Kulturvermittlung studieren


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PDF  Kolloquien im Sommersemester 2017 am Institut für Kulturpolitik

 

Kulturvermittlung gewinnt an Bedeutung

Kulturvermittlung hat in den vergangenen Jahren nicht nur innerhalb der Kulturinstitutionen, sondern auch darüber hinaus im Bildungssektor, in sozialen Bereichen ebenso wie in Wirtschaftsunternehmen stark an Bedeutung gewonnen.

Ein Film wie „Rhythm is it“, der breite Aufmerksamkeit für die Kulturelle Bildung schaffte, veranschaulichte die Potentiale künstlerischen Schaffens auch bei solchen Menschen, die nicht zu den 8% Stammkulturnutzern der klassischen Kulturinstitutionen in Deutschland gehören. Nicht nur im Zuge der Ganztagsschule entstehen in den letzten Jahren überall Kooperationsprojekte zwischen Kulturinstitutionen und Bildungseinrichtungen und auch in den traditionellen Kulturinstitutionen haben Museumsvermittlung, Theaterpädagogik oder Konzertvermittlung, die bislang zu den stark vernachlässigten Bereichen gehörten,  deutlich finanzielle und personelle Aufwertung erfahren. Des Weiteren entstehen vielerorts spannende neue Vermittlungsformate und partizipative Projekte, in denen neue Nutzer Kulturprogramme aktiv mitgestalten können.
Aber auch indirekte Formen von Kulturvermittlung etwa in Form von Marketing, das geeignete attraktive Rahmenbedingungen schafft für Kulturbesuche oder neue Formen von Aufmerksamkeitsmanagement,   haben an Bedeutung gewonnen. Außerhalb des Kultursektors hat die Vermittlungsarbeit mit künstlerischen Mitteln inzwischen in vielen Firmen Eingang gefunden etwa in die Weiterbildung von Auszubildenden.

Daneben spielt im Hildesheimer Verständnis von Kulturvermittlung die Kulturpolitik eine entscheidende Rolle. Die Studierenden beschäftigen sich mit Aufgaben, Zielen, Steuerungsinstrumenten und institutionellen Strukturen von Kulturpolitik und den Wechselbeziehungen von Kulturpolitik zu anderen Politikbereichen. Auch im internationalen Vergleich wird analysiert, wie sich bestimmte Policy-Konzepte auf die Kulturlandschaft und insbesondere den Stellenwert von Kulturvermittlung auswirken.

Kulturvermittlung ist somit auch ein Bereich der internationalen Beziehungen. Die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt zielt auf Schutz und Förderung von mannigfaltigen Kulturlandschaften weltweit, was auch Fragen der Kulturvermittlung aufwirft. Das Goethe-Institut nimmt innerhalb der Auswärtigen Kulturpolitik die Rolle eines Kulturvermittlers für den Dialog zwischen den Kulturen ein. Das Festival Theaterformen schuf mit dem Netzwerk Shared Spaces eine internationale Plattform zur künstlerischen Koproduktion. Das Arterial Network stellt sich als pan-afrikanische Initiative Fragen des kulturpolitischen Handelns zwischen Kulturlandschaften und in den Verbindungen zwischen Kulturszene und staatlichen Akteuren.

 

Dem Studiengang liegt ein breites Verständnis von Kulturvermittlung zugrunde, das u.a. folgende Funktionen und Ziele umfasst:

  • Kunstvermittlung: Zugänge zur Kunst und zu den Diskursen im Rahmen von Kunst schaffen.
  • Vermittlung ästhetischer Kompetenzen: Künstlerisch-gestalterische Kompetenz als Erweiterung individueller Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln.
  • Kulturelle Bildung: Kulturelle Kompetenz im Sinne einer Deutungskompetenz und der Fähigkeit, zu künstlerischem Denken und Handeln, Anregung zur Teilhabe und Mitgestaltung am kulturellen Leben.
  • Kulturpolitik: Kultur- und gesellschaftspolitische sowie administrative Strukturen und Rahmenbedingungen schaffen, die kulturelle Teilhabe ermöglichen.
  • Kulturmarketing und Kultur-PR: Aufmerksamkeit, Interesse und Nachfrage für Kunst schaffen.
  • In diesen Bereichen finden neben den Lehrveranstaltungen auch vielfältige Forschungstätigkeiten statt, von denen auch die Studierenden profitieren.

 

Kulturvermittlung bringt die Kunst zu den Menschen und die Menschen zur Kunst

Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler spielen als Moderatoren zwischen künstlerischer Produktion und Rezeption sowie zwischen Kunstsektor und anderen gesellschaftlichen Bereichen eine zentrale Rolle. Sie sind es, die dafür sorgen, dass Kunst ihr gesellschaftliches Potential entfalten kann.

 

Langjährige Erfahrung in der Qualifikation zur Kulturvermittlung

Der Hildesheimer Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, (ursprünglich als Diplomstudiengang entstanden, seit 2009  als Bachelor im Angebot) ist der älteste und größte Studiengang in Deutschland, der sich seit mehr als drei Jahrzehnten mit der professionellen Qualifizierung von Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern beschäftigt.  Der  Masterstudiengang Kulturvermittlung, der im Herbst 2011 startete, knüpft  an diese Erfahrungen an und trägt dazu bei, die Lehr- und Forschungsaktivitäten für die noch relativ junge Wissenschaftsdisziplin zu intensivieren und an der Konzeption innovativer Formate der Kulturvermittlung zu arbeiten.