Dennis Graef

Künstlerische Gastprofessur WS 2014/2015

Dennis Graef "Looney Tunes" 2010

Dennis Graef verwandelt emotionsgeladene Momente unserer Medienlandschaft in eindringliche Klang-Bild-Installationen. Besonders angsteinflößende Nachrichten beschäftigen den Künstler. Eine durch Massenmedien vermittelte Bedrohung kann sowohl in beunruhigenden Informationen als auch im Übermaß an Mitteilungen und Daten (Spam, Hoax, Shit Storm etc.) liegen.
Mit der Flut an Spams hat sich Dennis Graef bereits im Jahr 2007 auseinander gesetzt. Gesampelte Spamnachrichten ertönen in der Arbeit „Or Connection“ aus US-Briefkästen. Ein prägnantes Bild für den Überfluss an Dokumenten und Mitteilungen liefert die Arbeit „When in doubt, Castle“ mit einer endlos scheinenden Reihe von Aktenordnern, die weit über Kopfhöhe an einer Wand angebracht sind. Eine große Gefahr auf ökologischer Ebene ist der Plastikmüll, der unsere Meere verseucht. In „Pacific Garbage Patch“ werden Miniaturverpackungen von den Schwingungen eines Lautsprechers in Bewegung versetzt und hoch geworfen.  Die amerikanische Militärpolitik thematisiert Dennis Graef in mehreren Arbeiten auf akustische und visuelle Weise. Als deren Pendant erscheint in seiner Werkgruppe „Stars & Stripes Forever“ die Gefahr des Terrorismus, die der Künstler in selbst gebauten, vermeintlichen Bomben zum Ausdruck bringt.
Derzeit setzt er sich mit dem viel diskutierten Thema der Kriegsführung mit Drohnen und dem Gefühl des omnipotenten Sehens auseinander.
Graefs Arbeiten sind von großer Direktheit und zeichnen sich durch ihre scharfe Analyse von Machtstrukturen aus. Der Klang ist eine zentrales Ausdrucksmittel seiner Arbeiten. Nicht selten wird er in Form eines akustischen Schocks eingesetzt.

Dennis Graef wurde 1973 in Braunschweig geboren. Er gründete 1992 die Band Such A Surge, mit der er bis zu seinem Ausstieg 2003 zahlreiche Tonträgerveröffentlichungen und Tourneen hatte. Danach arbeitete er als freier Komponist, Musiker und Produzent. Von 2006 bis 2012 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Bogomir Ecker und Ulrich Eller. 2012 war er Meisterschüler bei Ulrich Eller. Er hatte diverse Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland u. a. im Kunsthistorischen Museum Schloss Ambras, Innsbruck; bei der 1. Internationalen Triennale für zeitgenössische Kunst, Prag und beim Los Angeles Filmforum: Punto y Raya (Dot and Line) Festival.

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http://dennisgraef.com