Rez@Kultur

Aktuell werden im Rahmen der Förderrichtlinie Digitalisierung in der Kulturellen Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 14 Projekte von 24 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland realisiert, um die Einflussnahme der Digitalisierung auf die Kulturelle Bildung zu erforschen – eines davon an der Universität Hildesheim.

Ein besonderes Merkmal des Projektes Rez@Kultur ist die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen: Vertreter_innen der Literaturwissenschaft, der Kulturellen Bildung, Computerlinguistik und Wirtschaftsinformatik forschen seit Ende 2017 gemeinsam im Projekt Rez@Kultur. Der Name ist auf den Forschungsgegenstand zurückzuführen: Das Akronym steht für Rezensionen über Werke der Kunst und Literatur auf unterschiedlichen Online-Plattformen wie Blogs von Kunst- und Literaturkritiker_innen, auf Social Reading-Seiten oder als Bewertungen auf Facebook und TripAdvisor. Folgende Fragen bilden den Ausgangspunkt: Welche Bildungsprozesse finden in Rezensionsprozessen zu literarischen und künstlerischen Artefakten im digitalen Raum statt mit Blick auf Veränderungen von Selbst-, Fremd- und Weltverhältnissen und die Erweiterungen von Denk- und Handlungsmöglichkeiten? Welche Herausforderungen und Potenziale ergeben sich hieraus für Akteurinnen und Akteure der Kulturellen Bildung bei der Sicherung und Ausweitung von Teilhabe an Kultureller Bildung?

Die Zusammenarbeit der Disziplinen – und damit einhergehend die interdisziplinäre Verknüpfung von Methoden und Forschungsergebnissen – bringt wichtige Impulse für den Forschungsbereich der Kulturellen Bildung, zum Beispiel aus den automatischen Verfahren der computerlinguistischen Textanalyse oder aus den Parallelen und Kontrasten in der Literatur gegenüber der Bildenden Kunst. Aus dem systematischen Vergleich von Rezensionen und der Entwicklung einer Modellierungssprache in der Wirtschaftsinformatik sind Hinweise für die künftige Gestaltung digitaler Räume zu erwarten. Die Erforschung der digitalen Möglichkeiten steht erst am Anfang und verspricht, wichtige Erkenntnisse für Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung zu erschließen. Aus der Grundlagenforschung ergeben sich wesentliche Erkenntnisse, die wiederum eine Basis für weiter gehende Forschungen bilden. Im Projekt ist der Gedanke verankert, die entstehenden Theorien und Modelle langfristig auch anhand anderer Sparten der Kulturellen Bildung weiter zu entwickeln.

www.dikubi-meta.fau.de/projekte/projekt-n/

Beteiligte

Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
Dr. Guido Graf, Kristina Petzold

Institut für Kulturpolitik
Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Claudia Roßkopf

Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie
Prof. Dr. Ulrich Heid, Anna Moskvina

Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
Prof. Dr. Ralf Knackstedt, Kristin Kutzner