahrungen, die aus Krisenmomenten hervorgehen. In meinem gerade erschienenen Buch "Experimentalismus und Soziologie. Von der Krisen- zur Erfahrungswissenschaft" frage ich, welche Schlüsse aus Deweys Sozialphilosophie für die Gegenwart gezogen werden können. Ich zeige, wie ein soziologischer Experimentalismus den Weg von einer Krisen- zu einer Erfahrungswissenschaft bereitet, die Ungewissheit als notwendigen Ausgangspunkt jedweder forschenden Praxis versteht. In meinem Vortrag wird es insbesondere um die Frage gehen, inwieweit Deweys Erfahrungsbegriff als Wegweiser für einen zeitgemäßen demokratischen Experimentalismus produktiv gemacht werden kann, in dem "Kooperation ohne Konsens" (Boltanski & Thévenot, Leigh Star) möglich ist. In diesem Sinne freue ich mich auf einen Dialog zwischen Soziologie und (politischer) Philosophie.  

ImPuls. Gespräche am Domhof: Seel-Sorge

Können wir noch von der Seele sprechen? Und wenn ja, wie und in welcher Sprache?

Von der klassischen Antike bis zum Beginn der Neuzeit galt die Seele als etwas Selbstverständliches. Sie war der Inbegriff dessen, was den Menschen eigentlich ausmacht, der innerste und unsterbliche Sitz seines Denkens, seines Fühlens und Empfindens. Heute hat es die Seele dagegen schwer. Viele Naturwissenschaftler leugnen ihre Existenz und versuchen, alles vermeintlich Seelische auf körperliche Prozesse zurückzuführen. Auch aus der Sprache droht die Seele zu verschwinden und wird durch andere Begriffe abgelöst. Die Berufung auf etwas Seelisches klingt nostalgisch und irrational.

Doch können und wollen wir wirklich auf Begriff und Sache der Seele verzichten? Welche Folgen hätte dieser Verzicht für unser Selbstbild und für unser Miteinander? Was könnten wir, wenn wir am Seelischen festhalten wollen, für unsere Seele tun? Diesen Fragen wollen wir uns im Herbst 2018 an drei Abenden stellen.

Vocalising the Ineffable. Language and Creativity in Nicholas of Cusa / Aussprechen des Unaussprechlichen. Sprache und Kreativität bei Nicolaus Cusanus

Thinking language with Nicholas of Cusa means being confronted with a tension: On the one hand, constantly addressing the limitations of language, he holds that more than just the absolute is ineffable. On the other hand, language is the mode of human articulation and communication—despite its limitations, humans need to employ language if they want to communicate with other humans. According to Cusanus, humans deal with this situation creatively: in their attempts of approaching the ineffable by means of language, they employ creativity. For Cusanus, language is thus an object of investigation, an epistemological instrument of approaching god, the world, and humans, an interface of human interaction accessible through the senses, in short: a multi-faceted core area of human activity and creativity. This has consequences for research on Cusanus. Questions concerning language in a narrower sense and epistemological questions in a broader sense, questions regarding the approximation to god, questions regarding the structure and composition of texts, questions targeting the function of metaphors and images—satisfying answers to all these questions are barely possible without considering Cusanus’ notion of language. For that reason, we offer a roof for research on Cusanus from a wide range of perspectives and disciplines.

The aim of the series this conference belongs to is to provide young scholars at the beginning of their careers a platform to conduct, present, and discuss their work on Cusanus. We strive for a dynamic, open exchange among the participants. Thus we take it seriously when speaking of the “beginning” of careers: To give young scholars room to experiment there will be no festive speeches and professorial dominance of interpretation.

We want to give room to experiment not only regarding the content, but also regarding the form of contributions. “Conventional” talks followed by a discussion, panel or group discussions, joint text work, or something entirely different—we leave it up to you to decide about the appropriate form of contribution. Depending on the suggestions received, we will work out the program of the conference and, in case of it being useful, establish contact between contributors before the conference.

If you are interested in contributing, please send an abstract (no more than 500 words), the desired format, and a short biography (name, academic status, research project(s)/interests) to: cusanus.scholars@posteo.de. Deadline is December 31, 2017. The conference will be held in English and German. We will try to cover expenditures on travelling and accommodation. However, we cannot give any guarantees in this regard yet. We are looking forward to receiving a thematically and formally wide range of suggestions. If you have any questions, please contact us.

