SDG Graduate School

Performing Sustainabilty. Cultures and Development in West-Africa

DAAD-Graduiertenschule (2016 bis 2020)  

University of Maiduguri (Nigeria), University of Cape Coast (Ghana) und Universität Hildesheim (Deutschland)

 

Im Nordosten Nigerias leben über zwei Millionen Binnenflüchtlinge. Studierende und Doktoranden der Universitäten Maiduguri/Nigeria, Cape Coast/Ghana und Hildesheim/Deutschland erarbeiten in den kommenden Jahren lokale Strategien, um Konflikte und traumatische Erlebnisse zu bewältigen. Dabei setzen sie auf die Kraft der Künste – etwa Theater, Bildende Kunst und Literatur.

In der vom Deutschen Akademischen Austauschdienst von 2016 bis 2020 geförderten „Graduate School“ werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana strukturell und finanziell gefördert. Sie wirken beim Wiederaufbau der Gesellschaft mit, etwa durch lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim. Die Universität vergibt 18 Stipendien in Nigeria und Ghana, die Bewerbungsphase läuft derzeit. Zusätzlich erhalten jährlich drei deutsche Wissenschaftler Forschungsstipendien für Kurzzeitaufenthalte in Ghana.

Die Hildesheimer Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzen sich in den kommenden Jahren damit auseinander, welchen Beitrag die Künste und künstlerischer Ausdrucksformen zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in West-Afrika leisten können. Die Graduiertenschule fördert Forschung in den Bereichen Performance, Kunst und Kultur sowie Musik, die sich mit nachhaltiger Entwicklung im Kontext der „UN Sustainability Goals“ auseinandersetzen. Der besondere Fokus liegt hierbei auf Themen der Friedens- und Konfliktlösung und nachhaltiger Entwicklung.

„Viele Gemeinschaften in den Dörfern Nordostnigerias wurden in den letzten sechs Jahren des Konflikts zerstört. Musik wird eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau des Lebens dieser Menschen spielen", sagt Christopher Mtaku, der gerade seine Promotion an der Universität Hildesheim abgeschlossen hat und an der Universität Maiduguri ein digitales Musikarchiv aufbaut. Der Musikwissenschaftler koordiniert gemeinsam mit Eyram Fiagbedzi, Meike Lettau und Nepomuk Riva die Graduiertenschule. „Aufgabe der Zukunft wird es sein, Gemeinschaften wieder entstehen zu lassen. Eine der Identifikationslinien kann Musik sein“, sagt Professor Raimund Vogels, der seit 1988 mit nigerianischen Forschungskollegen zusammenarbeitet.

Das Graduiertenkolleg ist an der Universität Hildesheim am Center for World Music angesiedelt. Das Team um Professor Raimund Vogels, Direktor des Forschungsinstituts, arbeitet mit Professor Wolfgang Schneider zusammen, dessen Team am UNESCO-Lehrstuhl des Instituts für Kulturpolitik die Rolle der Künste in Konflikten und Transformationsprozessen untersucht.

Ghana
February 2017
Scholarship Holders
Nigeria 2017