DFG-Projekt „Strukturwandel der Kulturnachfrage als Auslöser von Anpassungs- und Innovationsprozessen an öffentlichen Stadt- und Staatstheatern“

Sonntag, 08. April 2018  / Alter: 98 Tage

Das am Institut für Kulturpolitik angesiedelte Teilprojekt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekts „Krisengefüge der Künste: Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart unter Gesamtleitung der Theaterwissenschaften LMU München, startete im Februar.

Das Projekt des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wird geleitet von Prof. Dr. Birgit Mandel, Institut für Kulturpolitik in Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern Charlotte Burghardt und Moritz Steinhauer.

Unter kulturpolitischer und kulturmanagerialer Perspektive soll empirisch untersucht werden, ob und wie öffentliche Theater im Zusammenhang mit dem Strukturwandel der Kulturnachfrage ihr Verhältnis zu Publikum und Bürgergesellschaft neu definieren und mit welchen Veränderungsstrategien sie agieren. Zugleich soll ermittelt werden, wie unterschiedliche Besucher- und Bevölkerungsgruppen Stadt- und Staatstheater wahrnehmen.

Hauptantragsteller des mit insgesamt 2,3 Millionen Euro geförderten, auf drei Jahre Laufzeit angelegten Projekts ist das Institut für Theaterwissenschaften der LMU München (Prof. Dr. Christopher Balme; Dr. Bianca Michaels); weitere Teilprojekte werden durchgeführt von der Universität Hannover (Prof. Dr. Axel Haunschild in Kooperation mit Prof. Dr. Franziska Schößler Trier), der Universität Gießen (Prof. Dr. Gerald Siegmund), der Universität Münster (Prof. Dr. Annette Zimmer in Kooperation mit Dr. Eckhard Priller Berlin) und der Forschungsstelle Musiktheater Bayreuth (Prof. Dr. Anno Mungen).

 

Inhalte und Methoden des Forschungsprojekts

Das Projekt der Universität Hildesheim besteht aus vier aufeinander bezogenen empirischen Forschungssträngen:

1. Diskursanalyse

Ermittelt werden die zentralen Argumente des kulturpolitischen und theaterpolitischen Fachdiskurses zu den Ansprüche und Erwartungen an öffentliche Theater in Bezug auf Publikum bzw. Bevölkerung.

2.Quantitative Befragung aller Intendant/innen und Dramaturg/innen der Stadt-und Staatstheater in Deutschland

Zentrale Themen der Befragung sind der Strukturwandel des Publikums, das Verhältnis zwischen Theater und Publikum, kulturpolitische Ansprüche im Hinblick auf das Publikum, der mögliche Handlungsbedarf für die Theater.

3. Repräsentative Befragung der Bevölkerung an einem Theaterstandort

Die Themen der Befragungen sind die kulturellen Interessen, die Nutzung des kulturellen Angebots und insbesondere des Theaters (Besucher/innen und der Nicht-Besucher/innen), Meinungen zu den Aufgaben von Theater, das Image von öffentlichen Theatern.

4. Fallstudien

Analyse der Angebots- und Nachfrage-Situation an vier ausgewählten Theatern:

Maxim Gorki Theater, Berlin; Staatstheater Hannover; Theater für Niedersachen, Hildesheim; Theater Chemnitz (angefragt)