vocalisingtheineffable.wordpress.com

Aussprechen des Unaussprechlichen. Sprache und Kreativität bei Nicolaus Cusanus

Nachdenken über Sprache mit Nicolaus Cusanus bewegt sich in einem Spannungsfeld: Einerseits gilt ihm nicht nur das Absolute als in seinem Wesen unaussprechlich, so dass Sprache sich stets mit den eigenen Grenzen konfrontiert sieht. Andererseits ist Sprache der Modus menschlicher Artikulation und Kommunikation – trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten müssen Menschen sprechen, wenn sie sich mit anderen Menschen verständigen wollen. Der Umgang mit dieser Problemlage ist Cusanus zufolge von Kreativität gekennzeichnet: Menschen setzen sie ein in ihrem Bemühen, sich Unaussprechlichem sprachlich anzunähern. Sprache ist für Cusanus deshalb Untersuchungsgegenstand, epistemologisches Instrument zur Annäherung an Gott, Welt und Menschen, sinnlich erfahrbare Schnittstelle menschlicher Interaktion, kurz: facettenreicher Kernbereich menschlicher Aktivität und Kreativität. Das hat Folgen für die forschende Beschäftigung mit Cusanus. Sprachphilosophische Fragen im engeren und epistemologische Fragen im weiteren Sinn, Fragen der Annäherung an Gott, Fragen nach Textkonstitution und -komposition, Fragen nach der Rolle von Metaphern und Bildern; sie alle können ohne die Auseinandersetzung mit dem cusanischen Verständnis von Sprache kaum zufriedenstellend beantwortet werden. Mit „Sprache und Kreativität bei Cusanus“ bieten wir deshalb ein gemeinsames Dach für Forschungszugriffe aus einer Vielzahl von Perspektiven und Disziplinen.

Anliegen der Reihe, zu der diese Konferenz gehört, ist es, jungen Forschenden am Beginn ihrer akademischen Laufbahnen Raum zu geben für die Durchführung, Präsentation und Diskussion ihrer Arbeit an Nicolaus Cusanus. Das soll in Form eines dynamischen, offenen Austauschs geschehen. Wir nehmen es deshalb ernst, wenn wir vom „Beginn“ akademischer Laufbahnen sprechen: Um jungen Forschenden Gestaltungsfreiheit zu geben, verzichten wir auf feierliche Vorträge und professorale Meinungshoheit.

Gestaltungsfreiheit liegt uns nicht nur inhaltlich, sondern auch formal am Herzen. Deshalb schreiben wir kein Beitragsformat vor. „Konventionelle“ Vorträge mit anschließender Diskussion, Podiums- oder Gruppendiskussionen, gemeinsame Textlektüre und -arbeit oder etwas völlig anderes – wir bieten die Möglichkeit, die Beitragsform selbst zu wählen. Unter Berücksichtigung der eingegangenen Wünsche entwickeln wir ein Konferenzprogramm und stellen gegebenenfalls im Vorfeld Kontakte zwischen Teilnehmenden her.

Bei Teilnahmeinteresse bitten wir deshalb um: Abstract (max. 500 Wörter), Formatwunsch und knappe Angaben zur Person (Name, akademischer Status, Forschungsprojekt(e)/ Forschungsinteressen) an: cusanus.scholars@posteo.de. Einsendefrist ist der 31.12.2017. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Wir bemühen uns um die Erstattung von Reise- und Unterbringungskosten, können derzeit aber noch keine Garantien in dieser Hinsicht geben. Wir freuen uns auf thematisch und formal breit gefächerte Beitragsvorschläge und stehen bei Rückfragen gern zur Verfügung.

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The 4th Conference of the European Network of Japanese Philosophy Übergänge – Transitions –移り渉り: Crossing the Boundaries in Japanese Philosophy

Das Thema der 4. Konferenz des ENOJP legt einen Schwerpunkt auf derartige Formen des „Übergangs“ im Kontext der japanischen Philosophie. Zudem betont dies die Möglichkeit des interdisziplinären Übergangs zwischen der Philosophie und anderen Feldern menschlichen Wissens und Handelns in Wissenschaft und Kunst, sowie die Bedeutung eines „Denkens im Übergang“, das sich in Auseinandersetzung mit verschiedenen aktuellen Debatten wandelt und erneuert.

„Übergänge“ können sowohl als räumliche Kontinuitäten, verschwimmende Grenzen, Orte der Offenheit oder halb-dingliche Vermittlungssphären, als auch als zeitliche Metamorphosen, Transformationsprozesse oder ereignishafte Umbrüche auftreten. Auch raumzeitliche Bewegungsverläufe sind Phänomene des Übergangs, die gegenständliche Spuren hinterlassen, ohne in diesen aufzugehen.

„Übergänge“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur vage bestimmt sind, keine klaren Konturen haben und Zwischenräume eröffnen. Sie lassen Grenzen verschwimmen und brechen feste Definitionen auf, sodass abgetrennte Felder und gegensätzliche Begriffe in Resonanz treten oder miteinander interferieren können.

In der japanischen Philosophie lässt sich eine vielseitige Auseinandersetzung mit Phänomenen des Übergangs beobachten. Die im daoistischen und buddhistischen Denken zentralen Begriffe des Nichts (無) und der Leerheit (空) können als Formen von Offenheit verstanden werden, die Übergänge und wechselseitige Durchdringungen (事事無碍) zwischen differenten Phänomenen ermöglichen. Dieser Grundgedanke findet sich in verwandelter Form auch in der modernen japanischen Philosophie wieder. Nishida Kitarōs Logik des Ortes betont den (me-)ontologischen Vorrang feldartiger Selbststrukturierungsprozesse vor starren Substanzen und Watsuji Tetsurōs hebt in seiner Beschäftigung mit Formen der „Zwischenheit“ (間柄) die Relationalität und Übergängigkeit des menschlichen Daseins hervor, die den Soziologen Hamaguchi Eshun zur Konzeption eines „Intersubjekts“ (間人) inspirieren. Auch die traditionell in enger Verbindung zur theoretischen Philosophie stehenden, praktischen Formen der Selbstkultivierung stellen kreative Selbstgestaltungspraktiken des Menschen dar, die zwischen Körper und Geist vermitteln und den Menschen als ein transformierbares Gefüge verstehen, das durch Einverleibung körperlicher Muster (型) und in seinen geistigen und affektiven Haltungen geformt werden kann.

