Universität Hildesheim - Meldungen - Fachbereich 1 https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Fachbereich 1 de-de Stiftung Universität Hildesheim Sun, 15 Dec 2019 03:00:49 +0100 Sun, 15 Dec 2019 03:00:49 +0100 TYPO3 EXT:news news-17999 Tue, 10 Dec 2019 13:46:07 +0100 Sozialpsychologie: Psychologieprofessor Andreas Mojzisch in DFG-Fachkollegium gewählt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sozialpsychologie-psychologieprofessor-andreas-mojzisch-in-dfg-fachkollegium-gewaehlt/ Professor Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie wurde in das DFG-Fachkollegium Psychologie, Fach „Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie“, gewählt. In dem Gremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird der Hildesheimer Professor von 2020 bis 2023 mitwirken. Die insgesamt 49 Fachkollegien der DFG bestehen aus Forscherinnen und Forschern aus dem deutschen Wissenschaftssystem, die ihre Arbeit entweder in Sitzungen oder in einem schriftlichen Verfahren wahrnehmen. Die Fachkollegien bewerten die Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben. An der diesjährigen DFG-Fachkollegienwahl konnten rund 150 000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Insgesamt haben rund 53 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Wahl teilgenommen und ihre bis zu sechs Stimmen elektronisch auf 1659 Kandidierende verteilt. 

Durch ihr Urteil gewährleisten die DFG-Fachkollegien die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Andreas Mojzisch ist der einzige Wissenschaftler aus Hildesheim, der in dieser Periode im DFG-Fachkollegium mitwirkt.

Sozialpsychologie in Hildesheim

Andreas Mojzisch forscht und lehrt seit 2011 als Professor für Sozialpsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Seine Froschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gruppenentscheidungen und Gruppenurteile, Arbeit und Gesundheit, soziale Identität und Stress sowie Social Neuroscience.

In der Hildesheimer Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die sozialen Aspekte von Urteils- und Entscheidungsprozessen und wie Menschen unter verschiedenen sozialen Rahmenbedingungen in Gruppen diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. Darüber hinaus untersucht die Arbeitsgruppe zum Beispiel, wie ein Gemeinschaftsgefühl in belastenden Situationen als Stresspuffer helfen kann.

Derzeit leitet Mojzisch unter anderem das DFG-Forschungsprojekt „Sozialer Einfluss und perzeptuelle Entscheidungen“, gemeinsam mit Markus Germar, sowie das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderte Projekt „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“.

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Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen
news-17942 Tue, 10 Dec 2019 09:21:00 +0100 Gleichstellungszukunftskonzept der Uni Hildesheim positiv evaluiert https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/gleichstellungszukunftskonzept-der-uni-hildesheim-positiv-evaluiert/ Im Professorinnenprogramm von Bund und Ländern wurde das Zukunftskonzept der Universität Hildesheim positiv evaluiert. Ein Ziel der Universität ist es, den Frauenanteil an Professorinnen zu erhöhen. Die Universität Hildesheim gehört zu den Hochschulen, deren Gleichstellungszukunftskonzept positiv evaluiert wurde. 15 niedersächsische Hochschulen, die sich mit ihren Zukunftskonzepten zur Gleichstellung um eine Förderung in der dritten Phase des Bund-Länder-Professorinnenprogramms beworben hatten, wurden in den ersten beiden Runden durch ein externes wissenschaftliches Expertinnen- und Expertengremium positiv bewertet. Bundesweit hatten sich 182 Hochschulen beworben, davon waren 139, also 76,4 Prozent, erfolgreich. „In Niedersachsen forschen und lehren herausragende Wissenschaftlerinnen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die ausgezeichneten Hochschulen – darunter die Universität Hildesheim – zeigen, „dass es sich lohnt, gemeinsam chancengerechte Strukturen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsbetrieb zu entwickeln“.

Die Universität Hildesheim musste in dem bundesweiten Wettbewerb belegen, dass ergriffene Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. Im Zukunftskonzept heißt es: Auf Ebene der Personalstruktur hat die Universität sich zum Ziel gesetzt, langfristig auf allen Qualifikationsstufen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Um dies zu realisieren, gilt es kurz- und mittelfristig, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, den Frauenanteil an Nachwuchswissenschaftler_innen zu steigern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern (Themen sind diesbezüglich: Teilzeitarbeit, Befristung von Arbeitsverträgen, Höhe des Lehrdeputats) sowie Geschlechterstereotype abzubauen, um sich ausgeglichenen Frauen- und Männeranteilen in den einzelnen Studiengängen anzunähern.

„In die Entwicklung des Gleichstellungszukunftskonzeptes haben zahlreiche  Mitglieder der Universität viel Arbeit investiert. Viele haben sich mit großem Engagement beteiligt und so zu dem Erfolg beigetragen“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim.

Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln

Die Universität Hildesheim hat nun die Möglichkeit, für bis Ende 2020 neu berufene Professorinnen eine anteilige Finanzierung in Höhe von bis zu 123.000 Euro pro Professorin jährlich für fünf Jahre zu erhalten (insgesamt 1 230 000 Euro). Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität wiederum Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.

„Jetzt haben wir die Chance, zwei Regelprofessuren geltend zu machen. Wir müssen nun Professorinnen in Bewerbungsverfahren berufen, um vom Bund eine 50%-Ko-Finanzierung zu erhalten. Mit den frei werdenden Mitteln sowie zusätzlichen Mitteln des Landes sollen bereits etablierte Personalentwicklungsmaßnehmen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses fortgesetzt und neue Maßnahmen auch zum Themenfeld Digitalisierung initiiert werden. Wir möchten zum Beispiel auch das ProKarriere-Mentoring für Studentinnen und Absolventinnen fortführen, um sie in ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten und zu einer wissenschaftlichen Karriere ermutigen“, so Silvia Lange.

Auch in den vorigen Phasen des Professorinnenprogramms war die Universität Hildesheim erfolgreich

Bereits in den beiden vorangegangen Phasen des Professorinnenprogramms 2007 bis 2012 sowie 2012 bis 2017 war die Universität Hildesheim erfolgreich mit zunächst zwei und dann drei Professuren.

Aktuell (Stand 01.12.2017) sind an niedersächsischen Hochschulen 25,8 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt (bundesweit: 24,1 Prozent). Der Frauenanteil an den Professuren an der Universität Hildesheim ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich von 32% 2007 auf 41% Ende 2018 erhöht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.

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Fachbereich 1 Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
news-17978 Fri, 06 Dec 2019 10:06:18 +0100 Professorin für Gender und Bildungskulturen: Britta Hoffarth https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professorin-fuer-gender-und-bildungskulturen-britta-hoffarth/ Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth forscht und lehrt als Professorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim. Im Januar 2020 lädt die Professorin zur internationalen Jahrestagung ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts debattieren über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen. Prof. Dr. Britta Hoffarth forscht und lehrt als Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, der Universität Hildesheim. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Professorin  gehören Geschlecht, Medien und Körper. Aktuell stehen die Untersuchung von Hate Speech in digitalen Medien im Mittelpunkt ihres Forschungsinteresses. Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim, in dem Inhalte der Geschlechterforschung (ZfG) der Universität gebündelt und national und international vernetzt werden.

Britta Hoffarth wurde 1975 im sauerländischen Arnsberg geboren und studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld. Sie promovierte mit einer Arbeit über „Performativität als medienpädagogische Perspektive“. Hoffarth arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld mit den Schwerpunkten Kulturarbeit und Soziale Arbeit, war Gastdozentin der School of Education der University of Sheffield in Großbritannien, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs „Bildungstheorie und kulturwissenschaftliche Bildungsforschung“ der Universität Halle/Wittenberg und Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Frankfurt. Sie vertrat die Professur für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Migrationspädagogik und Kulturarbeit der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld.

2017 folgte die Habilitation an der Universität Frankfurt mit der Arbeit „Profane Praktiken. Dekorative Körpertechniken in der weiblichen Adoleszenz unter bildungstheoretischer Perspektive“.

Warum sie sich für Hildesheim entschieden hat, begründet die Professorin so: „Hildesheim bietet einen gut vernetzten Schwerpunkt transdisziplinärer Geschlechterforschung, in dem Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geleistet wird.“

Im Wintersemester lehrt Professorin Britta Hoffarth zum Beispiel zentrale Begriffe und Problemstellungen der Erziehungswissenschaft in der Vorlesung „Einführung in die Erziehungswissenschaft“. Außerdem veranstaltet sie gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro sowie Kolleginnen aus dem Institut Erziehungswissenschaft und dem Institut Sozial- und Organisationspädagogik die öffentliche Ringvorlesung „Digitalität, Geschlecht und Macht“. Digitale Technologien und neue Medien durchdringen zunehmend den gesamten Alltag – mit weitreichenden Veränderungsprozessen in allen Lebensbereichen. Geschlecht wird dabei kaum als ein wichtiger Faktor in der Erforschung von Digitalisierungsprozessen berücksichtigt. In der Ringvorlesung „Digitalität, Gender und Macht“ werden Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Warum  werden Dienstleistungs- und Pflegeroboter mit weiblichen und Sicherheitsroboter mit männlichen Attributen ausgestattet? Welche sozialen Konsequenzen hat die Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Verschiebungen ergeben sich für das Verständnis von Öffentlichkeit?

Internationale Tagung zu Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen

Im Januar 2020 lädt Professorin Britta Hoffarth zur dritten, diesmal internationalen Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung nach Hildesheim ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts, debattieren über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen.

Die Vorträge befassen sich zum Beispiel mit den Themen „Eine gute Mutter sollst du sein! Zur Vergeschlechtlichung von Handlungsanweisungen in Gesundheitsratgebern“, „Gender und sexuelle Identität im Spannungsfeld extrem rechter und rechtspopulistischer Ideologien“, „Aufführungen von Geschlechtlichkeit in (post-)digitalen Jugendkulturen“ und „Jungenliteratur als Medium einer ge-schlechtsspezifischen Sozialisation“. Die Konferenz „Feministische Perspektiven auf Medien“ ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

Program und Anmeldung zur Konferenz

Antrittsvorlesung

Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth hält am Mittwoch, 11. Dezember 2019, ihre Antrittsvorlesung. Die Professorin für Gender und Bildungskulturen spricht über das „Anders Werden“ und gibt Einblicke in ihre Forschung an der Universität Hildesheim. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Anders Werden“ beginnt um 18:00 Uhr im Musiksaal (Gebäude K) am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

„Die Vorlesung widmet sich einem Nachdenken über das ‚Anders Werden‘. Damit sind zwei grundlegende erziehungswissenschaftliche Problemstellungen angedeutet: Erstens die des Werdens als individuelle wie auch gesellschaftliche Facette des Heranwachsens, des sozialen Wandels, der Veränderung und zweitens die Facette von Andersheit als Differenz, die für die Annahme von Transformationen bedeutsam ist und ebenso ein Moment sozialer Machtverhältnisse kennzeichnet“, sagt Britta Hoffarth.

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news-17927 Sun, 01 Dec 2019 09:35:00 +0100 Eröffnung des Graduiertenzentrums und Promotionsfeier https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/eroeffnung-des-graduiertenzentrums-und-promotionsfeier/ In dieser Woche hat die Universität Hildesheim das neue Graduiertenzentrum eröffnet. Das Graduiertenzentrum unterstützt die Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Universität Hildesheim durch ein breites Spektrum an Angeboten zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung. Zudem wurden während der Promotionsfeier 60 Personen, die ihre Promotion seit Herbst 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, feierlich gewürdigt. Die Angebote des Graduiertenzentrums zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung sind überfachlich ausgerichtet und orientieren sich an den Bedarfen der Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

Die fächerübergreifende Serviceeinrichtung stellt unter anderem Informationen bereit, fördert den Austausch und macht Qualifizierungsangebote zu Themen wie zum Beispiel „Publikationsstrategien“, „Forschungsdatenmanagement“ oder „Forschungsethik und Forschungs-verantwortung“.

„Das Graduiertenzentrum ist Teil der Minerva-Entwicklungsplanung der Universität. Wir freuen uns, dass wir mit dem Festakt unsere Arbeit aufnehmen können. Die Geschäftstelle des Zentrums wird Dr. Svea Korff inne haben. Das Zentrum sollte zum Ort und zur Plattform für die verschiedenen Gruppen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden. Mit dem Thema des Eröffnungsvortrages, der die vielfältigen Wege in die Wissenschaft fokussiert, wird auch an das Leithema „Diversität“ der Universität angeknüpft“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Anlässlich der Eröffnung des Graduiertenzentrums dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der Vizepräsidentin für ihren Einsatz. „Professorin Baader hat die Frage, wie wir mit der Graduiertenförderung umgehen, früh auf die Agenda ihrer Vizepräsidentschaft gesetzt. Das Graduiertenzentrum ist ein Bestandteil unserer Entwicklungsplanung. Diejenigen, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen, möchte ich ermuntern, an diesem Projekt der Universität teilzunehmen.“

Den Festvortrag während der Feierstunde hielt Dr. Anja Franz vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg zum Thema „Viele Wege führen zum Ziel: Qualifizierung in und für die Wissenschaft“. Der Doktortitel ist beliebt in Deutschland, nirgendwo sonst außer in den USA werden mehr Doktortitel vergeben. Die Wissenschaftlerin sprach unter anderem über kritische Ereignisse in der Promotionszeit. Man muss nicht glauben, dass das alles reibungslos verläuft, die Schwierigkeiten reichen von Bearbeitungsproblemen über die Strukturierung – wie schaffe ich es, die Promotion in meinen Arbeitsprozess zu integrieren? – bis zu Betreuungsproblemen, so Franz. Sie machte zudem deutlich, dass auf dem Weg zur Professur „der Flaschenhals dünner wird“.

Der Erziehungswissenschaftler Jonas Ringler  sprach über die „Perspektive der Promovierenden“ und die spezifischen Herausforderungen in der Promotionsphase. Er ist Mitglied der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Beirat aus externen und internen Mitgliedern begleitet die Arbeit des Graduiertenzentrums. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation.

Ihre Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums: Dr. Svea Korff 

Wer Fragen zum Graduiertenzentrum hat, erreicht Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums. Dr. Svea Korff hat sich in Ihrer Doktorarbeit mit „Abbruchgedanken von strukturiert Promovierenden“ befasst, sie ist zudem Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim.

Broschüre „Perspektive Promotion“ enthält Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim

Zur Eröffnung des Zentrums erschien auch eine Broschüre „Perspektive Promotion“, die Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim enthält und bei Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) oder Markus Weißhaupt (markus.weisshaupt@uni-hildesheim.de) zu erhalten ist.

Weitere Informationen über das Graduiertenzentrum

Promotionsfeier: 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahr ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt

Am gleichen Tag kamen etwa 110 Ehrengäste und Gäste während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim  zusammen. 60 Personen, die ihre Promotion zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt. Gleichzeitig geht ein herzlicher Dank an die Professorinnen und Professoren, die die Promotionen mit viel Engagement begleitet haben.

In diesem Jahr richtete das Dekanat des Fachbereichs 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ die fachbereichsübergreifednde Promotionsfeier aus. Den Festvortrag hielt der renommierte Kognitionswissenschaftler und Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Prinz, der bis zu seiner Emeritierung Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig war. Er sprach zum Thema „Bewusstsein erklären – wie geht das?“.

„Eine Promotion ist immer ein Highlight an einer Universität. Im Rahmen von Promotionen leisten die jungen Kolleginnen und Kollegen maßgebliche Beiträge zur Forschung in ihrem Fach. Eine Promotion stellt die Grundlage für eine wissenschaftliche Karriere dar. Auch außerhalb der Wissenschaft demonstriert ein Doktortitel, dass sich die betroffene Person intensiv mit einem Forschungsgegenstand auseinandergesetzt hat und hervorragend qualifiziert ist. Wir freuen uns über jeden, der die Phase der Promotion erfolgreich zu Ende gebracht hat und gratulieren im Namen der Universität“, sagt Professor Christina Bermeitinger, Dekan des Fachbereichs 1.

„An dieser Stelle danke ich allen sehr herzlich, die unsere jetzt Promovierten begleitet haben, die sie wissenschaftlich inspiriert,motiviert, unterstützt und betreut haben; Dank geht auch an diejenigen, die mit den Prozessen der Promotionen hier an der Universität zu tun hatten und von dieser Seite aus – in den Dekanaten, den Promotionsausschüssen und eventuell an weiteren Stellen – Begleitung waren; und Dank geht an diejenigen, die Rückhalt gegeben haben, in welcher Form auch immer, und Forschung dadurch ermöglicht wurde“, so Prof. Christina Bermeitinger.

Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen wurde in den Doktorarbeiten bearbeitet zum Beispiel:

  • „Konstruktion, Normierung und Validierung eines allgemeinen Entwicklungstests für Kinder unter 3 Jahren“
  • „Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen
  • „Gott und die Welt in Szene gesetzt. Idiote de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues“
  • „Prozessorientierte Visualisierung im Patent-Retrieval“
  • „Case-Factories: Maintenance Cockpit for distributed Case-baised Reasoning Systems“
  • „Developing Suastainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Apporaches and Software Support“
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news-17936 Wed, 27 Nov 2019 09:33:01 +0100 Interview mit Professor Wolf Schünemann über Hassrede im Internet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/interview-mit-professor-wolf-schuenemann-ueber-hassrede-im-internet/ Prof. Dr. Wolf Schünemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Wissenschaftler Einblicke in seine aktuelle Forschung. NDR Fernsehen, 24.11.2019
Hass gegen Politiker: Viele Abgeordnete betroffen
Gespräch mit Prof. Dr. Wolf Schünemann, Universität Hildesheim

Herr Professor Schünemann, in den letzten zwei Jahren haben Sie sich in einem Forschungsverbund mit der online geführten politischen Kommunikation auseinandergesetzt. Sie haben Facebook-Daten aus dem Bundestagswahlkampf 2017 analysiert. Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell?

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mehrerer Fachdisziplinen befasse ich mich nun in dem EU-Projekt „DeTACT“ mit der Detektion und möglichen Bekämpfung von Hassrede im Internet.

Wer ist an diesem Projekt beteiligt?

Die Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki hat maßgeblich die Partnerschaft zu den Computerlinguisten der Universität Antwerpen aufgebaut. Gleichzeitig ist die Computerlinguistik hier in Hildesheim beteiligt, Professor Ulrich Heid und Johannes Schäfer. Und von der politikwissenschaftlichen Seite sind Stefan Steiger und ich beteiligt.

Was genau untersuchen Sie in dem EU-Projekt? Wie blickt die Politikwissenschaft auf Hasskommentare, auf diese Entwicklung in unserer Gesellschaft?

Zunächst interessiert uns der politische Gegenstand: Bei Hasskommentaren, die sich gegen Politikerinnen und Politiker richten, haben wir einen besonderen Gegenstand zu fassen, der weitere Grenzen des Sagbaren zulässt als im privaten Bereich. Die Politikerinnen und Politiker bewegen sich als Personen öffentlichen Lebens in einem politischen Kampf. Da werden zum Teil aggressivere Statements gebracht, als wir sie gewohnt sind. Es werden Anfeindungen und Beleidigungen sichtbar, die von dem parteipolitischen Konflikt dann auch auf die Person abstrahlen. Die PolitikerInnen müssen sich also generell mehr gefallen lassen. Wir blicken in dem EU-Projekt auf diese politische Kommunikation. Da Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook untereinander diskutieren, mag da sehr viel andere Hassrede auffällig werden, dieser Herausforderung wollen wir in dem Projekt begegnen. Im Rahmen des EU-Projekts sollen Personen geschult werden, die bereit sind, in solchen Online-Foren aufzustehen und zu sagen: Das überschreitet eine Grenze, diese Hassrede geht zu weit, und eine Gegenrede entwickeln. Als Politikwissenschaftler sind wir an der Vorbereitung dieser Schulungsmaterialien beteiligt: Was ist eigentlich die politische Rede? Was ist schädliche Sprache im politischem Diskurs? Und wie sind die gesetzlichen Regelungen, was ist in Deutschland verboten und was ist in anderen Ländern verboten? Insgesamt betrachten wir sechs Länder der Europäischen Union – die Niederlande, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, Deutschland und Belgien – in einer vergleichenden Analyse dessen, was an Internetinhalten erlaubt ist und was nicht.

Wie ist der Hass gegenüber Politikerinnen und Politikern zu erklären?

Jedenfalls nicht durch das Netz. Das wäre zu einfach, die Verantwortung an dieser Entwicklung bei strukturellen Veränderungen politischer Kommunikation zu suchen. Ohne eine über lange Zeit angewachsene, undifferenzierte Politik- und Politikerverdrossenheit wäre der Hass aus meiner Sicht nicht zu erklären. Durch die direktere Netzkommunikation gehen die PolitikerInnen diesbezüglich ein höheres Risiko ein. Und der Hass wird für ein größeres Publikum sichtbar.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Data Science Lab

Das Data Science Lab ist ein Labor für datenwissenschaftliche Studien an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bearbeiten hier große Datenbestände digitaler Kommunikation (Metadaten und Inhaltsdaten). Das Labor am Uni-Hauptcampus kann für Forschungsprojekte, Workshops und die Lehre in Kleingruppen eingesetzt werden. Es steht Forschenden des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften und weiteren Fachdisziplinen nach Absprache und Anmeldung offen. Ansprechpartner sind Prof Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) und Stefan Steiger (stefan.steiger@uni-hildesheim.de).

„Wir analysieren hier große Datenmengen, man kann etwa bei der Auswertung von Kommunikation auf Facebook qualitativ einiges lesen, aber man kann nicht alles lesen. Wenn man große Datenbestände hat, in unserem Projekt zum Bundestagswahlkampf waren das 2,9 Millionen Beiträge, dann ist es nicht mehr möglich, das alles zu lesen. Dann helfen uns die Computer dabei, die Daten korpuslinguistisch aufzubereiten und trotzdem einen qualitativen Eindruck der Debattenlage zu bekommen. Bei der strukturierten Analyse großer Datenbestände helfen uns diese rechnergestützten Verfahren enorm“, sagt Stefan Steiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Data Science Lab.

In dem EU-Projekt analysiert der Politikwissenschaftler die Regulationsbestrebungen für die Online-Kommunikation in sechs Mitgliedstaaten und was diese zur Bekämpfung von Hassrede im Netz legislativ verabschiedet haben, um dann auch die „Upstanders“, die Menschen, die in dem EU-Projekt geschult werden, um Hassrede aktiv zu begegnen, zu informieren. Die technische Aufbereitung der Daten im DeTACT-Projekt erfolgt in Antwerpen.

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Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-17933 Tue, 26 Nov 2019 11:19:24 +0100 Weihnachtsvorlesung von Professorin Maren Bienert: „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/weihnachtsvorlesung-von-professorin-maren-bienert-humbug-von-den-geistern-der-weihnacht/ Die Theologin Professorin Maren Bienert spricht in der Weihnachtsvorlesung der Universität Hildesheim am Mittwoch, 4. Dezember 2019, über die „Geister der Weihnacht“. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Professorin lädt zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. In der Vorlesung lädt die Theologin zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. Im Mittelpunkt steht dabei das Nachdenken über die Fragen, wie die weihnachtliche Botschaft aufgenommen wurde und wird und wie damit Wesen und Verwandlung des Menschen angesprochen werden, wie zum Beispiel bei Charles Dickens‘ kaltherzigem Ebenezer Scrooge, der Weihnachten zunächst für ausgemachten „Humbug“ hält.

Der Vortrag von Prof. Dr. Maren Bienert zum Thema „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ beginnt am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18:00 Uhr in der Aula im Hohes Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

Maren Bienert forscht und lehrt seit 2014 in Hildesheim. In ihren Seminaren und Vorlesungen vermittelt die Professorin für Evangelische Theologie vor allem Grundlagen der Dogmatik, Ethik und Theologiegeschichte. Dazu gehören Themen wie Schrifttheologie, sozialphilosophische Grundfragen (etwa: „Was ist das eigentlich, das schöne Leben?“), Debatten um die Themen Ehe, Familie und Sexualität oder Fragen wie „Was ist Freiheit?“. In ihrer Forschung widmet sie sich unter anderem den Auferstehungsdeutungen der lutherischen Theologie im Kontext der beiden Weltkriege.

Im Anschluss an den Vortrag findet eine Buchpräsentation des Universitätsverlags („Nachdenken über Spiritualität. Warten - Entscheiden – Suchen", herausgegeben von Prof. Dr. Werner Greve und Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) sowie ein kleiner Empfang der Universitätsgesellschaft Hildesheim statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim bittet indes um Spenden für das „Weihnachtsstipendium“, einer Variante des Deutschlandstipendiums mit dem gute Studierende unterstützt werden, die unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen ihr Studium bestreiten müssen.

Bei Fragen kann man sich an Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraising wenden (Telefon 05121 883 90130, E-Mail markus.langer@uni-hildesheim.de).

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Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
news-17943 Tue, 26 Nov 2019 08:53:00 +0100 Tagung: Menschliche Freiheit und Erbsündenlehre https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/tagung-menschliche-freiheit-und-erbsuendenlehre/ „Erlösung“, „Rettung“ und „Befreiung“ sind wichtige Begriffe in der christlichen Religion. Dabei stellt sich die Frage, ob denn alle Menschen erlöst, gerettet oder befreit werden müssen? Darauf versucht die auf Augustinus zurückgehende „Erbsündenlehre“ eine Antwort zu geben, mit der sich eine internationale Tagung beschäftigt hat. Die Konferenz wurde vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim und vom Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ausgerichtet. Veranstalter der Tagung waren Prof. Dr. René Dausner (Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt). Die Ausrichtung der Tagung förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Die Erbsündenlehre wurde auf dem Konzil von Trient im Ur-/Erbsündendekret (17.6.1546) dogmatisiert und steht im Zentrum der christlichen Erlösungslehre. „Allerdings hat sich das Erbsündenkonstrukt in der Geschichte der Kirche mitunter äußerst verhängnisvoll ausgewirkt, vom Zwang der Kindertaufe bis hin zu einer extrem verkrampften Einstellung zur Sexualität, wurde doch im Zeugungsakt lange Zeit die Vererbung der sogenannten ,Erbsünde‘ verortet“, erklärt Böttigheimer. Vor dem Hintergrund des heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes sei eine solche biologistische Lehre nicht mehr haltbar, ebenso wenig wie der im Deutschen verwendete Begriff der „Erbsünde“. In anderen Sprachen sei darum auch von einer Original- oder Ursünde die Rede.

Problematisch ist aber nicht nur die Begrifflichkeit oder die geschichtliche Wirkung der Erbsündenlehre, vielmehr wurde auf der Tagung zunächst auf die Widersprüchlichkeiten, die dem Erbsündenkonstrukt selbst innewohnen, hingewiesen. Wenn die Vorstellung von Sünde immer schon Freiheit voraussetzt, wie kann dann ein Mensch für eine Sündentat eines anderen Menschen verantwortlich gemacht werden? Diese Grundproblematik führt zu einer weitgehenden Unverständlichkeit der Lehre von einer Originalsünde. In den einzelnen Vorträgen wurde daher wiederholt hervorgehoben, dass die Lehre von einer Ursünde in Spannung stehe zu einem aufgeklärten Freiheitsverständnis, zumal wenn dieses vom Gedanken der Autonomie geleitet wird. Vor diesem Hintergrund stand die Frage im Raum, ob diese Lehre gänzlich aufzugeben sei oder wie sie andernfalls so zu verändern wäre, dass sowohl ihrer Widersprüchlichkeit als auch Unverständlichkeit überwunden werden kann. Dies führte zu einem intensiven Austausch über das theologische Verständnis menschlicher Freiheit.

Für die Verstehbarkeit der Lehre von der Original-/Ursünde wurde in einer globalisierten Welt der im 20. Jahrhundert aufgekommene Begriff der „strukturellen Sünde“ herausgearbeitet. Dieser Begriff stammt aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und markiert die Dominanz von Herrschafts- und Unrechtssystemen, in die der einzelne Mensch hineingeboren wird. Das, was mit der Ur-/Originalsünde angesprochen wird, nämlich, dass alle Menschen sündigen und schuldig werden, führt dazu, dass sich kein Mensch über einen anderen erheben darf. Diese egalisierende Wirkung der Lehre von der Original-/Ursünde wurde auf der Tagung mehrfach betont.

„Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darin, dass eine sündenfixierte Erlösungslehre, wie sie in der Vergangenheit vorherrschte, nicht länger aufrechterhalten werden kann und darf; als konkrete Lösungsmöglichkeiten wurde etwa vorgeschlagen, in der Verkündigung nicht länger die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen zu betonen, sondern eher von einer sehr viel umfassenderen Heilsbedürftigkeit des Menschen auszugehen“, schildert Böttigheimer. Dadurch werde deutlich, dass der Mensch auf Sehnsucht nach Heil ausgerichtet sei und des „Ganzseinkönnens“ bedürfe.

Die einzelnen Vorträge werden nun für eine Veröffentlichung weiter ausgearbeitet. Indes habe sich schon auf der Tagung gezeigt, dass die gegenwärtige Kirchenkrise letztlich von einer Krise ihres Glaubens herrühre: „Angesichts der Folgen europäischer Aufklärung sowie der Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften ist die entscheidende Frage nicht das Wie des Glaubens, sondern das Was. Bestimmte Glaubensinhalte werden heute zunehmend problematisch, was innerhalb der Kirche bislang allerdings kaum, wenn überhaupt, angesprochen wird“, so Böttigheimer.

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Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
news-17888 Mon, 18 Nov 2019 10:16:41 +0100 Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/empfehlungen-fuer-mehr-beteiligung-der-jungen-generation-auf-bundesebene/ Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen erarbeitet, wie junge Menschen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer – Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums – weist darauf hin, dass gegenwärtig politische Beratungsprozesse auf Bundesebene in vielen Ressorts weitgehend ohne die junge Generation stattfinden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit diesem Jahr Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen.

Das Bundesjugendkuratoriums hat jetzt Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation in der Politikberatung auf Bundesebene erarbeitet.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden?

Junge Menschen fordern gegenwärtig, wie sich beispielsweise mit den Protesten für mehr Umwelt- und Klimaschutz („Fridays for Future“) zeigt, die Politik heraus. Sie machen ihr Wissen deutlich und verlangen neue Antworten der Politik für eine bessere Gegenwart und Zukunft.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden? Gerade gegenwärtig – 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderechtekonvention – ist diese Frage hochaktuell.

Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen bisher kaum vertreten

Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums findet die Bundespolitik weitgehend ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit jungen Menschen statt. Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen kaum vertreten.

Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, so die Forderung des Gremiums. Entscheidungsträger sollten sich stärker neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen annähern, in denen junge Menschen sich austauschen, eine politische Meinung bilden und diese mitteilen. Die Kinder- und Jugendpolitik sollte mit jungen Menschen gestaltet werden. Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Professor Wolfgang Schröer: „Das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen“

„Schauen wir uns die Gremien genauer an, die über die Zukunft und Politik auf Bundesebene – aber auch in anderen Kontexten – beraten, hier fehlen junge Menschen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen. Dafür gilt es neue Formen der Auseinandersetzung zu finden und diese nachhaltig mit jungen Menschen aufzubauen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leaver*innen“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer@uni-hildesheim.de.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-17765 Wed, 13 Nov 2019 08:05:00 +0100 Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche: Wie entwickelt sich mein Kind? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zehn-jahre-hochschulambulanz-fuer-kinder-und-jugendliche-wie-entwickelt-sich-mein-kind/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter. Nun feiert das Forschungsteam das zehnjährige Jubiläum mit einem öffentlichen Festakt. Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
Öffentlicher Festakt und Empfang
Mittwoch, 6. November 2019, 15:00 Uhr
Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche „Kind im Mittelpunkt“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Neben Einblicken in Forschung und Praxis in der Ambulanz hält Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universitätsklinik Köln) den Festvortrag zum Thema „Wenn Lernstörungen auf psychische Störungen treffen – was tun?“. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter.

Statt im Hörsaal steht Claudia Mähler zwischen Knete, Kinderzeichnungen, Bausteinen. Aus der früheren Uni-Hausmeisterwohnung ist vor zehn Jahren die Forschungs- und Lehrambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) geworden. „Das Gute an der Lage ist: Wir haben einen eigenen Eingang und können die Wohnung gestalten, so wie es passend ist für unsere Arbeit“, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Hildesheim.

Täglich kommen und gehen Familien zur Universität. Im Rahmen von Forschungsprojekten und Studien suchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen nach bestimmten Kindern. Über sieben Jahre haben sie zum Beispiel die Entwicklungsverläufe von 200 Kindern untersucht – vom Kindergarten bis in das vierte Schuljahr. Die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ tragen maßgeblich zu den Schulleistungen in der Grundschule bei. Zur Zeit läuft eine Studie, in der ein Fragebogen entwickelt wird, der die psychische Belastung von Kindern mit Lernproblemen erfassen soll.

Neben Forschungsprojekten und Studien bietet die Hochschulambulanz KiM einen offenen Zugang für Familien aus der Region

Außerdem bietet die Ambulanz einen offenen Zugang an. Familien können anrufen, wenn sie Entwicklungsschwierigkeiten beobachten, etwa wenn ein Vorschulkind in der Sprachentwicklung zurückliegt. Oder der Kindergarten schlägt vor, das Kind in der Ambulanz vorzustellen, da es Auffälligkeiten in der Motorik, beim Greifen, Halten, Drehen, Sprechen zeigt. Oder in den ersten Schuljahren wird deutlich, dass Kinder mit den Anforderungen nicht klarkommen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Forschung in der Ambulanz fasst Professorin Claudia Mähler zusammen: „Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher. Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen. Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien. Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen durch Lerntherapie. Außerdem müsste beim Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Selbstwertproblemen und Schulangst stärker interveniert werden.“

Wie entwickelt sich mein Kind? – Entwicklungsverläufe von Kindern erforschen

1000 Familien aus der Region haben das offene Angebot des Forschungsteams in den vergangenen zehn Jahren genutzt. Meist kommen Sechs- bis Zehnjährige, seltener auch Kinder höherer Klassenstufen, in die Hochschulambulanz: Weil sie in der Grundschule nicht mitkommen – beim Lesen, Schreiben, Rechnen –, oder Kinder, „bei denen man den Eindruck hat, sie profitieren nicht vom Unterricht, weil sie unaufmerksam sind“.

„Die Familien machen sich Sorgen, sie spüren, ob in den ersten Schuljahren das Lesen oder Schreiben lernen gelingt oder nicht. Beim ersten Gespräch sind alle etwas aufgeregt, sie haben sich endlich auf den Weg gemacht, darüber zu sprechen. Manche hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist. Manche hoffen auf Gewissheit, auf Sicherheit“, sagt Claudia Mähler. „Wir nutzen standardisierte Testverfahren. Damit können wir an einer repräsentativen Stichprobe der ganzen Bundesrepublik feststellen, inwiefern ein Kind tatsächlich gravierend mehr Schwierigkeiten als andere Kinder hat“, so die Psychologieprofessorin.

Die Ambulanz hat eine eigene „Testothek“. Die Ergebnisse teilen die Forscherinnen den Kindern und Eltern mit. Kinder haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule und benötigen meist eine Lerntherapie. Außerdem bietet die Hochschulambulanz Psychotherapie an. Psychologiestudierende erhalten in der Ambulanz Einblicke in die kindliche Entwicklung, in Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten wirken sie in der Diagnostik mit. Psychologinnen bringen ihre Praxiserfahrungen in die Lehrerausbildung ein, etwa in Seminaren zu Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.

Große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der Vorläuferfertigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart wichtig sind

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder dar. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Sind die Kinder dann in der Schule und es treten Schwierigkeiten auf, sind eine frühe Diagnostik und Intervention eine große Hilfe. „Wir investieren viel Zeit in eine gründliche Diagnostik und eine umfangreiche Aufklärung der Familien“, so Professorin Claudia Mähler. Hierzu wurde in einer Studie eigens Material entwickelt und evaluiert, das dabei hilft, auf kindgerechte Weise mit den Eltern und Kindern über die Lernprobleme und vor allem auch über die Bewältigung ins Gespräch zu kommen. Psychotherapeutische Gruppenprogramme wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden konzipiert und unterstützen die Kinder dabei, die Frustration über die Lernschwierigkeiten zu bewältigen und ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten oder wieder aufzubauen. Besonders schwer haben es Kinder mit gleichzeitigen Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen. Für diese Kinder gibt es ein Angebot, das sich an Kinder in kleinen Gruppen und ebenso an ihre Eltern richtet. Hier heißt es Regulationsstrategien zu entwickeln, zu lernen die Aufmerksamkeit zu steuern auch und gerade in den Lernbereichen, die den Kindern schwerfallen.

Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und Schulen und bieten Fortbildungstage an.

Einige Fakten zur Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“:

Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler + studentische Hilfskräfte arbeiten in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt"?

  • inklusive Leitung 8 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 davon auch in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder zur Psychologischen Psychotherapeutin), alle in Teilzeit, da sie auch andere Aufgaben haben (Lehre, Forschung etc.)
  • 1 Verwaltungskraft (medizinische Fachangestellte)
  • 2 Praktikantinnen in Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in/ Psychologischen Psychotherapeutin
  • 3 studentische Hilfskräfte
  • immer ca. 3 bis 6 studentische Praktikantinnen und Praktikanten

Wie viele Familien/Kinder wurden in den 10 Jahren erreicht?

  • Insgesamt mehr als 1000 Familien, viele davon waren mehrfach bei der Hochschulambulanz KiM vorstellig.

Die Kinder, die in die Ambulanz kommen, sind im Alter von:

  • 2 bis 17 Jahre
  • die meisten Kinder sind jedoch im Grundschulalter

Was sind wesentliche Ergebnisse aus der Forschungsarbeit an der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“?

Forschungsschwerpunkte sind:

  • differentielle Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern
  • Sprachentwicklung und Sprachförderung in der frühen Kindheit
  • Ursachen- und Interventionsforschung bei Lernstörungen
  • Entwicklung und Evaluation diagnostischer Instrumente

Wichtige Ergebnisse aus der Hildesheimer Forschung:

  • Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien
  • Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher
  • Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten
  • Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen
  • Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen (Lerntherapie) als auch zum Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten (Aufmerksamkeitsprobleme, Selbstwertprobleme, Schulangst u.a.m.)

Worin sehen Sie die Hauptaufgaben der Ambulanz, etwa im Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft, um in der Region Familien und Kinder mit zum Beispiel Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und frühestmöglich etwa Lernschwierigkeiten zu diagnostizieren?

  • Verknüpfung von Praxis, Lehre und Forschung
  • Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft
  • Beratung und Therapie für Kinder mit Lern-, Entwicklungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Gute Ausbildung für Psychologiestudierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (z.B. durch Einbindung der Studierenden durch Vernetzung mit Lehrveranstaltungen und Praktika)
  • Vernetzung mit Praxispartnern in Schule, Vorschule und außerschulischer Förderung
  • Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten

Gibt es ähnliche Ambulanzen in der Bundesrepublik? Was ist das Alleinstellungsmerkmal in Hildesheim?

  • Ja, es gibt Hochschulambulanzen für Kinder- und Jugendliche und auch für Erwachsene an anderen Universitäten (z.B. in Göttingen oder Braunschweig)
  • Besondere Verzahnung in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie, daher Berücksichtigung des Themas Lernschwierigkeiten und Bewältigung, Gruppenangebote zum Coping mit den emotionalen Folgeproblemen; Gruppenangebote für Kinder mit komorbiden Auffälligkeiten (Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme)
  • Besondere Verzahnung mit dem Thema Sprachentwicklung und dem Interventionsprojekt KEA
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Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
news-17794 Thu, 07 Nov 2019 08:59:05 +0100 Professor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-fuer-systematische-theologie-rene-dausner/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. Zu den Forschungsschwerpunkten des 43-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur.

Nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik in Bonn und Jerusalem, folgten die Promotion zum Dr. theol. mit einer dogmatischen Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters. Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg.

2015 folgte die Habilitation zum Dr. theol. habil. an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“.

In der Lehrerausbildung befasst sich Professor René Dausner mit seinen Studierenden derzeit zum Beispiel mit dogmatischen Kernthemen, etwa mit Fragen nach Gott und dem Menschen, nach Jesus Christus und der Offenbarung, nach der Kirche und den Sakramenten sowie nach Tod und Auferstehung.

„Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie“

Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Als Dogmatiker und Fundamentaltheologe bin ich in entscheidender Weise für das Studium der künftigen katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Bistum Hildesheim mitverantwortlich. In einer Zeit, in der das Interesse an Religion in ihrer Diversität wächst, kommt der Theologie auch eine zentrale gesellschaftspolitische Relevanz zu, weil sie Impulse zu Toleranz und einem neuen Humanismus geben kann.“

Als „eine Stadt der Ökumene und der Kultur“ biete Hildesheim zudem Möglichkeiten, um den Dialog mit dem Judentum und dem Islam zu pflegen, was für seine theologische Arbeit von zentraler Bedeutung sei.

Professor René Dausner hofft nun, dass pünktlich zu seiner Antrittsvorlesung das neue Buch vorliegen wird, das er im Herder-Verlag unter dem Titel „Revisionen des Heiligen. Streitgespräche zur Gottesfrage“ im Deutschen herausgibt. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat.  

Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“

Am Mittwoch, 13. November 2019, gibt der Theologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. „Die Gottesfrage wird auch heute sehr intensiv gestellt; man denke etwa an so unterschiedliche, wenn auch nicht immer unumstrittene Autorinnen und Autoren wie Peter Handke, Sibylle Lewitscharoff oder auch an Hanns-Josef Ortheil und Daniel Kehlmann“, sagt René Dausner. „Was hier zur Sprache kommt, lässt sich mit Max Horkheimer als Sehnsucht nach dem ‚anderen‘, nach Transzendenz beschreiben – eine Sehnsucht, die für unser Bild vom Menschen neu zu denken gibt.“

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news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

Es traten an:

  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
    Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

  • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
    Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

  • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
    Institut für Englische Sprache und Literatur

  • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
    Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

„Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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news-17849 Mon, 04 Nov 2019 12:14:00 +0100 Interreligiöse Studientage: Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/interreligioe/ Die interreligiösen Studientage stehen im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück. Angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen treffen sich, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen zu entwickeln. Ein Bericht von Dr. Michael Schober vom Institut für Katholische Theologie. Ganz im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück standen die interreligiösen Studientage vom 15. bis 17. Oktober 2019 im St. Jakobushaus, Goslar. Zum dritten Mal trafen sich dort angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an den Schulen zu entwickeln. Ziel ist, dann an den Schulen zusammenarbeiten und gemeinsame Aktionen durchzuführen.

„Diese Schwerpunktsetzung auf die Praxis des interreligiösen Lernens ist das Besondere an unseren Studientagen“, so Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin an der Akademie St. Jakobushaus, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Hakkı Arslan und Dr. Jörg Ballnus (Islamische Theologie, Osnabrück), Dr. Michael Schober (Katholische Theologie, Hildesheim) und Prof. Dr. Martin Schreiner und Victoria Kurth (Evangelische Theologie, Hildesheim) sowie Dr. Christiane Schubert und Simone Schardt vom Bistum Hildesheim entwickelt hatte. Unter dem Motto des Koranzitats „…damit ihr einander kennenlernt“ setzten sich die Studierenden nun drei Tage lang mit ihrer eigenen Religion und der „anderen“ Religion auseinander. Es wurden dabei Themen wie Sakralraumpädagogik, Gebet, Spiritualität und komparatives Lernen am Beispiel von Bibel und Koran für die Praxis im Religionsunterricht erarbeitet. Einladungen zum Gebet gehörten ebenso zum Programm wie eine von den Studierenden selbst gestaltete Kirchenführung und ein Moscheebesuch, bei dem die konkrete religiöse Praxis miterlebt werden konnte. Ferner wurden verschiedene Projekte des interreligiösen Dialogs vorgestellt. Auf besonderen Wunsch der letztjährigen Teilnehmer*innen war mit Helene Braun, Studentin am Abraham Geiger Kolleg, auch eine jüdische Referentin zu Gast, so dass zumindest für eine kurze Zeit alle drei großen abrahamischen Religionen zusammenkamen. Gerade angesichts des Terroranschlags von Halle war diese Form gelebter Normalität zwischen den Religionen ein wichtiges Zeichen.

Die Erfahrungen waren wie in den letzten Jahren wieder überaus positiv. So zeigten die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Sie machten deutlich, wie wichtig Räume des offenen, ehrlichen Austausches und Lernens sind. Oft sind es „wechselseitige Unsicherheiten“, die solche Begegnungen im Alltag nicht möglich machen.  In diesem Sinne leisten die Interreligiösen Studientage durchaus Pionierarbeit.

 

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news-17728 Tue, 29 Oct 2019 15:38:00 +0100 Studienergebnisse Sozialpsychologie: Macht Hunger egoistisch? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studienergebnisse-sozialpsychologie-macht-hunger-egoistisch/ Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune. Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. Zum Forschungsteam gehört Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie der Universität Hildesheim. Lesen Sie hier einen Artikel zur Studie: 
Does Hunger Make You Selfish?

Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune.  Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? Ist jemand, der hungrig ist, wirklich so sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, wie einige psychologische Studien und Befunde nahelegen?

In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. In zwei experimentellen Studien im Labor wurden die Versuchsteilnehmer angewiesen, mindestens 12 Stunden vor Beginn der Studie nichts zu essen, d.h. die Versuchsteilnehmer kamen sehr hungrig und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in das Labor. Dort erhielt die eine Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Kontrollgruppe – etwas zu essen um eine schnelle Sättigung und einen hohen Blutzuckerspiegel zu erzeugen (zum Beispiel zwei Becher Schokopudding). Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Experimentalgruppe – blieb für den weiteren Versuch hungrig.

Im Folgenden erhielten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben. Deren Ziel: herauszufinden, ob die Teilnehmer sich dabei egoistisch verhielten. Bei einigen dieser Aufgaben bekamen sie beispielsweise einen Geldbetrag (zum Beispiel 10€) und konnten diesen zwischen sich und anderen Versuchsteilnehmern aufteilen. Bei anderen Aufgaben ging es darum, sich kooperativ zu verhalten, um dann gemeinsam einen höheren Gewinn zu erzielen. Bei einigen Aufgaben gab es zudem die Möglichkeit, egoistisches Verhalten der anderen Versuchsteilnehmer zu bestrafen.

Die Erwartung des Forscherteams war, dass Hunger egoistisches Verhalten begünstigt. Das Forscherteam fand allerdings keine belastbaren Belege für egoistischeres Verhalten von hungrigen im Vergleich zu satten Versuchsteilnehmern: Hunger führte nicht zu gesteigertem Egoismus.

In einer weiteren Studie wollte das Forscherteam herausfinden, ob sich die egoistischen Tendenzen eher finden lassen, wenn nicht Geld, sondern Essen aufgeteilt werden sollte. Hierfür bauten die Forscher einen Stand vor der Mensa der Uni Gießen auf und ließen Studierende, die entweder gerade in die Mensa gingen (also hungrig waren) und Studierende, die aus der Mensa kamen (also satt waren), Geld oder Essen (kleine Päckchen mit Studentenfutter) aufteilen. Wie in den anderen Studien fanden sich keine Belege dafür, dass Hunger egoistischer macht und zwar unabhängig davon, ob Geld oder Essen aufgeteilt wurde.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass, obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, diese sich oft nicht im Verhalten niederschlagen. Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden.“ fasst Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Studienreihe zusammen.  

Dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen trotzdem weit verbreitet ist, zeigen die Autoren in einer weiteren Studie. Da dieser aber offensichtlich unzutreffend ist, stellt sich die Frage woher diese Überzeugung kommt. Ein weiterer Autor der Studie, Paul van Lange, Professor für Psychologie an der VU Amsterdam, meint hierzu: „Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen. Offenbar gehen Menschen davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das ‚wahre ich‘ gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nichtzutreffend ist.“

Mehr Informationen zur Studie: 

Hunger Does not always Undermine Prosociality. 
In: Nature Communications 
Authors: Jan Häusser (Justus-Liebig University Giessen), Christina Stahlecker (Justus-Liebig University Giessen), Andreas Mojzisch (University of Hildesheim), Johannes Leder (University of Bamberg), Paul A. M. Van Lange (VU Amsterdam), Nadira Faber (Universities of Exeter and Oxford)

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news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 International Office Studierendenportal Aktuelles IO Personalportal Präsident Präsidium
news-17462 Wed, 25 Sep 2019 08:41:13 +0200 Rechtspsychologie: „Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-das-grosse-ziel-ist-kriminalitaet-zu-verhindern/ Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die ersten Masterstudierenden schließen ihr Studium 2019 ab und beginnen mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug. In dieser Woche tagen etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die erste Bilanz ist sehr positiv: „Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studentinnen und Studenten auf große Resonanz stößt“, sagt Professor Klaus-Peter Dahle.

Studentinnen und Studenten spezialisieren sich in Hildesheim auf Rechtspsychologie. Die erste Kohorte von Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen schließt das Masterstudium 2019 ab und beginnt mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug.

Der Rechtspsychologe Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt seit zwei Jahren an der Universität Hildesheim. Zuvor war er außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin und hauptberuflich als Wissenschaftler am Institut für Forensische Psychiatrie an der Charité tätig.

Ende September 2019 tagen Fachleute in Hildesheim, um neueste rechtspsychologische Erkenntnisse auszutauschen. Die Universität Hildesheim erwartet anlässlich der 18. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim. Die Fachtagung vom 26. bis 28. September 2019 ist nicht öffentlich.

Programm der Tagung

Informationen zum Masterstudium

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Professor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

Die Forschungsschwerpunkte von Professor Klaus-Peter Dahle liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität. Im Interview spricht Klaus-Peter Dahle über die rechtspsychologische Forschung und Lehre in Hildesheim.

Herr Professor Dahle, Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet werden während der Hildesheimer Tagung Erkenntnisse über „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“ vorstellen. Warum ist diese Forschung notwendig?

Diese Tagung ist eine regelmäßig stattfindende Konferenz der Fachgruppe Rechtspsychologie in der psychologischen wissenschaftlichen Community. In diesem Jahr ist die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum das Motto der Tagung. Der Hintergrund für dieses Tagungsmotto ist ein Verbund von einigen Wissenschaftlern aus Niedersachsen, die sich seit einiger Zeit regelmäßig treffen, um ein Programm für eine erneuerte Vollzugsforschung zu entwickeln. Wir schlagen vor, dass es sinnvoll sein könnte, einen etwas anderen Blick auf die Vollzugsanstalt zu werfen, als es im Moment der Fall ist.

Nehmen wir die Justizvollzugsanstalt als Beispiel und lassen den Maßregelvollzug einmal außen vor: Seitdem es Gefängnisse gibt, hat das Gefängnis ja den Auftrag, Gefangene zu resozialisieren. Vor rund 450 Jahren, als die ersten Strafvollzugseinrichtungen entstanden, ist diese Resozialisierungsidee gleich mit geboren. Das war zunächst der Gedanke, Gefangene zu Zucht, Ordnung und Gottesfürchtigkeit zu erziehen, aber es hat sich mittlerweile gewandelt in Richtung eines Behandlungsvollzuges. Das heißt, seit den 1960er Jahren versucht man verstärkt, auch therapeutische Mittel im Vollzug einzusetzen.

Das Ziel ist, dass eine Gesellschaft friedlich und sicher zusammenlebt?

Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern. Daraus ergibt sich an die Justizvollzugsanstalt der Auftrag: Tu etwas, damit der Strafgefangene hinterher nicht wieder straffällig wird und sich resozialisieren kann. Dem Erziehungsgedanken und dem Behandlungsgedanken ist beiden gemein, dass es um ein Ziel geht, das ich von außen an den Strafgefangenen herantrage.

Mit diesem Gedanken erreicht man auch eine Reihe von Strafgefangenen, aber immer wieder einige auch nicht. Einige gehen in diesem Konzept verloren. Die Idee, die wir in der niedersächsischen Gruppe verfolgen, ist es deshalb, zu untersuchen, welche Veränderungsprozesse, welche Entwicklungsprozesse im Vollzug passieren – unter diesen speziellen Rahmenbedingungen bei dieser speziellen Klientel – und wie man vielleicht Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsmöglichkeiten gezielter in den Blick nehmen kann.

Jemand hat eine Straftat begangen, wurde verurteilt und ist nun Strafgefangener. Welche Entwicklungsprozesse sind das, die dann folgen?

Der Vollzug trifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, meistens sind es Männer, zu 95 %. Es kann ein junger Mann sein, der gerade an der Schwelle zum Jugendalter steht, 14 Jahre ist das strafrechtliche Eintrittsalter. Und wenn ich in die Einrichtungen für Sicherungsverwahrte blicke, habe ich ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Das heißt, die Strafgefangenen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Die Strafhaft selbst ist eine Intervention, damit muss man sich als Strafgefangener auseinandersetzen: Wenn ich in der Justizvollzugsanstalt bin, muss ich die Regeln einhalten. Da gibt es dann unterschiedliche Anforderungen, die auf mich einströmen, an die ich mich anpassen muss – einerseits das Sicherheitsregime der JVA und die Erwartung, dass man Behandlungsangebote mitmachen sollte und mitarbeiten soll am Vollzugsziel der Resozialisierung.

Und dann haben wir auf der anderen Seite eine Subkultur von Strafgefangenen, die sich nicht ausgesucht haben, da miteinander zu leben, aber die auf ziemlich engem Raum fast alles miteinander teilen – die Wohnsituation, die Arbeitssituation, die Freizeitsituation, immer die gleichen Menschen, und das mit einer Selektion von eher schwierigen Menschen.

An diese Situation muss sich der Strafgefangene anpassen und wie jede Anforderung bietet auch diese ein Stück weit eine Chance. Das ist für viele nicht einfach, aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die es schafft, allein durch diese Erfahrung einen Weg, den sie bis dahin genommen haben, zu verlassen. Das sind nicht so viele, die das alleine schaffen. Aber da gilt es zu prüfen: Was genau passiert mit diesen rund 11%, die diesen Weg gehen? Wir versuchen gerade, einen Forschungsrahmen zu bilden, der diese Prozesse in den Blick nehmen will. Wir blicken dabei auf Veränderungsprozesse unter einer entwicklungspsychologischen Perspektive, anstatt alleine mit den Ansätzen der klinischen und der pädagogischen Psychologie zu arbeiten. Der entwicklungspsychologische Ansatz scheint uns offener und voraussetzungsärmer; er beschreibt, wie Veränderung überhaupt stattfindet und was sie ausmacht.

Aber die Tagung wird sich nicht nur um das Tagungsmotto drehen, sondern stellt ein Forum dar, in dem sich alle Teildisziplinen der Rechtspsychologie austauschen.

Wie gehen Sie in Ihrer Forschung und Lehre vor? In der Lehrerausbildung arbeitet die Universität Hildesheim eng mit Schulen zusammen und Studierende sammeln Praxiserfahrungen im Klassenzimmer, in den Kulturwissenschaften erarbeiten Studierende Theorien und entwickeln gleichzeitig künstlerische Praxis und in den Informatikstudiengängen sind Studierende in Unternehmen und sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft. Ich kann mir das ungemein komplexer vorstellen, wenn Sie im Feld der Kriminalität arbeiten, da es Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten gibt und wir im Alltag keine Berührungspunkte mit Gefängnissen haben.

Ich habe viele Leiter der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und Maßregelkliniken besucht, um den direkten Kontakt herzustellen – sie haben mich bislang mit offenen Armen empfangen. Niedersachsen ist als Flächenland leider weit größer als Berlin, ich habe noch nicht alle Einrichtungen geschafft. Ich war aber in den JVAen in Hannover, Hameln, Oldenburg und natürlich Hildesheim und in den Maßregelvollzugskliniken in Moringen, Hildesheim und Bad Rehburg. Es geht mir dabei darum, dass ich die einzelnen Einrichtungen und deren Möglichkeiten kennenlerne und auch die Forschungsinteressen der Einrichtungen auslote. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die im Strafvollzug arbeiten und auch an Wissenschaft interessiert sind, vielleicht promovieren wollen?

Und es geht um die Voraussetzungen für die Lehre, also um Praktikumsmöglichkeiten für unsere Studentinnen und Studenten der Rechtspsychologie. Mit den genannten Einrichtungen haben wir Exkursionen organisiert, so dass jeder Studierende die Chance hat, eine Justizvollzugsanstalt, aber auch eine forensische Klinik von innen zu sehen. Und wir laden Kolleginnen und Kollegen in die Lehre ein, wo sie aus der Praxis berichten, aber auch Fragen der Studierenden beantworten; zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in diesen Beruf.

Was sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Rechtspsychologie in Hildesheim?

In Berlin leite ich noch ein größeres Projekt, in dem die Behandlungseinrichtungen im Justizvollzug evaluiert werden, darunter die sozialtherapeutischen Anstalten und eine Einrichtung für Sicherungsverwahrte. Da untersuchen wir recht breit die Veränderungsprozesse der dort behandelten Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten im Behandlungsverlauf. Mit welchen Konzepten und Ressourcen arbeiten die Einrichtungen und gelingt es tatsächlich, dass was sie sich konzeptuell vornehmen, auch in die Praxis umzusetzen? Was haben die Behandler an kriminaltherapeutischen Methoden gelernt, wie arbeiten sie und wie erleben sie sich als Behandlungsteam? Wir gucken uns aber auch die Klienten genau an, was sind das für Menschen, wie alt sind sie, weswegen sind sie da, welches Risikoprofil und welche motivationalen Voraussetzungen bringen sie mit? Wir begleiten die Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten dann durch den Behandlungsprozess und untersuchen Veränderungen im Risikoprofil, aber auch in weiteren Merkmalen, wie dem Selbstkonzept oder der Motivation bis zur Entlassung – und schließlich: in welches Feld werden sie entlassen? Wir versuchen sie danach über die Bewährungshilfe in ihren Reintegrationsprozess zu begleiten und werden später etwaige Rückfälle auswerten. Diese Forschung braucht Zeit, um zu verstehen, ob und wie Behandlung im Vollzug funktioniert und warum jemand trotzdem rückfällig geworden ist oder nicht.

In Hildesheim bereiten wir nun einige andere Projekte vor. Neben dem eher grundlagenorientierten Forschungsprogramm zum entwicklungspsychologischen Ansatz im Justizvollzug, befasse ich mich zum Beispiel ja schon länger mit Methoden der Kriminalprognosen. Diese Prognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen und es gibt, das wissen wir mittlerweile, Personengruppen, bei denen diese Prognosen sehr gut funktionieren und andere, bei denen sie weniger gut funktionieren. Eine Idee, die wir hier in Hildesheim aktuell verfolgen, ist es deshalb, die Zuverlässigkeit von Kriminalprognosen für den Einzelfall messbar zu machen. Der Gedanke ist es, Prognosen im Einzelfall mit einem Marker zu versehen – das ist eine zuverlässige Prognose, diese ist möglicherweise weniger zuverlässig. Es gibt ja Personengruppen, die labil sind und bei denen die Prognose eben nicht feststeht, sondern sich von Tag zu Tag ändert, je nachdem ob es gerade gut läuft oder weniger gut. Das wollen wir mess- und beschreibbar machen.

Ein zweites Vorhaben ist, ein diagnostisches Inventar zu Risikoprofil und Bedarfsprofil für den deutschen Sprachraum bei jugendlichen Gefangenen zu entwickeln. Ein solches Instrument soll veränderungssensitiv sein und Veränderungsprozesse sichtbar machen. Hier wollen wir mit einem größeren Pool von Probanden die Forschung starten. Allerdings haben wir in der Rechtspsychologie oft mit der Finanzierung unserer Vorhaben zu kämpfen. Für einige Geldgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sind wir oft zu angewandt und zu wenig grundlagenbezogen. Und angewandte Forschung für Strafgefangene wird von sehr wenigen Stiftungen gefördert.

Wie anwendungsnah ist die rechtspsychologische Forschung in Hildesheim?

In der Grundlagenforschung untersuche ich Biografien und Entwicklungsverläufe krimineller Karrieren aus einem biografischen Längsschnitt. Ich hatte das Glück, in Berlin eine Gruppe von Strafgefangenen über eine sehr lange Zeitspanne zu begleiten, da meine Vorvorgängergeneration in den 1970er Jahren ein Forschungsprojekt aufgelegt hat, das ich übernehmen durfte. So konnten wir den biografischen Verlauf über eine Zeitstrecke von 30 Jahren untersuchen. Da ich auch als Gutachter tätig bin, helfen mir diese Erfahrungen aus der Grundlagenforschung, wenn ich Menschen beurteile.

Aber auch unsere Vorhaben in Hildesheim haben einen deutlichen Anwendungsbezug, wenn wir prognostische und diagnostische Methoden für den Vollzug entwickeln, die dann auch anwendbar sind. Und mit der Evaluationsforschung im Vollzug untersuchen wir, was funktioniert und was nicht funktioniert, um unmittelbar Empfehlungen auszusprechen, die dann auch umgesetzt werden.

Für die niedersächsische Justiz müsste es ein Glücksgriff sein, dass Sie hier an der Universität in Hildesheim als Professor für Rechtspsychologie arbeiten. Denn die Forschung kann Veränderungsprozesse unterstützen, indem sie Fakten liefert, kann erklären, was gelingt und nicht gelingt, und welche Ansätze in anderen Regionen oder Ländern verfolgt werden. Ist das eine Chance, die Niedersachsen erkannt hat, freuen Sie sich auf diese Arbeit?

Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Arbeit. Ich hoffe – und nehme es im Moment auch so wahr –, dass Initiativen, die wir hier in Hildesheim entwickeln, wahrgenommen werden. Ich sehe auch Chancen, wo es vielleicht noch besser laufen könnte: beispielsweise gibt es in Niedersachsen noch keine forensisch-therapeutischen Nachsorgeambulanzen. Solche Ambulanzen wären für einige ehemalige Strafgefangene, die ein Stück weit therapeutische Unterstützung brauchen für den Übergang aus einer langen Freiheitsstrafe nach draußen und bei denen die sozialarbeiterischen Mittel der Bewährungshilfe allein nicht ausreichen, hilfreich. Dort sind Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die rechtspsychologisch geschult sind.

Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?

Ich finde die rechtspsychologische Forschung ungemein spannend. Ich finde es spannend, mit Biografien vertraut zu werden, die ich sonst nicht kennen würde. Es handelt sich zum aller großen Teil ja nicht um per se böse Menschen. Oft treffe ich auf Täter, wo man erkennt, dieser Mensch hatte eine Biografie, in der er in eine kriminelle Karriere hineingestolpert ist, oder vielleicht auch keine Chance hatte. Klar, es gibt auch andere. Aber die Menschen, die man hinter dem Täter erkennt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, haben in den allermeisten Fällen Respekt verdient. Und ich finde es spannend, die Praxis, die Forschung und die Lehre miteinander verknüpfen zu können. Ich meine, alles profitiert voneinander – das ist das Reizvolle an dieser Arbeit.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim

Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie in einem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin nach Hildesheim.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Forensische Psychiatrie. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Eine Besonderheit des Hildesheimer Studienschwerpunkte besteht in der engen Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, unterstützt das Land Niedersachsen jedes Jahr jeweils vier Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, mit einem Stipendium.

Das Masterstudium „Psychologie“ dauert vier Semester und wird mit dem Titel „Master of Science“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie und – neu eingeführt seit 2017 – Rechtspsychologie).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/mensa-neubau-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-25/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
  • Mathematik / Biologie

  • Mathematik / Chemie

  • Mathematik / Geographie

  • Mathematik / Physik

  • Mathematik / Politik

  • Mathematik / Technik

  • Mathematik / Wirtschaft

  • Mathematik / Informatik

Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

Hier finden Sie weitere Informationen
über das Lehramtsfach Mathematik
auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
der Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-17327 Thu, 05 Sep 2019 11:42:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Fachkräfte für Erziehung und Bildung aus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uni-hildesheim-bildet-fachkraefte-fuer-erziehung-und-bildung-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Fachkräfte für pädagogische Handlungsfelder aus, die sich mit Fragen der Erziehung, Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen befassen. Die Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“ ist noch bis zum 30. September 2019 möglich [VERLÄNGERT!]. Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“
Bewerben Sie sich bis zum 30.09.2019 [VERLÄNGERT!]
an der Universität Hildesheim

Die Erziehungswissenschaft gilt als Leitdisziplin für alle pädagogischen Berufe. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Erziehung, Sozialisation und Bildung sowie mit pädagogischen Konzepten, Institutionen und Praktiken. Im Bachelorstudium „Erziehungswissenschaft“ an der Universität Hildesheim werden grundlegende Begriffe, Theorien und Methoden vermittelt, um pädagogische Handlungsfelder kennen zu lernen und zu analysieren. Dabei werden gesellschaftliche und historische Dimensionen sowie interdisziplinäre und interkulturelle Bezüge berücksichtigt. Außerdem erwerben Studierende Kompetenzen, um zum Beispiel pädagogische Maßnahmen planen und gestalten zu können und Menschen in ihren unterschiedlichen Bedürfnislagen zu unterstützen.

Für alle Studieninteressierten, die sich für Tätigkeiten in den genannten Bereichen qualifizieren wollen, bietet das Hildesheimer Bachelorstudium Möglichkeiten zu einer breiten wissenschaftlichen und fachlichen Auseinandersetzung. Berufliche Erfahrungen und Vorkenntnisse in pädagogischen Handlungsfeldern können auf das Studium angerechnet werden.

Zu den Studieninhalten gehören unter anderem die Einführung in die Allgemeine Erziehungswissenschaft, die Auseinandersetzung mit Fragen der Erziehung und Bildung im gesellschaftlichen und historischen Kontext sowie mit Themen aus den Bereichen Kindheit, Jugend und Familie. Studierende erlernen quantitative und qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und wenden diese auf verschiedene pädagogische Handlungsfelder an.

Pädagogik der Kindheit: Studierende befassen sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule

Besondere Berücksichtigung im Studiengang erfahren Fragen der „Pädagogik der Kindheit“, die sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule befassen.

Diese sind zugleich verwoben mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Globalisierung, Pluralisierung und Forderungen nach Inklusion, sie wirken sich auf die Lebenswelten aus und werfen Fragen von Diversität und des pädagogischen Umgangs damit auf.

Deshalb beinhaltet das Studium die systematische Auseinandersetzung mit Diversität und gesellschaftlichen Differenzkategorien wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Identität, Behinderung sowie ethnische und soziale Herkunft.

Forschungsstarkes Team der Universität Hildesheim integriert neueste Forschungserkenntnisse in die Lehre und bindet Studierende in Forschungsprojekte mit ein

Der Studiengang wird von einem forschungsstarken Team verantwortet, das die Studieninhalte an die Dynamiken gesellschaftlicher Wandlungsprozesse anpasst, aktuelle Fragen aufgreift und neuste Forschungsergebnisse in die Lehre integriert.

Interessierten Studierenden wird die Möglichkeit eröffnet, in Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Zugleich reagieren die Lehrenden diversitätssensibel auf die Bedarfe der Studierenden und bieten in diesem Zusammenhang ein Mentor*innenprogramm an.

Die freie Wahl eines Nebenfaches, zum Beispiel Sachunterricht, Kunst, Englisch oder Sport, ermöglicht Studierenden eine individuelle Profilbildung.

Berufliche Perspektiven sind vielfältig und reichen von der Familienbildung über Kinder- und Jugendhilfe bis zum Personalwesen und kommunaler Sozialpolitik

Die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen sind gut und vielfältig und beziehen sich auf Handlungsfelder entlang aller Altersgruppen – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter.

So werden Absolvent*innen beispielsweise in der interkulturellen Bildungsarbeit tätig, arbeiten in Unternehmen im Personalwesen beziehungsweise Management, in der Kinder-, Jugend- und Familienbildung, der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit oder in der kommunalen Bildungs- und Sozialpolitik, in der Erwachsenen- und Weiterbildung, ebenso in der Gedenkstättenpädagogik,  der Straffälligen- und Strafgefangenenhilfe oder in der Medienpädagogik.

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news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

Sommerfest

Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
Das Zentrum für Bildungsintegration
an der Uni Hildesheim

Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

„Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
Studium an der Uni Hildesheim

Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

Zur Person

Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

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news-17308 Wed, 07 Aug 2019 11:22:00 +0200 Umgang mit Forschungsdaten: Kultur der wissenschaftlichen Integrität https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/umgang-mit-forschungsdaten-kultur-der-wissenschaftlichen-integritaet/ Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Im Interview gibt die Wissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit und spricht über das Management von Forschungsdaten in der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Wer kann sich an Sie wenden?

Alle, die hier forschen, können sich an mich wenden. Jede Professorin, jeder Doktorand, jede Studentin kann mich in der Universitätsbibliothek kontaktieren und Beratung zum Management von Forschungsdaten in Anspruch nehmen und Fragen rund um das Datenleben stellen. Die Erstsemester im Bachelor können mich übrigens genauso anrufen – der wissenschaftliche Nachwuchs ist die Zukunft. Wenn Studienanfängerinnen und Studienanfänger früh mit dem Forschungsdatenmanagement in Berührung kommen, ist das eine wichtige Grundlage für ihren weiteren Werdegang in der Universität. Ich biete Kurse und Workshops an. [weitere Informationen finden Sie hier und im Veranstaltungskalender]

Wie wird diese Beratung angenommen?

Das Angebot wird sehr gut angenommen, täglich nutzen in meinem Büro Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Studierende die Beratung rund um das fachspezifische Forschungsdatenmanagement. Es entstehen Synergien, wenn ich eine Mustereinwilligung in der Psychologie vorliegen habe und ich dann am kulturwissenschaftlichen Fachbereich ein ähnliches Gespräch führe, können wir für alle Fachbereiche neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement schaffen und voneinander profitieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Forschungsteams zusammenarbeiten und ihre Daten gemeinsam managen, etwa im Forschungsprojekt „revamp2“ aus dem Bereich „Software Systems Engineering“. Mit dem Team um Professor Klaus Schmid stehe ich im Austausch rund um das Thema „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ für seine Projekte.

„Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware innerhalb einer Kultur der wissenschaftlichen Integrität an der Universität Hildesheim“

Welche Bedeutung hat das Forschungsdatenmanagement für die Universität Hildesheim?

Es gibt kaum einen Fachbereich oder ein Institut, das heute nicht Forschungsdatenmanagement betreibt. Gutes, vertrauenswürdiges Datenmanagement ist von strategischer Bedeutung für die Universität Hildesheim insgesamt und für die Weiterentwicklung der Universitätsbibliothek im Bereich forschungsnaher Serviceleistungen. Die Universitätsbibliothek hat sich deshalb frühzeitig positioniert und entwickelt ihre Dienste für die Wissenschaft, Lehre und Forschung kontinuierlich weiter. Es gibt einen engen Austausch mit den Forscherinnen und Forschern. Die Publikation von Forschungsdaten ist Teil der Forschung. Wir betreiben nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und haben Servicestrukturen entwickelt. Man kann Forschungsdaten heute im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr teilen. Forschungsdaten, die an der Universität Hildesheim entstehen, sind sehr wichtig auch für andere Universitäten in Deutschland sowie global. Man sollte die Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten im Blick haben, damit Forschungsdaten in Suchmaschinen national und international verknüpft und aufgefunden werden können. Die Forschung aus Hildesheim soll nachhaltig für alle, national und international, sichtbar werden. Selbst dort, wo sensible Daten anfallen, werden zwar nicht die Daten geteilt, aber die Erkenntnisse und Forschungspublikationen.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen seitdem Sie an der Universität Hildesheim die Stelle im Forschungsdatenmanagement angetreten haben. Der Umgang mit Daten in der Forschung erfordert viel Sorgsamkeit. Was leistet die Stelle „Forschungsdatenmanagement“, was vorher die Fachbereiche alleine organisieren mussten? Was für eine Hilfestellung bieten Sie?

Es gibt Fragen, die immer wieder auftauchen, etwa zur Speicherung und Archivierung, zu rechtlichen Aspekten, zu Datenmanagementplänen und zur Datensicherheit. Früher hat jedes Institut, wenn überhaupt, das Forschungsdatenmanagement mehr oder weniger alleine gemacht. Nehmen wir als Beispiel die Mustereinwilligungen, jedes Institut hat von vorne angefangen und eigene Dokumente erstellt. Ich möchte die Mustereinwilligungen künftig auf der Website zum Download anbieten, daran kann man sich orientieren, das spart Zeit.

Sie unterstützten Forscherinnen und Forschern auch bei Projektanträgen.

Gemeinsam mit dem Team der Forschungsförderung und unserem Datenschutzbeauftragten Professor Thomas Mandl unterstützen wir zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Antragsverfahren etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist wichtig, einem Forschungsantrag einen Datenmanagementplan beizufügen, in dem Angaben zur Speicherung und zu den Kosten für das Management gemacht werden; die DFG etwa bewilligt auch Mittel dafür. So können Daten zum Beispiel in der Politikwissenschaft in Fachrepositorien gespeichert und gefunden werden. Hier gibt es einen sehr hohen Informationsbedarf. Das Software-Werkzeug RDMO hat die Universität Hildesheim 2018 reibungslos installiert, um Datenmanagementpläne gut und einfach schreiben zu können. Jetzt wird das Werkzeug weiter an das institutionelle und fachspezifische Umfeld in den Instituten angepasst. Was in einen Datenmanagementplan gehört, ist sehr häufig die Frage von Forscherinnen und Forschern, wenn es um das Schreiben von Projektanträgen geht. Welche Daten fallen überhaupt an? Wie werden sie dann erhoben und dokumentiert? Werden Metadaten und ethische sowie rechtliche Aspekte berücksichtigt und wie werden die Daten gespeichert? Das sind einige Fragen, die ein Datenmanagementplan beinhalten kann.

Sie beschäftigen sich auch mit Fragen zur Speicherung von Forschungsdaten und mit Repositorien, also den Orten zur Aufbewahrung der Daten. Warum ist das wichtig?

Seit dem Frühjahr 2019 ermittele ich die Speicherbedarfe. Ich konnte mir einen ersten Überblick über den gegenwärtig praktizierten Umgang mit Forschungsdaten verschaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Wunsch nach Beratung zum Organisieren, Strukturieren, aber besonders die Anforderung nach verlässlichem Speicher deutlich gemacht. Um für diese Anforderungen passende Infrastrukturen finden und entwickeln zu können, bin ich derzeit im Austausch mit allen Fachbereichen und Instituten. Ich befasse mich mit dem Umfang der Forschungsdaten, das heißt, was fällt an? Ich möchte dabei wissen welche Datentypen und welche Datenformate in den einzelnen Projekten anfallen sowie das geschätzte Volumen der Forschungsdaten (ungefähre Größenordnung, das heißt weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB). Außerdem sind Aussagen zur Datenqualität sehr wichtig und ob die Daten schutzwürdig oder öffentlich sind. Antworten auf die Frage nach dem Speicherbedarf und Volumen zu erhalten, wird dabei helfen, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern. Den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis folgend sollen Forschungsdaten in der eigenen Einrichtung oder in einer fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur für mindestens 10 Jahre archiviert werden. Am 1. August 2019 trat der Kodex der DFG in Kraft [PDF]. Der Kodex betont die Sicherung von Forschungsergebnissen in Repositorien mit Beachtung der fachspezifischen Standards.
Eine Definition von Forschungsdatenrepositorien ist, dass sie Dokumentenserver sind, auf denen Forschungsdaten archiviert sind. Als Forscherin und Forscher bin ich durch Datenzitation meine DOI für das Forschungsdatum sichtbar. In vielen Gesprächen in allen Fachbereichen wurde der Wunsch geäußert, dass die Forscherinnen und Forscher der Universität Hildesheim zum längerfristigen Aufbewahren und Publizieren, neben externen Repositorien ihre Daten lokal speichern möchten, beispielsweise wenn es sich um sensible Daten handelt oder um Daten von Social-Media-Plattformen, an denen die Rechte fehlen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen ich sprach und was ein Ergebnis einer hochschulweiten Umfrage war, haben allerdings noch nie Daten in einem Repositorium abgelegt, wobei zu bemerken ist, dass viele hier beabsichtigen, in Zukunft ein Repositorium zu nutzen, entweder ein lokales, wenn angemessen oder ein institutionelles. Die Kooperationen mit GESIS und Qualiservice in den Sozialwissenschaften zur längerfristigen Speicherung und Archivlösung werden als ein Beispiel in diesem Zusammenhang ausgebaut.

Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „coffee lectures“ kommen Sie mit Studierenden und Forscherinnen und Forschern zusammen.

Ich lade mehrmals im Semester zu den „coffee lectures“ ein, man kommt bei einem Tee oder Kaffee eine dreiviertel bis eine Stunde zusammen, es beginnt immer um 12:30 Uhr. Die meisten haben nicht viel Zeit. Da ist das Angebot in der Mittagspause genau das richtige. Wir tauschen uns im Wintersemester 2019/20 aus über das „Organisieren und Arbeiten: Workflows im Forschungsdatenmanagement“ (23. Oktober 2019), die Kulturwissenschaftlerin Kristina Petzold gibt Einblicke in ihre Arbeit mit Datenmengen im Projekt „Rez@Kultur“ und mit welchen Werkzeugen sie arbeitet. Dann geht es am 8. November 2019 weiter mit einem Gespräch über „Syncing und Sharing (Academic Cloud)“, am 20. November 2019 sprechen wir über den „Zugang zu Forschungsergebnissen: Open Access“ und am 4. Dezember 2019 tauschen wir uns über das „Aufbereiten und Veröffentlichen“ und die Metadaten aus. Ob Student oder Professorin – alle Mitglieder der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sie kommen von einer internationalen Konferenz in Astana in Kasachstan, wo Sie eine „Keynote-Rede“ zum Forschungsdatenmanagement gehalten haben. Was war dort Ihre Botschaft auf der internationalen Fachebene?

Ich konnte zeigen, dass die Universität Hildesheim eine feste Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet hat und diese Aufgabe ernst nimmt. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen in der internationalen Forschungsdaten-Community aus den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Rechenzentren kam das sehr gut an. Wir sind in Hildesheim vorne mit dabei, es ist besonders. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung des Rechenzentrums, der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Datenschutz und der Hochschulleitung. Viele Externe bewundern das, an manchen anderen Universitätsstandorten gibt es solche Stellen immer noch nicht.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Mit allen Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement können Sie sich jederzeit an fdm@uni-hildesheim.de oder direkt an Annette Strauch (E-Mail annette.strauch@uni-hildesheim.de) wenden.

