Pressemitteilung des MWK

DAS 1. INTERKULTURBAROMETER

Migration als Einflussfaktor auf Kunst und Kultur

Bonn, 7. Dezember 2012 - Unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Keuchel, geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Kulturforschung (ZfKf), suchte das Zentrum für Kulturforschung nach Antworten auf Fragen wie etwa: Welcher Kultur fühlen sich die heute in Deutschland lebenden Menschen verbunden? Sehen sie sich eher als Teil einer deutschen, einer "fremden" oder einer "gemischten", z.B. deutsch-türkischen oder europäischen Lebenskultur? Welche eigenständigen kulturellen Erfahrungen prägen sie und existieren dennoch Gemeinsamkeiten mit Menschen anderer Herkunft? Singen sie z.B. türkische Lieder und stehen zugleich Schlange für den neuesten James Bond im Kino? Fördert das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft "hybride" Kunstformen?

Die empirische Studie „InterKulturBarometer“ wurde 2011 vom Zentrum für Kulturforschung durchgeführt und mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen realisiert.

Das 1. InterKulturBarometer schließt eine Lücke in der empirischen Grundlagenforschung zu Prozessen der kulturellen Identitätsfindung in einer zunehmend durch Migration geprägten Gesellschaft: Auf der einen Seite berücksichtigt es Globalisierungstendenzen mit ihrer Grenzen überschreitenden Vermarktung von Musik, Mode oder Lebensstilen, andererseits greift es die alltäglichen Erfahrungen auf, die bei uns das Zusammenleben von Menschen unter-schiedlicher Herkunft mit ihren kulturellen Traditionen, Milieus und Weltanschauungen prägen.Gestützt auf eine repräsentative Bevölkerungsumfrage untersucht das 1. InterKulturBarometer systematisch Einflüsse des Faktors Migration auf Kunst und Kultur in Deutschland. Dabei werden mögliche Brückenfunktionen der Künste, Gestaltungspotenziale der Kulturpolitik und optimierte Prozesse der Kulturellen Bildung herausgearbeitet, die der neuen Vielfalt in unserer Gesellschaft besser gerecht werden könnten.Die Buchpublikation, in der die Ergebnisse für den aktuellen fachlichen Diskurs aufbereitet wurden und sich ausschließlich auf die bundesweiten und niedersächsischen Daten stützen, wurde vom BKM und dem Land Niedersachsen gefördert.

Die Studienautoren: Prof. Dr. Susanne Keuchel, Prof. Dr. Eckart Liebau, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Dr. Phil. Ernst Wagner


Zusammengefasste Ergebnisse finden Sie unter:
http://www.kulturforschung.de/pdf/InterKulturBarometer_Abstract_ENG.pdf
http://www.kulturforschung.de/pdf/InterKulturBarometer_Zusammenfassung_DE.pdf

Das Zentrum für Kulturforschung
Seit mehr als 40 Jahren hat das Zentrum für Kulturforschung (ZfKf) die interdisziplinäre, empirisch gestützte Forschungs-, Dokumentations- und Beratungstätigkeit in den verschiedenen Praxis- und Politikfeldern von Kultur, Bildung und Medien zu einem eigenständigen Fachgebiet entwickelt.
Das ZfKf unterhält Arbeitsbeziehungen mit zahlreichen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen im In- und Ausland.

Europäische Projekte und der "Nord-Süd-Dialog" spielten seit Ende der 70er-Jahre eine immer wichtigere Rolle, beeinflussten Forschungsthemen des ZfKf. Kooperationsprojekte führten Mitarbeiter bis nach Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Einige dieser Aufgaben, speziell europäisch-vergleichende Studien sowie internationale Archivteile, sind im Zuge seines weiteren Ausbaus vom Europäischen Institut für vergleichende Kulturforschung (ERICarts) übernommen worden, dessen Gründungssekretariat vom ZfKf unterstützt wurde und bei dem es heute einer der Partner ist.

 


 

Wir müssen wirklich wollen!

 

Plädoyer für ein Miteinander der Kulturen als Herzensangelegenteit

von Maria Gebhardt

 

Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 13/2012 Kultur. Politik. Diskurs.

Den Auszug finden Sie hier zum Download.