"Ästhetische Praxis als Gegenstand und Methode der Kulturwissenschaften": Ringvorlesung im Sommersemester 2026
Mittwoch, 15. April 2026 - 11:26 Uhr
Ästhetische Praxis adressiert die Künste und geht doch weit über diese hinaus. Ästhetische Praxis wird an der Universität Hildesheim als ein Gegenstand und eine Methode verstanden, durch die sich die klassische Ästhetik – und damit auch zentrale Positionen des europäischen Kunstverständnis‘ – auf dreifache Weise überschreiten und transformieren lassen:
Erstens, durch die Beobachtung und Analyse außer-künstlerischer ästhetischer Phänomene in der Alltags- und Konsumkultur, in den Medien sowie in Digitaler- und Populärer Kultur. Zweitens, im Blick auf außereuropäische ästhetische Praktiken und der sie begleitenden Theoriebildungen und drittens, indem Bildungs- und Vermittlungsprozesse samt ihrer kulturpolitischen Rahmungen und philosophischen Annahmen als eine Form ästhetischer Praxis befragt werden.
Die Ringvorlesung nimmt diese Entgrenzungen auf und bezieht sie in diesem Semester auf die Form und den Inhalt des Projektsemesters: „Taking Care“. Was für eine Lehr- und Lernform zwischen Theorie und Praxis ist das eigentlich, das Projektsemester? Welche (ästhetischen wie sozialen) Prozesse finden dabei statt und können wie reflektiert werden? Welche ästhetischen Praktiken und Formate kommen (oft, selten, häufig) zur Anwendung? Und gibt es einen thematischen roten Faden in der kulturellen und ästhetischen Sorgearbeit, der für die Projekte auf praktische Weise erkenntnisleitend sein kann? Dozierende und Gäste stellen ihre Perspektiven auf das Projektsemester und seine immer wieder neuen ungelösten Fragen vor.