Aufruf: Bitte um Beteiligung an der Ermittlung des Bedarfs an Speicherung (falls noch nicht geschehen)

Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, dennoch ist es im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis und für die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum essentiell, die Speicherbedarfe der jeweils laufenden Projekte zu kennen, um technisch für alle Forscherinnen und Forscher eines Projektes die besten infrastrukturellen Dienste zur Verfügung stellen zu können und um bestehende Basisdienste weiterzuentwickeln.

Annette Strauch bittet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, sich an einer Umfrage über den Umfang der Forschungsdaten in aktuellen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an annette.strauch@uni-hildesheim.de. Einen Link mit Informationen finden Sie hier.

Das nachhaltige Forschungsdatenmanagement betrifft jede Hochschule, auch im Hinblick auf eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

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news-17304 Fri, 02 Aug 2019 15:32:00 +0200 „Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/das-denken-macht-weder-vor-nationalen-noch-sprachlichen-grenzen-halt/ Wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, untersuchen Philosophen und Theologen in einem internationalen Forschungsnetzwerk. Die Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg ist von essentieller Notwendigkeit. Eine Begegnung mit den Professoren René Dausner und Jakub Sirovátka in Hildesheim. „Philosophie und Theologie sind eine Reflexion des Lebens. Sie kommen auf das Leben zurück“, sagt Professor Jakub Sirovátka, Associate Professor für Philosophie an der Südböhmischen Universität in Budweis, im Süden Tschechiens.

Der tschechische Philosoph war als Gastwissenschaftler im Rahmen eines ERASMUS+-Austauschs am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim, um die gemeinsamen Forschungsbeziehungen zu pflegen. Mit dem Hildesheimer Theologen Professor René Dausner verbindet den Philosophen zum Beispiel die Forschung über den französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Levinas, der sich auch zu religionsphilosophischen Fragen geäußert hat.

„Man man liest die Tradition anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens“

Beide wirken in einem internationalen theologisch-philosophischen Forschungsnetzwerk mit, befassen sich etwa mit der Grundfrage, wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, „ohne dass das Unendliche mit dem Endlichen einfach identisch wird und ohne dass das Unendliche keine Bedeutung mehr für das Endliche hätte“, so René Dausner.

Ein philosophisch-theologisches Gespräch zu führen, das auf der Höhe der Zeit und denkerisch anschlussfähig ist, sei eine der großen Herausforderungen. Hier könne die Phänomenologie sehr viel beitragen.

„Was uns verbindet, ist, dass wir beide im Grenzbereich zwischen Philosophie und Theologie arbeiten. Man kann sich gegenseitig bereichern, weil man an einer gemeinsamen Sache arbeitet und trotzdem aus einem etwas anderen Blickwinkel“, so Jakub Sirovátka. „Wir möchten das Gespräch über das Göttliche, das Heilige, das Metaphysische mit dem heutigen Denken führen. Das bedeutet nicht, dass man die alte Lektüre zur Seite schiebt, aber man liest die Tradition neu oder anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens.“ So kommen neue Perspektiven auf, sagt der Philosoph.

„Jeder von uns hat Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, etwa Liebe oder Freundschaft“

Was meinen die beiden Forscher mit dem Gedanken, dass das Unendliche im Endlichen erscheinen kann? Es sei alltäglich und banal zu sehen, dass „jeder von uns Sachen hat, die für einen heilig sind. Da muss man nicht gläubig sein, das kann alles mögliche sein. Jeder von uns – so würde ich behaupten – hat auch Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, ob das Liebe ist, oder Freundschaft. Es sind Erfahrungen des Selbstüberschreitens“, so Jakub Sirovátka. Diese Erfahrungen, die jeder Mensch hat, seien besondere Erfahrungen. Sirovátka spricht von „Erfahrungen der Selbsttranszendenz“.

„Unsere Alltagserfahrungen, mögen sie noch so säkular sein, zeigen Spuren des Transzendenten oder Heiligen“, sagt René Dausner. Ein Beispiel sei die Bewegung „Fridays for Future“, wo Greta Thunberg, eine Sechszehnjährige, auftritt, und sagt: Wir müssen etwas tun für unsere Zukunft. „Sie elektrisiert im Grunde eine ganze Jugendbewegung, die ja lange als unpolitisch galt, und hat es mit anderen zusammen geschafft, die Jugend dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen: Was für Zukunftsmöglichkeiten haben wir denn? Und – dass es überhaupt Zukunft geben soll, dass wir nicht nur jetzt leben und uns auf unser Leben beschränken, sondern dass wir vielleicht auch uns einschränken müssen, um der Zukunft willen. Es sind ethische und theologische Grundsatzfragen, die in die unmittelbare Erfahrungswelt von uns Menschen hineingehören“, so Dausner.

Ein weiteres Beispiel für praktische Konsequenzen eines theoretischen Denkens führt Sirovátka an: „Mit Hans Joas könnte man sagen, eine jede Person ist heilig, aber nicht im religiösen Sinne. Deshalb empören wir uns, wenn Menschen gequält werden, wenn gegen Menschenrechte gehandelt wird.“

Internationale Zusammenarbeit ist für Forschung von essentieller Notwendigkeit

„Die internationale Zusammenarbeit ist für unsere Fragestellungen von essentieller Notwendigkeit“, sagt René Dausner. „Es geht nicht um eine nationale Idee oder nationales Denken, das Denken ist länderübergreifend. Und die Sprache spielt insofern eine große Rolle, als das Denken sich nicht auf eine Sprache begrenzen lässt, in unserem Forschungsnetzwerk lesen wir gemeinsam französische Philosophen, sind permannet mit anderen Sprachen konfrontiert. Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt.“

„Unsere Stärke ist die Pluralität der Sprachen und Kulturen – nicht, in dem Sinne, dass man eine andere Kultur schlecht macht, sondern, indem man sich von ihr bereichern lässt“, sagt Jakub Sirovátka.

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news-16370 Tue, 30 Jul 2019 13:26:00 +0200 Soziale Dienste: Dualer Masterstudiengang an Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/soziale-dienste-dualer-masterstudiengang-an-uni-hildesheim/ Zum Wintersemester 2019/2020 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste universitäre berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Die Studierenden können sich auf „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“ spezialisieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!). Soziale Dienste studieren:
Jetzt bis 15.9.2019 bewerben

Die Universität Hildesheim bietet den bundesweit ersten berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an. Das Studium bereitet Berufstätige auf eine hoch qualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor.

Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort bis zum 15. September 2019  (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium beginnt im Herbst 2019.

Beruf und Studium kombinieren

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Das bestätigen Praxispartner der Hildesheimer Universität. Dr. Stefan Henniger, Chefarzt Psychosomatik der Median Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, sagt: „In der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation stehen wir Menschen zur Seite, die sich in einer komplexen Lebenskrise oder Neuorientierung nach körperlicher Erkrankung befinden. Neben dem sich Einfühlen, Mitfühlen und Aushalten von schwierigen Bedingungen und Kontexten benötigen wir ein sozialmedizinisches Denken und Handeln, welches sich erst in der Verbindung zwischen profundem Wissen und Praxiserfahrung entfalten kann. Die Kooperation mit dem dualen Masterstudiengang Soziale Dienste der Universität Hildesheim sehen wir als wichtige Bereicherung unseres multiprofessionellen Teams, um in unserem Haus eine bestmögliche bio-psycho-soziale Behandlung anzubieten.“

„Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Mit dem neuen Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

Schwerpunkte im Studium sind „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung.

Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang sind online abrufbar.

Sie haben Fragen zum Masterstudiengang? Sprechen Sie uns gerne an!

Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. September 2019 (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Was ist ein berufsintegrierender Masterstudiengang?

Es handelt sich um den bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang. Viele der bisherigen Angebote sind von Fachhochschulen oder privaten Hochschulen. Die Angebote von Universitäten sind bisher entweder Weiterbildungsmaster und damit nicht grundständig oder nur praxis- oder berufsbegleitend, d.h. Beruftätigkeit ist nebenbei möglich oder erwünscht.

„In unserem Fall bedeutet berufsintegrierend, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Unser Studienangebot ist in der spezifischen Kombination von Master, berufsintegrierend und Universität einmalig“, erläutert Professorin Inga Truschkat.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-17105 Thu, 04 Jul 2019 07:50:00 +0200 90. Geburtstag: Politikwissenschaftler Professor Gottfried Leder https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/90-geburtstag-politikwissenschaftler-professor-gottfried-leder/ Professor Dr. em. Gottfried Leder, ein geistreicher Beobachter des politischen Zeitgeschehens und Begründer der Politischen Wissenschaft in Hildesheim, wird 90 Jahre alt. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler hat am 4. Juli 2019 Geburtstag. LESETIPP: Einen weiteren Artikel über Professor Gottfried Leder lesen Sie auch in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Juli 2019.

Gottfried Leder wurde am 4. Juli 1929 in Berlin geboren. Nach Evakuierung und der Flucht aus Oberschlesien gelangte er im Frühjahr 1945 nach Niedersachsen und legte 1948 das Abitur in Peine ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Georg-August-Universität in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften.

1955 promovierte er bei Rudolf Smend, einem der bedeutenden Staatsrechtslehrer der Weimarer Jahre und der Nachkriegszeit, zum Doctor juris. Mit seiner Dissertation „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ betrat Leder zu diesem Zeitpunkt juristisches und politisches Neuland. In das Jahr der Promotion fiel der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO und das Wehrpflichtgesetz wurde erst im Folgejahr vom Bundestag beschlossen. Gewissen und Widerspruch haben den Wissenschaftler fortan immer sehr beschäftigt. 1960 bis 1961 war er im Bundespräsidialamt in Bonn im Referententeam des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten.

Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim

Leder war der Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim. Er begründete als erster Lehrstuhlinhaber im Oktober 1961 das Fach Politische Wissenschaft an der damaligen Pädagogischen Hochschule Alfeld.

1970 kam Leder mit 20 Kollegen aus Alfeld nach Hildesheim, wo er die Politikwissenschaft an der Hochschule und später Universität Hildesheim prägte. Leder gehörte mit der Berufung 1961 als der Jüngste zum Kreis der Hochschullehrer, die das Fach in Niedersachsen als Grundwissenschaft aufgebaut und in die Lehramtsausbildung integriert haben. In zahlreichen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Senats, hat er tatkräftig an der Weiterentwicklung von der Pädagogischen Hochschule zur selbstständigen Wissenschaftlichen Hochschule und schließlich zur Universität beigetragen.

Forschung zu Gewissen und Widerspruch

Als Hochschullehrer bemühte sich Leder bis zu seiner Pension 1991 stets um Fairness und Gerechtigkeit und förderte die Einübung präzisen Denkens und die Fähigkeit zur Begründung von Positionen.

Neben der Forschung und Lehre hat Gottfried Leder vielfältige gesellschaftspolitische Aufgaben wahrgenommen, etwa im Niedersächsischen Landesausschuss für Erwachsenenbildung und im Beirat des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung und war Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung beim Bundesministerium für Verteidigung.

Er engagierte sich zudem in zahlreichen kirchlichen Gremien. Über 30 Jahre gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an, wo er Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Kommissionen war. 1999 wurde der Politologe mit der Bistumsmedaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Anfang der 1970er Jahre hat er an der Würzburger Synode, der gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer, teilgenommen.

2019 ist jüngst im LIT-Verlag das Buch „Bei Unrecht: Widerspruch!“ von Gottfried Leder erschienen.

Im Gespräch

Interview mit Professor Dr. em. Gottfried Leder

Herr Professor Leder, Sie sind Begründer der Wissenschaft der Politik in Hildesheim. Was bedeutet es, die Politikwissenschaft als eine Grundwissenschaft aufzubauen?

Die Politische Wissenschaft als Fach gab es damals an den Pädagogischen Hochschulen überhaupt noch nicht. Die Kultusministerkonferenz entschied damals Ende der 1950er Jahre, an jeder der acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen einen Lehrstuhl zu errichten, weil das erste Mal die NPD als Partei einen gewaltigen Schub bei den Landtagswahlen gemacht hat. Da wurde beschlossen: Wir müssen die Gegenwehr gegen diese Rechtsbewegung bei der Jugend anfangen – das wiederholt sich alles in der Geschichte. Und wenn man bei der Jugend anfangen möchte, muss man bei den Lehrerinnen und Lehrern anfangen. Und auf diese Weise wurde in allen pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen das Fach der politischen Wissenschaft eingerichtet, in den vier größeren 1960, und in den kleineren 1961. Es gab aber nicht genug Leute für diese Lehrstühle, die habilitiert waren. Den Hochschulen wurde gesagt: Schaut euch um, wenn ihr jemanden kennt, der promoviert und geeignet ist, dann ladet ihn in die Hochschulen ein und macht Check-Seminare.

Sie waren 32. Das trauten Sie sich zu?

Ich war damals noch im Bundespräsidialamt in Bonn. Ich war 32 Jahre jung und stellte mich in Alfeld vor. So ist es gewesen. Ich stand in zwei anderen Hochschulen auch noch auf der Dreier-Liste der möglichen Kandidaten. Ich wurde dann ernannt und war zunächst allein, als Assistent bot sich ein Lehrer an. Ich begann bei Null. Was ich als Bestand in Alfeld vorfand war eine Weimarer Verfassung und das Grundgesetz und 3000 D-Mark als Startkapital für den Aufbau einer Abteilung Politikwissenschaft in der kleinen Hochschulbibliothek. Ich traf auf eine wahnsinnig freundliche Kollegenschaft, die sich halb umbrachte, um mir zu helfen und zwischendurch fragte, was das eigentlich ist, was ich in der Politikwissenschaft mache. Wir waren 20 Dozenten in Alfeld.

Was haben Sie Ihren Alfelder Kollegen und Ihrer Kollegin denn geantwortet, was ist Politikwissenschaft?

Ich habe verdeutlicht, dass und warum die Politische Wissenschaft eine Wissenschaft ist und dass ich nicht hierher geschickt worden bin, Politik zu machen. Es ist die Wissenschaft, die den Gegenstand der Politik hat und alles, was politisch ist, ist ihr Objekt. Politische Wissenschaft treibt also keine Politik, sondern analysiert sie. Was nicht ausschließt, erstens, dass auch der Politikwissenschaftler eine politische Überzeugung hat und was die Frage aufwirft, ob Politikwissenschaft eine wertfreie Wissenschaft sein könnte. Das war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine große Debatte. Der Soziologe Max Weber hat die These von der Wertfreiheit der Politikwissenschaft einerseits glühend verteidigt und andererseits gibt es in seinen Schriften Passagen, in denen er darlegt, Politik ist natürlich auch eine wertende Wissenschaft. Wenn wir von „guter" oder „schlechter" Politik reden, fangen wir schon an mit dem Urteil. Ich kann das, was andere sagen, nicht sofort mit einer Haube der politischen Überzeugung beurteilen. Zunächst einmal muss die Analyse kommen.

Herr Professor Leder, seit 28 Jahren sind Sie im Ruhestand. Ihr Interesse an Politik, an Philosophie und Zeitgeschichte ist ungebremst, auch im hohen Alter haben Sie noch einen Aufsatz über Gewissen und Gehorsam geschrieben. Nun feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Verraten Sie uns Ihre Lebensphilosophie, wie bleibt man so wach im Geiste und so aufmerksam?

Seien Sie mir nicht böse, aber das kann ich nicht beantworten. Wie bleibt man so wach und aufmerksam? Ich danke jeden Tag dafür, das ich's bin. Wie man dazu kommt, merkt man ja nicht. Wenn man das Glück hat, merkt man es gelegentlich, weil jemand sagt: „Der ist noch ganz fit."

Ich weiß natürlich, dass ich ein wunderbares Elternhaus, aufgeschlossen und interessiert an allem, gehabt habe und sehr jung erfahren habe, dass es auf der Welt sehr schlimme Dinge gibt. Meine Eltern waren beide absolut unbeleckt von jeder Sympathie für die Nazis. Ich bin 1929 geboren, ich war gerade vier Jahre alt, als sich die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 mit der Machtergreifung durchsetzten. Ich erzähle Ihnen eine verbürgtes Geschehen: Wie ich fünf Jahre alt war, 1934, war ich für ein Viertel Jahr bei meinen Großeltern in Breslau. An einem Abend, ich war von meiner Patentante schon ins Bett gebracht, fingen auf einmal die Glocken an zu läuten. Ich konnte nicht schlafen, bin in das Wohnzimmer der großen bürgerlichen Wohnung und habe mich beklagt, warum die Glocken so laut läuten. Mein Großvater sagte mir: „Weißt du, der Herr von Hindenburg, der Herr Reichspräsident ist gestorben." Ich reagierte, es war eine kindliche Reaktion: „Was denn, haben Sie jetzt den alten Mann auch noch umgebracht?“ Das war am 2. August 1934. Einige Monate zuvor, im Juni, hatte Hitler einen Putsch von SA-Leuten, seiner eigenen Truppe, niedergeschlagen, indem er seinen Freund Ernst Röhm, der Chef der SA, einer der obersten Nazis, hat erschießen lassen. Meine Eltern waren sehr intensiv katholisch und aufgeschlossen, sie wussten, 1935, 1936, 1937: Das gibt Krieg und es wird furchtbar. Sie wussten von Judenverfolgungen, ihre Freunde sind noch nach England entkommen. Als Fünfjähriger und in den folgenden Jahren habe ich eine schlimme Zeit erlebt. Ich konnte damals noch nicht Zeitung lesen, nur einzelne Worte. Das prägt mein ganzes Denken. Politik ist wahnsinnig spannend, aufregend und wichtig für uns alle, Politik kann schlecht sein und gut sein.

Eine andere Situation: Ich war 30 und Referent im persönlichen Büro des Bundespräsidenten in Bonn, ich war einer von zwei Assistenten und hatte wie ich angekommen war, am ersten Tag einen Auftrag erhalten, eine Tischrede zu entwerfen für die Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts. Vorgabe 8 Minuten. Das war ein Glücksfall. Verfassungsrecht hat mich in meinem Studium so intensiv beschäftigt. Als ich in das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten das erste Mal hinein kam, saßen wir uns direkt gegenüber, er hatte mein Redemanuskript vor sich liegen, nahm einen grünen Stift und fing an zu lesen. Auf einmal knurrte er, und wieder knurrte er: „So kann man das doch nicht sagen." Reflexartig bat ich um Entschuldigung. Der Bundespräsident legt seinen Stift hin, guckt mich an und sagt: „Herr Leder, warum entschuldigen Sie sich denn dauernd? Sie sind hier dazu da, mir zu widersprechen. Und wenn ich es dann anders mache, ist das nicht mehr Ihre Verantwortung." Ich habe manchmal in Fällen von Meinungsverschiedenheiten mit Räten und Assistenten später zu mir innerlich gesagt: „Du weißt, die sind hier da, um dir zu widersprechen. Und wenn du es anders machst, musst du es alleine verantworten." Ich habe daher nie einen ernsten Konflikt mit einem Mitarbeiter an der Universität gehabt.

Was bedeutet Wissenschaft für Ihr Leben? Wie hat die Politikwissenschaft Ihr Leben geprägt?

Wenn ich Politik lehren will und Wissenschaft betreiben will, muss ich objektive Sachverhalte erzählen. Gewissen und Widerspruch hat mich immer sehr beschäftigt. Ich habe sehr gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet, die aus anderen Wissenschaften stammen. Zwölf Jahre war ich Mitglied eines Gesprächskreises für wissenschaftliche Pädagogik, nahm an den Symposien teil, sprach in Münster über politische Bildung. Wie sieht ein Politikwissenschaftler politische Bildung und hält sie für notwendig? Politische Bildung hat mich immer interessiert, ich habe sie mit vielen Referaten im Jahr in Bildungsinstitutionen von Stuttgart bis Fulda betrieben. Abends hatte ich meinen Vortrag in Oldenburg mit Diskussion bis zehn Uhr, am Morgen war ich zurück in Hildesheim, um um 8:00 Uhr mein Seminar zu halten. Von zwei Operationen abgesehen war ich 7 Vorlesungstage im Laufe der 30 Jahre an der Universität krank.

Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Mich hat die Leidenschaft für politische Bildung und das innere Engagement mein Leben lang angetrieben. Demokratie ist ein Wert und die Parteien haben politische Funktionen in die Bevölkerung hinein. Wenn die Parteien heute wieder in einer Schwächephase stehen – was ganz ohne Frage ist und überhaupt noch nicht überwunden –, macht man sich seine Sorgen. Man kann Mitleid oder wenigstens Sympathie für Leute empfinden, die sich bestimmte Dinge zutrauen, dazu gewählt werden und dann von der eigenen Partei Stückchen um Stückchen in die Pfanne gehauen werden.

Meine Studentinnen und Studenten haben mir gesagt, dass ich anspruchsvoll sei, aber immer fair in Prüfungen. Wenn die Studierenden zur Prüfung kamen, habe ich mich gekümmert, es war erstaunlich, wie viele so stark unter Prüfungsangst gelitten haben. Den Dank erfahre ich noch heute in Hildesheim manchmal auf der Straße, das sind wundervolle Tage.

Wie haben Sie die Universität als Student erlebt?

Ich erinnere mich an mein Studium 1949 in Göttingen, ich habe die Lehrangebote gesucht, die hingen nämlich nur in der Universität an großen Brettern. Fernsehen gab es noch nicht, im Radio wurden Lehrveranstaltungen natürlich auch nicht verkündet.Und dann musste ich erst einmal einen Kommilitonen ansprechen, der von einer Vorlesung kam. Aber die jungen Leute waren alle so eilig, ganz eigentümlich – freundlich, aber sie hatten nie Zeit. Warum? Eine große Zahl der jungen Männer hatte eine Gefangenschaft hinter sich nach dem Zweiten Weltkrieg, entweder bei den Franzosen oder bei den Amerikanern, aber kaum einer war aus Russland. Ich bin dabei gewesen, wie 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – im Grenzdurchgangslanger in Friedland einer der ersten Transporte von deutschen Kriegsgefangenen ankam in Bussen, in die sie in ihren Gefangenenlagern verladen worden waren, als Konrad Adenauer in Russland gewesen war und sie freigehandelt hatte. Ich habe mit anderen Studenten geholfen. Es hieß: „Die Gefangenen kommen. Wir brauchen dringend Hilfskräfte.“ Ich errinere mich, wie sie aus den Bussen aussteigen – blass, blank, abgemagert, manche mit einem Stock, manche mit einer selbstgebastelten Krücke unter dem Arm. Ich habe bis heute im Sinn, wie sie am Ende anstimmen: „Nun danket alle Gott.“ So etwas vergisst man nicht, das Schreckliche wie das Schöne.

Wenn ich Ihnen noch eine Story erzählen soll: Ich saß im Seminar „Theorie des öffentlichen Rechts“ in Göttingen bei Professor Rudolf Smend, einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der Weimarer und der neuen Bonner Zeit. Da saßen mit mir im Raum zwei spätere Bundesminister, ein Dritter, der später in den Bundestag ging, zwei spätere Bundesverfassunsrichter, eine spätere Richterin. Ich saß auf dem letzten Platz, Mittwochabend, 20 Uhr bis 22 Uhr. Da passierte Folgendes: Rudolf Smend hatte einen Aufsatz geschrieben über den Kernbereich seiner eigenen Theorie, die Integrationslehre, der Staat ist Integration, für das große Handbuch der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er sagte, er wolle den Aufsatz zur Diskussion stellen: Die Integrationslehre und ihre Schwächen. Es war ein nachträgliches rücksichtsloses Urteil über sein zentrales wissenschaftliches Produkt, uns kamen die Tränen. Er saß und schwieg. Einer seiner Studenten, Wilhelm Hennis, später renommierter Professor, sagte: „Herr Professor, so schlecht, wie Sie Ihre eigene Theorie gemacht haben, ist sie ja nun wirklich nicht." Herr Smend sagte ganz ernst: „Ich bedanke mich für diesen Trost." Ich habe dauernd das große Glück gehabt, Leute dieser Kragenweite kennen zu lernen.

Dieses Interview lesen auch viele Studentinnen und Studenten. Welche Entwicklungschancen bietet eine Universität jungen Menschen?

Eine Hochschullehrerin beziehungsweise ein Hochschullehrer sollte zum Nebenberuf haben, seinen Studentinnen und Studenten immer wieder klar zu machen: Erstens, Sie müssen hier gewaltig Gas geben, sonst kann es sein, dass Sie das Studium nicht schaffen. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die es ohne solches Gasgeben mit Lockerheit geschafft haben. Zweitens, man muss sich selber darum kümmern, das man lernt, wie man lernt und wie man zum Denken kommt – mit der Folge, dass an zwei, drei Abenden in der Woche Bude und Arbeit angesagt ist. Weil es später auch so sein wird. Ohne knallharte Arbeitsbereitschaft geht nichts. Drittens: Man muss lernen, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das hilft übrigens auch, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und vorher versucht herauszufinden, wie der Prüfer oder die Prüferin tickt, dann können einen Fragen nicht erschrecken.

Welche Aufgaben hat Wissenschaft in der Gesellschaft, wie kann die Region von der hier ansässigen Hochschule profitieren?

Ich schätze die Bemühungen um den Wissenstransfer der heutigen Hildesheimer Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, dazu zählen etwa die öffentlichen Europagespräche von Professor Michael Gehler und Ringvorlesungen der Universität Hildesheim. Da wird etwas Reizvolles geboten. Ich habe einige Referate von Professorin Marianne Kneuer gehört, sie kann für jeden der anfängt, als Wissenschaftler zu arbeiten, nur Vorbild sein, ich bewundere das. Man muss sehen, dass die Bürger hier herkommen auf den Campus, man muss sie einladen. Und dann kommen sie ja offenbar.

Die Hochschule, der akademische Bereich, ist nicht außerhalb dieser Welt, sondern ein Teil und muss sich selber integrieren. Eine Universität, die sich abkapselt, wird nie richtig in der Mitte dieser Stadt ankommen. Das Wachstum der Universität Hildesheim ist nicht unwesentlich in den letzten Jahren von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bewirkt worden und hat ohne Fragen in Hinblick auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte Bedeutung für Hildesheim. Etwa 11 % von Hildesheims gut 100.000 Einwohnern sind heute Studentinnen und Studenten, 1970 waren es 400 Studierende, 2019 sind es allein an der Universität etwa 8500. Und wenn Hildesheim sich nun darum bewirbt, Europäische Kulturhauptstadt zu werden, dann wird alles das, was vom gegenwärtigen Präsidenten geschaffen wurde dazu beitragen, dass Hildesheim sicher mit dem hervorragenden Ruf der Universität gestiegene Chancen hat.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17107 Thu, 04 Jul 2019 07:46:00 +0200 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

„Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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news-17039 Wed, 19 Jun 2019 14:33:00 +0200 Experte für Biowissenschaften des Sports: Professor Sebastian Gehlert https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/experte-fuer-biowissenschaften-des-sports-professor-sebastian-gehlert/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert erforscht in Hildesheim unter anderem die muskuläre Anpassung im Kraft- und Ausdauertraining, den Proteinabbau im humanen Skelettmuskel und das Training und die Ernährung im Leistungssport. Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Professor. Sebastian Gehlert hat an der Universität Hildesheim die Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften des Sports am Institut für Sportwissenschaft des Fachbereichs „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ inne. 

Professor Sebastian Gehlert befasst sich unter anderem mit der Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Training. „Es geht in meiner Forschung darum, mit biowissenschaftlichen und sportwissenschaftlichen Methoden, zu untersuchen, wie die Intensität, Zeitdauer und Abfolge von Kraft- und Ausdauertrainingseinheiten eine optimale und effiziente Reizabfolge generieren kann, die einen maximalen Leistungszuwachs in kurzer Zeit gewährleistet.“ Besonders interessant, sagt Gehlert, sei, dass die Entstehung dieser Vorgänge bereits auf Zellebene des Skelettmuskels beginnt und über spezifische Signalprozesse initiiert wird. „Diese Signalgebung lässt sich mit biowissenschaftlichen Methoden messen. Dies können Metabolite, Mikrovesikel oder RNA Fragmente sein, die als Folge des Gewebeumbaus in das Blut übertreten und uns Abbau- oder Aufbauprozesse indirekt anzeigen können. So können wir messen, ohne Muskelbiopsien vornehmen zu müssen.“

Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Sportwissenschaftler. „Hier versucht man ja in kurzer Zeit – beispielsweise in ambulanten und zeitlich limitierten Rehaprogrammen oder aber auch in wettkampfnahen Vorbereitungsperioden – Trainingsreize so zu bündeln, dass zum Wettkampf die größtmögliche Schnelligkeits-, Kraft oder Ausdauerleistungsfähigkeit erzielt wird. Wenn es im Leistungssport überwiegend um Medaillen geht, äußert sich ein höheres Leistungsvermögen im Gesundheitssport mit verbesserter allgemeiner Belastbarkeit, Mobilität und Gesundheit.“

Sebastian Gehlert arbeitete nach seinem Studium der Sportwissenschaften im Bereich Training und Leistung in Forschungsprojekten an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gehlert erhielt ein Graduiertenstipendium im Bereich Lebenswissenschaften der DSHS Köln. Er promovierte zum Thema  „Akute  und chronische Anpassung des humanen Skelettmuskels auf Kraft und Ausdauerbeanspruchung“ und arbeitete in der Abteilung molekulare und zelluläre Sportmedizin der DSHS Köln.

Antrittsvorlesung von Professor Sebastian Gehlert

Am Mittwoch, 19. Juni 2019, gibt der Sportwissenschaftler Professor Dr. Sebastian Gehlert Einblicke in seine Forschung. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung im Forum am Hauptcampus spricht er über den „Einfluss der molekularen Interaktion von Training und Ernährung auf die physiologische Leistungsanpassung“.

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news-16849 Mon, 27 May 2019 15:31:39 +0200 Hochschulforschung – Hohe Relevanz für die Hochschulpraxis https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/hochschulforschung-hohe-relevanz-fuer-die-hochschulpraxis/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ arbeiten an Forschungsprojekten, die eine hohe gesellschafts- wie hochschulpolitische Relevanz aufweisen. Um sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulforschung sowie aus dem Hochschulmanagement bundesweit auszutauschen, trafen sie sich im Rahmen der „3. Hildesheimer Dialoge“ an der Universität Hildesheim. Ein Gastbeitrag des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“

Zu den aktuellen Themen an Hochschulen zählen zum Beispiel, wie die Betreuung von Promovierenden stetig verbessert werden kann, wie die Hochschulen angesichts der gestiegenen Studierendenzahlen und nach wie vor hohen Abbruchquoten eine qualitativ gute und ansprechende Lehre leisten können, aber auch, wie sukzessive der Anteil an Professorinnen und Frauen in den Spitzen- und Leitungspositionen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb erhöht werden kann, und welche Maßnahmen und Strategien Hochschulen ergreifen, um ihre Beschäftigten sowie die Studierenden vor sexualisierter Gewalt und Belästigung zu schützen.

Grund genug für das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ einige empirische Forschungsprojekte zu den oben genannten aktuellen Themen beim 3. Hildesheimer Dialog vorzustellen und Inhalte, Methoden, Vorgehensweisen, Ergebnisse und die Praxisrelevanz mit den Gästen intensiv zu diskutieren.

Empirische Forschungsprojekte, Methoden, Inhalte und Vorgehensweisen wurden auf der Tagung vorgestellt

Die meisten – mit einer Ausnahme – dort vorgestellten Projekte stehen am Beginn ihrer Forschungsphase. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Bührmann. Sie ist Professorin für Soziologie und Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen und war mit großem Interesse nach Hildesheim gereist, um sich einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen rund um die Hochschule zu verschaffen.

Den Auftakt der Diskussionsrunde machte Prof. Dr. Tanja Paulitz von der TU Darmstadt. Sie gab einen spannenden Einblick in ein in Deutschland wenig untersuchtes Forschungsfeld: In dem BMBF-Projekt „Jenseits der Gläsernen Decke“ untersucht sie gemeinsam mit Leonie Wagner, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und einem Team, welche Marginalisierungserfahrungen Professorinnen an Universitäten wie Fachhochschulen machen. Im Kern ihres Projektes geht es darum, die sehr feinen und zum Teil wenig bewussten Mechanismen des Unsichtbarmachens, des Übersehens und Wegdrängens von Spitzenfrauen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb aufzuzeigen und daraus Gegenstrategien für eine Sensibilisierung und für inklusive Anerkennungspraktiken zu entwickeln.

Noch in der ersten Phase der Förderung ist das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“, das Prof. Dr. Meike Sophia Baader, vom Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim, zusammen mit Dr. Christin Sager, ebenfalls vom Institut für Erziehungswissenschaft, leitet: „Unser Projekt geht der Frage nach, wie Hochschulen als Organisation mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ umgehen, welche Richtlinien und Beratungsangebote institutionalisiert und welche Formen von Best Practice identifiziert werden können“, erklärte Meike Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft und Vize-Präsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim.

„Zudem fragen wir danach, ob das Thema in pädagogischen Studiengängen in der Lehre angekommen und verankert ist, gibt es doch seit 2010 eine erhöhte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten, so dass ein professioneller Umgang damit Teil der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sein sollte. Zusammen mit Akteuren und Akteurinnen aus der Region werden wir Handlungsempfehlungen erarbeiten“. Ihr Projekt wird bis Ende 2021 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, ebenso wie das Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“ von Dr. Daniela Böhringer und Prof. Kai-Olaf Maiwald, beide von der Universität Osnabrück, und Dr. Svea Korff vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. Das Forschungsteam an den beiden Standorten untersucht unterschiedliche Settings der Betreuung, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft dem Nachwuchs Leistung interaktiv zugeschrieben wird. Dazu werden Videoaufnahmen gemacht und konversationsanalytisch ausgewertet.

Die Promotionsphase und der anschließende Übergang in den akademischen und außerakademischen Arbeitsmarkt stehen im Mittelpunkt eines weiteren Forschungsprojektes, dessen Eckpunkte ebenfalls bei den Hildesheimer Dialogen vorgestellt wurden: Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab einen Überblick über die großangelegte Studie „NACAPS – National Academics Panel Study“. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie, die er mit seinem Team durchführt, werden regelmäßig Promovierende und Promotivierte in Deutschland zu den Bedingungen des Promovierens, ihren Karriereabsichten, Karriereverläufen und allgemeinen Lebensbedingungen gefragt. Auch die Universität Hildesheim beteiligt sich an dieser Befragung.

Den thematischen Abschluss bildete ein aktuelles Forschungsprojekt, das die akademische Lehre und vor allem die Hochschullehrenden in den wissenschaftlichen Blick nimmt: Wie reagieren Lehrende auf neue Anforderungen, die an eine zeitgemäße Lehre gestellt werden? Gehen Lehrende darauf ein, digitale Medien vermehrt in ihre Lehre zu integrieren? Setzen sie Aspekte einer gender- und diversityorientierten Lehre um? Diesen Fragen geht Dr. Marion Kamphans vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ in ihrem von der Universität Hildesheim geförderten Habilitationsprojekt nach, das sie den Anwesenden vorstellte.

Hildesheimer Dialoge initiieren Austausch über Hochschulforschung und Hochschulentwicklung

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft und für Sozial- und Organisationspädagogik (Prof. Dr. Meike Baader; Prof. Dr. Wolfgang Schröer; Dr. Svea Korff; Dr. Marion Kamphans) der Universität Hildesheim die „Hildesheimer Dialoge“. Von besonderem Interesse ist es, einen Austausch mit anderen an Themen der Hochschulforschung und Hochschulentwicklung Interessierten zu initiieren.

Zentrales Ziel ist es, sich auf Landes- und Bundesebene zu vernetzen. Ein dritter Grund für dieses Format ist, die hochschulpolitische wie praktische Relevanz der empirischen Studien und Projekte – die im Forschungscluster bearbeitet werden in ihrer Anschlussfähigkeit für Veränderungsprozesse an Hochschulen, etwa für das Hochschulmanagement oder die akademische Personalentwicklung zu diskutieren.

Kontakt bei Fragen zu den Hildesheimer Dialogen: Dr. Marion Kamphans, Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allg. Erziehungswissenschaft (E-Mail: kamphans@uni-hildesheim.de)

Kontakt bei Fragen zum Forschungscluster „Hochschule und Bildung“: Dr. Svea Korff, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de)

Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim; Dr. Daniela Böhringer, Universität Osnabrück; Dr. Svea Korff, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim; Dr. Mark Bajohrs, Universität Mainz; Carolin Bätge, Universität Hildesheim; Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück; Dr. Marion Kamphans, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“; Dr. Christin Sager, Universität Hildesheim; Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim; Dr. Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover; Prof. Dr. Tanja Paulitz, TU Darmstadt.

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news-16798 Thu, 16 May 2019 12:48:23 +0200 Ausstellung: Motiv Europa – Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausstellung-motiv-europa-postalische-dokumente-zur-geschichte-und-einigungsidee-seit-1945/ Kurz vor den Direktwahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 zeigt die Universitätsbibliothek Hildesheim in Kooperation mit dem Institut für Geschichte eine Ausstellung mit Ersttagsbriefen und Postkarten rund um Europa. Die in der Ausstellung „Motiv Europa - Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945“ gezeigte Sammlung an Postkartenmotiven stammt von Dr. Otto May und die Begleittexte von Professor Michael Gehler. Zu sehen sind auf den über 500 philetalistischen Objekten die Idee Europa in ihrem Wandel, unter anderem Winston Churchill bei seiner Europarede 1943, das US-amerikanische Europäische Wiederaufbauprogramm Marshall-Plan, europäische Institutionen wie der Europarat, Jean Monnet und die Kohle- und Stahlgemeinschaft, Symbolik für Europa, Frankreich und das Scheitern der Europaarmee 1954, die Römischen Verträge 1957, die Gründung der EFTA und der Nordische Rat, der deutsch-französische Vertrag von 1963 zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Erweiterung der EU um die drei neutralen EFTA-Staaten 1995. Hinzu kommen Postkartenwerbungen für ein geeintes Europa.

Die Wissenschaftler thematisieren in der Ausstellung auch die Problemfelder der EU und Kritik, etwa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik und nicht zuletzt das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die endlose Debatte um den „Brexit“. Gefördert wurde diese Ausstellung von der EU-Aktion „Jean Monnet Erasmus Plus“.

Die Ausstellung schließt an eine bereits 2018 gezeigte Ausstellung zum Thema „Motiv Europa. Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee von 1789 bis 1945“ an.

Professor Michael Gehler ist seit 2006 Jean Monnet-Professor für vergleichende europäische Zeitgeschichte und die Geschichte der europäischen Integration am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die vergleichende Neuere und Neueste europäische Geschichte, die deutsche und europäische Zeitgeschichte, die Selbstsicht und Fremdsicht auf Europa und die Identitätsbildung. Der Sammler Dr. Otto May stellte in mehreren Veröffentlichungen Postkarten in einen erziehungswissenschaftlichen Kontext. 8000 Postkarten aus seiner Sammlung sind im Bildarchiv Pictura Paedagogica Online digitalisiert.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zugänglich (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eine Einführungsveranstaltung findet am Dienstag, 21. Mai 2019, um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek Hildesheim statt.

Nach Vereinbarung können weitere Führungen angeboten werden. Die Ausstellung kann bis zum 31. Mai 2019 besucht werden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
news-16767 Wed, 15 May 2019 10:52:00 +0200 „Das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/das-leben-mit-geringer-lese-und-schreibkompetenz-ist-eine-erhebliche-einschraenkung/ Professorin Carola Iller über Konsequenzen aus der LEO-Studie, in der die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) untersucht wurden. In der Studie „LEO – Leben mit geringer Literalität“ hat ein Team um Professorin Anke Grotlüschen die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) erfasst. Etwa  6,2 Millionen Deutsche haben große Schwierigkeiten, einen zusammenhängenden Text in deutscher Sprache zu lesen und zu schreiben.

Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Carolo Iller von der Universität Hildesheim gehört zum wissenschaftlichen Beirat der LEO-Studie. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen besser unterstützt und beraten werden können.

„Inklusive Bildung hat den Anspruch, allen Menschen – mit und ohne Einschränkungen – die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen und das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung. Vor allem ist damit auch der Zugang zu qualifizierter Arbeit, die Teilhabe am politischen Leben und eine eigenständiger Lebensweise eingeschränkt. Selbst zum Ausfüllen von Formularen und Anträgen, zum Unterschreiben von Kaufverträgen und zur Auswahl des richtigen Handy-Tarifs wird Hilfe benötigt“, so Carola Iller.

Die Hildesheimer Professorin für Weiterbildung hat sich auf Erwachsenenbildung spezialisiert. „Ich beschäftige mich mit den didaktischen Konzepten und den Möglichkeiten einer zielgruppengerechten Ansprache der Erwachsenen – zum Beispiel durch Beratung oder die Einbindung von Familienangehörigen.“

Eine Möglichkeit, sprachliche Barrieren abzubauen, sei zum Beispiel die Leichte Sprache. Die LEO-Studie hat gezeigt, dass etwa 30 % der Erwachsenen mit geringer Lesekompetenz den Schriftverkehr im Haushalt an andere delegieren und seltener ihren Kindern vorlesen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wichtig seien vor allem verständliche Informationen zu Gesundheit, Familienleistungen, aber auch zur Teilhabe an Politik und Arbeit, sagt Carola Iller. Eine geringe Lesekompetenz könne von den Erwachsenen an ihre Kinder „sozial vererbt“ werden, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, sagt Iller. Denn das Vorlesen im Kindesalter hat wiederum Einfluss auf das Lesen und Schreiben sowie den Schulerfolg der Kinder.

Menschen mit geringer Literalität benötigen Unterstützung im Alltag – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans

Die Professorin schlägt vor, geringe Literalität bei Erwachsenen zu enttabuisieren und in der Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Menschen mit geringer Literalität Unterstützung benötigen – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans. Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann.

„Die Lernberatung zum Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz sollte ausgebaut werden und stärker mit anderen Beratungsangeboten wie Gesundheitsberatung, Erziehungsberatung und Schuldnerberatung verknüpft werden. Es braucht außerdem eine bessere vertikale Vernetzung zwischen den Bildungsbereichen: Wir gehen davon aus, dass Kindergarten, Schule und Hochschule jeweils zu abgeschlossenen Kompetenzen führen, das ist aber im richtigen Leben nicht so. Und deshalb brauchen wir immer wieder Gelegenheiten, das Gelernte aufzufrischen oder etwas nachzuholen, was vorher vielleicht nicht vermittelt wurde oder nicht gelernt werden konnte“, sagt Carola Iller.

Interviews mit Erwachsenen mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen 

Die Professorin hat Erwachsene mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen interviewt, die zum Beispiel während der Grundschulzeit aufgrund einer Erkrankung nicht regelmäßig am Unterricht teilgenommen haben und dann nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. „Sie haben sich ihr weiteres Schulleben durchgehangelt und versucht, nicht aufzufallen und danach Gelegenheiten gemieden, in denen ihre geringe Lese- und Schreibkompetenz hätte auffallen können. Wenn es dann im Erwachsenenalter durch eine persönliche Krise oder ein anderen einschneidendes Erlebnis doch noch zu dem Wunsch kommt, von Grund auf Lesen und Schreiben zu lernen, ist das ein großer Aufwand.“

Die Wissenschaftlerin verweist auf ein Vorzeigeprojekt in Israel Dort können Erwachsene am Unterricht in Schulen teilnehmen. „Das hat bei allen Beteiligten – Kindern, Lehrerinnen und Lehrern sowie lernende Erwachsene – eine sehr positive Resonanz erhalten. Solche Projekte brauchen wir hier auch.“

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news-16733 Tue, 07 May 2019 14:07:00 +0200 Übergang von der Heimerziehung in ein eigenverantwortliches Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uebergang-von-der-heimerziehung-in-ein-eigenverantwortliches-leben/ Wissenschaftlerinnen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik entwickeln eine vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben. Ministerin Birgit Honé informierte sich über das EU-geförderte Projekt. EU-Pojekt - Soziale Innovationen
Übergänge aus Heimerziehung und Vollzeitpflege

Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, hat auf ihrer europapolitischen Tour durch Niedersachsen das Forschungsteam am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das EU-geförderte Projekt „Trans-Fair“.

Das EU-geförderte Projekt hat das Ziel, jungen Menschen den Übergang aus der Heimerziehung und Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben zu erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen stellten der Ministerin das Projekt, welches sich im letzten Drittel des zweijährigen Förderzeitraums befindet, vor. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftlerinnen Britta Karner, Jessica Feyer, Maria Schube und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik erstmals für die Region Hildesheim - auch mit Signalwirkung für Landes- und Bundesebene, eine rechtskreisübergreifende, vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben (sogenannte Care Leaver) entwickeln.

Hierzu bindet das Forschungsteam möglichst viele Akteuere unterschiedlicher sozialer Dienste in den Prozess ein. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftlerinnen Informationsmaterialien über die eigenen Rechte im Übergang für Care Leaver und entwickeln gemeinsam mit freien Trägern und unter Mitwirkung von betroffenen jungen Menschen Konzepte zu einer besseren informellen Begleitung (unter anderem Paten, peer-to-peer-Angebote).

„Ziel ist es, die Risiken des Übergangs von Care Leavern in ein eigenverantwortliches Leben abzumildern. Diese zeigen sich zum Beispiel in einer zum Teil fehlenden Existenzsicherung oder auch drohender Wohnungslosigkeit, aber auch in der Gefährdung von Bildungszielen aufgrund der belastenden Lebenssituation an der Schwelle zwischen stationärer Jugendhilfe und einem eigenständigen Leben“, sagt Dr. Severine Thomas.

„Das Projekt Trans Fair beeindruckt mich sehr, denn Care Leaver verdienen unser besonderes Augenmerk. Und die eng verzahnte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Jobcenter und Universität zeigt, dass auf diesem Weg nicht nur die Situation junger Menschen verbessert wird, sondern auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner“, sagt Ministerin Birgit Honé.

Kontakt bei Fragen zum Forschungsprojekt Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de).

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news-16658 Tue, 30 Apr 2019 11:38:00 +0200 Wahlkampf im Netz: Die Angst vor Echokammern ist übertrieben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wahlkampf-im-netz-die-angst-vor-echokammern-ist-uebertrieben/ Die deutsche Politik ist seit dem Einzug der AfD in den Bundestag stärker polarisiert als zuvor. Schotten sich die WählerInnen im Netz von Nachrichten ab, die nicht in ihr Weltbild passen? Nicht unbedingt, sagen Forscher der Universität Hildesheim. Sie haben 2,9 Millionen Facebook-Posts vor der Wahl 2017 analysiert. Die Politikwissenschaftler Professor Wolf Schünemann und Stefan Steiger sowie der Computerlinguist Fritz Kliche forschen zu Echokammern in sozialen Medien. In einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org befassen sich die Wissenschaftler der Universität Hildesheim mit dem Wahlkampf im Netz und analysieren rückblickend die Bundestagswahlkampf 2017.

Die Wissenschaftler stellen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ vor, in dem sie einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben.

Hier lesen Sie den Gastbeitrag

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news-16646 Wed, 24 Apr 2019 14:31:00 +0200 „Wir befinden uns in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wir-befinden-uns-in-einem-umfassenden-strukturwandel-der-oeffentlichkeit/ Was bedeutet Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter? Ein Team der Politikwissenschaft veranstaltet eine internationale Tagung an der Universität Hildesheim. Etwa 30 Fachleute aus Italien, Deutschland, Spanien und Portugal diskutieren am 25. und 26. April 2019 über den Wandel im digitalen Zeitalter und die Auswirkungen von Internet und Social Media auf Öffentlichkeit. Die digitalen Technologien werden immer wieder mit Hoffnungen auf eine stärkere Bürgerbeteiligung  verbunden. Optimistischen Szenarien stehen dagegen eher pessimistische Perspektiven gegenüber, etwa die Fragmentierung der Öffentlichkeit sowie die Bildung von Filterblasen und Echokammern.

„Wir befinden uns bereits mitten in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, dessen Ausmaße allerdings noch nicht absehbar sind. Dabei müssen die mitunter gegenläufigen Entwicklungen analysiert werden: Das Netz kann viele Menschen verbinden, ebenso aber vereinzeln; es kann den Austausch fördern, ebenso aber polarisieren und sogar aufhetzen. Es kann den öffentlichen Raum grundsätzlich vergrößern, ebenso aber zu seiner Parzellierung beitragen. Was bedeutet Öffentlichkeit überhaupt im digitalen Zeitalter? Allein die Verschiebung zwischen öffentlicher und privater Sphäre wird immense Wirkungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft haben“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

Die Professorin hat mit ihrem Team am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit vielbeachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“  aufgebaut. Die Politikwissenschaftlerin organisiert die internationale Konferenz gemeinsam mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik, und Dr. Emiliana De Blasio und Professor Michele Sorice von der LUISS Privatuniversität für Sozialwissenschaften in Rom. Die Tagung ist im Rahmen der Aktivitäten des „Zentrums für Digitalen Wandel/Center for Digital Change“ einzuordnen. 

„Die Tagung ist international hochklassig besetzt. Wir freuen uns auf zwei Tage intensiven Dialog über ein Thema höchster gesellschaftlicher Relevanz: die Transformationen politischer Öffentlichkeiten im digitalen Wandel“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Die Tagung bildet den Auftakt für eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Transformationen im digitalen Zeitalter“ , die das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim gemeinsam mit  der LUISS University in Rome, der Scienes Po in Paris, der University of Perugia, der USI in Lugano, der University of Urbino und der University of Prague entwickelt. Das internationale Netzwerk erforscht gemeinsam den digitalen Wandel aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Die nächste Tagung soll voraussichtlich zum Thema „Transformations of Internet Governance“ ausgerichtet werden.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Hildesheimer Konferenz. Die Tagung ist nicht öffentlich. Interessierte können sich vorab an die Veranstalter wenden.

Wer sich für die Forschung an der Universität Hildesheim interessiert, kann Prof. Dr. Marianne Kneuer (kneuer@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

Zentrum für Digitalen Wandel
Center for Digital Change

Programm der internationalen Tagung

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Zentrum für Digitalen Wandel
news-16657 Wed, 24 Apr 2019 13:33:50 +0200 In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/in-der-praxis-sozialpaedagogisches-projektsemester/ 120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

Abschlussveranstaltung

Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

„Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16505 Mon, 15 Apr 2019 12:58:00 +0200 Skifahrt: Mit Sport zurück ins Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/skifahrt-mit-sport-zurueck-ins-leben/ Sport treiben, um nach einer schweren Erkrankung wieder den Alltag zu bewältigen: Sportwissenschaftler und Studierende der Universität Hildesheim und Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover binden Sport in den Alltag von krebskranken Kindern ein, damit sie wieder Kraft tanken und Zutrauen erfahren. Einmal im Jahr fahren sie gemeinsam mit Familien in die Berge. Eine Skifahrt ist nur möglich, da einige Privatpersonen, Stiftungen und Vereine spenden. Das Team um Professor Nico Kurpiers bedankt sich herzlich bei allen Spendern. Sportwissenschaftler, Sportstudierende und Ärzte fahren seit 2013 gemeinsam mit Familien, deren Kinder eine Krebserkrankung überlebt haben, einmal im Jahr in die Berge.

„Für uns alle ist es faszinierend, wenn man nach der gemeinsamen Busfahrt ankommt. Wir sehen die Berge. Für die Kinder, die lange nichts zu lachen hatten und in einer Krankenhaus-Umgebung waren, ist das besonders beeindruckend", sagt der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers.

Die Diagnose „Krebs" und die folgenden extrem belastenden Monate und Jahre kosten Kindern und ihren Familien sehr viel Kraft, sagt Kurpiers. „Auch Lehrer, Trainer und Mitschüler wissen oft nicht wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Wir möchten unter anderem angehende Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereiten, wie sie Sport nach einer Erkrankung in den Alltag der Kinder einbetten können."

Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten

Etwa acht bis zehn Familien fahren jedes Frühjahr mit in die Berge, die Nachfrage ist hoch. Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten. Im Frühjahr 2019 ging die Fahrt in die österreichischen Alpen nach Pitztal.

Es gibt ein festes kompetentes Team aus Sportstudentinnen und Sportstudenten, die immer wieder mitfahren und zu einem erheblichen Teil am Gelingen dieser Maßnahme beteiligt sind, sagt Nico Kurpiers. „Das Prinzip ist einfach: Die Familien sollen dem alltäglichen Stress entfliehen und weder an die Klinik noch die Ängste, die mit der Erkrankung der Kinder verbunden sind, oder die Folgen der Behandlung denken. Die Probleme sind weitreichend und äußern sich nicht nur in körperlichen Leiden und Folgeerscheinungen, sondern auch die Psyche ist in der Regel angeknackst und braucht einen positiven Stimulus. Die Angst vor einem Rückfall oder Zweittumor ist immer präsent, die soziale Isolation in Schule, Verein oder im Freundeskreis – meist durch Unsicherheit des Umfeldes unbewusst entstanden – kennt fast jeder Betroffene“, erklärt der Sportwissenschaftler.

Bei der Reha-Maßnahme in den Bergen müssen sich die Familien um nichts kümmern, denn alles wird von Professor Nico Kurpiers und seinem Team weit im Vorfeld geplant und dann vor Ort durchgeführt. Die Studierenden besuchen zur Vorbereitung das Seminar „Wintersport in der Rehabilitation krebskranker Kinder“ und reisen gut vorbereitet an.

„Es fahren zehn Studierende mit. Die einen wollen Lehrer werden und können diese Erfahrung gut für ihren späteren Beruf nutzen, da es nachweislich Defizite an Schulen gibt, was den Umgang mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen angeht. Die anderen studieren bei uns in Hildesheim ‚Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne‘ im Masterstudium und möchten zum Beispiel  einen therapeutischen Beruf ergreifen oder wissenschaftlich arbeiten“, so Kurpiers.

Forschung: Wie kann die Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport erhöht werden?

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler führen vor Ort in den Bergen wissenschaftliche Studien durch und erforschen etwa motorische Parameter bei den Kindern, wie zum Beispiel die Steigerung der Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport oder sie befragen die Eltern zur Lebensqualität oder partnerschaftlichen Aspekten und führen Interviews.

In den Bergen fahren die Eltern in eigenen betreuten Gruppen, getrennt von den Kindern, die wiederum in ihren Gruppen aufblühen und abgelenkt werden  und beide, Eltern und Kinder, entdecken oder erlangen ihre körperliche Leistungsfähigkeit wieder, sagt Kurpiers.

„Diese Generation der Sportstudierenden leistet ganze Arbeit und ist überaus engagiert“, sagt Professor Nico Kurpiers

Die Skifahrt wird regelmäßig evaluiert, um Optimierungsvorschläge aufzugreifen, wobei vor allem das geschulte, sehr empathische und überaus engagierte Team der Studenten immer besonders gut abschneidet. „Man kann über die heutige ‚Generation Student‘ sagen was man will, aber bei dieser Maßnahme wird unter Beweis gestellt, dass es sie gibt, die Studierenden, die mehr machen als Credits zählen und den kürzesten und geradlinigsten Weg durch das Studium planen, denn das Team leistet ganze Arbeit, und die meisten des Teams können  durch  ihr  Mitwirken schon lange keine Punkte mehr curricular geltend machen“, sagt Professor Nico Kurpiers.

In diesem Jahr ist auch ein ehemaliger Krebspatient mit einer Oberschenkelamputation mitgefahren, berichtet der Sportwissenschaftler. „Im Vorfeld haben wir über eine österreichische Firma ein Paar Krückenski bestellt und ein Teil des Teams hat eine zusätzliche Schulung besucht. Die Umsetzung vor Ort hat erstaunlich gut geklappt und nach anfänglichen leichten Unsicherheiten steigerte sich der junge Mann von Fahrt zu Fahrt und Tag zu Tag, so dass er bereits am dritten Tag fahrerisch das Wochenziel erreichte und es am Ende keine Piste mehr gab, die er nicht geschafft hätte“, freut sich Kurpiers.

Sportwissenschaftler bedanken sich bei allen Unterstützern

Alle Beteiligten bedanken sich ganz herzlich bei allen Spendern und Unterstützern, denn um die Fahrt möglichst wenig exklusiv zu gestalten und keine Familie auszugrenzen, zahlen die Familien einen geringen Betrag als Eigenbeteiligung und der Rest wird über Spendengelder finanziert.

Durch großzügige Unterstützung der Vor-Tour der Hoffnung (Rheinland-Pfalz), des Vereins Menschen für Kinder e.V., des Rotary Clubs Hildesheim, die grünen Damen und Herren der Medizinischen Hochschule Hannover MHH, Inner Wheel Hildesheim, der Sport-Fachschaft der Universität Hildesheim, einigen privaten Spendern und der Uni Hildesheim konnte die Skifahrt nach Pitztal stattfinden.

„Die sportliche Zeit in den Bergen hinterließ viele strahlende, glückliche und stolze Gesichter und wir hoffen, dass wir wieder ein Stück weit zur Genesung beitragen konnten. Es ist nur eine Woche pro Jahr mit ehemaligen Patienten und deren Familien im Schnee, aber was das bedeutet, wie sich das anfühlt und ob das möglicherweise sogar nachhaltig sein kann, das wissen tatsächlich nur die Menschen, die dabei waren“, sagt Professor Nico Kurpiers.

Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling

Parallel zum Ferienbeginn in Niedersachsen richtet das Institut für Sportwissenschaft der Uni Hildesheim vom 3. bis 7. Juli 2019 das Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling an der Plöner Seenplatte aus. An dem Sommercamp können an Krebs erkrankte Kinder und ihre Familien teilnehmen. Die Vorbereitungen laufen bereits. „Wir sind gespannt, vor welchen neuen Herausforderungen wir diesmal stehen. Aber eins ist klar: Wir sagen „JA“, stellen uns der Herausforderung und machen es möglich“, sagt Nico Kurpiers.

Kontakt zum Sportwissenschaftler

Im nächsten Winter wird erneut ein Wintercamp im Pitztal stattfinden (29. Februar bis 7. März 2020). Wer mehr über die Skifreizeit und Forschung erfahren möchte oder die Arbeit der Hildesheimer Sportwissenschaftler unterstützen und spenden möchte, kann sich an Prof. Dr. Nico Kurpiers wenden (E-Mail kurpiers@uni-hildesheim.de).

Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“

In dem zweijährigen Masterstudiengang „Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“ bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten zu Fachleuten für Gesundheitssport aus. Die Studierenden wenden sportwissenschaftliches und methodologisches Wissen an, kombinieren Theorie und Praxis. Außerdem führen sie im Praxissemester ein eigenes Forschungsprojekt durch. Im Sportstudium befassen sich die Studierenden zum Beispiel mit Bewegung als zentrale Leistung des Menschen, mit Gesundheit und Gesunderhaltung in der menschlichen Entwicklung und sie gestalten Trainingsprozesse.

Professor Peter Frei ist Sportwissenschaftler und leitet das Sportinstitut der Universität Hildesheim, er erklärt: „Bewegung wirkt sich unmittelbar auf den Körper, das Herz-Kreislauf-System und die Motorik aus. Die Studentinnen und Studenten weiten den Blick auf Gesundheit und Leistung. Leistung ist mehr als höher, schneller, weiter. Sie blicken auf die Rolle des Sports im gesamten Lebenslauf.“

Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport

Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers hat die Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport seit 2015 inne. Er baut Projekte aus, in denen Kinder und deren Familien nach einer Krebserkrankung unterstützt werden.

Die Professur wurde von Uwe und Beate Schiedeck gestiftet, der Ehrensenator der Universität Hildesheim, Uwe Schiedeck, ist 2018 verstorben. Das Team um Nico Kurpiers ist für die Unterstützung sehr dankbar. „Uwe Schiedeck hat durch seine großartige Unterstützung des Sportinstituts wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Sport und Bewegung im Lebensgang an der Universität Hildesheim nachhaltig erforscht und gelehrt werden kann. Wir werden uns seiner stets dankbar erinnern.“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft
news-16490 Mon, 08 Apr 2019 15:45:58 +0200 Learning how the younger generation is preparing to face new challenges https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/learning-how-the-younger-generation-is-preparing-to-face-new-challenges/ Der Gastwissenschaftler Lenin Martell berichtet im Interview, mit welchen Impressionen er aus Deutschland nach Mexiko zurückkehrt. Der Politikwissenschaftler gehört zu einem Team, dass die Kooperation zwischen den Universitäten Toluca und Hildesheim ausbaut und pflegt. Er befasst sich mit Entwicklungen im Journalismus und der Rolle öffentlicher Medien im politischen System Mexikos. Die Universität Hildesheim und die Universidad Autónoma del Estado de México (UAEMex) in Toluca kooperieren seit 2010 unter anderem in den Bereichen Interkulturelle Kommunikation und Übersetzen. Bisher haben mehr als 50 Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Toluca an dem Austausch teilgenommen. Außerdem beinhaltet die Zusammenarbeit den Austausch von Dozentinnen und Dozenten sowie gemeinsame Veröffentlichungen, so entstand zum Beispiel ein Sammelband zur Fremdsprachenvermittlung.

Es gibt zahlreiche Kooperationsabkommen zwischen deutschen und mexikanischen Hochschuleinrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Hildesheim und der Universidad Autónoma del Estado de México ist allerdings besonders: das Verbindungsbüro der mexikanischen Universität in Hildesheim ist die erste und einzige ständige Vertretung einer mexikanischen Hochschuleinrichtung in Deutschland.

Studierende und Dozentinnen und Dozenten, die Fragen zum internationalen Austausch haben, können das Team des International Office der Universität Hildesheim kontaktieren.

Interview with Lenin Martell

“I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor”

Prof. Dr. Lenin Martell is a Professor at the School of Political and Social Sciences in the Autonomous University of the State of Mexico in Toluca. As a guest lecturer he worked at University of Hildesheim. In an interview he talks about his experiences in Hildesheim.

You have worked, researched and taught in Hildesheim as a visiting scholar, now you are back in Mexico. What was exciting?

I would say three things: Learning about what the younger generation thinks about global issues – such as poverty – also, how they learn, how they behave, how they are preparing to face new challenges in the professional arena. I had many international students in my classes at University of Hildesheim – from Rumanians to Indians or Mexicans, among others.

Students tend to have more information about global issues, such as gender equality and environment, though having more information does not make them more sensitive to these issues. They seem to show take on a more intellectual posture as opposed to a broad understanding on global issues.

With which impressions are you going back home?

I returned to Mexico with many new professional and life experiences. The concept of higher education is changing very dramatically around the world, and it is difficult for the policy makers, administrators, and scholars to adapt to new educational realities. For example, we want to teach in a more active-participatory way, but I perceive that many colleagues do not exactly know how to develop those skills in the classroom. There is a growing need to work one-on-one with students, but it seems to be hard for both students and professors to learn these dynamics. Also, let’s face it: Students are not reading at the same pace as previous generations used to. This is a big problem. Students feel more empowered and freer to be opinionated rather than providing strong arguments in class. Also, despite students being quiet young, they struggle to learn new methods or dynamic approaches within the class. We live in a global world, but it doesn’t mean students are able to adapt to new environments.

In addition to this, universities need to develop media literacy. International students seem very well informed on current worldwide events. But it is difficult for them to decode concepts such as poverty or injustice – even identifying them. Their academic and personal formation would benefit from these skills. 

On the other hand, I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor. I learned them first-hand from a German educator, and I think she experienced the same thing. That means exchanging good pedagogical practices. For example, what to expect academically from students; how to tackle a specific problem in class; which approach to give a theoretical class. This is very rewarding, because one rarely has the opportunity to receive feedback from another professor.

How do you want to strengthen the cooperation between Toluca and Hildesheim?

Since being home I have been able to strengthen our ties with Hildesheim. Dr. Felix Koltermann from the Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur just spent two weeks at the Autonomous University of the State of Mexico (UAEM) as a visiting scholar. He taught two workshops on Visual “Storytelling and Photojournalistic Imaginary” and “Visualizing Conflict in Contemporary News”. He also gave a keynote presentation on “Photojournalism in the era of Post-Truth”. Both students and academics welcomed Koltermann’s work in Toluca with gratitude. For example, students at the graduate program on Peace and Development studies were able to experience practical knowledge and were very happy to learn about photojournalism. According to these students, Koltermann made them think about knowledge and skills they had never considered before. Some were even motivated to include the study of photos in their research.

I will also continue to promote student and scholar exchanges with Hildesheim, and I will continue collaborating with other professors at Hildesheim.

Questions: Isa Lange

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news-16396 Thu, 28 Mar 2019 14:38:40 +0100 Zukunftsdiskurs Europa: Historiker und Theologen laden zur Debatte ein https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zukunftsdiskurs-europa-historiker-und-theologen-laden-zur-debatte-ein/ Historiker und Theologen der Universität Hildesheim laden Bürger zur Debatte über Europa ein. Der Zukunftsdiskurs startet in Hildesheim im April 2019 mit einer Podiumsdiskussion und einem Bürgerforum. Das niedersächische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt. Wissenschaftler der Universität Hildesheim schaffen mit einer Veranstaltungsreihe ab Anfang April einen Ort, an dem Bürger all ihre Fragen über die EU stellen können. Mit der Debatte zeigen die Hildesheimer Wissenschaftler, dass die EU mehr ist als nur Brexit, Viktor Orbán und Währungskrise.

Der europäische Bürgerdialog in Hildesheim will informieren und ein realistisches Bild der EU zeichnen, Chancen und Grenzen der EU aufzeigen. In geballter Form erhalten Bürger Informationen über die Europäische Union, so dass sie das Geschehen beurteilen können.

Debatte über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft

Der Historiker Professor Michael Gehler und der Theologe Professor Alexander Merkl führen in Hildesheim einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft [hier geht's direkt zum Programm].

Gehler meint dazu: „Eine solche Gemeinschaft ist dann gegeben, wenn die wechselseitigen Bindungen der Mitglieder untereinander so eng geworden sind, dass von ihnen auch ein gegenseitiges Einstehen in Ausnahme- und Notfällen gegeben ist, also jenseits finanzieller und wirtschaftlicher Vorteile.“

Wissenschaftler laden alle Bürger, Studierenden, Lehrenden und Schüler zur Debatte ein:  Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und zweitägiges Bürgerforum am 26. und 27. April 2019

Die Debatte in Hildesheim startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim.

Abschließend findet am 27. Juni 2019 am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Abschlussveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

Zudem finden Europagespräche am 3. Juni 2019 über die Aufgaben und die Verantwortung des Europäischen Parlaments in den kommenden fünf Jahren und am 17. Juni 2019 über die Geschichte und Gegenwart des Europarats statt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei.

Aktuelle Anlässe für die Debatte bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so der Theologe Alexander Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

Historische und ethische Fragen debattieren

Die Wissenschaftler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen. Bürgerinnen und Bürger sowie Studentinnen und Studenten können sich an dem Diskurs beteiligen und an der wissenschaftlichen Aufarbeitung über Europa gestern, heute und morgen teilhaben.

Zukunftsdiskurs Europa
Ausführliches Programm

Professor Alexander Merkl forscht im Bereich der theologischen Ethik und publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

Zukunftsdiskurs in Hildesheim

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Hildesheimer Projekt „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“. Die Historiker und Theologen der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

Mit dem Förderprogramm „Zukunftsdiskurse“ stärkt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und verdeutlicht, dass die Universität Hildesheim ein zentraler Ort für zukunftsorientierte Debatten ist.

Die Debatte ist auch durch die Unterstützung durch das Programm ERASMUS+ der Europäischen Union möglich, weitere Partner sind die Volkshochschule Hildesheim und das Kulturhauptstadt-Projektbüro Hi2025.

Wer Fragen zu dem Hildesheimer Zukunftsdiskurs über Europa hat, erreicht den wissenschaftlichen Mitarbeiter Kai Schinke unter schinke[at]uni-hildesheim.de.

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news-16276 Thu, 21 Mar 2019 10:36:00 +0100 Digital Humanities: Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digital-humanities-forschung-in-den-digitalen-geisteswissenschaften/ Am Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim bauen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften aus. Mithilfe computerlinguistischer Methoden können sie große Datenmengen analysieren. Aktuelle Ergebnisse stellten sie beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ vor, einer Kooperation zwischen den Universitäten Hildesheim und Göttingen. Ulrich Heid forscht und lehrt als Professor für Sprachtechnologie und Computerlinguistik am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Professorin Caroline Sporleder, Direktorin des Göttingen Centre for Digital Humanities , lädt der Computerlnguist regelmäßig zu Arbeitstagungen ein.

Alle sechs Monate kommen Forscherinnen und Forscher beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ zusammen, im Frühjahr in Göttingen, im Herbst in Hildesheim. Ende Februar 2019 fand die Arbeitstagung zum Thema „Digital Methods in Political Science“ in Göttingen statt.

Die Workshops dienen dazu, dass beide Standorte einander über laufende Projekte, Methoden und Verfahren informiert halten. Regelmäßig werden europäische oder nationale Gäste eingeladen.

Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoribildung und computerlinguistischer Textanalyse

„Einige der prominenteren Vertreter computerlinguistisch arbeitender Politikwissenschaft Deutschlands kamen diesmal zusammen“, sagt Ulrich Heid. „Wir wollen gemeinsam verstehen, wie die Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoriebildung und computerlinguistischer Textanalyse aussehen kann. Zwar ist der Einsatz von Werkzeugen zur Extraktion von Wörtern und Wortsequenzen und von Zählverfahren und statistischen Tools sehr ‚en vogue‘ in der Politikwissenschaft, aber das eigentliche Ziel sollte es sein, klarer zu verstehen, welche Arten von Werkzeugen welche Arten von theoriegeleiteten Fragenstellungen gut unterstützen.“

Ein thematischer Schwerpunkt ist das vieldiskutierte Problem „Hate Speech“. „Wir bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich Gedanken dazu machen, was eigentlich alles als Hate Speech gelten soll, aber auch solche, die Werkzeuge oder Daten für Training und Test von Werkzeugen entwickeln.“

Computerlinguistische Techniken in den Geisteswissenschaften

Die Verwendung und die Menge verschiedener computerlinguistischer Techniken hat für die textbasierten Geisteswissenschaften in der letzten Zeit enorm zugenommen, sagt Heid. Mit den Nachbarn in Göttingen hat er die idealen Kooperationspartner gefunden. Beide Universitäten haben eine geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Ausrichtung, forschen sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientiert. In Göttingen wurde Caroline Sporleder als Professorin für digitale Geisteswissenschaften im Fachbereich Informatik berufen. „Wir halten uns auf dem Laufenden, wie die Geisteswissenschaften auf die Digitalisierung reagieren“, sagt Ulrich Heid, der in Hildesheim gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer seit Ende 2018 am „Zentrum für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ mitarbeitet.

Program of the 7th. Göttingen/Hildesheim-Workshop
on Computer Linguistic and Digital Humanities

Im Folgenden geben einige der am Workshop beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hildesheim Einblicke in ihre Forschung:

Analyse von Diskursen über Solidarität

Computerlinguist Prof. Dr. Ulrich Heid

Prof. Dr. Ulrich Heid ist ordentlicher Professor für Sprachtechnologie / Computerlinguistik in Hildesheim und Mitbegründer der Workshop-Serie „Computational Linguistics and Digital Humanities“. Ulrich Heid ist selbst Geisteswissenschaftler, hat Sprachwissenschaft und Geschichte studiert und sich dann auf Computerlinguistik und Sprachtechnologie spezialisiert.

Herr Professor Heid, an welchem Forschungsthema arbeiten Sie zurzeit?

Zusammen mit Prof. Dr. Marianne Kneuer präsentiere ich Pläne für das neue, vom Land Niedersachsen finanzierte Projekt SOLDISK, also erst einmal nur Ziele und angestrebte Methoden, noch keine Ergebnisse. Professorin Marianne Kneuer koordiniert das Projekt, das am 1. März 2019 beginnt und Politologen und Computerlinguisten zusammenbringt. Wir analysieren Diskurse über Solidarität, wie sie in online-Quellen vorliegen. Beispiele sind offizielle Texte der Regierung, aber auch Statements auf Internetseiten zivilgesellschaftlicher Akteure (Kirchen, Vereine, Bürgerinitiativen usw.) oder von Individuen. Wir wollen für den Zeitraum 2012 bis 2016 und die beiden Einwanderungsereignisse in Deutschland (Rumänen und Bulgaren, 2012 bis 2014; sogenannte „Flüchtlingskrise“ 2014 bis 2016) ein Textkorpus sammeln, analysieren und im Hinblick darauf untersuchen, wie über Solidarität (zum Beispiel mit den Flüchtlingen) geschrieben wird.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Es heißt, Solidarität sei in der Krise; speziell in Zeiten, die als Krisenzeiten wahrgenommen werden, wie etwa den von Migrationsereignissen gekennzeichneten Jahren 2012 - 2016. Solidarisches Handeln in großem Stil zu erfassen ist sehr schwer; aber Diskurse über Solidarität das heißt das, was Akteure im Gemeinwesen darüber schreiben oder sagen, lässt sich sammeln, über die Zeit hinweg analysieren und interpretieren. Uns interessiert, ob und wie sich die oben genannten drei Gruppen in ihren Solidaritätsdiskursen unterschieden, ob generell oder gruppenweise Soldidarisierungs- bzw. Desolidarisierungsentwicklungen feststellbar sind, und ob Diskurse einer Akteursgruppe auf die anderen Gruppen "abfärben". Schließlich auch, wie argumentiert wird: mit wirtschaftlichen Argumenten, mit Fremdheit, oder mit Sicherheitsargumenten? Die Ergebnisse sind langfristig auch für die Politikberatung relevant.

„Practices of Commenting in Digital Public Spheres”

Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten

Prof. Dr. Michael Corsten ist Professor für Soziologie und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften in Hildesheim. Im Rahmen des DFG-Projekts „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“ hat Corsten mehrere Doktorarbeiten und eine Habilitation begleitet.

Herr Professor Corsten, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Es geht um ein Ergebnis aus dem DFG-Projekt „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“, die exemplarische Auswertung der 432 Beiträge im Zeit-Online-Kommentarbeich zum Artikel „schlecht, schlechter, Geschlecht“ von Harald Martenstein.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Bemerkenswert ist oberflächlich betrachtet zunächst der Befund, dass auch in dem Online-Forum eines anerkannten Mediums des Qualitätsjournalismus eine Vielzahl von Beiträgen zu finden sind, in denen Personen und/oder Positionen in abwertender bis diskriminierender Form behandelt werden. Trotzdem zeigt sich an dem untersuchten Beispiel, dass sich innerhalb solcher Online-Leser-Kommentarforen Debatten zwischen kleineren Gruppen von Leserinnen und Lesern entfalten können. Wichtig ist die Untersuchung speziell dieser Bereiche nicht zuletzt deshalb, weil sich daran eine Kombination von One-To-Many- und Many-To-Many-Kommunikation zeigt.

„Who polluted the debate in the German federal election campaign 2017? Analysis and automatic detection of hate speech on social media”

Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann

Prof. Dr. Wolf J. Schünemann forscht und lehrt als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet in Hildesheim.

Herr Professor Schünemann, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Wir stellen zentrale Ergebnisse aus dem Projekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) vor und zwar aus dem Teilprojekt 1, in dem wir einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben. Wichtige Ergebnisse sind bislang, dass wir die viel beschworenen Echokammern, insbesondere im Hinblick auf die populistische Rechte, im deutschen Facebook-Wahlkampf nicht nachweisen können, zumindest nicht, wenn wir uns anschauen, auf welche Medieninhalte in den Posts und Kommentaren verwiesen wird. Hier zeigen alle Parteien einschließlich der AfD große Überschneidungen. Dennoch finden wir Muster thematischer und formaler Polarisierung, auf die wir eingehen. Zudem wird der Datensatz auch für die Forschung zu offensiver Sprache oder Hate Speech im Facebook-Wahlkampf verwendet. Hier leistet die Sylvia Jaki die wesentliche Forschungsarbeit und wird auch erste Ergebnisse präsentieren. 

Warum ist diese Forschung wichtig?

Die Bundestagswahl 2017 war einschneidend, sowohl im Hinblick auf das Ergebnis der Wahl (insbesondere der Erfolg der Rechtspopulisten) als auch den Online-Wahlkampf. Es gilt gerade im Vorfeld weiterer Wahlkämpfe (Länder/Europa) Lehren daraus zu ziehen und viel diskutierte Tendenzen der politischen Kommunikation und angenommene Gefahren für die Demokratie an der Realität zu überprüfen.

„Echo chambers and polarisation in the German federal election 2017”

Fritz Kliche, Stefan Steiger und Prof. Dr. Wolf Schünemann forschen zu Echokammern in sozialen Medien. Der Computerlinguist Fritz Kliche forscht in der Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Heid.

Mich interessieren besonders die „Digital Humanities“ – also die Zusammenarbeit von Informatikern oder in unserem Fall Computerlinguisten mit Forscherinnen und Forschern aus den Geistes- oder Sozialwissenschaften, sagt Fritz Kliche. Mit seiner Arbeit möchte er dazu beitragen, dass Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften in Hildesheim ausgebaut werden und in der interdisziplinären Zusammenarbeit weitere wichtige Forschungserkenntnisse erarbeitet werden können.

Automatic detection of hate speech on social media

Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki

Dr. Sylvia Jaki ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation in Hildesheim und forscht im Bereich der Medienlinguistik. Mit Kollegen der Universität Antwerpen hat sie ein Computerprogramm entwickelt, das in der Lage ist, automatisiert hetzerische Wörter und Wortkombination in Tweets aufzuspüren. Sie befasst sich mit sprachlichen Charakteristika der Medien und arbeitet an ihrer Habilitation.

