Oppermann

Oppermann, Andrea

Arbeitstitel

'Managing emotion' - Wie Organisationen den Umgang mit Emotionen organisieren

Betreuer

Prof. Dr. Stephan Wolff (Hildesheim); Prof. Dr. Erwin Wagner (Hildesheim)

Abstract

Bei einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Emotionen in Organisationen besteht nicht nur die Schwierigkeit, dass eine eindeutige Definition des Gegenstands Emotion [1] fehlt, sondern mehr noch, dass Gefühle organisationstheoretisch meist einseitig von einer indivual-psychologischen Betrachtungsweise her eingeordnet und erforscht werden. Diese Arbeit dagegen versteht Emotionalität als wesentlichen Faktor der Organisationswirklichkeit und Unternehmenssteuerung: Im Vordergrund steht der spezifisch organisierte Umgang mit Emotionalität, wie er gemeinsam von den Organisationsmitgliedern erzeugt und vom Management über entsprechende Rahmenbedingungen gesteuert wird. Für dieses "managing emotion" bieten sich in der aktuellen Diskussion, die sich implizit oder explizit mit Emotionen in Organisationen auseinandersetzt, für mein Forschungsanliegen Anknüpfungspunkte durch Hochschilds Konzept der "Emotionszonen", Scheins Ansatz der Organisationskultur sowie die Einordnung des Forschungsthemas in einen konstruktivistisch-systemtheoretischen Hintergrund. In einer vergleichenden Fallstudie sollen mit ethnografischen Methoden Daten erhoben werden, die den Forschungsgegenstand entdeckend beschreiben und die in dieser Arbeit skizzierte Forschungslücke ein Stück weit auffüllen.

[1] Einige Autoren unterschieden zwischen den Begriffen "Emotion" und "Gefühl" (z.B. Izard 1994) bzw. im Englischen zwischen "feelings" und "emotions" (Gabriel/ Fineman/ Sims 2000, 161), wonach "feelings" die privaten, internen Erlebnisse meint, "emotions" den nach außen gezeigten Emotionsausdruck. Beide Begriffe beziehen sich jedoch meist auf die individuelle Ebene, so dass diese Unterscheidung für diese Arbeit nicht notwendig ist und ich hier beide Ausdruckweisen synonym verwende.