Arbeitsmarkt Kultur

Lebens- und Arbeitssituation von Jazzmusikerinnen und -musikern in Deutschland (Thomas Renz, Dr. Doreen Götzky)

Was macht einen professionellen Jazzmusiker aus? Die Ausbildung? Das Einkommen? Die Anzahl der Auftritte? Im Auftrag des Jazzinstituts der Stadt Darmstadt und der Union der Jazzmusikerinnen und -musiker in Deutschland (UdJ) erforscht das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter der Leitung von Thomas Renz und Dr. Doreen Götzky erstmals die Lebens- und Arbeitssituation von Jazzmusikerinnen und -musikern in Deutschland.

Ziel der empirischen Untersuchung ist es, gesicherte Daten über die Arbeits- und Lebensbedingungen von professionellen Jazzmusikerinnen und -musiker in Deutschland zu erheben und zu analysieren, um daraus die Rahmenbedingungen abzubilden, unter denen Jazzmusik in Deutschland gegenwärtig geschaffen wird. Diese Studie dient als Grundlage, um den kulturpolitischen Handlungsbedarf im Bereich Jazzmusik zu diskutieren und konkrete Empfehlungen für eine bedarfsgerechte Jazzmusikpolitik zu entwickeln. 

 

Projektlaufzeit ist von Februar bis November 2015. Im Juni 2015 wurde eine deutschlandweite onlinebasierte quantitative Befragung durchgeführt, an der mehr als 2.000 professionelle Musiker teilgenommen haben.

Die jazzstudie2016 wurde am 16.03.2016 in den Räumen des Deutschen Musikrats Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt und ist kostenlos als pdf hier downloadbar.


Einen Bericht dazu gibt es auch hier.

Zweite Absolventenbefragung der Hildesheimer kulturwissenschaftlichen Studiengänge zu Studium, Berufseinstieg und Berufstätigkeit (Prof. Dr. Birgit Mandel)

Der Hildesheimer Studiengang Kultur-wissenschaften und ästhetische Praxis, der bereits 1978/79 - damals unter dem Titel Kulturpädagogik - etabliert wurde, ist der älteste und mit ca. 150 Studien-anfängern pro Jahr auch der größte Studiengang in Deutschland, der im weitesten Sinne für kulturwissenschaft-liche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Das Hildesheimer Konzept, Kunst und Kultur zugleich wissenschaftlich zu fundieren und zu reflektieren wie künstlerisch-praktisch zu erfahren, ist nach wie vor deutschlandweit einzigartig.

Im Jahr 2000 wurde die erste Absol-venten-Befragung durchgeführt mit einem Rücklauf von 336 Fragebögen bei insge-samt 840 Angeschriebenen, was einer Quote von 40% entspricht. (vgl. Mandel 2000)

Diese zweite Absolventenbefragung wurde wiederum als schriftliche Befragung konzipiert.
Im Januar 2010 wurden 800 Absolventinnen und Absolventen, deren Mail-Adressen recherchiert werden konnten, der Studiengänge Kulturwissen-schaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Szenische Künste per Mail angeschriebenen.
Insgesamt hat der Studiengang in-zwischen ca. 2200 Absolventen aus den drei Hildesheimer kulturwissenschaftlichen Studiengängen hervorgebracht (leider führt das Prüfungsamt seit 2000 keine Sta-tistik mehr über die Zahl der Absolventen - bis 2000 waren es 1202 Absolventen. Nach einer inoffiziellen Statistik des Dekanats II kamen von 2001 bis 2009 weitere 926 Diplom Kulturwissenschaftler sowie 34 Absolventen Kreatives Schreiben und 32 Absolventen Szenische Künste hinzu).
Während des Befragungszeitraums vom 25.01 bis 05.03.2010 haben 392 Absolventinnen und Absolventen den Fragebogen beantwortet. Dies entspricht einer für schriftliche Befragungen guten Rücklaufquote von 48 Prozent, die als ein Hinweis auf die relativ hohe Verbunden-heit der Absolventen mit dem Studiengang interpretiert werden kann.

Erste Befragung zu Ausbildung, Berufseinstieg und Berufstätigkeit von Absolventen des Studiengangs Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (vormals Kulturpädagogik) der Universität Hildesheim (Prof. Dr. Birgit Mandel)

Der ehemalige Studiengang Kulturpädagogik trägt seit 11 Jahren den Titel Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, um die Verwechslung mit Lehramtsstudiengängen zu vermeiden und auf sein besonderes ästhetisches Profil hinzuweisen. Das Hildesheimer Konzept, Kunst und Kultur zugleich wissenschaftlich zu fundieren und reflektieren wie künstlerisch-praktisch zu erfahren, ist nach wie vor deutschlandweit einzigartig. Auf das Berufsziel der Kulturvermittlung im weitesten Sinne wird durch eigene künstlerische Praxis in mehreren Disziplinen bei gleichzeitigem Studium in den Kunst- und Kulturwissenschaften vorbereitet. Was als außergewöhnlicher Modellversuch begann,  hat sich inzwischen in der Studien- und Berufslandschaft erfolgreich etabliert, was u.a. die große Nachfrage nach Studienplätzen sowie nach Praktikanten und Absolventen aus dem Studiengang zeigt. Inwiefern hat sich das Hildesheimer Modell aus Sicht der Absolventinnen und Absolventen auch in der Berufspraxis bewährt?