Frau Dr. Jaki, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Für die Facebook-Daten des Projekts „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) von Wolf Schünemann konnten wir zeigen, dass die Facebook-Profile von Parteien und Politikerinnen und Politikern an den politischen Rändern während der letzten Bundestagswahl tendenziell mehr Hate Speech aufwiesen als bei den Parteien der politischen Mitte. Dies heißt aber nicht unbedingt, dass sich die Hate Speech GEGEN die Partei beziehungsweise den Politiker oder die Politikerin richtet. Unsere Analysemethode demonstriert überdies, dass lexikonbasierte Ansätze zu transparenteren Systemen bei der Erkennung von Hate Speech beitragen können.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Hate Speech hat sich zu einem omnipräsenten Phänomen in den Medien entwickelt. Wie aber wollen wir damit umgehen – automatisiert entfernen, akzeptieren oder dagegen andiskutieren? Dies ist eine Frage, die vielerorts diskutiert wird und auch unbedingt diskutiert werden sollte. Aufgrund der Schwächen, die Detektionssoftware derzeit noch aufweist, ist es wichtig, Detektionssysteme zu schaffen, die einen Einblick in die Klassifikationsmechanismen geben, um die oftmals als Black Box bezeichnete Künstliche Intelligenz transparenter zu machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16343 Tue, 19 Mar 2019 19:16:00 +0100 Politikwissenschaftler erforscht Referenden über Europa https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politikwissenschaftler-erforscht-referenden-ueber-europa/ Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Während der internationalen Tagung „Referendums on Europe“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus ihre Forschungsergebnisse in Hildesheim vor. Der geplante EU-Austritt des Vereinigten Königreiches (Brexit) trifft die europäische Gemeinschaft wie ein Schlag und ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in der langen und vielfältigen Geschichte der EU-Referenden in Europa. Mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU ist es an der Zeit, die Motive, die Dynamik und die Ergebnisse solcher Referenden über Europa zu diskutieren.

Am Tag des geplanten EU-Austritts laden Professoren aus Hildesheim und Chemnitz zu einer internationalen Tagung „Referendums on Europe – Motives, Dynamics, Outcomes“ nach Hildesheim ein. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus präsentieren ihre Forschungsergebnisse am 28. und 29. März 2019 an der Universität in Hildesheim. Der internationale Workshop wird von Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik an der Universität Hildesheim, und Kai Oppermann, Professor für internationale Politik an der Technischen Universität Chemnitz, veranstaltet.

Die Wissenschaftler laden Hildesheimer Bürger zur Podiumsdiskussion ein. Die englischsprachige Veranstaltung beginnt am 28. März 2019 um 18:00 Uhr in der Industrie- und Handelskammer (Hindenburgplatz 20, Hildesheim) (Plakat als PDF).

Es diskutieren die Politikwissenschaftlerin Barbara Lippert (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), der Rechtswissenschaftler Peter-Christian Müller-Graff (Universität Heidelberg), der Zeithistoriker Michael Gehler (Universität Hildesheim) und der Politikwissenschaftler Andrew Glencross (Aston University, United Kingdom). Die Podiusmdiskussion ist öffentlich, interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist kostenfrei.

Interview

Nachgefragt bei Prof. Dr. Wolf J. Schünemann

Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Neben seinem Forschungsschwerpunkt Internet und Politik untersucht der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften in Hildesheim die europäische Integration und das politische System der EU.

Warum veranstalten Sie den internationalen Workshop „Referendums on Europe"?

Wolf Schünemann: Mit der Brexit-Abstimmung ist das Thema europapolitischer Volksabstimmung plötzlich und dramatisch ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Es gibt aber eine besondere historische Tradition europapolitischer Referenden, die in der Vergangenheit interdisziplinär erforscht worden sind. Diese Aktivitäten zusammenzuführen und gemeinsam über die Erfahrungen und den Umgang mit europapolitischen Referenden in verschiedenen nationalen und (integrations)geschichtlichen Kontexten zu diskutieren, ist das primäre Ziel dieser Tagung.

Welche Frage werden die Podiumsteilnehmerinnen und Podiumsteilnehmer diskutieren?

Die übergeordnete Frage wird sein, ob der verbreitete Eindruck nach dem Brexit-Referendum zutrifft, dass es sich bei europapolitischen Volksabstimmungen per se um eine Gefahr für die europäische Integration handelt oder ob nicht auch wichtige Impulse und natürlich Legitimation von direktdemokratischer Mitwirkung am Einigungsprozess ausgehen können. Aus welchen Erfahrungen lässt sich gegebenenfalls lernen, um direktdemokratische Instrumente für künftige Fragen europäischer Integration sinnvoll einzusetzen, ohne die europäische Idee vollends zu gefährden? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, um negative Tendenzen europapolitischer Volksabstimmungen zu vermeiden? Wie kann die EU schließlich mit den Ergebnissen von EU-Referenden umgehen?

In dem Buch „In Vielfalt verneint“ befassen Sie sich mit Referenden über Europa, also mit Abstimmungen von wahlberechtigten Bürgern zu einer politischen Frage. Welche Auswirkungen kann ein Referendum haben?

Auf nationaler oder regionaler Ebene kann ein Referendum durchaus befriedend wirken. Als Beispiel sei hier etwa aus dem deutschen Kontext die regionale Abstimmung über Stuttgart 21 genannt. Auch das schottische Unabhängigkeitsreferendum von 2014 passt als Beispiel. Umgekehrt können bestehende gesellschaftliche Konflikte auch zementiert oder gar verschärft werden. Dies ist sicher eine Erfahrung aus dem Brexit-Referendum. Aus europäischer Ebene haben EU-Referenden regelmäßig zu Verzögerungen im Integrationsprozess geführt, weil Reformverträge nicht sofort ratifiziert werden konnten (Maastricht-Vertrag, Nizza-Vertrag, Lissabon-Vertrag) oder gar nicht (Verfassungsvertrag). Um den Stillstand zu beenden, wurden regelmäßig Zugeständnisse in Form differenzierter Integration gewährt. So lassen sich unterschiedliche Integrationsniveaus und Integrationsgeschwindigkeiten (Euro, Schengen) auch durch gescheiterte Referenden erklären.

Welche Erfahrungen, Hoffnungen und Vorbehalte werden mit europapolitischen Volksabstimmungen verbunden?

Als Hoffnung bestand über lange Zeit die Aussicht, durch direktdemokratische Entscheidungsverfahren das chronische Legitimitätsdefizit der EU ein Stück weit zu heilen. Die Erfahrungen haben diese Hoffnung vielfach nicht bestätigt. Stattdessen haben Ablauf und Ergebnis von Referenden, aber auch die intergouvernementalen Verhandlungen über ihre Vermeidung oder Bewältigung der EU eher weiteren Schaden zugefügt. Klassische Vorbehalte gegenüber EU-Referenden sind, dass der Gegenstand zu komplex sei und die Bürger nicht hinreichend interessiert und informiert seien, dass sie sich entsprechend von gegenstandsferner Propaganda verleiten ließen und ihr Abstimmungsverhalten eher affektiv statt rational sei. Hierbei handelt es sich um Vorbehalte, die in jedem Einzelfall kritisch zu prüfen sind, nicht um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse.

Müssen wir uns in Europa vermehrt auf solche offensiven Abstimmungen wie den Brexit einstellen? Was würde dies für die Zukunft der EU bedeuten?

Wenn die Abstimmungen und insbesondere auch die chaotischen Folgen denen des britischen Votums glichen, nichts Gutes. Allerdings ließen sich Referenden freilich auch anders organisieren. Auf Seiten der europapolitischen Eliten herrscht schon lange Referendumsmüdigkeit. Von der EU-Ebene aus sind also kaum Vorstöße oder auch nur Anlässe für weitere EU-Referenden zu erwarten. Auf nationaler Ebene wären von erstarkenden EU-skeptischen bis EU-feindlichen Bewegungen durchaus Vorstöße für offensive Referenden vorstellbar gewesen und sind es noch. Der Blick auf die Entwicklung der britischen Politik seit 2016 lässt die Referendumsoption (evtl. gar zwecks EU-Austritts) allerdings nur wenig attraktiv erscheinen.

Wie erforschen Sie denn diese Debatten und Prozesse, wie gehen Sie als Politikwissenschaftler vor?

Ich selbst betrachte in meiner Arbeit vor allem die gesellschaftlichen Debatten im Vorfeld eines Referendums, um die typischen Aussagen und Argumente für oder gegen den Gegenstand eines Referendums herauszuarbeiten. Dies ist insbesondere spannend für die vergleichende Forschung, weil es zeigt, wie unterschiedlich verschiedene Gesellschaften über die EU diskutieren und welche Auswirkungen diese Unterschiede auf den Integrationsprozess haben können.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften
news-16183 Thu, 07 Mar 2019 20:02:00 +0100 Bundesregierung beruft Professorin Viola Georgi in Fachkommission Integrationsfähigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bundesregierung-beruft-professorin-viola-georgi-in-fachkommission-integrationsfaehigkeit/ Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi wurde vom Bundeskabinett in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Die Kommission erarbeitet Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft. Den ersten Bericht legt die Kommission 2020 vor. Professorin Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Kommune, so Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Bundesregierung hat die Berufung einer Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit beschlossen. Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde Professorin Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Den ersten Bericht mit Empfehlungen legt die Kommission 2020 dem Deutschen Bundestag vor

Professorin Viola Georgi wird einen Bericht mit Empfehlungen mitverfassen, den die Fachkommission 2020 vorstellt. Diesen Bericht legt die Bundesregierung dann dem Deutschen Bundestag vor. Die konstituierende Sitzung der Fachkommisssion war am 20. Februar 2019 in Berlin. Die Fachkommission soll die Standards für gelingende Integration erarbeiten. Dazu gehören Strukturen, wie die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen und Wohnraum und der Zugang zum Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um politische Bildung, um Werte, Respekt und Regeln, die ein friedliches Miteinander bestimmen, so die Staatsministerin Annette Widmann-Mauz anlässlich der ersten Sitzung in Berlin.

„Ich freue mich sehr auf die interdisziplinäre Kommissionsarbeit. Ich bin vor allem gespannt, auf die Entwicklung von innovativen Empfehlungen für das Handlungsfeld Bildungsintegration“, sagt Professorin Viola Georgi.

„Die Fachkommission ist zu beglückwünschen, denn mit Professorin Georgi gewinnt sie eine Wissenschaftlerin, die international sehr gut vernetzt ist und zugleich Basisarbeit in der Kommune leistet – eine seltene Kombination“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Professorin Viola Georgi erarbeitet Empfehlungen für den Bereich Bildungsintegration

Die Kommission wird die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration beschreiben und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Empfehlungen können sich an die Bundesressorts, aber auch an Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

Der unabhängigen Fachkommission gehören renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis an. Den Vorsitz übernehmen Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission der Bundesregierung gehören neben Professorin Viola Georgi unter anderem die Politikwissenschaftlerin Professorin Petra Bendel, die Sprachwissenschaftlerin Professorin Havva Engin und der Rechtswissenschaftler Professor Daniel Thym.

Weitere Informationen

Gemeinsame Pressemitteilung der
Integrationsbeauftragten der Bundesregierung,
des Bundesministeriums des Innern und
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

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news-16164 Wed, 13 Feb 2019 17:32:23 +0100 Studie: „Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-empfehlungen-fuer-eine-neue-schluesselrolle-der-kommunen-in-der-fluechtlings-und-asylpolitik/ Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ist in einer tiefen Krise. Während Mitgliedsstaaten ergebnislos streiten und Schutzsuchende im Mittelmeer ertrinken oder auf Rettungsschiffen festsitzen, bieten immer mehr Städte und Gemeinden ihre Hilfe an. Sie vernetzten sich europaweit und wollen handeln statt zu reden. Liegt auf kommunaler Ebene die Lösung für eine faire Verteilung von Geflüchteten in der EU? Die Studie „Der Weg über die Kommunen“ der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung hat dies untersucht und legt konkrete Empfehlungen vor, wie das Potenzial von Städten und Gemeinden in der EU-Flüchtlingspolitik besser genutzt werden kann.

Das rund 40-seitige Papier analysiert die finanziellen und strukturellen Defizite der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik und entwickelt daraus umsetzbare Ideen. Kommunen sollen unter anderem einen verbesserten Zugang zu EU-Fonds und mehr Kompetenzen bei der Ausgestaltung von EU-Programmen erhalten. Kern der Vorschläge ist ein Mechanismus zur Umverteilung von Schutzsuchenden, bei dem sowohl die Geflüchteten selbst als auch die Kommunen ein Mitspracherecht haben. Beteiligte Kommunen stellen Informationen über die örtlichen Gegebenheiten und Unterstützungsangebote in ein Online-System, Schutzsuchende geben ihre individuellen Voraussetzungen an. Ein Matching-Verfahren, das besondere Schutzbedarfe berücksichtigt, bringt dann beide zusammen.

Petra Bendel, Mitautorin der Studie, betont: „Die Zuwanderung in die Kommune läuft auf diese Weise nicht nur geregelter ab. Die Erfahrung lokaler Mitsprache kann das Vertrauen der Bevölkerung in die kommunale Politik, aber auch in die darüber liegenden Ebenen stärken. Eine Beteiligung der Schutzsuchenden an der Zielortwahl beugt zudem wirkungsvoll Sekundärmigration vor – also der Weiterwanderung Geflüchteter nach Anerkennung.“

Hannes Schammann, ebenfalls Autor des Papiers und Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, ergänzt: „Die Empfehlungen können helfen, die EU migrationspolitisch neu zu denken. Es ist an der Zeit, Kommunen ernsthaft in die nationale und die EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik einzubeziehen. Sie sind bereit dazu! Diese Chance darf die Europäische Union nicht verstreichen lassen.“

Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, würdigt die Empfehlungen der Studie: „Mehr Mitsprache der Kommunen bei der Aufnahme von Schutzsuchenden kann das Vertrauen in die lokale Selbstbestimmung und in das politische System als Ganzes stärken, zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und damit überall in Europa Bewegung in die Diskussion über Flucht und Asyl bringen.“

Download des Policy Paper:

Studie „Der Weg über die Kommunen.
Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“

Die Empfehlungen im Überblick:

A. Finanzielle Stärkung der Kommunen durch hürdenfreien Zugang zu EU-Fonds

A.1 Bestehende EU-Fonds werden besser aufeinander abgestimmt. Kommunen können einen einzigen Antrag mit einem kohärenten Maßnahmenpaket stellen, das dann ggf. aus verschiedenen Fonds finanziert wird.

A.2 Die Ko-Finanzierung von EU-Projekten wird vereinfacht. Kommunen können EU-Fonds mit anderen Zuschüssen, wie etwa der Europäischen Investitionsbank, kombinieren. Damit werden Städte und Gemeinden mit geringen Eigenmitteln besser angesprochen.

A.3 Der Zugang zu Fördermitteln wird vereinfacht. Nationale One-Stop Shops begleiten Kommunen bei Antragstellung und Abwicklung. Ansprechpartner*innen sind klar benannt, Fristen werden transparent kommuniziert. Damit können auch kleinere Gemeinden ohne spezifische EU-Expertise besser von den EU-Mitteln profitieren.

A4 Kommunen können sich ohne Umweg über die Nationalstaaten direkt auf flexible Soforthilfe der EU bewerben, insbesondere auf die Notfallunterstützung des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Bedarfe werden so endlich schnell und unkompliziert gedeckt.

B. Stärkung der Mitspracherechte der Kommunen

B.1 Zur Stärkung kommunaler Mitspracherechte und besseren Abstimmung zwischen den Ebenen wird das vorhandene Partnerschaftsprinzip gestärkt. Dieses bietet Kommunen und anderen „Partner*innen“ jetzt schon Mitsprachemöglichkeiten bei EU-Fonds. Bislang aber werden diese nicht oder nicht vollständig umgesetzt. Die Entwicklung neuer Standards soll dies verbessern.

B.2 Die Europäische Kommission kümmert sich mittels einer Schlichtungsstelle um Streitfälle zwischen Kommunen und nationalen Behörden bzgl. der nationalen Ausgestaltung migrationspolitischer Förderprogramme.

C. Einführung eines kommunalen Relocation Mechanismus

C.1 Ein neuer, kommunaler Relocation Mechanismus nimmt die Bedürfnisse von Kommunen und Schutzsuchenden ernst. Dazu wird ein Matching-Verfahren vorgeschlagen, das menschenrechtliche Standards garantiert und individuelle Präferenzen einbezieht. Auf diese Weise werden lokale Integrationsprozesse befördert und Sekundärmigration reduziert

Bei Fragen ist unter anderem Prof. Dr. Hannes Schammann, Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, erreichbar unter hannes.schammann@uni-hildesheim.de.

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news-16160 Wed, 13 Feb 2019 14:21:48 +0100 Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wie-kann-ein-gutes-klassenklima-entstehen/ Seit über 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim in Kooperation mit der Landesschulbehörde Fortbildungen für Klassenlehrkräfte aller Schulformen an. „Die wissenschaftliche Evaluation zeigt, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Professorin Claudia Mähler. Ihr Team setzt die Arbeit fort: Derzeit nehmen rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen an der eineinhalbjährigen Fortbildung teil. Schulpsychologische Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde bilden unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer aller Schulformen fort. Seit mehr als 20 Jahren wird die KIK-Fortbildung zu Klassenführung und Klassenklima unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung angeboten. KIK steht für „Kommunikation – Interaktion – Kooperation“.

Fortbildung im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums ist eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und Hospitation

Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? „Jährlich beginnen rund 40 Lehrkräfte eine eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung“, berichtet Professorin Claudia Mähler.

Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie mit anderen umgehen und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.

Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer befassen sich während der Fortbildung etwa mit der Entwicklung von Gruppen und dem Umgang mit Konflikten

In einer Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation tauschen sich die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in Gruppen von etwa 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und drei Halbwochenkursen aus und erweitern ihre Kompetenzen im Bereich der Klassenführung. „Die stetige wissenschaftliche Evaluation der Fortbildung konnte zeigen, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Mähler.

Jährlich richtet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim auch einen „KIK-Kongress“ aus, an dem Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen teilnehmen. In diesem Jahr (8. Februar 2019) nahmen an der Konferenz rund 140 Lehrkräfte, die an der schulpsychologischen Fortbildung für Klassenlehrkräfte bereits seit einem Jahr teilnehmen, diese gerade begonnen oder schon vor längerem abgeschlossen haben, teil. In seinem Grußwort hob David Haschke, der als Referent für Schulpsychologie und Gender im Niedersächsischen Kultusministerium arbeitet, die Bedeutung einer gelungenen Klassenführung in Zeiten zunehmender Diversität hervor.

Professorin Mähler: „Klassenlehrkräfte können dazu beitragen, Ausgrenzung zu vermeiden “

„Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen stehen vor Schwierigkeiten und Herausforderungen“, sagt Professorin Claudia Mähler, wissenschaftliche Leiterin der Fortbildung. „Da Kinder und Jugendliche mit dieser Symptomatik häufig unter einem niedrigen Selbstkonzept eigener Fähigkeiten leiden und in erhöhtem Maße Gewalterfahrungen durch die eigene Peer-Group ausgesetzt sind, stellen diese Schülerinnen und Schülern eine Gruppe dar, der besondere Beachtung bei der Bildung der Klassengemeinschaft geschenkt werden sollte. Klassenlehrkräfte könnten einer Ausgrenzung vermeiden, indem sie positives Feedback einsetzen und die ein kooperatives Lernklima schaffen, in dem alle voneinander lernen und am Unterricht teilhaben können.“ Auch die Aufklärung über die Problematik von Kindern mit Lernschwierigkeiten in Form von Psychoedukation spiele hierbei eine entscheidende Rolle, so Mähler.

Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Themen zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Für die Neuankömmlinge bot sich die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung der Inhalte zu bekommen. Auch rund 20 Lehrkräfte, die die pädagogisch-psychologische Fortbildung bereits abgeschlossen haben, konnten sich in den insgesamt 23 Workshops über ihre Arbeit als Klassenlehrkraft austauschen und erhielten eine thematische Vertiefung, so Claudia Mähler.

Wer Fragen zu der Forschung und Fortbildung hat, erreicht Prof. Dr. Claudia Mähler vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim unter maehler@uni-hildesheim.de.

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news-16093 Mon, 04 Feb 2019 14:06:00 +0100 Allianzen für Demokratie in der Schule: Minister spricht über Demokratiebildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/allianzen-fuer-demokratie-in-der-schule-minister-spricht-ueber-demokratiebildung/ Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht an der Universität Hildesheim über Demokratiebildung. Das Zentrum für Bildungsintegration lädt zu der öffentlichen Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ ein. „Wer mitwirken möchte an der großen Idee eines Demokratienetzwerkes in und für Niedersachsen, ist herzlich eingeladen“, sagt Professorin Viola Georgi. Erwartet werden über 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Grußwort des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim
anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“

Rede des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne vom 7. Februar 2019

Schulen und Hochschulen in Niedersachsen sehen sich derzeit verstärkt mit demokratiefeindlicher Rhetorik, rechtspopulistischer Hetze und rassistisch motivierten Übergriffen konfrontiert. Darauf weisen Wissenschaftlerinnen des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim hin.

Studierende und Lehrende beschäftigt der aktuelle Vorfall an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim. Nach einer UNESCO-Fotoaktion „Wir sind mehr!“ war der Schulleiter massiven Anfeindungen ausgesetzt – viele Schulleiter und Schulleiterinnen, Lehrkräfte, Elternvertretungen, Schüler und Schülerinnen bekundeten daraufhin ihre Solidarität.

Ausgehend von diesem Ereignis diskutiert ein Bündnis aus Studierenden, Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim die Möglichkeiten der demokratischen Schulentwicklung und gegenseitigen Unterstützung.

Demokratienetzwerk startet in Hildesheim

Die  Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“ ist öffentlich und beginnt am Donnerstag, 7. Februar 2019, um 16.00 im Audimax der Universität Hildesheim.

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi berichtet über aktuelle Studien zur demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft und erläutert, wie demokratische Handlungskompetenz in Bildungsinstitutionen gefördert werden kann. Der Hildesheimer Wissenschaftler Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht, spricht über die Frage, wie politisch Lehrende an Schulen sein dürfen. An einer Podiumsdiskussion nimmt unter anderem Dr. René Mounajed, Schulleiter der Robert-Bosch-Gesamtschule teil.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht über Demokratiebildung in Niedersachsen

Als Gastredner wird um 17:45 Uhr der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne über Demokratiebildung in Niedersachsen sprechen. Anschließend befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in kleinen Arbeitsgruppen mit der Frage, was an Schulen und Hochschulen in Hinblick auf Demokratiebildung und Auseinandersetzung mit der demokratischen Verfasstheit der Gesellschaft fehlt. Die Ideen aus diesen Zukunftswerkstätten werden gesammelt.

„Es ist ein großes Experiment“, sagt Professorin Viola Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration. „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man ein starkes Bündnis für Demokratie schmieden kann. Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Anstoß für ein Demokratienetzwerk in Niedersachsen geben können und diesen Prozess aktiv begleiten können.“

„Unsere Demokratie wird derzeit vom Rechtspopulismus herausgefordert. Deshalb ist das Demokratielernen in Schule und Hochschule eine Aufgabe von großer gesellschaftlicher Relevanz und Dringlichkeit. Demokratie muss gelebt werden, um gelernt werden zu können. Jeden Tag und überall. Wir wollen mit der Veranstaltung den Anstoß für ein breites Bündnis für Demokratiebildung in Niedersachsen geben. Durch Vernetzung von Hochschule, Schule, Zivilgesellschaft und Politik können wir unsere Demokratie nachhaltiger machen und stärken, damit wir den Demokratiefeinden trotzen können. Jeden Tag und überall“, so Georgi.

Studentin: „Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden“

„Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden, es geht darum, dass Menschen reflektieren und eingreifen, wenn extremistische Ansichten und Hetze sich verbreiten“, sagt Lewia Gerlinger. Die Psychologiestudentin ist AStA-Referentin für Politische Bildung. „Ich finde diese Veranstaltung sehr wichtig. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen und uns bei dieser Arbeit helfen. Jeder ist im Alltag gefragt, hinzuschauen und hinzuhören und von Diskriminierung betroffenen Personen beizustehen. Wichtig ist, dass man den Mut hat, aufzustehen, wenn etwas in der Demokratie schief läuft“, so Gerlinger.

Die Organisatoren, das Zentrum für Bildungsintegration und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni, laden alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende und Lehrende zu der Veranstaltung ein. Die Veranstalter haben in den letzten Wochen mehrere Dutzend Schulen angeschrieben und hoffen, dass auch Schülerinnen und Schüler an dem Netzwerk mitwirken.

„Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“

Wann? Donnerstag, 7. Februar 2019 16:00 bis 19:30 Uhr

Wo? Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Allianzen für Demokratie in der Schule – ausführliche Programmübersicht

Zentrum für Bildungsintegration – Demokratie und Diversität in Migrationsgesellschaften

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news-16089 Fri, 01 Feb 2019 10:54:30 +0100 Professor Wolfgang Schröer ist Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-wolfgang-schroeer-ist-vorsitzender-des-bundesjugendkuratoriums/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert. Professor Wolfgang Schröer wurde nun zum Mitglied des Bundesjugendkuratoriums berufen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge übernimmt zugleich den Vorsitz des Gremiums. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer wurde zum Vorsitzenden des Bundesjugendkuratoriums berufen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Bundesjugendministerin Franziska Giffey hat die 15 Mitglieder des Sachverständigengremiums für die 19. Legislaturperiode in dieser Woche berufen.

Über Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutieren

Kindheit und Jugend ermöglichen! ist ein zentraler Anspruch der Kinder- und Jugendpolitik. An diesem Anspruch ist auch jede Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik zu messen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler möchte Wolfgang Schröer dazu beitragen, dass grundlegend über die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutiert wird und Kinder- und Jugendpolitik auch für Kinder und Jugendliche erfahrbar wird. So unterstützt das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch die Veranstaltung „#letstalkabout“ am 22. Februar 2019 von 17:00 bis 20:00 Uhr im Rathaus Hildesheim, die von jungen Menschen in Hildesheim vorbereitet wird, damit Jugendliche mit Politikerinnen und Politiker ins Gespräch kommen.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leavern“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Politik ist angewiesen auf die Kompetenz der Sachverständigen, um das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln

Die Ministerin hebt hervor: Die Politik sei angewiesen auf die „Kompetenz der Sachverständigen, um den Kinder- und Jugendmedienschutz auf die Höhe der Zeit zu bringen und das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln. Auch beim Thema Kinderrechte ins Grundgesetz ist das Bundesjugendkuratorium gefragt- damit Deutschland spürbar kinderfreundlicher wird und letztlich auch die Rechte von Familien gestärkt werden.“

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer[at]uni-hildesheim.de.

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news-16052 Thu, 24 Jan 2019 17:40:00 +0100 Bildung stiften: Universität zeichnet 95 Studierende mit Deutschlandstipendien aus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildung-stiften-universitaet-zeichnet-95-studierende-mit-deutschlandstipendien-aus/ Die Universität Hildesheim dankt allen Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Das Bundesbildungsministerium hat die Stiftungskultur an der Uni Hildesheim ausgezeichnet, nun hofft das Stiftungsteam um Vizepräsident Martin Schreiner und Markus Langer auf weitere Stifter, die junge Wissenschaftstalente fördern. „Bildung stiften 111“:
Helfen Sie uns, 111 junge Wissenschaftstalente zu fördern

Professor Martin Schreiner hat die diesjährige Stipendienfeier der Universität  genutzt, um den Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern aus Hildesheim und der Region zu danken. „Ihre Unterstützung ist weitaus mehr als ein monetäres Engagement und eine Geldüberweisung, Sie zeigen jungen Talenten an unserer Universität, dass Sie an sie glauben und setzen Vertrauen in das Tun des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung in dieser Woche vor 140 Gästen im Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Wir sind äußerst dankbar für Ihr Engagement.“

Seit 2011 vergibt die Universität Hildesheim Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Das Modell sieht so aus: Eine private Spende von 1800 Euro verdoppelt der Bund auf 3600 Euro, so dass für ein Jahr ein Stipendium mit monatlich 300 Euro vergeben werden kann.

Waren es im Jahr 2016 noch 72 Deutschlandstipendien sind es in diesem Jahr bereits 95 Deutschlandstipendien, die die Universität Hildesheim vergeben kann.

Vizepräsident dankt den 43 privaten Stifterinnen und Stiftern, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen

Bisher haben sich viele Personen der Hildesheimer Bürgergesellschaft entschieden, Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium zu unterstützen.  Neben der finanziellen Unterstützung gehören der persönliche Austausch und Veranstaltungen zum Stipendienprogramm. Unter den Stiftern sind außerdem Unternehmen und Stiftungen. Unter den Förderern befinden sich 43 private Stifterinnen und Stifter, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen. Unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten sind alle Studienrichtungen der Universität vertreten – von Wirtschaftsinformatik und Kulturvermittlung bis Umweltsicherung und Lehramt.

„Auch dank des hohen Engagements der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer ist uns eine neuerliche Steigerung auf nunmehr 95 Stipendien gelungen, von denen direkt unsere Studierenden profitieren“, sagt Markus Langer, der an der Universität als Leiter des Fund- und Friendraisings für die Stipendienprogramme zuständig ist.  „Ab sofort richten wir den Blick nach vorn: Unsere Kampagne Bildung Stiften 111! geht auch im Jahr 2019 weiter – bis Ende Juni wollen wir die 111 Stipendien eingeworben haben. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus der Region“, so Langer.

Professor Martin Schreiner dankt herzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen, die in Kommissionen zur Stipendienvergabe mitgewirkt haben. In der Feierstunde im Roemer- und Pelizaeus-Museum hielt der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen den Festvortrag „Karl Mays Silberbüchse oder: Die Dinge des Populären“. Der Wissenschaftler sprach über den Beginn der Spielzeugindustrie im 19. Jahrhundert, das Spiel mit Realität und Fiktion und den habituellen Wert der Dinge im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

„Das Stipendium ist eine Motivation und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“

„Die Freude war groß über die Stipendienzusage, das Stipendium ist eine Motivation auf den letzten Metern und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“, sagt Maria Nesemann, die in Hildesheim im Masterstudium Kulturvermittlung in einer deutsch-französischen Studienvariate studiert. „Aus dem Stipendium ergeben sich wesentlich mehr Freiräume, ich kann mich besser auf meinen Studienabschluss konzentrieren und meine ehrenamtliche Arbeit im Hildesheimer Sprachlernprojekt fortsetzen, in dem ich sehr viel für meinen künftigen Beruf im Umgang mit Kinder und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache lerne“, sagt die Lehramtsstudentin Anne Hampel, die in Hildesheim Deutsch und Englisch studiert.

Beide Stipendiatinnen erhalten ein Stipendium des Hildesheimer Ehepaars Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer. „Wir freuen uns auf das Stipendienjahr“, so Sibylle Fischer. „Wir haben damals gut studiert, nun möchten wir der Gesellschaft etwas zurückgeben. Seit ich im Ruhestand bin, gehe ich gerne zu den offenen Vorlesungen der Universität, die Uni bietet ein offenes, bürgernahes Klima“, sagt Hans-Jürgen Fischer. Dass der Staat jede private Spende verdoppelt, ist für das Ehepaar ein gutes Zeichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband haben die Stipendieninitiative der Stiftung Universität Hildesheim und ihrer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter ausgezeichnet. Die Universität Hildesheim ist eine von drei Hochschulen bundesweit, die 2017 für ihre Stipendienkultur ausgezeichnet wurde.

Kampagne „Bildung stiften 111“: Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab Juni 2019 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2019.

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news-15964 Mon, 14 Jan 2019 08:21:00 +0100 Professor für Empirische Unterrichtsforschung: Christof Wecker https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-fuer-empirische-unterrichtsforschung-christof-wecker/ Professor Christof Wecker untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht gestalten können. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können.“ Christof Wecker hat den Ruf aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und mit den forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Prof. Dr. Christof Wecker forscht und lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Er wurde zum Sommersemester 2018 auf die Professur für Empirische Unterrichtsforschung berufen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unterrichtsmethodische Handlungsformen, fächerübergreifende Kompetenzen und evidenzbasierte Praxis im Bildungsbereich. In seine Arbeit bezieht er den digitalen Wandel mit ein. Beispielsweise befasst er sich mit der Frage, wie digitale Medien im Unterricht lernförderlich eingesetzt werden können.

Christof Wecker bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. In seinen Vorlesungen und Seminaren lehrt er Unterrichtsmethodik und pädagogische Diagnostik und thematisiert die Arbeitsweisen und Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung und der Unterrichtsforschung. „An meine eigene Lehre stelle ich den Anspruch, dass sie höchst anwendungsrelevant und zugleich forschungsbasiert sein sollte. Ich möchte, dass zukünftige Lehrkräfte daraus Wissen ziehen können, wie sie Unterricht lernwirksam gestalten können, und dass dieses Wissen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Auch eigene Forschungsergebnisse fließen direkt in Lehrveranstaltungen ein“, so Wecker.

Um das Unterrichtsgeschehen zu erforschen, führt der Wissenschaftler Experimente im Unterrichtslabor und in Schulen durch, in denen Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Lernergebnisse verglichen werden. „Beispielsweise untersuche ich, ob Schülerinnen und Schüler Lerninhalte besser verstehen, wenn sie sich diese angeleitet durch geschickte Fragen ihrer Lehrkraft selbst erschließen“, so Wecker. „Um belastbare Antworten auf derartige Fragen zu erhalten, ist Forschung im Unterricht unabdingbar.“ Die traditionell enge Zusammenarbeit der Universität Hildesheim mit Schulen in Hildesheim und der Region im Bereich der Lehrerbildung will er daher auch im Bereich der Forschung vertiefen.

Christof Wecker hat den Ruf nach Hildesheim aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und curricular gut in das Studium integriert, das heißt stark mit den wissenschaftlich orientierten und forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Die breit vertretenen Fachdidaktiken bieten ihm für seine Forschung ein anregendes Umfeld und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können, der mit der empirischen Unterrichtsforschung einen zentralen Bestandteil des Lehramtsstudiums abdeckt.“

Christof Wecker ist 41 Jahre alt, geboren in Fürstenfeldbruck, und hat Erziehungswissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in München, Tübingen und Oxford studiert. Es folgten Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der venia legendi für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Vor seinem Wechsel nach Hildesheim hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau inne. Seit 1. April 2018 ist er Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Unterrichtsforschung hat, erreicht Prof. Dr. Christof Wecker unter empirische-unterrichtsforschung@uni-hildesheim.de.

Lesetipp:

Interview: Was passiert im Unterricht?
Der Unterrichtsforscher Christof Wecker erklärt,
welche Rolle Zeit, Störungen, Medien, das Üben
und Sitznachbarn im Unterrichtsverlauf spielen.
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #4, S. 32

Antrittsvorlesung

In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Unterrichtsforscher am Mittwoch, 16. Januar 2019, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in seine Forschung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wozu taugt eine fachunabhängige Unterrichtsforschung?“ beginnt am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

In seinem Vortrag erläutert Wecker exemplarische Grundformen unterrichtsmethodischen Handelns, deren Beitrag zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern und das Zusammenspiel zwischen Fachdidaktiken und empirischer Unterrichtsforschung bei ihrer Erforschung.

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Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Personalportal Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Pressemeldungen Forschung Startseite
news-15976 Fri, 11 Jan 2019 13:31:00 +0100 Universität als Ort für zukunftsorientierte Debatten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-als-ort-fuer-zukunftsorientierte-debatten/ Entscheidung für Hildesheim: Das Wissenschaftsministerium fördert die Projekte „Informationskompetenz und Demokratie“ sowie „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Im Programm „Zukunftsdiskurse“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zwei Projekte der Universität Hildesheim. Die Hildesheimer Forschung zeigt, wie relevant und aktuell die Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist. Für jedes Projekt stehen maximal 100.000 Euro bei einer Laufzeit von maximal 15 Monaten zur Verfügung. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

„Demokratie und Wissenschaft sind ohneeinander nicht zu denken. Mit dem Förderprogramm ‚Zukunftsdiskurse‘ wollen wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken und verdeutlichen, dass unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen zentrale Orte für zukunftsorientierte Debatten sind“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Das sind die geförderten Projekte in Hildesheim:

„Informationskompetenz und Demokratie: Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung“

Das Projekt haben Prof. Dr. Joachim Griesbaum und Prof. Dr. Thomas Mandl vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie Prof. Dr. Elke Montanari vom Institut für deutsche Sprache und Literatur entwickelt.

Demokratie lebt vom Diskurs und der Bereitschaft, die Perspektiven Anderer wahrzunehmen und als mögliche Standpunkte anzuerkennen. Voraussetzung für einen sachlich-zielführenden Diskurs ist eine fundierte Wissensbasis. Hierfür ist gelebte Informationskompetenz unverzichtbar, sagt das Forschungsteam.

„Informationen zu suchen, zu finden und zu verarbeiten fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen“, so Joachim Griesbaum. Die Problematik sei nicht nur „abstrakter Natur“, sondern betrifft „unmittelbar die Lebenswelt jedes Netznutzers“.

Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und Informationsbbereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie“ will das Problem für Niedersachsen stärker bewusst machen, es in der Öffentlichkeit diskutieren und dabei Lösungsansätze suchen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen in dem Projekt unterschiedliche Akteursgruppen zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen. Dabei soll auch die internationale Perspektive einbezogen werden.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Nach einer Tagung in Niedersachsen wird der Diskurs auf einem Blog weitergeführt und ein Aufruf für Beiträge zu einer Abschlusstagung im gleichen Bundesland verbreitet. Auf dieser Plattform wird die Diskussion durch Beiträge von Experten, Studierenden und sonstigen Interessierten weitergeführt. Abschließend werden die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert.

„Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“

Das Projekt entstand auf Initiative des Juniorprofessors für Theologische Ethik, Prof. Dr. Alexander Merkl, des Instituts für Katholische Theologie in Kooperation mit dem Direktor des Instituts für Geschichte, Prof. Dr. Michael Gehler.

„Wir werden einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft führen“, sagt Professor Alexander Merkl. Aktuelle Anlässe dafür bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

Das Projekt startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim. Abschließend  findet am 27. Juni 2019 an der Universität Hildesheim eine Veranstaltung für Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

Der Theologe Alexander Merkl und der Historiker Michael Gehler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen.

„Eine fundierte wissenschaftliche Aufbereitung, gelingender Wissenstransfer in die Bürgergesellschaft und die Gelegenheit zur aktiven, dialogischen Diskursteilnahme bilden die Säulen dieses Vorhabens“, so Merkl.

Das Projekt beinhaltet eine Mitarbeiterstelle für fünfzehn Monate und schließt an jüngere Projekte und Forschungsvorhaben der Antragsteller an. Professor Alexander Merkl publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

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news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
  • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
  • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

„Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

  • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

„Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen vergeben.

Zu dem Team gehören:

  • Frau Monika Sardí (Sachgebietsleiterin)
  • Frau Anja Ehlers (Studienqualitätsmittel)
  • Herr Mirco Fink (Drittmittel)
  • Frau Marika Schaper (Sondermittel)
  • Herr Marvin Freund (Drittmittel)
  • Frau Vicky-Nicoletta Erber (Drittmittel)
  • Frau Miriam Rother (Sondermittel)
  • Frau Stefanie Hankel (Drittmittel)

„Das Team hat es in herausragender Weise geschafft, die gestiegene Zahl an Projekten vorbildlich abzuarbeiten – sozusagen die Pflicht – und parallel die Unterstützung sowie Beratung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Phasen der Projektbearbeitung im Sinne des Servicegedankens auszubauen. Und das ist die Kür – dort die Flexibilitätswünsche und hier die Richtlinien!  Nur wenn wir uns gemeinsam dem Ziel der Drittmitteleinwerbung verpflichtet fühlen, können wir auch weiterhin so erfolgreich sein, wie in den letzten Jahren“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

„Die Auszeichnung bedeutet für das Sachgebiet Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel eine hohe Wertschätzung. Wir bedanken und freuen uns darüber, dass unser Engagement wahrgenommen und belohnt wird. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft weiterhin so einzusetzen“, so die Sachgebietsleiterin Monika Sárdi.

Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Umweltstudentin Jenny Dreblow und an IMIT-Absolvent Sebastian Pape

Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Uni möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

Die Studentin Jenny Dreblow wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeit – ein interkultureller vergleich üver zugange und perspektiven belarussischer und deutscher Studierender“ im Studiengang „Umweltsicherung“ und Sebastian Pape für seine Masterarbeit „Soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen – Entwicklung eines Pattern-basierten Ansatzes“ im Studiengang „Informationsmangement und Informationstechnologie“ ausgezeichnet.

Jenny Dreblow leiste mit ihrer Abschlussarbeit einen Beitrag zu einer interkulturellen Verständigung über Nachhaltigkeit und gibt damit wertvolle Anregungen für eine deutsch-belarussische Zusammenarbeit im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, so die Begründung. „Die Auszeichnung bedeutet für mich Wertschätzung. Und Mut weiterzugehen – auch beruflich“, sagt die Preisträgerin Jenny Dreblow.

Sebastian Pape sei es mithilfe von Experteninterviews gelungen, einen Musterkatalog aus sozial nachhaltigen Geschäftsprozess-Patterns zu entwickeln, dessen Anwendung eine Integration von sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsprozesse von Unternehmen fördern kann, so die Jurybegründung.

„Dank der großzügigen Unterstützung der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine und ihres Fördervereins können wir in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten mit dem Nachhaltigkeitspreis dotiert mit jeweils 500 Euro auszeichnen“, sagt Karina Schell, Mitarbeiterin des Green Office.

„Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchten wir studentische Beiträge honorieren und herausragende Abschlussarbeiten universitätsweit bekannt machen. Die Auszeichnung soll Studierende motivieren, sich wissenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen“, sagt Karina Schell. Die Mitarbeiterin Julia Witter ergänzt: „Mit diesem Preis betont die Universität Hildesheim den besonderen Stellenwert des fachbereichsübergreifenden Themas „Nachhaltigkeit“ in der Ausbildung der Studierenden und den Anspruch, als Universität zur Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme beizutragen.“

Der Preis wird auch im nächsten Jahr wieder vergeben. Die Bewerbung auf den Nachhaltigkeitspreis ist bis zum 1. Dezember 2019 möglich, detaillierte Informationen finden Sie zeitnah auf der Homepage des Green Office.

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news-15912 Tue, 18 Dec 2018 15:10:23 +0100 St. Bernward Krankenhaus fördert Stiftungsprofessur an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/st-bernward-krankenhaus-foerdert-stiftungsprofessur-an-der-universitaet-hildesheim/ Neue Berufsperspektiven für die Pflege: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik wollen gemeinsam mit dem St. Bernward Krankenhaus das Gesundheitswesen in der Region stärken. Das Krankenhaus fördert über fünf Jahre die Stiftungsprofessur im Bereich der Pflege- und Versorgungsorganisation. Welche Zukunftsstrategien gibt es für den Pflegeberuf? Wie lässt er sich weiterentwickeln und wie kann die Versorgungssituation für die Menschen in der Region verbessert werden? Mit diesen Fragen haben sich die Universität Hildesheim und das St. Bernward Krankenhaus auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wurden unterschiedliche Initiativen im Kontext von Pflege und Versorgung vor gut einem Jahr zu einem neuen Forschungsschwerpunkt gebündelt. Das St. Bernward Krankenhaus (BK) unterstützt die dafür eigens geschaffene Stiftungsprofessur finanziell über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer sechsstelligen Summe.

„Mit der Förderung der Stiftungsprofessur möchten wir uns zum einen als Akademisches Lehrkrankenhaus im Bereich Pflege positionieren“, erläutert Stefan Fischer, Geschäftsführer des St. Bernward Krankenhauses. Zum anderen wolle das BK gemeinsam mit der Universität Hildesheim neue Wege gehen und die Zukunft der Pflege mitgestalten, das Berufsfeld breiter und vernetzter aufstellen.

„Wir denken dabei an neue Berufsbilder, die wir im Pflegesektor schaffen können, oder an engere Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, ergänzt Dr. Cornelia Schwenger-Fink, die als Hebamme und Pädagogin am Ausbildungszentrum des St. Bernward Krankenhauses tätig ist und die dortige Hebammenschule leitet. Vorstellbar seien zum Beispiel Gesundheitsberatungsstellen, unter anderem für Sucht- oder Adipositaspatienten, oder andere, stark patientenorientierte Angebote. Gerade vor dem Hintergrund überlasteter ärztlicher Praxen und mit Blick auf den demografischen Wandel seien dies interessante Zukunftsperspektiven für den Gesundheitssektor.

Der Schwerpunkt Pflege und Versorgung ist neben anderen Themen ein wichtiger Fokus im Bachelorstudium Sozial- und Organisationspädagogik. Es wird dort ein sozialpädagogisches Verständnis von Pflege entfaltet und es stehen vor allem ganzheitliche Konzepte im Zentrum des Curriculums, die multiprofessionelles Können erfordern. Aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung im Kontext der Pflege wie auch Diversität als Chance bei der Erbringung von Pflegedienstleistungen sind Querschnittsthemen.

Der Transfer von Forschungserkenntnissen in die Region im Bereich des Gesundheitswesens sei von hoher Bedeutung, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Berufsanfängern innerhalb der Pflege bietet der neu geschaffene Schwerpunkt die Möglichkeit des Übergangs in eine akademische Laufbahn und somit ein erweitertes berufliches Spektrum. „An unserem Ausbildungszentrum führen  wir in der Regel keine Studien durch. Ein wissenschaftliches Lehren und Lernen können wir daher nur bedingt selbst anbieten“, erläutert Dr. Schwenger-Fink. Aus diesem Grund sei die Kooperation mit der Universität Hildesheim eine gute Ergänzung zur Pflegeausbildung am BK und ermöglicht die Anschlussfähigkeit an den tertiären Bildungsbereich.

Aber auch Pflegekräfte, die bereits seit Jahren in ihrem Beruf arbeiten, können diese Ressourcen zur akademischen Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernkonzeptes nutzen. „Dank des modular strukturierten und zum Teil digitalen Lehr- und Lernangebotes können Seminare berufsbegleitend belegt werden“, freut sich Schwenger-Fink.

Wer sich für die Forschung und Lehre am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik im Bereich der Pflege interessiert, erreicht den Institutsleiter Professor Dr. Gunther Graßhoff sowie Birgit Oelker und Professor Dr. Herbert Asselmeyer, Leiter der Lehr- und Forschungseinheit „Pflege- und Versorgungsorganisation“.

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news-15893 Fri, 14 Dec 2018 07:45:00 +0100 Studie zur Evakuierungshilfe: Wo finden Hildesheimer Einwohner Zuflucht in Notsituationen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-zur-e/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim haben vor einem Jahr während einer Bombenentschärfung in Hildesheim 445 Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 15 bis 96 Jahren befragt, wo sie Zuflucht finden. Mit der Studie dokumentiert das Forschungsteam, bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen. Vor einem guten Jahr wurde in der Hildesheimer Innenstadt zwischen der Marienschule und der Friedrich-List-Schule eine Bombe entschärft. Rund 20.000 Menschen mussten am 16. August 2017 aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert werden. Im ganzen Stadtgebiet gab es an nächsten Morgen kein anderes Gesprächsthema: „Wo hast du die Nacht verbracht?“.

Diese besondere Notsituation hat Alia Herz-Jakoby, Katharina Mangold und Andreas Herz vor einem Jahr teilweise selbst zu Evakuierten gemacht. Über eine Onlinebefragung wollten sie herausfinden, wie die Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sich in einer solchen Situation gegenseitig unterstützen. Denn übliche Unterstützungsbeziehungen in der Nachbarschaft tragen in solchen Notsituationen nicht, weil ganze Straßenzüge und Stadtteile evakuiert werden mussten, sagt  Alia Herz-Jakoby.

Wie haben die Menschen überhaupt von der Evakuierung erfahren, wo fanden sie Unterkunft für die Nacht und wie haben sie die Evakuierung erlebt? Aus ihrer Studie können Aussagen über spontane Unterstützungsleistungen in Notsituationen abgeleitet und Anregungen für ein Notfallmanagement gegeben werden.

445 Personen im Alter zwischen 15 und 96 Jahren füllten den Onlinefragebogen aus.

Kritik am Informationsfluss: Ohne Freunde und soziale Medien hätten viele nicht von der Bombe erfahren

Viele der Betroffenen haben über Medien und Freunde erfahren, dass es zu einer Evakuierung kommt. So geben 27,9% der Befragten an, dass sie über soziale Medien (Facebook, Twitter) von der Evakuierung erfahren haben, weitere 19% nennen Freunde als Informationsquelle. Die meisten Personen wurden über persönliche Kontakte über die Evakuierung informiert, lediglich 6% waren auf die Information durch die Feuerwehr oder Polizei angewiesen. Generell wird Kritik am Informationsfluss bezüglich des Zeitpunkts der Information deutlich; die Bürgerinnen und Bürger hätten sich schnellere und breitere Informationen gewünscht.

Der Live-Ticker der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung wurde von einigen Befragten als sehr hilfreich und gut bewertet. Dem Internet kam dabei im Gegensatz zu den anderen Medien wie TV oder Radio die zentrale Rolle zu, das eingerichtete Bürgertelefon sei hingegen wenig hilfreich gewesen, weil die Nummer immer besetzt war. Die befragten Personen beschreiben die Arbeit der Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer in dieser Nacht als sehr engagiert.

Rund 26% geben an, dass sie bei Freunden unterkommen, während 16% bei Eltern sowie 10% bei anderen Verwandten eine Herberge finden. Insgesamt sind private Kontakte – also die Partnerin oder der Partner, das Kind, Geschwister oder Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte – höchst relevant für eine kurzfristige Unterkunft und machen insgesamt 75% aus. Dabei sind es meist die langjährigen Beziehungen (durchschnittlich kennen sich die Personen 17 Jahre) zu Personen die einem nahe stehen und mit denen man sehr regelmäßig Kontakt hat, auf die in der Notsituation zurückgegriffen wird. In Sammelunterkünften verbringen hingegen rund 7% die Nacht, wobei es sich hierbei insbesondere um ältere Menschen handelt. Einige Personen halfen sich selbst und verbrachten die Nacht im Auto (4,5%) oder harrten bis zur Entwarnung im Freien aus (1,4%). Die meisten Personen (75%) haben vier Stunden nach Bekanntgabe des Bombenfundes ein neues Quartier für die Nacht gefunden, dabei benötigen 80% der Befragten eine halbe Stunde oder weniger für den Weg zu ihrem Spontanquartier, meist in anderen Stadtteilen wie Itzum oder Himmelsthür, sowie in Derneburg, Harsum, Hannover, Sorsum oder Lengede.

Der abendliche und nächtliche Transport war für einige Personen eine zentrale Herausforderung, da der öffentliche Nahverkehr eingestellt war und die Menschen nicht mehr von A nach B kamen.

Studie dokumentiert Unterstützungssysteme in Notsituationen

Das Forschungsteam leitet aus der Studie Überlegungen für ein Katastrophenmanagement ab: Eine zentrale Informationsplattform auf der Internetpräsenz der Stadt Hildesheim könnte die notwendigen Fakten liefern und die Lage erläutern, um Bürgerinnen und Bürgern möglichst zeitnah und transparent Informationen zur Verfügung zu stellen. Hierüber wäre ein Art spontane Herbergsbörse, auf welche Privatpersonen ihre Unterstützung hätten anbieten können, wünschenswert, um die Hilfsbereitschaft der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger zu organisieren, sagt Katharina Mangold.

Die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim dokumentieren mit ihrer Studie beispielhaft die Unterstützungssysteme in Notsituationen. „Diese Studie war insbesondere wichtig, um diese Form der Spontan-Unterstützung besser verstehen zu können. Dies kann für kommende Einsätze hilfreiche Informationen geben, beispielsweise zur Mobilisierung von Schlafplätzen, Informationsweitergabe zum Evakuierungsstatus, Vorhandensein von privaten Unterkunftsmöglichkeiten", sagt Andreas Herz.

Medienkontakt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sind bei Fragen per E-Mail erreichbar (Dr. Andreas Herz, herzand[at]uni-hildesheim.de).

Weitere Informationen über die Forschung

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news-15818 Thu, 06 Dec 2018 08:12:00 +0100 40 Jahre Universitätsgesellschaft Hildesheim: Brückenschlag in die Stadt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/40-jahre-universitaetsgesellschaft-hildesheim-brueckenschlag-in-die-stadt/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim baut seit 40 Jahren eine Brücke zwischen Universität und Stadt. Die Entwicklung einer Universität sei entscheidend für die Entwicklung der Stadtgesellschaft, sagte Oberbürgermeister Ingo Meyer während eines Festaktes in dieser Woche. Die Universitätsgesellschaft Hildesheim baut seit 40 Jahren eine Brücke zwischen Universität und Stadt. Die Universität ist ein entscheidender Faktor in der städtischen Entwicklung.

Die Gesellschaft sollte erkennen, welchen Wert ihr die Universität bringt und welche Chancen sich mit der Universität Hildesheim ergeben, sagte Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, anlässlich eines Festaktes am Mittwochabend. Bereits drei Wochen nach Gründung der Hochschule Hildesheim im Oktober 1978 entstand die Initiative, einen Förderkreis aufzubauen. Die Mitglieder der Universitätsgesellschaft erhoben in der Geschichte mehrfach ihre Stimme und setzen sich für den Universitätsstandort Hildesheim ein, etwa 1988, als sie sich mit ihren Sorgen um den Hochschulstandort in einem Brief an den Minister wandten. Diese Stimme wolle man auch weiter erheben, so Heinz-Werner Ernst.

„Die Universitätsgesellschaft stellt die zentrale Verbindung der Universität zu den Bürgerinnen und Bürgern der Region dar. Sie trägt die Universität in die Stadt und begeistert die Menschen für die Wissenschaft. So wirkt die Vereinigung ganz im Sinne der Third Mission, Lösungen für gesellschaftliche Probleme aus der Hochschule nach außen zu tragen und auf der anderen Seite Impulse aus Bildung, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft aufzunehmen“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Universitätsgesellschaft Hildesheim.

Minister Thümler hebt besonders die Förderung studentischer Projekte hervor. „Dies ist ihr wohl wichtigstes Betätigungsfeld, denn ohne Beteiligung der Universitätsgesellschaft könnten diese Vorhaben nicht umgesetzt werden“. Der Minister gratulierte der Universitätsgesellschaft während eines Besuchs in Hildesheim in dieser Woche persönlich.

Aus der Universitätsgesellschaft ging vor 20 Jahren der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ hervor

Aus der Universitätsgesellschaft ist beispielsweise vor 20 Jahren der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ hervorgegangen, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Partnerunternehmen aus der regionalen Wirtschaft zusammenarbeiten, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Entwicklung einer Universität sei entscheidend für die Entwicklung der Stadtgesellschaft, sagte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer während des Festaktes. Der Oberbürgermeister griff als Beispiel die Entwicklung der Hildesheimer Informatik heraus. „Der Master in Data Analytics hat sich hervorragend entwickelt. Diese Entwicklung ist für unsere Unternehmen in der Region von außerordentlicher Bedeutung“, so Meyer.

Oberbürgermeister: Die Entwicklung der Universität ist für unsere Region von außerordentlicher Bedeutung

Im Rahmen der Feierstunde wurde Dr. Rainer Hermeling die Würde eines Ehrensenators der Universität Hildesheim verliehen. Hermeling wirkte neun Jahre als Vorsitzender der Universitätsgesellschaft und war Mitglied des Stiftungsrates, zuvor war er Präsident von Delphi Delco Electronics Europe. Die Universität Hildesheim kann die Würde einer Ehrensenatorin oder eines Ehrensenators Persönlichkeiten verleihen, „die sich hohe Verdienste um die Förderung der Wissenschaft erworben haben und von denen erwartet werden kann, dass sie mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten der Universität Hildesheim fördernd zur Seite stehen“. 

Jubiläumsfeier: 40 Jahre Universitätsgesellschaft

Die Universitätsgesellschaft trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger mit Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Hildesheim ins Gespräch kommen. Der Verein fördert Projekte und Leistungen von Studierenden und unterstützt Forschung und Lehre in Hildesheim. Außerdem lädt die Universitätsgesellschaft zu öffentlichen Vorträgen ein. Die Universitätsgesellschaft feierte am 5. Dezember 2018 ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem Festakt und Festvortrag am Hauptcampus.

Der renommierte Historiker Professor Ian Kershaw hielt am Mittwoch, 5. Dezember 2018, den Festvortrag „Quo Vadis Europa? Europas Wege von den historischen Erfahrungen in die Gegenwart und mögliche Zukunft“. Der britische Historiker ist einer der bedeutenden Kenner der deutschen und europäischen Zeitgeschichte. Die anschließende Diskussion und Fragen des Publikums moderierte der Hildesheimer Geschichtsprofessor Michael Gehler. Gehler hatte dabei geholfen, den bedeutenden Historiker der Gegenwart nach Hildesheim zu holen. Ian Kershaw sprach vor mehreren Hundert Zuhörern unter anderem über Gründe für das Erstarken rechter Kräfte in vielen Ländern Europas.

Bei Fragen zur Universitätsgesellschaft erreichen Sie den Vorsitzenden Heinz-Werner Ernst unter unigesel@uni-hildesheim.de.

Ian Kershaw in Hildesheim: Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

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news-15786 Tue, 04 Dec 2018 10:32:00 +0100 Universitätsprofessor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaetsprofessor-fuer-systematische-theologie-rene-dausner/ Neu an der Uni: René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsschwerpunkten des 42-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt seit Herbst 2018 als Professor für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

Forschung zu jüdisch-christlichem Dialog, Migration und Fremdheit

Zu den Forschungsschwerpunkten des Professors zählt der jüdisch-christliche Dialog. Gerade erst ist der Hildesheimer Theologe aus Rom zurückgekehrt, wo er an der Päpstlichen Universität Gregoriana einen Vortrag über die Zukunftsperspektiven der Erklärung „Nostra aetate“ hielt. Gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat Dausner im Rahmen der Brenninkmeijer-Werhahn-Lecture in Rom zu einem intensiveren Austausch zwischen jüdischen und christlichen Gelehrten aufgerufen, um das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen und gemeinsame und unterschiedliche Traditionen des jeweiligen Glaubens zu studieren. Anlässlich der Konferenz führte Radio Vatikan ein Interview mit René Dausner (online nachhören). 

Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) vor etwas mehr als fünfzig Jahren erhielt der jüdisch-christliche Dialog entscheidende Impulse. „Nostra aetate" gilt als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils. „Es war ein hartes Ringen für die Konzilsväter, mit der Erklärung „Nostra aetate“ (dt. In unserer Zeit) die Grundlagen für ein neues Verhältnis zum Judentum zu bauen – nach Jahrhunderten der Abgrenzung und Ausgrenzung. Die Kirche – und allen voran Papst Johannes XXIII. sowie alle Nachfolgepäpste bis heute – hat die Konsequenzen aus der Schoa gezogen und ein positives Verhältnis zum Judentum aufgebaut. Zusammen mit dem Einsatz für Religionsfreiheit ist dieser Wendepunkt in der Theologiegeschichte ein wichtiger Schritt zu einer Erneuerung der Kirche. Aber dieser Weg ist noch keineswegs abgeschlossen. Hier bleibt noch eine Menge zu tun“, erläutert René Dausner.

Ein weiteres Forschungsfeld des Wissenschaftlers ist der aktuelle Diskurs über Migration, den Dausner als ein Grundlagenphänomen des Humanen versteht. „Als Systematischer Theologe ist für mich das Phänomen der Fremdheit von außerordentlicher Bedeutung. Was ist Fremdheit überhaupt? Bei der Gottesfrage haben wir es ebenfalls mit Phänomenen der Fremdheit zu tun. Die Nähe Gottes bedeutet doch immer auch bleibende Distanz und Abstand. In diesem Gedanken liegt die Wurzel für jede Art prophetischen Protests gegen ausgrenzende und identitäre Politik.“

„Rationale Verantwortung des Glaubens“

Das Fachgebiet des Theologen René Dausner ist die Systematische Theologie mit ihren beiden Einzeldisziplinen Dogmatik und Fundamentaltheologie. „Für Außenstehende klingt Dogmatik schnell nach strikten Vorschriften und Fundamentaltheologie wird nicht selten mit Fundamentalismus verwechselt. Aber nichts wäre falscher als diese Vermutungen. Denn in der Fundamentaltheologie geht es um eine rationale Verantwortung des Glaubens, das heißt um grundlegende Fragen des Glaubens an den einen Gott, der christlicher Überzeugung zufolge trinitarisch geoffenbart hat. Allein die Frage, wie der Gott, von dem die Bibel Zeugnis gibt, sich überhaupt offenbaren, also uns Menschen mitteilen kann, ist eine höchst spannende und zentrale Fragestellung. Diese Frage nach der Offenbarung verbindet das Christentum mit dem Judentum und dem Islam“, erläutert Dausner.

Theologie als Beruf ist für Dausner eine der „spannendsten und schönsten Aufgaben, die ich mir denken kann“. Dass er nun die Gelegenheit habe, an der Universität Hildesheim dem Ruf zu folgen, um als Theologieprofessor arbeiten zu dürfen, erfülle ihn mit Dank und Respekt vor der Verantwortung, die dieser Beruf abverlangt. Für das Selbstverständnis des Menschen sei die Gottesfrage auch im 21. Jahrhundert keineswegs obsolet – das zeige der intellektuelle Wettstreit der monotheistischen Religionen.

Hildesheim als Forschungsstandort: Wertschätzung der Theologie als wissenschaftlicher Disziplin

Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Die Verlagerung des Instituts für Katholische Theologie von der Leibniz Universität Hannover an die Universität Hildesheim ist nun mit der Besetzung meiner Professur abgeschlossen. Diese Wertschätzung der Theologie als einer wissenschaftlichen Disziplin ist ein großes Verdienst des Präsidenten sowie der gesamten Universitätsleitung, eine Wertschätzung, für die ich sehr dankbar bin.“ Hildesheim sei „eine Stadt der Ökumene“, was für seine theologische Arbeit bedeutsam sei.

„Mit dem kulturellen Schwerpunkt an der Universität Hildesheim, insbesondere im Bereich der Literatur, wird für mich ein weiteres zentrales Interessengebiet aufgerufen. Denn neben Katholischer Theologie habe ich auch – und ebenfalls mit großer Begeisterung – Germanistik studiert“, so Dausner.

Nach dem Studium der Katholischen Theologie, Germanistik und dem erziehungswissenschaftlichen Begleitstudium in Bonn und Jerusalem promovierte René Dausner an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn mit einer Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters.

Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg. 2015 folgte die Habilitation in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“. Von 2011 bis zu seiner Berufung 2018 war er Assistent am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ein wichtiger Moment in der eigenen wissenschaftlichen Laufbahn war das theologische Studienjahr an der Dormition Abbey in Jerusalem in Israel. Seit 2016 ist er Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Der Professor lehrt in Hildesheim Systematische Theologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. „Das kognitive Wissen allein genügt nicht, die Studentinnen und Studenten, die die tragenden Säulen unserer kommenden Gesellschaft sein und selbst prägen werden, müssen mit diesen Inhalten auch umgehen können. Daher sind soziale, dialogische, methodische und mediale Kompetenzen ebenfalls zu fördern.“

Aus seiner Zeit als Lehrer an einem Gymnasium weiß er, „wie vielseitig der Beruf des Religionslehrers und der Religionslehrerin ist“ und dass es darauf ankommt, „Rede und Antwort stehen zu können für den Glauben und für die Glaubenserfahrungen. Theologie sei ein „konstruktiv-kritischer Sprachunterricht“. Die Studierenden sollen im Studium befähigt werden, eine Sprache zu sprechen, die zeitgemäß die Erfahrungen des Glaubens zu vermitteln und diskursiv ins Gespräch mit Anders- oder Nichtgläubigen zu bringen vermag.

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news-15817 Thu, 29 Nov 2018 14:41:19 +0100 Entscheidung für Hildesheim: Professorin Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/entscheidung-fuer-hildesheim-professorin-janna-teltemann/ Professorin Janna Teltemann hat den Ruf der TU Dortmund abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden. Sie forscht und lehrt als Professorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Professorin Janna Teltemann forscht und lehrt auch künftig in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Integration und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung in Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat einen Ruf nach Dortmund abgelehnt. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

„Ich freue mich sehr, meine Arbeit in Hildesheim langfristig fortsetzen zu können. Ich hoffe, meine eigenen Projekte zur Veränderung von Bildungssystemen und den Wirkungen auf Bildungsungleichheit nun weiter voranbringen zu können. Außerdem freue ich mich darauf, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten, zum Beispiel der Erziehungswissenschaft und der Sozial- und Organisationspädagogik, ausbauen zu können", sagt Janna Teltemann.

Bereits seit 2016 arbeitete Teltemann als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Die 38-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Sie arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

Wer sich für die Forschung im Bereich der Bildungssoziologie interessiert erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann@uni-hildesheim.de.

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news-15803 Mon, 26 Nov 2018 10:01:00 +0100 Universität Hildesheim gründet Zentrum für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-22/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Die Universität Hildesheim hat am Donnerstag, 22. November 2018, das Zentrum für Digitalen Wandel gegründet. Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

Im Rahmen der Gründungsfeier sprachen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich über „Digitalisierung an der Universität Hildesheim“ und Staatssekretär Stefan Muhle aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über „Digitalisierung in Niedersachsen“.

„Der Digitale Wandel verändert unser Leben in einer Weise, wie es ähnlich die Erfindung des Buchdrucks und die Industrielle Revolution getan haben. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen“, sagt Universitätspräsident Friedrich. Das Zentrum ist das Ergebnis eines bottom-up-Prozesses von engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die seit Jahren den digitalen Wandel erforschen – von der Informatik über die Politikwissenschaft bis zur Computerlinguistik. Sie bringen diese Kompetenzen im Zentrum zusammen, sagte Friedrich.

„Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratuliere ich Ihnen zur Gründung des Zentrums für Digitalen Wandel. Mit viel Offenheit gehen Sie an das Thema heran. Die Universität Hildesheim hat zum Beispiel in der Informatikausbildung mit dem Master of Science 'Data Analytics' bereits heute einen Magneten. In der Politikwissenschaft beschäftigt sich das Team um Professorin Marianne Kneuer seit Jahren mit dem Thema 'Demokratie und Internet'. In der digitalen Demokratie könnten wir in Niedersachsen vorangehen und ja zum ersten Bundesland werden, in dem wir digital wählen. Frau Kneuer, darüber sollten wir sprechen. Von diesem Gründungstag des Zentrums für Digitalen Wandel geht ein mutiges Signal aus. Sie sagen nicht: Man müsste mal. Sondern: Sie machen! Ich will Sie nach Kräften unterstützen“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle.

Anschließend stellte der Gründungsvorstand – der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, der Computerlinguist Professor Ulrich Heid und die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer – das neue Zentrum vor. Als Zentrum wollen wir erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype unsere Debatten über den digitalen Wandel prägen, so Professorin Marianne Kneuer. 

Zahlreiche Forscher und Forscherinnen haben sich für Hildesheim als Arbeitsort entschieden und teilen hier ihr Wissen, damit sich die Gesellschaft in der digitalen Zukunft und Gegenwart zurechtfindet. Der Computerlinguist Professor Ulrich Heid etwa erhielt Rufe an mehrere Universitäten und hat sich für Hildesheim entschieden.

Die Schriftstellerin Kathrin Passig hielt den Festvortrag „Trial und sehr viel Error: Netzgemeinschaften als Politiklabor“. Über die Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung debattierten der Bibliothekar Ewald Brahms, der Literaturwissenschaftler Guido Graf, der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme, die Informationswissenschaftlerin Professorin Christa Womser-Hacker und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat. Steffen Gurr, Redaktionsleiter von NDR online, moderierte die Diskussion.

Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen – von Computerlinguistik, Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft über Unterrichtsforschung und Medienkulturwissenschaft bis Informatik, Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Die inhaltliche Debatte wurde während einer öffentlichen Fachtagung am Freitag, 23. November 2018,  fortgeführt. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen erhielten die Chance, sich über spannende aktuelle Fragestellungen zum Digitalen Wandel vor Ort zu informieren. Die Universität Hildesheim freut sich über den Austausch mit dem lokalen Umfeld aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft und möchte diesen fortführen.

Themen der Workshops sind unter anderem:

  • Zukunftsperspektiven für die Digitale Wirtschaft (Adaptive Systeme und Datenschutz, Smart Systems, Produkt-Innovation)

  • Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

  • Politikforschung mit digitalen Kommunikationsdaten

  • Digitalisierung an Schulen

  • Wieviel Digitalisierung braucht der Mensch?

  • Kulturrezensionen im Digitalen Wandel

  • Digitale Daten in Geographie und Umweltwissenschaften

  • Arbeiten und Lernen 4.0

  • Virtual Reality Games made in Hildesheim: Auf einer 3x3m-Spielfläche können Sie mit einer Virtual-Reality-Brille erfahren, wie man sich in der virtuellen Welt grenzenlos bewegen kann.

Programm der Gründungsfeier und Tagung

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news-15746 Sat, 10 Nov 2018 19:33:00 +0100 Wettstreit der Wissenschaften: Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert gewinnt „Science Slam" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wettstreit-der-wissenschaften-sportwissenschaftler-sebastian-gehlert-gewinnt-science-slam/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert, der Kulturjournalist Guido Graf, der Informationswissenschaftler Thomas Mandl und der Mathematiker Boris Girnat traten im „Science Slam“ gegeneinander an und überzeugten mit informativen und kreativen Vorträgen. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam“ gaben im November 2018 vier Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Sportwissenschaftl, Kulturjournalismus, Informationswissenschaft und Mathematik Einblicke in ihre Forschung. gelang es den Hildesheimer Forschern, ihre wissenschaftlichen Forschungsfragen, an denen sie arbeiten, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Sebastian Gehlert (Sportwissenschaft), Senior Researcher Dr. Guido Graf (Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus), Prof. Dr. Thomas Mandl (Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) sowie Prof. Dr. Boris Girnat (Mathematikdidaktik) sprachen im voll besetzten Audimax über ihre Wissenschaftsdisziplinen, dabei kamen neben Worten auch Requisiten und Experimente zum Einsatz. In jeweils 15 Minuten hatten die Kandidaten Zeit, ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte praxisnah und unterhaltsam zu vermitteln.

Warum er am Science Slam mitwirkt, begründet der Literaturwissenschaftler Guido Graf: „Weil Vermittlung wichtig ist.“ Er sprach über die Digitalisierung. „Wir müssen hinter die Eingabemasken (nicht nur) der digitalen Welt schauen, um zu verstehen, wie sie unsere alltägliche kulturelle Praxis bestimmen“, so Graf. Die Vermittlung von Fachwissen in Kürze sei eine Herausforderung und werde immer wichtiger, sagt Professor Thomas Mandl. „Und es macht Spass, die Botschaft auch mal zu verkürzen und zuzuspitzen.“ Die Kernbotschaft des Informationswissenschaftlers war an diesem Abend: „Information wird gebraucht, aber auch missbraucht, verfälscht, verknappt und manipuliert. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr muss diese dunkle Seite der Information und ihrer Nutzung in den Fokus rücken. Die Informationswissenschaft liefert dafür Theorien und Lösungsansätze.“

Das Publikum entschied am Ende des Abends durch die Lautstärke des Applauses über den Sieg und kürte den Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert. Er konnte mit seiner kurzen Geschichte über die Biowissenschaften des Sports überzeugen. Dabei beantwortete er die Frage, warum man nicht gleichzeitig ein sehr guter Ausdauer-, Kraft- und Schnellkraftsportler sein kann. Professor Gehlerts Forschungen zeigen, wie die zelluläre Kommunikation nach Kraft- und Ausdauertraining im Skelettmuskel sich gegenseitig behindern kann.

Der Sportwissenschaftler forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Gehlert untersucht zum Beispiel die muskuläre Anpassung im Kraft-und Ausdauertraining, die Regulation molekularer Signalwege im Skelettmuskel und befasst sich mit Training und Ernährung im Leistungssport sowie mit molekularen und zellulären Aspekten biologischer Trainingsanpassung.

Vizepräsident Professor Martin Schreiner dankte den Hildesheimer Forschern für ihre allgemeinverständlichen sowie unterhaltsamen Beiträge im „wissenschaftlichen Kurzvortragsturnier“. Der „Science Slam“ wurde von Dörthe Buchhester moderiert, musikalisch von  Lars Störmer begleitet und vom Team um Markus Langer und Jan Baumhöfener organisiert.

Der nächste „Science Slam“ findet im November 2019 statt. Wer Fragen zum Science Slam hat, erreicht Markus Langer unter langerma@uni-hildesheim.de.

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news-15747 Fri, 09 Nov 2018 08:37:42 +0100 Erst Doktorandin in Hildesheim, heute Professorin in Köln https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/erst-doktorandin-in-hildesheim-heute-professorin-in-koeln/ Karolina Suchowolec hat ihre Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim mit summa cum laude abgeschlossen. Nur 15 Monate später wurde sie auf eine Professur berufen. „Eine sehr selbstständige und ungewöhnlich umfassende Forschungsarbeit“, sagt Suchowolec‘ Doktorvater Professor Klaus Schubert über die wissenschaftliche Leistung der jungen Forscherin. Während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim wurde in dieser Woche Karolina Suchowolec ihre Promotionsurkunde überreicht. Die Sprachwissenschaftlerin ist einer der 70 Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Promotion zwischen 2016 bis 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben.

Während der Promotionsfeier, die in diesem Jahr das Team um Dekan Professor Martin Sauerwein vom Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ausrichtete, wurden Dr. Josif Grabocka aus der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen von Professor Lars Schmidt-Thieme und Dr. Martin Kreh aus der Arbeitsgruppe „Algebra und Zahlentheorie“ von Professor Jürgen Sander für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geehrt.

Vor zwanzig Jahren lag die durchschnittliche Promotionsbilanz bei unter 10 im Jahr – heute bei rund 40. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich gratuliert allen Promovendinnen und Promovenden und dankt den Professorinnen und Professoren, die die wissenschaftlichen Arbeiten mit viel Mühe und Engagement begleitet haben. Dies sei Ausdruck für die „gewissenhafte Arbeit, die wir als Universität leisten“. „Pflegen und nutzen Sie die Kraft der Vielfalt und tragen Sie Ihren Doktortitel mit Bescheidenheit und Respekt“, so der Appell des Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Uwe Thomas.

Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden sind zum Beispiel:

  • „Moderne Kunst in Taiwan. Diskursanalysen zum taiwanesischen Selbstverständnis im Globalisierungsprozess der Kunstwelt seit 1950“, Dr. Lisa Bauer-Zhao, betreut von Prof. Dr. Rolf Elberfeld, Philosophie

  • „Untersuchung zur Vermeidung der Blaulichtanteile bei der Hintergrundbeleuchtung von Displays unter Einsatz von LED-Clustern mit steuerbarem Farbspektrum“, Dr. Nils Habich, betreut von Prof. Dr. Jürgen Böhmer, Technik

  • „Die Mengenlehre im Anfangsunterricht – historische Darstellung einer gescheiterten Unterrichtsreform in der Bundesrepublik Deutschland“, Dr. Tanja Hamann, betreut von Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

  • „Sozialer Einfluss und therapeutische Wirkmechanismen bei depressiven Störungen“, Dr. Christina Charlotte Hofheinz, betreut von Prof. Dr. Renate Soellner, Psychologie

  • „Analyse contrastive des verbes dans des corpus médicaux et création d’une ressource verbale de simplification de textes“, Dr. Ornella Wandji Tchami, betreut von Prof. Dr. Ulrich Heid, Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Karolina Suchowolec

Im Interview spricht Karolina Suchowolec über das wissenschaftliche Arbeiten in Hildesheim und die Entstehung einer Doktorarbeit.

Frau Professorin Suchowolec, was untersuchen Sie in Ihrer Forschung?

Sprachen sind nicht statisch, sondern dynamisch und verändern sich mit der Zeit. In meiner Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ in Hildesheim habe ich untersucht, wie man den Sprachgebrauch von Menschen gezielt und systematisch verändern kann. Zwei Beispiele sind etwa die Rechtschreibreformen einer Standardsprache (wie die neuste deutsche Rechtschreibreform) oder auch Wortschatzstandardisierung für Gebrauchstexte wie Bedienungsanleitungen, damit ein „Ding“ immer mit dem gleichen Wort benannt wird.

Warum erfolgen solche Veränderungen in der Kommunikation?

Solche Maßnahmen sind ganz praktisch begründet und hängen oft, wenn auch nicht ausschließlich, mit dem Wunsch zusammen, die Kommunikation effizienter zu gestalten und zu optimieren. Bei der Wortschatzstandardisierung für technische Texte möchte man unter anderem erreichen, dass die Texte für den Endbenutzer aber auch für den Übersetzer leichter verständlich sind und dabei auch der Schreibprozess für die Textautoren und Textübersetzer einfacher und kostengünstiger ist.

Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt Ihrer Doktorarbeit?

Speziell habe ich mich in der Doktorarbeit mit der Frage befasst, welche Empfehlungen es in der Forschung gibt, wie man die Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen kann. Diese Empfehlungen habe ich in mehreren Gebieten der Linguistik identifiziert, sie dann zusammengetragen, systematisiert und in einer leicht zugänglichen Form dargestellt. Eine allgemeine Empfehlung ist zum Beispiel, dass die späteren Benutzer von Anfang an eine aktive Rolle in der Entwicklung der Maßnahme spielen und nicht erst am Ende des Prozesses mit Resultaten konfrontiert werden sollten.

Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Hildesheimer Doktorarbeit kamen?

Auch wenn das Thema der Sprachlenkung in der Praxis ganz wichtig ist, so ist die Frage nach konkreten Praxisempfehlung in der Linguistik noch recht unsystematisch erforscht. Es gibt viele Teildisziplinen der Linguistik, die sich zwar punktuell mit einzelnen Problemen befassen, aber es gibt zwischen ihnen kaum Austausch. Es ist sinnvoll und möglich, die Empfehlungen aus allen diesen recht unterschiedlichen Teildisziplinen gemeinsam zu betrachten.
Das Hauptergebnis meiner Arbeit sind Ablaufdiagramme, die zeigen, welche Schritte bei der Umsetzung für möglich gehalten werden. Diese Diagramme sind sowohl für Projekte in der Praxis interessant, weil man daraus einfach ablesen kann, was man konkret tun kann und welche Möglichkeit man bis jetzt vielleicht nicht berücksichtig hat. Sie können also als eine Entscheidungshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten dienen. Aber auch für die Wissenschaft sind sie interessant, weil sie die Formulierung von Forschungshypothesen für empirische Untersuchungen unterstützen.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, im Bereich der Fachkommunikation zu forschen?

Das Hauptergebnis meiner Arbeit hat eine ganz praktische Anwendung. Aber auch in der angewandten Wissenschaft ist es wichtig, dass man sich einem praktischen Problem systematisch und mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Methoden nähert. Zudem ist der Austausch über die Forschungsergebnisse wichtig. Diesen Punkten habe ich mich in meiner Doktorarbeit explizit gewidmet.

Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Doktorarbeit investiert?

Ich habe an meinem Promotionsprojekt insgesamt sechseinhalb Jahre gearbeitet, davon habe ich die ersten drei Jahre bei einem Maschinenbauunternehmen in Würzburg verbracht, wo ich ganz praktisch einen standardisierten Wortschatz für die Technische Dokumentation von Druckmaschinen (Betriebsanleitungen) aufgebaut und eingeführt habe. In dieser Zeit habe ich zwar keine „Daten“ für  meine Doktorarbeit gesammelt, da es sich um keine empirische Arbeit im klassischen Sinne handelte, aber die Praxiserfahrungen und Beobachtungen haben mir insgesamt in meinem Promotionsprojekt geholfen. In dieser Zeit habe ich auch viel gelesen, zu linguistischen Themen aber auch darüber hinaus, was dann eine Grundlage für die Doktorarbeit legte. Nach diesen drei Jahren als externe Doktorandin wechselte ich nach Hildesheim und arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Dr. Klaus Schubert. Durch eine stärkere Anbindung an den universitären Betrieb konnte ich mich der Doktorarbeit fokussierter widmen. Ich habe in dieser Zeit mit dem Aufschreiben von Ideen begonnen, was in meinem Fall ein wichtiger Schritt war, weil die Arbeit eher theoretisch ist; durch das Aufschreiben entstanden neue Erkenntnisse und die Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus. Ich stellte kleine Ausschnitte oder Problemfälle aus meiner Arbeit immer wieder auf wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops vor, was auch wichtig für das Fortschreiten der Arbeit war. So konnte ich auch die Analysemethode konkretisieren und verfeinern.

Welche Verantwortung tragen Sie als Forscherin?

Vor allem bei qualitativen Arbeiten stellen Nachvollziehbarkeit und Transparenz eine Herausforderung, weil man die Erkenntnisse auf eine intersubjektive Grundlage stellen muss. Deswegen war mir der Einsatz einer klar definierten Analysemethode und eine kleinschnittige Dokumentation der Zwischenschritte und -ergebnisse besonders wichtig.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

Die Bibliothek in Hildesheim bietet eine sehr gute Arbeitsatmosphäre und dort arbeiten sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welcher Karriereschritt folgt nach der Doktorarbeit?

Natürlich lässt sich die wissenschaftliche Karriere nur bis zu einem gewissen Grad planen und die berufliche Unsicherheit ist in der Wissenschaft schon recht groß. Aber ich habe nach der Promotion eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim erhalten. Und 2018 folgte die Berufung auf die Professur für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation in Köln. Dort befasse ich mich mit mit dem Fachwortschatz, u.a. aus Standardisierungsperspektive, sowie mit Prozessen, die bei der Kommunikation über fachliche Inhalte stattfinden. Die Berufung auf eine Professur kurz nach der Promotion war dank meiner einschlägigen außeruniversitäten Berufserfahrung möglich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person: Prof. Dr. Karolina Suchowolec

Karolina Suchowolec, geboren in Bialystok in Polen, forscht und lehrt seit 2018 an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der TH Köln. Die 33-Jährige ist Expertin für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation.

Die Sprachwissenschaftlerin hat zum Thema „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ bei Prof. Dr. Klaus Schubert am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim promoviert. Direkt nach ihrer Promotion 2016 ging die Wissenschaftlerin nach Mannheim an das renommierte Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und wurde 2018 auf die Professur in Köln berufen. „Karolina Suchowolec bringt eine für die Berufschancen sehr günstige Kombination aus industrieller Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Forscherdrang mit“, sagt ihr Doktorvater Professor Klaus Schubert.

Suchowolec studierte zuvor Angewandte Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der TU Dresden und an der Ohio State University in den USA sowie Mathematik und Informatik an der Fernuniversität Hagen.

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news-14294 Mon, 15 Oct 2018 09:00:00 +0200 Bildungswege: „Ich wollte unbedingt wieder studieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildungswege-ich-wollte-unbedingt-wieder-studieren/ Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student werden mit einem Stipendium ausgezeichnet. „Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner. Zwei Stipendien vergibt der Rotary-Club Hildesheim im neuen Studienjahr an zwei Studierende der Universität Hildesheim. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019.

Die Rotary-Stipendien Stipendien erhalten Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft. Beide sind ohne Verwandte nach Deutschland gekommen und haben sich in den letzten Monaten und Jahren sehr darum bemüht, in kurzer Zeit die deutsche Sprache so gut zu erlernen, dass sie jetzt ein Studium in Hildesheim aufnehmen können.

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist auch ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Die Universität Hildesheim vergibt bis zu 200 Stipendien im Studienjahr, darunter das „Deutschlandstipendium“, das „Lore-Auerbach-Stipendium“ sowie das Stipendium im „Minerva-Kolleg“. „Wir sind froh und dankbar, dass es Menschen in der Region Hildesheim gibt, die sich für Bildung engagieren“, sagt Schreiner. Die Universität Hildesheim sucht nun weitere Stifter, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Sajedeh Khabaz Ghazian studiert ab Oktober 2018 Lehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch in Hildesheim. In den letzten Monaten fuhr sie täglich von einer kleinen niedersächsischen Stadt mit Bus und Bahn über Hannover bis nach Hildesheim. Ihr Ziel: der Sprachkurs an der Universität Hildesheim. Nun startet sie im Oktober in ihr Lehramtsstudium. „Ich lebe seit fünf Jahren in Deutschland. In Iran habe ich bereits Englisch studiert und unterrichtet. Als ich in Niedersachsen ankam, wollte ich unbedingt wieder studieren – das war immer mein Ziel. Anna Pulm vom International Office hat mich auf dem Weg an die Universität sehr unterstützt und beraten. In einem Schulpraktikum habe ich die Freude gefunden, mit Kindern zu arbeiten. Ich mag Sprachen, spreche Persisch, Deutsch und Englisch. Ich möchte unbedingt die deutsche Sprache beherrschen, ich werde viele Vorlesungen in Literatur- und Sprachwissenschaft besuchen“, sagt die 34-Jährige.

Dr. Marina Hohage, Präsidentin des Rotary Clubs Hildesheim, über die Rotary-Stipendien:

„Der Rotary Club Hildesheim hat die Förderung junger Menschen zu seinem besonderen Schwerpunkt erklärt. Der gleichmäßige Zugang zur Bildung und beruflicher Perspektive steht dabei im Vordergrund. Studierende, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, haben nicht selten besondere Hürden zu bewältigen. Dies wird auch bei den in diesem Jahr ausgewählten Stipendiaten deutlich, die ohne ihre Eltern zu uns gekommen sind, sprachliche Barrieren überwinden mussten und bei allen zu organisierenden Details auf sich allein gestellt sind. Beide Stipendiaten haben mit beachtlichem Tempo und Erfolg die deutsche Sprache erlernt, engagieren sich ehrenamtlich an Schulen oder im kirchlichen Bereich und haben durch die Teilnahme an Vorbereitungskursen sowie regelmäßig lange Anreisewege enorme Anstrengungen aufgezeigt, um an der Stiftung Universität Hildesheim studieren zu können. Beide Studierende unterstützen wir sehr gerne und hoffen, damit einen Beitrag leisten zu können, dass sie an der Universität Hildesheim ihren erfolgreichen Weg fortsetzen können“, so Marina Hohage.

Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Stiftungskultur an der Universität Hildesheim

Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018. Der Deutsche Hochschulverband hat die Stiftungskultur in Hildesheim ausgezeichnet. Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter – Bürger aus der Stadt und Region sowie Unternehmen und Stiftungen – tragen mit ihren Spenden dazu bei, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können.

Übersicht über Stipendienprogramme der Universität Hildesheim

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news-15656 Fri, 12 Oct 2018 21:16:00 +0200 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 25. Oktober 2018 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden 126 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

„Warum ich an der Mitarbeiterbegrüßung teilnehme? Als jemand, der neu in der Stadt Hildesheim ist, erhalte ich Einblicke in Strukturen der Universität“

Moritz Steinhauer ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Warum er an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet der Kulturwissenschaftler so:

„Die Auftaktveranstaltung hat es mir ermöglicht, als jemand, der neu in der Stadt und der Universität Hildesheim angekommen ist, erste Einblicke in die Strukturen der Universität zu erlangen und die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, welche man sonst nur auf Webseiten und Infomaterialien ließt. So habe ich mich bei der Auftaktveranstaltung direkt über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert, Kontakte zum International Office und der Pressestelle geknüpft und mir vom Baudezernenten die Lage auf der – damals gerade erst wieder hochwasserfreien – Domäne Marienburg schildern lassen. Auch bot die Veranstaltung die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen der Universität kennenzulernen und sich auszutauschen, sodass meinen Start in die Arbeit an der Universität bereichert wurde.“

„Dank der Mitarbeiterbegrüßung kann ich mit den zahlreichen Namen an der Universität nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen“

Professor Jörg Bölling ist seit Anfang des Jahres Professor für Kirchengeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Hier begründet der Theologe und Historiker, warum er neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Die Begrüßungsveranstaltung war für mich gleich in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn: Zunächst habe ich einen guten Überblick über zentrale Einrichtungen erhalten und dabei mit zahlreichen bekannten Namen nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen können. Dann folgten in lockerer, und doch anregender Atmosphäre einzelne Gespräche, bei denen ich auch konkrete Fragen stellen und Kontakte knüpfen konnte, etwa zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek oder des Gleichstellungsbüros (zu Fragen der Kinderbetreuung). Schließlich gibt es auch nicht planbare, immer wieder neue Langzeitwirkungen: rein zufällige Begegnungen auf dem Campus, in der Mensa und im Café – Situationen, in denen man ohne Einführungsveranstaltung wohl achtlos aneinander vorbeigelaufen wäre.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-14132 Tue, 02 Oct 2018 17:21:00 +0200 The End of Empires: Interview mit dem Historiker Michael Gehler über Imperien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/the-end-of-empires-interview-mit-dem-historiker-michael-gehler-ueber-imperien/ Imperien sind großflächige Gebiete mit einem hohen Maß an Macht. Sie können innerhalb weniger Jahre zerfallen oder über Jahrhunderte schleichend niedergehen. Ein Gespräch mit Professor Michael Gehler über den Niedergang und Zerfall von Großreichen und Imperien. Prof. Dr. Michael Gehler lehrt und forscht an der Universität Hildesheim am Institut für Geschichte, er ist Inhaber des Jean Monnet-Lehrstuhls für vergleichende europäische Zeitgeschichte und Geschichte der europäischen Integration. Der Historiker befasst sich mit dem Aufstieg, den Krisen und dem Niedergang von Imperien.

Im Interview spricht Michael Gehler über den Aufstieg und Niedergang von Imperien, was man aus der Erforschung von Imperien für gegenwärtige politische Entwicklungen lernen kann und wie bedeutsam die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Fachdisziplinen ist. Michael Gehler richtet mit Kooperationspartnern Anfang Oktober 2018 die internationale Konferenz „The End of Empires“ in Hildesheim aus.

Interview mit dem Zeithistoriker Prof. Dr. Michael Gehler

Warum befassen Sie sich mit dem Niedergang und Zerfall von Imperien?

Mein geschätzter Innsbrucker Kollege Professor Robert Rollinger vom dortigen Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik hat mit mir im Jahre 2010 im Rahmen der Feierlichkeiten „1000 Jahre Grundsteinlegung St. Michael“ in Hildesheim eine Konferenz zum Thema „Großreiche und Imperien der Weltgeschichte“ organisiert. Daraus erwuchsen zwei Bände. Dann folgte eine Konferenz zum Thema „Forgotten Empires“ verbunden mit der Frage, welche Imperien im Schatten des „Imperium Romanum“ vergessen wurden? Dann folgte eine Konferenz zu „Sternschnuppen-Imperien“ – „Short term Empires“, also ganz kurzlebigen Imperien. Das führte uns zum nächsten Schritt – der diesjährigen fünftägigen Konferenz in Hildesheim. Wir konnten 1918, vor 100 Jahren, den Zerfall von vier europäischen Großreichen beobachten: die Habsburgermonarchie, das Wilhelminische Kaiserreich, das russische Zarenreich und das Osmanische Reich. Die Folgen waren massiv: Großräume sind zerbrochen. Ihr Zerfall hat viele Kleinstaaten mit Grenzkonflikten, zahlreichen Minderheitenproblemen und neuen Zollgrenzen erzeugt. Die Menschen waren gewohnt, über Jahrhunderte in Großräumen zu leben. Nun mussten sie sich in anderen Gebieten sowie mit neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen zurechtfinden. Was können wir lernen aus der Erosion von Imperien – welche Folgen hatte ihr Zerfall? Das interessiert uns.

Dieses Interview lesen auch einige Nicht-Historiker. Was ist ein Imperium?

Wenn Sie im Brockhaus blättern, finden Sie zu „Imperium“ nur ein paar Zeilen. Imperien kommt vom lateinischen „imperare“: befehlen. Auf der Tagung nähern wir uns dem Begriff in einem epochenübergreifenden Zugang. Fest steht, dass ein Imperium eine außergewöhnliche territoriale Ausweitung aufweist – es muss nicht gleich die Reichweite sein wie das British Empire, aber ein Imperium muss über mehrere Räume herrschen. In der Regel verfügen Imperien über Heere. Imperien bilden vor allem eine eigene Welt für sich und dulden in der Regel neben sich keinen Widersacher, sprich ein anderes Imperium. Es gibt in der Geschichte aber auch Konstellationen, wo das der Fall war – denken wir an Ostrom und Westrom oder die USA und Sowjetunion. In der Regel versuchen Imperien, immer weiter zu expandieren und Konkurrenten auszuschalten. Ihre Grenzen sind fließend. Im Unterschied zum Nationalstaat, der ein fest umrissenes Territorium hat, sind Imperien hier sehr beweglich. Sie haben allerdings regelmäßig Probleme an den Peripherien.

Welche Bedeutung hat beim Niedergang eines Imperiums die Grenzregion?

Die Aufgabe der Einbindung und Beherrschung von Grenzregionen und Nachbarschaftsräumen ist bedeutsam für den Zusammenhalt beziehungsweise den Zerfall eines Imperiums. Die Machtübernahme von innen her, der Putsch und die Palastrevolution im Zentrum ist ein Impuls, der zu Veränderung führen kann – aber in der Regel sind die Außengrenzräume als Unruheherde entscheidend. Nehmen Sie die Europäische Union von heute – die Grexit- oder die Brexit-Debatte – man versucht, den Ausstieg zu verhindern, abzumildern und möglichst erfolgreich zu managen.

„Die Architektur gehört auch zur imperialen Kommunikation. Ein Imperium repräsentiert sich durch monumentale Bauten“

Welche Bedeutung hat für den Zusammenhalt eines Imperiums die Gesellschaft? Welche Rolle spielen Handelswege, Diplomatie, Militär, wirtschaftliche Stärke und technischer Fortschritt, um ein Imperium zu halten? Gibt es einen Faktor, der für den Erhalt eines Imperiums sehr bedeutsam ist?

Es sind alle Punkte, die Sie erwähnen, wobei es sehr fällt, eine Gewichtung vorzunehmen. Man muss das von Fall zu Fall durchspielen und entscheiden. Stichwort Handelswege – ja, die Beherrschung von Handelsrouten – etwa die Seidenstraße – ist von großer Bedeutung. Wir haben sehr wenig Forschung zur Diplomatie von Imperien, wer waren die Diplomaten der imperialen Herrscher? Wir haben auch noch zu wenig Biografien von allen bekannten imperialen Herrschern – im Unterschied zur römischen Kaiserzeit. Das Militär ist unverzichtbar. Auch die wirtschaftliche Stärke ist entscheidend: Ein Imperium muss Wohlstand oder zumindest das Versprechen des Wohlstandes zusichern können. Wichtig ist zudem die Verwaltung – dazu gehört Schriftlichkeit und die Fähigkeit, Steuern einzutreiben. Imperien können nur Steuern eintreiben, wenn Loyalität der Steuerbürger gegeben ist – sonst bekommt ein Imperium massive Probleme. Es muss auch von etwas leben können und entsprechend Ressourcen haben. Einer der wichtigsten Punkte ist die Kommunikation: Wenn ein Imperium nicht mehr in der Lage ist, sich selbst und seine Vorhaben und Ziele zu kommunizieren, dann verliert es die Legitimation. Ein Imperium muss mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Konfession und Ethnien zurechtkommen. Denken Sie an das Osmanische Reich. Ein Imperium braucht außerdem auch eine Friedensmission, sprich eine Pax.

Wir unterscheiden in der Forschung zwischen Realgeschichte (Entstehung, Struktur, Verwaltung) und Rezeptionsgeschichte, also Wirkungsgeschichte – was hinterlassen denn Imperien der Nachwelt, was bleibt von ihnen in Erinnerung? Vergessen wir nicht die Architektur. Die Architektur gehört auch zur imperialen Kommunikation. Ein Imperium repräsentiert sich durch monumentale Bauten sowie durch eine Historiographie, indem sich ein Imperium Historiker organisiert, die es entsprechend großschreiben.

Ist der Zerfall eines Imperiums eine Folge äußerer Einflüsse oder können innere Konflikte zum Zerfall beitragen?

Die Sowjetunion ist sowohl an inneren Gründen des eigenen Systemversagens und einer nicht konkurrenzfähigen Planwirtschaft, aber auch am massiven Druck von außen durch den Konkurrenten USA gescheitert. Ohne die USA hätte die Sowjetunion wahrscheinlich eine längere Überlebensfähigkeit entwickelt. Kleiner heruntergebrochen: Ohne die Bundesrepublik Deutschland hätte die DDR wahrscheinlich viel mehr Chancen gehabt zu überleben. Die technologischen Fortschrittspotentiale im Westen, die effizientere und flexiblere freie Marktwirtschaft und das höhere Maß an Freiheit, die die westlichen Welten den Menschen boten, waren zu starke Herausforderungen für die Sowjetunion. Das westliche Modell mit Pop, Coca Cola, Jazz, Elvis Presley und Wrigley war attraktiver. Die Menschen wollten teilhaben an diesem american way of life. If you will not change, you will loose, sagte Jean Monnet zu den Briten, als sie nicht sofort bereit waren, bei der EWG mitzumachen. Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr verlieren. Imperien scheiterten auch an innerer Reformunfähigkeit.

Gibt es ein markantes Ereignis in der Geschichte, als die Menschen mit einem Imperium nicht mehr zufrieden waren und Veränderungen einforderten?

Russland 1917 – es ist der Regentschaft des Zaren Nikolaus und der nachfolgenden Regierung Kerenski nicht mehr gelungen, den Spagat durchzuhalten, Krieg zu führen gegen das Deutsche Reich und im Inneren des Landes die Grundbedürfnisse der Lebensmittelversorgung zu befriedigen. Das radikalisierte die Stimmung und die schon vorhandenen Anarchisten und Bolschewisten bekamen Zulauf. Lenin – ein Revolutionär von außen importiert – trägt schließlich über einen Putsch im Oktober 1917, nach der schon erfolgten Februarrevolution, die das Zarentum ablöste, zum Zerfall des Reiches bei. Das Interessante ist, das aus einem Bürgerkrieg ein neues Imperium, nämlich die Sowjetunion 1922 entsteht und aus dem alten zerfallenden Imperium ein neues konstituiert.

„Wir leben heute wieder in Großräumen“

Warum ist die Beschäftigung und das Wissen um Imperien in der heutigen Zeit so bedeutsam? Was können wir aus der Analyse von Imperien lernen?

Wir leben heute wieder in Großräumen – denken Sie an die Regionalmächte Indien und China, denken Sie an Wirtschaftszusammenschlüsse großräumiger Art wie den gemeinsamen Markt Südamerikas Mercosur und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA und die Bildung von großräumigen Freihandelszonen, etwa das Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA. Und letztlich leben wir in der Europäischen Union, die so seit 1993 heißt, in einem neuen Großraum von einer halbe Milliarde Menschen in Europa. Es stellen sich neue Fragen: Ist das eine Rückkehr zum Imperium? Ist die Europäische Union ein postmodernes und postnationales Imperium? Ist das Überleben eines Kleinstaates, wie des Großherzogtums Luxemburg, im Zeichen der Globalisierung überhaupt noch möglich? Und: Was hält denn die Europäische Union heute noch zusammen? Droht eine Vertiefung der Spaltung in mittelosteuropäische und westeuropäische Staaten? Vor dem Hintergrund der Krise der EU in den letzten zehn Jahren, angefangen mit den Rettungspaketen für Griechenland bis hin zur Brexit-Debatte – wohlgemerkt es ist eine Brexit-Debatte und bisher noch kein Brexit erfolgt – so können wir während unserer internationalen Hildesheimer Konferenz die eine oder andere Erkenntnis aus der Geschichte gewinnen, was denn für den Zusammenhalt der Europäischen Union spricht. Aktueller kann ja eine Tagung zur Geschichte kaum sein.

Sie bilden in Hildesheim Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer aus. Sind Imperien ein Thema im Unterricht?

Längst hat man auch mit Blick auf Lehrpläne der Schulen begriffen, dass Imperien im Unterricht bearbeitet werden sollten. In Baden-Württemberg ist man ein Vorreiter, dort wird die Integration von Imperiengeschichte in die Kerncurricula bereits in Angriff genommen. Wir werden damit auch Schülerinnen und Schüler einen stärkeren Blick für die Welt vermitteln und dabei auch aktuelle globale Fragen einbeziehen.

Sie konzentrieren sich in Ihrer Forschung auf den Verlauf von Imperien und betrachten gemeinsam mit dem Althistoriker Professor Robert Rollinger im Mammutwerk „Imperien und Reiche in der Weltgeschichte" auf 1762 Seiten Imperien epochenübergreifend. Die wissenschaftliche Beschäftigung erfolgte bisher meist selektiv und betrachtete einzelne Imperien isoliert voneinander, ohne die gesamthistorischen Komplexitäten und machtgeschichtlichen Konsequenzen einzubeziehen. Wie verlieren Sie als Historiker, wenn Sie all die Ereignisse untersuchen, den welthistorischen Rahmen nicht aus dem Auge? Wie schafft man es, all diese Einzelfälle zu betrachten, aber die Parallelitäten der Geschichte nicht aus dem Blick zu verlieren?

Ein Einzelautor ist hier völlig überfordert. Weswegen wir, Robert Rollinger und ich, übrigens auch gemeinsam mit Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim diese Konferenz organisieren – wir arbeiten über Jahrzehnte mit 60 Expertinnen und Experten zusammen. Es geht nur gemeinsam im Teamwork. Es gibt Experten für einzelne Imperien und die führen wir zusammen, um auch einen interkontinentalen Zugang zu ermöglichen. Dass wir alle Weltregionen einbeziehen, ist so im deutschsprachigen Raum neuartig.

Was fasziniert Sie an der Erforschung moderner oder antiker Imperien?

Methodisch ist der Vergleich von Imperien spannend. Zweitens bieten Imperien auch eine gewisse Dramatik: sie erleben einen Aufstieg, eine Blüte und Expansion sowie den Niedergang und Zerfall. Es ist reizvoll, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zusammenzuarbeiten, mit  Archäologen, Historikern aller Epochenfächer, Philologen und Kunsthistorikern. Im 19. Jahrhundert war die Geschichtswissenschaft nationalstaatlich konstituiert. Der lange Schatten der Nationalstaatlichkeit von Geschichtsschreibung wirkt bis heute nach. Mit der Imperienforschung brechen wir aus diesem eng begrenzten Container aus und gehen über zu einem nationenübergreifenden Verfahren. Ich lerne mit jeder Konferenz neu dazu. Man begreift in der Auseinandersetzung mit Imperien die Begrenztheit des eigenen Tuns und wird als Historiker bescheidener und demütiger. Umso leichter fällt es mir dann, regionale oder nationalgeschichtliche Themen zu überschauen und deren Zusammenhänge früher zu erkennen. Es ist aber gewagt, was ich hier sage. Ich habe mich als Historiker zunächst mit Studentengeschichte in Innsbruck beschäftigt, dann mit Tiroler Landesgeschichte, anschließend mit österreichischer Nationalgeschichte und weiter ging es mit der Europäischen Union und schließlich hat sich über Imperien einem die Welt- und Globalgeschichte aufgetan. Wobei ich mir bewusst bin: Am Ende bleibt man als Historiker ein Zwerg, auf dem Rücken eines Elefanten sitzend, man versucht dem Riesen über die Schulter zu schauen und zu beschreiben, wie der Elefant – das Imperium – aussieht, aber die Flecken am Bauch erkennt man nicht.

Und wie gehen Sie in der Forschung vor – wie verläuft Ihr Alltag als Historiker, der Imperien untersucht?

Mein Tag beginnt frühmorgens mit der Bearbeitung von E-Mails und der Erledigung der alltäglichen Kommunikation. Dann versuche ich, viel zu lesen. In meinem Büro türmen sich die Neuerscheinungen auf einem Tisch. Wichtig ist die langfristige Bearbeitung der Themen. Seit zehn Jahren befasse ich mich wiederkehrend mit Fragestellungen der Imperien. Es ist ein Arbeiten von Jahr zu Jahr. Die Forschung binde ich in meine Lehrveranstaltungen ein. Sie sind permanent mitzudenken. Die Konferenzen und Forschungsarbeiten spiegeln sich in der Lehre wider. Manche Studierende schreiben jetzt schon Abschlussarbeiten zur Imperien-Thematik. Sie sind eingeladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren. Wir arbeiten mit der Integrierten Gesamtschule in Peine zusammen, Lena Blanke, eine ehemalige Lehramtsstudentin, ist dort heute Geschichtslehrerin. Studentinnen und Studenten können dort auch zu Imperien im europäischen Kontext unterrichten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Konferenz „The End of Empires: Decline, Erosion, and Implosion“

In Hildesheim diskutieren Fachleute aus dem In- und Ausland über Imperien. Die internationale Konferenz „The End of Empires: Decline, Erosion, and Implosion“ findet vom 2. bis 6. Oktober 2018 im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. Die Vorträge werden in deutscher und englischer Sprache gehalten. Ausgewiesene nationale und internationale Experten unter anderem aus Oxford, Paris, München, Wien, Innsbruck und Los Angeles analysieren von der Antike bis zur Gegenwart epochen- und kontinentübergreifend Großreiche und Imperien hinsichtlich der Gründe ihres Niedergangs und Zerfalls.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren und vergleichen die Geschichte von Imperien. Die Expertinnen und Experten befassen sich etwa mit dem Niedergang des Römischen Reiches, mit dem Ende des äthiopischen Kaiserreichs, mit dem Ende der chinesischen Han-Dynastie und Tang-Dynastie, mit dem Ende des Inkareichs, mit dem Ende des spanischen Kolonialreichs, mit dem Ende des russischen Zarenreichs, mit dem Ende des Osmanischen Reichs, mit dem Ende des italienischen Faschismus, mit dem Ende des Dritten Reiches und mit dem Ende der UdSSR.

Die Konferenz findet im Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim statt. Sie wird unter anderem von der Europäischen Union und der Universitätsgesellschaft Hildesheim unterstützt. Eine kostenlose Teilnahme ist möglich. Die Ergebnisse werden in einem Sammelwerk im Springer Verlag veröffentlicht.

Alle Abstracts und Informationen zu den Referentinnen und Referenten finden Sie online auf der Tagungswebsite:

The End of Empires: Programm und Abstracts der Konferenz

Veranstaltungstipp: Europagespräche in Hildesheim

Mit der öffentlichen Vortragsreihe „Europagespräche“ bietet Professor Michael Gehler jede Woche im Semester Raum für historische und aktuelle Europafragen und diskutiert gemeinsam mit Zeitzeugen, diplomatisch-politisch Beobachtern und Bürgern. Die Vortragsreihe findet in der Regel jeden Montag von Oktober 2018 bis Februar 2019 statt. Informationen finden Sie online auf der Website des Instituts für Geschichte.

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Pressemeldungen Geschichte Fachbereich 1
news-15460 Wed, 12 Sep 2018 09:09:16 +0200 Digitale Medien im Unterricht: Lehrerfortbildung zu Medieneinsatz https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digitale-medien-im-unterricht-lehrerfortbildung-zu-medieneinsatz/ Die Universität Hildesheim richtet eine Lehrerfortbildung zu Medieneinsatz und Medienpädagogik aus. Lehrerinnen und Lehrer können sich ab sofort für die Hildesheimer Pädagogische Tage anmelden. Die Universität Hildesheim lädt Lehrerinnen und Lehrer am 14. und 15. November 2018 zu den Hildesheimer Pädagogischen Tagen ein. In diesem Jahr steht die Fortbildung unter dem Motto „Digitale  Medien – einfach nutzen!?“. Das Themenfeld reicht von der Frage, wie und ab wann Schülerinnen und Schüler in Medienkompetenz unterrichtet werden sollten bis zur Herausforderung der Integration mobiler Endgeräte in den Unterrichtsalltag. Ein weiteres Thema ist die Verwendung von Apps im Fachunterricht und zur Organisation des Alltags von Lehrerinnen und Lehrer.

Der erste Fortbildungstag (14. November 2018) wendet sich an Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer. Themen sind unter anderem die Apps für Lehrkräfte, die Erstellung von Trickfilmen und Beispiele für digitalen Unterricht in der Grundschule.

Der zweite Tag (15. November 2018) richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich. Andreas Hofmann, Medienberater beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), teilt sein Wissen zum Medieneinsatz im Schulalltag. Themen der Workshops sind unter anderem die Anwendung von Web-2.0-Werkzeugen im Unterricht, die Erstellung von Erklärfilmen und die Tabletnutzung im Unterricht. Dabei geht es zum Beispiel um Augmented Reality, virteulle Whiteboards, Umfragen und Anwendungssoftware für Film, Ton und interaktives Arbeiten. Weitere Workshops thematisieren, wie Kinder und Jugendliche das Internet nutzen, Prävention und Diagnostik von Mediensucht und wie Kinder für wertschätzende Kommunikation in Zeiten von Falschmeldungen und Hassrede sensibilisiert werden können.

Hildesheimer Pädagogische Tage: Programm und Anmeldung

Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bei Fragen ist Peter Düker (Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung an der Universität Hildesheim, dueker@uni-hildesheim.de, 05121 883 92510) gerne erreichbar und kann Details zur Veranstaltung erläutern.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-15336 Thu, 16 Aug 2018 12:53:00 +0200 „Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ohne-die-frauencharaktere-wuerde-der-roman-nicht-funktionieren/ Nach drei Jahren Forschung schließen acht Doktorandinnen und Doktoranden derzeit ihre Doktorarbeit im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ ab. Im Interview geben die Doktorandin Alexandra Mieth und der Doktorand Jöran Klatt Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ haben sich die Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel mit Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel auseinandergesetzt.

Im Kolleg fördert die Universität Hildesheim Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim, zu ihnen gehören die Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Kathrin Audehm und Professorin Meike Sophia Baader, die Sprachwissenschaftlerinnen Professorin Stefanie Brusberg-Kiermeier und Professorin Beatrix Kreß, der Soziologe Professor Michael Corsten, die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke und der Literaturwissenschaftler Professor Toni Tholen.

Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten tauschen regelmäßig Erkenntnisse aus – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen.

Während des dreijährigen Graduiertenkollegs haben die Doktorandinnen und Doktoranden an Angeboten der Karriereförderung teilgenommen und  sprachen zum Beispiel mit Professorin Meike Baader anlässlich ihres Vortrages über „Karrierewege in der Wissenschaft" und mit Markus  Weißhaupt über „Fördermöglichkeiten gegen Ende der Promotion“.

Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ wurde aus Mitteln des Professorinnenprogramms II finanziert, dass im Juni 2019 ausläuft. Insgesamt wurden acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben.

„Wenn die Universität mit Ihrer Bewerbung im Professorinnenprogramm III ebenso erfolgreich ist wie im Professorinnenprogramm II, stehen die Chancen für die Fortsetzung des Graduiertenkollegs Gender und Bildung gut“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange.

„Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“
Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth

Die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth schließt derzeit ihre Doktorarbeit zum Thema „Selbstbildungsprozesse und Gender in Graham Greenes Romanen“ ab. In ihrer Forschung befasst sich Mieth mit der Literatur der Postmoderne und Klassischen Moderne und mit Bildungsromanen.

Was untersuchen Sie in Ihrer Promotion?

Ich untersuche Romane des britischen Autors Graham Greene, dessen Werk in Hollywood mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Elizabeth Taylor, Richard Burton, Richard Attenborough und Helen Mirren verfilmt wurde. Ich fokussiere unter anderem die weiblichen Charaktere in den Romanen „Brighton Rock“, „A Gun for Sale“ und „Travels with My Aunt“.

Warum ist das wichtig?

Greenes literarisches Werk wurde bisher in der Genderforschung kaum beachtet. Der Schriftsteller gilt als katholischer Autor, seine Romane wurden theologisch erforscht, seine männlichen Figuren wurden traditionell untersucht. Auch auf humanistische Aspekte der Romane ist bereits eingegangen worden. Die weiblichen Charaktere wurden bisher kaum betrachtet, ebenso wenig wie die Krise der Männlichkeit in Greenes Werken eingehend erforscht wurde. Als Bildungsromane wurden die Erzählungen noch nicht angemessen gewürdigt. Dabei ist Greene als humanistisch geprägter Autor zu betrachten, der von der Bildungs- und Selbstbildungsfähigkeit des Menschen überzeugt war. Dieser These gehe ich in meiner Doktorarbeit auf den Grund.

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Graham Greene wird vorgeworfen, in sämtlichen Romanen keinen einzigen starken weiblichen Charakter erschaffen zu haben – dem widerspreche ich. Greene zeichnet sehr imposante Frauen, die nicht dem traditionellen Muster als Mutter folgen. Es gibt Frauen, die diesem Muster völlig widersprechen. Ohne die Frauencharaktere in den drei Romanen, die ich untersucht habe, würde der Roman nicht funktionieren. Im Thriller „Brighton Rock“ übernimmt Ida Arnold die Rolle der Detektivin, sie sorgt für Moral und Ordnung und Gerechtigkeit – das macht sie zu einer sehr starken Persönlichkeit.
Greenes Werke sind eine neue Interpretation des Bildungsromans. Mit den in den Romanen dargestellten Schicksalen können sich Leserinnen und Leser identifizieren, das beginnt bei den gängigen Namen der Hauptfiguren im Roman „The Comedians“: Mr Jones, Mr Brown, Mr und Mrs Smith. Der Autor ermöglicht, dass die Schicksale seiner Figuren auf die Schicksale realer Menschen übertragbar sind. In Greenes Romanen durchlaufen die Handelnden unterschiedlichen Geschlechts und verschiedener Altersstufen Bildungsprozesse, die sie zum Teil auch gegen die Widerstände der Gesellschaft verfolgen.

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich habe Lehramt mit den Fächern Anglistik und Germanistik studiert. Professorin Brusberg-Kiermeier und Professor Tholen haben mich während meiner Doktorarbeit sehr unterstützt. Das Graduiertenkolleg bietet darüber hinaus die Chance, hilfreiche Hinweise von den anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhalten – die Einflüsse aus anderen Forschungsfeldern sind sehr anregend. Ein Graduiertenkolleg ist vor allem inhaltlich wertvoll, weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Ich schließe meine Doktorarbeit ab. Nun beginne ich meinen Vorbereitungsdienst an einer Grundschule in Niedersachsen – mit der Forschung werde ich am Nachmittag verbunden bleiben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

„Im Netz versammeln sich unterschiedliche Menschen und formen Bündnisse“
Interview mit dem Politik- und Kommunikationswissenschaftler Jöran Klatt

Jöran Klatt hat an der Universität Göttingen Geschichte und Germanistik studiert. Seine Doktorarbeit im Rahmen des Hildesheimer Graduiertenkollegs „Gender und Bildung“ trägt den Titel: „Die #GamerGate-Kontroverse – Schmelztiegel der Gamer-Identität?“.

Mit welchem Thema befassen Sie sich in Ihrer Promotion?

Ich habe in meiner Doktorarbeit das Phänomen „#Gamer Gate“ untersucht, ein Streit, der im Internet in sozialen Netzwerken stattgefunden hat. Computerspielerinnen und Computerspieler haben sich seit 2014 organisiert, in der Debatte „#GamerGate“ ging es um Sexismus im Computerspiel, die vermeintliche Verstrickung von Spielejournalismus und Industrie aber auch um den Status des Computerspiels als entweder Kulturgut oder reinem Unterhaltungsprodukt. Die Auseinandersetzung zeigt die fragile Identität dieses jungen Milieus.

Ich forsche online-ethnografisch, ich bin sehr viel im Internet unterwegs, bewege mich in den sozialen Netzwerken, in denen die Kontroverse stattgefunden hat, und untersuche die Argumentationen. Sprachwissenschaftlich analysiere ich die Argumentationslinien.

Warum ist das wichtig?

Das Computerspielen bedeutet für die Computerspielerinnen und Computerspieler Identität. Ich möchte am Beispiel des Computerspiels herausfinden: Wo werden Identitäten verteidigt, herausgefordert, bestätigt, hinterfragt und kreiert?

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Der „#GamerGate“-Streit ist ein prototypisches Phänomen für viele Entwicklungen, die wir aktuell im Netz beobachten. Unterschiedliche Menschen versammeln sich und setzen sich zu Bündnissen zusammen, ein Interesse eint sie. Dieser Fall im Bereich der Computerspiele ist prototypisch für viele Phänomene des Politischen, das Netz befeuert die Auseinandersetzung – physische Räume werden leicht überwunden, das World Wide Web beflügelt die Bildung von neuen Bündnisketten. 

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich befinde mich derzeit mitten in der Niederschrift meiner Promotion. Mein Doktorvater ist Professor Corsten und meine Doktormutter Professorin Brusberg-Kiermeier, die Gespräche mit Professor Tholen sind äußerst wertvoll – er ist eine Koriphäe auf dem Gebiet der Männlichkeitsforschung. Obwohl das Kolleg inzwischen offiziell vorbei ist, stehen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten noch in engem Austausch. Die Gemeinschaft war und ist eine große Hilfe.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-15121 Tue, 31 Jul 2018 08:46:25 +0200 Professorin Marianne Kneuer leitet politikwissenschaftlichen Weltverband https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professorin-marianne-kneuer-leitet-politikwissenschaftlichen-weltverband/ Professorin Marianne Kneuer wurde einstimmig zur Präsidentin der „International Political Science Association“ gewählt. Die internationale politikwissenschaftliche Fachvereinigung fördert den Austausch zwischen Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern weltweit und wurde vor knapp 70 Jahren auf Initiative der UNESCO gegründet. Eine Aufgabe sieht Marianne Kneuer im Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit. Professorin Marianne Kneuer wurde am 24. Juli 2018 einstimmig zur Präsidentin der „International Political Science Association“ (IPSA) gewählt. Die Politikwissenschaftlerin der Universität Hildesheim wird vom 24.7.2018 bis 26.7.2020 den politikwissenschaftlichen Weltverband leiten und folgt auf Professor İlter Turan von der Bilgi Universität in Istanbul. Im politikwissenschaftlichen Weltverband arbeitet Kneuer mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter anderem aus Argentinien, Kanada und Indien, aus Italien, Japan und Mexiko sowie Polen, Südafrika und der Türkei zusammen.

„Die besondere Mission von IPSA ist es, das globale Miteinander in unserer Disziplin zu fördern. Das bedeutet aber auch, alle Regionen anzusprechen und einzubeziehen – auch den globalen Süden. Dies mache ich mir zu einer zentralen Aufgabe während meiner Präsidentschaft“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

Eine weitere Aufgabe sieht Marianne Kneuer im Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit. „Die Herausforderung für unsere Gemeinschaft – gerade die Politikwissenschaft – hat in den letzten Jahren zugenommen, und zwar nicht nur bei autoritären üblichen Verdächtigen, sondern auch in demokratischen Ländern. Die Methoden zur Einschränkung der akademischen Freiheiten und der Redefreiheit sind subtiler geworden. Wir brauchen ein besseres Verständnis von der Bandbreite der Verstöße, aber auch von Lösungsansätzen. Daher sollten wir mit anderen internationalen und regionalen Organisationen, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind, Netzwerke aufbauen, um gemeinsam effizienter zu sein“, so die Wissenschaftlerin.

Marianne Kneuer forscht und lehrt seit 2011 als Professorin für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Von 1994 bis 1998 gehörte Kneuer dem Planungsstab von Bundespräsident Herzog an. Davor war sie als Journalistin, unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, tätig. Sie ist Mitherausgeberin der „Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft“. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Demokratie-, Europa- und Autokratieforschung und vergleichenden Regimeforschung. Regionale Schwerpunkte sind Süd- und Osteuropa sowie Lateinamerika. In Hildesheim ist Marianne Kneuer zudem Ombudsfrau für gute wissenschaftliche Praxis und befasst sich mit ethischem Fehlverhalten in der Wissenschaft.

Kneuer ist bereits seit Jahren in dem internationalen Verband tätig, unter anderem als Vizepräsidentin. Im vergangenen Jahr tagte der politikwissenschaftliche Weltverband in Niedersachsen. Die Konferenz „Political Science in the Digital Age: Mapping Opportunities, Perils and Uncertainties“ wurde von Professorin Marianne Kneuer und ihrem Hildesheimer Team organisiert. 200 Expertinnen und Experten haben sich mit Cyberkriminalität, mit der digitalen Kommunikation in autoritären Staaten und mit digitalen Medien im Wahlkampf befasst.

Die internationale politikwissenschaftliche Fachvereinigung hat derzeit rund 3.600 Mitglieder und fördert den Austausch zwischen Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern weltweit. Die „International Political Science Association“ wurde 1949 auf Initiative der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris gegründet und feiert 2019 ihr 70-jähriges Bestehen.

Politikwissenschaft in Hildesheim

Marianne Kneuer hat an der Universität Hildesheim den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“ aufgebaut. Sie befasst sich mit den Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft, mit digitaler Vernetzung und den Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung, politischen Prozessen und Akteuren. Die Beschäftigung mit digitalen Medien verknüpft die Professorin mit ihrem anderen Forschungsschwerpunkt, der Analyse von Demokratien und Autokratien.

Weitere Informationen: Presseinformation der IPSA (Englisch)

Prof. Marianne Kneuer Elected as New President of IPSA

Medienkontakt: Kontakt zur Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905).

Süddeutsche Zeitung und Deutschlandfunk: Interviews mit Professorin Marianne Kneuer

Deutschlandfunk, Sendung „Kulturfragen“, Interview mit Professorin Marianne Kneuer, „Feststehende Gewissheiten sind ins Wanken gekommen / Nach 1989 schien die Welt vereint im Streben nach Demokratie. Der andauernde Vormarsch von Hass und Autokratien führe nun zu einigen Umwälzungen in den Köpfen von Politologen, sagte die Präsidentin des politikwissenschaftlichen Weltverbandes Marianne Kneuer im Dlf. Sie sieht auch die Wissenschaftsfreiheit bedroht", 18.08.2018, Radiobeitrag, ~30 Min., [Interview online nachhören, Audio-Datei zeitlich begrenzt online abrufbar auf dlf.de]

Süddeutsche Zeitung, Interview mit Professorin Marianne Kneuer, „'Eine Art von Selbstzensur' / Die Hildesheimer Professorin Marianne Kneuer wurde soeben an die Spitze des Weltverbandes der Politikwissenschaftler gewählt", 06.08.2018 (print) [Interview online lesen auf sueddeutsche.de]

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news-15104 Tue, 24 Jul 2018 10:48:00 +0200 Land unterstützt Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/land-unterstuetzt-forschung-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/ Das Land Niedersachsen unterstützt im Programm „PRO*Niedersachsen“ mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Projekte in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu den Themen „Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“, „Sexualisierte Gewalt“ und „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music“ werden mit insgesamt rund 750.000 Euro gefördert. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Die Analyse kultureller, sozialer und historischer Zusammenhänge fördert das Verständnis für die Vergangenheit, schärft den Blick auf die Gegenwart und gibt Impulse für die Gestaltung moderner Gesellschaften.

Das Land Niedersachsen unterstützt mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit dem Programm „PRO*Niedersachsen“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit insgesamt rund 750.000 Euro Projekte in den Hildesheimer Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Mit dem Programm soll die „wissenschaftliche Vielfalt“ gefördert und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützt werden, „innovative Ansätze in Forschung und Praxis zu entwickeln“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Niedersachsen ist in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften breit aufgestellt. Das zeigen die geförderten Projekte eindrucksvoll“, so der Wissenschaftsminister.

Wissenschaftsministerium fördert Hildesheimer Forschung

In Hildesheim wurden drei Projekte bewilligt, darunter das Projekt mit dem Titel „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“. Ein Team um Prof. Dr. Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie untersucht empirisch die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei der Therapie von Alkoholismus. Alkoholkonsum gilt als der drittgrößte Risikofaktor für Krankheiten und gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei der Behandlung von Alkoholismus, insbesondere bei der Rückfallprophylaxe, spielen Selbsthilfegruppen eine zentrale Rolle, so Mojzisch. „Während die grundsätzliche Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen zur Therapie des Alkoholismus als gesichert gelten kann, ist noch relativ ungeklärt, was die psychologischen Mechanismen hinter der positiven Wirkung sind.“ In zwei Studien mit insgesamt 400 Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmern überprüft Andreas Mojzisch empirisch die Hypothese, dass eine geteilte soziale Identität in Selbsthilfegruppen der entscheidende Prädiktor für die Aufrechterhaltung der Abstinenz ist.

Das Land fördert zudem die Forschung von Prof. Dr. Meike Baader vom Institut für Erziehungswissenschaft. Die Wissenschaftlerin leitet das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“. „Seit der Aufdeckung der Fälle sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen im Jahr 2010 wird von Expertinnen und Experten, aber auch von der Bundesregierung eine Verankerung der Thematisierung von sexualisierter Gewalt und deren Prävention in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte gefordert. Damit ist auch die Hochschule angefragt – und zwar sowohl auf der Ebene der Wissensvermittlung für zukünftig pädagogisch Handelnde als auch auf der Ebene der Organisation, da die Hochschule selbst ihre Mitglieder vor Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen schützen muss“, sagt Professorin Meike Baader. Inwiefern diese Themen in der Lehre an niedersächsischen Hochschulen verankert sind und über welche Präventions-, Hilfe- und Beratungsstrukturen die Hochschulen verfügen, untersucht die Erziehungswissenschaftlerin in dem dreijährigen Forschungsprojekt. In der Abschlußphase kooperiert die Professorin mit regionalen Fachberatungsstellen. Seit vielen Jahren forscht Baader in diesem Bereich und befasst sich mit der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften, zudem betreut die Professorin erziehungswissenschaftliche Abschlussarbeiten und Promotionen.

Im Rahmen der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ fördert das Wissenschaftsministerium das Forschungsprojekt „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music Hildesheim“. Ziel des Teams um den Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels ist die wissenschaftliche Erschließung der Musikinstrumente der tibetisch-buddhistischen Klöster und Wandermönche aus der Sammlung Rolf Irle. Die Wissenschaftler arbeiten an der Digitalisierung, Erschließung und Sicherung von Kulturerbe und setzen sich dafür ein, Instrumenten- und Tonträgersammlungen zugänglich zu machen.

Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Svea Korff und Prof. Dr. Meike Baader vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ sind zudem Kooperationspartner in dem Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung“ der Universität Osnabrück.

„Hochrangige Forschungsvorhaben, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen“

Die drei Projekte der Universität Hildesheim werden mit jeweils rund 250.000 Euro gefördert. Gefördert werden die Projekte, da sie für hochrangige Forschungsvorhaben stehen, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen. Weitere Forschungsprojekte fördert das Land etwa an den Univesitäten in Göttingen, Osnabrück und Oldenburg.

Die Auswahl erfolgte durch Fachgutachterinnen und Fachgutachter in Zusammenarbeit mit der „Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen“ (WKN). Die Mittel für das Förderprogramm stammen aus dem „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-14813 Mon, 16 Jul 2018 08:11:00 +0200 Soziale Dienste: Bundesweit erster dualer Masterstudiengang https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/soziale-dienste-bundesweit-erster-dualer-masterstudiengang/ Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Masterstudium „Soziale Dienste“ – jetzt bewerben

Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“, der von einer Universität angeboten wird. Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Das Studium beginnt im Herbst 2018.

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat. „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Mit unserem neuen Studienangebot leisten wir deshalb einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung. Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung sind online abrufbar. Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. Augsut 2018 bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-15024 Fri, 13 Jul 2018 10:19:00 +0200 Universitätsprofessor für Kirchengeschichte: Jörg Bölling https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaetsprofessor-fuer-kirchengeschichte-joerg-boelling/ Jörg Bölling forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsgebieten des promovierten Historikers und Theologen zählen unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit, das Papsttum und die Kirchenreformen. Seit Januar 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. In der Forschung befasst sich Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen.

Aktuell erforscht der Theologe und Historiker unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit. „Im Verbund mit anderen Expertinnen und Experten möchte ich Reformversuche aufspüren, die für gegenwärtige Fragen im Dialog von evangelischer, orthodoxer und katholischer Theologie wieder von Relevanz werden könnten.“ Daneben laufen Projekte zum Papsttum, zu einzelnen Heiligen und zur Hildesheimer Bistumsgeschichte.

Aufbau des „Hildesheimer Glossars lateinischer theologischer Fachbegriffe“

Soeben fertiggstellt hat der Professor das „Hildesheimer Glossar lateinischer theologischer Fachbegriffe“, das „online über die Universitätsbibliothek verfügbar gemacht werden soll. Ursprung und Erweiterungen dieses Glossars stammen unter anderem aus studentischen Protokollen zu meinen Lehrveranstaltungen“, so Bölling. Neben der Kirchengeschichte sind auch die systematische Theologie (Dr. Ulrike Wick-Alda) und die theologische Ethik (Prof. Dr. Alexander Merkl) am Glossar beteiligt.

Darin enthalten sind Wörter und Ausdrücke wie „missio canonica“ (das bedeutet „kirchliche Entsendung“, Beauftragung für den Religionsunterricht an Schulen) und „Nostra aetate“ („In unserer Zeit“, Anfangsworte eines zentralen Konzilsdokuments zum interreligiösen Dialog).

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück. Durch die digitalen Technologien wird ein schneller, ortsunabhängiger und zuverlässiger Zugriff auf zentrale lateinische Ausdrücke eröffnet, der einen eigenständigen Umgang mit theologischen Quellen und Dokumenten ermöglicht“, sagt Jörg Bölling. Langfristig soll in Hildesheim ein Online-Wörterbuch lateinischer theologischer Grundbegriffe entstehen – mit Verknüpfungen zu weiteren digital verfügbaren Dokumenten und Hilfsmitteln.

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück“

Die Berufung auf die Professur für Kirchengeschichte in Hildesheim sieht Jörg Bölling als Chance: „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle. An der Universität fasziniert mich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Personen, Fächern und Fachbereichen – eine Folge kurzer Wege, aber auch unverkennbar erprobter Kooperationen kompetenter Persönlichkeiten. Das gilt gerade auch für die beiden theologischen Institute. Noch während meiner Tätigkeit als Professur-Vertreter meinte eine auswärtige Gutachterin zu mir, Hildesheim sei die aufstrebende junge Universität Niedersachsens. Ohne zu zögern habe ich daher ein Alternativangebot abgelehnt und den Ruf an die Innerste angenommen“, so Bölling.

Jörg Bölling bildet Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Katholische Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen in Hildesheim aus und für das Gymnasium in Hannover.

„Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle“

Jörg Bölling ist 1974 in Coesfeld im westlichen Münsterland geboren. In Münster wurde er zum Kirchenmusiker ausgebildet. Auf sein Studium der Fächer katholische Theologie, Geschichte, Latein und Pädagogik (Lehramt für Sekundarstufe I und II, Staatsexamen 1999), im zweiten Studiengang auch Musikwissenschaft und historische Hilfswissenschaften, in Münster und Venedig, folgten Stipendien in Münster, Trient, Mailand und Rom, 2004 dann die Promotion in Geschichte (Dr. phil., Universität Münster), 2010 in Kirchengeschichte (Dr. theol., Universität Bochum) und 2013 die Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften (Universität Göttingen).

Anschließend vertrat Bölling Professuren an den Universitäten Wuppertal, Göttingen und Hildesheim, hier auch mit Lehre in Hannover für die Lehramtsausbildung sowie für das Fach Religionswissenschaft. Wegweisend für die Forschung waren unter anderem  ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom und der regelmäßige Aufenthalt am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft von 2000 bis 2017, wo er unter anderem als Organist und Kantor der deutschen Kirche am Vatikan tätig sein durfte.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Kirchengeschichte hat, erreicht Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling unter boelling[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 4. Juli 2018, hält Professor Jörg Bölling seine öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in seine Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Brannte uns nicht das Herz? Kirchengeschichte als historische und theologische Disziplin“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). In der Antrittsvorlesung stellt sich der Wissenschaftler den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor. Dabei erläutert er unter anderem, welche Bedeutung der Kirchengeschichte in dreierlei Hinsicht zukommt: in der allgemeinen Geschichte, in der Theologie und in der interdisziplinären Forschung und Lehre.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Katholische Theologie Personalportal Startseite Forschung
news-12759 Wed, 27 Jun 2018 11:22:00 +0200 Mentoring-Programm: „Ich erkenne meine Stärken“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/mentoring-programm-ich-erkenne-meine-staerken/ Bis zum 1. Juli 2018 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Hier berichten die Studentinnen Luka Sackmann und Anna Kardziev über ihr Studium in den Bereichen Übersetzen sowie Angewandte Informatik und wie sie sich im Rahmen des Mentorings auf ihren Berufseinstieg vorbereiten. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Der Bewerbungsschluss ist der 1. Juli 2018, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoring beginnt dann im Wintersemester 2018/19.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Wer Fragen zu dem Programm „ProKarriere-Mentoring: Karriereförderung für Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Sandra Ahnen vom Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim unter 05121 883 92162 und ahnens[at]uni-hildesheim.de.

Jetzt bewerben bis zum 1. Juli 2018

Warum nehmen Sie am Mentoring-Programm teil?

Hier berichten zwei Studentinnen aus dem aktuellen Mentoring-Jahrgang über ihr Studium in den Bereichen Übersetzungswissenschaft sowie Angewandte Informatik. Sie geben einen Einblick, warum sie das Mentoring-Programm anderen Studentinnen weiterempfehlen.

„Ich habe viel in mein Studium investiert und erkenne im Mentoring-Programm meine Stärken“

Luka Sackmann studiert „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ und spezialisiert sich in Hildesheim auf das technische Übersetzen. Im Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros wird die 26-Jährige ein Jahr lang auf ihrem Weg in das Berufsleben gecoacht.

„Viele Fragen mich: Technische Redaktion – ist das nicht langweilig? Ich habe viele Jahre in mein Studium an der Universität Hildesheim investiert. Als technische Übersetzerin bearbeite ich etwa Installationsanleitungen in der Automobilindustrie. Ich schreibe gerne Texte strukturiert, ohne Schnörkel, und habe Freude daran, Texte aufzuräumen und zu erklären, wie eine Maschine funktioniert. Das Mentoring-Programm ist eine ideale Unterstützung im Übergang vom Studium in das Berufsleben. Ich erkenne meine Stärken und konzentriere mich auf das, was ich beruflich erreichen möchte“, sagt die Studentin.

„Meine Mentorin kommt aus dem Maschinellen Lernen und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“

Anna Kardziev, 26, studiert „Angewandte Informatik“ an der Universität Hildesheim. Sie schreibt ihre Masterarbeit über künstliche Intelligenz: „Fallbasierte Konfiguration“ und wird ein Jahr lang in ihrer Abschlussphase von einer Mentorin aus der Wirtschaft im Programm „ProKarriere-Mentoring“ begleitet.

„Ich studiere ‚Informationsmanagement und Informationstechnologie‘ mit dem Schwerpunkt Angewandte Informatik. In meiner Masterarbeit setze ich mich mit einem Mechanismus der künstlichen Intelligenz auseinander, der mit Erfahrungswissen arbeitet. Dabei wird Erfahrung aus der Vergangenheit genutzt, um daraus zu lernen und zukünftige ähnliche Probleme zu lösen. Ein Beispiel: Mithilfe von Erfahrungswissen können in der Industrie Diagnosesysteme bei Wartungsarbeiten schneller erkennen, wie eine technische Maschine repariert werden kann. In meinem Bachelorstudium habe ich mich in Magdeburg vor allem mit dem Wissensmanagement beschäftigt, in Hildesheim kann ich die technische Seite stärken, mich spezialisieren. Ich studiere bei Professor Klaus-Dieter Althoff im Bereich ‚Intelligente Informationssysteme‘ am Institut für Informatik und bei Professor Ralf Knackstedt an der Abteilung ‚Informationssysteme und Unternehmensmodellierung‘.

Ich möchte in meiner beruflichen Zukunft im Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Meine Familie kommt nicht aus dem IT-Bereich, es fiel mir schwer zu wissen, was ich mit einem Informatikstudium beruflich anstreben kann. Ein Jahr lang nehme ich jetzt am ‚ProKarriere‘-Mentoring des Gleichstellungsbüros teil. Das ist ideal: Meine Mentorin kommt aus dem Bereich ‚Maschinelles Lernen‘ und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“, sagt die Studentin Anna Kardziev.

TIPP: Wer sich für ein IT-Studium interessierte, sollte den Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich" am 4. Juli 2018 an der Universität Hildesheim nicht verpassen.

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 4 Informatik Fachbereich 1 Fachbereich 2
news-15012 Tue, 26 Jun 2018 13:48:02 +0200 Über Geschichte berichten: Studierende interviewen Wirtschaftsweisen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ueber-geschichte-berichten-studierende-interviewen-wirtschaftsweisen/ Im Seminar „Über Geschichte berichten – Die Europagespräche im Radio“ erproben Studentinnen und Studenten das Berichten über Geschichte. Entstanden ist eine Radiosendung, die am Mittwoch, 27. Juni 2018, bei Radio Tonkuhle ausgestrahlt wird. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Radiosender soll fortgesetzt werden. Die im letzten Semester erfolgreich gestartete Kooperation des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim mit dem lokalen Sender Radio Tonkuhle wird auch in diesem Semester fortgesetzt.

Eine Gruppe von Studentinnen und Studenten des Fachs Geschichte hat am Beispiel des Vortrags „Die Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion“ das Berichten über Geschichte erprobt. Die Studierenden führten dazu ein Interview mit dem Wirtschaftsweisen Lars Feld, der sich zuvor in das Goldene Buch das Stadt Hildesheim eingetragen hat. In Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle wurden anschließend zwei Radiobeiträge produziert.

In der Sendereihe „Campusradio“ sendet Radio Tonkuhle ein ausführliches Interview mit Lars Feld am Mittwoch, 28.06. 2017, zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Eine Kurzzusammenfassung des Vortrags und des Interviews mit Lars Feld ist in Kürze auch auf der Webseite des Instituts für Geschichte (Bereich „Europagespräche“) nachzuhören.

„Ziel des Seminars ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Radiozuhörer vermittelt werden können“, sagt die Dozentin Sanne Ziethen. Im Seminar zum Thema Medienkompetenz erfahren die Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis, wie Journalismus funktioniert, wie ein Radiobeitrag mit Einspielern produziert wird und mit welchen Mitteln und Maßnahmen Hörfunkbeiträge entstehen. Ziel des Seminars ist auch, die Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim weiter bekannt zu machen.

Der nächste Vortrag im Rahmen der „Europagespräche“ findet am 2. Juli im Riedelsaal der Volkshochschule Hildesheim statt. Der italienische Wissenschaftler Federico Scarano wird zum Thema „Italien und die Römischen Verträge“ sprechen. Sämtliche Vorträge sind öffentlich und kostenfrei (Programm der „Europagespräche“).

Zeitzeugen in Hildesheim: Europagespräche – Wissenschaft in der Stadt

Wie entstehen Konflikte, wie entstehen Kriege, wie kann man sie vermeiden? Diese Fragen bewegen Professor Michael Gehler. Seit zehn Jahren veranstaltet der Historiker der Universität Hildesheim die „Europagespräche“, eine öffentliche und wöchentliche Vortragsreihe, in der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer Zeitgeschichte und europäischer Integration sprechen. Die Bürger diskutieren mit den Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland, der Meinungsaustausch ist wesentlicher Bestandteil der Europagespräche. Alle Vorträge sind online abrufbar, auch die Vorträge,  Videos und Berichte der letzten zehn Jahre sind im Online-Archiv des Instituts für Geschichte abrufbar.

Wer Fragen zum Radioprojekt hat, erreicht Dr. Sanne Ziethen unter ziethens[at]uni-hildesheim.de.

Lesetipp: Europäische Zeitgeschichte im Universitätsjournal

Im Universitätsjournal ist ein ausführliches Interview mit dem Direktor des Hildesheimer Instituts für Geschichte erschienen. Im Interview „Ein Ringen, ein echtes Tauziehen“ spricht der Historiker Prof. Dr. Michael Gehler über seine Forschung zur europäischen Zeitgeschichte. Gehler äußert sich etwa über die Entstehung, Geschichte und Zukunft der Europäischen Union, über die EU als Währungsraum und Rechtsraum und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg; über nationalstaatliche Interessen und das Motto „In Vielfalt geeint“. Europa ist eine große Baustelle, für einen Forscher ist das absolut herausfordernd und spannend, sagt Michael Gehler. Das Interview wurde im Universitätsjournal DIE RELATION (ausgabe #2) veröffentlicht. Das Universitätsjournal liegt an allen Campusstandorten aus, zum Beispiel vor der Universitätsbibliothek.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
news-14860 Thu, 14 Jun 2018 08:27:00 +0200 Juniorprofessorin für Bildungssoziologie: Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/juniorprofessorin-fuer-bildungssoziologie-janna-teltemann/ Janna Teltemann forscht und lehrt als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Janna Teltemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

Die Entstehung von Bildungsungleichheit erforschen

Juniorprofessorin Janna Teltemann forscht in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Migration, Integration, empirische Stadtforschung und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung. Die 37-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Teltemann arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

Austausch mit anderen Fachdisziplinen in Hildesheim

„Als Nachwuchswissenschaftlerin freue ich mich, in Hildesheim die Möglichkeit zum eigenständigen Forschen und Lehren zu bekommen. Besonders reizvoll finde ich den Austausch mit anderen Disziplinen, der an einer kleineren Universität wie Hildesheim viel besser möglich ist“, sagt Teltemann.

Die Soziologin arbeitet viel mit Schulleistungsstudien. Internationale Vergleichsstudien wie „PISA“ sind oft nur eine Momentaufnahme. Wie kann man diese Querschnittstudien in eine Langzeitbeobachtung überführen, um zu untersuchen, wie etwa die Gliederung der Schulsysteme mit dem Grad der Chancengleichheit in einem Land zusammenhängt? „Im Hörsaal arbeite ich mit vielen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten zusammen. Ich möchte sie für soziologisches Denken begeistern und ihnen für ihre künftige Tätigkeit im Klassenzimmer Grundlagenwissen über die Entstehung von Ungleichheiten im Schulsystem vermitteln.“ Denn, sagt Teltemann, ein grundlegendes Prinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sei, dass „alle die gleichen Chancen haben, alle gesellschaftlichen Positionen zu erreichen“. Herkunft, Geschlecht oder sozialer Status sollten keinen Einfluss auf Teilhabemöglichkeiten haben. Ein Hauptinteresse der Bildungssoziologie liegt darin, zu zeigen, inwieweit diese Forderung erfüllt oder nicht erfüllt wird, und welche Gründe dafür ausschlaggebend sind.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Bildungssoziologie hat, erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 13. Juni 2018, hält Professorin Janna Teltemann ihre öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in ihre Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Zum Verhältnis von Bildungsstandards und Bildungsgerechtigkeit“ beginnt um 18:00 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1 in Hildesheim).

In der Antrittsvorlesung stellt sich die Wissenschaftlerin den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in ihr Forschungsgebiet. Dabei erläutert sie unter anderem, wie regelmäßige, landesweite Leistungskontrollen an Schulen helfen können, die Kopplung von Schulerfolg und sozialem Hintergrund abzuschwächen. Auch Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ihne Migrationshintergrund können auf diese Weise verringert werden. Dabei kommt es jedoch auf die Art der Leistungskontrolle an, so Teltemann.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Startseite Forschung Zentrum für Bildungsintegration Personalportal
news-14223 Tue, 05 Jun 2018 18:37:00 +0200 Konferenz „Sport als Heimat?“: Interview mit Professorin Vera Volkmann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/konferenz-sport-als-heimat-interview-mit-professorin-vera-volkmann/ Die Fußball-WM läuft. Was kann Sport bewirken – nachgefragt bei Vera Volkmann. Die Professorin organisiert die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration zum Thema „Sport als Heimat?“. Die Sportwissenschaftlerin hofft auch auf die Teilnahme zahlreicher Studentinnen und Studenten, da sie „die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind“. Die Jahrestagung des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist bis 15. Juni 2018 möglich.

Konferenz „Sport als Heimat?“

Interview mit der Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Vera Volkmann

Frau Professorin Volkmann, Sie befassen sich in Ihrer Forschung mit der Rolle von Sport im Lebensverlauf und in der Gesellschaft. Sport ist nicht nur körperliche Leistung, sondern kann auch dazu beitragen, Zugehörigkeit zu schaffen?

Im Sport ist es möglich, sich jenseits sprachlicher Barrieren und sozialer Herkunft zu verständigen und sich für ein gemeinsames Ziel, wie zum Beispiel den Sieg beim Fußball, zu engagieren. Sport kann unter bestimmten Voraussetzungen positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und auch integrierend wirken. Dafür ist es jedoch notwendig, dass er entsprechend pädagogisch gerahmt und didaktisch aufbereitet wird. Zugehörigkeit entsteht auch dadurch, dass man sich mit einer Sportgruppe identifiziert, das heißt, dass man auf diese Weise ein Teil von ihr wird und sich diese Gruppe als Gemeinschaft versteht.

Ende Juni 2018 richten Sie in Hildesheim gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Konferenz „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“ aus. Warum rückt die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration dieses Thema in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Auseinandersetzung?

Der historisch vorbelastete Heimatbegriff hat aktuell Hochkonjunktur und befindet sich offensichtlich im Wandel. Er gerät nicht nur durch die aktuellen Fluchtbewegungen verstärkt in den Mittelpunkt wissenschaftlicher, aber auch gesellschaftlicher und sogar politischer Diskussionen. Interessant finde ich, dass selbst Politikerinnen und Politiker entgegengesetzter Couleur den Begriff aktuell aufgreifen. Gerade hat sich der ehemalige Bundespräsident Gauck erneut zu dem Begriff geäußert, indem er in einem Interview sagte, dass für ihn Heimat das Gefühl einer ganz eigenen Sicherheit und eines Zutrauens sei. Durch dieses verstärkte Aufgreifen wird deutlich, dass das, was Heimat sein kann in einer globalisierten und entgrenzten Welt definitionsbedürftig, aber auch definitionsfähig zu sein scheint. Heimat heute ist auch als „Heimat 2.0“ im Sinne von Lebensmöglichkeiten und nicht mehr als Herkunftsnachweis zu denken. Die Heimat der Zukunft ist Patchwork und ein zentraler Bestandteil dieses Patchwork ist in vielen Biographien der Sport, der als wichtige Sozialisationsinstanz und Wertevermittler gehandelt wird. Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen. Er kann dazu beitragen, sich heimisch zu fühlen und kommt den grundsätzlichen Bedürfnissen nach Raumorientierung, Zugehörigkeit und Konstitution von Gruppenidentität entgegen.

Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen – worauf deuten Ihre Forschungserkenntnisse hin? Sie haben in den letzten Jahren etwa Kinder und Jugendliche befragt, was sie durch Sport erleben und erfahren.

Wir haben Kinder und Jugendliche befragt, die an unserem FuNah-Projekt zur Förderung von Bildungsintegration an Schulen durch eine Kombination von Sport und individueller Förderung teilnehmen. Es wird sehr deutlich, wie positiv sie die Anerkennungsprozesse und Erfolgserlebnisse innerhalb des Sports bewerten. Sehr wichtig ist ihnen der wertschätzende Umgang, den sie sonst in der Schule oftmals vermissen. Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Erfahrung, dass es sich unmittelbar lohnt, sich aktiv für etwas einzusetzen, übertragen die Kinder und Jugendlichen auch auf den schulischen Bereich.

Wer kann an der Konferenz teilnehmen, wen möchten Sie erreichen?

Bei der Tagung ist jeder willkommen, der sich für das Thema interessiert und Lust auf wissenschaftliche Einblicke und weiterführende Diskussionen hat. Wir freuen uns, wenn auch viele Studierende teilnehmen, da sie ja die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind und somit Teil der Diskussionen sein sollten. Wir haben uns deshalb zum Beispiel auch bemüht, die Tagungskosten, die auch das gemeinsame Abendessen beinhalten, gering zu halten. Sie sollten keine Hürde für die Teilnahme darstellen. Bis Freitag kann man sich noch anmelden.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Tagung „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“

Die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist noch bis 15. Juni 2018 möglich.

Die Hauptvorträge (Keynotes) halten renommierte Fachleute. Die Bielefelder Wissenschaftlerinnen Professorin Joanna Pfaff-Czarnecka und Professorin Christa Kleindienst-Cachay sprechen über „Sport als Heimat? Möglichkeiten biographischer Navigation in Zuwanderungsgesellschaften“. Professor Sebastian Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin referiert zum Thema „Sportvereine als Räume zur Bildung von Sozialkapital“.

Hier geht's zum Programm und zur Anmeldung

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news-14831 Wed, 23 May 2018 16:17:12 +0200 Rechtspsychologie: Tagung zu Prognosegutachten im Strafrecht https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-tagung-zu-prognosegutachten-im-strafrecht/ Seit einem Jahr bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Der Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle diskutiert während einer Konferenz in Hildesheim mit Richterinnen und Richtern aus Niedersachsen sowie Experten aus dem Justiz- und Maßregelvollzug über Prognosegutachten im Strafrecht. Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim. Professor Dahle richtet Ende Mai eine Tagung an der Universität Hildesheim aus („Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“, Programm PDF).

Professor Dahle lädt zu der Tagung ein, da in jüngerer Zeit Gesetzesnovellen insbesondere einige der Voraussetzungen für die Unterbringung und Behandlung von Rechtsbrechern im psychiatrischen Maßregelvollzug und in der Sicherungsverwahrung reformiert haben. „Diese Gesetzesnovellen gehen mit veränderten, teilweise neuen Aufgabenstellungen für sachverständige Gutachter einher, die die Gerichte bei solchen Unterbringungs- und Fortsetzungsentscheidungen beraten sollen“, sagt Klaus-Peter Dahle. Bisher sei nicht geklärt, wie die Gerichte die reformierten Vorschriften interpretieren werden und welche Erwartungen sie dabei an ihre prognosesachverständigen Berater stellen.

Professor Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

Workshoptagung an der Universität Hildesheim
„Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“

Die Konferenz beginnt am Freitag, 25. Mai 2018, auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim um 10:00 Uhr. Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing wird die Teilnehmer begrüßen.

Die Fachvorträge zu den Themen „Neue Anforderungen an Prognosegutachten nach der Reform des Unterbringungsrechts gemäß § 63 StGB“, „Die nach § 119 a StVollzG erforderlichen Behandlungsmaßnahmen und deren gerichtliche Kontrolle“ und „Möglichkeiten und Grenzen prognostischer Einschätzungen im Strafrecht: Sachstand und aktuelle Entwicklungen“ halten Prof. Dr. Andreas Mosbacher (Richter am Bundesgerichtshof Leipzig, Strafsenat), Klaus Michael Böhm (Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe) und Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle (Professor für Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim). Die Tagung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung per Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten (papenmei@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-14791 Thu, 17 May 2018 10:51:41 +0200 „Förderung ist ein Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/foerderung-ist-ein-ansporn-fuer-gute-wissenschaftliche-praxis/ Die Universität unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 30. Mai 2018 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum dritten Mal. Die ersten Förderperioden fand im Wintersemester 2016/17 sowie 2017/18 statt, von der bisher 20 Personen profitieren konnten. Bis zum 30. Mai 2018 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 30. Mai oder der 30. November.

Jetzt einen Antrag einreichen!

Nachgefragt bei Timo Habedank (Sportwissenschaft) und Sabrina Volk (Sozial- und Organisationspädagogik)

Sabrina Volk und Timo Habedank werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und Lehre gefördert. Volk diskutiert in ihrer Dissertation Elternratgeber systematisch unter der Perspektive von Wissensordnungen, um so den Transfer von Wissen zwischen fachlich-öffentlichen und privaten Erziehungs- und Bildungsdiskursen zu untersuchen. Habedank befasst sich in seiner Forschung mit pädagogischen und psychologischen Konstrukten im Nachwuchsleistungssport. Der Sportwissenschaftler erhält die Förderung für die Entwicklung eines neuen universitären Lehr- und Lernkonzeptes, welches auf Grundlage einer Exkursion Theorie und Praxis miteinander verzahnt.

Interview mit Timo Habedank

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

In meiner Dissertation befasse ich mich mit Resilienz und Nachwuchsleistungssport. Außerdem habe ich das Lehr-Lern-Konzept „Exkursion Hüttentrekking“ entwickelt; mit Studierenden untersuche ich vor allem das psycho-physische Wohlbefinden nach und durch Bergwandern, insbesondere befasse ich mich mit dem Stressausgleich und der Stressbewältigung durch Bergwandern, aber auch mit der Aufzeichnung und Messung von Leistungsparametern wie beispielsweise Laktat in Abgleich mit dem Höhenprofil der erwanderten Strecken.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Die Fördermittel haben es mir ermöglicht, ein innovatives Lehr-Lern-Konzept fortzusetzen und dafür eine Reihe an Anschaffungen für die Weiterentwicklung der theoretisch-praktisch verzahnten Lehre zu tätigen. Ich habe zum Beispiel Fachbücher beschafft, die sich speziell mit Bergsport auseinandersetzen sowie eine Pulsuhr mit barometrischer Höhenaufzeichnung, die die Studierenden zusammen mit einem mobilen Laktatmessgerät nun für ihre Forschungsprojekte nutzen können.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Natürlich ist die Förderung eine Anerkennung, gerade für innovative und unkonventionelle Lehrkonzepte. Sie hilft auch dabei, das Konzept der Exkursion noch weiter zu schärfen, Anreize mittels neuer Gerätschaften für die Studierenden zu schaffen und so einen Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis zu bieten.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Auf jeden Fall! Es ist toll, dass das Geld dem Mittelbau des Fachbereichs 1 direkt zur Verfügung gestellt wird. Die Antragstellung ist unkompliziert und die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Interview mit Sandra Volk

Wie nutzen Sie die Förderung des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften?

Die Förderungsumme hat mir die zügige Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Elternratgeber der Weimarer Republik. Wissensordnungen über Familienerziehung zwischen zwei Weltkriegen“ ermöglicht.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Ja, gerade die Arbeit an einer Dissertation findet ja in der Regel im Verborgenen statt und die Veröffentlichung ist häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, weswegen ich mich über die Förderung sehr gefreut und diese durchaus als Anerkennung meiner Leistung verstanden habe.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Unbedingt! Es ist ein unkompliziertes Vorgehen ohne große bürokratische Hürden.

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

Aktuell bin ich in erster Linie mit der Organisation des berufsintegrierenden Dualen Masters „Soziale Dienste“ befasst, der am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zum Wintersemester 2018/2019 starten soll. Da es sich hier um den ersten universitären dualen Masterstudiengang in diesem Fach handelt, verbinden wir mit diesem einen hohen Anspruch im Bereich der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Sportwissenschaft Fachbereich 1 Personalportal
news-14766 Fri, 04 May 2018 14:01:55 +0200 Hilfestellung zur Organisationsentwicklung von Kitas https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/hilfestellung-zur-organisationsentwicklung-von-kitas/ Wie können Kitas mit dem Ausbau von Betreuungsplätzen und dem bundesweiten Personalnotstand umgehen? Wissenschaftlerinnen der Universitäten Hildesheim und Heidelberg veröffentlichen ein Handbuch für die Weiterentwicklung von frühpädagogischen Einrichtungen. Die Publikation ist im Universitätsverlag Hildesheim erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen aus Heidelberg haben die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Carola Iller und Cindy Mieth in den vergangenen zwei Jahren den Alltag in Kindergärten untersucht. In einem Handbuch bereiten sie die Forschungsergebnisse auf und dokumentieren, wie Veränderungsprozesse in der Kita angestoßen werden können.

Das jetzt erschienene Handbuch „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ soll Fachkräften und Leitungsteams erstmals konkrete Ansätze und neue Impulse zur eigenen Weiterentwicklung bündeln.

Im Unterschied zu Schule, Hochschule und Weiterbildung existieren im frühpädagogischen Bereich kaum Konzepte, die den Einrichtungen bei einer systematischen Weiterentwicklung ihrer Organisation helfen. „Bislang konzentrieren sich die bestehenden Angebote darauf, pädagogische Fachkräfte und das Leitungspersonal weiter zu qualifizieren und zu professionalisieren. Dabei wird übersehen, dass sämtliche Anstrengungen auch Auswirkungen auf die Organisation insgesamt haben“, sagt Cindy Mieth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. „Das Handbuch soll mit praxisnahen Beispielen Mut machen, bewährte Ideen selbst aufzugreifen.“

Fallstudien in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Für das Handbuch haben die Wissenschaftlerinnen an elf Einrichtungen Fallstudien durchgeführt. Die Einrichtungen wurden ausgewählt, weil sie mit guten Lösungen bekannt geworden sind und zugleich die Bandbreite der Kita-Praxis repräsentieren. Anhand vier zentraler Arbeitsfelder – „Partizipation und Elternbeteiligung“, „Leitung“, „Personal“ und „Wachstum“ – liefert das Handbuch Materialien und Fallbeispiele, die in Fortbildungen, Teamsitzungen oder anderen Entwicklungskontexten benutzt werden können.

Das Buch ist im Universitätsverlag Hildesheim [hier geht's zum Handbuch] erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Das Handbuch richtet sich an Personen, die Organisationsentwicklungsprozesse in Kitas anstoßen und begleiten sowie an alle in der Aus- und Weitbildung tätigen Fachkräfte.

