Sprachlernprojekt in der Berufsschule und Grundschule

Montag, 02. Oktober 2017  / Alter: 17 Tage

270 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt der Universität Hildesheim seit 2015 eine wertvolle Zusatzqualifikation aufgebaut, sie begleiten Kinder und Jugendliche beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Uni kooperiert dabei mit einer Hildesheimer Berufsschule und Grundschule. Die Klosterkammer Hannover unterstützt das Uni-Projekt.

Studentinnen und Jugendliche beim Lernen in der Walter-Gropius-Berufsschule in Hildesheim. Nicole Winckler (Bild unten) ist eine von 270 Studierenden im Uni-Sprachlernprojekt, sie hat zuerst ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Englisch abgeschlossen und spezialisiert sich im Masterstudium an der Universität Hildesheim nun auf den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Fotos (2): Isa Lange/Uni Hildesheim, Foto (1): Mellanie Caglar/Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim unterstützen im Sprachlernprojekt seit Herbst 2015 Kinder und Jugendliche, die erst seit kurzem in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Zunächst haben die Studierenden täglich in einer Erstaufnahmestelle Deutschkurse für Geflüchtete angeboten. Nach der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung hat sich das Sprachlernprojekt auf zwei Standorte in Hildesheim konzentriert und arbeitet seit Herbst 2016 mit der Grundschule Nord und der Walter-Gropius Berufsschule zusammen, an beiden Schulen hat sich das Projekt sehr gut etabliert, sagt Annette Lützel, die das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim koordiniert.

Für die Schulen sei der zusätzliche Unterricht durch das Projekt sehr wichtig und hilfreich, da der Unterricht in den Sprint- und Sprachlernklassen aufgrund der unterschiedlichen Sprachniveaus und Bildungshintergründe eine große Herausforderung darstelle. Vor allem die Berufsschule steht mit zwölf Sprint- und Sprachlernklassen vor einer großen Aufgabe, sagt Lützel. Mit dem Sprachlernprojekt kann die Universität Hildesheim Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen und zum Teil mit einer Eins-zu-Eins-Betreuung intensiv fördern und so den Anschluss an den Regelunterricht ermöglichen.

An beiden Schulen führen die Studentinnen und Studenten nach dem regulären Unterricht einen Sprachunterricht durch, der den Unterricht in den Sprachlernklassen ergänzt und vertieft. „Dabei können wir – anders als in den Sprachlernklassen selbst – einen sehr intensiven Unterricht gestalten, in dem die Schülerinnen und Schüler individuell betreut werden“, sagt Annette Lützel. In der Berufsschule arbeiten täglich zehn Studierende, auch in der Grundschule unterrichten täglich zehn Studierende. Die Studentinnen und Studenten werden dabei immer von zwei Lehrkräften angeleitet, die auf den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ spezialisiert sind. Nach einer gemeinsamen Einführungsphase zu den jeweiligen Unterrichtsinhalten beginnt die Arbeit in kleinen Gruppen. „Die Jugendlichen können dadurch sehr intensiv lernen und wir können leistungsheterogene Gruppen auch leistungsdifferenzierter unterrichten“, so Lützel.

Neben den für den Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schülern kommen täglich auch viele Jugendliche aus eigener Initiative in den Unterricht, berichtet Annette Lützel. Deren Engagement ist so groß, dass die Universität in den Sommerferien eine Sommerschule an der Uni für die Jugendlichen der Berufsschule angeboten hat.

Bei den Studentinnen und Studenten – viele aus dem Lehramtsbereich – ist das Projekt sehr beliebt, da sie hiermit eine Zusatzqualifikation erwerben, die für die spätere Berufspraxis sehr hilfreich ist und die sonst nicht im Rahmen des Studiums erworben werden kann, so Lützel. „Wir haben deshalb statt der geplanten Zahl von 120 Studierenden für dieses Jahr schon 140 Studierende zugelassen, weitere befinden sich noch auf unserer Warteliste oder haben sich bereits für die ersten beiden Durchgänge 2018 angemeldet.“ Seit Projektbeginn im Oktober 2015 wurden, mit den Durchgängen Januar und April 2017, insgesamt 191 Studierende qualifiziert, bis Ende des Jahres werden es 271 Studierende sein. Das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim ist ein durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördertes Projekt zur Qualifizierung von Studierenden für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Klosterkammer Hannover und der Niedersächsischen Lotto-Sport Stifung.

Die Universität bildet mit rund 2600 Studierenden einen Großteil der Grund-, Haupt- und Realschullehrer in Niedersachsen aus.

Wie kann ich im Sprachlernprojekt mitwirken? Hier erfahren Sie mehr!

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

Von: Pressestelle, Isa Lange

Studentinnen und Jugendliche beim Lernen in der Walter-Gropius-Berufsschule in Hildesheim. Nicole Winckler (Bild unten) ist eine von 270 Studierenden im Uni-Sprachlernprojekt, sie hat zuerst ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Englisch abgeschlossen und spezialisiert sich im Masterstudium an der Universität Hildesheim nun auf den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Fotos (2): Isa Lange/Uni Hildesheim, Foto (1): Mellanie Caglar/Hildesheimer Allgemeine Zeitung