Musikalische Vielfalt im Austausch: 12. internationaler Doktorand*innen-Workshop am CWM

Montag, 11. Juli 2022 um 08:00 Uhr

Doktorand*innen aus vielen Teilen der Welt kamen vom 21. bis zum 24. Juni wieder am Center for World Music (CWM) in Hildesheim zusammen, um sich über ihre Forschungsprojekte zur Musikethnologie auszutauschen.

Der Internationale Doktorand*innen-Workshop wird jedes Jahr in Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover organisiert und konnte nach einer zweijährigen Pause aufgrund der Pandemie erstmalig wieder am CWM stattfinden. Eine Woche lang tagten über 30 Musikethnolog*innen aus Serbien, Ghana, Malaysia, Finnland, Australien, den USA und zahlreichen anderen Ländern der Welt im Center for World Music in der ehemaligen St. Timotheus-Kirche. Inmitten einer Sammlung von Musikinstrumenten aus der ganzen Welt präsentierten die Doktorand*innen einander ihre Promotionsprojekte.

“This exchange was for my PHD research most valuable. I got really good suggestions from professors and other participants”, erzählt die Doktorandin Jelena Joković aus Belgrad, Serbien. Sie vergleicht in ihrer Forschung Brass-Bands aus Serbien mit solchen aus Zentraleuropa. Lucas Henry aus Illinois, USA, welcher untersucht, wie EU-Politik die Pop-Musik beeinflusst, wollte ursprünglich vor zwei Jahren an das Center for World Music kommen. Aufgrund der Pandemie musste der Doktorand*innen-Workshop damals jedoch ausfallen. Auch, wenn Henry seine Promotion mittlerweile erfolgreich abgeschlossen hat, konnte er beim diesjährigen Workshop Inspiration für seine zukünftige Forschung sammeln: “I got new ideas. For me this workshop was a basis for what comes next. It was great to hear what the students and senior colleagues are working on.”

Besonders bereichernd, erzählt Richardson Commey, der an der University of Cape Coast in Ghana promoviert, waren für ihn die Diskussionen, die nach den offiziellen Präsentationen in den Pausen weitergeführt werden konnten. Beim gemeinsamen Mittag- und Abendessen im Garten des CWM, bei einer Stadttour durch Hildesheim und einer kleinen Abschlussparty konnten die Promovierenden sich weiter austauschen und internationale Kontakte knüpfen, was in dem kleinen Forschungsgebiet der Musikethnologie besonders wichtig ist: „It was exiting to meet the grandfather of ethnomusicology in person and hear their perspective”, berichtet Commey. Zum Abschluss der Woche gab Karimatu Dauda, die an der University of Maiduguri in Nigeria promoviert, einen kleinen Workshop zum Bansuwe Dance, den sie in ihrer Forschung betrachtet. Dieser traditionelle Tanz der Bura aus Nordostnigeria wird bei Hochzeiten und auf anderen Feierlichkeiten getanzt.

Die Workshoptage wurden mit der diesjährigen Keynote Lecture von Martin Stokes aus Großbritannien abgeschlossen. Er forscht am King´s College in London zu musikethnologischen Landschaften untern anderem im mediterranen und mittleren östlichen Raum. Außerdem veröffentlichte er schon mehrere Publikationen, darunter The Republic of Love: Cultural Intimacy in Turkish Popular Music (Chicago 2010). Aus einer anatolischen Perspektive beschäftigt er sich in seiner aktuellen Forschung mit der Musik der Region nördlich des Euphrats, sowie der safawidisch-osmanischen Grenzgebiete und reflektiert sie im Hinblick auf aktuelle kritische Fragen und den Aspekt "deep time", also die Verschiebungen zwischen menschlicher Aktivitäten und dem Rhythmus der Natur.

 

Weitere Informationen

Das musikethnologische Zentrum Center für World Music der Universität Hildesheim fördert musikalische Diversität und schafft einen Raum für internationale musikalische Begegnungen. Eine umfangreiche Sammlung von Musikinstrumenten und Tonträgern aus der ganzen Welt ermöglicht die Erforschung und Vermittlung globaler Musiktraditionen.

 


Fotos: Mara Schrey