Die Idee zum Handbuch hat Carola Iller, Professorin für Weiterbildung an der Universität in Hildesheim, entwickelt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Cindy Mieth hat in den vergangenen Monaten Interviews mit Kitaleitungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geführt und in sechs Kindergärten hospitiert. Außerdem wurden Interviews mit Trägerverantwortlichen in Berlin und Nordrhein-Westfalen und einer Fachberatin aus Niedersachsen durchgeführt. Weitere Einrichtungen wurden von der Uni Heidelberg befragt.

Kontakt zu den Wissenschaftlerinnen

Zum Projektteam des Handbuchs „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ gehören Prof. Dr. Carola Iller und Diplom-Pädagogin Cindy Mieth vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim sowie Prof. Dr. Monika Buhl, Tanya Freytag und Jill Baier vom Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Bei Fragen zur Forschung ist die Wissenschaftlerin Cindy Mieth erreichbar unter cindy.mieth@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1
news-14760 Thu, 03 May 2018 19:48:00 +0200 Forschungscluster untersucht internationale Wissenschaftskarrieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/forschungscluster-untersucht-internationale-wissenschaftskarrieren/ Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ mit internationaler Mobilität im Wissenschaftssystem. „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen“, sagt Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ analysiert den Bildungsraum „Hochschule“ und entwickelt empirisch angelegte Studien. Derzeit befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Erziehungswissenschaft sowie Sozial- und Organisationspädagogik mit internationalen Wissenschaftskarrieren. Im Frühjahr 2018 kamen im Rahmen der Tagung „Hildesheimer Dialoge“ Expertinnen und Experten in Hildesheim zusammen. Gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Dorothea Rüland, diskutierten sie über internationale Mobilität im Wissenschaftssystem.

Die promovierte Hildesheimer Wissenschaftlerin Marion Kamphans skizzierte anhand ihrer eigenen Biografie, was das „Forschen im Ausland“ bewirken kann. Mit einem Stipendium, dem Hildesheimer „Didrik-Pining-Fellowship“, konnte Kamphans mehrere Monate in den USA forschen. Zurück in Hildesheim sagt sie heute: „Man braucht eine gute Idee, um sich für das Fellowship zu bewerben. Ich habe sehr positive Erfahrungen gesammelt, das beginnt bei der Wohnungssuche im Ausland. Fremde Leute, die über das Uni-Netzwerk von meiner Suche erfahren haben, haben sich bei mir gemeldet und Wohnraum angeboten. Mit der Zeit entstand das Gefühl: Ich hab es geschafft, ich bin angekommen. Nach und nach wurden mir der fremde Ort, die fremde Universität mit ihrer ‚anderen‘ Struktur und Kultur und die fremde Sprache vertraut. Vor Ort an der University of Washington wurden meine Ideen buchstäblich vermehrt, forschen in einer anderen Universitätsstruktur kann die Arbeit beflügeln, da man das bisherige Vorgehen hinterfragt und neue Perspektiven einnimmt.“

In den USA führte Marion Kamphans Interviews mit internationalen Doktorandinnen und Doktoranden. Ein Ergebnis: Durch den Forschungsaufenthalt im Ausland gewannen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an Selbstvertrauen und bauen ihr wissenschaftliches Netzwerk aus.   

„Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt. Man wächst persönlich und baut Netzwerke aus“

Marion Kamphans hat ihren Forschungsaufenthalt bei Professorin Maresi Nerad, Direktorin des „Center for Innovation and Research in Graduate Education“ an der University of Washington in Seattle verbracht. Nerad war nun zum Gegenbesuch an der Universität Hildesheim. Während der Hildesheimer Tagung gab sie Einblicke in ihre Analysen zur Bedeutung von internationalen Forschungsaufenthalten für Doktorandinnen und Doktoranden und „Post-docs“, womit die Phase nach der Promotion bezeichnet wird.

Welche Möglichkeiten ergeben sich für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland – und wie stellen sich Universitäten auf internationale Gäste ein? Fellowships wie das Hildesheimer Didrik-Pining-Programm seien eine „wichtige Unterstützung“, die die Universitäten für den wissenschaftlichen Nachwuchs einrichten können, so Professorin Nerad. „Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt, sondern persönlich wächst, das Netzwerk ausbaut und das Land erlebt – das braucht Zeit, 6 Monate sollten es mindestens sein.“

Leider wagen vor allem nur jene den Schritt ins Ausland, die in der Familie bereits internationale Erfahrungen etwa durch Reisen gesammelt haben oder die aus einem Elternhaus kommen, in dem das Vorhaben unterstützt wird. „Mobilität befördert weitere Mobilität“, so Nerad. Deshalb sollten Universitäten gerade diejenigen Wissenschaflerinnen und Wissenschaftler unterstützen, die noch nicht diesen Schritt gewagt haben. Denn, wer einmal ins Ausland geht, dem fällt auch der nächste Schritt leichter. Zudem sollten „Universitäten  honorieren, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in verschiedenen Ländern forschen und lehren, etwa durch Preise. Internationle Stipendien sollten formal ausgeschrieben werden, damit jeder die Chance hat, sich zu bewerben. Internationale Studierende, die an der Hochschule lernen, können angefragt werden, ob sie ihren Kolleginnen und Kollegen, denen ein Auslandsaufenthalt bevorsteht, Ratschläge für den Aufenthalt in China oder Spanien geben können. Zudem sollten Hochschulen Raum schaffen, um sich über internationale Erfahrungen auszutauschen“, so die Empfehlungen der Professorin.

Internationale Mobilität während und nach der Promotion untersucht

Professorin Meike Baader und Svea Korff haben sich in ihrer Forschung auf die Promotions-Phase und die Postdoc-Phase im deutschen Wissenschaftssystem spezialisiert. Im Forschungsprojekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen“ haben sie die Lebenslagen von Doktorandinnen und Doktoranden untersucht. In einem weiteren Forschungsprojekt hat sich das Hildesheimer Forschungsteam mit dem Thema „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“ befasst. Die Ergebnisse geben Einblicke in die Beschäftigungssituation, die beruflichen Perspektiven und die Arbeitsbedingungen von Promovierten an Hochschulen – eine bislang wenig erforschte Thematik. Ein Ergebnis: Die Phase nach der Promotion (Postdoc-Phase) ist gegenwärtig unsicher und prekär, Frauen scheiden in den wesentlichen Übergangsphasen von einer Qualifikationsstufe zur nächsten häufiger aus als Männer, sagt die promovierte Sozialwissenschaftlerin Svea Korff.

Dabei analysierten die Forscherinnen auch die internationale Mobilität. „Verlaufen die Wege von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern international, über Ländergrenzen hinweg, so fehlt es häufig an Informationen über das spezifische Funktionieren in den jeweiligen Wissenschaftskulturen, der Beratungsbedarf ist da“, so Meike Baader.

Viele befragte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisieren: Die Bewältigung der internationalen Mobilität bleibt oft auf der subjektiven Ebene, jeder hilft sich selbst irgendwie weiter. Für viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beginnt das Problem, wenn sie versuchen Fuß zu fassen, sagt Svea Korff. „Sie hangeln von einer Universität zur nächsten und fangen immer wieder neu an.“

DAAD-Wissenschaftsmanagerin: „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen“

Über transnationale Bildung und die zukünftige Rolle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sprach Dorothea Rüland. Die promovierte Wissenschaftsmanagerin arbeitet seit 1991 beim DAAD, seit 2010 ist sie Generalsekretärin und damit verantwortlich für die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern.

Mobilität sei für das Individuum enorm bereichernd, so Rüland. Auslandsaufenthalte können dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Persönlichkeit weiterentwickeln, Kommunikationsfähigkeit üben und Fremdsprachenkenntnisse erweitern. 2014 waren weltweit etwa 4,5 Millionen Studentinnen und Studenten unterwegs und haben außerhalb ihres Herkunftslandes studiert. Warum die Internationalisierung an Universitäten weltweit so stark an Bedeutung gewonnen hat, beantwortet Rüland: „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen – wir brauchen internationale Netzwerke. Und wir müssen unseren akademischen Nachwuchs auf eine globale Welt vorbereiten, die in Wirtschaft, Kultur und Politik vernetzt ist.“ Die meisten Länder haben Internationalisierungsstrategien aufgelegt, etwa die Universitäten in China. Der Inselstaat Mauritius spezialisiert sich auf Informationstechnologie, Botswana entwickelt sich zum „Education-Hub“.

Hochschulen müssen sich entscheiden, so Rüland: Wer sind meine kongenialen Partner, mit welchen 5 bis 15 Partnern in der Welt arbeitet die Hochschule intensiv auf allen Ebenen zusammen? Entscheidend sei, dass die Partner auf Augenhöhe zusammenarbeiten und ihre Kontakte pflegen.

Kurz erklärt: Forschungscluster „Hochschule und Bildung“

Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ wurde 2009 von Prof. Dr. Meike Sophia Baader und Prof. Dr. Wolfgang Schröer als eigenständige, unabhängige Einheit zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim gegründet. Als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen unterstützen Dr. Svea Korff, ebenfalls Gründungsmitglied und seit 2015 Sprecherin des Forschungsclusters, und Dr. Marion Kamphans das Team.

Forschungscluster „Hochschule und Bildung“

Tipp: Didrik-Pining-Fellowship

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim, die neue Kontakte zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen und Hochschulen aufbauen oder bestehende Kontakte intensivieren möchten, können sich um das Reisestipendium „Didrik-Pining-Fellowship“ bewerben.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-14753 Thu, 03 May 2018 19:06:00 +0200 Evangelische Theologie: Studienreise nach Israel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/evangelische-theologie-studienreise-nach-israel/ Studentinnen und Studenten des Lehramtsfaches evangelische Theologie haben gemeinsam mit Hochschulpastorin Uta Giesel während einer „Springschool“ bedeutsame theologische und historische Orte in Israel besucht. Die vierwöchige „Springschool“ wurde von der Hildesheimer Hochschulpastorin Uta Giesel für das landeskirchliche Mentorat zur Begleitung von Lehramtsstudierenden im Fach Evangelische Religion konzipiert und von der Landeskirche Hannovers, den Sprengeln Osnabrück und Hildesheim-Göttingen, der Evangelischen Erwachsenenbildung Hannover-Hildesheim, Brot für die Welt und den Stiftungen Axel und Friede Springer gefördert.

Uta Giesel hat den Kontakt zu Professorinnen und Professoren und Lehrenden während eines Studiensemesters vor zwei Jahren in Jerusalem geknüpft, um zukünftigen Religionslehrerinnen und Religionslehrern den Besuch theologischer und historischer Stätten in Israel zu ermöglichen. Im Frühjahr 2018 gingen nun 25 Studierende der Universitäten Göttingen, Osnabrück, Hannover, Hildesheim und Lüneburg für vier Wochen gemeinsam auf Reisen und nahmen an deutsch- und englischsprachigen Vorträgen teil. „Die Studierenden fanden sich schnell zu einer Gruppe zusammen, zeigten Teamfähigkeit, Aufgeschlossenheit und soziale Kompetenz“, sagt Hochschulpastorin Uta Giesel.

Das Programm des vierwöchigen Studienaufenthaltes war eng gestrickt, schildert Giesel: „Vier Tage Geschichte Israels und Jerusalems und christliche Konfessionen wurden zunächst in Jerusalem selbst gelehrt, dann ging es nach Galiläa, um einiges über die israelische Gesellschaft zu lernen. Nächste Station war der See Genezareth, von wo aus biblische Spuren der Jesusüberlieferungen und des alten Nordreichs Israel aufgesucht wurden. Bis an die Grenze zum Libanon und zu Syrien führten die Wege und lösten auch einiges an Gesprächsbedarf aus. Durch das Jordanbecken ging es wieder gen Süden. Am Toten Meer wurde den Studierenden die Problematik der Wasserversorgung im Nahen Osten erläutert. Zurück in Jerusalem begann die mehrtägige Studieneinheit ‚Judentum‘; gleichzeitig wurde das jüdische Purimfest mit gefeiert. Es folgten neun Tage Leben und Lernen in Palästina mit den Studieneinheiten Gesellschaft und Politik, christliche kontextuelle Theologie und Islam. Drei Schulbesuche und dortige Gespräche gaben Einblick in die Bildungssituation. Die Studierenden setzten sich mit der politischen und Menschenrechtslage in den besetzten Gebieten auseinander.“

Das Institut für Evangelische Theologie der Universität Hildesheim erkennt die Studienleistungen im Rahmen der „Springschool“ der Landeskirche an, so der Theologe Professor Martin Schreiner. Die Studierenden wurden vom Institut finanziell bezuschusst.

„Exkursionen sind eine große Chance. Ich konnte in Israel die Orte erleben, über die ich bisher nur etwas gelesen habe. Ich habe in den zahlreichen Begegnungen unterschiedliche Perspektiven gehört und viel gelernt, historisch, religös und über die politische Lage“, sagt der Student Robert Rathke. Er hat Hochschulpastorin Uta Giesel bei der Organisation der Studienreise unterstützt. Rathke schließt aktuell sein Masterstudium mit den Fächern Wirtschaft und Geschichte an der Universität in Hildesheim ab und besucht parallel Seminare der evangelischen Theologie. Sein Ziel: Mit den pädagogischen Erfahrungen aus dem Lehramtsstudium möchte Robert Rathke den Schritt in die Theologie wagen und nach einem Vollzeitstudium der Theologie künftig als Pastor arbeiten. „Die Erfahrungen aus dem Lehramtsstudium an der Universität Hildesheim sind für meinen künftigen Berufsalltag als Pastor eine ideale Grundlage, denn ich werde täglich Menschen begegnen und habe in den schulpraktischen Studien gelernt, wie man mit Gruppen umgeht und den Einzelnen stärkt und auf Menschen zugeht. Die Praxiserfahrungen an Schulen, seit dem ersten Studienjahr, sind sehr bereichernd – Hildesheim hat eine der besten Lehramtsausbildungen landesweit“, meint der Student.

Die Organisatoren hoffen, dass aus dem einmaligen Projekt eine jährliche Studienreise entstehen kann und somit Lehramtsstudierende des Faches evangelische Theologie in ihrem Studium an die Orte der Geschehnisse der Bibel reisen können. Eine vergleichbare Studienreise exisitiert bisher nicht für Lehramtsstudierende. „Die Springschool hat auf alle Teilnehmenden nachhaltigen Eindruck gemacht. Ich hoffe, dass weitere angehende Religionslehrkräfte diese Erfahrung machen können“, so Giesel

Wer mehr über die „Springschool“ erfahren möchte, erreicht Hochschulpastorin Uta Giesel unter giesel@esg-khg-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Evangelische Theologie Fachbereich 1
news-14032 Mon, 30 Apr 2018 08:27:00 +0200 Jubiläum: 10 Jahre Lese- und Schreibzentrum an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/jubilaeum-10-jahre-lese-und-schreibzentrum-an-der-universitaet-hildesheim/ Ein Team um Professorin Irene Pieper unterstützt seit zehn Jahren Studierende aller Fachbereiche beim wissenschaftlichen Arbeiten. Das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim feiert sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet eine Jubiläumstagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens aus. Den hochschulöffentlichen Festvortrag hält der renommierte Linguist Professor Konrad Ehlich. Hier geht's zum Programm der Jubiläumstagung

In diesem Jahr feiert das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet am 4. Mai 2018 eine Tagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens in Lehre, Forschung und Beratung aus.

Den hochschulöffentlichen Festvortrag „Wissenschaftlich schreiben. Lernen durch Lesen“ hält der Linguist Professor Konrad Ehlich vom Institut für deutsche und niederländische Philologie der Freien Universität Berlin. Zum Auftakt findet am Donnerstag, 3. Mai 2018, um 18:30 Uhr eine Lesung mit der bekannten Autorin Daniela Danz im Rahmen des Literarischen Salons statt. Daniela Danz liest aus dem Roman „Lange Fluchten“, diese Veranstaltung ist öffentlich.

Die Tagung bietet Gelegenheiten zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des akademischen Lesens und Schreibens, auch angesichts der tiefgreifenden Wandlungsprozesse in der gegenwärtigen Studien- und Wissenschaftskultur – etwa durch die fortschreitende Internationalisierung und Digitalisierung des Studiums sowie die zunehmende Diversität der Studentinnen und Studenten. Was bedeutet etwa die zunehmende Mehrsprachigkeit an Universitäten für eine diversitätssensible Lese- und Schreibdidaktik? Wie verändern sich Lese- und Schreibprozesse im Zeitalter der Digitalisierung und wie kann man diesen Veränderungen begegnen?

Das akademische Lesen und Schreiben stehe im Zuge der Digitalisierung vor Herausforderungen, sagt Professorin Irene Pieper. „Alltägliche Lese- und Schreibpraktiken haben neue Formen angenommen und vor allem an Tempo gewonnen“, so die Literaturwissenschaftlerin vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. „Ändern sich dadurch zum Beispiel die Lesegewohnheiten gegenüber längeren Texten? Wie steht es um Toleranz gegenüber hoch verdichteten Texten, wenn wir uns durch Informationswelten bewegen, die aus der Kürze und dem Hyperlink heraus leben? Komplexe Texte schreibend zu verarbeiten, war schon immer herausfordernd. Was sich da gegenwärtig tut, übersehen wir noch gar nicht. Es scheint jedenfalls derzeit besonders wichtig, Schreib- und Lesegelegenheiten zu suchen und zu pflegen, die auch geeignet sind, einen langen Atem zu entwickeln und zu kultivieren“, sagt Irene Pieper.

Die Hildesheimer Psychologieprofessorin Renate Soellner spricht auf der Tagung über das wissenschaftliche Arbeiten in der Psychologie. Dr. Wiebke von Bernstorff und Dr. Kerstin Böhm vom Institut für deutsche Sprache und Literatur diskutieren über das Thema „Sprecht! Lest! Schreibt! Möglichkeiten des Lesens und Schreibens in der universitären Lehre“. Über die digitale Leseszene spricht der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf. Über das Problem, die Fremdsprache Theologie zu beherrschen, diskutiert Theologieprofessorin Christina Kalloch.

An der Tagung können Studierende und Lehrende aller Fachbereiche kostenfrei teilnehmen. Die Konferenz „Wissen schaffen. Lesen und Schreiben im Gespräch“ findet am 4. Mai 2018 am Bühler-Campus, dem Sprachencampus der Universität Hildesheim, statt (Lübecker Str. 1, 31141 Hildesheim).  Die Lesung mit Daniela Danz findet in der Leselounge der Universitätsbibliothek (Universitätsplatz 1) statt,

Veranstaltet wird die Konferenz von Prof. Dr. Irene Pieper, Dr. Ulrike Bohle, Denise Reimann, M.A. und dem Team des Lese- und Schreibzentrums der Universität Hildesheim.

Kurz erklärt

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren. Mit dem Literarischen Salon leistet das Lese- und Schreibzentrum gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur einen Beitrag zum literarischen Leben der Universität und der Stadt.

Anmeldung: Teilnahme an der Tagung

Für Angehörige der Universität Hildesheim ist die Tagung kostenfrei. Die Veranstalter bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 24. April 2018 (Anmeldeformular online). Bei Fragen zur Tagung ist Denise Reimann vom Institut für deutsche Sprache und Literatur erreichbar unter denise.reimann@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14702 Fri, 20 Apr 2018 11:12:03 +0200 Ausschreibung: Preis für herausragende studentische Initiativen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausschreibun-12/ Das Präsidium der Universität Hildesheim lobt einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Damit sollen Studentinnen und Studenten ausgezeichnet werden, die sich über das eigentliche Studium hinaus besonders engagieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Mai 2018 möglich. Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studierende, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder die Belange Dritter einsetzen. Um das außerordentliche Engagement dieser Studierenden zu würdigen, lobt das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll mit dem Preis ein weiterer Beitrag zur Verwirklichung des Leitbilds der Universität Hildesheim als Studierendenuniversität geleistet werden.

Studentische Initiativen, die an die Universität Hildesheim gebunden sind, können entweder durch Dritte vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Hier finden Sie die Details der Ausschreibung [PDF]

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news-14638 Wed, 11 Apr 2018 09:45:59 +0200 Kinder als Forscher https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/kinder-als-forscher/ Miriam Sitter und Florian Eßer forschen nicht über Kinder und Kindheit, sondern gemeinsam mit Kindern. Wie Kinder forschen, darüber sprechen die promovierte Soziologin Sitter und der promovierte Sozialpädagoge Eßer im Interview. Kinder zeigen, was für ihre Lebenswelt von Bedeutung ist. Studie „Kinder als Inklusionsakteure“

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. PD Dr. Florian Eßer, Dr. Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit sechs- bis zehnjährigen Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

Das Forschungsprojekt ist Teil eines Forschungsverbundes am „Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen“ der Universität Hildesheim. Das Land Niedersachsen fördert die Hildesheimer Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung und Entwicklung. Es gibt bisher kaum Untersuchungen darüber, wie Inklusion in der frühen Kindheit umgesetzt wird. Der Forschungsverbund erhält bis 2020 insgesamt 1,3 Millionen Euro vom Land Niedersachsen.

Interview mit Dr. Miriam Sitter und PD Dr. Florian Eßer

Dr. Miriam Sitter lehrt und forscht international zu kindlicher Trauer und zur partizipativen Forschung mit Kindern. Neben ihren Forschungstätigkeiten im „INKA“-Projektan leitet die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim seit Januar 2018 eine Vorstudie „Zur Sozialität des Kinderwissens über Tod und Trost“, die ebenfalls einen partizipativen Forschungsansatz einschließt.
PD Dr. Florian Eßer promovierte zum historischen Zusammenhang von Sozialpädagogik und früher Kinderforschung. In seiner Habilitation setzte er sich mit dem Verhältnis von Kindheit und Agency theoretisch und empirisch auseinander. Als Akademischer Rat a.Z. und Leiter der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe „Kinder- und Jugendhilfe“ lehrt und forscht er am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim zur Geschichte und Theorie der Sozialpädagogik ebenso wie zu Kindheitsforschung im Kontext von Kinder- und Jugendhilfe.

Manchmal neigen Erwachsene dazu, im Gespräch mit Kindern die Inhalte zu vereinfachen. Wenn Kinder forschen, sollte man sie ernst nehmen und ihnen auch Komplexität und Tiefe der Materie zutrauen – oder? Wie gelingt Ihnen das, wie ist hier Ihr Ansatz?

Miriam Sitter: Nun, unser Ansatz ist zunächst einmal ein partizipativer. Das heißt wir forschen in erster Linie nicht über Kinder und Kindheit, sondern wir forschen mit Kindern zusammen über Themen, die ihre Kindheit betreffen. In unserem Projekt „INKA“, das für „Kinder als INKlusionsAkteure“ steht, ist dies das Thema der Zugehörigkeit in Zeiten diskutierter Inklusion. Zusammen mit Kindern erforschen wir also, wo und wann sie Zugehörigkeit herstellen, sehen und wie sie diese mit anderen Kindern und Erwachsenen erfahren und empfinden. Und höchstwahrscheinlich empfinden sie auch Ausschlüsse. In der Tat sollte ein partizipatives Forschungsprojekt so ausgerichtet sein, dass es Kinder in ihrem Wissen und ihren individuellen Kompetenzen wertschätzt und ernstnimmt. Unser Ansatz ist von einer für uns wichtigen Annahme geprägt, und zwar: dass Kinder in ihrer eigenen Lebenswelt über ein spezifisches Erfahrungswissen verfügen, über das wir Erwachsene eben nicht verfügen.

Florian Eßer: Kinder werfen eine gänzlich andere Perspektive auf Themen, die wir als erwachsene Forscherinnen und Forscher möglicherweise ausblenden würden, weil wir sie einfach anders betrachten. Deshalb ist es für uns wichtig, das Alter der Kinder natürlich zu berücksichtigen – aber das würden wir ja bei der Forschung mit Erwachsenen auch machen, nur eben implizit. Es ist uns wichtig, dass „Alter“ kein Ausschlusskriterium für eine ernsthafte Forschung sein sollte. Ihr Alter macht die Kinder schließlich zu Expertinnen und Experten einer gewissen Lebensphase, von der wir sehr viel lernen und über die wir sehr viel erfahren können.

Können Sie ein Beispiel aus Ihrer bisherigen Projekttätigkeit nennen?

Florian Eßer: Ja, zum Beispiel machen wir gerade die Erfahrung, wie wichtig für Kinder die gleichberechtigte Teilnahme an Forschungstätigkeiten ist, die ihnen Freude bereiten. Wenn wir Kinder als Ko-Forschende gewinnen wollen, müssen wir an ihren Interessen ansetzen und diese ernst nehmen. Das erfordert Flexibilität: So stellte sich etwa im Forschungsprozess heraus, dass das Medium „Film“ und „Video“ eine hohe Attraktivität für die Kinder hat, weil sie ja auch im Alltag viel mit Fernsehen und besonders „YouTube“ konfrontiert sind.  Wir haben also Videodrehs als Erhebungs- und Analyseinstrument in unsere Forschung mit einbezogen – das war am Anfang definitiv nicht so geplant. Auch ist uns wichtig, eine Forschungsbeziehung auf Augenhöhe zu stiften. Hierzu gehört für uns, dass nicht nur wir wissen, wo sich die Kinder so aufhalten, sondern dass die Kinder umgekehrt auch unseren Alltag kennenlernen – wir haben sie also an die Universität eingeladen.

Miriam Sitter: Wir haben gerade die wertvolle Erfahrung gemacht, was Kinder unter Forschen verstehen. Für uns erwachsene Forschende war es nahezu selbstverständlich, dass Forschen im Kinder- und Jugendhaus bedeutet, sich die vielseitigen Tätigkeiten der Kinder und Erwachsenen vor Ort, also in diesem Kinder- und Jugendhaus anzuschauen. Die Kinder haben sich jedoch eigenständig für etwas Anderes entschieden. Sie haben insofern die Video-Kamera, die als Forschungskamera dient, genommen und sind nach draußen gegangen, um Passanten zu befragen. Wenn wir dies aus unserer Perspektive nicht zugelassen hätten, weil wir diese Entscheidung beispielsweise (normativ) als unwichtig für unsere Forschungsfrage oder als nicht passend bewertet hätten, hätten wir diese Form der Erfahrung und Erkenntnis nicht machen können. Forschen für Kinder bedeutet also für sie, großes Interesse daran zu haben, Personen zu befragen, die sie nicht kennen.

Besuch beim Präsidenten – die Kinder können sich nun durchaus vorstellen, einmal Präsident zu werden.

Kinderforscherinnen und Kinderforscher waren im Wintersemester zu Gast an der Universität Hildesheim: Was haben die Kinder und beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier an der Uni gemacht?

Miriam Sitter: Dieser Besuch war als „Auftaktveranstaltung“ konzipiert und genau dieser Besuch knüpft vom Konzept her nochmals an Ihre erste Frage an. Für Auftaktveranstaltungen unter kooperierenden erwachsenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist es üblich, einen Konferenzraum zu buchen, eine Begrüßungsrede zu halten, sich gegenseitig vorzustellen und über mehrere Stunden wissenschaftlich auszutauschen, um die konkreten Vorgehensweisen der zukünftigen Forschungskooperation im Detail zu planen. Nicht selten werden solche Veranstaltungen von einer Verköstigung begleitet. Partizipativ mit Kindern zu forschen heißt also für uns, sie trotz ihres jungen Alters in genau solche Formen der Veranstaltung einzubinden, die eben kooperatives Forschen kennzeichnen. Das kann nicht genau so ablaufen, wie es unter erwachsenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geschieht. Also bedarf es einer sehr guten Planung im Vorfeld und einer Anpassung an die Interessen der Kinder. Genau deshalb haben wir im Team und zusammen mit unseren studentischen Mitarbeiterinnen Christiane Drozd und Lisa Möller überlegt, wie ein erster Universitätsbesuch, in dem die Kinder unsere Aufgaben an der Universität kennenlernen, am besten arrangiert werden kann.

Florian Eßer: Für uns war klar, dass wir mit den Kindern nicht einfach nur in die Universitätsräume gehen können, ihnen diese zeigen und abschließend noch gemeinsam etwas essen. Ebenso war klar, dass es nicht ausreicht, nur einen Konferenzraum zu buchen, in dem wir uns zwei Stunden unterhalten. Stattdessen haben wir uns eine Art „Rallye“ als einen kindgerechten attraktiven Universitätsbesuch überlegt, in der unsere bekannte Universitätskatze „Fräulein Sinner“ einen zentralen Part hatte. Fräulein Sinner hat Briefe für die Kinder hinterlegt und ihre Pfoten-Spuren hinterlassen. Diesen Spuren sind wir alle gefolgt und die Kinder haben so verschiedene Bereiche des universitären Lebens auf wunderbare Weise kennengelernt. Beispielsweise besuchten wir alle ein Seminar zum Thema „Sind Kinder (keine) Künstler?“. Dort konnten die Kinder erfahren, wie ein Seminar gestaltet wird und was Studierende dort so machen. Zusammen mit den Professorinnen Dr. Meike Baader und Dr. Bettina Uhlig sowie den Studierenden wurden sogar Bilder betrachtet und gemeinsam interpretiert. Besonders interessant fanden die Kinder natürlich den Besuch bei unserem Präsidenten in seinem Büro. Der freundliche Empfang und die Unterhaltung mit Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich hat scheinbar einen nachhaltigen positiven Eindruck hinterlassen. Denn die Kinder können sich nun durchaus vorstellen, auch einmal Präsident zu werden.

Miriam Sitter: Und wir haben gemeinsam die Bibliothek besucht, um den Kindern zu zeigen, auf wie viele verschiedene Bücher man dort als Forscherin oder Forscher zugreifen kann. Und selbstverständlich haben wir uns zum Abschluss gemütlich in einem kleinen Konferenzraum zusammengesetzt, uns an einem bestellten Buffet gemeinsam gestärkt und unterhalten.

Kinder haben schnell eine andere Lösung parat

Ich vermute, Kinder forschen anders als Erwachsene – die das ja als Profis über Jahre gelernt haben. Was sind Unterschiede, was sind Gemeinsamkeiten? 

Miriam Sitter: Ja, natürlich. Sie forschen durchaus anders. Und genau dies macht die partizipative Forschung mit ihnen so fruchtbar und erkenntnisreich. Wobei wir uns immer fragen müssen – und das haben Sie ja durch Ihre Frage schon angedeutet – ob der Unterschied tatsächlich in der generationalen Differenz zwischen Kindern und Erwachsenen besteht oder vielleicht auch darin, dass wir Wissenschaft als Beruf betreiben und die Kinder eher als Laien. Unterschiede finden sich einerseits in ihren empirischen Zugängen. Sie haben noch keine Erfahrung darin, wie man ein qualitatives Interview führt. Ebenso wissen sie auch noch nicht, wie diese Interviews ausgewertet werden können. Andererseits finden sich Unterschiede in der Aufmerksamkeitsspanne. Uns Erwachsenen fällt es einfach leichter, eine halbe Stunde auf dem Stuhl zu sitzen und sich in einem Gespräch der Forschungsfrage zu widmen. Genau solche Aspekte müssen wir nicht nur im Hinblick auf den empirischen Forschungsprozess, sondern vor allem auch hinsichtlich ethischer Aspekte berücksichtigen. Also müssen wir Kinder als Co-Forscherinnen und Co-Forscher wertschätzen und ihnen je nach ihren Anliegen und Bedürfnissen stets respektvoll begegnen.

Florian Eßer: Und es ist ja auch gar nicht nötig, dass alle am Prozess Beteiligten alles gleich gut können: Daten analysieren ist unser Job als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und wir wollen dieses Know-how natürlich auch einbringen. Zugleich haben die Kinder eine Perspektive auf bestimmte Dinge, die wir einfach nicht mehr haben und die entscheidend ist für eine Forschung, die ja auch Kindern in sozialpädagogischen Einrichtungen wieder zugutekommen soll. Gemeinsam sind uns dann die gewissen Momente des Aushandelns, in denen wir alle merken, dass das, was wir uns gerade überlegt haben, irgendwie nicht so richtig funktioniert. Und natürlich stellen genau diese Aushandlungen auch Momente der Freude und des Lachens darüber bereit, warum das Ganze gerade nicht funktioniert hat. Kinder sind in solchen Dingen sehr kreativ und sie haben schnell eine andere Idee und Lösung parat. Wir teilen also mit den Kindern die Vorfreude darüber, dass wir beim nächsten Mal einfach was Neues ausprobieren.

Wie tragen Kinder dazu bei, zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen?

Florian Eßer: Sie tragen dazu bei, indem sie uns forschend zeigen, was für ihre Lebenswelt von Bedeutung ist. Forschen für Kinder bedeutet, sich nach draußen zu begeben, und Passanten zu befragen, die sie nicht kennen. Wir sind der Ansicht, dass gemeinsames Forschen mit Kindern zu neuen Erkenntnissen führen kann, die in einer alleinigen Forschung unter Erwachsenen höchstwahrscheinlich nicht in der Art und Weise sichtbar geworden wären.

Miriam Sitter: Mit Kindern zu forschen trägt also dazu bei, ihre Bedürfnisse zu erkunden und daher auch die Lebenssituation von Kindern zu verbessern. Wir sind deshalb der Ansicht – und auch mit Blick auf die Kinderrechtskonvention – dass Kinder nicht nur vermehrt angehört werden müssen, sondern, im Sinne einer partizipativen Forschung, ihnen vermehrt mehr Entscheidungsräume zugeteilt werden sollten.

Zum Schluss: Ihre Botschaft an die Erwachsenen.

Florian Eßer: Mit Blick auf die Forschung können wir also nur dazu raten, mehr Partizipation zu wagen – auch wenn es natürlich mitunter anstrengend ist. Weil wir herausgefordert sind, unsere lieb gewonnen Instrumente und routinierten Praktiken noch einmal darauf hin zu befragen, inwiefern sie geeignet sind, Kinder aktiv in den Forschungsprozess mit einzubinden. Aber letztlich handelt es sich hierbei um eine Frage, die jede Forschung betrifft und die sich durch die generationale Differenz zwischen Kindern und Erwachsenen lediglich noch einmal in besonderer Weise zuspitzt: Welche Beziehung wollen wir zu denen pflegen, die von unserer Forschung betroffen sind und denen sie zugutekommen soll?

Miriam Sitter: Und hier geht der Trend – glücklicher Weise – langsam weg von der alleinigen Expertokratie der Forschung und hin zu Ansätzen, die Forschung als einen gemeinsamen Prozess begreifen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-14649 Thu, 05 Apr 2018 08:38:29 +0200 Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/oeffentliche-ringvorlesung-digitaler-wandel-und-sicherheit/ Im Sommersemester befassen sich Fachleute an der Uni Hildesheim mit Aspekten der Sicherheit im digitalen Wandel. Von April bis Juli 2018 lädt die Universität zur öffentlichen Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ ein. Einmal wöchentlich geben Expertinnen und Experten Einblicke in aktuelle Entwicklungen in den Bereichen IT-Sicherheit, IT-Grundschutz, IT-Recht, IT-Datenschutz, IT-Compliance und IT-Forensik. Die Universität Hildesheim veranstaltet im Sommersemester 2018 eine öffentliche Ringvorlesung zur Sichterheit im digitalen Wandel. Die Universität hat Experten unter anderem aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, ihre jeweilige Sicht auf das Thema vorzustellen.

Die Referentinnen und Referenten befassen sich unter anderem mit technischen Lösungen zur Gewährleistung von Sicherheit, mit Handlungsvorschriften und Beeinflussungen auf die technischen Instrumente in Organisationen sowie mit rechtlichen Vorschriften und dem notwendigen gesellschaftlichen Bewusstsein für Sicherheitsfragen im digitalen Wandel. Dabei setzen sich die Vorträge mit der Rolle von Unternehmen, Konsumenten, Arbeitnehmern und Verwaltungen auseinander. Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sind zur kostenfreien Vorlesungsreihe eingeladen.

Den Eröffnungsvortrag „Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen“ hält am 12. April 2018 der Hildesheimer Politikwissenschaftler Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Internet und Politik. Über aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen im digitalen Wandel spricht am 19. April 2018 Uwe Claaßen vom Niedersächsischen Verfassungsschutz. Claaßen ist „Gründer“ des Wirtschaftsschutzes im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, also von Anfang an dabei, und Leiter der Abteilung.

Am 26. April 2018 spricht der Datenschutzexperte Norbert Bornemann über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Am 3. Mai 2018 referiert der IT-Forensiker Nico Müller über Möglichkeiten und Grenzen der IT-Forensik. Am 17. Mai 2018 spricht Stephan Brandes über den „Digitalen Wandel in der Praxis – erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen“.

Axel Janhoff referiert am 24. Mai 2018 über das Thema „Sichere Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU“ und geht auf die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt (eIDAS) ein. Die Rechtsanwältin Eva-Christine Backhaus diskutiert am 31. Mai 2018 über das Thema „Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?“. Lukas Grundwald befasst sich mit IT-Sicherheit und spricht am 7. Juni 2018 über Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen und wie man sich davor schützen kann. Frank Wuttke, Geschäftsführer der Compra GmbH, erläutert am 14. Juni 2018, was bei Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung zu beachten ist. Mit Informationssicherheit und Schutz für Unternehmen befasst sich Kai Viehmeier am 21. Juni 2018 in seinem Vortrag „IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs“. Jens Heidland befasst sich am 28. Juni 2018 mit dem Thema „Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit“. Am 5. Juli 2018 diskutieren Laura Weidner, Matthäus Niedworok und Vladislav Jartsev über „Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft“. Die Vorlesungsreihe endet am 12. Juli 2018 mit einem Vortrag von Frank Knischewski Leiter des Arbeitskreises Cybersecurity bei Hannover IT e.V. über „Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel“.

Die Vorlesungsreihe findet jeweils am Donnerstag von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr im Hörsaal 2 der Universität Hildesheim (Hauptcampus Universitätsplatz 1) statt. Die Veranstalter hoffen während der gesamten Reihe auf einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und interessierten Bürgern.

Die Ringvorlesung wird durch die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. gefördert. Veranstalter der Ringvorlesung sind Axel Janhoff und Professor Ralf Knackstedt vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim.

Programm der Ringvorlesung [PDF]

Programm im Überblick: Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“

Vorlesungsreihe an der Uni Hildesheim von 12. April 2018 bis 12. Juli 2018

Donnerstag, 12. April 2018
Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen
Wolf J. Schünemann, Universität Hildesheim

Donnerstag, 19. April 2018
Digitaler Wandel – Aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen
Uwe Claaßen, Niedersächsischer Verfassungsschutz
[Hinweis: Jörg Peine-Paulsen sollte den Vortrag halten, ist aber leider kurzfristig verhindert]

Donnerstag, 26. April 2018
EU-DSGVO – Fakten und Handlungsfelder
Norbert Bornemann, Contor Management GmbH

Donnerstag, 03. Mai 2018
IT-Forensik – Möglichkeiten und Grenzen
Nico Müller, Digifors GmbH

Donnerstag, 17. Mai 2018
Digitaler Wandel in der Praxis – Erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen
Stephan Brandes, CKC Group

Donnerstag, 24. Mai 2018 [KEIN VORTRAG / DER VORTRAG ENTFÄLLT AUFGRUND DER EXKURSIONSWOCHE]
eIDAS – Sicher Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU
Axel Janhoff, DAkkS Fachexperte

Donnerstag, 31. Mai 2018
Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?
Eva-Christine Backhaus, Rechtsanwältin LEX-it

Donnerstag, 07. Juni 2018
Wolkenbruch 2.0: Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen – Wie kann man sich schützen?
Lukas Grundwald, DN Systems Enterprise Internet Solutions GmbH

Donnerstag, 14. Juni 2018
Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung – Was ist zu beachten?
Frank Wuttke, Compra GmbH

Donnerstag, 21. Juni 2018
IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs
Kai Viehmeier, Kai Viehmeier CONSULTING GmbH

Donnerstag, 28. Juni 2018
Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit
Jens Heidland, Contechnet Ltd.

Donnerstag, 05. Juli 2018
Damoklesschwert des Digitalen Wandels – Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft
Laura Weidner, Matthäus Niedworok, Vladislav Jartsev, KPMG AG

Donnerstag, 12. Juli 2018
Digitaler Wandel – Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel
Frank Knischewski, Hannover IT e.V.

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news-14641 Tue, 03 Apr 2018 15:00:00 +0200 Deutscher Hochschulfundraisingpreis geht an die Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/deutscher-hochschulfundraisingpreis-geht-an-die-universitaet-hildesheim/ Der Deutsche Hochschulverband zeichnet die Universität Hildesheim für ihre professionelle Fundraisingstrategie und Stiftungskultur aus. Bis heute konnte die Stiftungsuniversität 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Zahl der Deutschlandstipendien von 23 auf 91 erhöhen. Die Universität dankt allen Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können. Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018, den der Deutsche Hochschulverband zum dritten Mal ausgelobt hat. Im Rahmen eines Symposiums in Berlin wurde die Auszeichnung vor 150 Hochschulleitungen sowie Fundraiserinnen und Fundraisern aus Deutschland, Schweiz und Österreich überreicht.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis wird die konsequente Pflege und Erweiterung des Kreises der Förderinnen und Förderer aus Wirtschaft und Gesellschaft honoriert. Durch exzellente Netzwerkarbeit konnte die Stiftungsuniversität Hildesheim bis heute 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Anzahl der Deutschlandstipendien hat sich von 23 auf 91 erhöht, so die Begründung für die Preisvergabe.

Die Spenderpflege der Universität Hildesheim setze Maßstäbe, weil sie eindrücklich vor Augen führe, wie mit Hilfe einer professionellen Fundraisingstrategie systematisch zum Spenden angeregt werden  könne, sagte Jury-Mitglied Professor Guido Benzler in seiner Laudatio. In hervorragender Weise baue die Universität Hildesheim dank einer gelebten Dankes- und Anerkennungskultur enge persönliche Kontakte zu ihren Förderinnen und Förderern auf. Auf der Basis breit gefächerter Begegnungsformate gelinge es der Universität immer wieder, den Kreis der Spenderinnen und Spender zu einer Stiftergemeinschaft zu formen, aus der heraus größere und namhafte Spenden erfolgten.

Der Deutsche Hochschulfundraisingpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld soll zweckgebunden für das Hochschulfundraising oder ein laufendes Fundraisingprojekt verwendet werden. Der Preis wurde am heutigen Dienstag dem Präsidenten der Universität Hildesheim, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, in Anwesenheit von Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner, Fundraiser Markus Langer und Mediengestalter Jan Baumhöfener überreicht.

Stiftungsprofessur für den Bereich „Data Science“

Durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren konnten in den vergangenen Jahren die Forschung und Lehre in Fachgebieten wie Wirtschaftsinformatik, Software Engineering, Neurodidaktik, Klinische Psychologie sowie Sport, Gesundheit und Leistung ausgebaut werden.

„Fundraising gehörte von Anfang an zum besonderen Aufgabenprofil der öffentlich-rechtlichen Stiftungsuniversität Hildesheim. Die Einrichtung eines eigenen Ressorts ‚Stiftungsentwicklung‘ im Präsidium stärkte den Bereich nachhaltig. Die heutige Einwerbung einer 13. Stiftungsprofessur für den Bereich ‚Data Science‘, gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe, bestätigt unseren Kurs“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für ihre Universität

„Dieser Preis würdigt insbesondere das Engagement der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger für ihre Universität. Verbunden mit unserer großen Dankbarkeit ist daher auch unsere Hoffnung, dass viele Hildesheimerinnen und Hildesheimer diesen Weg weiter mit uns gehen. Wir sind für Interessierte jedenfalls jederzeit da“, so Prof. Dr. Martin Schreiner und Markus Langer.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis sollen „Best Practice“-Beispiele prämiert werden, die sich durch herausragende Kreativität bei der Entwicklung von Fundraising-Kampagnen auszeichnen. Über die Vergabe entschied eine fünfköpfige Jury. Ihr gehörten Professor Dr. Guido Benzler (Geschäftsführender Gesellschafter rheform – EntwicklungsManagement GmbH), Brigitte Göbbels-Dreyling (stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz), Matthias Daberstiel (Chefredakteur der Zeitschrift „Der Fundraiser“), Professor Dr. Bernd Helmig (Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes) und Cornelia Kliment (Geschäftsführerin der Deutschen Universitätsstiftung) an.

Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit mehr als 30.700 Mitgliedern.

Bildung stiften: Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter unterstützen Hildesheimer Studentinnen und Studenten auf ihren Bildungswegen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt eine Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Professor Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Die Universität Hildesheim wurde 2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Stifterverband für ihre erfolgreiche Stipendienkultur ausgezeichnet.

Wer Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder an den Vizepräsidenten, Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de), wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab 1. Juni 2018 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2018.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft Psychologie Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Fachbereich 4
news-11789 Wed, 28 Mar 2018 09:00:00 +0200 Nachruf – Gedenken an Ehrensenator Uwe Schiedeck https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/nachruf-gedenken-an-ehrensenator-uwe-schiedeck/ Uwe Schiedeck hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Sport und Bewegung im Lebensgang an der Universität in Hildesheim erforscht und gelehrt werden kann. Uwe Schiedeck ist im März 2018 verstorben. Die Stiftung Universität Hildesheim trauert um ihren Ehrensenator und langjährigen Bildungsstifter. Uwe Schiedeck hat sich herausragende Verdienste um die Förderung der Wissenschaft erworben. Die Schiedeck-Stiftungsprofessur für Sportwissenschaft, deren Einrichtung wir ihm verdanken und an deren Entwicklung er regen Anteil genommen hat, wird Lehrende und Studierende immer an ihn erinnern. Wir trauern mit seiner Familie.

Uwe Schiedeck unterstützte seit 2014 Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim mit einem Deutschlandstipendium. Am Institut für Sportwissenschaft hat Uwe Schiedeck durch die Förderung einer Stiftungsprofessur dazu beigetragen, dass das Masterstudium im Bereich Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“ eingerichtet werden konnte. Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers hat die Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport seitdem inne. So konnten Projekte ausgebaut werden, in denen Kinder und deren Familien nach einer Krebserkrankung unterstützt werden.

Für das Institut für Sportwissenschaft erklären Prof. Dr. Peter Frei und
Prof. Dr. Nico Kurpiers:

„Uwe Schiedeck hat durch seine großartige Unterstützung des Sportinstituts wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Sport und Bewegung im Lebensgang an der Universität Hildesheim nachhaltig erforscht und gelehrt werden kann. Wir werden uns seiner stets dankbar erinnern und trauern jetzt mit seiner Familie.“

 

Traueranzeige, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 28.03.2018

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Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 1
news-14603 Thu, 22 Mar 2018 15:31:00 +0100 Frieden wahren: Friedenspreis der Stadt für Jugendprojekt „FuNah“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/frieden-wahren-friedenspreis-der-stadt-fuer-jugendprojekt-funah/ Das studentische Team des Projekts „FuNah“ wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis der Stadt Hildesheim ausgezeichnet. Seit 2014 begleiten Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim Kinder und Jugendlichen auf ihren Bildungswegen, erst im Klassenzimmer, dann geht es auf den Sportplatz. Dabei entdecken die Kinder, dass sie manche Ziele nur als Mannschaft erreichen können und ein Team auf gegenseitigem Respekt aufbaut. Am 22. März 1945 wurde Hildesheim Opfer verheerender Luftangriffe, die weite Teile der Stadt in Schutt und Asche legten. Über 1.000 Bürgerinnen und Bürger verloren an diesem Tag ihr Leben. Am 73. Jahrestag gedenkt die Stadt dieser folgenschweren Zerstörung der Stadt.

Im Wissen um die Geschichte, aber auch als Zeichen gegen aktuelle friedensfeindliche Gesinnungen widmet sich der „Hildesheimer Friedenstag“ neben der Erinnerung auch der Wahrung des Friedens in Gegenwart und Zukunft. Im Rahmen der Erinnerungsfeier wurde in dieser Woche der Friedenspreis an eine Einrichtung vergeben, die sich für ein tolerantes und respektvolles Zusammenleben einsetzt. 2018 wird das Kinder- und Jugendprojekt „FuNah“ ausgezeichnet.

„Frieden ist nicht nur die große Politik, Frieden fängt doch schon bei Dritt- und Viertklässlern an. Frieden heißt, gut miteinander umzugehen. Das ist der erste Schritt. Danke und Bitte sagen. Anderen wertschätzend zu begegnen. Zu loben“, sagt Omar Fahmy, Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim und Mitgründer von „FuNah“.

Frieden heißt, gut miteinander umzugehen

Das Bildungsprojekt „FuNah“ entstand 2014 aus einer studentischen Initiative heraus. In einer Realschule in Peine und in Grundschulen und einer Gesamtschule in Hildesheim kommen Studentinnen und Studenten einmal in der Woche mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Zunächst lernen sie im Klassenzimmer, dann geht es raus auf den Sportplatz. Die Mädchen und Jungen erkennen ihre Stärken und Schwächen, arbeiten in einer Mannschaft gemeinsam auf ein Ziel hin, entdecken den Wert von Bildung und setzen sich für Respekt untereinander ein, darauf weist die Sportwissenschaftlerin Professorin Vera Volkmann hin, die das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Die Studentinnen und Studenten sind für viele der Kinder und Jugendlichen Vorbilder. „Mittlerweile sind nicht nur Studierende aus dem Sportinstitut dabei, vielmehr hat sich eine Verknüpfung verschiedener Fachbereiche und Studiengänge – von Psychologie über Umweltsicherung bis Lehramt – entwickelt. Diese vielfältigen Ressourcen sind wichtig und geben uns bei der stärkenorientierten Herangehensweise verschiedene Möglichkeiten des Zugangs zu den Kindern“, sagt Omar Fahmy. Die Zahl der Coaches steigt an, mehrfach konnten erfolgreich Praktika für Schülerinnen und Schüler und im vergangenen Jahr bereits der erste Ausbildungsplatz vermittelt werden.

Die Coaches rund um Omar Fahmy, die an diesem Erfolg den größten Anteil haben und mit dem Friedenspreis ausgezeichnet werden, sind:

Morten Görlitz, Dominik Feer, Hawa Abdul, Nina Köhler, Lia Röttger, Saskia Schmidt, Sameh Keller, Madita Zahn, Ayla Schaub, Berlin Polat, Bessin Osso, Matteo Isermann, Fidan Tuldari, Chiara Garbari (Erasmus), Felix Ehlers, Franziska Schlenker, Hagen Stelzer, Moana Lenger, Nina Bartel, Siyar Daoud, Georg Bauer, Sarah Hammer, Richard Leithäuser, Laura Simon, Foaz Alo, Leona Lüntzel, Kerim Trabelsi, Roberta Rippa (Erasmus), Atilla Ceylan, Aysun Erkan, Claudia Rybicki.

Um stark auf die Kinder und Eltern einzugehen sucht das „FuNah“-Projekt Studentinnen und Studenten, die als Coaches an weiteren Schulen ein qualitativ wirksames Angebot schaffen. „Die größte Motivation für mich liegt darin, die Entwicklung der Kinder in ihrer Persönlichkeit zu beobachten und zu begleiten. Durch den geringen Betreuungsschlüssel (1:3) gelingt es uns ein positives Selbstkonzept bei den Kindern herzustellen, welches oftmals von Lehrkräften und Eltern zurückgemeldet wird“, sagt Fahmy.

„Entwicklung der Kinder in ihrer Persönlichkeit begleiten“

Die Studentinnen und Studenten seien „die tragenden Kräfte von FuNah“ und bringen „enorme und in großen Teilen ehrenamtliches Engagement  auf“, so Professorin Vera Volkmann in ihrer Laudatio. „Aus dem kleinen studentischen Nachhilfeprojekt 2014 ist durch das enorme Engagement von Omar Fahmy, Dominik Feer und vielen anderen eine fest etablierte und sehr facettenreiche Initiative in Hildesheim geworden, die bald an der vierten Schule hier in Hildesheim angeboten wird. Regelmäßig gibt es ein Interkulturelles Fußballturnier, ein Sommercamp, Besuche der Stadtbibliothek, Schwimmkurse und Angebote im kreativen Bereiche, die allesamt von unseren Studierenden getragen werden. Die Studierenden wollen größtenteils Lehrer werden. Sie lernen bei FuNah  frühzeitig die Perspektive der Schülerinnen und Schüler kennen, denen es unser Bildungssystem nicht immer leicht macht, ihre Potenziale auszuschöpfen. Sie lernen, diese Schülerinnen und Schüler besser zu verstehen, um ihnen später Wege ebnen zu können und nicht – wie es heute leider noch oftmals ist – Wege zu versperren. Dafür geben sie viel Zeit und Herzblut, was ihnen die Kinder durch tolle Fortschritte danken. Nur auf diese Weise kann unsere Gesellschaft langfristig zu einer bildungsgerechten Gesellschaft werden. FuNah leistet dazu in Hildesheim einen wirklich großartigen Beitrag.“

Aktuell wird „FuNah“ noch durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Dieser Zeitraum ist aber begrenzt und aktuell ist noch unklar, wie das Projekt weiter finanziert werden kann. Das Team sucht daher Unterstützung, um „FuNah“ als festen Baustein im Fundament der Bildungsintegration in Hildesheim etablieren zu können.

Wissenschaftliche Begleitforschung zeigt: Kinder erfahren Anerkennung

Die Ergebnisse der Begleitforschung zeigen, was das Besondere an „FuNah“ ist. In wissenschaftlichen Interviews begründen die Kinder, warum sie sogar freiwillig in den Ferien zu „FuNah“ und somit zum Lernen in die Schule kommen: „Wir bekommen da Anerkennung, so wie wir sind. Wir können denen vertrauen und sie zeigen uns auch, wie man sich richtig verhält und wie man richtig lernt; also wenn einer andere ausgrenzt oder lacht, weil man das Tor nicht getroffen oder etwas beim Lernen immer noch nicht verstanden hat, dann sagen sie, das geht so nicht. Und der nicht getroffen hat, dem wird gesagt, beim nächsten Mal schaffst Du das! Du kannst das! Es tut unheimlich gut, dass da welche sind, die an uns glauben!“

Die Hildesheimer Friedensrede hielt am Abend die Schriftstellerin Shida Bazyar, die an der Universität in Hildesheim Kreatives Schreiben studiert hat. Ihre Rede zeigte Wege zu einer gerechteren und toleranteren Welt auf. Mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ und mit zahlreichen anderen Publikationen tritt Bazyar für eine offene und tolerante Gesellschaft ein. Shida Bazyar sagte in ihrer Friedensrede: „Denn was wir nicht dürfen, was wir niemals, niemals dürfen, ist, unsere Meinung nach dem zu bilden, was den Rechten vermeintlich in die Hände spielen würde. Damit, und genau damit nämlich spielen wir den Rechten in die Hände. Wir lassen keine Geflüchteten mehr zuziehen, damit die Rechten nicht stärker werden? Damit haben wir den Rechten im gleichen Moment die Macht über das, was passiert, gegeben."

Mit dem „Hildesheimer Friedenstag“ möchte die Stadt Hildesheim an die Erinnerung an die Zerstörung der Stadt den Aufruf zu einem friedlicheren Zusammenleben knüpfen. Der Friedenspreisträger wurde ebenso wie die Friedensrednerin von Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche, der Stiftung Universität Hildesheim und der Stadt ausgewählt: von Superintendent Mirko Peisert, Dechant Wolfgang Voges, Uni-Vizepräsident Professor Martin Schreiner und Oberbürgermeister Ingo Meyer.

Hildesheimer Friedenspreis: Warum wird das Projekt „FuNah“ ausgezeichnet?

Der studentischen Initiative um Omar Fahmy gelingt es, Kinder und Jugendliche mit Migrationserfahrung auf intelligente und spielerische Weise zu unterstützen. Im gemeinsamen Spiel werden wichtige Werte wie Vertrauen und Respekt gefördert. Damit leistet „FuNah“ einen wichtigen Beitrag zur Integration und kombiniert sehr erfolgreich Fußball und Coaching, so die Begründung der Jury.

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Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 1 Studierendenportal Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Flüchtlinge Lehrerbildung
news-14548 Mon, 12 Mar 2018 11:29:39 +0100 Uni-Hochschulambulanz sucht ab sofort Familien: Kinder mit Lernstörungen stark machen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uni-hochschulambulanz-sucht-ab-sofort-familien-kinder-mit-lernstoerungen-stark-machen/ Wissenschaftlerinnen der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ haben ein neues Programm zur emotionalen Stärkung von Kindern mit Lernstörungen entwickelt. Für die Gruppenintervention, die im April 2018 starten soll, sucht die Universität Hildesheim ab sofort noch betroffene Kinder. Die häufigsten Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sind Lernstörungen. Hierunter versteht man die Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie), die Rechenstörung (Dyskalkulie) oder eine Kombination aus beiden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lernstörungen für die Kinder im Alltag eine Reihe von Problemen mit sich bringen. Sie müssen deutlich mehr für die Schule üben, haben häufig Selbstwertprobleme, werden von Mitschülerinnen und Mitschülern manchmal gehänselt und können oft nicht verstehen, warum ihnen lesen, schreiben oder rechnen überhaupt so schwer fällt. Viele halten sich sogar für dumm.

Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM)“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ab April 2018 ein neues Programm für Kinder mit Lernstörungen an. Das Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe“ haben Studierende der Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Conny Griepenburg ausgearbeitet. Unter dem Motto „Kinder mit Lernstörungen stark machen!“ begleitet Lino, eine Löwenfigur, die selbst von einer Lernstörung betroffen ist, die Kinder über fünf Wochen (einmal wöchentlich, 90 Minuten). Die teilnehmenden Kinder sollen verstehen, woher ihre schulischen Schwierigkeiten kommen. Sie werden ihre Stärken entdecken und Ideen zum Umgang mit schwierigen Situationen erhalten (geärgert werden, traurig sein, gestresst sein). Das Programm findet in Kleingruppen mit maximal 8 Kindern am Nachmittag statt. Begleitend wird es einen Elternabend geben.

„Kinder mit Lernstörungen benötigen nicht nur Hilfe für ihre primären Probleme im Lesen, Schreiben oder Rechnen, sondern auch viel Unterstützung dabei, mit den Schwierigkeiten leben zu lernen, ohne dass die Lernfreude verloren geht und ohne dass sie sich als Versager fühlen“, sagt Claudia Mähler, die seit 2008 als Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim forscht und lehrt. In der Forschung befasst sich die Wissenschaftlerin unter anderem mit kognitiven Bedingungen bei Kindern mit Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung, mit der Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern und mit der Entwicklungsdiagnostik in der frühen Kindheit. „Mit unserem Programm Lino Löwe wollen wir versuchen, ob es gelingt, durch Aufklärung über die Störung und v.a. durch Stärkung des Selbstwerts die Kinder zu stützen. Mit einer begleitenden Evaluation untersuchen wir die Wirksamkeit des neuen Programms“, so Mähler. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Conny Griepenburg promoviert zu diesem Thema und hat das Programm mit Studentinnen und Studenten erarbeitet.

Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe": Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. bis 4. Schuljahr mit einer bereits von einer Fachstelle festgestellten Lernstörung sind herzlich dazu eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Programm interessiert sind (Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM), Tel. 05121 883 11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr, oder per E-Mail an kim@uni-hildesheim.de).

Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“

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Pressemeldungen KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie Fachbereich 1
news-14513 Fri, 09 Mar 2018 15:02:20 +0100 Kita-Alltag: Sprachfördernde Situationen schaffen und nutzen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/kita-alltag-sprachfoerdernde-situationen-schaffen-und-nutzen/ Die Universität und der Landkreis Hildesheim kooperieren seit 2011 und unterstützen 160 frühpädagogische Einrichtungen in Stadt und Landkreis Hildesheim bei der Sprachbildung im Alltag. Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung sind elementar wichtige pädagogische Aufgaben in Kitas und Krippen, um allen Kindern eine faire Bildungschance zu ermöglichen, sagt die Psychologin Dr. Ann-Katrin Bockmann von der Universität Hildesheim. Der Landkreis und die Universität Hildesheim unterstützen im Kooperationsprojekt „Kea – Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“ die Fachkräfte der etwa 160 frühpädagogischen Einrichtungen in Stadt und Landkreis Hildesheim seit mehreren Jahren bei dieser wertvollen Aufgabe.

Neben Studientagen, Fortbildungen, Coaching und Vor-Ort-Beratungen finden regelmäßig zwei Mal jährlich Fachtage zu relevanten Themen statt. Am Dienstag, 13. März 2018, lädt das Kea-Team von 14:00 bis 17:30 Uhr alle pädagogischen Fachkräfte zu einem praxisnahen Fachtag „Es rappelt in der Sprachkiste“ auf den Bühler-Campus der Universität Hildesheim ein. Nach einem Impulsvortrag von Beate Hamilton Kohn aus dem Dialogwerk in Braunschweig erhalten Erzieherinnen und Erzieher in fünf Themenworkshops Anregungen zu rhythmisch-musischer Sprachbildung, Handpuppenspiel sowie Gesprächsführung mit Eltern und Kindern. Es gibt noch wenige freie Plätze, bitte kontaktieren Sie bei Interesse Dr. Ann-Katrin Bockmann (E-Mail kea@uni-hildesheim.de oder bockmann@uni-hildesheim.de).

Die Universität und das Jugendamt erreichen mit dem Sprachförderprojekt rund 90 % der Krippen und Kitas im Landkreis Hildesheim. Ziel ist, mit vielen kleinen und großen Sprechanlässen im Alltag die Sprachbildung in der Kindheit zu fördern, etwa durch Rituale bei denen das Miteinander-Sprechen, Aufeinander-Hören und in Worte-Fassen den Tag durchziehen. Zunächst wurden seit 2011 Kindertagesstätten im Landkreis mit dem Projekt erreicht. Seit dem Kindergartenjahr 2013/2014 ist das Jugendamt des Landkreises auch für die Umsetzung der Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache in Kindertagesstätten im Stadtgebiet Hildesheim zuständig.

Universität und Jugendamt erreichen mit dem Sprachförderprojekt rund 90 % der Kitas im Landkreis Hildesheim

„Wir bilden Erzieherinnen und Erzieher strukturiert und flächendeckend fort und setzen bei dem an, was sich in Praxis und Forschung bewährt hat“, sagt die promovierte Psychologin Ann-Katrin Bockmann. Sie begleitet die Umsetzung wissenschaftlich. Durch Weiterbildung sollen pädagogische Fachkräfte sowie Kita-Leitungen sprachfördernde Situationen und Sprachauffälligkeiten erkennen und Sprache bewusst im Alltag einsetzen. Der Anteil mehrsprachiger Kinder und der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund oder Fluchthintergrund variiert stark zwischen den Einrichtungen sowie städtischem und ländlichen Einzugsgebiet, so Bockmann. Für diese Herausforderung wurden spezielle Fortbildungen entwickelt, die für den Umgang mit Kindern, die Deutsch als zweite Sprache erlernen, vorbereiten.

Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Viele der Erzieherinnen und Erzieher bewerten es als positiv, dass sie durch die hilfreichen, praxisnahen Fortbildungen und die Begleitung vor Ort ihr eigenes Handeln reflektieren und ihr Sprachangebot optimieren konnten. Das vorhandene Wissen wird aufgefrischt und im Umgang mit Sprachauffälligen haben sie mehr Sicherheit erhalten. Die freiwilligen Angebote sind überwiegend kostenfrei oder werden mit deutlich ermäßigten Teilnehmergebühren angeboten. Die Themen reichen von Sprachbildung über Sprachstörungen bis zu vertiefenden Einheiten zu Elternarbeit sowie Umgang mit Mehrsprachigkeit und Familien mit Fluchterfahrung.

Anlass für das flächendeckende Sprachförderkonzept ist eine im Mai 2011 in Kraft getretene Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich des Landes Niedersachsen sowie eine ebenfalls vom Land Niedersachsen im Juni 2011 veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache Fachbereich 1 Psychologie
news-14473 Tue, 06 Mar 2018 09:32:49 +0100 Inklusion und Bildung: Geschichte und historisches Lernen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/inklusion-und-bildung-geschichte-und-historisches-lernen/ Im März tagen etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, England und Österreich an der Universität Hildesheim. „Fragen an die Vergangenheit müssen immer wieder neu gestellt werden. Wir befassen uns mit der Öffnung historischer Bildungsforschung für verschiedene, bislang zum Teil unterrepräsentierte Perspektiven auf Geschichte“, sagt der Hildesheimer Erziehungswissenschaftler Professor Oliver Musenberg. Im März 2018 tagen etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Hamburg und München, aus Middlesbrough in England, aus Wien, Salzburg und Graz in Österreich, sowie Hannover, Kiel, Paderborn und Berlin an der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Erziehungs-, Geschichts- und Kulturwissenschaft sowie Fachwissenschaft und Fachdidaktik befassen sich mit Fragen historischer Bildungsforschung und historischen Lernens aus einer inklusiven Perspektive, etwa mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung.

„Fragen an die Vergangenheit müssen immer wieder neu gestellt und Geschichte muss von Neuem erzählt werden. Inklusion als aktuelle Reformidee und Menschenrecht verlangt nach einer weiteren Öffnung und Neujustierung der Optiken für den Blick in die Vergangenheit und für die Rekonstruktion von Geschichte. Vielfältige Vergangenheiten zu rekonstruieren meint nicht Beliebigkeit, sondern die Öffnung historischer Bildungsforschung für verschiedene, bislang zum Teil unterrepräsentierte Perspektiven auf Geschichte“, sagt der Hildesheimer Erziehungswissenschaftler Professor Oliver Musenberg. „Die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Feldes verlangt nach interdisziplinärem Austausch und hat noch keine lange Tradition. So kommen auf der Hildesheimer Tagung die Geschichts- und Kulturwissenschaft, die Fachdidaktiken wie Geschichte und Sachunterricht sowie die Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik zusammen.“

Wissenschaftler der Universitäten Salzburg und Hildesheim stellen beispielsweise Erkenntnisse aus der qualitativen und quantitativen Analyse von Geschichtsbüchern vor. Untersucht wurde, inwieweit aktuelle Geschichtsschulbücher in Österreich und Deutschland Angebote setzen, um den Ansprüchen der Differenzierung gerecht zu werden. Geschichtsbücher stellen das zentrale Leitmedium des Geschichts-unterrichts dar, so der Salzburger Historiker Professor Christoph Kühberger.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kutlur fördert die dreitägige Hildesheimer Tagung. Die Konferenz „vergangenheiten – vielfältig – vergegenwärtigen: Geschichte und Historisches Lernen inklusiv“ (5. bis 7. März 2018) ist eine Kooperationstagung des Instituts für Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich „Inklusion und Bildung“ und „Plattform Zukunft Inklusion“, des Zentrums für Geschlechterforschung, des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung und des Zentrums für Bildungsintegration. Die Plattform „Zukunft Inklusion“ wurde 2013 unter Bezugnahme auf die UN-Behindertenrechtskonvention ins Leben gerufen, wie Professorin Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, zum Auftakt der Tagung skizzierte. „Die Plattform bündelt und kordiniert Aktivitäten, die Universität Hildesheim verfolgt den Abbau von Benachteiligung und setzt sich für Chancengerechtigkeit ein“, so Baader.

Professor Oliver Musenberg forscht und lehrt seit 2016 am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Der Wissenschaftler untersucht unter anderem, wie der Unterricht in ausgewählten Schulfächern so gestaltet werden kann, dass alle Schülerinnen und Schüler sinnvolle Lernangebote erhalten.

Wer sich über die Aktivitäten der Plattform ZINK informieren möchte, erreicht das Team der Plattform ZINK online.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft
news-11896 Thu, 22 Feb 2018 08:40:00 +0100 Wissenschaftliches Arbeiten: Lese- und Schreibzentrum und Universitätsbibliothek unterstützen Studierende https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaftliches-arbeiten-lese-und-schreibzentrum-und-universitaetsbibliothek-unterstuetzen-studie/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Im Interview sprechen Elisabeth Tränkler und Denise Reimann über Konzentration beim wissenschaftlichen Schreiben. Die Hildesheimer „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ geht dieses Jahr in die siebte Runde. Sie ist Teil einer bundesweiten Initiative, die jedes Jahr im März an über 50 Universitäten tausende Studierende zum gemeinsamen Schreiben einlädt. Die Lange Nacht findet am Donnerstag, 1. März 2018, in der Universitätsbiblothek Hildesheim statt.

Interview mit Denise Reimann und Elisabeth Tränkler

Denise Reimann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lese- und Schreibzentrum sowie am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim in den Bereichen Literaturwissenschaft, Literatur- und Schreibdidaktik. Elisabeth Tränkler hat Informationswissenschaften an der FH Potsdam studiert und ist Mitarbeiterin in der Universitätsbibliothek Hildesheim. Sie arbeitet in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie Auskunft und Informationsvermittlung. Im Interview geben die beiden Uni-Mitarbeiterinnen Einblicke in ihre Arbeit und die Organisation der „Langen Nacht“.

Warum veranstalten das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" in Hildesheim?

Denise Reimann: Viele Studierende machen die Erfahrung, wie motivierend und anregend es sein kann, über einen längeren Zeitraum hinweg in Gesellschaft zu schreiben. Eine gemeinsame Nachtschicht in der Bibliothek ist eine einmalige Gelegenheit, endlich loszulegen mit der Hausarbeit, begonnene Schreibarbeiten entspannt zu Ende zu bringen und dabei nicht allein zu sein. Es geht darum, in einer inspirierten Atmosphäre zu arbeiten, Ideen und Motivation zu bekommen, einander auszutauschen, MitarbeiterInnen der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums (LSZ) der Uni Hildesheim kennenzulernen, sich beraten zu lassen, aber auch, sich zurückziehen zu können, um konzentriert zu arbeiten.

Elisabeth Tränkler: „Aufschieberitis“ kennen wir doch alle. Ich denke, die „Lange Nacht“ ist vor allem ein Anstoß in Form eines festen Termins, endlich mit der Hausarbeit anzufangen oder daran weiter zu arbeiten. Und welcher Ort der Universität wäre dazu besser geeignet als die Universitätsbibliothek? Zentral gelegen am Hauptcampus, Wissen in Form von Büchern, Zeitschriften und natürlich auch E-Medien verfügbar. Arbeitsplätze mit oder ohne PC, sowie unsere Gruppenarbeitsräume, die während der „Langen Nacht“ für die Studierenden auch ohne Reservierung nutzbar sind. Jede/Jeder kann sich in der Universitätsbibliothek einen eigenen Raum schaffen und mit oder ohne Beratung, allein oder gemeinsam Arbeiten.

Was passiert zum Beispiel in der Langen Nacht?

Denise Reimann: In der Langen Nacht unterstützen wir die Studierenden bestmöglich beim Schreiben. In einer offenen und inspirierten Atmosphäre können Studentinnen und Studenten konzentriert an den eigenen Schreibprojekten arbeiten. Wer möchte, kann darüber hinaus die vielfältigen Angebote wahrnehmen, die wir – das aus Tutorinnen und Tutoren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzte Team der Bibliothek und des Lese- und Schreibzentrums – uns für die Lange Nacht ausgedacht haben: Allen, die an einer Stelle ihrer Hausarbeit nicht weiterkommen oder einfach Lust auf Input haben, stehen wir mit Rat und Tipps zur Seite. Wir bieten Mini-Workshops zur Literaturrecherche und zum Strukturieren von Arbeiten an, beraten in Einzel- oder Gruppengesprächen und sorgen für ausreichend Entspannungsmöglichkeiten, etwa bei Schreibtischyoga, einer Lesung und einer Nachtwanderung. Natürlich werden auch Kaffee, Tee und leckere Snacks bereitstehen, um munter zu bleiben.

Was ist Ihre Erwartung, mit welchem Gefühl starten die Studierenden in den nächsten Tag?

Denise Reimann: Am nächsten Tag hat man das schöne Gefühl, mit der Hausarbeit ein gutes Stück weitergekommen zu sein und nebenbei einen besonderen Abend in guter Gesellschaft verbracht zu haben.

Eine Nacht kann ein Anstoß sein. Das wissenschaftliche Arbeiten muss doch jeden Tag erprobt und erarbeitet werden – das ist doch der Kern des Studiums. Wie unterstützen Sie Studierende dabei? Was bieten das Lese- und Schreibzentrum und die Bibliothek zum Beispiel an Hilfestellungen an?

Denise Reimann: Das stimmt, die Fähigkeit, wissenschaftlich zu schreiben und zu lesen fliegt einem nicht einfach zu, sondern will gelernt sein – erfahrungsgemäß geht das am besten im Austausch mit anderen Schreibenden und/oder Schreiberfahrenen. Unser studentisches TutorInnenteam vom LSZ ist bestens ausgebildet, um ratsuchende Studierende in allen Fragen rund ums wissenschaftliche Lesen und Schreiben zu unterstützen. Oft kommen Studierende zu uns, die Schwierigkeiten haben, ein Thema für Ihre Hausarbeit zu finden, Schreibblockaden zu überwinden oder die einfach mal mit jemandem über ihren Schreibprozess reden möchten.  Bei uns finden Sie seit 2008 GesprächspartnerInnen.

Elisabeth Tränkler: Schon die Bibliothek als Gebäude kann eine große Hilfe sein. Ort der Ruhe, des Lernens aber auch der Begegnung mit anderen, wie Kommilitonen oder Lehrenden. Man kommt hinaus aus der häuslichen Umgebung in der es oftmals einige Ablenkungen gibt. Des Weiteren liegt der Schwerpunkt natürlich bei der Literaturrecherche und –beschaffung. Das sind in der Universitätsbiblothek zum Beispiel das Projekt „Bücher für Studierende“ oder zielgruppenorientierte Schulungen zur Literaturrecherche. Auch geben wir Hilfestellungen und Einführungen zu den Literaturverwaltungsprogrammen Citavi und Zotero. Außerhalb dieser Veranstaltungen helfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Auskunft bei auftretenden Fragen gerne weiter.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2018

Das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek der Universität Hildesheim laden Studierende aller Fachbereiche zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ ein. Ein Team aus Schreibberaterinnen und Schreibberatern unterstützt Studentinnen und Studenten mit Schreibberatung, Recherchehilfen und Schreibtischsport.

Umgeben von Büchern können Studentinnen und Studenten von Donnerstagabend auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 1. März 2018, um 20:00 Uhr und endet am Freitag, 2. März, um 02:00 Uhr.

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um in motivierender Atmosphäre gemeinsam zu schreiben, sich zu inspirieren, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen.

Angebote während der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten:

  • Lese- und Schreibberatung: Das Team des Lese- und Schreibzentrums gibt Feedback, Unterstützung und Anregungen zu Lese- und Schreibtechniken sowie Motivationsschübe.
  • Recherchehilfen: Es stehen sämtliche Bücher der Universitätsbibliothek vor Ort für die Recherche zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek unterstützen Studierende bei der Literaturrecherche.
  • Tipps und Infos: Strategien für die Literaturbeschaffung und Literaturverwaltung, Schreibtypen und Phasen beim wissenschaftlichen Arbeiten.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren.

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Deutsche Sprache Fachbereich 4 Universitätsbibliothek Studierendenportal
news-14291 Tue, 20 Feb 2018 15:49:00 +0100 Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/beratung-in-der-promotions-und-postdoc-phase/ Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ startet an der Universität Hildesheim ein Beratungsangebot für Promovierende und Postdocs. Die Sozialwissenschaftlerin Svea Korff befasst sich mit Lebenslagen während und nach der Promotion – im Interview spricht sie über ihre Forschung. Sie kordiniert auch das neue DFG-Netzwerk „Ausstieg aus der Wissenschaft“, das Ende Februar in Hildesheim tagt. Die Wissenschaftlerin Dr. Svea Korff aus dem Hildesheimer Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ startet ein Beratungsangebot für Promovierende und Postdocs. Das Beratungsangebot ist individuell und lösungsorientiert.

Die lösungsorientierte Einzelberatung für Promovierende und Postdocs bietet Unterstützung in Phasen der Unsicherheit oder bei Konflikten. Im Gespräch werden gemeinsam ein Erkenntnisgewinn oder Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Das Beratungsangebot ist offen, kostenfrei und wird auf die individuellen Bedürfnisse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugeschnitten.

Hochschulen sind Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen

Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ entwickelt theoretisch fundierte und empirisch angelegte Studien und analysiert den Bildungsraum „Hochschule“. Die vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in ihrer Forschung auf die Promotions- und Postdoc-Phase im deutschen Wissenschaftssystem spezialisiert.  So hat etwa eine Arbeitsgruppe um Professorin Meike Baader und Professor Wolfgang Schröer im Forschungsprojekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen“ die Lebenslagen von Doktorandinnen und Doktoranden untersucht. Das Team der Universität Hildesheim hat sich in einem weiteren Forschungsprojekt mit dem Thema „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“ befasst. Auf der Forschungsexpertise basiert auch das vom Forschungscluster angebotene Informations- und Beratungsangebot.

Kontakt: Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Svea Korff gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist seit 2015 Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“. Sie wirkt nun als Beraterin (in Ausbildung) als eine Anlaufstelle für Promovierende und Postdocs. Wenn Sie einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren möchten, richten Sie Ihre Anfrage direkt per Telefon (05121 883 11750) oder per E-Mail (svea.korff@uni-hildesheim.de) an Dr. Svea Korff. Weitere Informationen zum Beratungsangebot, der Beraterin und zum Forschungscluster finden Sie online.

 

Interview mit Dr. Svea Korff

„So manches Mal stellt man sich die Frage, ob es nicht leichter wäre aufzugeben“

Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Svea Korff forscht im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. 2014 promovierte Korff am Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Seit 2009 forscht sie am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und hat hier die Lebenslagen von Promovierenden und Postdocs in Deutschland untersucht. Nun berät sie Promovierende und Postdocs.

Warum ist denn Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase notwendig?

Svea Korff: Die Promotionsphase und die Zeit nach der Promotion, auch Postdoc-Phase genannt, sind relativ unübersichtliche und unsichere Karriereabschnitte: unübersichtlich, da sie nicht einheitlich geregelt sind und unsicher sowie prekär, durch die zumeist befristeten Beschäftigungsverhältnisse und die zeitliche Beschränkung durch das Wissenschaftzeitvertragsgesetz.
Insgesamt lassen sich die Ergebnisse unserer bundesweiten Untersuchung zur strukturieren Promotion hinsichtlich Beratung so zusammenfassen, „dass die Promovierenden in den Programmen die wissenschaftliche Beratung als ‚Top‘, die Karriereberatung hingegen als ‚Flop‘ beurteilen“ (Baader/Korff/Schröer 2016, S. 14).
In der Postdoc-Phase ließen sich Förderprogramme ausmachen, die sich besonders durch kurzzeitige, über Anmeldung zugängliche Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Beratungsangebote auszeichnet (Typus „Flow“). Hierbei können die Postdocs die Möglichkeit zur Weiterbildung nutzen, jedoch werden sie nicht längerfristig eingebunden oder unterstützt, sondern müssen in „Bewegung“ bleiben (Böhringer/Gundlach/Korff 2014).

