Dr. Guidi, Lucilla (PostDoc)

Performance und Sprachspiele als transformative Ereignisse. Zum systematischen Verhältnis ästhetischer und philosophischer Übungen anhand von Guðjónsdóttirs somatischer Choreografie und Wittgensteins Sprachphilosophie

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, eine systematische Verbindung zwischen ästhetischer und philosophischer Praxis herzustellen: Einerseits wird die somatische Performance der Choreografin Margrét Sara Guðjónsdóttir phänomenologisch beschrieben. Andererseits wird diese Performance in Verbindung mit Wittgensteins philosophischer Praxis gebracht. Dadurch wird gezeigt, dass sowohl die somatischen Erfahrungen, die in der Performance aufgeführt werden, als auch Wittgensteins Sprachspiele weder als Aktivitäten eines isolierten Subjekts noch als bloße passive Widerfahrnisse verstanden werden können. Sie lassen sich vielmehr anhand der altgriechischen Grammatik des Mediums als transformative Ereignisse aufzeigen, die sprachsomatische Übungen verlangen, in denen gelernt wird, von der ästhetischen und d. h. sinnlichen und sozialen Dimension unserer alltäglichen Lebenspraxis aktiv affiziert zu werden. 

Zur Person

Dr. phil. Lucilla Guidi studierte Philosophie in Rom und Freiburg und schloss im Jahr 2014 eine binationale Promotion zwischen Deutschland und Italien über die performative Dimension der Heidegger’schen Phänomenologie ab. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoktorandin an der Technischen Universität Dresden und Visiting Scholar an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Phänomenologie, Performativität, Wittgensteins Sprachphilosophie als Praxis.