Fachgebiet der kunstpädagogischen Studiengänge
Das (Lehramts-)Studium der Faches Kunst an der Universität Hildesheim beschäftigt sich mit der Welt der Bilder und der Kunst aus der Perspektive der Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen. Junge Menschen interessieren sich dafür, visuelle Erscheinungsformen ihrer Lebenswelt zu erfahren, zu verstehen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Sie entwickeln frühzeitig vielfältige Umgangsweisen mit der sie umgebenden visuellen Kultur, die – nicht zuletzt durch die sozialen Medien – immer stärker durch Bilder geprägt ist. Im Kontext von Lernen und Bildung gewinnen deshalb visuelle, bildrezeptive und gestalterisch-handlungsorientierte Formen der Auseinandersetzung und des Verstehens von Ich-Wir-Welt-Verhältnissen zunehmend an Bedeutung. Das Studium des Lehramtes Kunst an der Universität Hildesheim knüpft im Sinne einer zeitgemäßen, relationalen Kunstpädagogik und Kunstdidaktik daran an. In forschenden Lehr- und Lernprozessen arbeiten Studierende und Lehrende gemeinsam an zukunftsfähigen kunst- und bilddidaktischen Konzepten im Spannungsfeld von Kunst und den bildsprachlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Interessen von Kindern und Jugendlichen. Grundlegend dafür sind das Berücksichtigen von Imagination und Vorstellungsvermögen, die Erfahrung des Körpers als Erkenntnisinstrument, das symbolische Denken als Weltzugang sowie die intensive praktische, theoretische und reflexive Beschäftigung mit Kunst und visueller Kultur vor dem Hintergrund von Vielfalt. Unser Fokus liegt dabei vor allem auf dem Kunstunterricht in der Grundschule und den weiterführenden Schulen sowie den Bildungseinrichtungen frühkindlicher und kultureller Bildung.
Lehramtsstudierende des Faches Kunst an der Universität Hildesheim profitieren vom vielfältigen, multidisziplinären Lehrangebot im Fachbereich für Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation. Darüber hinaus arbeiten wir mit Lehrenden aus anderen Fachbereichen und Instituten sowie mit Partner*innen aus lokalen und internationalen Institutionen (Museen, Kultureinrichtungen u.a.) zusammen – und können so ein abwechslungsreiches und breit gefächertes Lehrangebot zur Verfügung stellen. Wir beteiligen uns mit unseren Lehr- und Forschungsaktivitäten an den universitären Profilschwerpunkten „Bildung und gesellschaftliche Teilhabe“ und „Ästhetische Praxis“. Die Universität Hildesheim steht für ein praxisnahes Studium, so auch das Fach Kunst. Im engen Austausch mit Absolvent*innen unseres Studienganges arbeiten wir an phasenübergreifenden Kooperationen, die Universität, Studienseminar und Schule (Grundschule, Haupt- und Realschulen) zusammenbringen. Ein besonderer inhaltlicher Fokus liegt auf Fragen der Bildungsgerechtigkeit, Diversität und Partizipation sowie auf einer kritisch-reflexiven Beschäftigung mit professionellen Rollenverständnissen – als Kunstlehrer*in.
Das Studium im Fach Kunst ist so aufgebaut, dass nach einer grundlegenden Lehre in den Basismodulen (Künstlerische Praxis, Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft, Kunstpädagogik/Kunstdidaktik) in den Aufbaumodulen individuelle Schwerpunkte gesetzt und vertieft werden können. Der anschließende Masterstudiengang eröffnet innovative Möglichkeiten der praxisnahen Bildungsforschung in enger Begleitung mit Lehrenden der Universität und Kooperationspartnern in der schulischen und außerschulischen Praxis. Das Studium des Faches Kunst an der Universität Hildesheim zeichnet sich durch eine enge Vernetzung zwischen künstlerisch-ästhetischer Praxis, Bild- und Kunstwissenschaft, Kunstdidaktik und Kunstvermittlung aus. Kunstlehrer*in zu werden, bedeutet, nicht unmittelbar auf die Planung und Durchführung von Kunstunterricht fokussiert zu sein, sondern das Studium als individuellen Bildungsraum zu verstehen, in dem – mit Blick auf eine zukünftige, bildungsgerechte Schule - über Kunstdidaktik und Kunstunterricht diskutiert und reflektiert wird, kunstwissenschaftliche Horizonte eröffnet und erschlossen werden, regelmäßige Begegnungen mit originalen Kunstwerken (v.a. auf Exkursionen) stattfinden und nicht zuletzt eine eigene künstlerische Praxis erarbeitet und bestenfalls nachhaltig in die individuelle Lebensgestaltung integriert wird.
Unsere Profilschwerpunkte sind:
- kindorientierte Kunstvermittlung (Kunst- und Kulturgeschichte, kulturelles Erbe, Architektur, zeitgenössische Kunst, Bilderbücher, visuelle Kultur u.a.)
- Bildpraxis und Bildkonzepte von Kindern und Jugendlichen: Theorie und Didaktik
- Bilderbuchdidaktik unter besonderer Berücksichtigung von Bild und Bildlichkeit
- Zeichnerische Bildsprache von Kindern und Jugendlichen als Entwicklungsphänomen und kulturelle Praxis
- Philosophieren mit Kindern und Kunst
- Rezeption und Vermittlung digitaler Bilderwelten, z.B. Video Games
- Kollaborative Kunstpraxis und didaktische Anwendungen
- Material und Gestaltung: dreidimensionale künstlerische und didaktische Praxis
- Zeichnen als künstlerische und didaktische Praxis sowie als Methode der verstehensorientierten kunsthistorischen Annäherung
- Figurenspiel als künstlerische und didaktische Praxis
- Sammeln als künstlerische und didaktische Praxis
- Exkursionen zur Begegnung mit historischer Kunst und Kultur, Architektur, Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst