Gruppenausstellung „Spread:“ vom 12. April – 23. Juni 2019

Donnerstag, 11. April 2019 um 17:36 Uhr

Eröffnung der Ausstellung "Spread:" des Kunstvereins am Donnerstag den 11.04. um 19.00 Uhr im Kehrwiederturm Hildesheim.

»spread: Ruth van Beek, Thomas Mailaender, Anika Schwarzlose, Mariken Wessels und Erik van der Weijde - artist-as-curator: Lotte Reimann «

"Ich mag / ich mag nicht" hat Roland Barthes in seiner Hellen Kammer zum erkenntnisleitenden Kriterium seiner Betrachtungen der Fotografie gemacht und – in Abgrenzung zur "mathesis universalis" - den radikalen Subjektivismus einer "mathesis singularis" entworfen. Spread: verdankt sich einer Art "mathesis dualis" - dem Zusammentreffen des Kurators Torsten Scheid mit der Künstlerin Lotte Reimann vor ihrem Bücherschrank.

Das Bücherregal von Lotte Reimann - Artist-as-Curator im Kunstverein Hildesheim - lieferte die Initialzündung zur Ausstellung Spread:, die kontextuellen oder narrativen Formen des fotografischen Ausdrucks und vergleichbaren Bildauffassungen gewidmet ist: Dem Buch als Form, einer New Appropriation als künstlerischer Strategie im Internetzeitalter und der Fotografie als Medium subjektiver Geschichtsschreibung und lakonischer Wirklichkeitsbeschreibung.

Die Ausstellung präsentiert eine junge Generation internationaler, vorwiegend niederländischer Künstler_innen. Diese eignen sich gefundenes fotografisches Material an, stellen es in neue Kontexte, überarbeiten oder beschriften es, kombinieren es mit eigenen Fotografien und führen es zu additiven Serien oder narrativen Clustern zusammen. Häufig stehen dabei Archive im Mittelpunkt der gezeigten künstlerischen Arbeiten. 

Das private Bildarchiv mit erotischen Fotografien bei Mariken Wessels "Taking off, Henry my Neighbor" etwa oder das in London gegründete "Archive of Modern Conflict" mit dessen Exponaten sich Thomas Mailaender bei "Illustrated People" beschäftigt hat. Ähnliche historische Bezüge, insbesondere auf den Nationalsozialismus, weist die Serie "Der Baum" von Erik van der Weijde auf, auch wenn er die Fotografien in diesem Fall selbst erstellt hat. Auf den Kalten Krieg verweist die Arbeit "Disguise and deception" von Anika Schwarzlose, die sich auf ein Militärfotoarchiv der NVA gründet. Den Ausgangspunkt für "How to do the flowers" von Ruth van Beek bildete ihre eigene umfangreiche Sammlung von Ratgeberliteratur. 

Weiter Informationen finden Sie auf der Seite des Kunstvereins Hildesheim.