Conference Languages: English, German and Japanese

Contact: enojp4[at]gmail.com

For more info: enojp4.wordpress.com / enojp.org

Geänderte Öffnungszeiten: Sekretariat

Das Sekretariat für das Institut für Philosophie ist

ab Dienstag, dem 22.05.2018 zu folgenden Zeiten geöffnet:

 

Di: 10:00 - 12:00 Uhr

Mi: 10:00 - 12:00 Uhr

ImPuls. Gespräche am Domhof

Gesprächsreihe zur gesellschaftlichen Selbstreflexion und Zeitdiagnose

Die vom Institut für Philosophie und der Dombibliothek Hildesheim organisierte Gesprächsreihe ImPuls. Gespräche am Domhof, verbindet gesellschaftliche Selbstreflexion, wissenschaftliche Arbeit und kulturelle Zeitdiagnose.

An den einzelnen Abenden diskutieren zunächst zwei Impulsgeber aus Wissenschaft, Kunst, Religion, Kultur und Politik miteinander, die für die theoretischen und die praktischen Aspekte ihres Themas ausgewiesen sind. Die von ihnen formulierten Standpunkte bilden den Ausgangspunkt für eine sich anschließende Debatte mit den Gästen.

Im Sommersemster 2018 wollen wir an drei Abenden über Tod und Sterben in unseren heutigen Gesellschaften diskutieren.

Sterbende - Gestorbene - Unsterbeliche

Tod und Sterben sind Mysterien, denen sich der Mensch schon immer angenähert hat, welche er bisher jedoch nicht entschlüsseln konnte. Seit Beginn der Menschheit hatten Tod und Sterben einen zentralen Stellenwert im Leben. Die moderne Kultur des Westens dagegen hat die Kommunikation mit dem Tod und dem Sterben teilweise abgebrochen. Der Bruch mit dem Tod erscheint so radikal, dass einige Interpreten von der Todesverdrängung als dem wesentlichen Zug der westlichen Welt sprechen. Der Tod wird nicht mehr als Übergang oder Transzendenz, sondern nur noch als das Ende des Lebens erfahren. Und doch ist unser Denken und Handeln immer auch auf ihn ausgerichtet.

Unter dem Titel Sterbende – Gestorbene – Unsterbliche beleuchten wir an drei Abenden jeweils einen Aspekt des Themas. Wie gehen wir mit Menschen um, die an der Schwelle zum Tod stehen? Wie gehen wir mit denjenigen um, die diese Schwelle bereits überschritten haben? Und kann das Überschreiten dieser Schwelle vielleicht sogar ganz vermieden werden, etwa durch medizinisch-technischen Fortschritt? 

 

Plakat (PDF) ImPuls 2017 WS
Flyer (PDF) ImPuls 2017 WS
Plakat (PDF) ImPuls 2018 SS

05.10.2018 Welche Unterscheidungen braucht der feministische Diskurs (nicht)?

2. Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung Hildesheim, 22. -...

04.10.2018 ImPuls. Gespräche am Domhof: "[Wozu:] Sorgen wir uns um die Seele?"

Vortragsreihe, 16.10.2018, 20:00 Uhr, Domhof 30, Dombibliothek Hildesheim Mit...

05.07.2018 Verhältnisse - Die Geburt der Ökologiebewegung und die künstlerischen Folgen

Open Air Ausstellung, 05. bis 07. Juli 2018, Domäne-Radweg /...

11.06.2018 Liberal as Methodological Naturalism

Gastvortrag (in englischer Sprache) von Cathy Legg, 11.06.2018, 20 bis 22 Uhr,...

09.06.2018 Philosophie-Sommerfest

Jährliches Sommerfest, 09.06.2018, ab 18.00 Uhr, Kulturcampus Domäne Marienburg

05.06.2018 ImPuls. Gespräche am Domhof: "Sterbende - Gestorbene - Unsterbliche"

Vortragsreihe, 05.06.18, 20:00 Uhr, Domhof 30, Dombibliothek Hildesheim

11.04.2018 Katrin Wille: "1968 und wir. Zwischen Sehnsucht nach Befreiung und Historisierung"

Antrittsvorlesung, 11.04.2018, 16:15 Uhr, Audimax, Universität Hildesheim

21.11.2017 Gaston Bachelard und die deutschsprachige Philosophie

Internationale Tagung, 7. bis 9. Dezember 2017, Domäne Marienburg, Haus 52...