Was ist besonders an dem neuen Beratungsangebot des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“?

Wir bieten eine Beratung durch eine dritte, unabhängige Person – unabhängig, weil kein Abhängigkeitsverhältnis besteht, wie dies zum Beispiel bei Promovierenden und deren Betreuungspersonen der Fall ist. Das Angebot ist eine strukturierende Beratung, aber keine inhaltliche – also thematische, fachliche oder methodische Betreuung. Die inhaltliche Beratung bleibt natürlich im Verantwortungsbereich der Betreuungspersonen.

Mit welchen Problemen wenden sich eine Doktorandin oder ein Wissenschaftler in der Postdoc-Phase zum Beispiel an Sie?

Bisher ging es eher um Anfragen rund um die Strukturierung im Promotionsprozess: Wann muss ich mich um was kümmern? Was kommt noch alles auf mich zu? An was muss ich denken, was ist wirklich wichtig und relevant?
Neben Unsicherheiten in der Strukturierung des Promotionsprozesses können aber auch Unsicherheiten in der weiteren Karriereplanung oder Konflikte beim Zusammenspiel unterschiedlicher Lebensbereiche und Anforderungen (Promotion, Projektarbeit, Peer-Group, Betreuung, Familie, Beziehung, Karriere, Moblität und andere) in der Beratung thematisiert werden.
Die Promotions-Phase oder Postdoc-Phase kann wie der Aufstieg auf einen Berg sein. Eine lange Zeit ist es einfach nur beschwerlich. Der Weg ist steil, man kommt gehörig ins Schwitzen. Das Ziel, die Bergspitze, liegt lange Zeit scheinbar unerreichbar über den Wolken. So manches Mal stellt man sich die Frage, ob es nicht leichter wäre aufzugeben, umzukehren und sich einen anderen Weg zu suchen. Erreicht man jedoch ein Etappenziel und die eigene Forschungslandschaft formiert sich vor einem, erhält man einen Überblick über das bereits Erreichte und das noch zu Tuende. Ein solcher Berg wird in der Regel nicht allein bezwungen – und ich möchte Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler vor dem Hintergrund meiner Forschungs- und Beratungsexpertise beratend zur Seite stehen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Ausstieg aus der Wissenschaft

DFG-Netzwerk zu Ausstiegsprozessen im akademischen Kontext startet an Universität Hildesheim

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das wissenschaftliche Netzwerk „Ausstieg aus der Wissenschaft“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehreren Hochschulen untersuchen bis 2019 Ausstiegsprozesse im akademischen Kontext. Die Hildesheimer Wissenschaftlerin Dr. Svea Korff koordiniert das DFG-Netzwerk. Am 21. und 22. Februar 2018 startet der DFG-Verbund mit einem Auftakttreffen an der Universität in Hildesheim.

Karrieren sind im deutschen Wissenschaftssystem wenig planbar und von prekären Beschäftigungsbedingungen sowie unsicheren Zukunftsaussichten gezeichnet, so Korff. Entsprechend hoch sei die Zahl derjenigen, die der Wissenschaft den Rücken kehren und langfristig aus dem wissenschaftlichen Feld aussteigen. Bisher fehlen jedoch grundständige empirische und theoretische Erkenntnisse. Das interdisziplinäre DFG-Netzwerk untersucht in den nächsten zwei Jahren individuelle und organisationale Bedingungen des Ausstiegs aus dem wissenschaftlichen Feld und erfasst den Ausstiegsprozess auf den unterschiedlichen Stufen der wissenschaftlichen Karriere (Promotionsphase, Postdoc-Phase und Berufungsphase) theoretisch und empirisch.

An dem DFG-Netzwerk sind verschiedene fachwissenschaftliche Disziplinen beteiligt: Erziehungswissenschaften, Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften. Zur interdisziplinären Gruppe gehören: Dr. Sandra Beaufaÿs (Universität Duisburg-Essen, Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW), Dr. Daniela Böhringer (Universität Osnabrück, Institut für Sozialwissenschaften), Gesche Brandt (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung DZHW), Dr. oec. Anke Burkhardt (Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Institut für Hochschulforschung HoF), Prof. Dr. Patricia Graf (BSP Business School Berlin, Professur für Forschungsmethodik), Dr. Anja Franz (Otto von Guericke Universität Magdeburg, Institut für internationale und interkulturelle Bildungsforschung) und Dr. Svea Korff (Stiftung Universität Hildesheim, Forschungscluster Hochschule und Bildung). Die Wissenschaftlerinnen arbeiten in sieben Teilprojekten.

Auf dem Programm des Auftakttreffens stehen ein erster Austausch unter den Wissenschaftlerinnen, die Vorstellung ihrer Projekte sowie die gemeinsame Planung und Zielsetzungen für die kommenden zwei Jahre.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-13732 Mon, 19 Feb 2018 15:00:00 +0100 Zugänge zur Universität: Digitalisierungsprojekte bewilligt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zugaenge-zur-universitaet-digitalisierungsprojekte-bewilligt/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und die Zentrale Studienberatung entwickeln derzeit digitale Bildungsangebote: Mit dem digitalen Qualifizierungsangebot „Pflege- und Versorgungsorganisation“ unterstützt die Universität kunftig Berufstätige aus dem Pflegebereich. Über ein „Studieninformationsportal“ sollen Studieninteressierte fachspezifische Interessen mit den tatsächlichen Anforderungen an ein Studium abgleichen können. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert die beiden Projekte. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert zehn digitale Bildungs- und Weiterbildungsangebote, die den Hochschulzugang mit und ohne Abitur erleichtern. Zwei der zehn Programme sind an der Universität Hildesheim angesiedelt. Die Förderung im Programm „Öffnung von Hochschulen“ setzt sich zusammen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und zusätzlichen Landesmitteln. Die Digitalisierung ermögliche Hochschulen, sich durch flexible Angebote neuen Gruppen von Studieninteressierten weiter zu öffnen, so das Wissenschaftsministerium.

„Durch das große Engagement unserer niedersächsischen Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen können wir die Entwicklung zahlreicher innovativer Angebote für neue Zielgruppen unterstützen. Die geförderten Projekte setzen die Potenziale der Digitalisierung für flexible Studienbedingungen vorbildlich um“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Die in Braunschweig, Hannover und Hildesheim entwickelten Bildungs- und Weiterbildungsangebote nutzen den digitalen Wandel, um die Hochschulen zu öffnen.

Kurzbeschreibung der geförderten Projekte an der Universität Hildesheim:

„Pflege- und Versorgungsorganisation“:

Mit dem digitalen Qualifizierungsangebot „Pflege- und Versorgungsorganisation (PVO)“ unterstützt die Universität Hildesheim Berufstätige aus dem Pflegebereich. Das modularisierte Angebot „Pflege- und Versorgungsorganisation“ soll Berufstätigen im Bereich Pflege eine berufsbegleitende Zusatzqualifizierung ermöglichen.

Das Angebot soll orts- und zeitflexibel studierbar sein: Neben der Präsenzlehre werden digitale Lernbausteine über Open Education Resources als offenes Bildungsangebot einem breiteren Interessentenkreis zur Verfügung stehen. Professionelle Lern-Apps sollen PVO-Interessierte aus der Pflege ansprechen, Orientierung verschaffen und helfen, studienrelevante Vorkenntnisse zu vermitteln. Durch Multimedia-Tools sollen PVO-Studierende die Inhalte vorbereiten und nachbereiten und Themen vertiefen können. Um das kooperative, vernetzte und forschende Lernen zu fördern, ist eine Interaktion der PVO-Jahrgangskohorten untereinander sowie mit Mitgliedern des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik geplant. Auf diese Weise können in divers zusammengesetzten Gruppen kooperative Entwicklungsprojekte durchgeführt werden, um multiperspektivisch Ressourcen für komplexe Pflege-Herausforderungen kennen, organisieren und koordinieren zu lernen.

Projektleiter ist Prof. Dr. Herbert Asselmeyer, die Projektkoordination übernimmt Birgit Oelker vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Zum Projektteam gehören außerdem Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Gunther Graßhoff.

„Studieninformationsportal der Universität Hildesheim“:

Das Projekt „Studieninformationsportal der Universität Hildesheim (SIP)“ ist in der Zentralen Studienberatung angesiedelt. Das Studieninformationsportal der Universität Hildesheim dient nicht-traditionellen Studieninteressierten zum Abgleich der eigenen fachspezifischen Interessen mit den tatsächlichen Anforderungen des Studiums. Durch praxisnahe Einblicke in die Leistungsanforderungen soll es falsche Erwartungen an das Fach und den Studiengang verhindern.

Ziel ist es, eine realistische Vorstellung von Studieninhalt, Studienablauf und Studienaufwand zu vermitteln, somit Studienabbrüche zu verhindern und gleichzeitig für eine Aufnahme eines Studiums zu sensibilisieren. Zudem wird das Portal die Zugangsvoraussetzungen für die Zielgruppe transparent darstellen, den Bewerbungsprozess erleichtern und passgenaue Informationen zu Unterstützungsangeboten liefern. Die Aufbereitung der Informationen erfolgt multimedial und interaktiv. Um die Zielgruppe passgenau anzusprechen, erfolgt der Aufbau eines Netzwerkes mit Partnern in Bildungseinrichtungen, Berufsbildenden Schulen und weiteren Einrichtungen, die mit ihrem Expertenwissen zu einer zielgruppengerechten Aufbereitung beitragen und das Portal in Beratung oder Unterricht nutzen werden. Das Studieninformationsportal soll, dem „Blended Counseling“-Ansatz folgend, eine enge Verzahnung in die Face-to-Face-Beratung liefern, klare Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb der Universität aufzeigen und somit die potentiellen Hemmschwellen der nicht-traditionellen Studieninteressierten abbauen.

Bereits seit einem Jahr wird im Programm „Öffnung von Hochschulen“ das Projekt „Vernetzte Anerkennungsberatung“gefördert:

In der vorigen Runde des Programms „Öffnung von Hochschulen“ wurde erstmals ein Projekt der Universität Hildesheim bewilligt. Seit April 2017 entwickeln die Erziehungswissenschaftlerinnen Prof. Dr. Carola Iller, Dr. Kathrin Weise, Julietta Adorno und Cindy Mieth im Projekt „Vernetzte Anerkennungsberatung“ eine vernetzte Beratung in der Region.

Frauen und Männer mit im Ausland erworbenen akademischen Qualifikationen sollen dadurch schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss gelangen. Ziel ist eine ausbildungsadäquate berufliche Integration. In dem Projekt werden die in der Anerkennungsberatung tätigen Akteure mit den Fach- und Studienberatungen der Hochschulen vernetzt, um Beratungsleistungen besser aufeinander abzustimmen und Widersprüche zu vermeiden. Im Projekt kooperiert die Universität unter anderem mit der Volkshochschule Hildesheim, dem IQ Netzwerk Niedersachsen und dem Integrationscenter der Agentur für Arbeit.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-14392 Mon, 05 Feb 2018 14:45:24 +0100 Neuropsychologin über Freude beim Problemlösen im Studium https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/neuropsychologin-ueber-freude-beim-problemloesen-im-studium/ Wie lernen wir beim Problemlösen? Jasmin Kizilirmak forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim. Die Psychologin befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen. Die promovierte Wissenschaftlerin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Im Februar hielt sie einen akademischen Festvortrag an der Universität. Die Universitätsgesellschaft zeichnete während einer Feierstunde den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende akademische Leistungen aus. 14 Bachelor- und 14 Masterarbeiten sowie 5 Dissertationen wurden nominiert. Wer die drei Preisträger sind, wurde im Februar während einer Feierstunde bekannt gegeben. Unter den Nominierten sind junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen. Den Festvortrag hielt Dr. Jasmin Kizilirmak zum Thema „Kein Studium ohne Probleme – Freude und Lernerfolg beim Problemlösen“.

Die Universitätsgesellschaft ehrt für hervorragende akademische Leistungen folgende drei Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Bachelorarbeit: Maximilian Theisen, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

  • Masterarbeit: Annette Leyendecker, Institut für Kulturpolitk der Universität Hildesheim

  • Dissertation: Dr. Anna Kaitinnis, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Interview mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Jasmin Kizilirmak über Freude und Lernerfolg beim Problemlösen

Dr. Jasmin Kizilirmak forscht und lehrt im Neurolabor am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Die Psychologin hat über den Abruf von Informationen im Langzeitgedächtnis promoviert. Sie befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen, wie das Denken funktioniert, welche Regionen im Gehirn daran beteiligt sind und wie diese unter welchen zeitlichen Abläufen miteinander interagieren. Mithilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und Kernspintomographie sucht sie nach Antworten. Derzeit beschäftigt sie sich besonders mit dem Problemlösen und wie man durch das Lösen von besonders schwierigen Problemen lernen kann.

Sie sprechen von Freude beim Problemlösen, was steckt hinter diesem Begriff?

Der Begriff der Freude beim Problemlösen hängt mit dem „Aha-Erlebnis“ zusammen. Man kann Probleme auf ganz unterschiedliche Art und Weise lösen. Wir empfinden besonders viel Freude beim „Aha-Erlebnis“, wenn wir in eine Sackgasse beim Problemlösen geraten sind und irgendwann, wenn wir uns vielleicht schon mit etwas anderem beschäftigen, plötzlich alles verstehen und das Problem lösen können.

Lernen und sich in einer wissenschaftlichen Arbeit mit Problemen auseinandersetzen kann große Freude machen, oder?

Das Auseinandersetzen mit Problemen an sich bereitet wahrscheinlich eher Frust, solange wir keine Lösung finden. Doch das plötzliche Verstehen einer Lösung – das ist es, was einem Freude bereitet. Lernen tun wir aber sowohl aus dem Auseinandersetzen mit einem Problem als auch dem Lösen.

Geht es beim Lernen immer um das Lösen von Problemen?

Das würde ich nicht sagen. Man lernt auch ganz viel, ohne Probleme zu lösen. Aber wenn wir Probleme lösen, dann lernen wir eigentlich fast immer. Man unterscheidet zwischen Problemen und Aufgaben. Aufgaben können wir mit unseren vorhandenen Fähigkeiten bewältigen. Bei Problemen besitzen wir nicht alle Fähigkeiten, um sie zu lösen; vielleicht schon, aber wir müssen die Problemlösung erst entwickeln. Wir können nicht einfach auf Abruf eine bestimmte Formel, die wir im Mathematikunterricht gelernt haben anwenden, sondern wir müssen erst darauf kommen, was wir dort brauchen um das Problem lösen zu können.

Frau Dr. Kizilirmak, dieses Interview lesen Studentinnen und Studenten, die vielleicht gerade mitten in der Prüfungsphase sind, in der Bibliothek eine Hausarbeit schreiben oder sich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten. Warum fällt es einigen Studierenden leichter, anderen schwerer, zu lernen?

Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Manche Menschen lernen generell schwieriger, weil sie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizitstörungen haben, das kommt auch im Erwachsenenalter vor und wurde lange Zeit vernachlässigt. Aber das größte Problem ist, dass wir vielleicht nicht optimale Lernstrategien verwenden, beispielsweise reine Wiederholungsstrategien, wo wir den Stoff einfach immer wieder durchlesen ohne irgendeine weitere Verarbeitung. Besser ist es, sich zu dem Thema Fragen zu stellen, sich zu überlegen: Was weiß ich noch über das Thema? Dann kommt es außerdem auf das Interesse an – wir können leichter lernen bei Themen, die uns emotional berühren, die wir interessant finden.

Was verändert sich im Gehirn, wenn wir Informationen aufnehmen und verarbeiten? Was passiert – grob erklärt – in unserem Kopf, wenn wir lernen und Probleme lösen?

Wenn wir uns mit dem Problem beschäftigen, versuchen wir, Informationen abzurufen, die wir zu den Bestandteilen des Problems schon vorliegen haben. Dann werden Problemlösestrategien abgerufen, die normalerweise funktionieren. Aber man trifft immer wieder auf Probleme, bei denen die gängigen Lösungsstrategien nicht funktionieren – dann muss man kreativ werden. Aber was dann genau im Gehirn passiert, ist relativ schwer zu beantworten. Es sind verschiedene Netzwerke aktiv, wie die Hirnregionen genau kommunizieren, können wir noch nicht erklären.

Sie führen im Hildesheimer Neurolabor eine Studie zum Problemlösen durch.

Ich analysiere in einer Eye-Tracking-Studie die Augenbewegungen von Probanden, während sie Probleme lösen. Es handelt sich um Worträtsel – drei Nomen werden präsentiert, die auf Anhieb scheinbar nichts miteinander zu tun haben, etwa: „Wäsche“, „Hälfte“ und „Erschütterung“. Der Proband muss ein viertes Wort finden, das man als Verbundwort mit all den anderen nutzen kann, vielleicht denkt man an „Wäschekorb“, oder bei „Erschütterung“ an ein Erdbeben. Viele dieser Probleme sind relativ schwer lösbar und frustrierend, weil alle naheliegenden Assoziationen, die uns auf Anhieb einfallen nicht als Lösungswort passen. Es ist eher eine weiter wegliegende Assoziation, da greifen die semantischen Netzwerktheorien: Man geht davon aus, dass unser Wissen in Netzwerken organisiert ist und Dinge, die wir gleichzeitig abrufen, stärker miteinander verknüpft sind. Wir schauen uns an, was passiert, wenn die Probanden graduell zur Lösung kommen oder mit einem plötzlichen „Aha-Erlebnis“ die Lösung schlagartig finden. Das Lösungswort ist übrigens: „Gehirn“ – „Gehirnwäsche“, „Gehirnhälfte“, „Gehirnerschütterung“.

Welche Rolle spielt der Hippocampus beim erfolgreichen Lernen und Erinnern und hat das etwas mit dem Problemlösen zu tun?

Das Problemlösen funktioniert nicht ohne das Gedächtnis. Wir nutzen das deklarative, bewusste Gedächtnis. In einem gewissen Grade ist der Hippocampus immer mit dabei, der Hippocampus ist eine Art Vermittlungszentrale, ein Archivar, der weiß, wo die Informationen gespeichert sind oder eingespeichert werden sollen. Wenn wir beim Problemlösen auf eine neue Lösung kommen, dann spielt der Hippocampus eine Rolle, da er beim Lernen immer mitwirkt und die neue Information mit abspeichert. Interessanterweise scheint dieser „normale“ Einspeicherungsweg via Hippocampus übergangen zu werden, wenn wir Problemlösungen durch eine plötzliche Erkenntnis, also ein „Aha!-Erlebnis“, lösen.

Für manche Menschen ist die Prüfungszeit eine Qual, Sorgen und Ängste begleiten das Lernen. Welche Rolle spielt Freude beim Lernen? Wie kann es gelingen, Probleme beim Lernen mit Freude zu bewältigen? Haben Sie da einen Tipp für Studentinnen und Studenten?

Ich weiß nicht, ob ich die Frage beantworten kann. Denn Freude beim Lernen hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab. Bei manchen Menschen ist das Bedürfnis, Nachdenken und Rätseln zu wollen, stärker ausgeprägt und sie beschäftigen sich gerne mit schwierigen Problemen („need for cognition“). Generell ist die Freude beim Lernen wichtig. Wenn wir uns freuen, wird der Botenstoff Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, der uns dabei hilft, Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Auch wenn der Problemlöseprozess noch so frustrierend ist: Wenn wir es schaffen, auf die Lösung zu kommen oder wenn wir nach einem schwierigen Problemlöseprozess die Lösung gezeigt bekommen und sie dann nachvollziehen können, dann ist das Lernen sehr viel effektiver, als wenn wir die Lösung von vorherein einfach nachgeschaut hätten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-14254 Mon, 22 Jan 2018 11:11:00 +0100 Digitale Zukunft: Uni Hildesheim sucht künftige Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digitale-zukunft-uni-hildesheim-sucht-kuenftige-informatiklehrerinnen-und-informatiklehrer/ Jetzt bis zum 1. März 2018 bewerben: Die Universität Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus, eine Bewerbung zum Sommersemester ist jetzt möglich. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Debatte um die Fortschritte bei der Digitalisierung in Deutschland betrifft im Kern auch die Schulen – hier wird die nächste Generation ausgebildet. Doch Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer fehlen. Jetzt bewerben bis zum 1. März 2018: Lehramt Informatik in Hildesheim studieren

Die Universität Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen“, sagt der Informatiker Professor Klaus-Jürgen Förster.

Gemäß Statistischem Bundesamt waren im Studienjahr 2016/17 insgesamt weniger als 1500 Studierende in Deutschland in einem Lehramtstudiengang mit Informatik als erstem Fach eingeschrieben. „Es ist also mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen“, sagt Professor Förster. Ohne durchgehende informatische Ausbildung werde sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtern, dennoch sei in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch bisher versäumt worden. In einigen europäischen Nachbarländern, etwa in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen das Fach Informatik künftig auch an Haupt- und Realschulen einzuführen und ab dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrpersonen. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung auch für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich. Bewerbungen für das Sommersemester 2018 können noch bis zum 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen auch später, eingereicht werden.

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Studierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Nicole Döpke gehört als ausgebildete Realschullehrerin mit den Fächern Mathematik und Technik zur ersten Generation der künftigen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer an Haupt- und Realschulen. Sie studiert seit Oktober 2016 an der Universität Hildesheim das Drittfach Informatik und möchte in der Zukunft Schülerinnen und Schüler im Fach Informatik an Realschulen unterrichten. „Die Jugendlichen kennen gar keine Lebenswelt mehr ohne Smartphone, Laptop und Tablet – sie sollen die Geräte nicht nur passiv nutzen, sondern die Technik verstehen und eine kritische Haltung entwickeln“, sagt Döpke.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Informatik an Schulen: Bewerbung um einen Studienplatz im Januar 2018 möglich

Die Hildesheimer Universität bildet seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. Januar 2018 um einen Informatik-Studienplatz für das Lehramt an Hauptschulen oder Realschulen bewerben, das Studium an der Uni Hildesheim beginnt im April 2018.

Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

Die Hildesheimer Studierenden werden zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer gehören, die das Fach Informatik an Hauptschulen und Realschulen sowie Oberschulen und Gesamtschulen in Niedersachsen aufbauen. „Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe“, sagt Förster.

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster melden (E-Mail foerster[at]cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach. Bewerbungen sind zum Sommersemester 2018 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen können Bewerbungen auch später erfolgen. Studienbeginn ist im April 2018. Mehr Infos zur Bewerbung findet man online.

Jetzt bewerben: Lehramt Informatik studieren

Stellungnahme von Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster

In einem Kommentar nimmt Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster Stellung zur Situation des Schulfachs Informatik in Deutschland und zur Ausbildung professioneller IT-Lehrerinnen und IT-Lehrer. Zu den drei klassischen Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen ist die informatische als vierte gleichwertige Kompetenz längst hinzugekommen, sagt Förster. Er forscht und lehrt als Informatiker am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim und hat das Lehramtsfach Informatik in Hildesheim gemeinsam mit dem Institut für Mathematik und Angewandte Informatik, dem Institut für Informatik sowie dem Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik aufgebaut.

Lehramt Informatik, ein Beruf mit Zukunft – für eine erfolgreiche digitale Zukunft

Seit mehr als 40 Jahren ist in Niedersachen  Informatik-Unterricht zumindest an Gymnasien vorgesehen. Trotzdem haben die meisten unserer heutigen Abiturientinnen und Abiturienten an kaum mehr (wenn überhaupt) als einem einjährigen Nebenfachkurs Informatik während ihrer gesamten mindestens zwölfjährigen Schulzeit teilgenommen.

Obwohl den verantwortlichen Ministerien seit Jahrzehnten bekannt ist, dass ohne tiefliegende und durchgehende informatische Ausbildung sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtert, ist in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch in den meisten Bundesländern bisher versäumt worden.

Die bisherige politische Vorgehensweise erinnert an die Einführung „Neuer Medien“ in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (Filmbildstellen, Schulfunk, Bildungsfernsehen). In dieser Tradition werden seit den 80er Jahren „Neue Medien" im Unterricht eingeführt. Dies ist wichtig und unabdingbar und wird mit viel Elan von interessierten Lehrerinnen und Lehrern vorangetrieben, die sich teils durch berufliche Fortbildungskurse, meist aber durch aufwendige Eigeninitiative in den spezifischen informatorischen Anwendungen ihrer Fächer fort- und weiterbilden.

Aber Ausbildung in der sich rasant entwickelnden Informationstechnologie nur in Form des Einsatzes „Neuer Medien im Unterricht" in den einzelnen Fächern reicht bei weitem nicht aus: Zu den drei klassischen Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen ist die informatische als vierte gleichwertige Kompetenz längst hinzugekommen. Vergleicht man die langjährige Argumentation unserer Politik, dass für die Erlangung informatorischer Kompetenz  die Einführung neuer Medien ohne einen durchgehenden Informatikunterricht ausreicht, dann ist dies gleichwertig mit folgender unsinnigen analogen Argumentation zur Abschaffung des schulischen Faches Deutsch: „Wir brauchen kein eigenständiges Fach Deutsch – schließlich wird in allen anderen Unterrichtsfächern auch Deutsch als Sprache eingesetzt und es werden sogar regelmäßig fachliche Ausarbeitungen von den Schülerinnen und Schülern in deutscher Sprache geschrieben."

Inzwischen suchen Industrie und Wirtschaft in Deutschland in großem Umfang intensiv nach entsprechenden Fachkräften und müssen häufig ihre Suche auf den internationalen Bereich ausdehnen.

In einigen europäischen Nachbarländern, insbesondere in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Im vergangenen Wahljahr ist die Forderung nach durchgehender informatorischer beziehungsweise digitaler Bildung in der Schule von allen Parteien lautstark aufgenommen worden. Durchgehender Informatik-Unterricht in allen allgemeinbildenenden Schulen ist nun endlich in der intensiven Diskussion. Wir brauchen junge Lehrerinnen und Lehrer, die grundständig und umfangreich in Informatik als eigenständigem Fach ausgebildet worden sind, um nicht nur Informatik zu unterrichten, sondern ihren Schülerinnen und Schülern dies auch im täglichen Leben durch ihre Persönlichkeit vorzuleben („Hier steckt folgende Informatik drin...") – und nicht wie häufig üblich in elementaren informatischen Fragestellungen auf die Nachilfe junger Schülerinnen und Schüler angewiesen sind.

Wie sieht eine mögliche Realisierung aus? Mit Hilfe unserer während der Schulzeit erlangten „Grundkompetenz im Rechnen/Mathematik“ überlegen wir kurz wie folgt:

  1. Gemäß Statistischem Bundesamt werden in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler in etwa 400.000 Klassen an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen von etwa 800.000 Lehrenden (Vollzeit ca. 500.000, Teilzeit ca. 300.000) unterrichtet. Möchte man durchgehend jede dieser Klassen durchgehend mit nur 2 Stunden Informatik-Unterricht wöchentlich versorgen, dann bedeutet dies bei durchschnittlich wöchentlich 26 Stunden Unterricht pro Lehrkraft den Einsatz von mehr als 30.000 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrern (wobei diese dann nur Informatik und nicht ihr zweites Fach unterrichten).

  2. Gemäß Statistischem Bundesamt waren im Studienjahr 2016/17 insgesamt weniger als 1500 Studierende in Deutschland in einem Lehramststudiengang mit Informatik als erstem Fach eingeschrieben.

Es ist also mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen.

Die Niedersächsische Landesregierung hat daher 2015 beschlossen das Fach Informatik auch an Haupt- und Realschulen einzuführen und ab dem Studienjahr 2016/17 die niedersächsischen Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulschulen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrpersonen. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung auch für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich. Bewerbungen für das Sommersemester 2018 können noch bis zum 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen auch später, eingereicht werden.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100, 0177 8605905)

Nachgefragt bei der ersten Generation der Studentinnen und Studenten, die sich auf das Fach Informatik an Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen an der Universität in Hildesheim spezialisieren

Statements von Studentinnen und Studenten

„Die Welt der Nullen und Einsen besser verstehen“

Er ist einer der ersten Studenten, die in Hildesheim für das Schulfach Informatik ausgebildet werden: Christian Langlott, 25, studiert seit Oktober 2017 Informatik als Drittfach an der Universität Hildesheim. Er studiert außerdem Mathematik am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik sowie Sport am Institut für Sportwissenschaft. Christian Langlott möchte künftig an einer Realschule arbeiten.

„Angefangen hat alles mit den ersten Programmierübungen. Was steckt hinter einem Programm, aus welchen Bausteinen bestehen unsere technischen Geräte? Jetzt befasse ich mich mit der Frage, wie ich Informatik in der Schule unterrichten kann. Ich werde an einer Realschule unterrichten.

Viele Jugendliche benutzen den PC und wissen gar nicht, was dahinter steckt und was passieren kann, wenn sie die Welt der Nullen und Einsen nutzen.

Sie sollten mit Sorgfalt die technischen Möglichkeiten nutzen.“

 

 

„Jugendliche sollen lernen, all die Daten und Algorithmen zu verstehen“

Annalena Schade, studiert im dritten Bachelorsemester Lehramt mit den Fächern Informatik und Mathematik an der Universität Hildesheim.

„Ich kenne das Schulfach Informatik vom beruflichen Gymnasium, wo ich IT als Prüfungsfach belegt habe. Als ich meine Schule abgeschlossen habe, gab es leider keine Möglichkeit, Informatik für Realschulen und Hauptschulen zu studieren.

Dann habe ich den Studienplatz an der Universität in Hildesheim entdeckt. Wir haben viel Praxisbezug – im ersten Studienjahr bin ich einmal in der Woche im Klassenzimmer einer Grundschule, als nächstes gehe ich an eine Realschule. Ich möchte Informatik an einer Schule unterrichten.

Wichtig ist, nicht nur IT zu nutzen, sondern zu verstehen. Die Schülerinnen und Schüler wachsen digital auf. Sie sollen lernen, damit umzugehen, was alles digital passiert – auch in Bezug auf all die gesammelten Daten und die Funktion von Algorithmen.“

 

 

„Die Jugendlichen kennen gar keine Lebenswelt mehr ohne Smartphone, Laptop und Tablet“

Nicole Döpke, 25, hat ihr Masterstudium mit den Fächern Mathematik und Technik an der Universität Hildesheim abgeschlossen. Sie arbeitet in der Abteilung „Mathematik Lehren und Lernen“ am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik bei Professorin Barbara Schmidt-Thieme. Sie studiert parallel in Hildesheim aktuell Lehramt Informatik als Drittfach im Ergänzungsstudium.

„Ich habe Informatik am Gymnasium als Unterrichtsfach aus der Schülerperspektive kennengelernt. Ich habe neben meinem Technikstudium einen freiwilligen Programmierkurs besucht – da konnte man Informatik für das Lehramt noch nicht studieren. Als ich dann gehört habe, dass die Universität Hildesheim Spezialisten für das Lehramtfach Informatik ausbildet, habe ich mich für das Informatikstudium entschieden.

Es macht große Freude – ich möchte Jugendlichen zeigen: Was steckt hinter den Geräten? Ein Blick hinter die Kulissen. Im Alltag nutzen die Schülerinnen und Schüler täglich die Geräte, nun lernen sie kennen, wie aufwendig es ist, zu programmieren, wie etwa Videospiele programmiert werden und Online-Werbung uns beeinflusst. Meine Rolle als Lehrerin? Die Schüler wachsen mit Smartphone und Computer auf – sie sollen nicht nur passiv nutzen, sondern verstehen, was sie da nutzen und eine kritische Haltung entwickeln. Außerdem möchte ich die Berufsorientierung fördern, damit sich mehr Mädchen für technische Berufe begeistern. Hinter den Computern und Stand-PCs in den Kinderzimmern und den Smartphones und Tablets, die unterwegs genutzt werden, steckt die gleiche Struktur, von innen betrachtet sind die Geräte gar nicht so unterschiedlich. Im Kurs ‚Systemadministration‘ beschäftigen wir uns im Studium zum Beispiel mit all den Grundlagen der Geräte – welche Speichermöglichkeiten gibt es, wie arbeiten Festplatten? Aber wir setzen uns nicht nur mit der Hardware auseinander, sondern befassen uns mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung, in der Medieninformatik geht es etwa um virtuelle Welten, Urheberrecht, die Geschichte digitaler Medien, aktuelle Medientheorien und psychologische Grundlagen.

Ein großer Vorteil des Informatikstudiums für das Lehramt sind die Berufschancen – es werden Lehrerinnen und Lehrer gesucht. Es gibt kaum Universitäten, die  IT-Lehrer für Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen ausbilden. Ich bin froh, in Hildesheim zu studieren, es ist eine super Chance, das Schulfach Informatik in Niedersachsen aufzubauen. Die Schülerinnen und Schüler kennen gar keine Lebenswelt ohne Smartphone, Laptop und Tablet mehr – mit dem Fach Informatik kann ich die Jugendlichen sehr gut erreichen. Informatik ist ein praktisches Fach.“

 

„Informatik ist in unserer Gesellschaft verankert“

Salih Akten, studiert Mathematik und Informatik im zweiten Bachelorsemester an der Universität Hildesheim. Er zog für das Lehramtstudium von Köln nach Hildesheim.

„Ich gehöre zu den Informatikstudenten, die das Studium im Sommersemester begonnen haben. Das ist eine große Chance. Ich bin gebürtiger Kölner. Im Internet habe ich den Hildesheimer Studienplatz entdeckt. Dann ging alles ganz schnell, ich habe die Zusage erhalten und bin von Köln nach Hildesheim gezogen. In Köln habe ich schon an einer Realschule gearbeitet. Hildesheim ist eine kleine Stadt und die Universität bietet mir die Chance, meinem Lebenstraum näher zu kommen. Das erste Semester in Hildesheim bestätigt meinen Berufswunsch. Informatik hat mich von kleinauf begeistert, ich habe schon als Jugendlicher mein Handybetriebssystem geändert und programmiert – die Begeisterung war immer da. Außerdem möchte ich im sozialpädagogischen Bereich aktiv sein – das Schulfach Informatik ist die ideale Schnittstelle.

Ich möchte den Jugendlichen aufzeigen, dass Informatik mehr ist als Computer. Informatik ist in unserer Gesellschaft verankert, viele politische und gesellschaftliche Fragen stammen aus der Informatik: Der Umgang in sozialen Netzwerken und Datenschutz sind wichtige gesellschaftliche Fragen, die wir beantworten müssen. Informatik erkennt man manchmal auf den ersten Blick nicht. Ich steige in die Bahn ein und kaufe mir ein Ticket – allein schon im Automaten steckt das Wissen aus mehreren Jahrzehnten. Vielleicht kann man es so sagen: Informatik steckt wie die DNA in unserem Leben.“

 

„Informatik ist ein sehr lebendiges Fach“

Gia Minh Vo, studiert im zweiten Bachelorsemester Informatik an der Universität Hildesheim. Er spezialisiert sich in Hildesheim auf den Lehrerberuf.

„Ich habe vor meinem Lehramtsstudium bereits mit dem Informatikstudium begonnen und dann entschieden, mich auf Informatik an Schulen zu spezialisieren. Ich habe Kurse mit den professionellen Informatikern zusammen – es ist gut, dass die IT-Experten und die Lehramtinformatiker zusammen in einigen Vorlesungen sitzen. So kann man als Lehramtsstudent auch in die Tiefe der Informatik einsteigen. Ich überlege zurzeit, meinen alten Informatik-Studiengang als Doppelstudium aufzunehmen.

Informatik ist ein sehr lebendiges Fach und entwickelt sich immer weiter, wenn ich etwa daran denke, was in der Informatik vor 50 Jahren und heute passiert. Man muss sich immer selber weiterbilden und als Lehrer am Ball bleiben – das ist ziemlich interessant.

Ich möchte meinen Schülerinnen und Schülern nicht nur das Programmieren beibringen. Programmieren ist ein Teil der Informatik, viele denken vielleicht, Informatiker sitzen nur vor dem PC. Dabei beinhaltet die Tätigkeit von Informatikern viel mehr, man befasst sich mit Gegenständen, die im Verborgenen sind und zu unserem Alltag gehören – vieles sieht man nicht, aber die Berechnungen und Algorithmen prägen unseren Lebensalltag. Ich lerne hier an der Universität in Hildesheim drei Programmiersprachen, die ich bereits abgeschlossen habe. Man steigt da ziemlich tief ein und versteht die Schritte und Prozesse, man lernt, Teilprobleme zu lösen, muss viel nachdenken und legt dann mit dem Programmieren los.

Auf jeden Fall empfehle ich Studieninteressierten, in Hildesheim Informatik für das Lehramt zu studieren, weil man viele Praxisphasen im Studium hat. Ich bin gerade im ersten Jahr in einer Realschule in Hildesheim und beobachte den Unterricht in den schulpraktischen Studien. Informatik ist sehr interessant – man wird angeregt, selber zu arbeiten und sich weiterzubilden.“

 

„Ich möchte Kindern beibringen, wie ein Computer denkt“

Sayde Amirmehrabi, studiert seit einem Jahr Mathematik und Informatik an der Universität Hildesheim. Er ist ausgebildeter Informatiker und unterrichtet seit zehn Jahren als Lehrer Jugendliche in Mathematik in Einrichtungen der Jugendberufshilfe.

„Ich finde das lebenslange Lernen sehr wichtig. Ich bin jetzt 58 Jahre – wenn ich das Studium abschließe, bin ich im Rentenalter. Mein Ziel ist, das Wissen, welches ich an der Universität aufbaue, direkt heute in meinem Alltag als Lehrer anzuwenden, ich begleite Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren und unterstütze sie in der Berufsvorbereitung. Ich möchte sie dabei unterstützen, mit Problemen der reellen Welt strukturiert umzugehen. Die Mathematik und Informatik hilft dabei. Es ist mein Ziel, vor allem den jüngeren Kindern beizubringen, auf welche Art und Weise ein Computer denkt. Sie sollen ein Gefühl dafür entwickeln, welche Welt hinter den Geräten steckt – und nicht nur Codes schreiben. Die Kinder gehen ohne ihr Handy nicht mehr aus dem Haus, die Geräte sind nicht nur zum Rumdaddeln und Spielen da, sie sollen sich damit auseinandersetzen, welchen Sinn die Geräte in unserem Alltag haben und welche Geheimnisse in der Technik stecken können.“

 

„Ich besuche die Kurse der Informatik-Spezialisten“

Anastasia Kilich (Mitte) im Seminar am Hildesheimer IT-Campus mit Annalena Schade und Christian Langlott.

Anastasia Kilich, studiert Informatik und Mathematik im dritten Bachelorsemester an der Universität Hildesheim. Sie begleitet die IT-Studienanfänger bei ihrem Start in das Lehramtsstudium.

„Ich bin von Informatik begeistert. Ich kann selber etwas entwickeln und auf die Beine stellen, etwa eine Website und Anwendungen bauen. Es ist ein bisschen wie ein Haus zu bauen, nur das man nicht real Steine aufeinandersetzt. Man kann Programmiersprachen auch mit Legosteinen vergleichen, die man aneinandersetzt, Kinder können das Programmieren lernen. Deshalb habe ich mich entschieden, Lehrerin zu werden – ich möchte das Wissen weitergeben. Ich lerne im Studium in Hildesheim Programmiersprachen, etwa Java. Wir steigen tief in die Programmiersprachen ein – ich besuche die Kurse, die die reinen Informatikerinnen und Informatiker auch belegen. Es ist eine Herausforderung, als erste Studentin das Lehramtsfach Informatik zu studieren – aber gleichzeitig bietet das Studium in Hildsheim viele Chancen. Ich kann den Studiengang mitgestalten und mich einbringen, ich begleite jetzt die IT-Studienanfänger und helfe ihnen, was sinnvoll ist, welche Kurse sie zuerst wählen sollten, welche erst später im Studium.“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Lehrerbildung Studierende Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-14274 Wed, 10 Jan 2018 15:26:31 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service und Nachhaltigkeitspreis https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service-und-nachhaltigkeitspr/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, den Kulturwissenschaftler Jochen Bonz und den Entwicklungspsychologen Professor Werner Greve sowie den Hausmeister Gisbert Werth für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Zudem wird erstmals der Nachhaltigkeitspreis des Green Office an die Studentin Julia Horn verliehen. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 86 Professorinnen und Professoren, 437 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie  250 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8403 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung:
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Die Universität Hildesheim zeichnet Prof. Dr. Ralf Knackstedt für seine hervorragende Forschung aus. Seit 2011 forscht und lehrt der Wirtschaftsinformatiker am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und hat dort seitdem die Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ aufgebaut.  Habilitiert hat er 2010 an der Universität Münster, an der er 2004 auch promoviert wurde. Ralf Knackstedt ist Experte für die Geschäftsprozessmanagement, Produktions- und Dienstleistungssysteme und Informationssystemmodellierung.

„Der Preis wird ihm für eine Vielzahl von Projekten, die er leitet und koordiniert, verliehen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. Die Forschung von Ralf Knackstedt sei geprägt von einer „großen Vielfalt und Breite von Forschungsthemen“, einer „Vielzahl von Förderern“ sowie „einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen“.  Zu den Förderern gehören unter anderem das Bundesforschungsministerium, das Wissenschaftsministerium des Landes Niedersachsen und die Robert Bosch Stiftung. „Prof. Dr. Ralf Knackstedt ist mit seinen Themen inter- und transdisziplinär unterwegs und offensichtlich hervorragend vernetzt“, so Baader.

Aktuell arbeitet Ralf Knackstedt im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ mit Kollegen und Kolleginnen aus der Literaturwissenschaft, dem literarischen Schreiben, der Kulturpolitik, den Informationswissenschaften und der Sprachtechnologie zusammen. Das interdisziplinäre Team erforscht die Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse. Im Innovationsverbund „SmartHybrid“ erforscht der Wirtschaftsinformatiker mit sechs niedersächsischen Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen neue digitale Dienstleistungen für Unternehmen in Niedersachsen. Im Projekt „InDeko.Navi“ geht es um betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel.

Im Forschungsprojekt „BeSt F:IT“ wendet sich der Wirtschaftsinformatiker an Mädchen und junge Frauen mit einer interaktiven Online-Plattform zur Berufs- und Studienorientierung. Das Ziel ist es, Schülerinnen  über regionale IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge aufzuklären und für IT zu begeistern. Denn zahlreiche Studien zeigen, dass das Interesse dieser Zielgruppe für IT im Alter zwischen 15 und 18 Jahren signifikant abnimmt. Das „BeSt F:IT“-Konzept soll auch in anderen Regionen angewendet werden. „Damit hat Ralf Knackstedt auch Fragen von Bildungsentscheidungen und Bildungseinrichtungen im Blick“, so Vizepräsidentin Baader. Eine seiner neuesten Publikationen, gerade im Druck, thematisiert „Business Process Management in German Institutions of Higher Education“ (2018).

Preis für hervorragende Lehre:
Kulturwissenschaftler Dr. Jochen Bonz und Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve

Für den Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2016/17 wurden insgesamt 92 Vorschläge eingereicht, wodurch  Studentinnen und Studenten insgesamt 50 Lehrende für den Preis nominierten. „Es ist erfreulich, dass so viele Studierende bereit sind, ihren Dozent*innen hervorragende Lehre durch deren Nominierung sowie eine anschauliche Begründung ihres Vorschlages zu bescheinigen“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Die Preis-Jury – bestehend aus zwei Studierenden und zwei Studiendekan*innen aller vier Fachbereiche – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der Preis geht an Dr. habil. Jochen Bonz sowie Prof. Dr. Werner Greve.

Dr. Jochen Bonz lehrt und forscht am Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur auf dem Kulturcampus. Der habilitierte wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Kulturwissenschaft im Spannungsfeld von ästhetischem und ethnologischem Kulturverständnis“, „Sound Studies: Zur inszenatorischen Qualität des Sounds in Pop, Kunst, Film und Alltagskultur“ sowie „Fans und andere Formen populärer Begeisterung“ ausgezeichnet.

Seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Dr. Jochen Bonz hat es in seiner Lehrveranstaltung geschafft, trotz der immensen Kursgröße auf die individuellen Lernbedürfnisse der Seminarteilnehmer*innen einzugehen. Kritische Fragen zu den im Seminar behandelten Texten griff er als Impulse auf und stellte sie zur Diskussion. Zentral in seiner Arbeit war die Aufforderung an die Studierenden, mit den Texten als Material zu arbeiten, im Sinne des Textes zu argumentieren und gerade dadurch auch fähig zu werden, ihre Ansätze womöglich zu kritisieren.“
  • „Das Seminar zu Sound Studies war ein optimales Beispiel, guter universitärer Lehre. In einer Kleingruppe – circa 10 Studierende – gab uns Jochen Bonz jede Sitzung die Möglichkeit, sowohl anhand von wissenschaftlicher Fachliteratur als auch frei zu diskutieren und kritisch über die praktischen Gegenstände nachzudenken. […] Es ergab sich ein freier Austausch zwischen den Studierenden und Jochen Bonz fungierte als eine Art Mediator – mal im Hintergrund, wenn nötig aber auch fokussiert im Vordergrund. So konnte er die teils eher praktischen Diskussionen mit tiefgehendem fachlichen Wissen anreichern und dadurch eine hohe Lehr- und Lernqualität erreichen. Doch alle fachlichen und didaktischen Kompetenzen nützen nichts, wenn der Dozent als sozialer Mensch versagt. Jochen Bonz arbeitet auf Augenhöhe mit den Studierenden, hilft und berät wo er kann und vermittelt (trotz der großen Nähe) eine Autorität, die man sehr gerne respektiert. Ich freue mich auf das nächste Seminar mit ihm!“

Jochen Bonz arbeitet seit Oktober 2016 auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Nach der Promotion 2003 an der Universität Bremen folgte 2011 die Habilitation an der Universität Bremen mit der Studie „Vom ‚Text‘ zur ‚Atmosphäre‘: Eine kulturtheoretische Studie an der Gegenwart“.

Seit 2001 forscht und lehrt der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. In Forschung und Lehre befasst sich Werner Greve mit der Erklärung von Handlungen und der Bewältigung von Problemen. Für seine hervorragende Lehre in den Vorlesungen „Einführung in die Psychologie“ und „Einführung in die Entwicklungspsychologie“ wird Werner Greve nun geehrt, seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Greve ist ein sehr aufgeschlossener Mensch. Er kann super erklären, egal welche Vorlesung meine Kommilitonen und ich bei ihm hatten, wir sind immer mitgekommen und haben alles verstanden. Die Lernanforderungen sind gut dosiert, er bewertet fair und lässt niemals schlechte Laune an jemandem aus.“
  • „Seine Folien sind nie zu voll und er erklärt auch diese einzeln, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Auf seine Vorlesungen hat man sich immer gefreut, sogar wenn sie um acht Uhr morgens waren. Seine immer gute Laune ist ansteckend. Bei Professor Greve lernt man gerne und schnell.“
  • „Der Dozent regt mit seinen Inhalten jeden Studenten zum Nachdenken an. Er benutzt in seinen Vorlesungen so passende Beispiele, sodass man jeden Tag an seine Worte und die dahinterstehenden Theorien denken muss. Er regt außerdem sehr stark zum weiter recherchieren an!“
  • „Herr Greve lehrt Menschen, selbstständig nachzudenken. Er zeigt auf, dass es keine Theorie gibt, die perfekt und fehlerfrei ist – dass es eine solche aber auch nicht geben muss, solange man sich möglicher Schwächen einer Annahme bewusst ist.“

Werner Greve war zuvor von 1994 bis 2003 Stellvertretender wissenschaftlicher Direktor und anschließend amtierender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover (KFN), davor Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Trier.

Zu den Arbeitsgebieten des Professors für Psychologie gehören die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Rechts- und Kriminalpsychologie und Theoretische Psychologie. Werner Greve befasst sich in Lehre und Forschung mit der Frage, wie wir belastende Erfahrungen, kritische Lebensereignisse und Entwicklungsprobleme bewältigen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen:
Gisbert Werth

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Der diesjährige Preisträger ist Gisbert Werth. „Als ich Sie vor Weihnachten zuhause anrief, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihnen der Servicepreis verliehen wird, haben Sie so reagiert, wie ich es nicht anders erwartet hatte – und wodurch ich in der Preisentscheidung bestärkt wurde. ‚Wie ich?‘ war Ihre ungläubige Reaktion“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

Seit seinem Start an der Universität Hildesheim im April 2012, zunächst als Vertretungskraft im Hausdienst und dann seit Januar 2013 als fester Mitarbeiter, setzt sich Gisbert Werth mit „großer Freude und Tatkraft“ für die Universität ein.

Seit 2016 ist er als Mitarbeiter des Hausdiensts auf dem Kulturcampus verantwortlich für die kleinen und großen Sorgen. „Zuletzt hat sich Ihre Tatkraft in außergewöhnlicher Weise beim Hochwassereinsatz auf der Domäne im Juli letzten Jahres gezeigt. Während dieser Zeit waren Sie rund um die Uhr einschließlich Samstags und Sonntags vor Ort und haben für Ihren Kulturcampus gekämpft – Sie waren Dammbauer, Aktenretter, Ansprechpartner, Wegweiser, Organisator und wohl auch Tröster“, sagt Matthias Kreysing.

Green Office verleiht erstmals Nachhaltigkeitspreis

Das Green Office der Universität Hildesheim vergibt erstmals den Nachhaltigkeitspreis und zeichnet studentische Abschlussarbeiten aus.

Erstmals werden Studierende der Universität Hildesheim mit einem Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs an Julia Horn verliehen. Die Lehramtsstudentin wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltiger Tourismus aus Sicht deutscher Pauschalreiseveranstalter“ ausgezeichnet. Darin untersucht sie im Rahmen einer Interviewstudie die Einstellung zu und Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien durch Anbieter von Pauschalreisen, die über ihr Angebot jedes Jahr Millionen deutscher Urlauber erreichen. Die erfolgreiche Abschlussarbeit wurde am Institut für Geographie wissenschaftlich betreut durch Dr. Sabine Panzer-Krause, die sich in Forschung und Lehre auf die Humangeographie spezialisiert hat und sich mit Fragestellungen zu Nachhaltigkeitstransformationen im regionalen und globalen Kontext beschäftigt.

Das Green Office zeichnet Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen und will damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen. Bewerben konnten sich Studierende und Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche, die ihre Abschlussarbeit im Wintersemester 2016/17 oder Sommersemester 2017 an der Universität Hildesheim eingereicht haben. Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten, deren Forschungsgegenstand sich in den Themenfeldern der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bewegt. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro. Der Preis wird einmal im Jahr verliehen. Der Auswahlkommission für den Nachhaltigkeitspreis gehören die Koordinatorinnen des Green Office, die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Bildung sowie die AStA-Referentin für Umwelt und Nachhaltigkeit an.

Für den Nachhaltigkeitspreis wurden acht studentische Bachelor- und Masterarbeiten aus den Fachgebieten Mathematik, Chemie, Geographie, Psychologie, Sozialwissenschaften, Grundschuldidaktik und Kulturpolitik eingereicht. Inhaltlich setzen sich die Studentinnen und Studenten unter anderem mit inklusiver und gerechter Bildung, mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Konsum, mit lebenslangem Lernen sowie Ressourcen- und Biodiversitätsschutz auseinander.

„Uns hat dabei positiv überrascht, wie vielfältig, kreativ und ambitioniert durch den wissenschaftlichen Nachwuchs dringende Probleme unserer Zeit angegangen werden. Als der Preis ausgeschrieben wurde haben wir nicht damit gerechnet, bereits im ersten Jahr so viele beeindruckende und hochwertige Einreichungen aus der gesamten Universität zu bekommen. Wir sind zuversichtlich, mit dem Preis einen Anstoß zu geben damit in Zukunft noch mehr Arbeiten in diesem Feld geschrieben werden.“, sagt Dr. Torsten Richter vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim.

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news-1773 Thu, 28 Dec 2017 11:22:00 +0100 Digitale Lebenswelten: Manipulation und Deutungskampf in digitalen Medien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digitale-lebenswelten-manipulation-und-deutungskampf-in-digitalen-medien/ Was sind sprachliche Indizien dafür, das Desinformation stattfindet? Darum geht es in der Vortragsreihe „Fake News, Bots und Propaganda? Manipulation und Deutungskampf in digitalen Medien“ am 9. Januar 2018 an der Uni Hildesheim. Im Interview äußert sich der Hildesheimer Politikwissenschaftler Wolf Schünemann, der die Vortragsreihe mitorganisiert, über die Diskursqualität im Netz und die demokratische Debattenkultur. Der Juniorprofessor für Politik und Internet untersucht mit weiteren Forschungskollegen in einer Studie 2,2 Millionen Online-Kommunikationsdaten aus dem Bundestagswahlkampf. Die Universität Hildesheim lädt interessierte Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger zur Vortragsreihe „Digitale Lebenswelten“ ein. Die vier Vorträge und Diskussionen stehen in diesem Wintersemester unter dem Motto „Fake News, Bots und Propaganda? Manipulation und Deutungskampf in digitalen Medien“.

Im ausgehenden Superwahljahr 2017 beschäftigt sich die Hildesheimer Vortragsreihe noch einmal mit dem Thema Wahlen und Wahlkampf. Nachdem sich die politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Manipulationen in der politischen Online-Kommunikation deutlich erhöht hat und eine teils hysterisch wirkende Debatte über Fake News, Bots und Propaganda hervorgebracht hat, werden die wissenschaftlichen Vorträge diesen Phänomenen aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Grund gehen. Den Auftakt macht am 13. Dezember 2017 der Politikwissenschaftler Sebastian Stier, er befasst sich in seinem Vortrag mit der Frage, wie soziale Medien von Populisten genutzt werden. Die Linguistin Simone Burel zeigt am 9. Januar 2018, wie sich Fake News linguistisch analysieren lassen. Was sind sprachliche Indizien dafür, das Desinformation stattfindet? Wolf Schünemann gibt am 23. Januar 2018 Einblicke in eine aktuelle Studie zur politischen Online-Kommunikation im Bundestagswahlkampf. Die Reihe endet am Mittwoch, 31. Januar 2017, mit einer Bilanz des niedersächsischen Online-Wahlkampfes: An der Podiumsdiskussion nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus den niedersächsischen Landesparteien und Medien teil. Wie bedeutend sind sozialen Medien in der politischen Online-Kommunikation? Welche Rolle spielten Fake News und Manipulation im niedersächsischen Landtagswahlkampf 2017?

Alle Vorträge sind öffentlich und kostenfrei. Nach einem 45-minütigen Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion (30 Minuten). „Bürger aus der Stadt sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Wir beobachten, dass der Zweifel an positiven Effekten digitaler Kommunikation und sozialer Medien auf den demokratischen Diskurs wächst. Mit unserer Vortragsreihe möchten wir dazu beitragen, dass sich Bürger tiefergehend und faktenbasiert mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Kommunikation, mit Regulierung und Meinungsfreiheit in der liberalen Demokratie auseinandersetzen“, sagt der Hildesheimer Juniorprofessor Wolf Schünemann. Der Politikwissenschaftler vom Institut für Sozialwissenschaften organisiert die Vortragsreihe gemeinsam mit der Sprachwissenschaftlerin Professorin Beatrix Kreß (Institut für Interkulturelle Kommunikation), der Übersetzungswissenschaftlerin Professorin Bettina Kluge (Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation) und dem Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum (Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie).

Programm der öffentlichen Vortragsreihe „Digitale Lebenswelten – Fake News, Bots und Propaganda? Manipulation und Deutungskampf in digitalen Medien“

Mittwoch, 13. Dezember 2017
Sebastian Stier, GESIS Köln
„Was sagt das ‚Volk‘? Populistische Kommunikation in sozialen Medien“
18:15 Uhr, Raum N 006 (Forum)
Hauptcampus der Universität Hildesheim am Universitätsplatz 1

Dienstag, 9. Januar 2018
Simone Burel, Universität Heidelberg
„Like oder Not-like? Linguistische Perspektiven auf Fake News in der digitalisierten Politik“
18:15 Uhr, Aula am Bühler-Campus der Universität Hildesheim

Dienstag, 23. Januar 2018
Wolf J. Schünemann, Universität Hildesheim
„Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken – ein Forschungsbericht“
18:15 Uhr, Aula am Bühler-Campus der Universität Hildesheim

Mittwoch, 31. Januar 2018
„Online first oder viel Lärm um nichts? Eine Bilanz des niedersächsischen Online-Wahlkampfs 2017 – Podiumsdiskussion mit Vertreterninnen und Vertretern der niedersächsischen Politik und Medien“
18:15 Uhr, Aula am Bühler-Campus der Universität Hildesheim

Programm [PDF]

Interview mit Prof. Dr. Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet

Wird Social Media überschätzt?

Herr Professor Schünemann, Sie untersuchen gemeinsam mit Kollegen aus Göttingen und Heidelberg die politische Online-Kommunikation im Netz und klicken sich durch Kommentare und Online-Diskussionen.

Wolf Schünemann: Wir haben in unserer Studie „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) Online-Kommunikationsdaten aus dem diesjährigen Bundestagswahlkampf gesammelt, vom 1. April 2017 bis zum 24. September 2017. Einen ersten Überblick unserer Ergebnisse haben wir online verfügbar gemacht (www.uni-hildesheim.de/wahlkampfanalyse). Wir wollen mit unseren corpuslinguistischen Verfahren herausfinden: Was passiert im Netz während des Wahlkampfs? Sind die sozialen Medien ein Tummelbecken für unzivilisierte Angriffe? Finden wir in den Daten einen Qualitätsabfall, kommt es zu einer Verschlechterung der politischen Diskursqualität – beobachten wir online mehr Kommunikation, die geprägt ist von Hass und Hetze? Wir analysieren Facebook-Posts. Eine Forschungsfrage ist, wie sehr sich die Anonymität auf das Diskurs-Verhalten auswirkt: Wie anonym bewegen sich die Kommentatoren im Netz? Gibt es einzelne User, die das Gesprächsklima „vergiften“? Im Januar 2018 beginnt ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in Hildesheim, wir haben noch viele Daten zu analysieren. Um eine Vorstellung zu geben: Für die Aktivitäten auf den Facebook-Seiten der aussichtsreichen Bundesparteien und ihrer Spitzenkandidaten haben wir im Zeitraum von einem halben Jahr vor der Bundestagswahl 2,2 Millionen Meldungen und Kommentare gesammelt, die wir automatisiert und in Teilen qualitativ untersuchen wollen.

Mit ihrer Forschung möchten Sie herausfinden: Welchen Beitrag leistet die Internettechnologie zu einer demokratischen Debattenkultur?

Wolf Schünemann: Hervorgegangen ist die „WasN“-Studie aus einer Vorstudie zum Thema Diskursverhalten in der politischen Online-Kommunikation. Wir haben am Beispiel der baden-württembergischen Landtagswahl 2016 konkret die Frage untersucht, ob das Diskursverhalten in Online-Foren sich mit steigendem Anonymitätsgrad verschlechtert oder ob es, so denn eine Verschlechterung online zu beobachten ist, an anderen Faktoren liegt. Die jetzige „WasN“-Studie wird darüber hinaus weitere Fragen beantworten, etwa nach der Existenz von Echokammern oder Anzeichen für Social Bots, also Computerprogrammen, die eine menschliche Identität vortäuschen.

Wie geht es weiter, was untersuchen Sie speziell in den nächsten Monaten?

Wolf Schünemann: Wir werden die Daten quantitativ-automatisiert (etwa nach Worthäufigkeiten, Konkordanzen) sowie qualitativ untersuchen. Neben den natürlichen Daten haben wir auch Daten aus experimenteller Forschung, zu denen uns Hintergründe über die Probanden bekannt sind. So können wir soziale Kommunikationssituationen, wie etwa eine politische Diskussion, beobachten. Diese Daten werden dann auch statistisch ausgewertet. Interessant wird es sein, weiterhin zu beobachten: Wie verhalten sich die Parteien im Netz?

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Studie zur politischen Online-Kommunikation

Hinter der Studie „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken – Politische Online-Kommunikation und Diskursverhalten im Kontext des Bundestagswahlkampfs 2017“ (WasN) stecken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, der Universität Heidelberg und vom Göttinger Institut für Demokratieforschung. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann leitet die Studie. Das Forschungsprojekt wird von der Abteilung Medienforschung des ZDF sowie von der Universität Hildesheim und vom Göttinger Institut für Demokratieforschung finanziell unterstützt.

Weitere Einzelheiten zur Studie finden Sie online: Studie analysiert Wahlkampf und Erste Analysen nach der Bundestagswahl 2017

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news-8330 Mon, 11 Dec 2017 11:54:00 +0100 Über Geschichte berichten: Die Europagespräche im Radio https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ueber-geschichte-berichten-die-europagespraeche-im-radio/ Im Seminar „Über Geschichte berichten – Die Europagespräche im Radio“ erproben Studentinnen und Studenten das Berichten über Geschichte. Entstanden ist eine Radiosendung, die am Mittwoch, 13. Dezember 2017 bei Radio Tonkuhle ausgestrahlt wird. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Radiosender soll fortgesetzt werden. Studentinnen und Studenten des Fachs Geschichte haben am Beispiel des Vortrags „US-Präsident Donald Trump, die USA und Europa  – ein Jahr nach der Wahl“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ das Berichten über Geschichte erprobt. In Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle haben sie einen Radiobeitrag produziert. Die Studierenden führten ein Interview mit dem Historiker Professor Hans-Jürgen Schröder, dessen Forschungsschwerpunkt im Bereich der US-amerikanischen und deutschen Außen- und Außenwirtschaftspolitik im 20. Jahrhundert liegt. Im Interview geht der Professor auf die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA ein. Die Wahl markiere einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der USA, der Weltpolitik und in den amerikanisch-europäischen Beziehungen.

Das Institut für Geschichte der Universität Hildesheim arbeitet mit dem Lokalsender Radio Tonkuhle zusammen. „Ziel des Pilotprojekts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Radiozuhörer vermittelt werden können“, sagt die Dozentin Sanne Ziethen. Im Seminar zum Thema Medienkompetenz erfahren die Studierenden in Theorie und Praxis, wie Journalismus funktioniert, wie ein Radiobeitrag mit Einspielern produziert wird und mit welchen Mitteln und Maßnahmen Hörfunkbeiträge entstehen. Ziel des Seminars ist auch, die Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim weiter bekannt zu machen. Sämtliche Vorträge sind öffentlich und kostenfrei. Die Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle soll fortgesetzt werden, so Sanne Ziethen.

Eine Kurzzusammenfassung des Vortrags und des Interviews mit dem Historiker Professor Dr. Hans-Jürgen Schröder (Universität Gießen) ist in Kürze online auf der Webseite des Instituts für Geschichte abrufbar. In der Sendereihe „Campusradio“ sendet Radio Tonkuhle ein ausführliches Interview am Mittwoch, 13. Dezember 2017, zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

Zeitzeugen in Hildesheim: Europagespräche – Wissenschaft in der Stadt

Wie entstehen Konflikte, wie entstehen Kriege, wie kann man sie vermeiden? Diese Fragen bewegen Professor Michael Gehler. Seit zehn Jahren veranstaltet der Historiker der Universität Hildesheim die „Europagespräche“, eine öffentliche und wöchentliche Vortragsreihe, in der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer Zeitgeschichte und europäischer Integration sprechen. Die Bürger diskutieren mit den Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland, der Meinungsaustausch ist wesentlicher Bestandteil der Europagespräche.

Die Vortragsreihe „Europagespräche“ bietet Raum für historische und aktuelle Europafragen. Jeden Montag im Semester in Hildesheim. Im Wintersemester 2017/18 referiert am 11. Dezember 2017 Max Otte zum Thema „Die Vereinigten Staaten und Europa“. Knut Kircher spricht am 18. Dezember 2017 über „Fußball und Europa. Erfahrungen eines Bundesliga-, Europa- und Champions-League-Schiedsrichters“. Am 8. Januar 2018 hält Sebastian Huhnholz den Vortrag „Europa steuern. Fiskalische Einflüsse auf europäische Formen“.  Professor Michael Gehler erläutert die einzelnen Vorträgen online im Kurzvideo. Alle Vorträge sind online abrufbar, auch die Vorträge,  Videos und Berichte der letzten zehn Jahre sind im Online-Archiv des Instituts für Geschichte abrufbar.

Europagespräche [Programm als PDF]

Lesetipp: Europäische Zeitgeschichte im Universitätsjournal

Im Interview „Ein Ringen, ein echtes Tauziehen“ spricht der Historiker Prof. Dr. Michael Gehler über seine Forschung zur europäischen Zeitgeschichte. Gehler äußert sich etwa über die Entstehung, Geschichte und Zukunft der Europäischen Union, über die EU als Währungsraum und Rechtsraum und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg; über nationalstaatliche Interessen und das Motto „In Vielfalt geeint“. Europa ist eine große Baustelle, für einen Forscher ist das absolut herausfordernd und spannend, sagt Michael Gehler. Das Interview wurde im aktuellen Universitätsjournal DIE RELATION veröffentlicht. Das Universitätsjournal liegt ab sofort an allen Campusstandorten aus, zum Beispiel vor der Universitätsbibliothek.

 

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
news-4716 Fri, 24 Nov 2017 11:18:00 +0100 Politik in einer vernetzten Gesellschaft: Politikwissenschaftlicher Weltverband tagt in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politik-in-einer-vernetzten-gesellschaft-politikwissenschaftlicher-weltverband-tagt-in-niedersachse/ Professorin Marianne Kneuer hat an der Universität Hildesheim den Forschungsschwerpunkt „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie ist stellvertretende Leiterin der „International Political Science Association“ (IPSA). Die Beschäftigung mit digitalen Medien verknüpft die Professorin mit ihrem anderen Forschungsschwerpunkt, der Analyse von Demokratien und Autokratien. Professorin Kneuer ist in diesem Jahr für die alle zehn Jahre stattfindende State-of-the-Art-Konferenz der globalen Vereinigung für Politikwissenschaft verantwortlich. 200 Experten beschäftigen sich mit Cyberkriminalität, mit der digitalen Kommunikation in autoritären Staaten und mit digitalen Medien im Wahlkampf. Digitale Medien sind das bestimmende Merkmal des 21. Jahrhunderts. Sie sind die Triebkraft der Kommunikation im neuen digitalen Zeitalter mit weitreichenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und das politische Spektrum. Für die Disziplin der Politikwissenschaft halten digitale Medien zwei Herausforderungen bereit: Einerseits als Untersuchungsgegenstand, etwa was nationale wie auch internationale Akteure, die Beziehungen zwischen Regierungen und gesellschaftlichen Akteuren oder zwischen Politikern und Bürgern betrifft. Andererseits beeinflussen die digitalen Medien aber auch die akademische Landschaft in Bezug auf Forschung wie auch Lehre.

Die globale Vereinigung für Politikwissenschaft – International Political Science Association (IPSA) – widmet daher die alle zehn Jahre stattfindende State-of-the-Art-Konferenz in diesem Jahr dem Thema Digitalisierung. Organisiert von Marianne Kneuer (Universität Hildesheim) und Helen Milner (University of Princeton) findet diese Konferenz auf Schloss Herrenhausen in Hannover statt (vom 4. bis zum 6. Dezember 2017). Die IPSA-Konferenz untersucht dabei die Herausforderungen der digitalen Medien an die Politikwissenschaft. Die Konferenz bietet eine Plattform zur Diskussion und Reflexion über die Bedeutung von Politikwissenschaft in einer vernetzten Gesellschaft.

Es werden rund 200 Teilnehmer aus aller Welt erwartet, die sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten beschäftigen: Cyberkriminalität, digitale Kommunikation in autoritären Staaten, digitale Medien im Wahlkampf ebenso wie mit elektronischen Lernen, dem Einfluss auf Politikberatung oder auf Journalismus und das Verlagswesen. 

Die Konferenz auf Schloss Herrenhausen steht auch einem breiten Publikum offen. Gegen eine Gebühr von 15 Euro bzw. 5 Euro (für Studierende unter 35) ist eine Registrierung am Konferenzort (Herrenhäuserstraße, 30419 Hannover) morgens während aller drei Konferenztage möglich.

Unterstützt wird die Tagung durch die VolkswagenStiftung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Universität Hildesheim, die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft und die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen unter anderem aus Brasilien, Tunesien, Indien, Finnland, Türkei, Litauen, Tansania, Mexiko, Canada, China, Südafrika, Kasachstan, Japan, Bolivien, Paraguay und Südkorea. Etliche Spezialisten aus Nordamerika werden auf der Konferenz sprechen, etwa Ronald Deibert (University of Toronto, Canada), Peter Cowhey (University of California San Diego, United States of America) und Professor Jonathan Aronson (University of Southern California, USC Annenberg School for Communication and Journalism, United States of America).

Das gesamte Konferenzprogramm „Political Science in the Digital Age: Mapping Opportunities, Perils and Uncertainties“ finden Sie online.

Politikwissenschaft in Hildesheim

Professorin Marianne Kneuer forscht und lehrt am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Die Politikwissenschaftlerin hat in Hildesheim einen bundesweit viel beachteten Forschungsschwerpunkt aufgebaut. Marianne Kneuer befasst sich in der Arbeitsgruppe „Internet und Politik“ mit den Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft und den Verflechtungen zwischen World Wide Web und Politik.

Medienkontakt: Kontakt zu Prof. Dr. Marianne Kneuer und den internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905).

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Migrationspolitik Pressemeldungen Internationales Sozialwissenschaften Politik Forschung Fachbereich 1 Startseite
news-8721 Wed, 22 Nov 2017 11:39:44 +0100 Beziehungen zwischen Europa und Ostasien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/beziehungen-zwischen-europa-und-ostasien/ Am Institut für Geschichte lehrt die Wissenschaftlerin Nana Miyata über die Beziehungen zwischen Europa und Ostasien seit dem 16. Jahrhundert. „Deutschlands Geschichtsforschung hat einen dringenden Europäisierungs- und Internationalisierungsbedarf“, sagt der Hildesheimer Historiker Professor Michael Gehler. Daher lädt das Geschichts-Institut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland nach Hildesheim ein. Am Institut für Geschichte ist im November die Dozentin Nana Miyata zu Gast. Sie unterrichtet im Seminar „Europa und Ostasien (China, Korea, Japan) vom 16. bis ins 20. Jahrhundert“. In der Forschung und Lehre befasst sich Nana Miyata mit der Entwicklung in den Beziehungen zwischen Europa und China sowie Japan seit dem 16. Jahrhundert und insbesondere mit der imperialen Ausdehnung des Westens im 19. Jahrhundert und den Bestrebungen der beiden Länder China und Japan, sich zu modernisieren.

Die Wissenschaftlerin hat in Tokyo, Japan, studiert und in Bonn promoviert und forscht zu Japans auswärtigen Beziehungen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Ostasiens und die diplomatischen, kulturellen und historischen Aspekte in der Beziehung zu Europa, besonders zu Deutschland und Österreich. Derzeit forscht Miyata zur Frage der Grenzregelungen nach dem 1. Weltkrieg und zur Arbeit der Grenzziehungskommissionen, denen auch japanische Diplomaten und Militärs angehörten. „Deutschlands Geschichtsforschung hat einen dringenden Europäisierungs- und Internationalisierungsbedarf. Das ist ein Grund, warum wir Frau Miyata eingeladen haben“, sagt Professor Michael Gehler vom Institut für Geschichte der Universität Hildesheim.

Im November hat Miyata über ihre Forschung mit Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim diskutiert. „Ein historischer Dialog mit anderen Ländern und Zivilisationen vertieft unser Verständnis über die heutige Welt. Das Interesse der Studenten an diesem Seminar hat mich auf dem weiteren Weg der Forschung sehr ermutigt“, sagt Nana Miyata.

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Pressemeldungen Geschichte Fachbereich 1
news-14130 Tue, 14 Nov 2017 10:07:00 +0100 Theologe und Religionspädagoge Martin Schreiner übernimmt Vorstandsvorsitz https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/theologe-und-religionspaedagoge-martin-schreiner-uebernimmt-vorstandsvorsitz/ Professor Martin Schreiner von der Universität Hildesheim hat den Vorstandsvorsitz der Barbara-Schadeberg-Stiftung übernommen, die Schulen in Deutschland und Europa unterstützt. Der Theologieprofessor gilt deutschlandweit als Experte für Theorie und Praxis evangelischer Schulen. Der Hildesheimer Professor für Evangelische Theologie und Religionspädagogik habilitierte sich 1995 an der LMU München mit einer Arbeit über evangelische Schulen und gilt als Experte für Theorie und Praxis evangelischer Schulen. Seit 2013 ist er Vizepräsident für Stiftungsentwicklung an der Stiftung Universität Hildesheim. Er sagt: „An evangelischen Schulen ist religiöse Bildung selbstverständlicher Teil allgemeiner Bildung. Evangelische Schulen resignieren nicht, sondern prosignieren: Sie stehen für etwas ein, nämlich für die Erfahrbarkeit der Menschenfreundlichkeit des christlichen Gottes. Sie bieten Ermöglichungsräume für eine religionssensible Schulkultur inklusive interkultureller und interreligiöser Bildung.“ Evangelische Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Achtung der menschlichen Würde und zum Gemeinwohl, indem sie bestrebt sind, eine Kultur der Hoffnung, des Dienstes am Anderen und der Entfaltung eines und einer jeden zu entwickeln. Dadurch sollen die Lehrkräfte und die Lernenden in die Lage versetzt werden, mit Zuversicht in die Zukunft zu gehen. Forschungsschwerpunkte des Hildesheimer Professors liegen in den Bereichen Theorie und Praxis Evangelischer Schulen, Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen, religiöse Lehr-Lern-Prozesse und religiöse Bildung in Zeiten religiöser Indifferenz sowie Gottesbilder von Kindern und Jugendlichen heute.

Die Barbara-Schadeberg-Stiftung wurde 1994 aus dem privaten Vermögen der Unternehmerin Barbara Lambrecht-Schadeberg nach dem Stiftungsrecht der Evangelischen Kirche von Westfalen errichtet. Die Stiftung verfolgt das Ziel, im Evangelium begründete Bildung und Erziehung zu fördern. Die Fördermittel dienen evangelischen Schulen, Internaten und Schulneugründungen, der Lehrerfortbildung und der Wissenschaft.

Seit ihrer Gründung konnte die Barbara-Schadeberg-Stiftung Schulen in Deutschland, Polen, Lettland, der Slowakei, Tschechien, Rumänien, Ungarn und Österreich mit insgesamt 2.7 Millionen Euro unterstützen.

Nach beinahe 25jährigem Engagement als Vorstandsvorsitzende hat die Stifterin Barbara Lambrecht-Schadeberg die Leitung der Förderarbeit für evangelische Schulen in Deutschland und Europa an ihren Nachfolger Professor Martin Schreiner übergeben.

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Pressemeldungen Evangelische Theologie Fachbereich 1
news-14008 Tue, 17 Oct 2017 15:55:00 +0200 Rechtspsychologie: Professor Dahle lehrt und forscht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-professor-dahle-lehrt-und-forscht-in-hildesheim/ Der Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ startet an der Universität Hildesheim. Mit Professor Klaus-Peter Dahle konnte ein renommierter Kriminalpsychologe von Berlin nach Hildesheim berufen werden. Die Uni bildet ab dem Wintersemester 2017/18 Psychologinnen und Psychologen für den niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug aus. Das Justiz- und Sozialministerium vergeben Stipendien. Mit der Rechtspsychologie startet zum Wintersemester 2017/18 an der Universität Hildesheim ein neuer Studienschwerpunkt. Dieser ist Teil einer langfristigen Strategie zur Personalgewinnung des Niedersächsischen Justizministeriums (zuständig für Justizvollzug) und des Niedersächsischen Sozialministeriums (zuständig für Maßregelvollzug). Er soll durch die enge Verzahnung von Forschung und Praxis dazu beitragen, gut ausgebildeten Nachwuchs für die Vollzugseinrichtungen des Landes zu gewinnen.

Das Niedersächsische Justizministerium und das Niedersächsische Sozialministerium unterstützen jedes Jahr jeweils ein bis zwei Studierende im Rahmen eines Stipendiums. Die Stipendiaten erhalten monatlich 1200 Euro und absolvieren während des Studiums eine Praxisphase in Einrichtungen des Maßregel- und Justizvollzuges. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erhalten sie ein Einstellungsangebot in einer Justiz- oder Maßregelvollzugsanstalt des Landes Niedersachsen.

Für die neu eingerichtete Professur konnte Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle gewonnen werden. Der renommierte Kriminalpsychologe ist anerkannter Spezialist für Kriminalprognosen in Deutschland. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen und Jugendkriminalität. Mit seiner Forschung trägt der Psychologieprofessor dazu bei, die Zuverlässigkeit prognostischer Einschätzungen zu erhöhen. Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und hat zuvor am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität in Berlin geforscht.

Nachgefragt bei Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle

Seit dem Wintersemester 2017/18 bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und hat vor seiner neuen Aufgabe in Hildesheim an der Charité Universitätsmedizin in Berlin geforscht.

Warum ist Lehre und Forschung im Bereich der Rechtspsychologie wichtig?

Dahle: Anliegen der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu beobachten, zu erklären und auch vorherzusagen. Das Fach Rechtspsychologie beschäftigt sich als Grundlagen- und Anwendungsfach mit menschlichem Erleben und Verhalten in Bereichen, wo es besonders schwierig und konfliktträchtig wird und die deshalb tief in rechtliche Fragen eindringen. Da geht es oft um Entscheidungen von ganz erheblicher Tragweite. Im Bereich des Strafrechts geht es beispielsweise um Fragen des Opferschutzes oder ganz allgemein um Fragen des gesellschaftlichen Sicherheitsinteresses – etwa wenn wir als Sachverständige gefragt werden, ob ein inhaftierter Straftäter, bei dem ein Gericht entscheiden muss, ob eine Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, weiterhin gefährlich ist. Andererseits geht es um die Möglichkeit zur Früherkennung und Prävention krimineller Fehlentwicklungen, um Fragen nach den Resozialisierungsmöglichkeiten von Tätern mit bereits eingetretener erheblicher Straffälligkeit oder nach den Behandlungsmöglichkeiten psychisch kranker Rechtsbrecher. Auch dies dient letztlich dem Opferschutz und dem gesellschaftlichen Sicherheitsinteresse. Hierfür die erforderlichen Grundlagen zu schaffen und die erforderlichen Methoden zu entwickeln ist Aufgabe rechtspsychologischer Forschung, diese Grundlagen und Methoden zu vermitteln und damit für qualifizierten Nachwuchs in den verschiedenen rechtspsychologischen Arbeitsfeldern zu sorgen, ist eines der Hauptanliegen rechtspsychologischer Lehre.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Studiengang?     

