2011

Dieter Kramer

Von der Freizeitplanung zur Kulturpolitik

Eine Bilanzierung von Gewinnen und Verlusten


Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011. 234 S.
ISBN 978-3-631-61746-5 geb.
ISBN 978-3-653-00891-3 (eBook)

Reihe: Studien zur Kulturpolitik. Bd. 11
Herausgegeben von Wolfgang Schneider http://www.transcript-verlag.de/main/kul_the.php

Alle Parteien versprachen in den 1960er Jahren großzügige Programme zur Freizeitplanung. Die Freizeitpädagogik wollte die Menschen vorbereiten auf die Freizeitgesellschaft, in der die Arbeit beiläufig erledigt wird und freie Zeit dominiert. Dann aber zehren Krisen, Konsumwettbewerb, Globalisierung und Arbeitslosigkeit die Produktivitätsgewinne auf. Freizeitpolitik verschwindet, die für alle nutzbare Infrastruktur für Freizeit und Erholung wird zugunsten einer Kulturpolitik für die alten und neuen Bildungsschichten vernachlässigt. Verloren sind die demokratischen Dimensionen der Freizeitpolitik. Der allzu kontur- und inhaltlose Freizeitbegriff kann nicht wieder belebt werden. Interessanter ist daher die Beschäftigung mit einer neuen sozialkulturellen Strukturpolitik, bei der die Kulturpolitik sich als Teil einer demokratischen Gesellschaftspolitik neu erfindet.

 

 

Wolfgang Schneider (Hg.)

Theater und Migration

Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis


Juli 2011, 236 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-8376-1844-0
Reihe Theater http://www.transcript-verlag.de/main/kum_jkm.php

Deutschland sei ein Einwanderungsland, heißt es mittlerweile sogar in der offiziellen Sprachregelung der Politik. Und in der Tat hat fast ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Aber Migration findet im deutschen Theater nur als Marginalie statt. Den Stadttheatern fehlt das Personal, die Ausbildungsstätten haben bei weitem nicht den repräsentativen Anteil an migrantischem Nachwuchs und das Publikum wird weniger und älter, aber ganz und gar nicht bunter. Es ist vor allem die freie Szene, die sich der interkulturellen Wirklichkeit widmet. Der Migrantenstadl als Modell?
Wie soll die gesellschaftliche Selbstverständigung in den dramatischen Künsten in Sachen Migration befördert werden? Welche theaterpolitischen Konzepte initiieren den Austausch der Kulturen, welche künstlerischen Programme verhandeln den kulturellen Wandel, welche kulturvermittelnden Angebote brauchen die Bühnen? Und wie verändert eine solche Reform das System Theater?
Ein Symposium im COMEDIA Theater Köln, organisiert vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, hatte sich im Sommer 2010 zum Ziel gesetzt, diesen Fragen nachzugehen. Um die dort geführten Diskussionen nicht verhallen zu lassen, soll mit der Publikation „Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis“ (hrsg. v. Wolfgang Schneider) die Diskurse dokumentiert werden und zum aktuellen wissenschaftlichen Dialog beitragen. 22 Wissenschaftler, Künstler und Journalisten kommen in dem Buchprojekt zu Wort und liefern so einen vielseitigen und umfassenden Blick auf das Thema. Die Beiträge gehen den Fragen nach, wie Menschen mit Migrationshintergrund im Theater partizipieren, wie migrantische Künstler Theater verändern und wie die dramatischen Künste den transkulturellen Wandel als kulturpolitische Weichenstellung nutzen können.

Mit Beiträgen von:
Carolin Berendts, Sandra Czerwonka, Miriam Dreysse, Ute Handwerg, Christina Holthaus, Annett Israel, Stefan Keim, Susanne Keuchel, Lale Konuk, Thomas Lang, Kevin Leppek, Graham Ley, Vanessa Lutz, Birgit Mandel, Bianca Michaels, Azar Mortazavi, Nina Peters, Vanessa-Isabelle Reinwand, Wolfgang Schneider, Azadeh Sharifi, Mariam Soufi Siavash, Heinz Wagner.