Online-Workshop: „Wie umgehen mit Rassismus, Sexismus und Antisemitismus in klassischen Werken der Philosophie? Workshop am Beispiel Rassismus bei Kant“

Donnerstag, 21. Januar 2021 um 13:00 Uhr

Wie können wir in der akademischen Praxis z.B. über eine rassistische Textstelle sprechen, ohne den Rassismus zu reproduzieren und ohne Einzelne in eine Betroffenheit zu weisen und Verletzungen zu erzeugen?

Donnerstag, 21. Januar 2021 von 13.00 - 15.30 Uhr

Zum Thema

Die Philosophie mag die Dringlichkeit der theoretischen Beschäftigung mit Rassismus, Sexismus und Antisemitismus zwar erkannt haben, doch hat sie diese bislang (noch) nicht in die eigene akademische Praxis integriert: Während sie sich stetig an den Klassikern ihres Kanons abarbeitet, findet die Auseinandersetzung mit rassistischen, sexistischen und antisemitischen Textstellen in klassischen philosophischen Werken – wenn sie überhaupt geleistet wird – ausschließlich in der Politischen Philosophie statt.

Die Beschäftigung mit RSA in der Philosophie sollte dabei nicht allein auf textlicher Ebene verbleiben; genauso sollte es sie sich zur Aufgabe machen, ihre akademischen Strukturen und ihre wissenschaftliche Praxis kritisch zu durchleuchten. Denn wie umgehen, wenn plötzlich eine Textstelle im akademischen Kontext diskutiert wird, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts herabsetzt? Und: Wie können wir in der akademischen Praxis z.B. über eine rassistische Textstelle sprechen, ohne den Rassismus zu reproduzieren und ohne Einzelne in eine Betroffenheit zu weisen und Verletzungen zu erzeugen?

Zum Workshop

Der Workshop setzt, in einem ersten Schwerpunkt (Textanalyse), bei den gegenwärtigen Debatten über Kants Rassismus an, greift prominente Positionen auf und diskutiert diese an exemplarischen Textstellen aus Kants Werken. Hierbei geht es einerseits um die Ebene der Sichtbarkeit, andererseits um die Entwicklung einer kritischen Kommentierungspraxis. Der zweite Schwerpunkt (praktische Wirkungen) befasst sich mit dem Umgang von RSA in der akademischen Praxis: Mithilfe welcher solidarischen Praktiken kann eine Vermittlung der Ebene philosophischer Auseinandersetzung mit ihren praktischen Wirkungen, mit Erfahrungen von Rassismus gelingen?

Beteiligte

Workshopdurchführung: Hannah Chodura, Lisa Gleis

Digitales Konzept: Lisa Gleis, Danilo Gajic, Hannah Chodura

wieumgehenmitrsa.uni-jena.de

 

Die Veranstaltung wird von der Fachschaft der Philosophie an der Stiftung Universität Hildesheim organisiert und durch das Institut für Philosophie finanziell unterstützt.

 

Anmeldung

Bei Interesse für den Workshop ist die Anmeldung bis zum 05. Januar 2021 per Mail an fsphil(at)uni-hildesheim.de möglich.

Bitte Name und Email angeben, über die wir euch auf dem Laufenden halten sollen.

Sollten mehr Anmeldungen als freie Plätze zum Workshop eingehen, werden wir nach Reihenfolge des Eingangs entscheiden. Wir melden uns diesbezüglich bei euch. Für eine optionale individuelle Einarbeitung in die Workshopthemen werden wir im Vorfeld der Veranstaltung dann auch Materialien bereitstellen.