Dahle: Interessierte und neugierige Studierende, spannende und kreative Lehrveranstaltungen mit anregenden und erkenntnisreichen Diskussionen. Mein Hauptanliegen wären rechtspsychologisch gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen, die sich auf der Höhe von Wissenschaft und Methodik mit Spaß und Interesse der ja nicht ganz einfachen Arbeit im rechtspsychologischen Feld widmen. Mit der Professur für Rechtspsychologie wurde ja ein in dieser Form in Deutschland einzigartiges Angebot geschaffen. Die sich damit bietenden Chancen und Möglichkeiten sollten genutzt werden.

Wozu tragen Sie mit Ihrer Forschung bei?

Dahle: Meine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Da geht es einerseits um Fragen nach den Ursachen und den Verlaufsformen krimineller Fehlentwicklungen. Vor allem aber beschäftige ich mich mit den Voraussetzungen und der Wirksamkeit von Institutionen und Methoden der Straftäterresozialisierung und Rückfallprävention. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Überprüfung von Methoden der Rückfallprognose mit dem Ziel, die Zuverlässigkeit prognostischer Einschätzungen zu erhöhen. Beide Schwerpunkte hängen zusammen, weil wirksame Resozialisierungs- und Präventionsmaßnahmen an den individuellen Risikomerkmalen des Täters ansetzen sollten und entsprechend dem jeweiligen Rückfallrisiko dosiert werden muss. 

Die Fragen stellte Isa Lange.

Institut für Psychologie

Was sagt das Land zum neuen Studienschwerpunkt?

„Auf der einen Seite brauchen wir qualifizierten Nachwuchs für die fachkompetente Diagnostik, Betreuung und Behandlung unserer Strafgefangenen. Auf der anderen Seite brauchen wir eine systematische Forschung auf dem Gebiet der Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen und der Verbesserung von Kriminalprognosen. Ich bin sicher, dass wir mit diesem Studienschwerpunkt beides auf einmal erreichen“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Ideengeberin und Initiatorin des Studienschwerpunktes. „Mit dem neuen Angebot eröffnen wir engagierten Studierenden attraktive und konkrete Karrierechancen beim Land Niedersachsen. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dieses anspruchsvolle Studienangebot zu realisieren.“

Cornelia Rundt, Niedersächsische Sozialministerin sagt: „Von diesem neuen Studienangebot, das bundesweit einmalig ist, profitieren nicht nur die Gefangenen in Justizvollzugsanstalten und die Patientinnen und Patienten des Maßregelvollzugs, sondern vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger. Die praktische Arbeit mit den Betroffenen ist umgesetzte Kriminalprävention. Rechtspsychologinnen und -psychologen, die zum Beispiel auch in Beratungsstellen arbeiten, können die oft traumatisierten Opfer von Straftaten zudem sachkundig und individuell beraten.“

„Mit der Rechtspsychologie wird die an der Universität Hildesheim bereits sehr gut aufgestellte Psychologie um einen weithin besonderen Schwerpunkt erweitert. Es freut mich besonders, dass dieses innovative Feld zukünftig durch eine zusätzliche Professur in Lehre und Forschung sehr kompetent vertreten und entwickelt wird“, erläutert Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

Lisann Killig studiert seit Oktober Rechtspsychologie in Hildesheim. Die Psychologie-Studentin an der Universität Hildesheim und Stipendiatin des Niedersächsischen Justizministeriums sagt: „Ich finde es spannend, künftig mit Strafgefangenen zu arbeiten und dazu beizutragen, dass sie nach ihrer Haftentlassung ein straffreies Leben führen können. Die 22-Jährige aus der Region Hannover hat den Bachelor-Studiengang Psychologie an der Universität Osnabrück absolviert und bereits in der JVA Meppen hospitiert. „Durch das Stipendium kann ich mich voll und ganz auf mein Studium konzentrieren, muss nicht mehr nebenbei jobben und kann im praktischen Teil schon erste Erfahrungen in meinem zukünftigen Arbeitsfeld sammeln. Und nach dem Abschluss habe ich einen Arbeitsplatz in dem vielseitigen und herausfordernden Arbeitsfeld des Justizvollzugs sicher. Für mich ist das ideal.“

Hintergrund

Das Masterstudium „Psychologie“ umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern und wird mit dem Titel „Master of Science Psychologie“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen ab dem Wintersemester 2017/18 zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und – neu eingeführt – Rechtspsychologie).

Zu den Studieninhalten der Rechtspsychologie gehören unter anderem Entwicklungs- und Ursachentheorien kriminellen Verhaltens, Aufgaben und Methoden für psychologische Tätigkeiten im Justiz- und Maßregelvollzug, Straftäterbehandlung und Methoden der Kriminalprognose.

Im Niedersächsischen Justizvollzug arbeiten über 100 Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern als Fach- und Führungskräfte. Im niedersächsischen Maßregelvollzug arbeiten circa 50 Psychologinnen und Psychologen überwiegend in der therapeutischen Arbeit mit Patientinnen und Patienten der forensisch-psychiatrischen Kliniken.

Medienkontakt: Kontakt zum Kriminalpsychologen Prof. Klaus-Peter Dahle und den Studentinnen und Studenten über die Pressestelle der Universität Hildesheim(Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-13807 Wed, 20 Sep 2017 09:50:00 +0200 Ausgezeichnet: Juniorprofessor für Theologische Ethik https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausgezeichnet-juniorprofessor-fuer-theologische-ethik/ Der Hildesheimer Theologieprofessor Alexander Merkl wird mit dem renommierten Buchpreis „Theological Book of the Year" ausgezeichnet. Wie handle ich richtig und gut? Der Wissenschaftler befasst sich mit Neid, Wahrheit und Lüge und arbeitet derzeit an seiner Habilitation. Für seine herausragende Forschung wird der Hildesheimer Wissenschaftler Alexander Merkl mit dem Buchpreis „Theological Book of the Year" der „European Society for Catholic Theology“ in der Kategorie „emerging scholar" ausgezeichnet.

Im Bereich der katholischen Theologie handelt es sich um eine renommierte Anerkennung – dementsprechend groß fällt die Freude aus. „Eine wirklich schöne Auszeichnung“, freut sich Merkl nach seiner Rückkehr aus Straßburg, wo er den Preis Anfang September entgegengenommen hat. Alexander Merkl wurde ausgezeichnet, da er mit seiner Forschung „das Interesse an der Theologie bei einem breiteren Publikum“ weckt. Mit seiner Publikation leistet der Wissenschaftler  einen „klaren und signifikanten Beitrag zur wissenschaftlichen Entwicklung der theologischen Forschung“.

Menschliche Grundhaltungen erforschen

Die Auszeichnung erhält Alexander Merkl für seine Dissertationsschrift. In seiner Forschung beschäftigt sich Merkl mit menschlichen Grundhaltungen und der „Relevanz von Tugenden“ für die Friedensethik. Forschungsfragen sind unter anderem: Was heißt es in einem friedensethischen Kontext, geduldig und gewaltfrei zu handeln? Wo werden Unterschiede aber auch gemeinsame Ansatzpunkte US-amerikanischer und deutschsprachiger Forschungsbeiträge greifbar? Wie lässt sich die Relevanz von Tugenden in konkreten Anwendungsfeldern wie den Menschenrechten oder der Zivilgesellschaft fassbar machen?

Alexander Merkl lehrt und forscht seit Mai 2017 als Juniorprofessor für Theologische Ethik im Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Der Wissenschaftler befasst sich mit dem Handeln und der Lebensführung der Menschen. Eine der grundlegenden Forschungsfragen lautet: Wie handle ich, gerade auch vor dem Horizont des Glaubens, richtig und gut? Alexander Merkl ist 30 Jahre jung und kommt gebürtig aus dem oberbayerischen Ingolstadt. Zum Studium zog es ihn in die Oberpfalz, nach Regensburg, wo er 2015 am Lehrstuhl für Moraltheologie promovierte. „Die mit der Juniorprofessur für Theologische Ethik gegebene Perspektive und Sicherheit waren erste Entscheidungskriterien für Hildesheim.“ Stellen wie eine Juniorprofessur im Fach Theologie seien „eine absolute Seltenheit“.

Wie prägen Neid, Trägheit oder auch Hochmut unser Leben?

Der Wissenschaftler steht am Anfang seiner zweiten großen Qualifikationsschrift, der Habilitation. „Darin werde ich mich mit den oft als ‚Todsünden‘ bezeichneten Lastern wie Neid, Trägheit oder auch Hochmut auseinandersetzen. Dabei will ich untersuchen, wie diese Laster unser Handeln auch heute noch prägen“, so Merkl.

Aktuell arbeitet der Theologieprofessor mit einem Hamburger Kollegen vom Institut für Theologie und Frieden an einem Sammelband zum Thema „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik“. Zu dem Band wird auch ein mit 2.000 Euro dotierter Essaypreis ausgeschrieben. In aktuellen Aufsatzbeiträgen unterzieht der Juniorprofessor die europäische Sicherheitsagenda einer ethischen Lesart, beschäftigt sich mit dem heiß diskutierten päpstlichen Schreiben „Amoris Laetitia“ zu Fragen von Ehe und Familie und wendet sich dem Thema „Die Päpste und die Weltfriedenstage" zu. Zudem erschien jüngst in Kooperation mit Professorin Kerstin Schlögl-Flierl vom Lehrstuhl für Moraltheologie der Universität Augsburg ein gemeinsames Lehrbuch mit dem Titel „Moraltheologie kompakt. Ein theologisch-ethisches Lehrbuch für Schule, Studium und Praxis“, das einige zentrale Themen des Faches möglichst prägnant darstellen will und sich vor allem an die Studierenden der Theologischen Ethik richtet.

Derzeit bereitet sich der Hildesheimer Juniorprofessor auf die Lehre im Wintersemester vor. Mitte Oktober geht es los – dann steht zum Beispiel die Vorlesung „Einführung in die Theologische Ethik“ auf dem Programm. Die Vorlesung führt in die begrifflichen, methodischen und  inhaltlichen Grundlagen der Theologischen Ethik ein und diskutiert Begriffe wie Ethik, Ethos und Moral, Norm und Tugend, Sünde, Gewissen, Wahrheit und Lüge. In einem Seminar befasst sich der Wissenschaftler mit kontroversen Themen der katholischen Sexualmoral und Beziehungsethik. „Nicht erst seit den beiden Bischofssynoden zu Ehe und Familie (2014/2015) und dem daraus resultierenden Apostolischen Schreiben ‚Amoris laetitia‘ (2016) von Papst Franziskus stehen die katholische Sexualmoral und Beziehungsethik neu im Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit“, sagt Alexander Merkl. „Im Rahmen des Seminars sollen zunächst die Grundlagen im Bereich der traditionellen Sexualmoral erarbeitet werden, um davon ausgehend die drängenden Fragen der persönlichen Beziehungsgestaltung – nichteheliche Lebensgemeinschaft, Ehe, Familie, Homosexualität, Wiederheirat – zu reflektieren.“

Kontakt zu dem Forscher: Prof. Dr. Alexander Merkl, Juniorprofessor für Theologische Ethik am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim (E-Mail: merkla[at]uni-hildesheim.de)

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Katholische Theologie
news-13707 Thu, 17 Aug 2017 18:54:00 +0200 Therapieprogramm Willi Waschbär: Lernen und Aufmerksamkeit besser steuern https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/therapieprogramm-willi-waschbaer-lernen-und-aufmerksamkeit-besser-steuern/ Uni-Hochschulambulanz sucht ab sofort Familien: Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie Kinder sich entwickeln. Zweit- und Drittklässler können an einem Therapieprogramm teilnehmen. Die Universität Hildesheim sucht dafür interessierte Familien, die sich ab sofort bei den Wissenschaftlerinnen melden können. Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ab August 2017 ein Projekt für Kinder im 2. und 3. Schuljahr mit Schwierigkeiten im Rechnen und in der Aufmerksamkeit an. In kleinen Gruppen von zwei bis vier Kindern sollen die Kinder üben, ihre Aufmerksamkeit bei der Bearbeitung von Rechenaufgaben besser zu steuern. Das Programm ist eine Kurzintervention mit zehn Sitzungen. Für Eltern gehören fünf Informationsabende dazu.

Die Arbeitsgruppe um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Familien aus der Region Hildesheim wenden sich mit Fragen und Sorgen rund um die kindliche Entwicklung an die Universität. „Die Kinder profitieren sehr davon, hier in der Hochschulambulanz andere zu treffen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, und das gilt auch für die Eltern. Die Eltern sind sehr dankbar für konkrete Hinweise zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, zum Beispiel mit den Hausaufgaben“, so Professorin Claudia Mähler über die bisherige Arbeit in dem Projekt. Die Kinder lernen, ihre eigenen Impulse, auf alle Reize zu reagieren, besser zu steuern, so Mähler. „Wir helfen ihnen auch das Selbstwertgefühl positiv zu stärken.“ Die Arbeit sei ein Gewinn für alle Seiten, so Mähler, auch für die Studierenden, die in dem Projekt praktische Erfahrungen im Umgang mit der Therapie mit Kindern sammeln und Kenntnisse an Eltern vermitteln.

In der Ambulanz kombinieren die Wissenschaftlerinnen seit 2009 Diagnostik, Beratung und Therapie und verbinden die konkrete Hilfestellung mit Forschung und Lehre. Die Forscherinnen befassen sich mit Lernschwierigkeiten, besonderen Begabungen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen sowie Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit, ein Schwerpunkt liegt dabei in der Sprachentwicklung.

Therapieprogramm „Willi Waschbär“: Universität sucht Familien

Familien können sich umgehend bei den Wissenschaftlerinnen melden, wenn sie an einer Teilnahme am Therapieprogramm „Willi Waschbär“ interessiert sind. Eltern können sich an das Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) wenden (Telefon 05121.883-11012, montags bis donnerstags, 13 bis 14 Uhr).

Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt
news-10581 Thu, 17 Aug 2017 11:41:41 +0200 Kurzfragebogen zur Evakuierungshilfe in Hildesheim: Wo finden Einwohner Zuflucht in Notsituationen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/kurzfragebogen-zur-evakuierungshilfe-in-hildesheim-wo-finden-einwohner-zuflucht-in-notsituationen/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim rufen Hildesheimer Bürger auf, sich an einer Online-Umfrage zu beteiligen. In einer Studie möchten sie herausfinden, bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen und ob sie spontan Zuflucht finden. Teilnehmen können Personen, die aufgrund der Bombenentschärfung am Mittwochabend ihre Wohnung verlassen mussten. Wie haben Sie die Evakuierung erlebt? Hier geht es direkt zum Fragebogen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, die selbst die Wohnung aufgrund einer Bombenentschärfung am Mittwochabend verlassen mussten, möchten mit einer Online-Befragung mehr über Unterstützungssysteme in Notsituationen herausfinden. In einer Studie möchten Alia Herz-Jakoby, Andreas Herz und Katharina Mangold herausfinden, wo und bei wem Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Hildesheim in der Nacht der Evakuierung untergekommen sind.

Der Fragebogen richtet sich an Personen aus dem Evakuierungsgebiet. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wohnung/ihr Haus aufgrund der Bombenentschärfung am Mittwochabend (16. August 2017) verlassen mussten, können sich ab sofort an der Online-Umfrage beteiligen: www.soscisurvey.de/evakuierungshilfe

Hintergrund der Studie ist das Interesse an Unterstützungsstrukturen in Notsituationen. „Uns interessiert insbesondere bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen, ob sie spontan Zuflucht innerhalb oder außerhalb Hildesheims finden und wie die Evakuierten dies erlebt haben“, sagt Andreas Herz. „Diese Studie ist insbesondere wichtig, um diese Form der Spontan-Unterstützung besser verstehen zu können. Dies kann für kommende Einsätze hilfreiche Informationen geben (bspw. zur Mobilisierung von Schlafplätzen, Informationsweitergabe zum Evakuierungsstatus, Vorhandensein von privaten Unterkunftsmöglichkeiten).

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sind bei Fragen per E-Mail erreichbar (Dr. Andreas Herz, herzand(at)uni-hildesheim.de).

Mehr erfahren über Forschung am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-13592 Thu, 27 Jul 2017 14:12:00 +0200 Green Office: Wie wir Ressourcen im Uni-Alltag schonen können https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/green-office-wie-wir-ressourcen-im-uni-alltag-schonen-koennen/ Am Hauptcampus feilt ein Team des „Green Office“ an Wegen, das Hochschulleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. Wer steckt dahinter? Ein Gespräch mit der Biologin Karina Schell, der Umweltstudentin Ester Vogt und dem Psychologiestudenten Simon Böning. Seit 2016 gibt es an der Universität Hildesheim ein Nachhaltigkeitsbüro. Was machen Sie im Green Office?

Karina Schell: Ich leite das Green Office der Uni Hildesheim. Wir setzen uns dafür ein, Nachhaltigkeit im universitären Alltag sichtbar zu machen und zu fördern. Unser neues Forschungsjournal ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe Biologie studiert und war im Natur- und Klimaschutz tätig, aber betrachte Nachhaltigkeit nicht nur aus biologischer Perspektive. Wir arbeiten im Green Office sehr interdisziplinär.

Simon Böning: Im Green Office arbeite ich im Bereich „Netzwerk“: Es wird schon viel gemacht, die Universität ist auf einem guten Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Wir möchten diesen Weg unterstützen und nehmen uns als Schnittstelle für nachhaltiges Engagement wahr. Wir freuen uns über jede Unterstützung; Bei Interesse bin ich Ansprechpartner für Freiwillige, die diesen Prozess mitgestalten wollen. Auf Plattformen wie Facebook kann man unsere Projekte verfolgen und sich auf dem Laufenden halten. Ich habe übrigens Sozial- und Organisationspädagogik studiert und studiere nun Psychologie an der Universität Hildesheim.

Ester Vogt: Im Green Office habe ich zusammen mit Saskia Dröge am neuen Forschungsjournal mitgewirkt [Forschungsjournal online lesen]. Aktuell arbeite ich zusammen mit dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten an einem Mitarbeiterguide, der den effizienten Umgang mit Ressourcen im Büroalltag erleichtert. Und ich konzipiere eine Kampagne, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende dazu ermutigen soll „Treppe statt Fahrstuhl“ zu nutzen. Mit motivierenden Sprüchen möchten wir das Zu-Fuß-Gehen fördern. Ich studiere „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ im Masterstudium.

Wie einfach ist es, eine Universität nachhaltiger zu gestalten und wo setzen Sie in Hildesheim an?

Karina Schell: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin trage ich nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema an die Studierenden heran. Dieses Semester gebe ich ein Seminar zu der Frage: Wie fair, nachhaltig und zukunftsfähig ist Hildesheim und was bedeuten die UN-Nachhaltigkeitsziele im lokalen Kontext?

Ester Vogt: In Zusammenarbeit mit dem AStA, dem Studentenwerk und einer Projektgruppe aus dem Seminar „Sustainable University“ setzen wir uns dafür ein, Müll durch Pappbecher zu vermeiden und stattdessen Mehrwegbecher zu nutzen. Seit Juni ist ein biologisch-abbaubarer Mehrwegbecher bei uns im Green Office und dem Asta-Büro erhältlich.

Wie können Sie denn die Menschen in der Uni zu mehr Nachhaltigkeit bewegen?

Simon Böning: Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, sieht man oft, was alles noch passieren muss, und man strebt eine Utopie an. Dann geht häufig verloren, was man alles schon erreicht hat. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, was schon passiert und wie Ressourcen geschont werden können. Wir möchten das Machbare aufzeigen und weitere Menschen motivieren, auch ihren Teil beizutragen. Wir haben gerade eine Mitfahrgruppe für unsere Uni ins Leben gerufen. Wir möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende für Fahrgemeinschaften zusammenbringen und so gleichzeitig  das Autoaufkommen reduzieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Jetzt mitwirken: Mitfahrnetzwerk der Uni

Kurz erklärt

Mitten auf dem Campus: Green Office der Universität Hildesheim

Am Hauptcampus feilt das interdisziplinäre Team des Green Office an Wegen, um das Campusleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. In diesen Prozess sollen möglichst alle Universitätsangehörige eingebunden werden – Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Green Office dient dabei als Schnittstelle, um gemeinsam Ideen und Projekte umzusetzen. Das Team setzt bei den Menschen auf dem Campus an. „Wir haben auf unserem Planeten beschränkte Ressourcen. Also müssen wir mit jenen, die wir im Moment auf der Erde haben, schonend umgehen. Unser Auftrag als Universität ist, bei allen Studierenden und Beschäftigten anzusetzen: Wie können wir nachhaltig, energie- und ressourcenschonend leben und agieren, um auch künftigen Generationen deren Zukunft nicht zu verbauen?“, so Geographieprofessor Martin Sauerwein

Das Team des Green Office besteht aus einer Koordinatorin und sechs Studierenden aus den Studienbereichen Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation, der Psychologie und dem Studiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“.

In diesem Semester hat das Green Office die erste Ausgabe des „Forschungsjournals Nachhaltigkeit“ herausgeben. Die Publikation gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen [online lesen].

Das Team des Green Office organisiert viele Projekte und Aktionen, die zum Umdenken motivieren und berät in Sachen Nachhaltigkeit. Wer zum Beispiel eine Tagung organisiert, kann das Green Office für Informationen zu Verpflegung mit regionalen und ressourcenschonenden Produkten ansprechen. Wer sich theoretisch mit Nachhaltigkeit befassen möchte, kann eine wissenschaftliche Projektarbeit am Green Office planen. Die Universität Hildesheim kann so zu einem Lernort werden, „an dem Nachhaltigkeit beforscht, gelebt und diskutiert wird“. 

Tipps für einen nachhaltigen Uni-Alltag

  • Mehrweg statt Einweg – selbstmitgebrachte Becher für die Kaffeepause in der Unimensa/Cafeteria befüllen lassen oder Becher der Mensa gegen Pfand leihen

  • Lieber Kalorien als Strom verbrennen:  Treppen statt Fahrstühle nutzen

  • Doppelseitiges Ausdrucken und Kopieren

  • Wege zur Uni: Fahrrad und Bus statt Auto

  • Gemeinsam Fahren: Fahrgemeinschaften nutzen (hier geht es zum Mitfahrnetzwerk)

  • Weiterbilden: Zertifikat „Nachhaltigkeit und Bildung“

  • Mehr Tipps im „Green-Guide”

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Pressemeldungen Personalportal Studierendenportal Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie Green Office
news-13538 Mon, 03 Jul 2017 21:50:00 +0200 Raum der Stille am Hauptcampus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/raum-der-stille-am-hauptcampus/ Der Raum der Stille ist ein Rückzugsort und steht allen Mitgliedern und Angehörigen der Universität Hildesheim offen, so Vizepräsident Professor Martin Schreiner. Der Raum befindet sich am Hauptcampus und wurde vom Architekten Eugen Jung entworfen. Der Raum der Stille ist ein Rückzugsort und steht allen Mitgliedern und Angehörigen der Universität unabhängig von Religionszugehörigkeit und Weltanschauung kosten- und barrierefrei für die individuelle Nutzung offen, so Vizepräsident Professor Martin Schreiner. Der Raum kann montags bis freitags während der Öffnungszeiten der Universität jederzeit betreten werden. Wer den Raum der Stille betritt, achtet auf die gebotene Stille und nimmt Rücksicht auf die im Raum anwesenden Personen. Fragen und Rückmeldungen können an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: raumderstille@uni-hildesheim.de.

Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, bedankt sich bei der Arbeitsgruppe Raum der Stille unter Leitung von Hochschulpastorin Uta Nadira Giesel und Pastoralreferent Clemens Kilian für deren mehrsemestriges Engagement, bei dem StuPa für den großzügigen Zuschuss zur Anschaffung des Hebelifts, bei der Kommission für Studienqualitätsmittel für die Genehmigung der beantragten Mittel und bei den Verantwortlichen im Dezernat 4 für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten für die reibungslose Umsetzung der Umbaupläne. Besonders hebt Martin Schreiner das uneigennützige Einbringen von Ideen, Plänen und Gestaltungen des Hildesheimer Architekten und Malers Eugen Jung hervor. Dieser hat sämtliche Arbeiten pro bono geleistet und zudem das eindrucksvolle zentrale Bildmotiv für den Raum der Stille gestiftet. Der Raum der Stille wurde im Wintersemester in Raum I 011 am Hauptcampus eröffnet.

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Pressemeldungen Fachbereich 1
news-11669 Mon, 03 Jul 2017 20:00:00 +0200 Rechtspsychologie: Bundesweit einzigartiger Studienschwerpunkt in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-bundesweit-einzigartiger-studienschwerpunkt-in-hildesheim/ Studierende können ab dem kommenden Wintersemester an der Universität Hildesheim den neu geschaffenen und in dieser Form bundesweit einzigartigen Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ wählen. Das Justizministerium und das Sozialministerium vergeben Stipendien. Studierende des Masterstudiengangs Psychologie können ab dem kommenden Wintersemester an der Universität Hildesheim den neu geschaffenen und in dieser Form bundesweit einzigartigen Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ wählen und sich damit eine interessante Karrieremöglichkeit im Justiz- oder Maßregelvollzug schaffen.

Die Studienmöglichkeit ist als Teil einer langfristigen Strategie zur Personalgewinnung durch Zusammenarbeit des Niedersächsischen Justizministeriums (zuständig für Justizvollzug), des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (zuständig für Maßregelvollzug) und dem für Hochschulen zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Kultur entwickelt worden. Die Universität Hildesheim hat die erforderlichen strukturellen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen, um dieses anspruchsvolle Studienangebot zu realisieren.

Eine Besonderheit des neuen Studienschwerpunktes besteht in der engeren Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, werden jedes Jahr jeweils ein bis zwei Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, spezifisch ausgebildet und im Rahmen eines Stipendiums unterstützt.

Das Angebot eines Stipendiums des Justiz- oder Sozialministeriums richtet sich an die besten Absolventinnen und Absolventen, die an einer Universität einen Bachelorstudiengang für Psychologie absolviert haben und die Zulassungsvoraussetzungen für den Masterstudiengang „Psychologie“ an der Universität Hildesheim erfüllen sowie für einen Einsatz im Maßregel- oder Justizvollzug persönlich geeignet erscheinen.

Nach der Zulassung zum Master erhalten die ausgewählten Studierenden monatlich ein Stipendium von 1200 Euro und absolvieren während des Studiums eine Praxisphase in Einrichtungen des Maßregel- und Justizvollzuges. Sie werden dort von kompetenten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern praktisch angeleitet und erhalten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums ein Einstellungsangebot in einer Justiz- oder Maßregelvollzugseinrichtung des Landes Niedersachsen.

„Die Vielseitigkeit des Arbeitsplatzes Justizvollzug ist vielen Psychologinnen und Psychologen überhaupt nicht bekannt. Das wollen wir mit dem neuen, praxisorientierten Studienschwerpunkt ändern. Dadurch eröffnen wir engagierten Studierenden attraktive und konkrete Berufs- und Karrierechancen beim Land Niedersachsen“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Ideengeberin und Initiatorin des Studienschwerpunktes. „Die Gefängnisse in Niedersachsen brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete und engagierte Nachwuchs-Psychologinnen und Psychologen. Nur so können wir unserem Auftrag der Resozialisierung und Kriminalprävention gerecht werden. Ich danke allen, die an der Realisation dieses zukunftsweisenden Projekts mitgewirkt haben.“

Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, dankt den drei Ministerien für die gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung des neuen Studienschwerpunkts.

Für den Studienschwerpunkt wird eine neue Professur eingerichtet. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Wissenschaftsministerin: „Mit der Rechtspsychologie wird die an der Universität Hildesheim bereits sehr gut aufgestellte Psychologie um einen wichtigen Schwerpunkt erweitert. Dieses innovative Feld wird zukünftig durch eine zusätzliche Professur sowohl in der Lehre als auch in der Forschung sehr kompetent vertreten und entwickelt.“

„Ich freue mich, dass es uns in interministerieller Zusammenarbeit gelungen ist, einen Studienschwerpunkt Rechtspsychologie gemeinsam mit der Universität Hildesheim zu realisieren“, sagt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Wegweisend ist, dass nun auch die spezifischen Rahmenbedingungen der Patientinnen und Patienten im Maßregelvollzug berücksichtigt werden. Mit diesem neuen Studiengang und der erstmaligen Gewährung von Stipendien sichern wir das Fortbestehen der psychologischen und therapeutischen Kompetenz im Justiz- und Maßregelvollzug.“

„Eine wichtige Besonderheit des Studienschwerpunktes besteht darin, dass die für eine Universität entscheidende Verbindung von Lehre und Forschung hier mit einer engen Verbindung von Theorie und Praxis realisiert wird“, sagt Werner Greve, Professor für Psychologie an der Universität Hildesheim. „Durch die bundesweit erstmalige Einrichtung einer Professur mit dem alleinigen Schwerpunkt Rechtspsychologie kann die wissenschaftliche Fundierung des Studienschwerpunktes mit systematischer Forschung gerade in Bezug auf den Schwerpunkt Justiz- und Maßregelvollzug verbunden werden.“

Kurz erklärt: Rechtspsychologie studieren

Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2017

Das Masterstudium „Psychologie“ umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern und wird mit dem Titel „Master of Science Psychologie“ abgeschlossen. Studierende wählen ab dem Wintersemester 2017/18 zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und – neu eingeführt – Rechtspsychologie). Neben den für die jeweils gewählten Schwerpunkte spezifischen Inhalten werden die methodischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Psychologie vertieft, verbreitert und auf Praxis- und Forschungsfelder angewandt.

Für das Wintersemester 2017/18 beginnt die Bewerbungsfrist für Studienplätze am 1.6.2017 und endet am 15.7.2017. Die ersten Zulassungen zum Masterstudiengang „Psychologie“ mit dem Schwerpunkt „Rechtspsychologie“ sollen Anfang August 2017 erfolgen; die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten beginnt unmittelbar danach.

Im niedersächsischen Justizvollzug arbeiten über 100 Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern als Fach- und Führungskräfte.

Im niedersächsischen Maßregelvollzug arbeiten circa 50 Psychologinnen und Psychologen überwiegend in der therapeutischen Arbeit mit Patientinnen und Patienten der forensisch-psychiatrischen Kliniken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-13540 Mon, 03 Jul 2017 11:05:50 +0200 Parteien unter Druck: Populismus und die Bundestagswahl https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/parteien-unter-druck-populismus-und-die-bundestagswahl/ Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler befassen sich mit populistischen Tendenzen und der Zukunft von Parteien. Am Dienstag, 4. Juli, diskutieren Experten über populistische Entwicklungen und die anstehende Bundestagswahl. Die Podiumsdiskussion beginnt um 18:15 Uhr am Hauptcampus der Universität Hildesheim. Wie steht es um die populistischen Herausforderungen in der Bundesrepublik Deutschland und was wird die Bundestagswahl bringen? Am Dienstag, 4. Juli 2017, findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Parteien unter Druck“ statt: Professorin Ursula Birsl ist Politikwissenschaftlerin an der Universität Marburg und befasst sich im Feld der Demokratieforschung mit den Schwerpunkten EU, Politische Systeme im europäischen Vergleich und Bundesrepublik Deutschland. Professor Lothar Probst, Politikwissenschaftler von der Universität Bremen, forscht zum Populismus, seinen Merkmalen und Erfolgsaussichten. Die beiden ausgewiesenen Experten diskutieren mit der Hildesheimer Bundestagsabgeordneten Ute Bertram. Die Diskussion beginnt am Dienstag, 4. Juli 2017, um 18:15 Uhr im Hörsaal 2 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Interessierte Bürger sowie Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen an der Diskussion zu beteiligen.

Die Podiumsdiskussion bildet den Abschluss der öffentlichen Ringvorlesung „Parteien unter Druck – Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich“. In den vergangenen Monaten setzten sich renommierte Referentinnen und Referenten in konkreten Länderanalysen mit dem Thema Populismus auseinander, sie nahmen etwa Entwicklungen in Frankreich, Niederlande, Deutschland, Österreich, USA und lateinamerikanischen Staaten in den Blick. Bürgerinnen und Bürger aus Hildesheim nahmen an der Ringvorlesung teil und beteiligten sich an Debatten. Die Ringvorlesung wurde von Prof. Dr. Marianne Kneuer, Prof. Dr. David Salomon und Prof. Dr. Hannes Schammann aus der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Hildesheim organisiert.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik
news-13475 Wed, 21 Jun 2017 09:18:05 +0200 Mentoring-Programm: „Ich bin optimal vorbereitet auf das, was kommt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/mentoring-programm-ich-bin-optimal-vorbereitet-auf-das-was-kommt/ Bis zum 28. Juni 2017 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Im Interview sprechen die Studentin Renée Gauer und ihre Mentorin Suzanne Walter über das Mentoring. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Der Bewerbungsschluss ist der 28. Juni 2017, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Interview mit Renée Gauer und Suzanne Walter

Renée Gauer, studiert im Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ an der Universität Hildesheim. Die 24-Jährige bereitet technische Themen sprachlich so auf, dass sie verständlich sind und kann diese Fähigkeiten zum Beispiel in der Unternehmenskommunikation und bei der Erstellung von Bedienungsanleitungen und Produktleitfäden anwenden. Renée Gauer ist seit neun Monaten Mentee im Mentoring-Programm.

Suzanne Walter, Mentorin im Programm „ProKarriere-Mentoring“. Sie berät Unternehmen im internationalen Personalwesen und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften. Suzanne Walter hat Betriebswirtschaft studiert und war für das Personalwesen in Europa für ein Unternehmen mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig.

Was machen Sie im Rahmen des Programms „ProKarriere-Mentoring“?

Renée Gauer: Wir treffen uns einmal im Monat: Wie läuft das Studium? Wie geht es nach dem Studium weiter? Ich bin jetzt am Ende meines Masterstudiums, die Gespräche mit Frau Walter helfen mir sehr. Mit Hilfe von Frau Walter habe ich meinen Wunschplatz gefunden: In einem großen Industrieunternehmen werde ich einen Kommunikationsplan entwickeln. Das passt gut zu meinem Studium im Bereich Sprache und Technik sowie interne Unternehmenskommunikation.

Suzanne Walter: Ich habe schon einmal an dem Programm als Mentorin teilgenommen. Es ist wichtig, dass beide Seiten mitarbeiten, bei uns war es wie „Liebe auf den ersten Blick“. Ich versuche Renée zu unterstützen, etwa in der Frage, wie eigentlich der Bewerbungsprozess verläuft und wie man mit Absagen und Zusagen umgehen kann. Die Bewerbungstrainings, in die man die jungen Leute schickt, sind so standardisiert. Ich kann meine jahrelangen Erfahrungen im internationalen Personalwesen teilen. Und wenn es darum geht, einen Platz zu finden, drücke ich Renée die Daumen.

Wie erleben Sie das Mentoring-Programm, wozu trägt das Mentoring bei?

Renée Gauer: Wenn ich  mit einer Kommilitonin über die Zeit nach dem Studium spreche, ist das ganz anders als die Gespräche, die wir im Mentoring führen. Frau Walter hat langjährige Erfahrungen und sie ist immer ehrlich und direkt und das hilft mir sehr weiter.

Suzanne Walter: Ich habe eine Verantwortung für Renée. Dass das Mentoring so gut funktioniert, liegt auch an dem Engagement der Studentin, die sehr gut mitarbeitet und sich Zeit für das Mentoring nimmt. Wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis.

Hat sich durch das Mentoring in den letzten Monaten etwas verändert?

Renée Gauer: Die klaren und offenen Gespräche haben mir ungemein weitergeholfen. Im Rahmenprogramm habe ich an vielfältigen Workshops teilnehmen können, zum Beispiel sprachen wir mit Frauen aus Industrieunternehmen über ihren Werdegang. Im Workshop zur Karriere- und Lebensplanung haben wir Mentees über die eigenen Stärken und Schwächen nachgedacht. Während der neun Monate im Mentoring wird man im positiven Sinne dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich zu entscheiden: Was will ich machen?

Suzanne Walter: Ich lerne auch viel – die Gespräche mit Renée sind sehr erfrischend. Es ist sehr schön zu erleben, wie aufgeschlossen und zuversichtlich die junge Generation ist. Das gibt mir das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind in die Zukunft. Renée hat meine Adresse und kann mich auch nach Ende des Mentorings erreichen – dann können wir weiter darüber sprechen, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass es eine Freundschaft bleibt.

Empfehlen Sie das Mentoring-Programm weiter?

Renée Gauer: Auf jeden Fall! Das Mentoring hat mich weitergebracht. Vor allem empfehle ich das Mentoring Studentinnen, die am Ende ihres Studiums sind. Sie haben die Chance, sich neun Monate intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Ich schreibe jetzt meine Masterarbeit und habe das Gefühl, optimal vorbereitet zu sein auf das, was kommt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 4 Studierendenportal
news-13452 Mon, 19 Jun 2017 09:59:56 +0200 Ehrensenator: Universität Hildesheim ehrt Uwe Schiedeck https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ehrensenator-universitaet-hildesheim-ehrt-uwe-schiedeck/ Die Universität Hildesheim verleiht Uwe Schiedeck die Würde eines Ehrensenators. Vizepräsident Professor Martin Schreiner würdigt die „hohen Verdienste um die Förderung der Wissenschaft“. Die Universität kann die Forschung und Lehre im Bereich Sport, Gesundheit und Leistung durch eine Stiftungsprofessur ausbauen. Die Universität Hildesheim verleiht dem Hildesheimer Unternehmer Uwe Schiedeck die Würde eines Ehrensenators. Der Senat entschied im Sommersemester einstimmig, die Verleihung erfolgte am 17. Juni 2017 im Rahmen eines Stifterempfangs während der Mittsommernacht der Universität. „Wir sagen heute aus voller Überzeugung Danke für diese herausragende Unterstützung der Wissenschaft in Hildesheim“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Universität ehrt die hohen Verdienste Schiedecks um die Förderung der Wissenschaft. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, hofft auf eine positive Signalwirkung für weitere Förderer. Mit der Verleihung der Würde eines Ehrensenators könne die Universität philanthropisches Engagement würdigen.

Uwe Schiedeck unterstützt seit 2014 Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim mit einem Deutschlandstipendium. Am Institut für Sportwissenschaft hat Schiedeck durch die Förderung einer Stiftungsprofessur dazu beigetragen, dass das Masterstudium im Bereich Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“ eingerichtet werden konnte. Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers hat die Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport inne, die Stiftungsprofessur läuft zunächst drei Jahre. Kurpiers baut gemeinsam mit Studentinnen und Studenten Lehr-, Forschungs- und Versorgungsprojekte aus, in denen Kinder und deren Familien nach einer Krebserkrankung unterstützt werden. Kurpiers untersucht in der Forschung, wie sich Bewegung auf das Immunsystem auswirkt. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, die wissenschaftliche Arbeit in Hildesheim zu fördern", sagt Uwe Schiedeck.

Professor Peter Frei, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, erklärt: „Die Einrichtung der Stiftungsprofessur ist eine zentrale thematische Erweiterung der sportwissenschaftlichen Forschung und Lehre am Institut. In dem neuen und sehr gut nachgefragten Masterstudiengang ‚Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne‘ können wir mit der Stiftungsprofessur vor allem die Gesundheitsentwicklung im Lebensgang in den Blick nehmen. Für diese Stiftungsprofessur wurde daher auch das institutseigene Bewegungslabor entwickelt, wir können Forschung und Lehre aufeinander beziehen.“ Die Studentinnen und Studenten sind in den Sportprojekten von Anfang an eingebunden und sammeln wichtige Erfahrungen zum Beispiel im Bereich der Onkologie und therapeutischen Praxis. „Diese Konstellation gibt es derzeit an keinem anderen niedersächsischen Sportinstitut“, so Peter Frei.

Die Stiftung Universität Hildesheim schuf in den vergangenen Jahren eigenverantwortlich neue Professuren, die teils als Stiftungsprofessuren initiiert wurden, so Präsident Friedrich. Mittlerweile zählt die Universität mehr als ein Dutzend Stiftungsprofessuren unter anderem in den Bereichen Wirtschaftsinformatik, Klinische Psychologie und Neurodidaktik. Der Senat der Stiftungsuniversität Hildesheim hat Ethische Leitlinien für das Fundraising verabschiedet, mit denen sichergestellt werden soll, dass keine Abhängigkeiten im Zuge von Spenden entstehen.

Kurz erklärt: Verleihung von Ehrungen

Die Universität Hildesheim kann die Würde einer Ehrensenatorin oder eines Ehrensenators Persönlichkeiten verleihen, „die sich hohe Verdienste um die Förderung der Wissenschaft erworben haben und von denen erwartet werden kann, dass sie mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten der Universität Hildesheim fördernd zur Seite stehen“. Zuletzt wurde die Würde eines Ehrensenators an Prof. Dr. Jürgen Stark und Dr. h.c. Walter-Georg Olms verliehen.

Mit der Ehrenmedaille der Universität werden Mitglieder der Bürgergesellschaft ausgezeichnet, die sich „durch herausragendes persönliches Engagement um die Entwicklung der Universität Hildesheim besondere Verdienste erworben haben“. Die Ehrungen werden durch den Senat der Universität Hildesheim beschlossen.

Die Würde einer Ehrenbürgerin oder eines Ehrenbürgers der Stiftung Universität Hildesheim kann Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in herausragender Weise um die Beziehungen zwischen Universität und Gesellschaft verdient gemacht haben. Erster Ehrenbürger der Universität wurde Gerald Frank im Jahr 2003, der seit 1998 den Arbeitskreis Informationstechnologie aufgebaut hatte. In diesem setzen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, IHK und Universität für den Ausbau des informationstechnologischen Studienangebots ein. Margot Möller-Meyer wurde 2012 zur Ehrenbürgerin ernannt. Sie war über 50 Semester Gasthörerin an der Universität Hildesheim, vertrat über Jahre die Interessen der Gasthörerinnen und Gasthörer, baute ein Promotionskolleg mit auf und setzte sich für das Begegnungszentrum „Kolja“ für ausländische Studierende ein. Rolf Irle wurde 2012 zum Ehrenbürger ernannt. Der Sammler, Lehrer und Musikethnologe hat mit seinem Wirken wie kaum ein anderer dazu beigetragen, dass die Vielfalt musikalischer Erscheinungsformen weltweit in Hildesheim einen Ort der Forschung und der Bewahrung gefunden hat. Die über 4000 Musikinstrumente kommen im Center for World Music der Universität Hildesheim u.a. in der Lehrerausbildung zum Einsatz. Dem emeritierten Weihbischof des Bistums Hildesheim Hans-Georg Koitz wurde die Würde eines Ehrenbürgers 2016 verliehen.

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Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 1
news-11234 Wed, 31 May 2017 16:49:00 +0200 Wissenschaftliche Beziehungen pflegen: Konferenz in Brno https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaftliche-beziehungen-pflegen-konferenz-in-brno/ Die nächste Tagung der International Academy for the Humanization and Education findet im September 2017 in der Tschechischen Republik statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit Auswirkungen der Migrationsbewegungen auf Bildungseinrichtungen, Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die nächste Tagung der International Academy for the Humanization and Education (IAHE) findet vom 28. bis 29. September 2017 an der Masaryk-Universität in Brno in der Tschechischen Republik statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich auf der internationalen Konferenz mit dem Thema „Auswirkungen der Migrationsbewegungen auf Bildungseinrichtungen“ befassen. Die Experten kommen aus der Frühkindlichen Bildung, Schulbildung, Hochschulbildung und Erwachsenenbildung.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bei den Tagungsverantwortlichen ab sofort melden, Vorträge einreichen und sich zur Tagung anmelden [Konferenzseite Brno 2017: CALL FOR PAPER und ANMELDEFORMULAR].

Die Forschungsfragen können sich etwa mit der Rolle der Lehrerinnen und Lehrer, mit dem Zusammenwirken von Elternhaus und Schule, mit Flucht und ihren Folgen, mit Sprachkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften oder Herausforderungen für Schulleitungen oder mit Konzepten zur interkulturellen Öffnung von Hochschulen befassen. Weitere aktuelle Informationen finden Sie online.

Die International Academy for the Humanization and Education hat in den vergangenen Jahren immer wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Konferenztisch versammelt, etwa in Nowgorod, Hildesheim, Witebsk, St. Petersburg und Liepaja. Gerade in politisch angespannten Zeiten, sollte man die wissenschaftlichen Beziehungen halten. „Der wissenschaftliche Austausch über Forschungsprojekte und Forschungsergebnisse ist nur international denkbar. Diesem Zweck dienen Konferenzen wie die in Brünn“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Programm der Konferenz [PDF]

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Forschung Highlights
news-11957 Wed, 17 May 2017 20:26:00 +0200 Erziehungs- und Sozialwissenschaften: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/erziehungs-und-sozialwissenschaften-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses/ Die Uni unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 31. Mai 2017 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum zweiten Mal. Die erste Förderperiode fand im Wintersemester 2016/17 statt, von der bisher vier Personen profitieren konnten. Bis zum 31. Mai 2017 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 31. Mai oder der 30. November.

Jetzt Antrag einreichen

Nachgefragt bei Wiebke Hiemesch (Erziehungswissenschaft) und Markus Germar (Psychologie)

Dr. Markus Germar und Dr. Wiebke Hiemesch werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen gefördert. Hiemesch dokumentiert in ihrer Dissertation die Kindheit in nationalsozialistischen Zwangslagern und wie Kinder diese Zeit überlebt haben. Sie recherchiert und schreibt, damit Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Germar untersucht in seiner Forschung, wie die Meinung, die Entscheidungen oder das Verhalten eines Menschen durch andere Menschen beeinflusst werden.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Hiemesch: Mit den Fördergeldern des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften wurde die Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück" unterstützt. Das Manuskript wurde für die Schriftenreihe „Beiträge zur Historischen Bildungsforschung“ (Hrsg. Meike Sophia Baader, Rudolf W. Keck, Elke Kleinau und Karin Priem) des Böhlau Verlags angenommen. Eine solch renommierte und einschlägige Schriftenreihe ermöglicht es in meinem Themengebiet besonders gut, dass die vorliegenden Ergebnisse für ein interdisziplinäres Fachpublikum sichtbar und verfügbar sind. Aber die Publikation ist dann auch mit hohen Kosten verbunden, sodass auch ich auf Fördergelder angewiesen war.

Germar: Ich habe durch die Fördersumme nun die Möglichkeit sowohl an einem Kongress als auch an einem wichtigen Workshop teilzunehmen. Beides wird mir helfen, in der Postdoc-Phase mein wissenschaftliches Profil zu schärfen und meine Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Hiemesch: Die wissenschaftliche Arbeit findet zumeist im Verborgenen statt und erfährt erst durch ihre Publikation oder durch Vorträge Gehör. Angesichts der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus kann es ein echtes Problem darstellen, die Publikation der Dissertationsschrift zu finanzieren. Die Förderung ist in jedem Fall eine Anerkennung der Leistung, möglicherweise wird es durch sie auch erst möglich, dass die eigene Forschung in der Scientific Community sichtbar wird, weil Publikationen und aufwendige Forschungs- und Vortragsreisen finanziert werden können.

Germar: Die Förderung ist definitiv eine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Ich habe mich über die Förderung und über die Anerkennung durch meine Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich 1 sowie durch die Universität sehr gefreut.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Hiemesch: Ja, ich kann die Bewerbung empfehlen. Es ist ein unkompliziertes Vorgehen, denn eine Kurzzusammenfassung des Projekts, des Artikels oder der Dissertation hat man meist ohnehin vorliegen.

Germar: Auf jeden Fall. Es handelt sich um ein Förderprogramm „vom Mittelbau für den Mittelbau“. Die Fördermöglichkeiten sind flexibel, die Beantragung unbürokratisch. Außerdem lässt sich mit 1000€ sehr viel machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Psychologie Personalportal
news-13402 Mon, 08 May 2017 10:18:00 +0200 US-Generalkonsul Richard Yoneoka zu Gast an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/us-generalkonsul-richard-yoneoka-zu-gast-an-der-universitaet-hildesheim/ Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music informiert. „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert“, so der US-Generalkonsul. Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich Anfang Mai 2017 über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music der Universität Hildesheim informiert.

Richard Yoneoka, der bereits seit 18 Jahren im diplomatischen Dienst tätig ist und auf vier Kontinenten gearbeitet hat, zeigte sich beeindruckt: „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert.“ Yoneoka spricht aus Erfahrung: „Als Diplomat erlebe ich immer wieder neu, in welchem hohem Maße Kultur Menschen über sprachliche und geographische Grenzen hinweg verbindet.“

„Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen“

Richard Yoneoka ist seit Juli 2016 US-Generalkonsul in Hamburg. Sein Amtsbezirk umfasst fünf Bundesländer: Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa drei Stunden verbrachte der US-Generalkonsul an der Universität, sprach mit Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Bei Studierenden und Wissenschaftlerinnen, darunter Professorin Viola Georgi, Professorin für Diversity Education, und Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, erkundigte sich der Generalkonsul über die Bemühungen der Universität, angehende Lehrerinnen und Lehrer für den Schulalltag im Einwanderungsland vorzubereiten.

Viola Georgi gab Einblicke in aktuelle Studien. Ihre Forschungsergebnisse zeigen etwa, wie Vielfalt und Migration in deutschen Schulbüchern dargestellt werden. In einem neuen Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung plant Georgi Erinnerungspraktiken und Geschichtskulturen in der Migrationsgesellschaft zu untersuchen.

Die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari befasst sich mit Mehrsprachigkeit aus kognitiver Perspektive und untersucht, wie Kinder und Jugendliche ein mehrsprachiges mentales Lexikon aufbauen. „Diversität ist  in der Mitte der Universität Hildesheim platziert. Der Transfer von der Forschung in das Lehramtsstudium ist ganz besonders eng und schnell“, so Professorin Montanari. Etwa 2600 Lehrerinnen und Lehrer bildet die Universität derzeit für die Tätigkeit in Grund-, Haupt- und Realschulen aus – die Fächer reichen von Deutsch und Wirtschaft über Englisch und Sport bis Informatik und Kunst. Die internationale Ausrichtung des Lehramtsstudiums spiegelt sich auch in der Veranstaltungsreihe „Multilingualism and Diversity Lectures“ wider. Anfang Juni 2017 diskutieren in Hildesheim internationale Referenten, unter anderem aus den USA, über Mehrsprachigkeit im Unterricht.

„Das ist mit der Kraft der Musik möglich“

Im Gespräch mit dem Musikethnologen Michael Fuhr vom Center for World Music erfuhr der US-Generalkonsul, wie das Hildesheimer Forschungszentrum Spuren und Vermächtnisse der Musikgeschichte digitalisiert, Kulturerbe mit Partnern in Teheran (Iran), Kairo (Ägypten) und Maiduguri (Nigeria) erhält und Wissen zugänglich macht. „Musik kann jungen Menschen eine Stimme geben“, so Yoneoka. Er berichtete, wie er als Gesandter in Gambia mit der lokalen Musikszene kooperiert hat: „Künstlerinnen und Künstler in Gambia haben zum Beispiel Musikstücke zum Gedenken an Martin Luther King, Jr. produziert und ein Stück aus Sierra Leone in zwei gambische Lokalsprachen übersetzt, um Menschen aufzuklären, wie sie sich vor dem Ebolavirus schützen können. Das ist mit der Kraft der Musik möglich.“

Beide Hildesheimer Forschungseinrichtungen bilden den wissenschaftlichen Nachwuchs in zwei Graduiertenschulen aus. Dabei kooperieren die Musikethnologen mit Partneruniversitäten in Cape Coast (Ghana) und Maiduguri (Nigeria). Sie untersuchen, welche Rolle die Künste beim Wiederaufbau von Gemeinschaften in und nach Konflikten und Kriegen spielen.‎

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration
news-13371 Thu, 04 May 2017 08:43:00 +0200 Alltag im Uni-Sekretariat: kommunizieren und koordinieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/alltag-im-uni-sekretariat-kommunizieren-und-koordinieren/ Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Eine Ausstellung macht ab heute auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam. Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim, seit 11 Jahren auch am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Helga Burgemeister ist eine von derzeit 52 Sekretärinnen und Sekretäre an der Hildesheimer Universität. Bis 2015 waren in den Sekretariaten ausschließlich Frauen beschäftigt, inzwischen auch ein Sekretär. Rund zwei Drittel von ihnen haben einen Arbeitsplatz in Instituten oder Dekanaten, 15 % in den Dezernaten oder der Universitätsleitung und 19 % in sonstigen zentralen Einrichtungen wie zum Beispiel dem Rechenzentrum oder dem Fundraising. Ihr Tätigkeitsspektrum ist vielfältig und reicht von der Kostenerfassung über Abstimmungen mit dem Lehrpersonal bis zur Protokollführung.

Während die Zahl der Studierenden in den Jahren 2010 bis 2015 um 33 % wuchs und die Zahl der Professorinnen und Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich anstieg, erhöhte sich der Anteil des Verwaltungspersonals nur um 11 %.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim möchte mit einer Ausstellung auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam machen. „Ohne ihr permanentes Wirken im Hintergrund würden weder die Verwaltung noch die Institute im Wissenschaftsbetrieb funktionieren“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Hildesheim. „Dabei hat sich ihr Berufsbild in den letzten 30 Jahren total gewandelt. Aus den ehemaligen Schreibkräften wurden Expertinnen und Experten des universitären Verwaltungsapparates, die hohen und komplexen Arbeitsanforderungen genügen müssen. Vergütung und Anerkennung der Sekretariatstätigkeiten hat in der Regel nicht mit den gestiegenen Anforderungen Schritt gehalten.“ „Sekretär_innen sehen sich oft mit vielen Aufgaben gleichzeitig und mit Termindruck konfrontiert“, ergänzt Karin Burg, Dekanatssekretärin im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation.

Die Ausstellung ist kostenfrei und für alle Interessierten zugänglich. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 4. Mai 2017, um 10:00 Uhr am Uni-Hauptcampus (Gebäude I) eröffnet. Mitglieder der Universität sind auch herzlich zu einer hochschulöffentlichen Podiumsdiskussion am 10. Mai eingeladen.

Wanderausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“

  • 04. – 17. Mai 2017 am Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim
  • 19. – 29. Mai 2017 am Bühler Campus der Stiftung Universität Hildesheim
  • Veranstalter ist das Gleichstellungsbüro der Stiftung Universität Hildesheim

Wer Fragen zu der Ausstellung hat, kann sich an Dr. Silvia Lange (E-Mail: langes@uni-hildesheim.de) und Karin Burg (E-Mail: dekanat2@uni-hildesheim.de) wenden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personal Personalportal
news-13156 Sat, 22 Apr 2017 17:59:00 +0200 Aus der Forschung: Universität als Bildungsraum https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/aus-der-forschung-universitaet-als-bildungsraum/ Sieben Universitäten, darunter Hildesheim, laden zur Debatte über die „Universität als Bildungsraum“ ein. Die Ringvorlesung startet am 20. April. Die Erziehungswissenschaftlerinnen Prof. Meike Sophia Baader und Svea Korff sprechen in Hildesheim im Juni 2017 über das Risiko für Wissenschaftlerinnen in der strukturierten Promotion. Die Wissenschaftlerinnen haben auch bundesweit die Lebenslagen in der Postdoc-Phase, also der Zeit nach der Promotion, erforscht. Die Ringvorlesung „Universität als Bildungsraum“ [Programm PDF] findet zeitgleich an den Universitäten Gießen, Kassel, Münster, Wuppertal, Hildesheim, Frankfurt am Main sowie an der Universität der Bundeswehr in Hamburg statt. Die Vorträge werden jeweils per Videokonferenz von der Universität des Vortragenden in die Hörsäle aller anderen beteiligten Einrichtungen übertragen. Die Universitäten haben sich zum Forschungsnetzwerk „Universitätsforschung in der Erziehungswissenschaft“ zusammengeschlossen und befassen sich aus systematischer, historischer und empirischer Sicht mit der Universität als „Bildungsraum“.

Erziehungswissenschaftlerinnen untersuchen den Weg zum Doktorgrad in Deutschland

Professorin Meike Sopia Baader und Svea Korff sprechen im Juni 2017 im Rahmen der Ringvorlesung an der Universität Hildesheim über das Thema „Exzellentes Risiko: Wissenschaftlerinnen in der strukturierten Promotion“. Eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim hat im Forschungsprojekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen“ die Lebenslagen von Doktorandinnen und Doktoranden untersucht.

Das Team um Meike Baader und Svea Korff hat sich mit der strukturierten Promotion befasst, ein noch relativ junger, aber bereits stark frequentierter Weg zum Doktorgrad in Deutschland. Im Gegensatz zur Individualpromotion begleitet in einem strukturierten Doktorandenprogramm ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Doktorandinnen und Doktoranden. Über eine bundesweite Erhebung und Analyse konnte das Hildesheimer Wissenschaftsteam innovative Formen der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen identifizieren, Empfehlungen zur Verbesserung der vorhandenen Angebote entwickeln und so einen Beitrag zur Qualitätssicherung und zur Chancengleichheit in der Nachwuchsförderung leisten.

Eine Hildesheimer Studie zeigt, wie Wege nach der Promotion verlaufen

Das Team der Universität Hildesheim hat sich in einem weiteren Forschungsprojekt mit dem Thema „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“ befasst. Dabei wurden bundesweit „Postdocs“, also Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Promotion, befragt.

In Einzelinterviews und Gruppendiskussionen hat die Hildesheimer Arbeitsgruppe herausgefunden, wie die berufliche und persönliche Entwicklung verläuft, welche Anreize „Postdocs" motivieren im Hochschulsystem zu arbeiten und wo Gründe für den Ausstieg aus der Wissenschaft liegen. Unter anderem wurde in einer repräsentativen Stichprobe untersucht, wie Postdocs nach ihrer Promotion an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt werden. Die Zeit nach der Promotion fordert viel Eigeninitiative. Die berufliche Laufbahn ist kaum gesichert. Es wird immer wieder kritisiert, dass das deutsche Wissenschaftssystem zu wenige Karriereoptionen jenseits der Professur bietet, zuletzt etwa vom Wissenschaftsrat.

Das Bundesforschungsministeriums und die Europäische Union haben die beiden Forschungsprojekte zu Promovierenden und Postdocs gefördert. Die Hildesheimer Arbeitsgruppe hat Handlungsempfehlungen entwickelt, welche Förderstrukturen zur Chancengleichheit an deutschen Wissenschaftsorganisationen beitragen können.

Auf der Website des Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ können Ergebnisse aus den Forschungsprojekten heruntergeladen werden, etwa ein Instrument zur Selbstevaluation von Chancengleichheit (Meike Sophia Baader, Svea Korff, Wolfgang Schröer) in der strukturierten Promotion sowie ein Plädoyer zum nachhaltigen Umgang mit wissenschaftlichem Personal (Team Chance).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft
news-13209 Sat, 01 Apr 2017 16:05:13 +0200 Gemeinsam lesen: Uni Hildesheim startet Aktion „Eine Uni – ein Buch" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/gemeinsam-lesen-uni-hildesheim-startet-aktion-eine-uni-ein-buch/ Dabei sein und mitlesen: Im April startet an der Universität Hildesheim die Aktion „Eine Uni – ein Buch". Aus der Lektüre des Buches „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation" soll ein neues Buch entstehen. „Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Alle Hochschulen in Deutschland waren eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll. Die Universität Hildesheim hat beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch" gewonnen. Hildesheim gehört zu den zehn ausgewählten Hochschulen. Die Aktion ist ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit DIE ZEIT.

„Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres 'Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation' lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Nun werden Leiterinnen und Leiter von Lesegruppen gesucht. Diese erhalten ein Freiexemplar des Buches. Wer Interesse hat, eine solche Lesegruppe zu gründen, ist herzlich eingeladen zur Einführungsveranstaltung am Mittwoch, 5. April 2017, um 17:00 Uhr s.t. in die Universitätsbibliothek (Raum B107, 1. Stock). An dem Tag stellt Guido Graf, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, auch ein Social-Reading-Tool vor, um online über das Buch zu diskutieren.

Die 2012 erschienene „Liebeserklärung an die vernetzte Generation" des 86-jährigen französischen Philosophen Michel Serres ist ein sehr hoffnungsvolles Buch, das viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Kontext der Digitalisierung des Bildungssystems sowie der Arbeits- und Erlebniswelt anspricht. Fern von jeder technikfeindlichen Kulturkritik fordert Serres die junge und ältere Generation auf, ihre Chance zu nutzen und alles neu zu erfinden: die Gesellschaft, das Bildungssystem – und sich selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Buch startet an der Stiftungsuniversität Hildesheim im April 2017 auf der hochschulweiten Social-Reading-Plattform „Lectory". Es schließen sich Ringvorlesungen über digitale Lebenswelten an. An diversen Universitätsorten werden Freiexemplare ausgelegt und laden zum Kommentieren ein. Das Buch wird in der Leselounge der Universitätsbibliothek, im Lese- und Schreibzentrum und an dem von Studierenden organisierten Campustag thematisiert. In Interviews sprechen Angehörige der Universität über ihre Leseerfahrungen – von der Studentin und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Sekretärin und den Haustechniker bis zur Dekanin und dem Präsidenten.

Aus der Leseaktion in Hildesheim soll ein neues Buch entstehen, das im Universitätsverlag in Kooperation mit dem Georg Olms Verlag Hildesheim erscheinen soll. Einen guten Überblick über das Vorhaben in Hildesheim gibt dieses zweiminütige Video. Weitere Informationen findet man auf der Aktionsseite.

Wer an der Aktion mitwirken möchte und Fragen hat, kann sich an Dr. Guido Graf und Prof. Dr. Martin Schreiner wenden (Email: martin.schreiner@uni-hildesheim.de und guido.graf@uni-hildesheim.de).

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news-13132 Fri, 17 Mar 2017 16:16:00 +0100 Wie läuft der Alltag im Sportunterricht ab? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wie-laeuft-der-alltag-im-sportunterricht-ab/ Aus der Forschung: Dennis Wolff untersucht in seiner Doktorarbeit das Geschehen im Sportunterricht. Der Sportwissenschaftler analysiert das Zusammenspiel im Unterrichtsalltag. In mehreren Schulklassen und Schulformen hat er Raumbewegungen, Gesten, Blicke, Körperpositionen, die Verteilung von Rederechten und den Einbezug von Dingen untersucht. Solche Analysen fehlten bisher. „Wo Ordnung ist, ist Unordnung nicht weit“, schreibt Dennis Wolff. Wie wird soziale Ordnung im Sportunterricht hergestellt, wie ein gutes Miteinander aufrechterhalten, damit eine Stunde nicht im Chaos endet? „Soziale Ordnung ist zunächst eine ständige Handlungsanforderung an die jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler“, sagt Wolff.

Der Hildesheimer Sportwissenschaftler analysiert in seiner Dissertation das Zusammenspiel im Unterrichtsalltag. Wie läuft der Unterricht eigentlich ab? Analysen des Alltags im Schulsport, die die Körperlichkeit und Materialität des Geschehens einbeziehen, fehlen bisher. Der typische Sportunterricht findet in einer Halle umgeben von Feldlinien und Geräten statt, ohne Stühle, Tische oder Tafel – fern des schultypischen Arbeitsmaterials. In seiner empirisch-qualitativen Unterrichtsforschung in mehreren Schulklassen und Schulformen analysiert Dennis Wolff Raumbewegungen, Gesten, Blicke, Körperpositionen, die Verteilung von Rederechten oder den Einbezug von Dingen, die Handlungsroutinen von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern.

Ein Ergebnis seiner Forschung: Die Körperlichkeit und der Einsatz von Dingen sind von zentraler Bedeutung, wurden bisher aber häufig vernachlässigt, sagt Dennis Wolff und nennt ein Beispiel aus seinen Beobachtungen im Schulalltag: „Das Handeln der Lehrerinnen und Lehrer und der Kinder ist ständig von ungewissen Momenten geprägt, welche stets situativ bewältigt werden müssen. Alle Beteiligten stehen somit immer vor der Handlungsanforderung, soziale Ordnung aufrechtzuerhalten.“ Wolffs Analyse zeigt auch, wie Gespräche im Sport verlaufen – wer hat wann das Recht zu Reden oder die Pflicht zu Schweigen? „Die Kinder üben mit der Zeit immer routinierter die schulische Interaktionskultur ein. Ähnlich zeigt es sich bei dem Einsatz von Blicken: Wie wird über das Blickverhalten Aufmerksamkeit hergestellt oder wie nutzen andererseits die Jugendlichen die blinden Flecken von Lehrkräften, um für kurze Zeit gewisse Ordnungen im Stationsbetrieb zu unterlaufen?“

Dennis Wolff arbeitet am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Das Sportinstitut bildet Sportlehrerinnen und Sportlehrer aus. In einem Masterstudiengang setzen sich Studentinnen und Studenten mit Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne auseinander.

Zur Person

Dr. Dennis Wolff, 34, geboren in Wolfsburg, Titel der Doktorarbeit „Soziale Ordnung im Sportunterricht. Eine Praxeographie“, betreut durch Prof. Dr. Peter Frei vom Institut für Sportwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim sowie Prof. Dr. Swen Körner vom Institut für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind die empirisch-qualitative Unterrichtsforschung sowie die Soziologie der Praktiken und des Körpers.

Lesetipp: Dennis Wolff, „Soziale Ordnung im Sportunterricht – Eine Praxeographie“, 2016, 370 Seiten, transcript Verlag

Einblicke in Forschung

Dieser Artikel ist Teil einer fortlaufenden Serie über Doktorandinnen und Doktoranden an der Universität Hildesheim. Im vorigen Teil hat die Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Hiemesch aus ihrer Forschung berichtet. Es folgen Interviews mit einem Mathematiker, einem Kulturwissenschaftler und einer Übersetzungswissenschaftlerin. Wer Einblicke in seine Arbeit, Forschungsmethoden und wissenschaftliche Erkenntnisse geben möchte, kann sich gerne in der Pressestelle bei Isa Lange melden (presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 1 Forschung
news-13040 Wed, 01 Mar 2017 20:52:00 +0100 Bewegungslabor: Verletzungen im Sport vermeiden https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bewegungslabor-verletzungen-im-sport-vermeiden/ Der NDR blickt auf das Forschungsland Niedersachsen: Im Bewegungslabor der Universität Hildesheim wollen Forscher mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras herausfinden, wie sich Verletzungen beim Laien- und Profisport verhindern lassen. Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler haben an der Universität Hildesheim den Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung“ aufgebaut. Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Forschung den Transfer hinein in den Alltag leisten. Mittlerweile lernen in Hildesheim 400 Sportstudentinnen und Sportstudenten.

Im Uni-Bewegungslabor untersuchen Sportwissenschaftler Bewegungen von Menschen. Mit ihrer Grundlagenforschung tragen sie zu einem besseren Verständnis von menschlichen Bewegungsabläufen bei. Die Sportwissenschaftler Professor Peter Frei und Professor Nico Kurpiers analysieren, welche Kräfte wann auf den Körper wirken, wenn eine Turnerin durch die Lüfte wirbelt und landet. Neben dem Spitzensport haben die Forscher auch Sport und Bewegungsabläufe im Alltag im Blick. Dabei wollen sie zum Beispiel herausfinden, welche Kräfte beim Skifahren auf die Kniegelenke wirken – bei Profisportlern genauso wie bei Millionen Hobby-Skifahrern. Ziel der Forschung ist, das Verletzungsrisiko zu minimieren und die Zahl von weltweit 70.000 Kreuzbandrissen pro Jahr zu reduzieren, berichtet der NDR in einem Filmbeitrag über die Sportforschung in Hildesheim [hier geht's zum Filmbeitrag im NDR Fernsehen]. „Wir können Bewegungen wiederholt in Videoanalysen aus mehreren Perspektiven betrachten und berechnen, wie sich etwa der Schwerpunkt verlagert“, sagt Professor Nico Kurpiers. „Unser Labor ist mobil, wir nehmen das Bewegungslabor mit auf die Skipiste. Oder wir gehen in den Alltag und führen Ganganalysen bei Patienten durch.“

Bewegung wirkt sich unmittelbar auf den Körper, das Herz-Kreislauf-System und die Motorik aus, sagt Professor Peter Frei. Er leitet das Institut für Sportwissenschaft an der Universität Hildesheim. „Und Sport ist mehr: Der soziale Aspekt ist genauso wichtig, man trifft sich, tauscht sich aus, lernt einander kennen, ist ein Team, baut Vertrauen auf.“

In einem Masterstudiengang setzen sich Studentinnen und Studenten mit Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne auseinander. „Sie weiten den Blick auf Gesundheit und Leistung. Leistung ist mehr als höher, schneller, weiter. Unsere Studentinnen und Studenten setzen sich mit der Bedeutung von Gesundheit für Kinder und Jugendliche oder dem Leistungsgedanken im Erwachsenenalter auseinander, sie blicken auf die Rolle des Sports im gesamten Lebenslauf“, so Professor Frei. In dem zweijährigen Masterstudiengang sammeln Studentinnen und Studenten in einer mehrmonatigen Praxisphase umfangreiche Erfahrungen und wenden sportwissenschaftliches und methodologisches Wissen an. Außerdem führen sie im Praxissemester ein eigenes Forschungsprojekt durch.

Kooperationspartner des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim sind unter anderem der Landessportbund Niedersachsen, der Olympiastützpunkt Niedersachsen, der Behindertensportverband Niedersachsen, die Reha-Kinderklinik Bad Oexen, das ambulante Reha-Zentrum Hildesheim, die Medizinische Hochschule Hannover und die Rehabilitationsklinik Fallingbostel. So binden die Sportwissenschaftler aus Hildesheim gemeinsam mit Ärzten aus Hannover Sport in den Alltag von krebskranken Kindern ein, damit diese wieder Kraft tanken und Zutrauen erfahren.

Wer sich für die Forschung und das Studium interessiert, kann Prof. Dr. Peter Frei (peter.frei@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Nico Kurpiers (kurpiers@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

Filmbeitrag über die Forschung der Sportwissenschaftler im NDR Fernsehen

NDR Fernsehen (Sendung „Hallo Niedersachsen“, 14.02.2017, Filmbeitrag von Bernd Reiser, ~ 4 Min.): Der NDR blickt im Februar auf das Forschungsland Niedersachsen: Im Bewegungslabor der Universität Hildesheim wollen Forscher mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras herausfinden, wie sich Verletzungen beim Laien- und Profisport verhindern lassen. [hier geht's zum NDR-Filmbeitrag, zeitlich begrenzt abrufbar]

Masterstudiengang Sportwissenschaft – Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft Forschung
news-13047 Wed, 22 Feb 2017 10:45:00 +0100 Bildungsforschung: Inklusion in der frühen Kindheit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildungsforschung-inklusion-in-der-fruehen-kindheit/ Land Niedersachsen fördert Forschungsverbund an der Universität Hildesheim: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen die Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung aus. Sie dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule. Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen. Bereits 2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen. Seitdem verändert sich das gesamte Bildungssystem und die Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Kindertagesstätten. Pädagoginnen und Pädagogen lernen, konstruktiv mit den unterschiedlichen sozialen, sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen und die Teilhabechancen für alle zu verbessern. Wie das aber im Alltag passiert, etwa in Kindertagesstätten, wird bisher kaum untersucht. Hier setzt der Hildesheimer Forschungsverbund an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauchen ein in den Alltag und dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule.

„Wir vertiefen die Bildungs- und Teilhabeforschung in der frühen Kindheit“, sagt Peter Cloos, Professor für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Hildesheim und Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen. Gerade im Bereich der Bildung und der sozialen Teilhabe der bis sechsjährigen Kinder gibt es noch erhebliche Forschungslücken in Bezug auf die Inklusion. „Im gesamten Bildungssystem und in der Kinder- und Jugendhilfe geschehen aktuell große Umwälzungen. Inklusion ist eine breit diskutierte Herausforderung. Wir wollen dazu beitragen, das noch geringe empirische Wissen auszubauen und die unterschiedlichen Forschungstraditionen zu verbinden“, so Cloos.

Das Land Niedersachsen fördert am Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim den Forschungsverbund „Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit als multidisziplinäre Herausforderung" bis 2020 mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Neben Hildesheim werden Verbundprojekte in Göttingen und Hannover aus dem „Niedersächsischen Vorab“ gefördert.

Der Hildesheimer Forschungsverbund bearbeitet sechs Forschungsprojekte. Beteiligt sind insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, dem Fremdsprachenerwerb und der Mathematikdidaktik, der Neurodidaktik sowie Sozial- und Organisationspädagogik. „Ich freue mich auf die weitere Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum, wir wollen gemeinsam neue Perspektiven für eine inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit entwickeln", sagt Professor Cloos.

Neue Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen – in die Wissenschaft, die Politik, die Kinder- und Jugendhilfe und in die Bildungseinrichtungen. Der Forschungsverbund arbeitet eng mit Partnern aus der Praxis zusammen und entwickelt gemeinsam mit den Praxispartnern Konzepte für den Transfer, unter anderem mit Kindertagesstätten und Grundschulen, der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/Bremen e.V. (lagE), dem Kinder- und Jugendbereich der Diakonie Himmelsthür, dem Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen (FMKS). Geplant sind ebenso Kooperationen mit Jugendämtern, Fachschulen und Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung. In allen Forschungsprojekten werden konkrete Transfermaßnahmen für die pädagogische Praxis entwickelt und umgesetzt. Die Forschungsprojekte laufen bis 2020. Ergebnisse werden auf Tagungen vorgestellt.

Im Forschungsverbund unterstützt die Universität Hildesheim zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in der Phase  während und nach der Promotion. Sie promovieren in den Projekten, werden vom Uni-Methodenbüro in der Wahl der Forschungsmethoden unterstützt und können sich mit laufenden Vorhaben aus den Graduiertenkollegs „Multiprofessionalität in der Bildungsinfrastruktur und in Sozialen Diensten“, „Gender und Bildung“ und den Promotionskollegs „Bildungsintegration“ und „Unterrichtsforschung" vernetzen. Die im Verbund beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch im Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik, dem bundesweit ersten akkreditierten Studiengang dieser Art, promovieren.

Wer Interesse an dem Forschungsverbund hat, kann sich an Prof. Dr. Peter Cloos wenden (E-Mail cloosp@uni-hildesheim.de).

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim leiten die sechs Forschungsprojekte:

  • Prof. Dr. Meike S. Baader (Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Prof. Dr. Peter Cloos (Pädagogik der frühen Kindheit) (Sprecher)
  • Dr. Florian Eßer (Sozialpädagogik)
  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs (Neurodidaktik)
  • Prof. Dr. Kristin Kersten (Didaktik des Englischen und Spracherwerb)
  • Prof. Dr. Claudia Mähler (Pädagogische Psychologie und Diagnostik)
  • Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Mathematik und ihre Didaktik)
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Sozialpädagogik)

 

Die sechs Forschungsprojekte im Überblick:

Wie Kinder sich entwickeln – Kognitive Entwicklung und Förderung in inklusiven Settings

Studie „Frühe Inklusion beim Schriftspracherwerb“ (FRISCH)

Schon lange vor der Einschulung bringen Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Schriftsprache mit. Ein Team aus der Pädagogischen Psychologie und Diagnostik um Professorin Claudia Mähler untersucht, wie Kindern der Einstieg in den Schriftspracherwerb gelingt. Welche Kinder profitieren in welcher Weise von einer Förderung zu welchem Zeitpunkt?

Claudia Mähler arbeitet mit Kitas und Grundschulen in der Region Hildesheim zusammen. Die Interventionsstudie beginnt im letzten Kindergartenjahr und begleitet 160 Kinder beim Übergang in die Grundschule und in den ersten beiden Schuljahren. Zunächst werden verschiedene Vorläuferkompetenzen erfasst, die für das Erlernen der Schriftsprache wichtig sind, etwa die Leistung des Arbeitsgedächtnisses, der Sprachentwicklungsstand und vor allem die „phonologische Bewusstheit“. Die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sich ein Training der phonologischen Bewusstheit im letzten Kindergartenjahr und wie sich eine Umstellung des Eingangsunterrichts im Fach Deutsch auf das Erlernen der Schriftsprache auswirken.

„Ich freue mich, das Thema Inklusion nun auch in die frühe Bildung hineinzutragen und den Übergang vom Vorschulalter in die Schule begleiten zu können“, sagt Claudia Mähler. Die Professorin befasst sich in der Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, welche frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten es genau sind, die am Ende einen Einfluss darauf haben, ob ein Kind in der Schule gut zurechtkommt und erfolgreich ist. Bisherige Hildesheimer Langzeitstudien zeigen, dass die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, bereits im Alter von vier Jahren sehr groß sind.

Studie „Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition (zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses)“ (STARK)

Wie kann das mathematische Grundverständnis in der frühen Kindheit gefördert werden? Professor Kristian Folta-Schoofs und Professorin Barbara Schmidt-Thieme untersuchen, in welcher Weise Kinder im letzten Kindergartenjahr von einem Training der Raumwahrnehmung profitieren können.

„Die vorschulische mathematische Förderung beinhaltet immer noch bevorzugt das Lernen von arabischen Zahlen und rechnerischem Faktenwissen. Wir wollen alternative Zugänge zur Förderung des mathematischen Grundverständnisses in den Blick nehmen, die weniger an Sprache und stärker auf die unmittelbare Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder bezogen sind“, sagt Professor Kristian Folta-Schoofs. „Dazu gehört auch die Berücksichtigung der körperlich-sinnlichen Erfassung von Raummerkmalen – auch im Verhältnis zum eigenen Körper – sowie von handlungs- und bewegungsorientierten Lernmöglichkeiten, die im Rahmen der vorschulischen Vorbereitung auf den Mathematikunterricht bislang noch wenig berücksichtigt werden und noch unzureichend wissenschaftlich untersucht sind.“

Barbara Schmidt-Thieme verfügt über Expertise auf dem Gebiet der mathematischen Frühförderung, vor allem zur Didaktik der Geometrie. Kristian Folta-Schoofs forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim im Bereich der neuronalen Grundlagen von Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Zeitverarbeitungsprozessen und zu den Ansätzen einer barrierefreien Gestaltung von Lernumgebungen.