Im Mai 2000 wurden 840 der insgesamt knapp 1000 Absolventen angeschrieben, deren Adressen recherchiert werden konnten. Im Juli 2000 wurde nochmals bei den Angeschriebenen nachgefasst. Geantwortet haben bis September 336 Absolventinnen und Absolventen, das sind 40 % der Angeschriebenen, 37% der Absolventen insgesamt. Für schriftliche Befragungen ist dies ein zufriedenstellender Rücklauf. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass die Daten einen guten Querschnitt der Absolventen repräsentieren, wenngleich aus methodischen Gründen keine Repräsentativität im statistischen Sinne gegeben sein kann.

  • LangfassungStudie2000.pdfErgebnisse einer Befragung zu Ausbildung, Berufseinstieg und Berufstätigkeit von Absolventen des Studiengangs Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (vormals Kulturpädagogik) der Universität Hildesheim

Befragung von Lehrenden im Kulturmanagement (Prof. Dr. Birgit Mandel)

Schriftlich befragt wurden insgesamt 15 Lehrende aus den einschlägigen Studiengängen, die für das Berufsfeld Kulturmanagement im weitesten Sinne ausbilden. 9 der Befragten stammen aus Aufbaustudiengängen mit Master- oder Magister-Abschlüssen, die explizit die Studiengangsbezeichnung Kulturmanagement tragen, 6 der Befragten stammen aus grundständigen Studiengängen, die zur Zeit noch mehrheitlich mit dem Diplom abschließen.

Die Mehrzahl der Studiengänge hat einen besonderen Schwerpunkt im Kulturmanagement, so etwa im Bereich Kulturpolitik, Kultursoziologie, Kultur und Sozialarbeit.

Mit nur einer Ausnahme verfolgen alle in ihrem Curriculum jedoch einen generalistischen Ausbildungsansatz, der ein weites Spektrum von Kulturmanagementkompetenzen herausbilden will.

Neue Herausforderungen und Kompetenzen im Kulturmanagement (Prof. Dr. Birgit Mandel)

Von Oktober 2006 bis Mai 2008 war das Institut für Kulturpolitik Partner eines durch das EU-Programm Leonardo geförderten Forschungsprojekts zu neuen Herausforderungen in der Kulturmanagement-Ausbildung im europäischen Vergleich. Geleitet wurde das Projekt in Deutschland von Dr. Birgit Mandel.

Weitere an dem Projekt beteiligte Hochschulen waren Oxford Brookes, Großbritannien, Humanities Polytechnic, Finnland, Vilnius Academy of Fine Arts, Litauen, Jagiellonian Universität Krakau, Polen, South-West-University Neofit Rilsky, Bulgarien, Université Lyon Frankreich sowie Aries Formazione Neapel, Italien.

Projektziele waren die Identifikation zukünftiger Anforderungen im Kulturmanagement, die Evaluation bestehender Curricula und die Entwicklung eines gemeinsamen Curriculums einschließlich neuer innovativer Lehrformen. Das Projekt wollte damit zur weiteren Professionalisierung von Kulturmanagement als einer zukunftsträchtigen akademischen Studien- und Forschungsdisziplin beitragen. Ein Fokus des Projekts lag auf der Herausbildung von Management-Programmen und Kompetenzen für Kulturmanager in solchen Institutionen und Arbeitsfeldern, die darauf abzielen, die Teilnahme an Kunst und Kultur vor allem von kulturfremden und sozial benachteiligten Gruppen zu erweitern.

Alle am Projekt beteiligten Studiengänge arbeiteten auf nationaler Ebene mit einem Netzwerk aus öffentlichen und öffentlich geförderten Kulturinstitutionen sowie kulturpolitischen Verbänden zusammen, die sowohl in die Evaluation, die Programmentwicklung und die Erprobungsphase des Programms einbezogen wurden.

In einem ersten Arbeitsschritt wurden im Dezember 2006 unter Mitwirkung von Studierenden insgesamt 43 leitende Mitarbeiter aus diesen Institutionen deutschlandweit befragt zu neuen Herausforderungen im Kulturmanagement, zu den dafür erforderlichen Kompetenzen und Qualifikationen sowie dem Verhältnis von universitärem Kulturmanagementstudium und kultureller Praxis.