Studie „Fremdsprachenlernen in inklusiven Kontexten: Sprachliche und kognitive Entwicklung in zweisprachigen Einrichtungen“ (FLINK)

Wie die sprachliche Entwicklung in ein- und zweisprachigen Kindertagesstätten und im Übergang in die Grundschule verläuft, untersucht Professorin Kristin Kersten in Kooperation mit Professor Werner Greve vom Institut für Psychologie. In der Studie erfassen die Wissenschaftler bis 2019, wie sich Kinder sprachlich und kognitiv entwickeln.

Dabei vergleichen sie die Entwicklungsverläufe von Kindern in einsprachigen und zweisprachigen Kitas und Grundschulen. In den bilingualen Kitas verwenden muttersprachliche Erzieherinnen und Erzieher im gesamten Tagesablauf Englisch im Umgang mit den Kindern, in bilingualen Schulen unterrichten Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel Mathe, Sport, Musik oder Sachkunde auf Englisch. Bislang wenig untersucht ist die Frage, inwieweit die sprachliche Entwicklung mit dem Selbstkonzept von Kindern zusammenhängt. Auch hierzu soll die Studie Erkenntnisse liefern. Durch teilnehmende Beobachtung werden außerdem die Strategien aller pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte dokumentiert: Wie begleiten sie die Lernprozesse? Wie gestalten sie den sprachlichen Input für inklusiv ausgerichtete Lernergruppen?

„Forschungsergebnisse aus früheren Studien weisen darauf hin, dass die Intensität, Dauer des Kontakts sowie das handlungsbegleitende Erlernen der Fremdsprache an Objekten, Bildern und der Umwelt entscheidend sind. Wir wissen außerdem, dass intensives bilinguales Lernen zu kognitiven Vorteilen führen kann. Ob die Fremdsprache mehrere Stunden pro Tag oder nur zwei Stunden pro Woche angeboten wird und wie sie von der Lehrkraft umgesetzt wird – das macht für die Entwicklung der Kinder viel aus. Dazu kommt, dass jedes Kind individuelle Voraussetzungen zum Lernen mitbringt, die sich nicht nur in den kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch im sozialen Umfeld unterscheiden. Und schließlich ist jedes Schulprogramm ein komplexes Gefüge, in dem auch jede Lehrkraft ihre eigenen Kenntnisse, Einstellungen und Motivation mitbringt“, so Kersten. Die Sprachwissenschaftlerin hat zuvor ein EU-Projekt geleitet und in niedersächsischen Grundschulen den bilingualen Unterricht analysiert.

Der Alltag in Kitas – „Doing inclusion“ – Inklusion als alltägliche Herstellungsleistung

Studie „Inklusive Elterninitiativen“ (IKE)

10 Prozent aller 4500 Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen sind Elterninitiativen. Elterninitiativen sind bislang kaum erforscht, dabei sind sie heute ein fester Bestandteil in der Kita-Landschaft. Eltern bauen somit einen Teil der Strukturen auf, die Bildungsteilhabe befördern oder verhindern können.

Einen Gesamtüberblick, welche Inklusionskonzepte Elterninitiativen im Bundesland Niedersachsen verfolgen, soll die Studie von Professorin Meike Baader liefern. Wer sind die Akteure und Akteurinnen, welches sind ihre Motive, Erfahrungen, Ressourcen aber auch Hindernisse? Wie gehen Eltern und Professionelle in diesen Einrichtungen mit Inklusion um? Die Erziehungswissenschaftlerin führt in den kommenden Monaten Interviews mit 45 Einrichtungsleitungen und analysiert, wie private Elterninitiativen in Niedersachsen handeln. Während sie in den 1970er Jahren anfänglich als Alternative für fehlende Plätze gegründet wurden, hat sich schon in den siebziger Jahren gezeigt, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Migrationserfahrungen aufgrund des Betreuungsschlüssels besonders gut versorgt wurden, wie eine DFG-geförderte Studie von Meike Baader zeigt.

Studie „Multiprofessionelle Teams in inklusiven Settings“ (MUPRO)

Zusammen statt allein: Professor Peter Cloos nimmt die Arbeit von multiprofessionell zusammengesetzten Teams in Kindertageseinrichtungen unter die Lupe. Der Erziehungswissenschaftler analysiert in 10 Einrichtungen 20 Teamgespräche.

„Wir tauchen ein in den Alltag“, sagt Cloos. Bisher wurde kaum empirisch untersucht, wie unterschiedliche Berufsgruppen in Organisationen wie Kitas zusammenarbeiten. Wie verständigen sie sich in Teamgesprächen über Zuständigkeiten und Aufgabenbereiche? Teilen sie Aufgaben auf und grenzen sich voneinander ab („Das ist nicht mein Gebiet!“) oder entstehen Räume, um gemeinsam unter Einbeziehung vieler Perspektiven die individuelle Entwicklung von Kindern zu erfassen? Die Forschungsergebnisse sollen in die Beratung von multiprofessionellen Teams fließen.

Studie „Kinder als Inklusionsakteure“ (INKA)

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. Florian Eßer, Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit acht Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

„Differenzdilemma“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren im Forschungsverbund außerdem, inwieweit Wissenschaft selbst Differenzen erzeugt. Die Wissenschaft spricht von „Differenzdilemma“: Jede Thematisierung von Differenz behebt diese nicht nur, sondern kann Differenz durch ihre Betonung erst hervorheben oder verstärken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-13062 Tue, 21 Feb 2017 09:39:00 +0100 Nachtschicht für aufgeschobene Hausarbeiten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/nachtschicht-fuer-aufgeschobene-hausarbeiten/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Nachtschicht am Laptop – aber nicht allein:  Umgeben von Büchern  können Studentinnen und Studenten von Donnerstag- auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 2. März 2017, um 20:00 Uhr.

Ein Team der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums berät zum Beispiel beim Strukturieren von Texten und Recherchieren nach Literatur. „Wenn man gemeinsam in dieser besonderen Atmosphäre in der Nacht in der Uni schreibt, dann ist das ein Motivationsschub. Man sieht, wie die anderen vorankommen oder verzweifeln, kann sich gegenseitig unterstützen. Wissenschaftliches Arbeiten ist keine einsame Tätigkeit“, sagt Jana Zegenhagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur. In der Schreibberatung gibt sie mit ihrem studentischen Team vielen Studierenden mit auf den Weg, „dass man sich erste Fassungen erlauben und sich Zeit einräumen sollte für das Bearbeiten von Texten“. „Im Unterschied zum Postkarten schreiben geht es beim wissenschaftlichen Schreiben darum, Erkenntnisse zu gewinnen, das eigene Wissen zu erweitern und für Leser darzustellen. Das braucht Zeit und Gespräche – in allen Phasen von der Themenfindung über die Literaturbeschaffung bis hin zur Überarbeitung.“

Jana Zegenhagen organisiert die „Lange Nacht“ gemeinsam mit der Bibliotheksmitarbeiterin Elisabeth Tränkler und ihren studentischen Teams. „Wir wollen da sein, beraten und einen Raum anbieten, in dem man sich über eine der wesentlichen Tätigkeiten im Studium austauschen kann – das Schreiben.“

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA und zum Beispiel in Singapur treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um gemeinsam zu schreiben, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen. In Hildesheim findet die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ seit 2011 statt.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus ist jede Woche ansprechbar und unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren (Learnweb-Kurs „Anmeldung Lese- und Schreibzentrum“).

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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news-12870 Wed, 15 Feb 2017 10:41:00 +0100 Einwanderungsgesellschaft: Miteinander in Vielfalt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/einwanderungsgesellschaft-miteinander-in-vielfalt/ Unter dem Motto „Miteinander in Vielfalt“ fassen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gedanken zur Einwanderungsgesellschaft zusammen. Zur 38-köpfigen Expertenkommission gehört Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. In dieser Woche wurde in Berlin das „Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft" vorgestellt. „Wir brauchen dieses Leitbild, weil unsere Einstellung zur Einwanderung das Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft berührt. Unser Umgang mit Vielfalt und gerechte Teilhabemöglichkeiten sind Gradmesser für unsere Demokratie, den sozialen Frieden und Sicherheit“, sagt Staatsministerin Aydan Özoğuz, Vorsitzende der 38-köpfigen Kommission, die das Leitbild im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erarbeitet hat. Die Stiftung lud Expertinnen und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, unter anderem aus der Wissenschaft, ein, an der Erarbeitung eines Leitbilds mitzuwirken. Die Kommission nahm im Juni 2016 unter dem Vorsitz von der Staatsministerin ihre Arbeit auf.

Grundpfeiler der Einwanderungsgesellschaft bilden für die Autorinnen und Autoren das Grundgesetz, die Achtung der Menschenrechte, die Einbettung Deutschlands in die Europäische Union und der Respekt vor der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Gemeinsamkeiten können nicht allein staatlich verordnet werden“, sie „entstehen im Zusammenleben“. „Rassismus und Diskriminierung stellen eine Verletzung der Grund- und Menschenrechte dar und haben daher keinen Platz in der deutschen Gesellschaft. Der Schutz vor Diskriminierung muss ein Grundpfeiler des Zusammenlebens sein, weil er Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglicht“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

„Ein Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft war längst überfällig. Es eröffnet die Chance einer breiten Debatte über unser Selbstverständnis im Zeichen gesellschaftlichen Wandels, der nicht nur aber auch durch Migration in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt ist“, sagt Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie eine Geselllschaft organisiert ist, die niemanden ausschließt und Vielfalt als Normalität anerkennt.

Die Erziehungswissenschaftlerin leitet in Hildesheim das „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. 2017 wurde die Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft in den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration berufen. Professorin Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-12939 Fri, 27 Jan 2017 14:36:00 +0100 Politikwissenschaft: Juniorprofessor für Politik und Internet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politikwissenschaft-juniorprofessor-fuer-politik-und-internet/ Neu an der Universität Hildesheim: Wolf Schünemann forscht zu Internetregulierung, Cybersicherheit und politischer Online-Kommunikation. Der Politikwissenschaftler hat in Hildesheim die Juniorprofessur für Politik und Internet inne. Wolf Schünemann hat seit Herbst 2016 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet inne.

Er lehrt und forscht zu Themen der Internationalen Beziehungen, der europäischen Integration und seit einigen Jahren auch zur Netzpolitik. Arbeitsschwerpunkte in der Forschung sind unter anderem Cybersicherheit, Internetregulierung, Datenschutz, Netzneutralität sowie EU-Referenden. Der Politikwissenschaftler hat zuvor an den Universitäten Heidelberg und Koblenz-Landau gearbeitet. In seiner Forschung befasst sich Schünemann mit der internationalen politischen Gestaltung, der Verrechtlichung und Nutzung des Internets und den entstehenden Konflikten zwischen transnationalen, grenzüberschreitenden Ansprüchen der Internetentwicklung und strukturellen nationalen Hemmnissen.

Forschungsfragen betreffen zum Beispiel die Politik im Netz: Wie verändern sich politische Kommunikation und Wahlkämpfe im digitalen Zeitalter? Wolf Schünemann untersucht das Diskursverhalten in sozialen Netzwerken, etwa im anstehenden Bundestags- und Landtagswahlkampf in Niedersachsen. „Allerdings werden der Hype und die Verunsicherung über die Rolle von Twitter und anderen sozialen Medien im Wahlkampf (siehe Trump 2016) vergehen, das wird Normalität. Überhaupt wird man in vielen Bereichen die Zwei-Welten-Logik – online/offline – aufgeben müssen“, so Schünemann.

Was bleibt, sind die drängenden Fragen der Politik für das Netz: Kann man das Internet regieren, kontrollieren? Wie kann und muss die Regulierung aussehen? Die Antworten sind von den Wertvorstellungen in den einzelnen Gesellschaften abhängig. „Ein halbes Jahrhundert nach den Anfängen des Internets, das mittlerweile zu einem Massenmedium geworden und aus dem Alltag nicht wegzudenken ist, entsteht aus der anfänglichen Euphorie ein kritischeres Bewusstsein, einschließlich zunehmender Forderungen nach politischer Regulierung“, sagt Schünemann.

Öffentliche Antrittsvorlesung

  • Thema der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Wolf Jürgen Schünemann: „Nation und Netz. Politikwissenschaftliche Annäherungen an eine beharrliche Gemeinschaftsform“
  • Wann? Mittwoch, 1. Februar 2017, 18:00 Uhr c.t.
  • Wo? Hörsaal 4, im Forum der Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1

In seiner Antrittsvorlesung an der Universität Hildesheim geht Wolf Schünemann auf grundlegende Fragen der gesellschaftspolitischen Gestaltung des digitalen Zeitalters ein. Der Juniorprofessor erläutert, inwiefern die Entwicklung des Internets mit Blick auf das Politische ihr zentrales Versprechen eingelöst hat, zu einer „Transnationalisierung“ beizutragen, also den Nationalstaat tendenziell zu überwinden.

Der Hildesheimer Politikwissenschaftler analysiert, wie im World Wide Web über globale Themen diskutiert wird (etwa Klimapolitik und Internetregulierung).  „Außerdem schaue ich auf die globalen Regulierungen, die das technische Funktionieren des Internets überhaupt ermöglichen. Wie etwa kommt es zu einer weltweit verbindlichen Zuweisung von IP-Adressen und Domain-Namen – etwa Uni Hildesheim und die IP-Adressen der zugehörigen Server?“, so Schünemann.

Im letzten Teil der Antrittsvorlesung analysiert der Politikwissenschaftler staatliche Regulierungsanstrengungen: Wie wird die Regulierung von Internetinhalten in Demokratien und Autokratien betrieben? „Blicken wir auf Autokratien, so beobachten wir häufig politisch motivierte Zensur. Aber auch in den Demokratien, nicht zuletzt in Deutschland, sind vermehrt Forderungen zu hören, Internetinhalte stärker zu überwachen und Anbieter zu verpflichten, Inhalte gezielt entfernen zu lassen.“ Wolf Schünemann geht auf die aktuelle Debatte über „Fake News“ und Cyberangriffe im bevorstehenden Bundestagswahlkampf sowie Landtagswahlkamp ein. Der Vortrag ist öffentlich, interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, mit dem Professor ins Gespräch zu kommen.

Politikwissenschaftler Wolf Schünemann über Fakten in Wahlkämpfen:

„Der Faktenchecker hatte es in Wahlkämpfen schon immer schwer, weil das Wahlkampfgeschehen zum Zeitpunkt des Checks meist schon über ihn hinweggegangen ist. Faktische und andere Informationen, die in Wahlkämpfen zirkulieren, machen Wirklichkeiten aus. Wahrheit und Vernunft werden und wurden allenfalls prozedural hergestellt. Ihnen muss also im stets fortlaufenden Wechselspiel von Argument und Gegenargument für eine gewisse Dauer Geltung verschafft werden. Hierzu – und das ist der für mich entscheidende Punkt – brauchen wir Räume der Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit. Die digitalen Medien, die hochgradig fragmentierte Informations- und Kommunikationskanäle bieten, führen zu einer Zergliederung und Auflösung dieser Räume. Hier sehe ich ein gravierendes Problem für die demokratische Öffentlichkeit durch digitale Medien. Das demokratische Versprechen des Internets ist mit der Überwindung der Gatekeeper – klassischerweise Redakteure und Journalisten, die darüber entscheiden, was publiziert wird – zur politischen Öffentlichkeit verbunden. Mit der Abschaffung der Gatekeeper lösen sich auch die ‚Plätze‘ des Meinungsaustauschs und der Wahrheits- und Willensbildung auf.“

Hildesheimer Forschungsfokus „Politik und Internet“

Wer sich mit den Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft und den Verflechtungen zwischen World Wide Web und Politik befasst, landet früher oder später in Hildesheim. An der Universität hat Professorin Marianne Kneuer seit 2011 den Forschungsschwerpunkt „Politik und Internet“ aufgebaut. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen etwa, welche Rolle soziale Medien in Protestbewegungen spielen und wie Regierungen ihre Verwaltung effektiver gestalten oder ihre Bürger stärker in Partizipationsprozesse einbeziehen. Entstanden ist etwa das Buch „Soziale Medien und Protestbewegungen“ von Marianne Kneuer und Saskia Richter. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt widmet sich derzeit Strategien autoritärer Regime.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, gibt der Politikwissenschaftler Einblicke in seine Forschung.

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news-12991 Fri, 27 Jan 2017 10:40:00 +0100 Das Erinnern wachhalten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/das-erinnern-wachhalten/ Aus der Forschung: Die junge Wissenschaftlerin Wiebke Hiemesch recherchiert und schreibt, damit Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Sie dokumentiert in ihrer Forschung die Kindheit in nationalsozialistischen Zwangslagern und wie Kinder diese Zeit überlebt haben. Die Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Hiemesch hat in ihrer Doktorarbeit untersucht, wie Kinder den lebensbedrohlichen Alltag im Konzentrationslager Ravensbrück überlebt haben. Die junge Wissenschaftlerin forscht in einer Arbeitsgruppe von Professorin Meike Baader an der Universität Hildesheim. Meike Baader und Dr. Tatjana Freytag sind Herausgeberinnen des Buches „Erinnerungskulturen: eine pädagogische und bildungspolitische Herausforderung”. In dem Buch geht es auch darum, wie Gedenken mit zunehmendem Abstand zum historischen Ereignis möglich ist.

„Die Gedenkstättenarbeit sieht sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie Erinnerung praktiziert werden kann, wenn kaum noch Zeitzeugen leben. Schließlich basierte auch die pädagogische Arbeit über viele Jahrzehnte stark auf den Berichten von Überlebenden. Diese bezeugten durch ihre Anwesenheit und ihre Erzählungen die Geschehnisse“, sagt Professorin Meike Baader. „In Zukunft wird die Gedenkstättenarbeit viel stärker auf Archive und aufgezeichnete Dokumentationen zurückgreifen.“ Aber es gebe auch ganz andere Formen des Gedenkens, so habe beispielsweise die Universität Frankfurt sich entschieden, den 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus auch an der Universität  zu einem Erinnerungstag zu machen. An verschiedenen Instituten stehen eine Woche lang der Nationalsozialismus und seine Vernichtungspolitik im Zentrum von Veranstaltungen, Vorträgen, Filmen, Lesungen und Führungen. Im Rahmen der Erziehungswissenschaft gibt es zum Beispiel einen Vortrag zu  „Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft“ bei Lehrkräften. „Vielleicht ließe sich auch für Hildesheim über ein vergleichbares Format nachdenken“, sagt Baader. „In diesem Rahmen könnten auch studentische Arbeiten zum Thema präsentiert werden. Schließlich haben auch in dem Sammelband Studierende aus einem Seminar ihre Untersuchungen veröffentlicht, darunter zum Beispiel ein Beitrag über ein Mahnmal in Hannover“.    

Zu den Schwerpunkten des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim zählen neben „Diversity  Education“  und  auch bildungsgeschichtliche Fragen,  darunter  das  Aufwachsen   von   Kindern   und Jugendlichen im 20. und 21. Jahrhundert und damit auch während des   Nationalsozialismus. Baader begleitet zu diesem Thema mehrere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. So befasst sich etwa Jessica Vehse damit, wie heute bei Führungen durch Gedenkstätten über die verschiedenen Opfergruppen gesprochen wird.

Interview mit Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Hiemesch

Im Interview beschreibt Wiebke Hiemesch, wie Kindern eine Welt „Stück für Stück zerstört wurde bis ihnen nicht einmal mehr das Recht auf den eigenen Namen blieb“. „Erwachsene und Kinder kämpften in den nationalsozialistischen Zwangslagern um kleinste Momente von zwischenmenschlicher Zuwendung und Schutz“, sagt Hiemesch. Die Erziehungswissenschaftlerin forscht an der Universität Hildesheim.

Sie haben gerade Ihre Doktorarbeit „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück“ abgeschlossen und sich mit den  Lebenserinnerungen von überlebenden Frauen und Männern befasst. Was untersuchen Sie in der Forschung?

Wiebke Hiemesch: In meiner Doktorarbeit widme ich mich der Gruppe der Kinder im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Ich habe Interviews mit Menschen ausgewertet, die als junger Mensch das Konzentrationslager Ravensbrück überlebt haben. Ich frage, wie die Menschen über die Lagerzeit sprechen und was wir darüber möglicherweise über ihr damaliges Erleben erfahren. Unter den Interviewten ist auch eine Frau, die als Vierzehnjährige im Lager zeichnete – eine große Ausnahme angesichts der Extremsituation des Lagers. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Frau überlebte, die Zeichnungen aufbewahrte und der Gedenkstätte schließlich übergab. Auch die Zeichnungen habe ich mir im Rahmen meiner Forschung angeschaut. Sie zeigen Szenen und Personen aus dem Lager, wie beispielsweise eine Frauengruppe bei der körperlich und seelisch zermürbenden Zwangsarbeit. Ebenso finden sich Darstellungen, die Erinnerungen, Träume und Wünsche darstellen, zum Beispiel polnische Traditionen, christliche Motive und tanzende Frauen.

Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Forschung kamen?

Zunächst konnte ich mit meiner Arbeit ein genaueres Bild davon zeichnen, wer die Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück waren, warum und mit wem sie dort hingebracht wurden und unter welchen unmenschlichen Bedingungen sie lebten. Kinder hatten in allen nationalsozialistischen Zwangslagern kaum eine Überlebenschance. Auch im (Frauen-)Konzentrationslager Ravensbrück starben die meisten von ihnen an Hunger, Kälte und Erschöpfung sowie an grassierenden Krankheiten, medizinischen Versuchen und auch durch gezielte Ermordungen. Die Interviewten beschreiben, wie den Kindern eine ihnen zuvor bekannte Welt Stück für Stück zerstört wurde, bis ihnen schließlich im Lager nicht einmal mehr das Recht auf den eigenen Namen blieb. Vor dem Hintergrund allgegenwärtiger Lebensbedrohung kämpften Erwachsene und Kinder um kleinste Momente von zwischenmenschlicher Zuwendung und Schutz, jedoch immer nur soweit ihnen dies körperlich und seelisch möglich war.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist Ihre Forschung wichtig?

Viele Menschen, mit denen ich sprach, waren von meinem Promotionsthema überrascht. Ihnen war bis dahin nicht bekannt, dass auch Kinder in den nationalsozialistischen Zwangslagern eingesperrt und durch die industrielle Massenermordung umgebracht wurden. Auch in der Erziehungswissenschaft wissen wir bisher relativ wenig über die jüngsten Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Leerstelle wollte ich mit meiner Doktorarbeit begegnen. Ich möchte das kindheitshistorische Wissen ebenso erweitern, wie eine Aufmerksamkeit für die Lebens- und Leidensgeschichten der Kinder in nationalsozialistischen Konzentrationslagern schaffen.

Wie haben Sie die Menschen gefunden, die vor mehr als 70 Jahren die Zeit im Konzentrationslager überlebt haben, bzw. welches Interviewmaterial haben Sie ausgewertet?

Eine große Unterstützung waren die Leiterin Dr. Insa Eschebach sowie die Mitarbeiterinnen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Sie vermittelten mir ein Gespräch mit einer Überlebenden, die ich in Frankreich besuchte. Das war eine beeindruckende Begegnung. Gerne hätte ich auch die anderen Gespräche selbst geführt. Doch müssen wir bedenken, dass diese Gespräche immer wieder von neuem die Gefahr einer Retraumatisierung in sich bergen. Einige Überlebende haben trotz dessen bereits mehrmals Auskunft gegebenen. Eine zukünftige Aufgabe von Forschung ist es, sich diesen vorhandenen Interviews zuzuwenden. Für meine Doktorarbeit sah ich an der FU Berlin Interviews des Visual History Archives der Shoah Foundation ein. Der Gesamtbestand umfasst über 50.000 Interviews. Es gibt auch kleinere Projekte, wie das Archiv „Die Frauen von Ravensbrück“ von Loretta Walz, die mir ebenfalls Interviews zur Verfügung stellte. Und die Gedenkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter führen selbst Gespräche, die über die jeweiligen Archive einsehbar sind.

Die Arbeit in Archiven ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Forschung?

Neben der reinen Schreibtischarbeit musste ich zahlreiche Archivreisen unternehmen, um die vorhandenen Interviews oder bisher wenig aufgearbeitete Archivbestände vor Ort einzusehen. Die Interviews sind aber nicht immer in deutscher oder englischer Sprache geführt. Also ließ ich Interviews aus dem Polnischen und dem Französischen übersetzen, die jetzt für weitere Forscherinnen und Forscher zugänglich sind. Um dies möglich zu machen, habe ich viel Unterstützung erfahren, etwa von der Universitätsgesellschaft Hildesheim, durch die die notwendigen Forschungsreisen und Übersetzungen überhaupt erst möglich wurden.

Welche Verantwortung tragen Sie als Wissenschaftlerin?

Die Befreiung der Zwangslager liegt mittlerweile fast 72 Jahre zurück. Gegenwärtig zeugen fast nur noch die „Child Survivors“ von den Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus. Sie sind die letzten Zeuginnen und Zeugen, auf ihnen liegt eine enorme Last. Aber auch sie werden bald nicht mehr persönlich berichten können. Ich bin überzeugt, dass die jüngere Generation sich der Verantwortung stellen muss, als sekundäre Zeuginnen und Zeugen dafür einzutreten, dass deren Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Es bleibt zudem eine immerwährende Aufgabe, die Auseinandersetzung mit der Rolle von Wissenschaft für die Etablierung, Ausbreitung und Umsetzung von rassistischen und menschenverachtenden Ideologien als Bestandteil von Lehre und Forschung zu etablieren.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

Ich hatte das Glück während der Promotionsphase von einem Stipendium des Studienwerks Villigst e.V. gefördert zu werden. Dies ermöglichte mir eine äußerst intensive Arbeit. Die Fertigstellung meines Manuskripts ist nun eine Weile her und ich vermisse hin und wieder die Möglichkeit mich erneut mit dieser Intensität einem Thema zuwenden zu können.

Haben Sie Sorge, wie es nun beruflich weitergeht?

Wie bei der Promotion lernt man die Vorteile und Tücken der Post-Doc-Phase erst kennen, wenn man tatsächlich drinsteckt. Man kann auf das zurückblicken, was man geschafft hat und man kann sich neuen Herausforderungen zuwenden. Entscheidet man sich dafür, an der Uni zubleiben, so ist mein Eindruck, befindet man sich zugleich erneut in einer unplanbaren und prekären Phase, die einem den Eindruck vermitteln kann, dass das Wissenschaftssystem nicht allzu viel für seinen Nachwuchs tut.  
Deshalb freue ich mich besonders, dass ich zusammen mit Prof. Dr. Meike Sophia Baader ein neues Projekt plane. Wir wollen gemeinsam an die Ergebnisse meiner Doktorarbeit anschließen und einen neuen Aspekt in den Blick nehmen, ein im Verborgenen organisiertes Unterrichtsangebot der polnischen, weiblichen Gefangenen im Konzentrationslager Ravensbrück. Auch den Zeichnungen aus dem Lager wollen wir uns noch einmal dezidierter zuwenden.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Dr. Wiebke Hiemesch, 31, geboren in Hannover, Titel der Doktorarbeit „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück. (Über-)Lebenserinnerungen“, betreut durch Prof. Dr. Meike Sophia Baader von der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim sowie Prof. em. Dr. Juliane Jacobi vom Institut für Pädagogik der Universität Potsdam.

Einblicke in Forschung

Das Interview mit Wiebke Hiemesch ist Teil einer fortlaufenden Serie über Doktorandinnen und Doktoranden an der Universität Hildesheim. Wer Einblicke in seine Arbeit, Forschungsmethoden und wissenschaftliche Erkenntnisse geben möchte, kann sich gerne in der Pressestelle bei Isa Lange melden (presse@uni-hildesheim.de).

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news-12929 Mon, 23 Jan 2017 18:10:00 +0100 Die Dinge in der Pflege https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/die-dinge-in-der-pflege/ Aus der Forschung: Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause: In der Pflege kommen Dinge wie Waschlappen und Einmalhandschuhe zum Einsatz. „Die Dinge wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege“, sagt Lucia Artner. Seit 2014 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „Pflegedinge“. Einblicke in Ergebnisse aus der Forschung. Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause: In der Pflege kommen Dinge wie Waschlappen und Einmalhandschuhe zum Einsatz. „Die Dinge wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege“, sagt Lucia Artner. Seit 2014 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „Pflegedinge“. Einblicke in Ergebnisse aus der Forschung.

Einmalhandschuhe, Bettpfanne, Hebelifter – diese Dinge gehören zum Alltag von Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht, welche Bedeutung Objekte im Pflegealltag einnehmen. Um dies herauszufinden, geht die Kulturanthropologin in Pflegeheime und auf Krankenstationen und beobachtet: Was passiert mit diesen Dingen, wer nutzt sie wie?

„Ein Pflegeheim ist nicht nur ein Ort der Pflege, sondern auch Wohnraum und Ort des Lebens“, sagt Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin spricht mit Pflegekräften sowie älteren Damen und Herren über die Dinge in ihrem Alltag. In den Zimmern liegen Familienfotografien, Kosmetika und Briefe neben sterilen Einmalhandschuhen und Wattestäbchen, die das Kauen anregen sollen. Was machen solche Gegenstände, wenn sie so prägnant sind im Lebensraum? „Sie wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege.“ Artner nennt sie „institutionalisierte Dinge“.

Lucia Artner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge“. In dieser Woche stellt sie nach vierjähriger Forschung erstmals gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Heidelberg, Berlin, Osnabrück und Hildesheim Forschungserkenntnisse vor. „Pflege gehört zum Alltag in allen Gesellschaften und findet nicht nur im Pflegeheim statt – auch innerhalb von Familien wird sehr viel geleistet. Pflege ist eine zentrale Praxis menschlichen Zusammenlebens, sie gehört zum Alltag – und dennoch ist Pflege kaum sichtbar“, sagt Artner. Die gesellschaftliche Bedeutung von Pflege wachse angesichts des demographischen Wandels. „Dennoch wird Pflege als entlohnte Arbeit – etwa als Pflegekraft in einem Pflegeheim – oder als reine Beziehungsarbeit – etwa die Pflege von Angehörigen innerhalb der Familie – kaum anerkannt. Mit unserem Forschungsprojekt möchten wir Pflege sichtbar machen, in dem wir anhand der Dinge zeigen, wie sich Pflege verändert und was den Pflegealltag prägt.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Bandbreite an Dingen untersucht – von der Schnabeltasse aus dem 19. Jahrhundert über zeitgenössische Technologien wie Stehlifter bis hin zu sensorbasierten High-Tech-Systemen, die im Notfall Alarm schlagen.

Gerade in schambehafteten, intimen Momenten können die Dinge auch zu Professionalität und Sachlichkeit beitragen. „Der Toilettengang wird durch den Einsatz eines Toilettenstuhls zu etwas Gewöhnlichem – es ist dann weniger peinlich für alle Beteiligten“, sagt Artner.

Viele Dinge werden dabei auch mehrzweckmäßig, kreativ und anders als vom Hersteller angedacht verwendet. Ein Beispiel aus der Region Hannover: Der Toilettenstuhl kann nicht nur für den Toilettengang eingesetzt werden, so Artner. „Er wird auch zum Duschen und zum Transport genutzt. Eine ältere Dame guckt da Fernsehen drauf, statt auf einem Sessel. Bei einem anderen Herren wird mit dem Toilettenstuhl auch dessen Beweglichkeit trainiert.“ Man braucht Vertrauen in Dinge, vor allem auch in neue Technik, resümiert die Wissenschaftlerin. „Auch Ältere wollen sich wohl fühlen, wenn sie in einem Lifter hängen.“

Die Hildesheimer Wissenschaftlerin interessiert sich auch für die Veränderungen im Wandel der Zeit. Artner spricht deshalb mit Pflegekräften, die in den 1960er Jahren gearbeitet haben, sie untersucht Schwesternakten und Lehrbucheinträge. Dabei wird deutlich: In der Pflege wurden neue Gegenstände zunächst einmal auf ihre ‚Praxistauglichkeit‘ geprüft. Als in den 1970er Jahren die Einmalhandschuhe ihren Weg in den Pflegealltag fanden, wurde diese Entwicklung kritisch begleitet. „Die Handschuhe sind hygienisch. Ich habe aber so eine Distanz zu den Pflegenden. Ich möchte die Nähe nicht verlieren“, sagte etwa eine Pflegerin aus der damaligen Zeit.

Wie sich der Berufsalltag und Anforderungen an den Arbeitnehmer verändern, zeigen die Analysen von Isabel Atzl. Die Pfleghistorikerin und Sammlungsforscherin vom Medizinhistorischen Museum der Charité in Berlin zeigt, wie mit dem Einsatz von Dingen Veränderungen im Pflegeberuf einhergehen. So wurde das Fieberthermometer früher zunächst von Ärzten und später von Pflegekräften benutzt. Mit diesem Wechsel mussten Pflegekräfte auch neues Wissen und neue Qualifikationen erlernen. Beispielsweise mussten mit der Fieberkurve, die geschrieben wurde, Pflegekräfte nun Lesen und Schreiben können.

Außerdem wurde untersucht, wie Dinge zum Handeln anregen können. „In der stationären Langzeitpflege zeigt sich, dass es in erster Linie die Pflegekräfte sind, die die Nutzung der Dinge und den Ablauf der Tätigkeiten dirigieren. Sie geben den Menschen, die sie pflegen, Anstöße, Dinge zu nutzen“, sagt Artner. Über Dinge werden zum Beispiel ältere Menschen in einem Pflegeheim aktiv gehalten, indem Pflegekräfte beim Stuhlgang mit einem Toilettenstuhl eine Mobilisierungseinheit einbauen.

Ob es auch nutzlose Dinge gibt im Pflegealltag? Manche Utensilien, sagt Artner, finden erst mit der Zeit Anwendung. „In einem Pflegeheim wurde der Hebelifter kaum genutzt. Man hängt von der Decke, wird in die Badewanne gehievt. Für viele Menschen ist das ungewohnt, man fühlt sich zunächst unsicher.“

Lucia Artner forscht in einem sensiblen, intimen Bereich. „Ich kläre von Anfang an auf, was ich mache und warum, ich spreche viel mit Angehörigen von Demenzerkrankten.“ Mit den Objekten, sagt Artner, „kann man nicht reden“. Es sind die Menschen, die ihr erzählen und zeigen, was die Dinge im Alltag machen und die Einblicke geben in ihr Leben mit den Dingen. Und dafür, für all diese Begegnungen, ist die junge Forscherin sehr dankbar.

Worum geht’s? Kurz erklärt: Das Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge“

In dem Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge – Die Bedeutung von Objekten in Geschichte und gegenwärtiger Praxis der Pflege“ (kurz: „Pflegedinge“, www.pflegederdinge.de) arbeiten neun Fachleute des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim zusammen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Forschung von 2014 bis 2017. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe untersucht die Dinge der Pflege, die im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause zum Einsatz kommen. Im Projekt wurde der Einsatz von Gegenständen in der Altenpflege, in Privathaushalten und Krankenhäusern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin untersucht. Ergebnisse aus der Forschung stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der internationalen Tagung „Dumme Dinge, schlaue Sachen?“ vom 18. bis 20. Januar 2017 in Heidelberg vor.

„Wir möchten künftig in der interdisziplinären Objektforschung jene Dinge verstärkt in den Blick nehmen, die die Pflege der Zukunft schon heute mitgestalten wie digitale Technologien oder Pflegeroboter“, sagt Lucia Artner. Wie erleben die Beteiligten zum Beispiel neue technische Geräte, die registrieren, wie sich Personen bewegen und im Notfall Alarm schlagen?

Das Thema Pflege steht am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch weiterhin im Fokus der Forschung. Professor Wolfgang Schröer und Professorin Kirsten Scheiwe haben 2011 das Forschungscluster „care@work“ gegründet.  Innerhalb der Universität und deutschlandweit baut die Hildesheimer Arbeitsgruppe den Austausch zu verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus.

„Bislang fehlt es in Deutschland an grundlagenorientierter Forschung über die materiale Seite von Pflege. Fragen danach, welchen Anteil Dinge wie ein Fieberthermometer an der Pflege haben, wie damit Pflege-Arbeit strukturiert und das Wissen der Pflege realisiert wird, wurde im Bereich der historischen und gegenwärtigen Pflegeforschung bisher nicht systematisch untersucht“, sagt Lucia Artner.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-12547 Wed, 18 Jan 2017 14:01:00 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Literaturwissenschaftlerin Prof. Irene Pieper, die Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und den Psychologen Ryan Hackländer sowie den Systemadministrator Florian Störig für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Irene Pieper

Die Universität Hildesheim zeichnet Professorin Irene Pieper für ihre hervorragende Forschung aus. Seit 2007 forscht und lehrt Irene Pieper als Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Die Professorin befasst sich zum Beispiel mit der Lesesozialisation von Schülern und Schülerinnen aller Schulformen und dem Spannungsverhältnis zwischen fachlichem Wissen und literarischem Verstehen. Eines ihrer derzeitigen Projekte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich dem literarischen Verstehen im Umgang mit Metaphorik.

Was reizt Jugendliche am Lesen? Welche Rolle spielt das Lesen im Spektrum ihrer Mediennutzung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Irene Pieper in einer aktuellen Studie. Die Literaturwissenschaftlerin untersucht, welchen Platz Literatur im Deutschunterricht und in der Freizeit einnimmt. Die Beschäftigung mit Literatur, ihr Stellenwert im Deutschunterricht sowie die Orientierungen der Lehrerinnen und Lehrer stehen selten im Zentrum der Forschung. Bisher ist wenig untersucht, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Literatur in der Schule machen, inwiefern Jugendliche mit ihren persönlichen Leseinteressen das Unterrichtshandeln der Lehrkräfte beeinflussen und umgekehrt. „Unterrichtsnahe Forschung zu diesem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum weitgehend, obwohl er für die Entwicklung von Lesemotivation und Lesekompetenz eine zentrale Rolle spielt", sagt Professorin Pieper. In dem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen im Rahmen von „Pro Niedersachsen“ gefördert wird, kombiniert die Professorin qualitative und quantitative Zugänge. So werden in den kommenden Monaten Lehrerinnen und Lehrer von etwa 60 achten Klassen aus den Schulformen Gymnasium, Real-, Haupt- und Gesamtschule sowie deren etwa 1200 Schülerinnen und Schüler befragt.

„Frau Pieper ist wissenschaftlich ausgesprochen vernetzt. So hat sie bereits ein europäisches Projekt zum Thema ‚Literary Framework for Teachers in Secondary Education‘ durchgeführt und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende der ‚International Association for Research in L1 Education (languages, literatures, literacies)‘, ARLE, die ihren Sitz in Hildesheim hat“, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Seit 2011 leitet Irene Pieper das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschrift der Deutschdidaktik, „Didaktik Deutsch“. „Neben der Forschung engagiert sie sich auch für das Erlernen von Schreibkompetenzen bei Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Sie gründete 2008 und leitet bis heute das Lese- und Schreibzentrum. Aktuell arbeitet sie an der Entwicklung einer elektronischen Plattform für die Einübung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben“, hebt Renate Soellner hervor. „Ich freue mich sehr über dieses Zeichen der Anerkennung“, so Irene Pieper. Sie wolle „interdisziplinäre Forschungsräume weiter ausbauen“.

Preis für hervorragende Lehre: Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und Psychologe Ryan Hackländer

Ein Rekord – 85 Vorschläge für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein. „Nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge noch einmal deutlich gesteigert werden“, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Eine Jury – bestehend aus der Studiendekanin des Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der  Preis geht an Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation sowie Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie.

Isabel Rink wird für ihre hervorragende Lehre im praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ausgezeichnet. Die Übersetzungswissenschaftlerin hat Studierende an die Regeln der Leichten Sprache herangeführt – und begeistert. Vizepräsident Sander würdigt ihr „außergewöhnliches Engagement auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz“. Die Studierenden haben theoretische Regeln in der Praxis angewendet, Übersetzungen wurden vom NDR veröffentlicht. Die Arbeit mit dem NDR habe den Studierenden „die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht“.

Isabel Rink studierte „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien. Nach dem Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Isabel Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache – etwa ihre Masterarbeit „Nachteilsausgleich im Bereich Hörschädigung: Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ – veröffentlicht und promoviert bei Prof. Dr. Christiane Maaß zum Thema „Barrierefreie Rechtskommunikation. Zur Übersetzung juristischer Inhalte in Leichte Sprache am Beispiel des Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz‘“.

Seit zweieinhalb Jahren lehrt Ryan Hackländer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Zuvor lebte der US-Amerikaner in Kentucky, wo er als Doktorand am Department of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville promovierte. Für seine Hildesheimer Lehrveranstaltungen „Psychology of Olfaction” und „Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Material” wird er nun ausgezeichnet. In Hildesheim bietet Ryan Hackländer für Masterstudierende im Lehramt ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Er hält seine Lehrveranstaltungen in englischer Sprache.

„Sehr abwechslungsreich, praxisorientiert, spielerisch lernend – Ryan Hackländer ist einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 Uhr in die Uni zu fahren“, sagen die Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan über ihren Dozenten. Er rege zu „kreativem und kritischem Denken“ an und verwende eine Bandbreite an Lehr- und Prüfungsmethoden. Ryan Hackländer sagt, er wolle in seinen Seminaren Studentinnen und Studenten ermutigen, Fragen zu stellen. Er selber profitiere in seiner Forschung sehr von den Diskussionen mit den Studierenden. „Die Studentinnen und Studenten bringen sich mit neuen Ideen ein, sind engagiert.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Systemadministrator Florian Störig

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Der diesjährige Preisträger ist Florian Störig. Als Mitarbeiter im Rechenzentrum ist er für die Datenverarbeitung im Bereich der Uni-Verwaltung zuständig. „Für Ihr herausragendes Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit Ihrer guten Laune möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Vizepräsident Kreysing in seiner Laudatio. „Seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich Herrn Störig immer als kompetenten und lösungsorientierten Mitarbeiter erlebt, der sich mit seiner Aufgabe und unserer Universität über die Maßen identifiziert", ergänzt Matthias Kreysing.

Florian Störig sagt, die Arbeit in der Universität bereite ihm große Freude. Besonders bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit bei dem Leiter des Rechenzentrums Dr. Dietmar Fox. Florian Störig hat 2002 seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration im Rechenzentrum der Universität Hildesheim begonnen und diese 2005 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er als Mitarbeiter in der Uni-Verwaltung tätig. Darüber hinaus hat er sich von 2006 bis 2015 als Schwerbehindertenvertreter der Universität Hildesheim sowie vier Jahre im Uni-Personalrat engagiert.

Neujahrsempfang

Die Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen wurden im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich warb während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim für ein gutes Miteinander. „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“, zitierte er Humboldt. „Man kann mit Sorge in die Zukunft blicken. Die Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass rassistische Parolen verbreitet werden dürfen.“ Friedrich hob hervor, dass das Grundgesetz die Grundlage für den Alltag und den Umgang miteinander bildet. Er verweist auf das Leitbild der Universität.

499 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 227 Personen in der Verwaltung, in der Bibliothek und in der Technik sind derzeit an der Stiftungsuniversität tätig. 7930 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim. Die Universität werde in den kommenden Monaten ihre Entwicklungsplanung fortschreiben. „Im Zentrum unserer Arbeit steht die Wissenschaft – Forschung und Lehre. Wie können wir die Universität als forschende und lehrende Einrichtung voranbringen? Aus diesen Fragen ergeben sich Konsequenzen für das Studium“, so Friedrich. „Wir können nicht weiter wachsen, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen mehr Zeit für ihre Forschung und auch für Beratung und Betreuung von Studierenden. Allerdings sollten wir unser Studienangebot weiter entwickeln. Wir haben die Erziehungswissenschaften und Psychologie gestärkt. Ich freue mich sehr, dass in der Informatik u.a. mit Data Analytics die Entwicklung weiter sehr dynamisch verläuft.“

Universitätspräsident Friedrich zeigte sich sehr erfreut, dass erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rufe an andere Universitäten abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden haben. So habe Vera Volkmann, seit 2012 als Juniorprofessorin am Institut für Sportwissenschaft tätig, einen Ruf nach Kiel abgelehnt und tritt nun eine Professur für Sportwissenschaft in Hildesheim an.

Erstmals hat die Universität Hildesheim einen Seniorprofessor: Wolfgang Christian Schneider lehrt in der Philosophie und Bildenden Kunst im Bereich der Geistes- und Kulturgeschichte. Das Wissen, welches er über jahrelange Forschung angesammelt hat, möchte er teilen. „Alle Dinge sind miteinander verflochten“, sagt Schneider. Wenn er in einem Kunst-Seminar über den italienischen Bildhauer Michelangelo spricht, taucht auch die Lyrik auf. Er befasst sich mit den Fragen, wie Menschen dichten, malen, Architektur entwerfen. Er trage gerne den Titel „Seniorprofessor“ und sieht diesen als Ergänzung zu den bestehenden Juniorprofessuren. „Ich möchte Erfahrungen zurückgeben“, sagt Schneider. „Ich freue mich auf meine kommenden Lehrveranstaltungen in Hildesheim, wir beschäftigen uns mit Naturphilosophie.“

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news-12917 Mon, 16 Jan 2017 10:06:00 +0100 Lehramt, Kultur, Sprachen, IT: Infotage für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/lehramt-kultur-sprachen-it-infotage-fuer-studieninteressierte/ Infotage am 31. Januar und 1. Februar 2017 an der Universität Hildesheim: Wer Fragen rund um das Studium hat, kann sich an das Team der Zentralen Studienberatung wenden. Während der Infotage geben Lehrende Einblicke in das Studium, Studentinnen und Studenten beantworten Fragen rund um den Uni-Alltag. Den passenden Studiengang und Studienort zu finden ist oftmals eine Herausforderung für Studieninteressierte. Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim bietet daher im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung „Studieren auf der Höhe“ am 31. Januar und 1. Februar 2017 gezielt Unterstützung.

Zum Programm gehören Veranstaltungen der Lehrenden (beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium) sowie Workshops von Studentinnen und Studenten zu Fragen rund um das Studium. Während der Infotage erhalten Studieninteressierte detaillierte Informationen zum Bewerbungsverfahren, vielfältige Einblicke in den Hochschulalltag und in die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Am Dienstag, 31. Januar 2017, dreht sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg alles um die kulturwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Hildesheim. Neben der Vorstellung von Studieninhalten erhalten Studieninteressierte hier wichtige Informationen rund um die künstlerische Eignungsprüfung. Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus nicht verpassen. Studieninteressierte können zum Beispiel an Lehrveranstaltungen teilnehmen - an der Einführung von Professor Jens Roselt in die „Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft“, an einem Seminar von Professorin Stefanie Diekmann zur Frage „Was wir unter Feminismus verstehen“, an einer Übung zur musikalischen Analyse des Dozenten Ulrich Bartels oder an einem Seminar von Professor Simon Roloff über „Kleine Formen“ im Kulturjournalismus. Der Kulutr-Infotag beginnt um 09:15 Uhr mit einer Begrüßung den Dekan des Fachbereichs, jeweils um 09:30, 12:30 und 16:00 Uhr zeigen Studierende den Campus, zwischen 10:00 bis 14:00 Uhr können Studieninteressierte in ausgewählte Lehrveranstaltungen hineinschnuppern.

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, stehen ab 14:30 Uhr das Lehramtsstudium und die weiteren Studienangebote aus den Erziehungs-, Informations- und Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Interessierte können außerdem gemeinsam mit Studentinnen und Studenten den Campus erkunden und Fragen rund um das Studium klären. Zum Abschluss erhalten sie wichtige Informationen zur Bewerbung um einen Studienplatz.

Lehramt, Psychologie, Informatik, Umwelt, Sprachen: Infotage für Studieninteressierte

Das gesamte Programm der Infotage ist im Internet zu finden. Wer Fragen zu den Infotagen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung wenden (Telefon 05121.883-92212, E-Mail: lehradt@uni-hildesheim.de). Die Infotage richten sich an alle Studieninteressierten.

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news-12919 Mon, 16 Jan 2017 09:15:00 +0100 Psychologie: Kochbuch der Gefühle https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/psychologie-kochbuch-der-gefuehle/ Wie schmecken Glück, Wut, Trauer oder Heimweh? Was kann aus Chili, Basilikum, Ingwer, Minze oder Koriander entstehen? Professorin Christina Bermeitinger hat mit jungen Erwachsenen aus Hildesheim Rezepte für ein internationales „Kochbuch der Gefühle" entwickelt und zusammengestellt. 55 Studentinnen und Studenten der Psychologie und 12 Erwachsene, die nach ihrer Flucht – etwa aus Syrien, Afghanistan, dem Libanon oder der Türkei – vor Kurzem oder bereits vor einiger Zeit in Hildesheim angekommen sind, haben in den vergangenen Monaten gemeinsam gekocht und sich über Gefühle und vieles mehr ausgetauscht. Neben Rezeptideen in elf Kapiteln, die jeweils einem Gewürz zugeordnet sind, erhält der Leser einen Einblick in psychologische Aspekte beim Kochen und Essen. Im Buch enthalten sind zudem Informationen zu Esskulturen, Berichte über gemeinsames Kochen, Fakten über Zutaten und deren Wirkungen und Informationen zu Gefühlen.

„Emotionen und Kochen gehören zusammen. Gerüche oder Gerichte wecken Kindheitserinnerungen. Unsere Gefühlslage bestimmt, was wir essen, wie wir essen. Und andersherum beeinflusst das, was wir essen, wiederum unsere Emotionen. Und schließlich machen bestimmte typische Gerüche, gerade diejenigen aus der Küche, unsere kulturelle Identität aus und wir fühlen uns gleich zugehörig, wenn es um uns herum vertraut riecht“, sagt Professorin Christina Bermeitinger vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat das Projekt geleitet und dabei mit Sonja Wutke und Bernward Kiel von der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim sowie der Studienberaterin und Integrationslotsin Nina Geelhaar zusammengearbeitet.

„Zu sehen, mit welchem Engagement Professorin Christina Bermeitinger und die Studierenden dieses Projekt mit Leben gefüllt und ein Kochbuch der besonderen Art geschaffen haben, war bemerkenswert. Das Kochen von Gerichten aus unterschiedlicher Kulturen weckt positive Emotionen, die das Miteinander stärken. Das ist ein wichtiger Beitrag, um Integration gelingen zu lassen", sagt Sonja Wutke von der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim.

Das „Kochbuch der Gefühle – reloaded & international“ ist 2016 im Verlag Una Eigen erschienen und im Buchhandel erhältlich (Hrsg. Christina Bermeitinger, 126 Seiten, 20,00 Euro, ISBN: 978-3-9818015-3-8, www.una-eigen.de). Zahlreiche Illustrationen und Fotos sind enthalten. Kontakt bei Fragen zum Buch: Prof. Dr. Christina Bermeitinger (bermeitinger@uni-hildesheim.de).

Nachgefragt bei Christina Bermeitinger, Professorin für Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim

Sie haben mit Studierenden und Geflüchteten zusammen ein „Kochbuch der Gefühle“ erstellt – was haben Küche, Herd und Esstisch mit Gefühlen zu tun?

Christina Bermeitinger: Dies haben wir vor allem im ersten Kochbuch der Gefühle, das im Jahr 2012 in einem Kooperationsprojekt von Psychologiestudierenden und Kochauszubildenden entstanden ist, genau ergründet. Es gibt sehr viele Querverbindungen von Essen und Kochen auf der einen Seite und Emotionen auf der anderen Seite. Für das neue, international ausgerichtete Kochbuch ist der wichtigste Aspekt, dass Essen und Kochen genauso wie Emotionen Schlüssel zu (neuen) Welten sind und wir bei beidem ganz grandios miteinander in Beziehung treten und kommunizieren können.

Kochen und Essen geschieht häufig in Gemeinschaft – Essen ist ein äußerst kommunikatives Ereignis, und hinter mancher Essenseinladung steckt eigentlich die Einladung zu einem Gespräch. Wie man isst und was man isst, gibt zudem einiges über den eigenen Seelenzustand preis. Mittels bestimmter Gerichte können wir auch unsere Zuneigung zu jemandem ausdrücken. Und nicht zuletzt ist das gemeinsame Kochen ein sehr interaktiver Akt. Gefühle spielen beim Essen und Kochen eine große Rolle, man drückt beispielsweise allein über emotionale Mimik aus, wie es einem schmeckt – und der Koch oder die Köchin weiß, dass er oder sie nochmal nachwürzen sollte. Manche Gerichte sind außerdem mit sehr emotionalen Erlebnissen verbunden – oft sind bestimmte Gerichte mit Kindheitserinnerungen assoziiert oder man hat plötzlich wieder lebhaft ein Date aus längst vergangenen Zeiten vor Augen, bei dem es etwas ganz Bestimmtes zu essen gab. Ein häufiges Phänomen ist auch, dass wir uns mit gutem (oder „verbotenem“) Essen belohnen. Und so hat sicherlich jeder und jede eigene Beispiele für die Verbindung von Essen/Kochen und Gefühlen.

Sie schreiben, dass Emotionen „Verhaltensrezepte" seien. Emotionen haben eine große soziale Funktion und können das Miteinander sehr erleichtern, indem sie zum Beispiel Hilfestellung dafür sind, was eine Person von einer anderen Person erwartet. Können Sie eine Erkenntnis beschreiben, zu der Sie jüngst in ihrer eigenen Forschung zu Emotionen gelangt sind?

Dass Emotionen Verhaltensrezepte – also Anleitungen dafür, was zu tun ist – sind, ist etabliertes Wissen in der Psychologie. Emotionen haben mehrere Bestandteile. Zum einen spielt die Physiologie eine große Rolle – also alles was mit dem Herz-/Kreislaufsystem oder mit Hormonen zu tun hat, was bei der Aktivierung von Nerven im Gehirn beteiligt ist, was die Schweißregulation betrifft und so weiter. Zum zweiten gehören zu Emotionen Verhaltensaspekte – wir fliehen vor etwas, wir nähern uns jemandem an, wir drohen mit wutgeballter Faust. Drittens hat eine Emotion subjektive Bestandteile, wozu das Gefühl im engeren Sinne zählt, aber beispielsweise auch, was wir in einer emotionalen Situation denken.

In meiner eigenen Forschung geht es im Bereich Emotionspsychologie zum einen darum, herauszufinden, wie Personen in verschiedenen emotionalen Lagen agieren, beispielsweise ob ein Unterschied bei der Entdeckung von unerwarteten Ereignissen besteht in Abhängigkeit davon, ob man wütend oder traurig ist. Zum anderen stellen wir uns etwa die Frage, wie Menschen auf emotionale Ereignisse reagieren und ob sie sich unterschiedlich gut an (Details aus) Episoden mit negativen oder positiven Dingen erinnern. Und drittens versuchen wir die Funktionen einzelner Emotionen noch genauer zu erkunden. Welche Ressourcen werden etwa in welchen Fällen von Wut aktiviert und wie äußert sich dies dann bei der Bearbeitung von frustrierenden Aufgaben. Eine Erkenntnis aus dem emotionspsychologischen Bereich meiner jüngeren Forschung ist, dass wir in guter Stimmung unerwartete Ereignisse häufiger entdecken als in schlechter Stimmung, wobei es keinen Unterschied zwischen verschiedenen guten oder schlechten Stimmungen gibt; es spielt also keine Rolle, ob man wütend oder traurig respektive fröhlich oder zufrieden ist.

In den vergangenen Monaten haben Psychologiestudierende gemeinsam mit Geflüchteten oder Menschen mit Fluchterfahrung gekocht und Rezepte entwickelt. Wie kann das Kochen einander zusammenbringen oder verbinden? Was haben die Beteiligten in dem Projekt zum Beispiel erlebt?

Ganz grundsätzlich haben viele Gruppen berichtet, dass das gemeinsame Kochen und „Tun“ anfängliche Sprachbarrieren sehr schnell überwinden half. Ein Gewürz braucht man nicht unbedingt zu beschreiben, man muss einfach nur daran schnuppern. Es ging darum, voneinander zu lernen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen, Erfahrungen aus dem eigenen Leben auszutauschen. Die internationalen Gruppenmitglieder steuerten meist viele Ideen bei, was man denn kochen könnte. Es bestand ein reger Austausch von Rezepten aus der jeweiligen Heimat und Gerichten, die in Deutschland besonders beliebt sind.

In einer Gruppe etwa war ein junges syrisches Paar beteiligt. Die Studierenden haben sehr eindrücklich beschrieben, welchen Respekt sie vor der Leistung, die das junge Paar während und nach der Flucht erbringen musste, haben. Zudem waren sie sehr erstaunt, welcher Unterschied doch zwischen den Kochkünsten der syrischen jungen Frau und ihren eigenen – wesentlich weniger ausgeprägten – Kochfertigkeiten besteht. Daneben hieß es noch, mit den Gepflogenheiten des Ramadan vertraut zu werden. Und schließlich fand die Gruppe nach einigen Unsicherheiten eine gute Basis des Miteinanders. Die studentischen Gruppenmitglieder haben bis heute den Kontakt zu dem syrischen Paar, das inzwischen ein Kind bekommen hat, gehalten. Auch andere Gruppen treffen sich bis heute, um gemeinsam miteinander zu kochen.

Die Kapitel im neuen Kochbuch unterteilen Sie nach Gewürzen – warum?

Das erste Kochbuch der Gefühle war – genau wie Gefühle eben – sehr bunt, launisch und durcheinander. Dem neuen Kochbuch wollten wir etwas mehr Struktur und Einheitlichkeit geben. Damit jedoch auch möglichst flexibel auf die (emotionalen) Bedürfnisse der einzelnen Personen eingegangen werden konnte, sollte die Einteilung nicht mehr nach Gefühlen erfolgen. Die Einteilung nach „würzenden Substanzen“ im weiteren Sinne lag nahe, nachdem Gewürze oftmals die entscheidenden Unterschiede zwischen Gerichten aus verschiedenen Kulturen ausmachen, bei ansonsten teilweise sehr vergleichbaren Grundzutaten. Nehmen wir einfach verschiedene Gemüsesorten wie Zucchini, Champignons, Karotten und Paprika. Hieraus kann man mit den entsprechenden Gewürzen genauso gut ein asiatisches Gericht, ein indisches Curry oder ein arabisches Gericht sowie eine deutsche Gemüsebeilage oder ein herrliches mediterranes Essen zaubern. Jedoch war auch die Gewürzvorgabe nicht starr, so dass nicht jedes Gericht immer zwanghaft das Leitgewürz des jeweiligen Kapitels enthalten musste.

Eines Ihrer Lieblingsrezepte aus dem Kochbuch?

Es gibt eine Vielzahl toller Rezepte im Kochbuch. Allein schon die Anleitung, wie man Reis „super fluffig“ hinbekommt, lohnt sich. Daneben sind einige Gerichte enthalten, bei denen – nicht nur – ich denke, „Mensch, das könnte man ja auch mal wieder machen!“, zum Beispiel Zimt-Apfelringe. Bei anderen Rezepten, wie dem Basilikum-Pesto, bekommen wir rückgemeldet: „Wenn ich gewusst hätte, dass das so einfach geht, hätte ich das schon viel früher selber gemacht!“

Wir hatten das Glück, dass einige Studierende ebenfalls einen internationalen Hintergrund mitbringen, was das Kochbuch sehr bereichert hat. Dadurch sind mindestens asiatische, russische, orientalisch-arabische, typisch deutsche, mediterrane sowie weltweit beliebte Gerichte und Informationen zu den verschiedenen Essgewohnheiten enthalten. Besonders auch die Rezepte aus Russland sowie die Gerichte, die zusammen mit dem Paar aus Syrien gekocht wurden, finde ich persönlich sehr inspirierend.

Am Psychologie-Institut der Uni Hildesheim beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etwa mit der Frage, wie wir in Gruppen Entscheidungen treffen, wie Kinder sich entwickeln und was das Gehirn beim Lernen macht. Sie untersuchen in Ihrer Forschung: Wie funktioniert der Mensch und sein Denken, Fühlen und Handeln im Normalfall?

Die Allgemeine Psychologie in Hildesheim ist eine international aufgestellte Arbeitsgruppe. Wir widmen uns in unserer Forschung einer Vielzahl an Themen. Unter anderem erforschen wir:

  • die Wahrnehmung von Bewegungen,
  • inwiefern eigene Bewegungen und wahrgenommene Bewegungen interagieren,
  • wie Gerüche und Gedächtnis zusammenwirken,
  • wie wir Informationen verarbeiten, die von unserer Erwartung abweichen,
  • welche Aspekte wir uns merken, wenn wir mit bedrohlichen Dingen konfrontiert werden,
  • wie wir angesichts von Zielen, die nur noch schwer erreichbar sind, reagieren,
  • oder wie wir uns bei gemeinsamen Handlungen abstimmen und die Aufgaben des jeweils anderen auch präsent haben.

Wenn wir den Grundlagenbereich verlassen, führen wir momentan zwei Projekte mit einem Anwendungsbezug durch, bei welchen maßgeblich Studierende beteiligt sind. Gemeinsam mit Ärzten aus dem HELIOS-Klinikum untersuchen wir, welche Bedingungen zu einem möglichst günstigen Gesundungsverlauf nach schwerwiegenden Handverletzungen oder -operationen beitragen. Und in einem weiteren Projekt mit der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim geht es um die Frage, wie zufrieden und motiviert Geflüchtete sind und inwiefern dies mit einer positiven Assoziation zu Deutschland zusammenhängt. Diese beiden Projekte werden momentan federführend von Dr. Pamela Baess aus meiner Arbeitsgruppe geleitet.

Welches Projekt steht bei Ihnen nun in Forschung und Lehre an?

In meinem Forschungssemester im Sommersemester 2017 werde ich internationale Kollegen besuchen und gemeinsame Projekte anstoßen. Es soll hierbei um eine Fortführung meiner bisherigen Forschung sowie der Forschung meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehen und wir wollen unsere internationalen Kooperationen weiter stärken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-12839 Wed, 04 Jan 2017 15:55:00 +0100 Informatik an Schulen: Niedersachsen sucht IT-Lehrerinnen und Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/informatik-a-1/ Jetzt bewerben: Die Universität Hildesheim sucht die Informatik-Lehrerinnen und Lehrer von morgen. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen", sagt der Informatiker Klaus-Jürgen Förster. Damit Informatik an Schulen aufblüht, bildet die Hildesheimer Uni seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Informatik an Schulen: jetzt bewerben

Seit Herbst 2016 können Lehramtsstudierende an der Universität Hildesheim erstmals das Lehramtsfach Informatik wählen. Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. Januar 2017 um einen Studienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen mit der Fächerkombination Mathematik und Informatik bewerben, das Studium an der Uni Hildesheim beginnt im April 2017. Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

„Gehören Sie zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach in Niedersachsen aufbauen. Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe. Kein Beruf ist heute mehr vorstellbar ohne grundlegende und anwendungsorientierte Kenntnisse der Informatik“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster. In der Schule können zentrale Grundlagen vermittelt werden – wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Im Studium in Hildesheim geht es um weit mehr als ein bisschen Word und die Gestaltung von Power-Point-Präsentationen. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium. Außerdem wählen die Studentinnen und Studenten fachwissenschaftliche Vertiefungen wie Maschinelles Lernen, Robotik, Softwareentwicklung oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Informatik ist als eigenständiges Unterrichtsfach an Haupt-, Real- und Oberschulen vorgesehen. Derzeit fehlen allerdings die Lehrerinnen und Lehrer, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster. Die Universität Hildesheim möchte dazu beitragen, die nächste Generation der IT-Lehrer auszubilden. Wer sich für ein Informatik-Studium entscheidet, sollte Interesse und Freude am Einsatz moderner Informationstechnologien in allen Lebensbereichen haben, so Förster. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülerinnen und Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen. Sie sollten Wissen um Chancen und Gefahren aufbauen."

Informatik an Schulen: Kontakt für Studieninteressierte

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik an Haupt- und Realschulen (das umfasst auch Oberschulen und Gesamtschulen) interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster melden (E-Mail foerster[at]cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach. Studierende aus höheren Semestern begleiten die Studienanfänger beim Studieneinstieg. Bewerbungen sind zum Sommersemester 2017 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2017 [jetzt bewerben]. Studienbeginn ist im April 2017. Mehr Infos zur Bewerbung findet man online.

„Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen“

Professor Klaus Schmid lehrt Informatik an der Universität Hildesheim und forscht im Bereich Softwareentwicklung. Zur Bedeutung von Informatik an Schulen sagt Schmid:

„Die Entwicklung, Informatik als Fach an Schulen zu unterrichten, ist überfällig. Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen, hat Bedeutung für das tägliche Leben. Schule sollte Kinder und Jugendliche darauf vorbereiten, wie die Welt funktioniert, damit sie diese verstehen. Informatik als Schulfach zu unterrichten, bedeutet auch, sich sowohl mit dem Allmachtsglauben als auch mit der digitalen Panik auseinanderzusetzen, die wir vorfinden. Wir sollten dieser Panik mit Wissen begegnen. Informatik ist ein wichtiges Grundwissen über die Welt, genauso sollten Kinder auch erfahren, wie physikalische Prozesse ablaufen (im Fach Physik), wie eine Sprache aufgebaut ist (im Fach Deutsch) oder wie Klänge entstehen (im Fach Musik).“

Kurz erklärt: Lehrerausbildung in Hildesheim

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. Etwa 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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news-12819 Thu, 29 Dec 2016 13:07:00 +0100 Zeitgeschichte: Lebenswerk des früheren Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zeitgeschichte-lebenswerk-des-frueheren-bundesbankpraesidenten-hans-tietmeyer/ Hans Tietmeyer war der letzte Bundesbankpräsident, ehe der Euro kam. Von 1993 bis 1999 wirkte er an der Spitze der Zentralbank. Während seiner Präsidentschaft in der Bundesbank stand die Vorbereitung der Euro-Einführung auf seiner Tagesordnung. Der ehemalige Präsident der Bundesbank ist gestorben. Der Diplom-Volkswirt wurde 85 Jahre alt. Ein Nachruf von Joachim Algermissen, der für seine Forschung Zugang zum Privatarchiv Tietmeyers erhielt. Promotion über Hans Tietmeyers Lebenswerk an der Universität Hildesheim

Hans Tietmeyers Leben und sein berufliches Wirken findet bis heute keine angemessene Berücksichtigung in der wissenschaftlichen Literatur. Joachim Algermissen untersucht im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Hildesheim das berufliche Lebenswerk von Hans Tietmeyer und hat seine Arbeit noch vor Tietmeyers Tod fertigstellen können. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis und Prof. Dr. Michael Gehler betreut. Die Dissertation füllt eine Forschungslücke in der Aufarbeitung der jüngeren wirtschafts-, finanz- und währungspolitischen Zeitgeschichte, die unter anderem die teils drastischen Veränderungen der deutschen Wirtschaftspolitik in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, die Deutsche Einheit oder auch die Einführung des Euro umfasst.

Hans Tietmeyer (1931-2016)

Ein Nachruf von Joachim Algermissen

Mit Hans Tietmeyer verliert Deutschland einen hartnäckigen ordnungspolitischen Kämpfer und einen überzeugten Stabilitäts-Europäer, der in mehreren leitenden Funktionen im Wirtschafts- und Finanzministerium sowie zuletzt als Präsident der Deutschen Bundesbank agierte. Für ihn war das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Wirtschafts- und Währungspolitik die zentrale Voraussetzung für eine dauerhaft funktionsfähige und freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Deshalb stand für ihn eine Stabilitätskultur stets im Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Seine Erfahrung und Expertise werden wir bei der Bewältigung der künftigen europäischen Herausforderungen noch vermissen.

Während seiner Präsidentschaft in der Bundesbank stand die Vorbereitung der Euro-Einführung auf seiner Tagesordnung. Tietmeyer hatte eine klare Vorstellung von den institutionellen Voraussetzungen für die neue Gemeinschaftswährung und formulierte dafür drei zentrale Forderungen: Die Gründung einer unabhängigen und stabilitätsorientierten Europäischen Zentralbank nach dem Modell der Deutschen Bundesbank. Dabei benannte er Stabilitätsorientierung als Zielsetzung und die Geldmengenpolitik als Instrument einer solchen Zentralbank.

Das zweite Anliegen bestand aus einer Flankierung der Währungsunion mit einer weitergehenden politischen Union, denn die Einführung des Euro war für ihn nicht nur eine temporäre Wechselkursbindung, sondern eine irreversible ökonomische und politische Integration auf Dauer. Daher waren gemeinsame wirtschaftspolitische Antworten notwendig, sobald das Wechselkursinstrument mit Eintritt in die europäische Währungsunion nicht mehr zu Verfügung stehen sollte.

Die dritte Forderung bezog sich auf die Gewährleistung der ökonomischen Konvergenz der Mitgliedsstaaten. Insbesondere die fiskalischen Konvergenzkriterien (Schuldenquote von 60% des BIP und das Defizitkriterium von 3%) waren für Tietmeyer nicht sonderlich ambitiös formuliert. Bereits damals vermutete er, dass sie die Währungsunion spalten könnten, wenn Länder beitreten würden, die von der Währung überfordert wären. Eine Sorge, die aktueller nicht sein könnte.

Man sollte Tietmeyer allerdings nicht als Gegner des Euros in Erinnerung behalten, denn er war vielmehr ein ökonomischer Experte, der sich kritisch mit den Vorgängen auseinandersetzte und auf die Risiken hinwies. Tietmeyer selbst bezeichnete sich als europäischen Förderalisten, der sich für die Verwirklichung eines großen europäischen Ideals einsetzte und eine klare Vorstellung hinsichtlich eines stabilen Fundaments für eine tragfähige Währungsunion hatte. In die Geschichtsbücher wird er als ein Bundesbankpräsident eingehen, der sich mit aller Kraft bei großer fachlicher Kompetenz und hoher politisch-moralischer Integrität für einen harten Euro einsetzte und am 1. Januar 1999 eine stabile D-Mark in die Eurozone einbrachte.

Zum Abschluss einige persönliche Worte: Auf Vermittlung von Prof. Michael Gehler von der Universität Hildesheim erhielt ich im Februar 2013 das Privileg, Hans Tietmeyer persönlich kennenzulernen und sein Lebenswerk wissenschaftlich aufzuarbeiten. In den vergangenen dreieinhalb Jahren bekam ich nicht nur exklusiven Zugang zu seinem Privatarchiv, sondern konnte meine Dissertation mit rund 48 Stunden Interview-Material durch von Tietmeyer vermittelte Experten und Weggefährten untermauern. Am häufigsten nutzte er bei unseren Gesprächen das Wort „Stabilitätskultur“, die zweifellos auch sein Privatleben bestimmte. Dies wurde auch daran deutlich, dass er sich stets an dem symbolischen Vergleich mit der „Westfälischen Eiche“ erfreute. Meine Zeit mit ihm war geprägt durch faszinierende wie fesselnde Einblicke in die Hintergründe der wirtschaftspolitischen Umbrüche der 1970er und 1980er Jahre, durch Erfahrung hochspannender Details über den Prozess zur deutschen Einheit und durch einen Blick hinter die Kulissen der Euro-Einführung. Beide Prozesse wurden durch Tietmeyer maßgeblich mitgestaltet. Dafür bin ich ihm mehr als dankbar. Ich werde Hans Tietmeyer nicht nur als erstklassigen wirtschafts- und geldpolitischen Experten vermissen, sondern insbesondere auch als Menschen und väterlichen Freund.

Archiv der Zeitgeschichte

Das Institut für Geschichte der Universität Hildesheim baut ein Online-Archiv der Zeitgeschichte auf: Seit zehn Jahren sprechen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer (Zeit-)Geschichte sowie über Fragen der europäischen Integration. Die Vorträge sind öffentlich und werden dokumentiert. Auch Hans Tietmeyer sprach in der Vortragsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim: Das Institut für Geschichte dokumentiert die Rede „Der Euro. Seine Geschichte und die Chancen seiner Zukunft“ vom 08.11.2011 [zum Video] [zum Bericht].

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news-12813 Wed, 21 Dec 2016 17:48:00 +0100 Studenten entwickeln Online-Plattform für Engagement https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studenten-entwickeln-online-plattform-fuer-engagement/ In den letzten Monaten haben die Studenten Jonathan Weldeab und Nils Fabig eine digitale Plattform aufgebaut, die studentisches Engagement sichtbar macht. Statt ein eigenes Engagement-Projekt zu starten, wollen Jonathan Weldeab und Nils Fabig studentische Projekte und Initiativen in der Stadt vernetzen. In den letzten Monaten haben die beiden Studenten der Universität Hildesheim eine digitale Plattform aufgebaut, die studentisches Engagement sichtbar macht. Sie nennen ihr Onlineportal „Luftikus“.

„Wir möchten einen frischen Blick auf Engagement werfen und das Bild erweitern. Der Name ist auch eine ironische Anspielung auf unsere Zielgruppe, wir möchten die etwas passive Menge erreichen und aktivieren, in Bewegung setzen“, sagt Weldeab. Der Vorteil der Online-Plattform sei ihre Schnelligkeit. „Man kann direkt Kontakt mit den Projekten und Veranstaltungen aufnehmen um beispielsweise Karten für eine Theateraufführung zu reservieren. Man kann vor der Vorlesung in unserem blog stöbern und sich danach entscheiden: Ich mache mit – im Sprachlernprojekt der Uni, bei der Organisation einer Diskussionsreihe oder bei der Fahrradwerkstatt. Wir möchten mit unseren Inhalten nicht nur informieren, sondern auch aktivieren. Viele Projekte wissen nicht voneinander und sind nicht sichtbar. Wir wollen auch ein Gedächtnis sein, für Eigeninitiative und studentisches Engagement im Alltag und dieses damit wertschätzen.“

Der Programmierer Nils Fabig setzt die Plattform auf der technischen Seite um. Fabig zog es zum Lehramtsstudium von Wunstorf nach Hildesheim, der 22-Jährige studiert Geographie und Wirtschaft und schätzt die Praxisphasen, etwa in 8. und 9. Klassen einer Haupt- und Realschule in der Region. In seiner Schulzeit hat er mit Freunden erste Seiten programmiert. Nun sitzt er nach der Vorlesung am Rechner, kombiniert Farben, programmiert „Luftikus“. „Unsere soziale Online-Plattform besteht aus zwei Teilen: Ein Projektportal, auf dem wir Engagement-Projekte vorstellen, die nach Studierenden suchen, die mitwirken möchten. Und wir haben den Campus-blog, in dem wir in Reportagen und Interviews darüber berichten, was aus den Projekten wird“, sagt Fabig.

Nachgefragt bei Jonathan Weldeab

Jonathan Weldeab, 23, aus Göttingen, studiert im Bachelor Sozial-und Organisationspädagogik, studentische Hilfskraft am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim, engagiert sich in einer Arbeitsgruppe „Antidiskriminierung“, war bis Sommer 2016 im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) aktiv.

Warum ist es sinnvoll, im Studienalltag über den Tellerrand zu schauen und nicht allein an Noten zu denken, sondern und auch anderen zu helfen, sei es als Sprachtandempartner oder in der Fahrradwerkstatt „Fazze“, um Räder zu reparieren?

Jonathan: Über den Tellerrand zu schauen hat viel mit persönlichem Wachstum zu tun. Wer über den Tellerrand schaut, lernt sich selbst und seine eigenen Ziele zu hinterfragen und ins Verhältnis mit der Lebenssituation anderer zu setzen. Es bewahrt mich außerdem davor, allzu linear zu denken. Die besten Erkenntnisse und Inspirationen hat man immer da, wo man nicht mit ihnen rechnet…

Dein Tipp für Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Wie bekommt man Engagement und Uni-Alltag unter einen Hut?

Das geht viel leichter als man denkt. Unglaublich viel von dem, was man in der Uni an Theorie lernt, lässt sich im Engagement finden und erleben, besonders weil man im Engagement eigentlich immer die Möglichkeit hat, sich seine eigenen Räume und Profile zu schaffen. Das macht vieles greifbarer und besser verständlich, weshalb bei mir beides eng miteinander verwoben ist. Außerdem ist ein Engagement immer freiwillig und alle sitzen im selben Boot, weshalb viel Rücksicht, Verständnis und Wertschätzung mit im Spiel sind. Gerade letzteres hilft wiederum sehr im Uni-Alltag. Wer seine eigenen Ideen im Engagement aufblühen sieht, traut sich mehr in der Uni.

Du warst Mitglied im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss. Dein Tipp für Studierende, die noch nie etwas vom „AStA“ gehört haben…

Im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss macht eigentlich fast jeder etwas anderes. Der AStA ist in Referate unterteilt. Man sollte sich nicht zu steif an der Referatsbeschreibung langhangeln, sondern überlegen, was man für sinnvoll hält. Im besten Fall entdeckt man dann selbstständig Handlungsbedarfe und Leerstellen und wird aktiv. Mit der Zeit ist das natürlich so eine Sache. Je länger man mitarbeitet, desto mehr interessante Projekte, Menschen und Ansätze entdeckt man und dann ist man auf einmal fast überall dabei. Da muss man aufpassen. Wer noch nie davon gehört hat, sollte unbedingt zu einer Sitzung gehen oder die Aktionen besuchen. Je mehr Leute im AStA und an seiner Arbeit partizipieren, desto besser wird er und desto repräsentativer werden auch seine Aktionen.

Du arbeitest im „Runden Tisch Flucht“ mit. Was machst du hier?

Bisher wurde der Runde Tisch als Austausch und Informationsplattform genutzt. Wie kann man alle an der Universität Beteiligten, alle Projekte mit einbinden und zusammentreffen? Darüber mache ich mir gerade Gedanken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Mitwirken bei der Online-Plattform „Luftikus“

Das Online-Portal „Luftikus“ sucht Studentinnen und Studenten, die die neue Engagementplattform mit weiterentwickeln möchten. Vor allem wer einfach Freude daran hat, Veranstaltungen zu planen oder redaktionell tätig zu werden und Interviews und Videos herzustellen, kann sich gerne melden. Studierende aus allen Fachbereichen können sich beteiligen. Einfach eine E-Mail schreiben an kontakt@luftikus-hildesheim.de.

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